#Dakar20 in Saudi Arabien – finde ich aus Gründen nicht gut

Jajajajajaaaa, es ist noch nicht offiziell, dass die ASO die Rally Dakar die nächsten fünf Jahre irgendwo im Nahen Osten veranstalten wird. Aber alle Experten und die sich (oder ich) dafür halten, sind sich einig: Zumindest die nächste Ausgabe, die 2020er Dakar wird in Saudi Arabien starten.

Auf der arabischen Haldinsel haben schon viele Rallys stattgefunden, es gibt dort viele Dünen und in vielen Ländern dort keine finanziellen Probleme. Eigentlich gute Voraussetzungen für die Dakar. Ganz besonders wenn man die 2019er Ausgabe als Vergleich heranzieht: viel Sand, viele Dünen und gefühlt an jedem Kilometer genug Internet für einen Livestream von vorbei fahrenden Moppeds und Mehrrädrigen. Die Rally in Peru war spannend und abwechslungsreich. Warum also weg aus Südamerika?
Das Wort heißt: Planungssicherheit. In den letzten paar Jahren kam es immer mal wieder vor, dass kurz vor dem Start ein Land ausstieg und alles neu geplant werden musste. Dass die 19er Dakar nur in Peru gefahren wurde war kein Wunsch der ASO, es gab einfach kein anderes Land, dass das Geld für die Dakar ausgeben wollte oder konnte. Geld gibt es aud der arabischen Halbinsel genug. Es ist gut möglich, dass die nächsten Rallys die besten werden, die es bisher gab. Warum  finde ich es also nicht gut?

1. Grund: Zu wenig Abwechslung

Oscar - Quelle PinterestWas die guten Dakar so großartig macht, sind die vielen unterschiedlichen Landschaften und Klimazonen. In südamerika ging es von Meereshöhe bis weit über 5.000 Meter hoch in die Anden. Von Schneefall  und unter Null bis weit über 40 Grad im Schatten in der schalltenlosen Pampa innerhalb eiens oder zwei Tagen machten selbst die Überführungsetappen eine Herausforderung.
Arabien besteht natürlich nicht nur aus Sanddünen im Südosten der Halbinsel gibt es Gebirge die bis 2.500 Meter hoch gehen, wenn mich meine Papierkarte nicht täuscht. Mit 2,73 Mio km² ist auch reichlich Platz vorhanden. Zum Vergleich: Deutschland hat 357 tkm² Landfläche und Peru 1,23 Mio km², Aber schon in Peru gab es deutlich weniger Abwechslung als in den Jahren davor.

2. Grund: Verkackte Zeitverschiebung

Während der erste Grund noch ein wenig spekulativ ist (was weiß ich, welche Strecken die ASO finden wird), ist das hier knallharte Wissenschaft die sogar Flat-Earther nicht leugnen können. Die blöde Zeitverschiebung von hier nach Arabien ist plus eine Stunde (plus/minus Sommerzeit). Nach Peru sind es fünf Stunden in die andere Richtung. Oder ein bisschen weniger Abstrakt. Wenn in Peru die Sonderprüfung gegen 14:00 Uhr zu Ende ging, war es hier 19:00 Uhr, ich hatte Feierabend und konnte die letzen Stunden live verfolgen, wass passierte. Wenn ich das Positive sehen will, dann kann ich den Etappenstart in Arabien im Netz verfolgen. Wenn die ersten Moppeds dort um 06:00 in die Etappe starten, ist es hier erst 05:00. Leider ist der spannende Teil einer Rally nicht der Start, sondern die Zielankunft. Während es für Europäer noch einigermaßen machbar ist, dem Rennen zu folgen, befürchte ich, dass ein großer Tiel der Nord- bis Südamerikaner schlafen werden. Für das Forum, dort waren bisher viele Amerikaner aller Länder aktiv, sehe ich da schwarz. Aber vielleicht springen die Australier ein, die von der Zeitverschiebung profitieren werden.

 

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Zwischenbericht, bevor es los geht #Dakar2019

Eigentlich wollte ich was über die Hersteller und Teams, die in der Peru-Dakar um Platz und Sieg rennen und eventuell etwas zu den Favoriten schreiben, aber dazu müsste ich erstmal wissen, wer überhaupt startet.

Was bisher geschah

Nachdem die Fähre mit allen europäischen (und mindestens einem mongolischen) Rennfahrzeugen in Le Havre abgelegt hat, gab es erstmal einen Motorschaden und das Schiff wurde ins Dock von Brest geschleppt. Inzwischen ist der Schaden repariert und die Heritage Leader bereits südwestlich der Azoren [Live Tracking]. Es sieht so aus, als kämen diese Fahrzeuge rechtzeitig an. Die Dakar kann wohl starten.

