Ducati Scrambler – International Press Launch #DucScr

Bei den Autobloggern lese ich es alle Nase lang. Sie werden von Herstellern in Flugzeuge gepackt, um die halbe Welt geflogen, in Luxushotels untergebracht, fahren dann ein Fahrzeug und werden wieder nach Hause geflogen. Jetzt hat es mich auch einmal erwischt, glücklicherweise musste ich dafür in keiner langweiligen Dose herumrollern sondern konnte Motorrad fahren, die neue Scrambler von Ducati.

Für mich ging es nach Palm Springs in Kalifornien.

Himmel über Palm Springs

Himmel über Palm Springs

Dazu musste ich erst einmal zum Flughafen in Frankfurt. Mein Zug dorthin verließ pünktlich um 05:12 Uhr den heimischen Bahnhof. Einmal umsteigen und keine dreieinhalb Stunden später war ich da; gut, dass es nur 175 km sind. Einchecken am Automaten ging nicht aber am Schalter, Gepäck konnte ich dann direkt dort aufgeben. Nur durch die Sicherheitskontrolle kam ich nicht, denn die Polizei hat die für die Economy Class einfach dicht gemacht. Ich habe keine Ahnung, warum an der Gürtel raus-und-durch-Schleuse nach Ticketklasse gefilzt wird und es gab lustige Szenen als manche die Ihren Flieger erwischen wollten sich einfach selbst upgradeten und den Schalter wechselten um sich bei der Ersten Klasse befummeln zu lassen. Überhaupt verstehe ich den ganzen Aufwand nicht, wer soll durch diesen Quatsch beruhigt werden, die Passgiere, die Politiker oder die Stewardessen? Mich würde auch interessieren, wer beschlossen hat, dass eine aus Billigblech gepresste Schere aus dem Hotel-Nähset viel gefährlicher ist als die Stahlgabel, die im Flugzeug mit dem Essen serviert wird. Oder ob es einen Grund gab, die einzige offene Fußvolk-Sicherheitskontrolle zu schließen und die anderen acht einfach nicht zu öffnen bis die Schlange zur Passkontrolle reichte.

Ich wurde dann doch noch zum Flugzeug gelassen und konnte nach Los Angeles fliegen. Ducati Deutschland hat sich um die deutschen Journalisten und mich gekümmert. Wegen diesem Kümmern sind wir aus Deutschland einen Tag früher an die Westküste der USA gereist als die Italiener und Spanier, die mit uns zusammen in Palm Springs waren, damit der Jet Lag nicht zu groß wird. Super Idee, dafür ein extra Danke von mir.

Santa Monica

Santa Monica, vom Hotel aus gesehen

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Palm Springs wo das italienische Werk alles vorbereitet hatte.

Das Hotel in dem Ducati seine Container aufgeschlagen hat ist eine echte Empfehlung, ich werde hier bestimmt noch einmal hinkommen, wenn ich wieder mal in der Gegend bin. Was brauche ich fünf Sterne, wenn ich in meinem Zimmer einen Plattenspieler mit 5 LPs habe und ein Nachthemd, dass aus einem Stan & Olli Film stammen könnte?

Nachthemd

Nachthemd

Langspielplatten

Langspielplatten, in jedem Zimmer andere.

Plattenspieler Anleitung

Plattenspieler mit Anleitung

Herzlichen Glückwunsch für die Wahl des Ace Hotel für diesen Event.

Im Hotel gab es dann zuerst eine Geschenk Kiste und dann eine rund um die Uhr Bespaßung von Ducati. Am ersten Abend gab es zuerst die erwartete Modell- und Zubehörvorstellung mit Powerpoint und Co. Alles war zum Anfassen und Ausprobieren da, aber noch nicht für die Probefahrt.

Ducati Kiste

Ducatis Geschenke Kiste

Dafür gab es vier Mini-Burger zum Abendessen. Und zu jedem der vier kleinen Burger gehörte eine ganz spezielle Spezial-Bierspezialität. Nun steht amerikanisches Bier nicht im besten Ruf, und den Gesichtern der anderen an unserem Tisch zu urteilen wohl zu recht. Keiner hat alle vier Mini-Gläser ausgetrunken. Ich schon, aber ich bin auch kein Biertrinker sondern ein Nichts-Übrig-Lasser.

Dann ging es weiter mit erstklassiger Musik vom Vinyl, Tischtennis, Whirlpool, Lagerfeuer, Graffiti und so weiter.

Am nächsten Tag gab es dann erst Regen und dann eine eingekürzte Probefahrt, aber dazu habe ich ja bereits gebloggt. Abends ging es dann mit essen und feiern weiter bis die Flasche leer war und der Morgen kam. Glücklicherweise hatte ich bereits gepackt, denn es war schon wieder Abreisetag und so ging es erst mit alle Mann nach L.A. zum Flughafen und dann via Denver weiter nach Frankfurt und nach Hause.

