Dieselskandal und ich

Nach dem gestrigen Urteil, dass Städte jetzt Dieseln die Durchfahrt bestimmter Straßen verbieten dürfen, wird das Thema wieder überall hoch gepeitscht.

Oscar - Quelle PinterestWird es auch irgendwo aufbereitet, möglichst nur die Fakten ohne gleich zu schreien: “Die Autohersteller sind schuld und sollten jedem ein neues Auto geben”, “Untergang der Auto-Nation” oder “Wir werden alle sterben EinsElf”?
Falls ja, teilt den Link bitte per Kommentar.

Einfach mal Fakten und eine Zeitleiste, was, wann, wo, und wer gemacht hat fände ich interessant. Gerne auch noch mit Zahlen wie: Wie viele Fahrzeuge sind betroffen, wer hat wann, wo was gemessen und nach welchem Verfahren?

International

Und wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus? In den USA gab es hohe Entschädigungszahlungen (aber die bekommt man dort auch, wenn man zu blöd ist einen Pappbecher mit Kaffee zu halten) und mindestens zwei Verurteilungen nach Strafrecht für zwei Manager. Was ist in Frankreich, Italien, England und Polen dem Rest der Welt?
Wie sauber ist dort die Luft? Welche Maßnahmen werden dort umgesetzt und könnten die auch hier funktionieren? Wie hoch ist in diesen Ländern der Anteil an Diesel-PKW nach Euro 1 bis Euro 6d-Temp, wie viel Kilometer werden diese pro Jahr gefahren? Wie viel Liter Diesel werden dort jährlich verbrannt und wie viel ist das pro Einwohner oder km²?

Worum geht’s?

Geht es überhaupt um Umweltschutz oder darum, dass Konzerne getrickst oder geschummelt haben und erwischt wurden? Oder um Behörden und Politiker, die in der Vergangenheit Regeln und Gesetze gemacht und kontrolliert oder nicht kontrolliert haben, die wir heute gerne anders gehabt hätten?

Ich jetzt

Oscar - Quelle PinterestIch würde gerne informiert, damit ich mir selbst ein Urteil bilden kann. Stattdessen finde ich überall nur Schuldzuweisungen und Forderungen, was andere jeweils tun sollten, damit alles wieder gut wird.

Eine einfache Lösung gibt es nicht, es ist ja nicht mal ein einfaches Problem.

Welche Schadstoffe? Welche Grenzwerte? Wie wird gemessen? Wo wird gemessen? Wurde gegen bestehendes Recht verstoßen oder nur Gesetzeslücken ausgenutzt? Was sind die daraus resultierenden Probleme?
Alles einfache Fragen die bestimmt komplizierte und vielschichtige Antworten haben. Und es gibt noch viel mehr Fragen.
Aber: Wie will man Probleme lösen, die man nicht verstanden hat?

Hey, hey Wiki

Den besten Überblick über die Ereignisse habe ich bisher bei Wikipedia gefunden.
Übrigens: Ebenfalls bei Wikipedia kann man nachlesen, dass der TÜV Rheinland bereits 1991 festgestellt hat, dass die Elektronik einen Prüfstandslauf erkannt und in ein anderes Mapping umgestellt hat.

Ich jetzt wieder

Oscar Quelle Pinterest

Quelle Pinterest

Bei meiner 1997er Suzuki TL1000S hat das Steuergerät dafür gesorgt, dass der Motor im 3. Gang nicht die volle Leistung liefert, weil im 3. Gang irgendwelche Prüfzyklen gefahren wurden. Abhilfe konnte man im Netz finden, so dass auch der dritte Gang die volle Power bot.

P.S.
Ich habe kein Diesel-Auto, ich habe gar kein Auto.

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YouTube Kanal Empfehlung

Auf YouTube gibt es verdammt sehenswerte Videos und Kanäle. Leider finde ich sie nur schwer.
Ich weiß nicht ob es an mir liegt oder an Google, aber die Empfehlungen unter einem Video, das ich mir angesehen habe, sind eher semi-gut. Oder genauer: Die guten Empfehlungen habe ich schon gesehen, die anderen passen gar nicht oder interessieren mich nicht. Bei Musik-Videos funktioniert es ein bisschen besser. Aber es gibt ja noch die Suchfunktion und darüber kam ich auf diesen Kanal:

Johann Schröpfer

So habe ich den Kanal von Johann gefunden und gleich abonniert. Ich bin jetzt einer von 173.