Derweilen ist #002 Gonk bei einem Lauf zur Portugiesischen Meisterschaft gestürzt und ihm musste die Milz entfernt werden. Ich habe dazu nur einen portugisischen Link gefunden, den Google für mich übersetzt hat, also ohne Gewähr.
Letztes Jahr hatte Gonk sich ebenfalls kurz vor dem Start verletzt, damals musste er auf seine Teilnahme an der Dakar verzichten.
HRC hatte dann ganz kurzfristig einen anderen Fahrer aus dem Hut gezaubert und der hat seine Sache so gut gemacht (Platz 10), dass er dieses Jahr fester Bestandteil des Teams ist. Nacho startet mit der Nummer #010.
Das ist eine Elite-Nummer. Um die zu bekommen, muss die Orga denken, dass Du nicht nur schnell bist, sondern verdammt schnell. Werksfahrer allein reicht nicht, selbst dann nicht, wenn man es im Vorjahr in die Top 20 geschafft hat, fragt mal Andrew Short #029.
Ich traue Andrew in diesem Jahr einen Platz in den Top 10 zu und hätte ihm eine Elite Nummer gegeben.
Zurück zum Gonk. Es gibt noch keine offizielle Erklärung von HRC, dass er verletzt ist und ob das Einfluss auf seinen Start hat. Ich drücke ihm alle Daumen, denn der Gonk ist derjenige, den ich gewinnen sehen möchte.
Go Gonk gogogooooooooooo!

Im ADVRider Forum tauchte heute ein Instagram-Bild von Toby Price mit gebrochenem Handgelenk auf, leider ohne Link zur Quelle. Ich habe dieses Bild auf dem TobyPrice87 Account gesehen, er hat es wohl nicht öffentlich geteilt oder vielleicht auch wieder raus genommen. Auch hier gibt es noch nichts offizielles, also wieder ohne Gewähr.
Toby meint, er könne trotzdem starten. Wenn alle Dakar-Fahrer harte Hunde sind, ist Toby Price ein extra hartes Monster (auch wenn die ein anderes Team sponsorn), dementsprechend tendiere ich dazu, ihm zu glauben.

>>> Update: KTM Racing hat auf Twitter geschrieben, dass Toby in Barcelona operiert wurde und dass er an der Dakar starten will. LINK 
<<<< /Update

Trotzdem warte ich vielleicht noch ein paar Tage, bevor ich etwas zu den Favoriten schreibe, vielleicht hat das Boot noch eine Panne, verfährt sich (der Kapitän wird denn im TV-Interview behaupten, das Roadbook war ungenau) oder sonst was.

P.S.
Autos fahren auf der Fähre auch mit

P.P.S.
Autos fahren auch bei der Dakar mit.

Einige Fahrer #Dakar2019

Kurz nach meinem ersten Vorbericht begannen die Informationen aus verschiedenen Quellen zu fließen. Inzwischen gibt es auf der Website Dakar.com eine Übersicht der Fahrer, wenn auch längst nicht alle Informationen zu jedem dort einpflegt sind. Möglicherweise kommen dort noch weitere Bilder, Texte und Daten hinzu. Die wichtigsten Daten sind jedenfalls vorhanden: Name, Mopped und Flags für Rookie (Blau), Malle Moto (Rot) und Legend (Gelb). Legends ist so etwas wie ein Ehrenabzeichen, dass die Rally-Orga vergibt, ohne dass es eine eigene Legenden-Wertung gibt. Es gibt sogar ein PDF aller Starter [Download].

Die Sieg-Fahrer und Helden

Die täglichen 5-Mopped-Minuten auf Eurosport und YouTube reichen, um die Fahrer, die um den Sieg kämpfen, kennenzulernen. Für mich sind die Amateure mindestens genauso interessant. Einige von Ihnen werden von der ASO hoffentlich wieder eine Kamera bekommen und als „Dakar Hero“ zwischendurch immer wieder gefeatured, so wie in den vergangenen Jahren. Leider weiß ich nicht, wen die ASO auswählen wird. Ich habe hier einige ausgewählt.

