Einige Fahrer #Dakar2019

Kurz nach meinem ersten Vorbericht begannen die Informationen aus verschiedenen Quellen zu fließen. Inzwischen gibt es auf der Website Dakar.com eine Übersicht der Fahrer, wenn auch längst nicht alle Informationen zu jedem dort einpflegt sind. Möglicherweise kommen dort noch weitere Bilder, Texte und Daten hinzu. Die wichtigsten Daten sind jedenfalls vorhanden: Name, Mopped und Flags für Rookie (Blau), Malle Moto (Rot) und Legend (Gelb). Legends ist so etwas wie ein Ehrenabzeichen, dass die Rally-Orga vergibt, ohne dass es eine eigene Legenden-Wertung gibt. Es gibt sogar ein PDF aller Starter [Download].

Die Sieg-Fahrer und Helden

Die täglichen 5-Mopped-Minuten auf Eurosport und YouTube reichen, um die Fahrer, die um den Sieg kämpfen, kennenzulernen. Für mich sind die Amateure mindestens genauso interessant. Einige von Ihnen werden von der ASO hoffentlich wieder eine Kamera bekommen und als „Dakar Hero“ zwischendurch immer wieder gefeatured, so wie in den vergangenen Jahren. Leider weiß ich nicht, wen die ASO auswählen wird. Ich habe hier einige ausgewählt.

Malle Moto Fahrer

Dieses Jahr haben sich, wie bereits berichtet, zwei Damen in der Malle Moto Klasse angemeldet. Ob es die ersten beiden sind, oder bisher nur kein Mädel in der härtesten Kategorie das Ziel gesehen hat, ist mir unklar. Google und seine Suchmaschinen-Kumpels haben mir nicht helfen können. Wer Malle Moto-Starterinnen kennt, möge sich bitte melden.
Um in der Malle Moto auf Nummer Sicher (haha) zu gehen, fährt man am besten auf einer Rally KTM. Das bietet folgende Vorteile:

  • Fast alle fahren mit einer KTM und kennen sich dementsprechend aus, falls man einen Rat benötigt.
  • KTM ist mit einem rollenden Verkaufsladen unterwegs, falls am Mopped etwas kaputt geht, kann es im Fahrerlager gekauft werden.

Es ist auch in der Malle Moto durchaus erlaubt, „vom Land zu leben“, also nicht nur das zu verwenden und zu verbauen, das man in der roten Kiste mitgebracht hat. Ob der KTM-Truck auch an Husky-Fahrer verkauft (die Moppeds sind baugleich) verschließt sich mir. Anastasiya Nifontova hat die Husky-Variante gewählt, also nicht die „einfachste“. Die Husky-Fahrer können jedoch nicht nur vom Know-How profitieren. Da gestrandete Moppeds ausgeschlachtet werden dürfen und werden, auch das gilt als „vom Land leben“, haben KTM/Husky-Fahrer eine ungleich höhere Chance, passende Teile plündern zu können.
Sara Garcia hat es noch schwerer als Anastasiya, sie fährt eine von 15 Yamahas (5 davon bei den Malle Motos). Die Yamahas sind Enduro-Umbauten verschiedenster Anbieter, also technisch durchaus unterschiedlich untereinander.
Mirko und Mirco sind die einzigen Beta-Fahrer in der Rally. Sie fahren den gleichen Rally-Umbau von Rebel X und nutzen für die Premiere  des Moppeds die Malle Moto.
Aber es geht noch eine Nummer härter: Willy Jobard, der als einziger Starter bei der Premiere von Bosjuer (zu Herstellern kommt später noch ein Beitrag). Und weil er keine Mechaniker hat, gibt es niemanden im Feld, den er um Rat fragen kann, niemanden, bei dem er sich ein passendes Teil leihen, kaufen oder plündern kann.
Nietto Ismael mit der einzigen, aber bereits bewährten, Speedbrain scheint ein ähnliches Schicksal gewählt zu heben, aber nur wenn man nicht weiß, dass Speedbrain hinter dem Hero Werksteam steht. Dort wird er zumindest Rat (Tat darf er in der Malle Moto ja nicht annehmen) und vielleicht auch Teile bekommen.

Mit Hilfe

Alle, die nicht in der Malle Moto Klasse fahren, bekommen Hilfe. Werksteams haben nicht nur das komplette Mechaniker-, Massage- und Luxus- Angebot im Biwak, sondern manchmal auch einen Wasserträger auf der Strecke. Bei einem Sturz hält jeder Fahrer, unabhängig von Team oder Fabrikat an, um bei Verletzung dem Gestürzten zu helfen. Das gilt nicht, bei einer Panne, da fahren die anderen weiter, aber der Wasserträger hält an und hilft. Bei Honda soll Nacho diese Rolle übernehmen und Rodney Fagotter bei Yamaha.
Es gibt auch einen Privatier, der Hilfe auf der Piste hat: einen Navigator und gleich zwei Helfer, alle jeweils auf Ihrem eigenen Mopped. Im Fall dieses Teams sind es Katie EXCs und keine Rallys.
Ich rede von Nicola Dutto, der seit 2010 im Rollstuhl sitzt. Als Rollstuhlfahrer ist er auf einem Spezialsitz auf dem Mopped angeschnallt und kann nach einem Sturz das Mopped nicht alleine aufrichten. Daher folgen ihm die beiden Helfer, den stürzen und umfallen wird er, genau wie alle anderen auch. Der Navigator fährt voraus. Im TV sieht man jedes Jahr, wie Fahrer aus der Spitzengruppe in der Wüste stehen und den Weg suchen. Da Nicola seine Beine nicht benutzen kann, kann er nicht ohne weiteres anhalten, er braucht jemanden, der das Mopped und ihn festhält. Das kann beim navigieren schon mal zu Problemen führen. Schaut Euch den Film über Nicola [italienisch, englische Untertitel 7 min] an, bevor Ihr Euch eine Meinung darüber bildet, wie Ihr das findet.
Die Startnummern 144, 145 und 146 sind diejenigen, die mit ihm fahren werden.