Alles in allem war es ein tolles Erlebnis, und ich würde gerne an weiteren Präsentationen mitfahren, auch wenn sie am Ende der Welt stattfinden.
Jedoch seien wir mal ehrlich, Fahrberichte zur Scrambler gibt es demnächst wie Sand am Meer. Und wenn ich sehe, dass insgesamt zehn deutsche Journalisten (wenn ich mich jetzt mal mitzähle) die gleiche kurze Runde gefahren sind, dann kann dabei gar nicht viel verschiedener Content herumkommen. Hinzu kommt, die meisten der anwesenden Journalisten schreiben für mehr als eine Publikation. Schaut Euch an, was bei den amerikanischen Kollegen zur Ducati Scrambler veröffentlicht wurde, dann wird klar was ich meine. Und die Bilder sind auch überall ähnlich, weil alle an der Stelle vorbei fuhren, an der die Fotografen saßen. Die deutschen Papiermedien haben noch nicht gemerkt, dass es ein Internet gibt, dass macht meinen Bericht zu etwas Besonderem, aber das ist wohl ein deutscher Spezialfall. So gesehen macht es natürlich Sinn auch Blogger zu solchen Events zu laden zwinker-zwinker, denn dann ist der Bericht schnell online (so wie bei Welt.de und Motor-Talk) und nicht erst mit Erscheinen der Februar-Ausgabe. Davon ab können wir zusätzlich in-Time alle möglichen Kanäle wie Twitter, Facebook, Instagramm und Co. bedienen und #Hashtags (s.o.) verwenden. Und wenn wir jetzt den Zeitvorteil abziehen bleibt nur wieder ein weiterer Fahrbericht.
Da möchte ich lieber ganz andere Dinge machen und darüber schreiben. Die Scrambler hätte z.B. wunderbar in unsere Alpen-Runde gepasst, zu der es was bei Ernie, Heise und ein bisschen bei mir gibt.

Ich habe mich natürlich gefreut, als erster deutscher Blogger die Scrambler von Ducati fahren zu können. Mein Bericht war eher im Netz als die aktuelle Ausgabe der „Motorrad“ die auf dem Titel behauptet, die Scrambler exklusiv gefahren zu haben. Ich fand, es war schon ein exklusiver Event (danke @LeFronc für dieses Wortspiel) aber dennoch kein Grund, seinen Lesern ein X für ein U vorzumachen. Es tut der Glaubwürdigkeit der gedruckten Magazine nicht gut, wenn da so kreativ mit der Wahrheit umgegangen wird. Der Leser merkt das und entzieht Vertrauen und kauft entweder etwas anderes oder gar nicht mehr.

Nicht exklusiv gefahren

 

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Ducati Scrambler – gefahren #DucScr

Edit:
Hier geht es zum ersten Teil des Scrambler Vergleich Triumph vs. Ducati, den ich viel später als diese erste Begegnung gemacht habe.
Edit Ende

Ich muss es zugeben, als Ducati seine Scrambler-Kamapgne im Netz startete ließ es mich kalt. Ein weiterer Hersteller der geguckt hat, warum BMW so erfolgreich ist und einem Straßenmotorrad die Federbeine langzieht. Aus der R80 wird die G/S, aus der Z1000 die Versys, aus der LeMans die Stelvio, aus der VFR die Crosstourer und nun eben aus der Monster die Scrambler. Gähn.

Ganz so einfach hat Ducati es sich das dann aber doch nicht gemacht, die Scrambler soll nicht nur ein neues Modell werden sondern eine ganz neue Marken-Welt mit eigenen Werten darstellen. Das verspricht schon mal größere Chancen auf einen dauerhaft erfolgreichen Verkauf. BMW (die schon wieder) ist es bei den Autos mit dem Mini damals ja auch gelungen ein einzelnes Fahrzeug zu einer ganzen Marke zu erheben und hat dafür allerlei Zeug drumherum gebaut: Zeitschrift, Bekleidungslinie, Veranstaltungen und weiß der Geier was noch. Hat geklappt, heute gibt es den Mini in vielen verschiedenen Ausführungen in der dritten oder so Generation und, obwohl er kleiner als ein Golf ist und im Gegensatz zum englischen Original innen tatsächlich kleiner als außen, stehen die Straßen voll damit und die Leuten zahlen gerne einen Aufpreis dafür, dass es eben kein Kleinwagen sondern eine Erlebnismarke ist. Schein und Sein stehen bei diesem Ding in meinen Augen in einem eklatanten Gegensatz, aber des Menschen Wille ist sein Himmelsreich und niemand wird gezwungen sich so ein Ding zu kaufen.