Malle Moto Fahrer

Dieses Jahr haben sich, wie bereits berichtet, zwei Damen in der Malle Moto Klasse angemeldet. Ob es die ersten beiden sind, oder bisher nur kein Mädel in der härtesten Kategorie das Ziel gesehen hat, ist mir unklar. Google und seine Suchmaschinen-Kumpels haben mir nicht helfen können. Wer Malle Moto-Starterinnen kennt, möge sich bitte melden.
Um in der Malle Moto auf Nummer Sicher (haha) zu gehen, fährt man am besten auf einer Rally KTM. Das bietet folgende Vorteile:

  • Fast alle fahren mit einer KTM und kennen sich dementsprechend aus, falls man einen Rat benötigt.
  • KTM ist mit einem rollenden Verkaufsladen unterwegs, falls am Mopped etwas kaputt geht, kann es im Fahrerlager gekauft werden.

Es ist auch in der Malle Moto durchaus erlaubt, „vom Land zu leben“, also nicht nur das zu verwenden und zu verbauen, das man in der roten Kiste mitgebracht hat. Ob der KTM-Truck auch an Husky-Fahrer verkauft (die Moppeds sind baugleich) verschließt sich mir. Anastasiya Nifontova hat die Husky-Variante gewählt, also nicht die „einfachste“. Die Husky-Fahrer können jedoch nicht nur vom Know-How profitieren. Da gestrandete Moppeds ausgeschlachtet werden dürfen und werden, auch das gilt als „vom Land leben“, haben KTM/Husky-Fahrer eine ungleich höhere Chance, passende Teile plündern zu können.
Sara Garcia hat es noch schwerer als Anastasiya, sie fährt eine von 15 Yamahas (5 davon bei den Malle Motos). Die Yamahas sind Enduro-Umbauten verschiedenster Anbieter, also technisch durchaus unterschiedlich untereinander.
Mirko und Mirco sind die einzigen Beta-Fahrer in der Rally. Sie fahren den gleichen Rally-Umbau von Rebel X und nutzen für die Premiere  des Moppeds die Malle Moto.
Aber es geht noch eine Nummer härter: Willy Jobard, der als einziger Starter bei der Premiere von Bosjuer (zu Herstellern kommt später noch ein Beitrag). Und weil er keine Mechaniker hat, gibt es niemanden im Feld, den er um Rat fragen kann, niemanden, bei dem er sich ein passendes Teil leihen, kaufen oder plündern kann.
Nietto Ismael mit der einzigen, aber bereits bewährten, Speedbrain scheint ein ähnliches Schicksal gewählt zu heben, aber nur wenn man nicht weiß, dass Speedbrain hinter dem Hero Werksteam steht. Dort wird er zumindest Rat (Tat darf er in der Malle Moto ja nicht annehmen) und vielleicht auch Teile bekommen.

Mit Hilfe

Alle, die nicht in der Malle Moto Klasse fahren, bekommen Hilfe. Werksteams haben nicht nur das komplette Mechaniker-, Massage- und Luxus- Angebot im Biwak, sondern manchmal auch einen Wasserträger auf der Strecke. Bei einem Sturz hält jeder Fahrer, unabhängig von Team oder Fabrikat an, um bei Verletzung dem Gestürzten zu helfen. Das gilt nicht, bei einer Panne, da fahren die anderen weiter, aber der Wasserträger hält an und hilft. Bei Honda soll Nacho diese Rolle übernehmen und Rodney Fagotter bei Yamaha.
Es gibt auch einen Privatier, der Hilfe auf der Piste hat: einen Navigator und gleich zwei Helfer, alle jeweils auf Ihrem eigenen Mopped. Im Fall dieses Teams sind es Katie EXCs und keine Rallys.
Ich rede von Nicola Dutto, der seit 2010 im Rollstuhl sitzt. Als Rollstuhlfahrer ist er auf einem Spezialsitz auf dem Mopped angeschnallt und kann nach einem Sturz das Mopped nicht alleine aufrichten. Daher folgen ihm die beiden Helfer, den stürzen und umfallen wird er, genau wie alle anderen auch. Der Navigator fährt voraus. Im TV sieht man jedes Jahr, wie Fahrer aus der Spitzengruppe in der Wüste stehen und den Weg suchen. Da Nicola seine Beine nicht benutzen kann, kann er nicht ohne weiteres anhalten, er braucht jemanden, der das Mopped und ihn festhält. Das kann beim navigieren schon mal zu Problemen führen. Schaut Euch den Film über Nicola [italienisch, englische Untertitel 7 min] an, bevor Ihr Euch eine Meinung darüber bildet, wie Ihr das findet.
Die Startnummern 144, 145 und 146 sind diejenigen, die mit ihm fahren werden.