Klar, es sind Mopped-Filme, meistens Sport, allerdings nicht der ganz neue Kram. Einen guten Einblick in das Repertoir bietet der Anfang des Films: Eisspeedway in Bayern – Preview De
r beginnt mit einem Selfie und den Worten:

Hallo, mein Name ist Johann Schröpfer und meine Hobbies waren schon immer Motorradrennen und filmen.

 

Ich bin jetzt mal weg, Videos gucken von Toni Mang, der IoM TT von 1975/76, Speedway-Gespannen und anderem Zeug.

 

Eisspeedway #Yeah!

Speedway, also das ohne Eis, finde ich ziemlich gut. Ich hoffe, dass die FIM auch dieses Jahr wieder den Speedway GP live auf YouTube [Kanal, englisch] zeigt.

Kurze Rennen mit wild driftenden Moppeds, was ist daran nicht zu mögen?

Speed auf Eis

Eisspeedway ist ganz anders, da wird nicht gedriftet, deshalb wollte ich es mir auch nicht angucken. Die abermilliarden Stahlnägel pro Reifen sorgen für Haftung, auch in Schräglage. Dann habe ich doch mal rein geklickt und zack!

Schräg

Ich habe jetzt erstmal die Zusammenfassungen [Video, englisch, 52 min] der zurückliegenden Läufe der Weltmeisterschaft gesehen. Wahnsinn. Die Schräglagen mit denen über das Eis gefahren wird sind verdammt amtlich. 90° sind es natürlich nicht, aber fast. Was mich aber viel mehr fasziniert ist, dass die Eisbahn verschiedene Kurvenlinien zulässt und es so immer wieder zu spektakulären Überholmanövern kommt. Neht Euch die Zeit und guckt Euch ein paar Läufe an. 

Jetzt will ich Live-Übertragungen sehen oder wenigstens ungekürzte Rennen.

Wolfi on Tour – Mein Blog-Tipp

Unter Moppedfahrern wird immer wieder über Bruchstrichfahrer gelästert, am lautesten von denen, deren Mopped zwar das ganze Jahr angemeldet ist, die damit aber trotzdem nicht fahren.

Egal warum jemand im Winter nicht fährt, es gibt keine Ausrede im Winter keine Moppedblogs zu lesen. Statt einfach auf das Reddit hinzuweisen (teilt dort fleißig Beiträge!) möchte ich heute einen Blog vorstellen, bei dem ich mich immer auf die neuen Beiträge freue:

Wolfi on Tour oder: Wolfi der immer fährt

Mit dem Blogtitel ist eigentlich alles gesagt. Wolfi fährt mit seiner Vespa im Winter zum Elefantentreffen und im Sommer zum Rollertreffen. Zwischendurch zur Schwarzpulver Rallye oder an den Flughafen zum funken. Manchmal schreibt er viel, ein anderes Mal gibt es viele Bilder. Wolfis Abenteuer könnten jeder erleben, aber er macht es und schreibt darüber. Lest einfach mal rein und lasst einen Kommentar da.
Das sollte jeder Stubenhocker als Ansporn sehen selber raus zu gehen und am besten gleich darüber zu bloggen.

Moppedsaison

Zum Schluss noch ein Bild, dass der @Pistonpin damals mal nach einem Tweet von mir gemacht hatte.

 

#Dakar2018 nach dem Rennen -Teil 8 Berichterstattung

Ich bin, wie alle Leser sicherlich wissen, großer Fan der Rally Dakar; bis hierher keine Überraschung. Ich habe viel im Netz gelesen und geguckt. Aber natürlich war das nicht genug und ich wollte mehr Bilder, Texte, Videos und am besten auf deutsch.

Alles, was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden. 

Internetz live

Dieses Jahr habe ich so viele Live-Videos gesehen, wie noch nie. Besonders auf Facebook haben viele Fans vom Streckenrand live gestreamt. Mitten in der peruanischen Wüste und der argentinischen Pampa ist das mobile Netz gut genug, um in HD-Qualität zu streamen. Da habe ich mich gefragt, wie die Netzabdeckung in Deutschland so ist. Eigentlich mag ich Facebook nicht, aber dass die Dakar Fans darüber gestreamt haben und die Streams so leicht zu finden waren hat mir sehr getaugt. Bei YouTube gab es deutlich weniger Livestreams von Fans, aber es gab dort viele andere Videos. Leider hat die ASO, die die Rechte an allen Bildern hat, dort immer schnell „aufgeräumt“.