Unentschieden

Der Mongole Lkhamaa Namchin fährt Yamaha in der Malle Moto, gemäß der Facebook Liste (28 Malle Moto) oder auch nicht, gemäß der Website (33 Malle Moto). Gemäß Twitter sollen es 34 Malle Moto Fahrer insgesamt sein, also möglicherweise fährt er doch Malle Moto. Er selbst hatte rote Startnummern gepostet, an seinem Mopped ist die weiße 120 angebracht.
Wäre es nicht die ASO, wäre ich überrascht, dass der Veranstalter verschiedene Fakten auf Facebook, Website und Twitter verbreitet und der Fahrer nochmal andere. So weiß ich wenigstens, dass der ASO-Standard der letzen Jahre gehalten wird … auch das ist ein Teil der Dakar, der immer wieder aufregend ist.

Fremdländer

Es gibt Fahrer aus Afrika, Amerika (Nord- und Süd-), Asien, Europa und Ozeanien. Wenn Steph Jeavons [englisch] demnächst mitfährt, sind alle Kontinente vertreten.
Es gibt dieses Jahr sogar einen Teilnehmer aus Deutschland: Sebastian Bühler [Facebook] auf KTM 450 Rally. Auf allen Bildern und Videos, die ich bisher gefunden habe, fährt Sebastian Yamaha.

Fahrer in diesem Beitrag

#010 Jose Ignacio „Nacho“ Cornejo Florimo (CHL) Honda
#025 Rodney Faggotter (AUS) Yamaha
#056 Anastasiya Nifontova (RUS) Husky Malle Moto
#080  Willy Jobard (FRA) Bosuer Malle Moto
#095 Mirko Pavan (ITA) Beta 430 Malle Moto
#096 Mirco Miotto (ITA) Beta 430 Malle Moto
#099 Sara Garcia (ESP) Yamaha Rookie Malle Moto
#110 Sebastian Bühler (GER) KTM
#120 Lkhamaa Namchin (MNG) Yamaha MalloeMoto oder nicht
#133 Ismael Nietto (CHL) Speedbrain Rookie Malle Moto
#143 Nicola Dutto (ITA) KTM EXC

P.S.
Autos fahren auch mit.
P.P.S.
Es gehört bei den Fahrern zum guten Ton, dass sie geplünderten Teile zurückgegeben und/oder bezahlt werden. Ebenso ist es üblich, dass die Fahrer, deren Mopped geplündert wurde sich freuen, dass wenigstens der andere weiterfahren konnte.
Gestrandete Moppeds werden von der Orga eingesammelt, der Besenwagen kommt jedoch erst stunden hinter dem allerletzten Teilnehmer.
3P.S.
400+ Fotos aus Le Havre [Dropbox] bevor die Dakar Moppeds, Autos und Trucks verladen wurden.

 

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6 Wochen bis zum Start #Dakar2019

In 42 Tagen soll die Peru-Dakar starten. Die europäischen Fahrzeuge sind bereits in Le Havre aufs Schiff geladen und fahren, wohl rund um Cap Horn, nach Peru.
Die offizielle Informationslage ist dürftig, also alles wie immer, obwohl die Rally dieses Jahr ziemlich anders ist.

Ohne Marc Coma

Letztes Jahr waren Fahrer, Teams und Insider voll des Lobes für Marc Coma und die Strecken, die er ausgewählt hätte. Ob wirklich Marc der Grund für die Streckenauswahl war, kann ich nicht sagen, dazu fehlt mir der Blick hinter die Kulissen. Dieses Jahr ist er nicht mehr dabei und ein offizieller Nachfolger wurde nicht ernannt. Irgendjemand wird seine Arbeit machen, schließlich gibt es ein Rennen und eine Strecke, selbst wenn diese aus den Etappen vergangener Dakars, der Incas Rally von 1989 oder anderen Veranstaltungen bestehen sollte.

Ohne offizielle Information

Die ASO, die für die Organisation der Rally verantwortlich ist, war noch nie berühmt für gute Informationspolitik – insofern ist alles beim Alten.
Einerseits ist es natürlich bedauerlich, dass dieses großartige Rennen fast schon unter Nachrichtensperre leidet. Andererseits ist es, zumindest für mich, ein Teil des Dakar-Spaßes, möglichst viele Informationen zu suchen, zu spekulieren und hinterher zu schauen, ob ich richtig lag. Mitmachen geht am besten im Advrider Forum.
Was ich aber gar nicht mag ist, dass Moppeds und Quads immer in einen Topf geworfen werden. Warum meldet die ASO, das 57 Rookies bei den Moppeds und Quads fahren, warum nicht X Moppeds und Y Quads?
Einige Teams und Fahrer haben Ihre Startnummern schon via Twitter geteilt, die ASO hat jedoch noch keine Startliste auf der Dakar-Website veröffentlicht, obwohl laut Pressemeldung und Facebook, alle Nummern vergeben sein sollen. Kommt bestimmt noch, schließlich endet die Dakar erst am 17. Januar.