Unentschieden

Der Mongole Lkhamaa Namchin fährt Yamaha in der Malle Moto, gemäß der Facebook Liste (28 Malle Moto) oder auch nicht, gemäß der Website (33 Malle Moto). Gemäß Twitter sollen es 34 Malle Moto Fahrer insgesamt sein, also möglicherweise fährt er doch Malle Moto. Er selbst hatte rote Startnummern gepostet, an seinem Mopped ist die weiße 120 angebracht.
Wäre es nicht die ASO, wäre ich überrascht, dass der Veranstalter verschiedene Fakten auf Facebook, Website und Twitter verbreitet und der Fahrer nochmal andere. So weiß ich wenigstens, dass der ASO-Standard der letzen Jahre gehalten wird … auch das ist ein Teil der Dakar, der immer wieder aufregend ist.

Fremdländer

Es gibt Fahrer aus Afrika, Amerika (Nord- und Süd-), Asien, Europa und Ozeanien. Wenn Steph Jeavons [englisch] demnächst mitfährt, sind alle Kontinente vertreten.
Es gibt dieses Jahr sogar einen Teilnehmer aus Deutschland: Sebastian Bühler [Facebook] auf KTM 450 Rally. Auf allen Bildern und Videos, die ich bisher gefunden habe, fährt Sebastian Yamaha.

Fahrer in diesem Beitrag

#010 Jose Ignacio „Nacho“ Cornejo Florimo (CHL) Honda
#025 Rodney Faggotter (AUS) Yamaha
#056 Anastasiya Nifontova (RUS) Husky Malle Moto
#080  Willy Jobard (FRA) Bosuer Malle Moto
#095 Mirko Pavan (ITA) Beta 430 Malle Moto
#096 Mirco Miotto (ITA) Beta 430 Malle Moto
#099 Sara Garcia (ESP) Yamaha Rookie Malle Moto
#110 Sebastian Bühler (GER) KTM
#120 Lkhamaa Namchin (MNG) Yamaha MalloeMoto oder nicht
#133 Ismael Nietto (CHL) Speedbrain Rookie Malle Moto
#143 Nicola Dutto (ITA) KTM EXC

P.S.
Autos fahren auch mit.
P.P.S.
Es gehört bei den Fahrern zum guten Ton, dass sie geplünderten Teile zurückgegeben und/oder bezahlt werden. Ebenso ist es üblich, dass die Fahrer, deren Mopped geplündert wurde sich freuen, dass wenigstens der andere weiterfahren konnte.
Gestrandete Moppeds werden von der Orga eingesammelt, der Besenwagen kommt jedoch erst stunden hinter dem allerletzten Teilnehmer.
3P.S.
400+ Fotos aus Le Havre [Dropbox] bevor die Dakar Moppeds, Autos und Trucks verladen wurden.

 

6 Wochen bis zum Start #Dakar2019

In 42 Tagen soll die Peru-Dakar starten. Die europäischen Fahrzeuge sind bereits in Le Havre aufs Schiff geladen und fahren, wohl rund um Cap Horn, nach Peru.
Die offizielle Informationslage ist dürftig, also alles wie immer, obwohl die Rally dieses Jahr ziemlich anders ist.

Ohne Marc Coma

Letztes Jahr waren Fahrer, Teams und Insider voll des Lobes für Marc Coma und die Strecken, die er ausgewählt hätte. Ob wirklich Marc der Grund für die Streckenauswahl war, kann ich nicht sagen, dazu fehlt mir der Blick hinter die Kulissen. Dieses Jahr ist er nicht mehr dabei und ein offizieller Nachfolger wurde nicht ernannt. Irgendjemand wird seine Arbeit machen, schließlich gibt es ein Rennen und eine Strecke, selbst wenn diese aus den Etappen vergangener Dakars, der Incas Rally von 1989 oder anderen Veranstaltungen bestehen sollte.

Ohne offizielle Information

Die ASO, die für die Organisation der Rally verantwortlich ist, war noch nie berühmt für gute Informationspolitik – insofern ist alles beim Alten.
Einerseits ist es natürlich bedauerlich, dass dieses großartige Rennen fast schon unter Nachrichtensperre leidet. Andererseits ist es, zumindest für mich, ein Teil des Dakar-Spaßes, möglichst viele Informationen zu suchen, zu spekulieren und hinterher zu schauen, ob ich richtig lag. Mitmachen geht am besten im Advrider Forum.
Was ich aber gar nicht mag ist, dass Moppeds und Quads immer in einen Topf geworfen werden. Warum meldet die ASO, das 57 Rookies bei den Moppeds und Quads fahren, warum nicht X Moppeds und Y Quads?
Einige Teams und Fahrer haben Ihre Startnummern schon via Twitter geteilt, die ASO hat jedoch noch keine Startliste auf der Dakar-Website veröffentlicht, obwohl laut Pressemeldung und Facebook, alle Nummern vergeben sein sollen. Kommt bestimmt noch, schließlich endet die Dakar erst am 17. Januar.