Internetz auf Deutsch

Oh je. Wenn es etwas deutschsprachiges im Internet gab, dann ging es um die PKW-Wertung. Entweder das oder mein Google Alert funktioniert nicht richtig. Besonders am Anfang der Rally, als noch dieser Fußball-Typ mitgefahren ist, gab es verhältnismäßig viel “Auto Alarm”.
Als der Hias dann gewonnen hatte, gab es ein bisschen im Netz, vor allem aus Österreich. Falls die deutschen Mopped-Magazine regelmäßig online über die Dakar geschrieben haben, dann hat mein Google das nicht gemerkt. Für Honda ist nur die MotoGP wichtiger als die Dakar, deutsche Motorradzeitschriften schaffen es nichtmal eine kleine abendliche Zusammenfassung als Video, Podcast oder Text ins Netz zu stellen. Da frage ich mich, ob dort Internetnutzer oder Dakar-Fans automatisch als Zielgruppe ausscheiden.

Eurosport

Als Dakar-Fan bin ich Eurosport sehr dankbar, dass dort täglich eine winzig kurze Zusammenfassung des Tages läuft. Das Konzept: Anfangs werden die Infos des Vortages wiederholt, dann kommen kurze Video-Schnipsel mit dem Gesamtergebnis an der Spitze der jeweiligen Klassen, ein Video-Einspieler mit Stimmungsbildern über den erzählt wird, wo die deutschen Teilnehmer platziert sind, ein weiteres Feature sowie ein Tourismus-Video. Vier Dinge stören mich dabei.

  1. Manchmal sind die Infos, die Norbert Okenga, die deutsche Stimme der Dakar, gibt, in Details falsch. Wer das Rennen live am Tracker, Twitter, Facebook und Forum verfolgt hat, weiß es besser. Ich mache Norbert da keinen Vorwurf, denn er bekommt seine Infos von der ASO und die macht keinen optimalen Job. Ich weiß, ich würde an seiner Stelle auch die ASO Infos verwenden.
  2. Alle Videos die Eurosport verwendet, stellt die ASO vorher schon auf YouTube. Dort gibt es Sie allerdings nur aus französisch, spanisch und englisch. Da ich eine dieser Sprachen verstehe, kann ich mir die Videos die mich interessieren (Moppeds und Heroes) ansehen und die anderen (Autos, Tourismus) einfach ignorieren und oder vorspulen.
  3. Sowohl die ASO als auch andere Quellen, wie andere TV Stationen, Teams, Fahrer, Vlogs und Fans am Streckenrand liefern unzählige weitere Videos über YouTube und Facebook aus. Die Infos und Eindrücke, die darin enthalten sind, finde ich nicht bei Eurosport, machen für mich aber einen großen Teil der Faszination der Dakar aus, das was hinten im Feld geschieht.
  4. Es gibt keinen festen Sendeplatz, irgendwann zwischen 22:30 und 23:30 startet die Sendung, manchmal gibt es morgens eine Wiederholung, manchmal aber auch nicht.

Natürlich fände ich es viel besser, wenn die Beiträge viel länger und ausführlicher wären. Es muss ja nicht gleich 12 Stunden Live-Übertragung sein, wie bei Bolivia TV (wäre natürlich großartig), aber wie cool wäre es wenn z.B. die Biwak-Show von TV4 in einer synchronisierten Version gezeigt würde? Die läuft jeden Abend von 18:50 bis 20:00 Uhr im französischen Fernsehen und meistens live auf Facebook oder YouTube (daher kenne ich sie). Diese Sender haben Personal vor Ort, eigene Hubschrauber und so weiter, das alles hat Eurosport nicht.

Aus obigen Gründen habe ich Eurosport dieses Jahr nur sporadisch geschaut.

 

Wer will ein Mopped?

Oscar - Quelle PinterestÜberall wird von der Krise im Motorradmarkt geschrieben und von der düsteren Zukunft sowieso. Tatsächlich ging die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland von 2016 zu 2017 zurück, von ca. 180.000 auf ungefähr 145.000 laut Statista.
Bevor ich den Statistiken den Rücken kehre hier noch schnelle eine zweite. Die vorherigen Zahlen beziehen sich alle auf die Zahl der verkauften und zugelassenen fabrikneuen Moppeds. Im Gesamtbestand gibt es jedoch auch eine nicht unerhebliche Menge an Gebrauchten. Und solange mehr Moppeds verkauft als verschrottet werden steigt dieser Gesamtbestand, was er seit 2008 tut. Aktuell sind über 4,4 Mio Moppeds in Deutschland mit einem Nummernschild versehen.

