Die Favoriten der #Dakar2018

Es ist fast überall Tradition, dass man, bevor ein Rennen los geht, die Fettnäpfchen ausrollt und eine Prognose erstellt, wer am Ende vorne ist und warum.
Bei einem Rennen wie der Dakar kann soviel passieren, dass es unmöglich ist, einen Sieger vorauszusagen. Aber ich kann einen Pool von Sieganwärtern benennen, weil die Dakar so viel Vorbereitung von Fahrer, Team und Material erfordern, dass nur wenige das leisten können. Aus diesem Sieganwärter-Pool gewinnt der Fahrer, der selbst und dessen Team die wenigsten Fehler machen und dessen Mopped die wenigsten technischen Gebrechen hat. Bei Fehler Gleichstand gewinnt der bessere Navigator und erst dann gibt die Geschwindigkeit den Ausschlag. Glück und Pech spielen ebenfalls eine riesengroße Rolle, aber das kann mit keiner Vorbereitung der Welt beeinflusst werden und wird jeden im Feld treffen. Falls jemand jetzt schon den Sieger richtig vorhersagt, dann hat das mehr mit Glück (oder Zeitreise) als Fachwissen zu tun.

Der Sieger

Nach 16 Siegen für KTM wird es langsam Zeit für eine andere Marke. Als einzigen anderen Hersteller mit einem Werksteam und Siegchancen sehe ich Honda. Die versuchen es seit 2013 und waren bereits im letzen Jahr sehr knapp dran. Weil das Team an einer nicht freigegebenen Tankstelle Sprit aufgefasst hat, bekamen alle Fahrer eine Strafzeit, damit war die Chance auf den Gesamtsieg weg. Ich folge meinem Herzen und Tippe auf den Fahrer, dem ich es am meisten gönne: Gonk: Paulo “Speedy” Goncalves, Startnummer 6.

Die Favoriten

Ich hätte auch auf Bam Bam: Joan Barreda Bort (#5) tippen können, der nicht nur im letzten Jahr gezeigt hat, dass er mit der Honda vermutlich der schnellste Fahrer im Feld ist. Gäbe es das Grüne Trikot für den Punktbesten, dann wäre er der heißeste Kandidat dafür. Ein weiterer HRC-Fahrer kommen ebenfalls in den Favoriten Pool:  KevB: Kevin Benavides (#47).

KTM kommt natürlich auch für den Gesamtsieg in Frage, da tippe ich auf Vorjahressieger SunderSam: Sam Sunderland (#1). Toby Price (#8) hat das Jahr davor gewonnen, das will der Matthias “Hias” Walkner (#2) erst noch schaffen. Warum ich darauf tippe, dass der Britte am Ende schnellster KTMler ist kann ich an nichts Bestimmtem festmachen. Toby ist dieses Jahr wenig Mopped gefahren, nachdem er sich auf der letzten Dakar verletzt hatte. Ob er dadurch nun einen zu großen Trainingsrückstand hat ober ob es ihn locker macht, weil er nur Mit-Favorit ist, wird sich zeigen. Hias hat auf der neuen Rally KTM das letzte Vorbereitungsrennen gewonnen und war letztes Jahr Zweiter. Ich habe den Eindruck, er ist derjenige, der sich am meisten unter Druck setzt und daher am ehesten einen unnötigen Fehler begehen wird.

Meine Wunsch-Dakar hat ein dreifarbiges Podium: Honda-Rot, KTM-Orange und Yamaha-Blau. Bei den Blauen tippe ich auf AvBev: Adrien van Beveren (#4), er hatte im letzten Jahr das Podium als Vierter verpasst. 

Es gibt noch ein viertes Werksteam, dass zumindest um das Podium, wenn nicht gar um den Gesamtsieg mitfahren kann. Die Adoptiv-Österreicher von Husqvarna haben mit Quinta: Pablo Quintanilla (#10) ein ganz heißes Eisen im Feuer.

Die Etappensieger

Als wäre der Favoritenpool noch nicht groß genug habe ich hier noch ein paar Fahrer, denen ich Etappensiege zutraue. Neben den restlichen Werksfahrern von Honda, KTM und Yamaha möchte ich da die KTM-Privatiers GFG: Gerard Farres Guell (#3) und Stefan Svitko (#09) nennen. Juan Pedrero Garcia (#12) mit seiner Sherco TVS ist ebenfalls sauschnell und ganz zum Schluss, einfach weil ich will, dass sie auch eine Etappe gewinnt, nenne ich noch die Startnummer 15, Laia Sanz.

Gebutterte Fische

SunderSam, Hias, AvBev, Bam Bam, Gonk, Toby, Quinta und KevB.
Einer dieser acht Fahrer, hier in der Reihenfolge ihrer Startnummern, wird als Sieger in Cordoba ankommen. Sollte wirklich jemand anderes die Dakar gewinnen werde ich … keine Ahnung, schlagt was in den Kommentaren vor. Unabhängig davon könnt Ihr natürlich auch Eure eigenen Tips als Kommentar hinterlassen.