Ohne Hilfe

Laut der obigen Pressemeldung fahren dieses Jahr 32 Fahrer in der Original by Motul Klasse, wie die Malle Motos seit dem letzten Jahr heißen. 32 Fahrer? Nicht unbedingt, denn, von den 26 Malle Moppeds (der Rest sind Quads) sind 2 Fahrerinnen. Sara García Video 1 [Spanisch 2 Min] und Video 2 [spanisch 22 min] hat es auf Youtube verkündet und startet laut Facebook mit der Nummer 98. Dort steht mit Anastasiya Nifontova #056 eine weitere Malle Dame.
Im Gegensatz zu den ganzen Jahren vorher, wird es dieses Jahr viel leichter, die Malle Motos in Videos und Bildern zu erkennen, denn alle haben rote Nummerntafeln. Endlich! Nach all dem Spekulieren, Improvisieren und Detektieren der vergangenen Jahre, kann nun jeder an der Strecke, die ganz Verrückten erkennen. Bravo ASO!
Ob die Popularität von Lyndon Poskitt das bewirkt hat, ob Titelsponsor Motul mehr Öffentlichkeit wollte oder sonstwas dafür gesorgt hat, ist mir egal. Apropos Lyndon: Sein Malle Moto Film [englisch 58 min] ist immer wieder sehenswert.
Muss ich noch erklären, was Malle Moto bedeutet? Ganz kurz: Der Fahrer hat kein Team, das bei Wartung, Reparatur, Roadbookvorbereitung und Zeltaufbau hilft. Das muss er alles alleine machen.

Ohne Grenzübertritt

Erstmals findet die Dakar nur in einem einzigen Land statt. Das hat natürlich Konsequenzen. Die Gesamtstrecke ist kürzer und es sind weniger Renntage als im letzten Jahr. Das ist per se beides kein Problem. Für Zuschauer und Fans ist es sogar ein riesiger Vorteil. Wenn Start und Ziel einer Etappe 1.000 km auseinander liegen muss sich der Zuschauer entscheiden, ob er sich den Start, das Ziel oder einen Punkt auf der Strecke ansehen will. Dieses Mal geht es von Lima nach Moquegua (Autos drehen woanders um) und zurück nach Lima. Der genaue Streckenverlauf ist, wie immer, denn es ist eine Orientierungsfahrt, geheim. Um auf 5.000 km zu kommen, müssen Schleifen gefahren werden. Dadurch können die Zuschauerplätze näher beieinander liegen und es wird sehr viel leichter, an mehreren Tagen das Rennen vor Ort zu verfolgen. Wer die Dakar einmal in seinem Leben live sehen möchte, sollte dieses Jahr nach Peru fliegen.
Und es ist höchst wahrscheinlich auch gut für uns zu Hause, denn von den Peru-Etappen wurde im Januar 2018 von den Fans fleißig live gestreamt.

Ohne Superlative

Höher, weiter, schneller, wilder blablabla. Wenn man keine Ahnung hat, dann kann man mit Zahlen immer noch Kompetenz vorheucheln. Die Dakar ist in diesem Jahr aber nicht größer oder länger als in den Vorjahren. Das Gegenteil ist der Fall, es sind nur noch zehn Fahrtage: 3.000 km Sonderprüfung und 5.000 km insgesamt. Zum Vergleich: letztes Jahr waren es 14 Fahrtage, 4.732 km Sonderprüfung und 13.592 km insgesamt. Schnellrechner haben erkannt, das auch das ca. 300 km Sonderprüfung pro Fahrtag waren.
1.000 Kilometer am Tag sind eine größere Herausforderung als 500, kann man schnell schreiben, ist aber falsch. Es kommt immer auf die Strecke an. Zehn Kilometer Autobahn, Schotterstraße oder Fesh-Fesh sind sehr unterschiedliche zehn Kilometer, für die jeder Fahrer unterschiedlich lange benötigt.
Auf dem Papier oder Bildschirm mögen 5.000 km durch ein Land weniger spektakulär wirken als 13,600 km durch drei Länder, aber das ist nur Papier. Den Erzberg hoch sind es gerade mal 30 km und ich kenne niemanden, der glaubt, wenn es 40 km wären, wäre es ein besseres Rennen.
Ich glaube nicht, dass die Fahrzeiten pro Sonderprüfung kürzer werden, als im letzten Jahr. Die durchschnittlich kürzeren Verbindungsetappen könnten sogar dafür genutzt werden, die Prüfungen langsamer zu gestalten. Schlecht für die Suche nach Superlativen, aber möglicherweise gut für die Sicherheit. Die aktuellen 450er Rally-Moppeds rennen 180 km/h in der Wüste oder auf Schotter. Auf der Autobahnen dürfen sie nur 100, mehr ist in Peru nicht erlaubt. Vielleicht schreibt die ASO auch 90 vor, man weiß ja nie. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass das Prüfungstempo gleich bliebt, dann sorgen die kürzeren Verbindungsetappen für kürzere Fahrtage, auch gut für die Sicherheit, aber weniger herausfordernd als die letzten Jahre.