Ohne Hilfe

Laut der obigen Pressemeldung fahren dieses Jahr 32 Fahrer in der Original by Motul Klasse, wie die Malle Motos seit dem letzten Jahr heißen. 32 Fahrer? Nicht unbedingt, denn, von den 26 Malle Moppeds (der Rest sind Quads) sind 2 Fahrerinnen. Sara García Video 1 [Spanisch 2 Min] und Video 2 [spanisch 22 min] hat es auf Youtube verkündet und startet laut Facebook mit der Nummer 98. Dort steht mit Anastasiya Nifontova #056 eine weitere Malle Dame.
Im Gegensatz zu den ganzen Jahren vorher, wird es dieses Jahr viel leichter, die Malle Motos in Videos und Bildern zu erkennen, denn alle haben rote Nummerntafeln. Endlich! Nach all dem Spekulieren, Improvisieren und Detektieren der vergangenen Jahre, kann nun jeder an der Strecke, die ganz Verrückten erkennen. Bravo ASO!
Ob die Popularität von Lyndon Poskitt das bewirkt hat, ob Titelsponsor Motul mehr Öffentlichkeit wollte oder sonstwas dafür gesorgt hat, ist mir egal. Apropos Lyndon: Sein Malle Moto Film [englisch 58 min] ist immer wieder sehenswert.
Muss ich noch erklären, was Malle Moto bedeutet? Ganz kurz: Der Fahrer hat kein Team, das bei Wartung, Reparatur, Roadbookvorbereitung und Zeltaufbau hilft. Das muss er alles alleine machen.

Ohne Grenzübertritt

Erstmals findet die Dakar nur in einem einzigen Land statt. Das hat natürlich Konsequenzen. Die Gesamtstrecke ist kürzer und es sind weniger Renntage als im letzten Jahr. Das ist per se beides kein Problem. Für Zuschauer und Fans ist es sogar ein riesiger Vorteil. Wenn Start und Ziel einer Etappe 1.000 km auseinander liegen muss sich der Zuschauer entscheiden, ob er sich den Start, das Ziel oder einen Punkt auf der Strecke ansehen will. Dieses Mal geht es von Lima nach Moquegua (Autos drehen woanders um) und zurück nach Lima. Der genaue Streckenverlauf ist, wie immer, denn es ist eine Orientierungsfahrt, geheim. Um auf 5.000 km zu kommen, müssen Schleifen gefahren werden. Dadurch können die Zuschauerplätze näher beieinander liegen und es wird sehr viel leichter, an mehreren Tagen das Rennen vor Ort zu verfolgen. Wer die Dakar einmal in seinem Leben live sehen möchte, sollte dieses Jahr nach Peru fliegen.
Und es ist höchst wahrscheinlich auch gut für uns zu Hause, denn von den Peru-Etappen wurde im Januar 2018 von den Fans fleißig live gestreamt.

Ohne Superlative

Höher, weiter, schneller, wilder blablabla. Wenn man keine Ahnung hat, dann kann man mit Zahlen immer noch Kompetenz vorheucheln. Die Dakar ist in diesem Jahr aber nicht größer oder länger als in den Vorjahren. Das Gegenteil ist der Fall, es sind nur noch zehn Fahrtage: 3.000 km Sonderprüfung und 5.000 km insgesamt. Zum Vergleich: letztes Jahr waren es 14 Fahrtage, 4.732 km Sonderprüfung und 13.592 km insgesamt. Schnellrechner haben erkannt, das auch das ca. 300 km Sonderprüfung pro Fahrtag waren.
1.000 Kilometer am Tag sind eine größere Herausforderung als 500, kann man schnell schreiben, ist aber falsch. Es kommt immer auf die Strecke an. Zehn Kilometer Autobahn, Schotterstraße oder Fesh-Fesh sind sehr unterschiedliche zehn Kilometer, für die jeder Fahrer unterschiedlich lange benötigt.
Auf dem Papier oder Bildschirm mögen 5.000 km durch ein Land weniger spektakulär wirken als 13,600 km durch drei Länder, aber das ist nur Papier. Den Erzberg hoch sind es gerade mal 30 km und ich kenne niemanden, der glaubt, wenn es 40 km wären, wäre es ein besseres Rennen.
Ich glaube nicht, dass die Fahrzeiten pro Sonderprüfung kürzer werden, als im letzten Jahr. Die durchschnittlich kürzeren Verbindungsetappen könnten sogar dafür genutzt werden, die Prüfungen langsamer zu gestalten. Schlecht für die Suche nach Superlativen, aber möglicherweise gut für die Sicherheit. Die aktuellen 450er Rally-Moppeds rennen 180 km/h in der Wüste oder auf Schotter. Auf der Autobahnen dürfen sie nur 100, mehr ist in Peru nicht erlaubt. Vielleicht schreibt die ASO auch 90 vor, man weiß ja nie. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass das Prüfungstempo gleich bliebt, dann sorgen die kürzeren Verbindungsetappen für kürzere Fahrtage, auch gut für die Sicherheit, aber weniger herausfordernd als die letzten Jahre.