Als Bonus-Tipp, nur um noch einen Fettnapf aufzustellen, sage ich hier noch: Von diesen acht Favoriten sind am Ende der Rally nur drei in den Top-10 zu finden.

P.S.
Ernsthafte Prozentrechnung sagt zwar mit 73,4% Wahrscheinlichkeit einen KTM-Sieg voraus, aber als Freund des Gonk habe ich das einfach ignoriert.

 

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Exotische Moppeds auf der #Dakar2018

Die Zeiten, als die Dakar ein echter Abenteuer-Zirkus war, sind vorbei. Es ist schwer vorstellbar, dass heute jemand eine Vespa an den Start rollt, so wie 1980 [englisch]. Heute setzen alle 142 Starter auf 450 ccm Einzylinder Rally-Enduros. Obwohl, vielleicht auch nicht, aber dazu komme ich weiter unten.

Mit der Vespa auf der Rally Paris-Dakar

Mit der Vespa auf der Rally Paris-Dakar

Privatfahrer

Die meisten Privatiers haben sich für die einzige käufliche Rally-Maschine, die von KTM / Husqvarna, entschieden. Fast alle anderen Nicht-Werksfahrer kauften sich eine Yamaha WR450F und haben diese umgebaut.
Somit gehören Patricio Cabrera 036 (alle Fahrer.Links führen aus die englische Dakar.com Site) und Cristobal Andres Guldman Gonzales 070 (Malle Moto) mit Ihren Kawasaki-Umbauten ebeso zu den Exoten wie Roberto Vecco 132 auf seiner Suzuki. Eigentlich kann man Moppeds dieser beiden großen japanischen Werke nicht zu den Exoten zählen. Elric Lambert 133 tritt mit einer ZF450 Quaddy an. Das ist so exotisch, dass ich bei Google keine ordentlichen Infos dazu gefunden habe. Was ist denn Qaddy für eine Marke? Alles was es zu Quaddy mit zwei D gibt ist ein italienischer Yamaha Händler und Bilder von Rally-Yamahas. Auf Facebook habe ich dann Bilder von einem Mopped mit der Startnummer 133 gefunden, und da steht Yamaha drauf, also gar kein Exot.
Bleibt vielleicht noch Jurgen van den Goorbergh 048 (Malle Moto), der zwar auch mit KTM antritt, aber nicht mit der ferigen Rally-KTM, sondern sich eine EXC-Enduro umgebaut hat. Letztes Jahr war er der einzige, der auf einer EXC angetreten ist, dieses Jahr setzt mit Stephane Gourlia 087 (Malle Moto) mindestens ein weiterer Fahrer auf dieses Rezept.
Die Privatiers, die irgendwoher die 50.000 bis 100.000 Euro für die Teilnahme bei der Dakar auftreiben müssen, setzen auf Bewährtes.

Exotische Werke

KTM, Husqvarna, Honda und Yamaha sind alles keine Exoten sondern haben bereits mehrere Dakars gewonnen. Husky eigentlich nicht, aber da es nur weiße KTM sind, zähle ich sie einfach dazu.

Für uns Europäer sind die indischen Marken TVS und Hero Exoten, die auch in diesem Jahr wieder mit dabei sind. Jedoch setzen diese auf Moppeds von Sherco (TVS) und Speedbrain (Hero), weil das eigene Modellprogramm keine geeignete Basismaschine enthält. Noch nicht.
Letztes Jahr ist Zongshen glorreich mit eigenen Maschinen gescheitert, vier Moppeds fielen bereits auf der zweiten Etappe aus und die letzte nach der dritten. Dieses Jahr ist keine mehr am Start. Zwei der letztjährigen Fahrer starten auf KTM und sammeln weitere Dakar-Erfahrung. Ich bin mir sicher, dass Zongshen wiederkommt. Vielleicht sehen wir in den nächsten Jahren dann Zongshen-Suzukis, dafür gäbe es Vorbilder auf der Rundstrecke. 2002 wurde das Zongshen-Team mit einer Suzuki Endurance Weltmeister.

Letzter möglicher Exot ist Gasgas. Nach der Insolvenz von 2015 gibt es wieder neue Moppeds: Trialer und Zweitakt-Enduros. Gibt es eine kleine Chance auf einenn Werks-Zweitakter? Ich habe keine Bilder vom Einschiffen der Gasgas gefunden, wer was weiß, sagt mir bitte Bescheid.
Ich vermute jedoch, dass Gasgas eine Version der 2015er Raid einsetzen wird und die hat einen 450er Viertakt-Single wie alle anderen auch.

Hero Speedbrain, offizielles Promo-Foto