Ohne Favoriten

Das KTM-Team hat schon so oft gewonnen, dort sind alle Fahrer mögliche Sieger. Honda und Yamaha hatte in den letzten Jahren immer wieder Probleme; je länger das Rennen dauerte, desto häufiger machten sie Fehler. In der 2018er Ausgabe war es die 10. Etappe, an der Hias die Spitze übernahm und fast 40 Minuten Vorsprung herausfuhr. Auf der neunten führte Adrien van Beveren (Yamaha) 22 Sekunden vor Kevin Benavides (Honda) und 6:34 Min vor Hias (KTM).
Da, wo 15 oder mehr Fahrer gewinnen könnten, gibt es entweder 15 oder mehr Favoriten oder eben keinen. Auf jeden Fall deutet es auf ein spannendes Rennen.
Bei Husky bin ich mir nicht sicher, ob es zum Gesamtsieg reichen kann, aber mit Etappensiegen rechne ich ganz fest. Die anderen Werksteams von Hero, TVS/Sherco und Beta (falls es ein Werksteam ist) werden nicht um den Gesamtsieg mitfahren. Gasgas, die letztes Jahr mit KTMs fuhren, wollten dieses Jahr mit eigenen Moppeds antreten. Ob sie es tun? Keine Ahnung, wer was weiß, lässt bitte einen Kommentar da.

Aber nicht ohne Wünsche

Selbstverständlich wünsche ich allen Teilnehmern, dass sie es ins Ziel schaffen, ganz besonders natürlich den Malle Motos. Nach all den Jahren wünsche ich mir, das dieses Jahr mal keine KTM gewinnt. Und wenn ich schon beim wünschen bin, dann wünsche ich mir, das der Gonk gewinnt, der dieses Jahr mit der Nummer 2 startet.
Go Gonk gogogooooooooooo!

P.S.
Autos fahren auch mit.

 

 

Video: Rally Paris Dakar bis 1997

Die ASO ist eigentlich immer schnell darin, inoffizielle Videos zur Dakar vom Netz nehmen zu lassen. Umso erfreulicher, dass dieses Video schon seit 2016 zu sehen ist.

Zur Sicherheit hier noch mal der Link zum klicken.  https://youtu.be/bhes1y9nU2g

Der Kommentar ist natürlich nicht auf deutsch, aber die meisten dürften das gesprochene Englisch verstehen. Untertitel gibt es leider nicht.

Mir haben besonders die Aufnahmen aus den Anfangsjahren gefalen, als R4, Iltis und Lada durch Afrika jagden.

Die Moppeds kommen für meinen Geschmack deutlich zu kurz, aber ein Blick auf die Größe der damaligen „Actioncams“  (am Allrad Turbo R20 des Jahres 1982 kann man eine auf der Beifahrerseite sehen) lasse ich als Entschuldigung durchgehen.

Hier wird eine Brücke von der Zeit vor den Werksteams, GPS und Moppedfahrern mit prallgefüllten Rücksäcken, über 200 km/h schnelle LKW, PKW-Prototypen, Gruppe B Monstern und darüber hinaus geschlagen.

Sehr sehenswerte 80 Minuten, wie ich finde.

 

#Dakar2018 nach dem Rennen -Teil 8 Berichterstattung

Ich bin, wie alle Leser sicherlich wissen, großer Fan der Rally Dakar; bis hierher keine Überraschung. Ich habe viel im Netz gelesen und geguckt. Aber natürlich war das nicht genug und ich wollte mehr Bilder, Texte, Videos und am besten auf deutsch.

Alles, was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden. 