Ducati Scrambler Tank Verkleidung

Die Scrambler ist nun eine Marke für Hippster, also dem bärtigen Jutetaschenträger im Ballungsraum der, seit dem er es aus der Realität in die Massenmedien geschafft hat, Ziel von Hohn und Spott ist, aber trotzdem von immer mehr Motorradmarken als lohnenswerte Zielgruppe definiert wird. Das H-Wort fällt jedoch nicht in der Präsentation, dort wird eher darauf hingewiesen, dass man eine Marke ohne Marktforschung dafür mit Mood-Boards und Spaß-Events u.ä. geschaffen habe. Wie es letztendlich passiert ist, ist mir egal, mich interessiert das Mopped.

Eine Markenwelt statt einem Mopped muss per se nichts schlechtes sein und wenn es funktioniert und die Straßen voller Scrambler anstatt von Minis sind ist es sogar gut. Je mehr Menschen Mopped fahren umso besser.

Harte Fakten zur Scrambler gab es im Vorfeld wenige. 800 Kubik, 75 PS, 8.500 Euro. Nichts was vor kurzem noch einen alte müde Katze hinter dem Ofen hervor locken konnte, galt es doch eine elektronische Software-Revolution zu gewinnen um Otto Normal davon zu überzeugen, dass 200 PS das neue Sicherheits-Wohlfühlsofa sind, erst auf dem Renner dann auf der SUV-Enduro. Und eine Ducati musste gefühlt immer teuer sein. Aber die Zeiten ändern sich seit Honda die NC und Yamaha die MTs nicht mehr nur als Zwischenschritt zum Topmodell verstehen sondern als richtiges Motorrad für lange. Hat man früher noch geheuchekle Sätzen wie „mehr PS braucht man eigentlich nicht“ gehört, weil man etwas anderes als das Trumpf-Ass des örtlichen Motorrad-Stammtischs fuhr, ist es heute immer öfter so, dass dieser Satz sogar ehrlich gemeint sein könnte.

Die Zahlen sind das eine, aber gut aussehen muss das Ding ja auch.

Alle die ich kenne und die den Scrambler auf Messen gesehen haben waren begeistert, so dass ich auch einen Blick riskiert habe. Ja, die Ducati sieht gut aus, endlich mal wieder. Entgegen dem was jeder sagt und schreibt verfügt nicht jedes Motorrad aus Bella Italia über ein gelungenes Design. Schon mal eine wirklich schöne Aprillia gesehen? Und auch Ducatis Designer haben nach der 900er Monster und der 916 eine längere Erfolgspause eingelegt.

Ihr merkt schon, meine Vorfreude auf den Scrambler hielt sich in engen Grenzen als die Einladung zur Probefahrt in Palm Springs kam. Die Freude, an diesem Event teilnehmen zu können war dagegen immens. Aber: Ich werde mich nicht von dem ganzen Bling-Bling täuschen lassen und nicht durch die Anstrengung der langen Anreise mürbe klopfen lassen sondern extrem objektiv sein.

Bei unserer Ankunft standen dann vier wirklich schöne Moppeds im Raum, die Scrambler in allen vier angebotenen Ausführungen: Icon, Classic, Full Throttle und Urban Enduro.

Ducati Scrambler Icon

Icon – Bild: Ducati

Sofort ging die Diskussion unter den mitreisenden Journalisten los, welche Ausführung denn die schönste sei und schnell wurden sich dabei alle einig, es sollte Model X mit Anbauteilen von Model Y und Z sowie einigem Zubehör sein. X, Y und Z waren bei jedem ein anderes Modell. Es wurde an Bauteilen geklopft, Stahltank, Alu-Lampe und Schutzbleche aus Alu oder Kunststoff, je nach Modell, erfühlt und das wirklich hervorragende Design gelobt. Nun darf man gutes Design nicht unbedingt mit Schönheit verwechseln (auch wenn ich es selbst oben angedeutet habe), denn Design ist ein Handwerk und Schönheit ist Geschmackssache. Die Scrambler und alle ausgestellten Anbauteile, mehr werden noch kommen, zeichnen sich jedoch durch gut gemachtes Design aus. Und was ich sehe finde ich sehr schön. Nur das ich keine Gepäckhaken sehe gefällt mir nicht. Sobald genügend Kunden fragen wo sie ihre Jogamatte, Strandmatte oder Ihr Longboard festmachen sollen wir da hoffentlich was kommen.