Ohne Favoriten

Das KTM-Team hat schon so oft gewonnen, dort sind alle Fahrer mögliche Sieger. Honda und Yamaha hatte in den letzten Jahren immer wieder Probleme; je länger das Rennen dauerte, desto häufiger machten sie Fehler. In der 2018er Ausgabe war es die 10. Etappe, an der Hias die Spitze übernahm und fast 40 Minuten Vorsprung herausfuhr. Auf der neunten führte Adrien van Beveren (Yamaha) 22 Sekunden vor Kevin Benavides (Honda) und 6:34 Min vor Hias (KTM).
Da, wo 15 oder mehr Fahrer gewinnen könnten, gibt es entweder 15 oder mehr Favoriten oder eben keinen. Auf jeden Fall deutet es auf ein spannendes Rennen.
Bei Husky bin ich mir nicht sicher, ob es zum Gesamtsieg reichen kann, aber mit Etappensiegen rechne ich ganz fest. Die anderen Werksteams von Hero, TVS/Sherco und Beta (falls es ein Werksteam ist) werden nicht um den Gesamtsieg mitfahren. Gasgas, die letztes Jahr mit KTMs fuhren, wollten dieses Jahr mit eigenen Moppeds antreten. Ob sie es tun? Keine Ahnung, wer was weiß, lässt bitte einen Kommentar da.

Aber nicht ohne Wünsche

Selbstverständlich wünsche ich allen Teilnehmern, dass sie es ins Ziel schaffen, ganz besonders natürlich den Malle Motos. Nach all den Jahren wünsche ich mir, das dieses Jahr mal keine KTM gewinnt. Und wenn ich schon beim wünschen bin, dann wünsche ich mir, das der Gonk gewinnt, der dieses Jahr mit der Nummer 2 startet.
Go Gonk gogogooooooooooo!

P.S.
Autos fahren auch mit.

 

 

Video: Rally Paris Dakar bis 1997

Die ASO ist eigentlich immer schnell darin, inoffizielle Videos zur Dakar vom Netz nehmen zu lassen. Umso erfreulicher, dass dieses Video schon seit 2016 zu sehen ist.

Zur Sicherheit hier noch mal der Link zum klicken.  https://youtu.be/bhes1y9nU2g

Der Kommentar ist natürlich nicht auf deutsch, aber die meisten dürften das gesprochene Englisch verstehen. Untertitel gibt es leider nicht.

Mir haben besonders die Aufnahmen aus den Anfangsjahren gefalen, als R4, Iltis und Lada durch Afrika jagden.

Die Moppeds kommen für meinen Geschmack deutlich zu kurz, aber ein Blick auf die Größe der damaligen „Actioncams“  (am Allrad Turbo R20 des Jahres 1982 kann man eine auf der Beifahrerseite sehen) lasse ich als Entschuldigung durchgehen.

Hier wird eine Brücke von der Zeit vor den Werksteams, GPS und Moppedfahrern mit prallgefüllten Rücksäcken, über 200 km/h schnelle LKW, PKW-Prototypen, Gruppe B Monstern und darüber hinaus geschlagen.

Sehr sehenswerte 80 Minuten, wie ich finde.

 

#Dakar2018 nach dem Rennen -Teil 8 Berichterstattung

Ich bin, wie alle Leser sicherlich wissen, großer Fan der Rally Dakar; bis hierher keine Überraschung. Ich habe viel im Netz gelesen und geguckt. Aber natürlich war das nicht genug und ich wollte mehr Bilder, Texte, Videos und am besten auf deutsch.

Alles, was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden. 

Internetz live

Dieses Jahr habe ich so viele Live-Videos gesehen, wie noch nie. Besonders auf Facebook haben viele Fans vom Streckenrand live gestreamt. Mitten in der peruanischen Wüste und der argentinischen Pampa ist das mobile Netz gut genug, um in HD-Qualität zu streamen. Da habe ich mich gefragt, wie die Netzabdeckung in Deutschland so ist. Eigentlich mag ich Facebook nicht, aber dass die Dakar Fans darüber gestreamt haben und die Streams so leicht zu finden waren hat mir sehr getaugt. Bei YouTube gab es deutlich weniger Livestreams von Fans, aber es gab dort viele andere Videos. Leider hat die ASO, die die Rechte an allen Bildern hat, dort immer schnell „aufgeräumt“.

Internetz auf Deutsch

Oh je. Wenn es etwas deutschsprachiges im Internet gab, dann ging es um die PKW-Wertung. Entweder das oder mein Google Alert funktioniert nicht richtig. Besonders am Anfang der Rally, als noch dieser Fußball-Typ mitgefahren ist, gab es verhältnismäßig viel “Auto Alarm”.
Als der Hias dann gewonnen hatte, gab es ein bisschen im Netz, vor allem aus Österreich. Falls die deutschen Mopped-Magazine regelmäßig online über die Dakar geschrieben haben, dann hat mein Google das nicht gemerkt. Für Honda ist nur die MotoGP wichtiger als die Dakar, deutsche Motorradzeitschriften schaffen es nichtmal eine kleine abendliche Zusammenfassung als Video, Podcast oder Text ins Netz zu stellen. Da frage ich mich, ob dort Internetnutzer oder Dakar-Fans automatisch als Zielgruppe ausscheiden.