Wunsch und Möglichkeit

Die Website Ultimate Motorcycling hat einen Artikel, der sich mit den Verkaufszahlen in den USA beschäftigt. Der Satz “Growing motorcycle sales is about two things – accessibility and desirability” aus dem Artikel ist eine übermäßige Simplifizierung der Situation, aber genau deshalb gefällt er mir. Frei übersetzt: Damit mehr Moppeds verkauft werden, müssen die Kunden den Wunsch und die Möglichkeit haben.
Ich behaupte jetzt einfach, die Möglichkeiten auf Produktseite sind bei uns gegeben. Es gibt überall Händler und viele Moppeds, die auch einsteigertauglich sind, für Fortgeschrittene sowieso. Wenn ein Händler doof oder unfreundlich ist, ist der nächste nicht weit.
Bleiben also zwei mögliche Gründe, warum jemand kein Mopped kauft:

  • Hindernisse wie zu wenig Geld, keinen Führerschein, keine Ausrüstung
  • Der Wunsch nach einem Mopped fehlt

Getreu dem Motto: Wo ein Wille, da ein Gebüsch, ignoriere ich einfach die Hindernisse.

Der fehlende Wunsch

Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, warum jemand kein Mopped fahren will, aber es gibt so Menschen. Wenn die Mopped Industrie an der eigenen Zukunft interessiert ist, muss sie wohl daran arbeiten, diesen Wunsch bei möglichst vielen Menschen zu wecken. Davon habe ich in den vergangenen Jahren nichts mitbekommen. Kann natürlich daran liegen, dass ich bereits Moppedfahrer bin, das glaube ich aber nicht. Ich denke, es gab einfach nichts Bemerkenswertes. Wenn einem von Euch etwas abseits von Viva La Mopped (meiner Meinung nach eher eine Einstiegshilfe als Wunscherweckung) einfällt, freue ich mich, wenn Ihr es in einen Kommentar packt.

Stimmung

Oscar Quelle Pinterest

Quelle Pinterest

Abseits von Marketing-Kampagnen kommen aus der Motorradwelt jedoch eine Menge Signale, dass Moppedfahren ein Ding der Vergangenheit ist und immer weniger interessant wird. Die oben erwähnte allseits beschriebene Krise fällt mir da als erstes ein. Wer will schon bei einer Krise mitmachen? Positive Themen werden entweder nicht gesetzt oder nicht aufgegriffen.
Branchenintern wird nicht an einem Strang gezogen. Es ist ein Gegeneinander, nicht nur zwischen den Herstellern sondern auch zwischen einzelnen Herrstellern und Ihren Händlern. Der Moppedmarkt als Großes Ganzes wird zu Gunsten kurzfristiger Umsätze aus dem Blick verloren, auch zum Nachteil des Kunden.
Rückläufige Verkaufszahlen bei Zeitschriften und Insolvenzen wie bei der Fastbike, die auf die Faszinationen Technik und schnelles Moppedfahren gesetzt hatte, deuten zumindest in Richtung rückläufiges Interesse bei denen, die bereits fahren. Hier spielen jedoch mehrere Faktoren hinein, wie unter anderem die Probleme auf dem Anzeigemarkt und kostenlose, dabei aber schnellere Informationen im Internetz. Aber wenn die Medien jammern und zetern, dann kriegt das jeder mit, der diese Medien nutzt. 

Sport

Motorradrennfahrer sind hierzulande unbekannt. Wer einen Solchen ohne Helm im Interview sehen will muss eine Talkshow auf Servus TV aus Österreich gucken.
Da passt es gut ins Bild, dass die IDM als höchste deutsche Rennserie seit Jahren nur so gerade eben stattfindet und dieses Jahr die Einsteigerserien Yamaha 600 Cup und Northern Europe Cup ersatzlos gestrichen wurden.
Es gibt zwar auch Enduro, Motocross, Supermoto, Trial und Bahnsport in Deutschland, aber nur unter Ausschluss der Medien. Wer keine verwandtschaftlichen Verbindungen in diese Szenen hat, wird nur über obskure Kanälen oder große Zufällen mit ihnen in Kontakt kommen. Gefühlt ist es heute bei vielen Moppedeinsteigern auch so, es kommen nur solche, bei denen die Eltern auch fahren.
Ohne Zuschauer sind die einzigen Kunden, die es im Motorsport gibt, die Aktiven. Das kann nicht im Interesse der Branche sein.