Bei der ersten Sitzprobe fällt mir der spitze Kniewinkel auf, mit 187 cm bin ich wohl immer am oberen Ende der Ducati-Größen-Skala, aber noch nicht zu groß. Je genauer ich hin schaue um so mehr gefällt mir der Scrambler und umso dringender will ich wissen, ob er auch in Bewegung Spaß macht. Leider dürfen wir erst am nächsten Tag los.
Und schon am Abend wird klar, dass wir uns nicht an den Original-Plan halten werden, denn es ist Regen angesagt. In Palm Springs regnent es nur selten. Die meisten Einheimischen sind sich sicher, dass es seit drei Jahren nicht mehr geregnet habe, manche denke es regne dort nie. Mir ist das eigentlich nicht nur egal, ich fahre sogar gerne bei Regen, aber da scheine ich der Einzige zu sein.

Ducati Scrambler Classic

Classic – Bild: Ducati

Morgens regnet es dann tatsächlich. Nun ist es jedoch so, dass Ducati ein paar Fotografen mitgebracht hat, damit jeder Journalist ein paar schöne Bilder für seine Zeitschrift mit nach Hause bringen kann. Für solche Fotos braucht man gutes Licht und für Bilder in Schräglage braucht man Asphalt mit guter Haftung. Die hiesigen Straße sind bei Nässe jedoch ziemlich rutschig wie mir mein Test mit den Stiefeln bestätigte. Also fuhren wir nicht sofort los sondern verbrachten unsere Zeit im Hotel mit warten.
Gnaaaaaaaa, da fliege ich um die halbe Welt um eben nicht Mopped zu fahren. Die amerikanischen Kollegen, die vor uns da waren, hatten Sonnenschein und das volle Fahrprogramm, wir dagegen bekommen von Ducati gelbe Ostfriesennerz-Regenkombis geliehen und warten auf das Ende des Wassers von oben oder wenigstens auf 11 Uhr. Das ist drei Stunden nach der geplanten Abfahrt. Da wir ja auch noch vor der Dunkelheit wieder im Hotel sein sollen wird die Strecke auf eine kurze hin-und-dann-wieder-zurück Fahrt von insgesamt ca. 90 km reduziert. Aber Zeit für eine zweistündige Mittagspause bleibt. Ich hätte da ja lieber mehr Kilometer gefressen auch ohne Fotografen, aber ich war der einzige Blogger (Yeah!) vor Ort und: könnt Ihr Euch einen Fahrbericht in der MO oder so (klingt besser als eine der anderen anwesenden Zeitschriften plus „oder so“) ohne Bilder vorstellen? Ducati auch nicht. Also wurde zu den Fotopunkten gefahren und das in der Gruppe.

Ducati Scrambler Full Throttle

Full Throttle – Bild: Ducati

Ich fahre ja gerne Mopped, aber das war dann doch etwas langsam, teilweise erreichten wir nicht einmal das Speed Limit. Bisher hatte ich immer nur von den schnellen italienischen Tourguides gehört, aber hier, wo der Carabinieri mit Rennsport-Herz gegen einen Sheriff mit Radarpistole getauscht wurde, mussten die schnellen Vor-Fahrer wohl zu Hause bleiben. Nun muss man mit der Scrambler ja auch nicht rasen und der Motor der Scrambler funktioniert sogar hervorragend bei langsamen Tempi. Im sechsten Gang bei wenig Drehzahlen läuft es immer noch rund und selbst ein Hirn befreites wildes Aufreißen der Drosselklappe kann den Motor dann nicht zum Verschlucken bringen, wunderbare Motorcharakteristik für den Stadtverkehr. Man muss den Motor jedoch nicht so niedrigtourig fahren, denn er dreht auch ganz flott hoch ohne dabei jedoch einen Leistungssprung zu machen. Es fühlt sich nach einer sehr linearen Leistungsentfaltung an, jedenfalls soweit ich das in der Gruppe feststellen konnte. Wenn man bei mittleren Drehzahlen noch schnell eine Ampel bei spätgelb erwischen möchte reicht der Dreh am Gas und zack, liegt die Kreuzung in der Vergangenheit. Das Fahrwerk ist für diese Bummelei ein bisschen zu straff abgestimmt, überfahrene Gullideckel und Schlaglöcher werden an den Fahrer weiter gemeldet. Für diese Fahrweise hätte ich lieber eine schaukelige Gemütlichkeit.