Eurosport

Als Dakar-Fan bin ich Eurosport sehr dankbar, dass dort täglich eine winzig kurze Zusammenfassung des Tages läuft. Das Konzept: Anfangs werden die Infos des Vortages wiederholt, dann kommen kurze Video-Schnipsel mit dem Gesamtergebnis an der Spitze der jeweiligen Klassen, ein Video-Einspieler mit Stimmungsbildern über den erzählt wird, wo die deutschen Teilnehmer platziert sind, ein weiteres Feature sowie ein Tourismus-Video. Vier Dinge stören mich dabei.

  1. Manchmal sind die Infos, die Norbert Okenga, die deutsche Stimme der Dakar, gibt, in Details falsch. Wer das Rennen live am Tracker, Twitter, Facebook und Forum verfolgt hat, weiß es besser. Ich mache Norbert da keinen Vorwurf, denn er bekommt seine Infos von der ASO und die macht keinen optimalen Job. Ich weiß, ich würde an seiner Stelle auch die ASO Infos verwenden.
  2. Alle Videos die Eurosport verwendet, stellt die ASO vorher schon auf YouTube. Dort gibt es Sie allerdings nur aus französisch, spanisch und englisch. Da ich eine dieser Sprachen verstehe, kann ich mir die Videos die mich interessieren (Moppeds und Heroes) ansehen und die anderen (Autos, Tourismus) einfach ignorieren und oder vorspulen.
  3. Sowohl die ASO als auch andere Quellen, wie andere TV Stationen, Teams, Fahrer, Vlogs und Fans am Streckenrand liefern unzählige weitere Videos über YouTube und Facebook aus. Die Infos und Eindrücke, die darin enthalten sind, finde ich nicht bei Eurosport, machen für mich aber einen großen Teil der Faszination der Dakar aus, das was hinten im Feld geschieht.
  4. Es gibt keinen festen Sendeplatz, irgendwann zwischen 22:30 und 23:30 startet die Sendung, manchmal gibt es morgens eine Wiederholung, manchmal aber auch nicht.

Natürlich fände ich es viel besser, wenn die Beiträge viel länger und ausführlicher wären. Es muss ja nicht gleich 12 Stunden Live-Übertragung sein, wie bei Bolivia TV (wäre natürlich großartig), aber wie cool wäre es wenn z.B. die Biwak-Show von TV4 in einer synchronisierten Version gezeigt würde? Die läuft jeden Abend von 18:50 bis 20:00 Uhr im französischen Fernsehen und meistens live auf Facebook oder YouTube (daher kenne ich sie). Diese Sender haben Personal vor Ort, eigene Hubschrauber und so weiter, das alles hat Eurosport nicht.

Aus obigen Gründen habe ich Eurosport dieses Jahr nur sporadisch geschaut.

 

#Dakar2018 nach dem Rennen – Teil 7 Einzelne Fahrer

Die Sieger wurden überall gefeiert, die Werksfahrer zumindest erwähnt, Olivier Pain als ehemaliger Werksfahrer und aktueller Malle Moto-Sieger sowie Lyndon Poskitt mit seiner privaten PR-Maschine, also dem YouTube-Kanal, haben ebenfalls ihre Portion Rampenlicht bekommen. Viele weitere müssten noch erwähnt werden, hier sind einige von ihnen.

Alles, was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden.

Juan Augustin Rojo #95

Baujahr 1997, 1,66 m groß (bei einer Sitzhöhe auf der KTM von 960 bis 980 mm, je nach Quelle) und 59,5 kg schwer ist Juan auf seiner zweiten Dakar in der Malle Moto Klasse gestartet und am Ende auf Platz 51 im Gesamtklassement ins Ziel gekommen. Er war sowas wie das Küken bei den Malle Motos hat Jurgen van dan Goorbergh gesagt.

Nacho #68

Honda musste in allerletzter Sekunde einen Ersatzfahrer für Speedy Goncalves finden. Die Wahl viel auf Nacho (Jose Ignacio Cornejo Florimo, Baujahr 1994) und es war eine gute Wahl, denn er wurde am Ende Zehnter.
Nacho hatte 2016 seine erste und bisher einzige Dakar auf der 5. Etappe beendet. In dem Jahr wurde er auch Junior Rally-Weltmeister. Ich hoffe, wir sehen Nacho noch öfter im HRC Team.

Simon Marcic #106

Einen doppelten Applaus hat Simon verdient, der zwischendurch in den Dünen sein Ritzel verloren hatte und dann sein Mopped kurzer Hand ins Biwak geschoben hat. Als Malle Moto Fahrer musste er selbst reparieren, was er vorher kaputt gemacht hat. Und das war noch eine Menge mehr: “I broke my chain, then my battery conked out, the joint between the carburetor and the engine split and the power supply to my Iritrack cut out. I also have had problems with my headlights twice and today I need to repair the rear brake as well as my handlebars which are coming unstuck”.
Letztes Jahr hatte Stephan Peterhansel ihn über den Haufen gefahren und ein Bein gebrochen. Gerüchte besagen, dass Peterhansel ihm dabei geholfen hat, dieses Jahr wieder zu starten.
Am Ende wurde er 13. in der Malle Moto Wertung und 69. insgesamt. Mit 73h03m44s (inklusive 53 Strafminuten) brauchte er genau 29h57m43s länger als Hiasi.