Im TV

Es gibt in Deutschland 2,36 Mio Ski-Langläufer, sagt der DSV auf seiner Website.

Das iOscar - Quelle Pinterestst ein bisschen mehr als 50% der zugelassenen Moppeds. Trotzdem wird im öffentlich-rechtlichen TV viel mehr Sendezeit mit Langläufen gefüllt als mit Moppedrennen.
In Deutschland wird das Interesse an Handfeuerwaffen und Schießsport sehr skeptisch gesehen und gerne mal in einen verfassungs- und gesellschaftsfeindlichen Topf geworfe
n – außer es ist Biathlon.
Es geht also, dass über Randgruppen und deren eigentlich suspekte Tätigkeit medial positiv und auf breiter Front berichtet wird. Warum ist ein Mensch, der mit einem Gewehr auf de
m Rücken durch den Wald rennt ein besseres Vorbild für die zuschauenden Kinder und Jugendlichen als einer der ohne Gewehr aber mit dem Mopped im Kreis fährt oder die Welt erkundet?

Filme

Was hat in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass Menschen Mopped fahren wollten? Annekdotisch werden immer wieder die Honda-Kampagne “You meet the nicest people” erwähnt und die Filme “The Wild One”, “Easy Rider” oder “The Long Way Round”. Zumindest bei den Spielfilmen halte ich das für Bullshit. Easy Rider kam 1969 in die Kinos, im Jahr 1970 wurden in Deutschland 8.892 Moppeds verkauft. Andererseits haben diese Filme das Mopped jedoch stark mit Werten wie Freiheit und Rebellion aufgeladen (oder war es andersherum?), Werte die in der heutigen Gesellschaft nicht mehr gefragt sind und mit Unsicherheit und Terrorismus verwechselt werden.

Werte

Oscar - Quelle PinterestWir leben in einer Zeit, in der bei uns alles im Überfluss vorhanden ist. Die überwiegende Mehrheit muss sich nicht fragen: Wie überlebe ich heute? Die Frage ist viel mehr: Wofür gebe ich mein Geld denn jetzt noch aus?
Profane Gebrauchsgegenstände werden mit Werten aufgeladen, die sie begehrenswert machen. Für welche Werte steht denn das Mopped heute? Praktisch kommt sicherlich wenigen Menschen hierzulande in den Sinn, dabei wimmelt es in südeuropäischen Innenstädten von Rollern und Moppeds, weil dort erkannt wurde, dass sie praktisch sind.
Niemand muss Angst haben, dass eine Kampagne für praktischen Nutzwert von Moppeds in Ballungsräumen den Zahnwalt davon abhalten wird mit seinem nagelneuen limitierten Supersportler zwei oder drei Wochenenden im Jahr über eine Rennstrecke zu fahren. Ein und dasselbe Auto kann auch für wirtschaftlichen Erfolg und Impotenz stehen.
Jetzt, wo das Frühjahr kommt, werden wir auf ZDF und Co. wieder sehen können, dass das Mopped für Lärm, Raserei und Tod steht. Die entsprechenden Formate wurden in den vergangenen Jahren immer wieder ausgestrahlt. Hier kommt aus der Branche kein Widerstand, kein Motorrad-Tourismusverband verschafft sich Gehör, keine Studie belegt, dass die empfundene Lärm-Belastung nur subjektiv ist, weil Moppeds das Image des Störenfrieds haben.

Oder kurz: Solange das Mopped für Werte von gestern steht, braucht sich niemand wundern, wenn die Gesellschafft von heute sich kein Mopped wünscht.

 

#Dakar2018 nach dem Rennen – Teil 7 Einzelne Fahrer

Die Sieger wurden überall gefeiert, die Werksfahrer zumindest erwähnt, Olivier Pain als ehemaliger Werksfahrer und aktueller Malle Moto-Sieger sowie Lyndon Poskitt mit seiner privaten PR-Maschine, also dem YouTube-Kanal, haben ebenfalls ihre Portion Rampenlicht bekommen. Viele weitere müssten noch erwähnt werden, hier sind einige von ihnen.