Ducati Scrambler Urban Enduro

Urban Enduro – Bild: Ducati

Endlich geht es auf den kleineren Highway 74, die Landstraße ruft, durch die Kurven rauf in die Berge, da wo die Fotografen lauern, soll es gehen. Und schon wenige Kurven später standen wir alle auf einem Parkplatz. Weil ja keiner der Herren Journalisten ein Gruppenfoto bekommen sollte wurden wir jetzt einzeln auf die Reise geschickt, mussten die Reihenfolge streng einhalten und mit mindestens 150 Meter Abstand fahren. Versucht das mal mit zwei Gruppen mit je 16 Moppeds die genau hintereinander fahren auf einer öffentlichen Straße. Was passiert da? Genau es sortieren sich ein paar Autos ein, die nicht auf dem Parkplatz auf das Startkommando warten sondern einfach von A nach B wollen. Es wird also weiterhin langsam durch die Kurven gefahren, die Schräglagenfreiheit der Scrambler kann so nicht getestet werden, gefühlt würde bei unserem Tempo nicht mal ein Serien-Cruiser mit den Rasten kratzen. Bei einer zweiten Fotostelle noch einmal das gleiche Spiel, dann kommt der Regen zurück.
Die meisten fahren offene Helme, einige wenige haben ein Tuch vor dem Gesicht. „Es ist das erste mal, dass ich mit einem offenen Helm im Regen fahre, das tut ja richtig weh!“ sagt mir einer der anwesenden Journalisten. Mir ist das früher regelmäßig passiert als eine SR 500 meine einziges Transportmittel war und ich Integralhelme doof fand. Ihr könnt Euch denken, dass wir wieder nicht das Tempolimit geschafft haben. An den Reifen liegt es nicht, denn der speziell für die Scrambler entwickelte Pirelli MT60 RS hat weniger Traktionsprobleme als meine Stiefel.
35 Meilen sind wir nach dem Start gefahren als wir zur Mittagspause einlaufen, und während ich auf mein Sandwich warte kann ich ein bisschen Zwischenfazit ziehen.

Ducati Scrambler Testgruppe

Trotz Regen und Bummeltempo habe ich Spaß. Der (oder heißt es die?) Scrambler funtioniert in der Stadt und auf der Landstraße gut und ich kann mir richtig vorstellen, wie viel Spaß es machen würde, wenn ich hier auf eigene Faust unterwegs wäre. Auch wenn ich gerne bei Regen fahre, vermisse ich doch die Ausblicke die ich von meinen vergangenen Reisen hierher noch kenne. Alle die Klischees ziehen an meinem geistigen Auge vorbei, ein Wochenende mit Freunden, draußen, ein Lagerfeuer, Faxen machen mit dem Mopped, in Zeitlupe und mit schrägem Midtempo Gitarrensound im Sixties-Style, so wie in alle diesen YouTube Werbefilmchen von den angesagten Mopped-Bauern mit Jeans-Sponsor. Der Scrambler passt da rein.

Aber jetzt will ich auch wissen, ob er mehr kann als bummeln.
Zurück geht es wieder die gleiche Strecke aber es gibt nur eine Stelle an der sich die Fotografen versammelt haben. Wir müssen uns jedoch ein bisschen beeilen, damit das mit dem Licht noch klappt. Na endlich!

So macht der Scrambler gleich doppelt Spaß. Wir lassen es nicht wirklich fliegen, aber jetzt werden auch schon mal Autos überholt. Der Asphalt trocknet ab, die Kurven werden schräger genommen, und es setzt nichts auf. Zügig kann der Scrambler also auch über die Landstraße, für die schnelle Genussrunde genau richtig. In den Kurven wackelt oder schaukelt nichts, und wenn der Fahrer den Kurvenverlauf falsch eingeschätzt hat, kann er über den breiten Lenker fein und unaufgeregt korrigieren. Ob die Scrambler sich beim Bremsen aufstellt habe ich vergessen zu testen, es hat zu viel Spaß gemacht, dass es endlich mal ordentlich lief. Ich fahre gerne einen runden Stil, dieses hektische Gas aufreissen und dann heftig zusammen bremsen ist nichts für mich und daher habe ich es auch nicht ausprobiert.
Ob der Scrambler dafür taugt eine neue Rekordzeit auf der Hausrunde aufzustellen weiß ich nicht, ich habe nicht mal eine Hausrunde. Was ich aber weiß ist, das Fahrwerk der Scrambler mag es gerne etwas schneller, dann werden auch die Schlampereien der Straßenbauer glatt gebügelt.

Kommen wir zur wichtigsten Frage, nach so einem Probefahrt: Würde ich mir den Scrambler kaufen?
Ja, aber mit zwei Aber.

Aber 1
Nicht so wie der in den Laden kommt, natürlich mit Gußlegen, aber mit dem niedrigen Lenker der Full Throttle, dem hohen Schutzblech der Urban Enduro und dem hohen Auspuff aus der Zubehörliste.

Aber 2
Ich habe eine #Hippe und ein #Luxusweibchen und momentan ist dazwischen kein Platz für ein drittes Fahrzeug. Aber ich könnte sie mir sogar als Ersatz für beide vorstellen.
Vielleicht kaufe ich sie mir doch …

Wieder im Lande mit Lesetipps

Jetzt bin ich zurück von meinem kurzen Ausflug nach Palm Springs und der Testrunde auf der Ducati Scrambler.