Die Mädels #15 #50 #73 #90

Immer wieder heißt es, dass Frauen im Spitzensport körperlich benachteiligt seien, wenn es um Muskelmasse und so geht. Marathon Rallys sind aber nicht das Gleiche wie Gewichtheben. Natürlich ist körperliche Fitness wichtig, aber Durchhaltewillen und Köpfchen sind wichtiger. Davon ab: Laia Sanz ist, laut Dakar.com 1,80 m groß und 78 kg schwer. Nacho bring es bei 1,66 m auf 64 kg, Juan wiegt, wie oben erwähnt, noch weniger. Nachdem das geklärt ist möchte ich sagen: Es täte dem Sport gut, wenn mehr Frauen Rally Raids fahren würden, am besten als Profis und vorne.
In dieser Ausgabe waren vier Frauen am Start. Laia #015 als Profi wurde 
schon genug abgefeiert.

Mirjam Pol #050 beendete die Rally auf Platz 75. Sie hat dabei 10 Strafstunden bekommen. Diese Strafzeit erhielt sie, weil sie auf einer Etappe einem Quadfahrer geholfen hat sein Fahrzeug zu bergen und daher so viel Zeit verlor, dass die Marshalls sie von der Etappe abgeleitet und über die Straße ins Biwak geschickt haben. Für die so verpassten Wegpunkte gab es Strafzeiten. So wurde es jedenfalls zwischendurch berichtet. Außerdem verletzte sich sich zwischendurch um fuhr mit angebrochenem Handgelenk (falls da die vielen Übersetzungen nicht durcheinandergebracht haben und es in Wahrheit ein verstauchter Fuß oder sonst was war) zu Ende.

Die anderen beiden Mädels waren Rosa Romero #073 und die Rookie (Rookette? Rookine? Rookie-in?) Gabriela Novotna #090, beide schieden nach der zehnten Etappe mit Verletzung aus. Rosa hatte eine große offene Wunde am Oberschenkel und Gabriela ein gebrochenes Schlüsselbein, beiden wurde von den Ärzten eine Weiterfahrt verboten.

Bei den Jungs sind 134 gestartet und 83 in Ziel gekommen, eine eigenen Jungs-Wertung gibt es jedoch nicht, dafür sind noch zu wenig Mädels am Start.

 

#Dakar2018 nach dem Rennen – Teil 6 Das Rally Cockpit

Dass ich im Nachklapp der #Dakar2018 so viel schreiben würde, hätte ich nicht gedacht. Jetzt bin ich selbst gespannt, wie viel Folgen es werden.
Alles, was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort „Dakar“ gefunden werden. 

Auf einer Rally muss der Fahrer den Weg selber finden, dafür braucht er Navigationsausrüstung. Verschiedene Rallys, haben unterschiedliche Regeln und erfordern andere Bauteile. Hier geht es natürlich um die Dakar 2018 Anbauteile.

Roadbook

Es wird nach Roadbook gefahren. Die Fahrer könnten die lange Papierrolle einfach in die Tasche stecken und an jeder Kreuzung wieder herausholen. Mit anderen Worten, ein Roadbookhalter ist nicht vorgeschrieben, aber unendlich praktisch. Noch praktischer ist es, wenn diese Roadbookhalter mit elektrischen Antrieben versehen sind, die über eine Fernbedienung am Lenker bedient werden können, daher hat jeder Fahrer so einen verbaut. Es gibt verschiedene Anbieter.

Mehr zum Roadbook auf der Dakar (und anderen Rallys) hatte ich in diesem Beitrag 2017 geschrieben.

Hier ein Bild von einem Honda Rally-Cockpit.

Kleine Displays

Oberhalb des Roadbooks werden in der Regel zwei kleine Anzeigen verbaut. Oben links ein Wegstreckenzähler, der misst die zurückgelegten Kilometer entweder und oldschool per Vorderradumdrehung oder per GPS. Mit der GPS / Repeater Fernbedienung (hier am linken Lenkerende) kann die Anzeige eingestellt werden, z.B. nach einem Umweg. Neben dem Wegstreckenzähler ist ein Repeater verbaut, der die Anzeigen des GPS (das hier nicht verbaut ist) anzeigt. Meistens ist das der anliegende Kompasskurs von 0 bis 360 Grad, CAP genannt.
Daruter ist der Roadbookhalter, hier einer mit außem liegendenden Motor, verbaut und unter diesem ein ICO Rallycomputer. Der kann die gefahrene Geschwindigkeit anzeigen oder alls zusätzlicher Wegstreckenzähler genutzt werden, falls der obere ausfällt.
Diese ganzen Bauteile sind notwendig um mit dem Roadbook zu navigieren. Die Anordnung der Anzeigen: Wegstreccke, CAP, Roadbook, Reserve hat sich als Standard durchgesetzt, Welche Geräte die Piloten nutzen, welche Fernbedieungen und wo diese verbaut sind, variiert jedoch, wie Du weiter unten sehen kannst.