Internetz live

Dieses Jahr habe ich so viele Live-Videos gesehen, wie noch nie. Besonders auf Facebook haben viele Fans vom Streckenrand live gestreamt. Mitten in der peruanischen Wüste und der argentinischen Pampa ist das mobile Netz gut genug, um in HD-Qualität zu streamen. Da habe ich mich gefragt, wie die Netzabdeckung in Deutschland so ist. Eigentlich mag ich Facebook nicht, aber dass die Dakar Fans darüber gestreamt haben und die Streams so leicht zu finden waren hat mir sehr getaugt. Bei YouTube gab es deutlich weniger Livestreams von Fans, aber es gab dort viele andere Videos. Leider hat die ASO, die die Rechte an allen Bildern hat, dort immer schnell „aufgeräumt“.

Internetz auf Deutsch

Oh je. Wenn es etwas deutschsprachiges im Internet gab, dann ging es um die PKW-Wertung. Entweder das oder mein Google Alert funktioniert nicht richtig. Besonders am Anfang der Rally, als noch dieser Fußball-Typ mitgefahren ist, gab es verhältnismäßig viel “Auto Alarm”.
Als der Hias dann gewonnen hatte, gab es ein bisschen im Netz, vor allem aus Österreich. Falls die deutschen Mopped-Magazine regelmäßig online über die Dakar geschrieben haben, dann hat mein Google das nicht gemerkt. Für Honda ist nur die MotoGP wichtiger als die Dakar, deutsche Motorradzeitschriften schaffen es nichtmal eine kleine abendliche Zusammenfassung als Video, Podcast oder Text ins Netz zu stellen. Da frage ich mich, ob dort Internetnutzer oder Dakar-Fans automatisch als Zielgruppe ausscheiden.

Eurosport

Als Dakar-Fan bin ich Eurosport sehr dankbar, dass dort täglich eine winzig kurze Zusammenfassung des Tages läuft. Das Konzept: Anfangs werden die Infos des Vortages wiederholt, dann kommen kurze Video-Schnipsel mit dem Gesamtergebnis an der Spitze der jeweiligen Klassen, ein Video-Einspieler mit Stimmungsbildern über den erzählt wird, wo die deutschen Teilnehmer platziert sind, ein weiteres Feature sowie ein Tourismus-Video. Vier Dinge stören mich dabei.

  1. Manchmal sind die Infos, die Norbert Okenga, die deutsche Stimme der Dakar, gibt, in Details falsch. Wer das Rennen live am Tracker, Twitter, Facebook und Forum verfolgt hat, weiß es besser. Ich mache Norbert da keinen Vorwurf, denn er bekommt seine Infos von der ASO und die macht keinen optimalen Job. Ich weiß, ich würde an seiner Stelle auch die ASO Infos verwenden.
  2. Alle Videos die Eurosport verwendet, stellt die ASO vorher schon auf YouTube. Dort gibt es Sie allerdings nur aus französisch, spanisch und englisch. Da ich eine dieser Sprachen verstehe, kann ich mir die Videos die mich interessieren (Moppeds und Heroes) ansehen und die anderen (Autos, Tourismus) einfach ignorieren und oder vorspulen.
  3. Sowohl die ASO als auch andere Quellen, wie andere TV Stationen, Teams, Fahrer, Vlogs und Fans am Streckenrand liefern unzählige weitere Videos über YouTube und Facebook aus. Die Infos und Eindrücke, die darin enthalten sind, finde ich nicht bei Eurosport, machen für mich aber einen großen Teil der Faszination der Dakar aus, das was hinten im Feld geschieht.
  4. Es gibt keinen festen Sendeplatz, irgendwann zwischen 22:30 und 23:30 startet die Sendung, manchmal gibt es morgens eine Wiederholung, manchmal aber auch nicht.

Natürlich fände ich es viel besser, wenn die Beiträge viel länger und ausführlicher wären. Es muss ja nicht gleich 12 Stunden Live-Übertragung sein, wie bei Bolivia TV (wäre natürlich großartig), aber wie cool wäre es wenn z.B. die Biwak-Show von TV4 in einer synchronisierten Version gezeigt würde? Die läuft jeden Abend von 18:50 bis 20:00 Uhr im französischen Fernsehen und meistens live auf Facebook oder YouTube (daher kenne ich sie). Diese Sender haben Personal vor Ort, eigene Hubschrauber und so weiter, das alles hat Eurosport nicht.

Aus obigen Gründen habe ich Eurosport dieses Jahr nur sporadisch geschaut.

 

#Dakar2018 nach dem Rennen – Teil 7 Einzelne Fahrer

Die Sieger wurden überall gefeiert, die Werksfahrer zumindest erwähnt, Olivier Pain als ehemaliger Werksfahrer und aktueller Malle Moto-Sieger sowie Lyndon Poskitt mit seiner privaten PR-Maschine, also dem YouTube-Kanal, haben ebenfalls ihre Portion Rampenlicht bekommen. Viele weitere müssten noch erwähnt werden, hier sind einige von ihnen.