Natürlich musste ich auf dem Rückweg noch einen kleinen Umweg einlegen und einige Schmuddelmädchen besuchen

Bei Dirtgirls Zuhause: "Wir haben die unseren Gute – Nacht – Teddy hingelegt."

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und ein Konzert von Tanwogerk.

Jetzt muss ich erstmal einen Bericht für die BikerSzene schreiben und dann schreibe ich auch noch etwas für hier.

In der Zwischenzeit könnt Ihr Euch die Zusammenfassung der Live-Eindrücke auf Storify ansehen oder aber das Thema wechseln und mal nachlesen wie Ernie Troelf denn unser #Alpenschotter14 gefallen hat.

Mal eben über den Teich und die Ducati Scrambler testen #DucScr

Das Telefon klingelt, es ist bikerszene.de.

Hast Du von Mittwoch bis Samstag Zeit?

Ja.

Willst Du nach Kalifornien die neue Ducati Scrambler fahren?

Ja.

Dann gebe ich Deine Kontaktdaten an Ducati weiter.

Okay.

*Klick*

Wer hätte da anders geantwortet? Kalifornien mit dem Mopped!
Und ja, wir sind so cool, dass wir das ganze ohne einen Anflug von Emotion und professionell regeln.

Und morgen früh geht es dann tatsächlich los. Fünf Minuten nach Fünf fährt mein Zug hier los und bringt mich zum Flughafen. Von dort geht es mit dem Flieger nach Los Angeles, dann weiter mit dem Auto zum ersten Hotel am Strand und am nächsten Tag dann nach Palm Springs, wo dann die Moppeds warten. #Yeah!

Bisher habe ich die Ducati Scrambler unter „nettes Modeaccessoire“ abgelegt gehabt und mir nicht mal die Bilder richtig angesehen. Ich bin zwar ein Fan den V2-Sounds aus Bologna, bitte nicht mit dem Kartoffel-Gebrabbel aus Milwaukee vergleichen, aber das war es dann auch schon. So richtig was für mich, sind die Moppeds nicht. Klar, Ducati hatte auch mal schöne Motorräder im Programm, ich sage nur 916 oder die gute alte Monster 900, aber das war in der Zeit der klaren Linien. Heute sieht bei Ducati alles irgendwie verschwurbelt aus. Die Scrambler hat jedoch das Potential anders zu sein, hat sie doch einen luftgekühlten Motor und setzt nicht auf die High-Tech-mit-alles-Karte. Ich bin neugierig auf unsere erste echte Begegnung.

Bei einem Mode-Artikel ist die Optik mit das Wichtigste. Für mich ist das Aussehen meines eigenen Moppeds gar nicht wichtig, davon sehe ich beim Fahren immer nur wenig. Für mich muss es gut fahren. Und damit meine ich nicht, dass irgendein Rennprofi irgendwo in der Welt eine Hundertstel Sekunde schneller ist, sondern dass ich ordentlich darauf sitzen kann, und zwar ein paar Stunden am Stück, dass der Motor schaltfaul aber bei Bedarf oder Bedürfnis auch drehzahlgieirg fahrbar ist, das Fahrwerk stabil genug läuft um geradeaus zu kommen und trotzdem wieselflink durch die Kurven rollt. Wenn ich jetzt noch weiter als bis zur übernächsten Tankstelle komme und hinten Gepäck anrödeln kann, dann passt es. Das alles setze ich bei der Scrambler voraus und bin gespannt, ob es wirklich 800 ccm und 75 PS sein müssen oder ob 600 Kubic und 50 Pferde gereicht hätten.

So wohltuend die Abkehr von Ducatis Streben nach Prospekt-Superlativen ist, umso weniger schön für mich ist es jedoch, dass es von Mode-Lifestyle-Marketing-Gewäsch abgelöst wurde. Das liegt wohl an unserer Zeit, in der es einfach nicht mehr reicht, einfach nur ein gutes Motorrad zu bauen, denn moppedfahren ist aus der Mode geraten. Es muss daher gleich eine Markenwelt mit Erlebnisgarantie sein, wenn möglich noch mit lange herbeigeredeter Geschichte und Subkultur, so wie es Harley schon seit Jahrzehnten mit seinen Zahnwalt-Rockern vormacht. Selbst BMW versucht seit kurzem von der klappbehelmten Protektoren-Warnweste weg, hin zu einem jungen urbanen Erlebnismenschen-Fashion-Victim zu kommen. Ich wünsche den Herstellern viel Erfolg damit, denn wenn es klappt, haben wir wieder mehr Motorräder auf der Straße und Menschen die sie fahren. Ich muss jedoch versuchen, mich von dem ganzen Drumherum nicht abschrecken zu lassen.