Zusatzausrüstung für die Dakar

Die folgende Bauteile sind, im Gegensatz zu den obigen, im Reglement vorgeschrieben:

  • IRITRACK standard
  • SARSAT DISTRESS BEACONS
  • SMALLTRACK
  • GPS UNIK 2

Iritrak (1.500 Euro Pfand)

Das Iritrak übermittelt die aktuelle Position (auch wenn der Fahrer sich verfahren hat) an die ASO und kann auch dazu genutzt werden, mit dem Rennbüro zu sprechen. Der Fahrer sieht dort seine Position nicht!
Sollte der Fahrer selber Hilfe brauchen oder für andere anfordern müssen, dann kann er das mit dem Iritrak tun. Entweder fordert er per Knopfdruck medizinische oder mit einem anderen Knopf mechanische Hilfe an oder aber er spricht mit der Rennleitung, dafür gibt es einen dritten Knopf.
Andersherum kann das Rennbüro auch den Fahrer ansprechen, sollte es feststellen, dass es einen “brutal shock” gab oder sich das Mopped längere Zeit nicht fortbewegt hat.
Wo der Fahrer das Gerät und die dazu gehörigen Antennen verbaut, ist ihm selbst überlassen, es sollte jeoch an einer möglichst geschützen Stellen sein, damit es bei einem Sturz nicht beschädigt wird.

Sarsat Distress Beacon (300 Euro Pfand)

Soweit ich es verstanden habe, gehört das an den Mann und nicht ans Mopped. Es ist eine zusätzliche Möglichkeit im Notfall Hilfe anzufordern. Bild und Anleitung gibt es hier. Es ist im Grunde sowas wie ein SPOT für die Dakar.

Smalltrack (700 Euro Pfand)

Ist praktisch ein zweites und kleineres Iritrak und erfüllt fast die gleichen Funktionen, Gespräche mit der Rennleitung sind jedoch nicht möglich. Auch ihier ist es dem Fahrer überlassen, wo er es verbaut.

GPS Sentinel Unik II (1.700 Euro Pfand)

Das Gerät hat verschiedene Funktionen. Es ist das “GPS” mit dem der Fahrer arbeiten kann. Anders als bei herkömmlichen Navis und GPS Geräten wird hier jedoch keine Position angezeigt und auch keine Karte. Der Fahrer bekommt folgende Informationen (das habe ich aus verschiedenen Quellen zusammengetragen und mag ungenau sein, aber was besseres haben ich nicht):

  • Die Kompassrichtung CAP in der er fährt.
  • Die zurückgelegte Strecke ab dem Start der Sonderprüfung. Diese Strecke wird automatisch an die Roadbook Angabe angepasst, wenn ein WP (Wegpunkte) oder CP (Checkpunkte), die Quellen sind da uneinheitlich, passiert wird. Damit entfällt an diesen Stellen das manuelle anpassen der Wegstreckenzähler, wenn diese mit dem Unik II gekoppelt sind. Das kann zwischendurch jedoch weiterhin manuell gemacht werden, was besonders im Falle eines Umwegs sinnvoll ist.
  • Die Geschwindigkeit, was besonders auf der Verbindungsetappe und in Zonen mit Tempolimit (z.B. Ortschaften) wichtig ist. Wenn der Fahrer sich dem maximal erlaubtem Tempo nähert gibt es einen Warnton.
  • Richtung zum nächsten Wegpunkt. Wenn der Fahrer in der Nähe (800 m) eines WP ist erscheint ein Pfeil der zum WP deutet.
  • Erreichte Wegpunkte werden abgehakt. Ein Fahrer kann so sehen, wenn er einen WP verpasst hat und sich überlegen, ob er zurück fahren oder die Strafzeit in Kauf nehmen will.
  • Sentinel Funktion
    Autos und LKW haben einen Knopf mit dem Sie vor Ihnen fahrende Teilnehmer anhupen (den Sentinel aktivieren) können, laut Reglement sogar müssen, damit diese Platz machen. Die Reichweite dieser Warnung ist 150 Meter. Außerdem können Fahrzeuge, die nach einer Kurve oder hinter einer Düne liegen geblieben sind den Sentinel aktivieren, so dass nachfolgende Fahrzeuge gewarnt werden, dass da ein Hindernis auf dem Weg ist.

Das UnikII wird in der Regel auf dem Lenker montiert. Das untere Bild zeigt wieder eine Honda CRF 450 Rally. Neben den aderen „Kleingeräten“ fällt hier vor allem auf, dass alle Nevigations-Fernbedienungen am linken Lenkerende angebaut sind.

 

Ja, das sind mindestens 4.200 Euro Pfand. Die Halterungen und Verkabelung für diese Geräte müssen die Teilnehmer kaufen und ans Mopped verbauen, das wird bei der technischen Abnahme geprüft.

Der GPS Trick

Sollte der Fahrer sich komplett verfahren haben, kann er am Iritrak den „WPM Code“ eingeben, den er von der Rennleitung bekommen hat. Dann werden beim UnikII die normalen GPS Funktionen freigeschaltet und der Fahrer kann dort alle Wegpunkte sehen. Das gibt natürlich eine Strafzeit, und wer es viermal auf der Rally gemacht hat wird disqualifiziert.
Ich weiß nicht, ob das dieses Jahr genutzt wurde. Auf der entscheidenden 10. Etappe wurden die Führungsfahrer von einem Hubschrauber der Rennleitung gestoppt und zurück gechickt. Die Fahrer hätten natürlich auch über den Sentinel angesprochen und gestoppt werden können, nach dem Motto „Stopp, Du bist falsch gefahren! Das Gelände vor Dir ist nicht erkundet und potentiell gefährlich.“ Ob der Fahrer dann den Weg den er gekommen ist zurückfährt bis er sich wieder ausgekennt oder ob er seinen WPM Code eingibt bleibt ihm überlassen.