Alles, was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden.

Juan Augustin Rojo #95

Baujahr 1997, 1,66 m groß (bei einer Sitzhöhe auf der KTM von 960 bis 980 mm, je nach Quelle) und 59,5 kg schwer ist Juan auf seiner zweiten Dakar in der Malle Moto Klasse gestartet und am Ende auf Platz 51 im Gesamtklassement ins Ziel gekommen. Er war sowas wie das Küken bei den Malle Motos hat Jurgen van dan Goorbergh gesagt.

Nacho #68

Honda musste in allerletzter Sekunde einen Ersatzfahrer für Speedy Goncalves finden. Die Wahl viel auf Nacho (Jose Ignacio Cornejo Florimo, Baujahr 1994) und es war eine gute Wahl, denn er wurde am Ende Zehnter.
Nacho hatte 2016 seine erste und bisher einzige Dakar auf der 5. Etappe beendet. In dem Jahr wurde er auch Junior Rally-Weltmeister. Ich hoffe, wir sehen Nacho noch öfter im HRC Team.

Simon Marcic #106

Einen doppelten Applaus hat Simon verdient, der zwischendurch in den Dünen sein Ritzel verloren hatte und dann sein Mopped kurzer Hand ins Biwak geschoben hat. Als Malle Moto Fahrer musste er selbst reparieren, was er vorher kaputt gemacht hat. Und das war noch eine Menge mehr: “I broke my chain, then my battery conked out, the joint between the carburetor and the engine split and the power supply to my Iritrack cut out. I also have had problems with my headlights twice and today I need to repair the rear brake as well as my handlebars which are coming unstuck”.
Letztes Jahr hatte Stephan Peterhansel ihn über den Haufen gefahren und ein Bein gebrochen. Gerüchte besagen, dass Peterhansel ihm dabei geholfen hat, dieses Jahr wieder zu starten.
Am Ende wurde er 13. in der Malle Moto Wertung und 69. insgesamt. Mit 73h03m44s (inklusive 53 Strafminuten) brauchte er genau 29h57m43s länger als Hiasi.

Die Mädels #15 #50 #73 #90

Immer wieder heißt es, dass Frauen im Spitzensport körperlich benachteiligt seien, wenn es um Muskelmasse und so geht. Marathon Rallys sind aber nicht das Gleiche wie Gewichtheben. Natürlich ist körperliche Fitness wichtig, aber Durchhaltewillen und Köpfchen sind wichtiger. Davon ab: Laia Sanz ist, laut Dakar.com 1,80 m groß und 78 kg schwer. Nacho bring es bei 1,66 m auf 64 kg, Juan wiegt, wie oben erwähnt, noch weniger. Nachdem das geklärt ist möchte ich sagen: Es täte dem Sport gut, wenn mehr Frauen Rally Raids fahren würden, am besten als Profis und vorne.
In dieser Ausgabe waren vier Frauen am Start. Laia #015 als Profi wurde 
schon genug abgefeiert.

Mirjam Pol #050 beendete die Rally auf Platz 75. Sie hat dabei 10 Strafstunden bekommen. Diese Strafzeit erhielt sie, weil sie auf einer Etappe einem Quadfahrer geholfen hat sein Fahrzeug zu bergen und daher so viel Zeit verlor, dass die Marshalls sie von der Etappe abgeleitet und über die Straße ins Biwak geschickt haben. Für die so verpassten Wegpunkte gab es Strafzeiten. So wurde es jedenfalls zwischendurch berichtet. Außerdem verletzte sich sich zwischendurch um fuhr mit angebrochenem Handgelenk (falls da die vielen Übersetzungen nicht durcheinandergebracht haben und es in Wahrheit ein verstauchter Fuß oder sonst was war) zu Ende.

Die anderen beiden Mädels waren Rosa Romero #073 und die Rookie (Rookette? Rookine? Rookie-in?) Gabriela Novotna #090, beide schieden nach der zehnten Etappe mit Verletzung aus. Rosa hatte eine große offene Wunde am Oberschenkel und Gabriela ein gebrochenes Schlüsselbein, beiden wurde von den Ärzten eine Weiterfahrt verboten.

Bei den Jungs sind 134 gestartet und 83 in Ziel gekommen, eine eigenen Jungs-Wertung gibt es jedoch nicht, dafür sind noch zu wenig Mädels am Start.