Oder um es kurz zu sagen: Ich erwarte hinter dem Marketing-Blabla ein gut funktionierendes, anfängerfreundliches Motorrad, das gut aussieht und Spaß macht. Also in etwa das, was sich beim #motwunsch eine Menge Leute gewünscht haben.

Ich versuche zwischenzeitlich Updates auf allen Kanälen hochzuladen und mit dem Hashtag #DucScr für Ducati Scrambler zu versehen.

#motwunsch Linkliste

Ich hatte zur #motwunsch Blogparade zu aufgerufen und viele kamen.

Hier eine Linkliste, da Google bei der Blogsuche etwas langsam ist. Es ist keine Wertung in der Reihenfolge, sie ist alphabetisch sortiert. Da ich die Liste manuell erweitern werde, stehen jedoch die Beiträge die ich später finde weiter unten und sind nicht einsortiert.

Fehlt ein Beitrag? Bitte in den Kommentaren ergänzen. Ich werde dann die Liste erweitern und den Kommentar anschließend löschen um Dopplungen zu vermeiden.

Ihr seid weiterhin alle eingeladen zu dem Thema zu bloggen, egal was auf dem Kalender steht, vielleicht inspiriert Euch ja der eine oder andere Betrag. Kommentiert auch auf den jeweiligen Blogs und teilt die Links der Beiträge, die Euch gefallen haben.

Danke, dass Ihr mitgemacht habt!

Der gerappte Wunschzettel eröffnet die Linkliste:

Und es folgen die geschriebenen Beiträge, die ich gefunden habe.

#motwunsch – Ich wünsch mir was für 2015

Das ist mein Beitrag zur Blogparade #motwusch, bei der sich hoffentlich ganz viele Motorrad-Blogger etwas für das Jahr 2015 wünschen.

Bevor jetzt meine Liste kommt noch eine Bitte an die Leser dieses Beitrags. Kommentiert hier unter dem Beitrag was Ihr Euch wünscht, wenn Ihr keinen eigenen Beitrag geschrieben habt. Sucht nach weiteren Beiträgen zum #motwusch (z.B. bei Google) und lest auch auch dort. Teilt was Euch gefällt auf Facebook, Twitter, Google Plus, Ello, Path, Myspace, Yahoo Groups, Euren Lieblings-Forem und was Euch sonst noch so einfällt. Einen ersten Überblick, welche Blogs auch etwas schreiben wollen findet Ihr in den Kommentaren unter dem Aufruf zur #motwunsch Blogparade. Klickt auf den grünen Namen des Kommentators und Ihr landet auf seinem Blog.

Jetzt aber:

Motorräder
Ich besitze zwei Fahrzeuge, das #Luxusweibchen (Kawa ZX-12R) und die #Hippe (Honda CRF 250L).
Die kleine Honda ist mein Nahverkehrsmittel. Sie ist auch mein Nicht-Asphalt-Fahrzeug und Wintertransportmittel und muss als solches auch schon mal eine längere Anreise über die Autobahn durchführen. Dieses Jahr war ich in Mek-Pom und in den Alpen.
Die #Hippe ist ein tolles Mopped mit der alles geht. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die etwas besser gehen könnten. Da ist als erstes die Reichweite, der Tank ist nur 7,7 Liter klein. Es gibt keinen größeren Tank mit ABE und der ohne-ABE-Tank meiner Wahl ist momentan nicht in schwarz lieferbar.
Das zweite Problem der #Hippe ist die geringe Leistung. Die zusätzlichen PS hätte ich gerne für die Überführungsetappen auf der Autobahn und um bergauf ein paar km/h mehr auf die Uhr zu kriegen.
Beides zusammengefasst: Ich hätte gerne eine Hippe mit 12 Liter Tank und 40 PS bei gleichem Praxisverbrauch und 145 kg fahrbereit und vollgetankt.
Honda bietet keine CRF 450L an, hat jedoch ein paar 400ccm Motoren, die in anderen Ländern in Motorrädern oder Quads eingebaut werden. Da gibt es Potential.
KTM könnte die 390er Duke mit einer gleichgroßen Enduro ergänzen.
Suzuki hätte es da leichter, die könnten einfach die in den USA erhältliche DR-Z400 auch bei uns anbieten.
Noch besser gefällt mir die CCM 450 GP aber irgendwie habe ich wenig Vertrauen in die Ersatz und Verschleißteilversorgung so eines Exoten.