Bevor es GPS gab

Ein Bild aus der guten alten Zeit ohne GPS, Iritrak und Co.

 

Weitere Links

Lyndon stellt das alles in einem Film [englisch 7m39s] vor.

Infos auf der Dakar-Seite [englisch].

#Dakar2018 nach dem Rennen -Teil 5 Yamaha, Honda und KTM

Nachdem ich das Rennen über im Internet verbracht habe, hier ein paar persönliche Beobachtungen, die in der Hektik des Renn-Alltags und der kurzen tägliches Zusammenfassung in den Berufsmedien nicht unbedingt vorkamen. Es ist eine kleine Serie mehr oder weniger kurzer Folgen, keine Ahnung wie viele.

Alles, was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden.

Yamaha

Ich war beeindruckt, wie gut Yamahas Enduro-Umbauten funktioniert haben. Honda schickt reine Prototypen, die extra für Rallys gebaut werden, ins Rennen. KTM baut ganz spezielle Rally-Moppeds, für diese Dakar sogar komplett neue, neuer Rahmen, neuer Motor etc. Das 2018er Modell soll 10 kg leichter sein als das Vorgängermodell, das auch ein Leichtbau-Rennmopped war.

Schade, dass es für Yamaha an der Spitze nicht geklappt hat, weil die Fahrer gestürzt sind. Meiner Meinung nach waren sie jeweils zu schnell, weil sie den Grundsatz einer Rally und besonders einer Marathon-Rally vergessen haben: “Yes, it’s a race, but not at this moment”.

Es bleibt jedoch die Frage, ob die Fahrer auch gestürzt wären, wenn Yamaha ein spezialisiertes Rally-Mopped gebaut hätte. Auf einer Rally werden deutlich höhere Durchnittsgeschwindigkeiten gefahren als bei einem Enduro-Wettbewerb. Und diese Geschwindigkeiten müssen so “gemütlich” wie möglich zu fahren sein. Auf der Dakar müssen die Moppeds genug Sprit für 250 km mitnehmen, das sind über 30 Liter bei den Top-Leuten, statt der serienmäßigen 9 Liter beim Basismodell WR450F.  

Es wäre interessant zu erfahren, wie unterschiedlich oder ähnlich sich Honda, Yamaha und KTM in den Abmessungen sind. Wer was weiß: ich habe da unten ein Kommentarfeld.

Honda

Als Honda mit einem Werksteam zurück in die Dakar kam, hieß es von deren PR-Team, dass man das Rennen innerhalb von drei Jahren gewinnen wollte. Hat nicht geklappt. Auch in diesem Jahr gab es keinen Sieg. 2015 schaffte es Paolo Goncalves auf den zweiten Platz, 16m53s hinter dem Sieger Marc Coma.
Dieses Jahr wurde Kevin Benavides Zweiter, 16m53s (ja, das ist der gleiche Abstand) hinter Hiasi.

Die Honda machte in den letzten Jahren den Eindruck, als sei sie das schnellste Mopped bei der Dakar. Damit ist nicht nur die Endgeschwindigkeit, sondern vor allem die “Reisegeschwindigkeit” gemeint. Bei der Dakar kommt es darauf an, viele Stunden (dieses Jahr 43 Stunden auf 12 Etappen) in Wertungsprüfung zu fahren, wenn man gewinnen will.
KTM musste reagieren und kam dieses Jahr mit einem ganz neuen Mopped, dass, “ohne dass der Fahrer es merkt” 5 bis 8 km/h höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten ermöglicht. So ähnlich wurde es jedenfalls nach den Testfahrten berichtet. Um das mal in Relation zu setzen: Der Sieger der 8. Etappe, Antoine Meo (KTM) hat die 498 km in 5h24m01s zurückgelegt, das sind in etwa 92,2 km/h. Zweiter wurde Ricky Brabec auf Honda in 5h25m08s, das entspricht 91,9 km/h.

KTM

Seit 17 Jahren gewinnt KTM nun jede Dakar. Einer der Gründe dafür ist sicherlich, dass KTM viele Jahre als einziges Werksteam an dem Rennen teilnahm. Aber auch da muss man erstmal ankommen und dann auch noch gewinnen, sowas fällt nicht vom Himmel, bei KTM dauerte es neun Jahre bis zum ersten Sieg.
Klar sind 17 Siege in Folge eine beeindruckende Serie, aber das ist nicht das, was mich am meisten beeindruckt. Ein Blick in das Teilnehmerfeld mit 139 Moppeds zeigt 105 KTM. Die weitaus meisten davon sind Rally Replica, unter verschiedenen Marken: KTM, Husqvarna und Gasgas. Diese Rally Replicas machen fast das komplette Feld aus. Das ist wenig verwunderlich, denn es sind die einzigen Rallymoppeds die man fertig kaufen kann. Insofern ist KTM immer noch das einzige Werksteam auf der Dakar. Dafür sollte jeder Dakar-Freund den Mattighofenern dankbar sein.
Ich möchte nicht verschweigen, dass eine handvoll der KTM/Huskys umgebaute Enduros waren, auf Umbauten komme ich bestimmt später nochmal zu sprechen.