Alles, was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden.

Juan Augustin Rojo #95

Baujahr 1997, 1,66 m groß (bei einer Sitzhöhe auf der KTM von 960 bis 980 mm, je nach Quelle) und 59,5 kg schwer ist Juan auf seiner zweiten Dakar in der Malle Moto Klasse gestartet und am Ende auf Platz 51 im Gesamtklassement ins Ziel gekommen. Er war sowas wie das Küken bei den Malle Motos hat Jurgen van dan Goorbergh gesagt.

Nacho #68

Honda musste in allerletzter Sekunde einen Ersatzfahrer für Speedy Goncalves finden. Die Wahl viel auf Nacho (Jose Ignacio Cornejo Florimo, Baujahr 1994) und es war eine gute Wahl, denn er wurde am Ende Zehnter.
Nacho hatte 2016 seine erste und bisher einzige Dakar auf der 5. Etappe beendet. In dem Jahr wurde er auch Junior Rally-Weltmeister. Ich hoffe, wir sehen Nacho noch öfter im HRC Team.

Simon Marcic #106

Einen doppelten Applaus hat Simon verdient, der zwischendurch in den Dünen sein Ritzel verloren hatte und dann sein Mopped kurzer Hand ins Biwak geschoben hat. Als Malle Moto Fahrer musste er selbst reparieren, was er vorher kaputt gemacht hat. Und das war noch eine Menge mehr: “I broke my chain, then my battery conked out, the joint between the carburetor and the engine split and the power supply to my Iritrack cut out. I also have had problems with my headlights twice and today I need to repair the rear brake as well as my handlebars which are coming unstuck”.
Letztes Jahr hatte Stephan Peterhansel ihn über den Haufen gefahren und ein Bein gebrochen. Gerüchte besagen, dass Peterhansel ihm dabei geholfen hat, dieses Jahr wieder zu starten.
Am Ende wurde er 13. in der Malle Moto Wertung und 69. insgesamt. Mit 73h03m44s (inklusive 53 Strafminuten) brauchte er genau 29h57m43s länger als Hiasi.

Die Mädels #15 #50 #73 #90

Immer wieder heißt es, dass Frauen im Spitzensport körperlich benachteiligt seien, wenn es um Muskelmasse und so geht. Marathon Rallys sind aber nicht das Gleiche wie Gewichtheben. Natürlich ist körperliche Fitness wichtig, aber Durchhaltewillen und Köpfchen sind wichtiger. Davon ab: Laia Sanz ist, laut Dakar.com 1,80 m groß und 78 kg schwer. Nacho bring es bei 1,66 m auf 64 kg, Juan wiegt, wie oben erwähnt, noch weniger. Nachdem das geklärt ist möchte ich sagen: Es täte dem Sport gut, wenn mehr Frauen Rally Raids fahren würden, am besten als Profis und vorne.
In dieser Ausgabe waren vier Frauen am Start. Laia #015 als Profi wurde 
schon genug abgefeiert.

Mirjam Pol #050 beendete die Rally auf Platz 75. Sie hat dabei 10 Strafstunden bekommen. Diese Strafzeit erhielt sie, weil sie auf einer Etappe einem Quadfahrer geholfen hat sein Fahrzeug zu bergen und daher so viel Zeit verlor, dass die Marshalls sie von der Etappe abgeleitet und über die Straße ins Biwak geschickt haben. Für die so verpassten Wegpunkte gab es Strafzeiten. So wurde es jedenfalls zwischendurch berichtet. Außerdem verletzte sich sich zwischendurch um fuhr mit angebrochenem Handgelenk (falls da die vielen Übersetzungen nicht durcheinandergebracht haben und es in Wahrheit ein verstauchter Fuß oder sonst was war) zu Ende.

Die anderen beiden Mädels waren Rosa Romero #073 und die Rookie (Rookette? Rookine? Rookie-in?) Gabriela Novotna #090, beide schieden nach der zehnten Etappe mit Verletzung aus. Rosa hatte eine große offene Wunde am Oberschenkel und Gabriela ein gebrochenes Schlüsselbein, beiden wurde von den Ärzten eine Weiterfahrt verboten.

Bei den Jungs sind 134 gestartet und 83 in Ziel gekommen, eine eigenen Jungs-Wertung gibt es jedoch nicht, dafür sind noch zu wenig Mädels am Start.