Modellpolitik
Wo sind denn die echten Sporttourer? Es gibt für die Straße nichts besseres als ein Motorrad, das letztens noch Rennen gewinnen konnte und nun mit einer Sitzposition die mehr Übersicht im Straßenverkehr bietet, ein paar Gepäckhaken für den Transport und einem Windschutz um ein paar Stunden entspannt mit 250 km/h über die Bahn zu rollern. Wer so ein Mopped hat muss es nicht wie eine GS oder RT auf dem Hänger (ja, gefühlt sind die meisten Moppeds die auf dem Hänger gen Süden gezogen werden ausgerechnet diese Touren-Eisen) in den Urlaub bringen sondern kann selber fahren, auch über die Bahn. Selber fahren macht nämlich immer mehr Spaß.
Und was ist mit den „vernünftigen“ Supersportlern, also denjenigen die größer als ein Supersportler aber kleiner als ein Superbike sind, die GSXR 750, die 800er F3 und die kleine Panigale. Wo sind die anderen Hersteller in dieser Klasse, BMW, Honda, Kawasaki, Triumph und Yamaha?
In beiden Klassen könnten sich eventuell Nachfolger für das #Luxusweibchen verbergen.

Kleidung und Zubehör
Hier in der #Provinz2 wo ich wohne gibt es einen Heini, eine Tante Louise und einen Polo, aber einen unabhängigen Händler gibt es nicht. In der #Provinz in der ich vorher gewohnt habe, gab es nur einen Polo. Bin ich der Einzige, der z.B. eine Kombi anprobieren will bevor er sie kauft? Und nicht nur das, ich möchte zum Vergleich auch noch eine zweite und eine dritte anfassen und überziehen.
Und Zubehör für die #Hippe gibt es auch nur von anderen Kontinenten.

Veranstaltungen
Auf der Baja habe ich gelernt, wie man nach Roadbook fährt und es macht mir sehr viel Spaß. Es gefällt mir besser als einfach nur einem vorgegebenen Pfad zu folgen. Für 2015 wünsche ich mir ein paar kleine Roadbook-Fahrten, gerne auch mit Ausflügen ins Gelände, damit ich das üben kann. Und das in der Nähe.

Moppedfahrer
Jetzt wo der Herbst angekommen ist, in manchen Ecken der Welt sogar schon der Winter, treffe ich draußen auf den Straßen fast nur noch Rollerfahrer. Warum? Leute, statt einem Chromglanz-Teures-Zubehör-Garagen-Bombers könntet Ihr Euch doch auch ein kleineres Moppeds kaufen oder statt der elektronisch einstellbaren Carbon-Titan-Upside-Down-Gabel einfach ein paar Liter Sprit und einen Satz Winterreifen und die Zeit zum fahren nutzen. Es macht irre viel Spaß durch Schnee zu pflügen, der bis fast zur Fußraste reicht, sich durch eine Regenfront zu kämpfen bis die ersten Sonnenstrahlen herauskommen, dem Typen mit dem Quad zu zeigen, dass man im Winter bei Schräglagen nicht automatisch umkippt.
Und wenn Ihr dann auch wieder den Spaß am Fahren entdeckt habt, dann seid einfach locker und entspannt, wenn ein paar Jungspunde mit Ihren kleinen alten und billigen Moppeds am selben Parkplatz wie Ihr stehen, feuert sie an und motiviert sie, weiter Mopped zu fahren.
Die Wahrheit ist, auch mit weniger als 600ccm macht das Fahren Spaß!

Politik
Von der Politik brauche ich mir gar nichts wünschen. Wenn es schon die Interessenverbände für die Motorradfahrer nicht schaffen auch nur ihre eigenen Existenz mitzuteilen. Auf motorradfrage.net wird der ADAC als erste Interessenvertretung genannt.  Dabei gäbe es so viel sinnvolles: Überholen im Überholverbot erlauben, die mittlere der zwei Spuren nutzen dürfen, Bus- und Taxispuren auch, auf dem Gehsteig parken dürfen und so weiter. Außerdem fände ich autofreie Sonntage wundervoll, oder wenigstens Streckensperrungen für PKW.

Off-Road
Ich möchte durch Wälder fahren dürfen, auf Wirtschafts- und Wanderwegen. Das wichtige Wort in dem vorstehenden Satz ist „dürfen“. Ich möchte auch mal richtig Enduro auf abgesperrtem Gelände fahren können ohne gleich 200 km anreisen zu müssen.

PKW
Fahrt doch mal ordentlich, konzentriert Euch aufs fahren, nicht auf Radio, Handy, Hörbuch, Internet, Beifahrer oder alles zusammen. Nutzt die rechte Spur und guckt bevor Ihr die Spur wechselt und blinkt nicht erst dann, wenn ihr schon drüben seid. Und wenn Ihr an der Kreuzung oder in der Ausfahrt steht guckt bevor Ihr losfahrt. Und ich meine gucken wie sehen und hinsehen.

Und noch was
Natürlich wünsche ich uns allen fürs nächste Jahr ein unfallfreies 2015 ohne von der Polizei angehalten zu werden.