Verkehrslärm Abwehrkampf

Dieses Jahr gab es wieder neue Streckensperrungen für Moppeds, nichts zu letzt, weil die Anwohner dachten, die Moppeds seien zu laut. Ich formuliere es so, weil der Sound einen Unterschied macht. Was als störenden Lärm empfunden wird, ist sehr subjektiv und hat nur wenig mit Dezibel zu tun. Trotzdem – oder gerade deshalb – stehen im Kfz-Schein Messwerte für Fahr- und Standgeräusch und keine lyrischen Geräusch-Beschreibungen. So kann mit entsprechendem Gerät belegt werden, ob der Verkehrslärm wirklich zu hoch ist und die Exekutive demnach aktiv werden müsste.

Starrenkasten

Gegen Raser und leere Stadtkassen stehen an viel zu vielen Ecken Starrenkästen, die Verkehrsteilnehmer fotografieren, die schneller fahren, als die Polizei erlaubt. Manchmal wird in Wohngebieten oder vor Schulen zwar gemessen, aber nicht geblitzt, sondern aus pädagogischen Gründen lediglich die gefahrene Geschwindigkeit angezeigt.

In Kanada

Verkehrslärm und Starrenkästen gibt es auch im Rest der Welt. In Edmonton, Kanada, hatte man die Idee, nicht die km/h, sondern die Dezibel zu messen und, als ersten Schritt, den Fahrern auf einem Display anzuzeigen. Gut gemeint ist nicht das Gleiche, wie gut gemacht, denn: Was macht der durchschnittliche Doof-Trottel wenn er liest, dass er nur 76,2 Dezibel Lärmverschmutzung produziert? Mehr Gas geben, denn: Krach machen macht Spaß [Englisch]! Fragt mal spielende Kinder oder Konzertbesucher, das ist nicht auf Menschen mit Verbrennungsmotor beschränkt.

Was ich daraus lerne

Einerseits gibt es Geräte, die Lärm messen und Fotos von denjenigen machen könnten, die zu laut sind. Warum werden solche Geräte nicht eingesetzt, wollen die Anwohner das nicht, weil Ihre Rasenmäher, Laubbläser und Kantenschneider zu laut sind?

Wenn die Kreisverwaltungen den Freizeit-Verkehr weg von Wohngebieten lenken wollen, dann könnten sie einfach Dezibelmesser mit Anzeigedisplay in die Pampa stellen und die Krachmacher dorthin locken. Keine Streckensperrung und Ruhe, was will der Anwohner mehr?

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Warum ich Mopped fahre

Letztens bin ich am Ufer des örtlichen Flüsschens entlang spaziert, als es nach lecker Grill-Fleich roch. Langer Rede kurzer Sinn, ich wurde von vollkommen Fremden zum Essen eingeladen und irgendwann kam das Gespräch auf Moppeds und die Frage: “Warum fährst Du eigentlich Mopped?” stand im Raum.
Überraschenderweise habe ich diese Frage so noch gar nicht hier im Blog beantwortet.

Womit denn sonst?

Andererseits ist es gar nicht so überraschend, dass ich das Thema hier noch nicht hatte, denn die Warum-Frage habe ich mir selbst noch nie gestellt. Wenn ich es auf nur einen einzigen rationalen Grund herunter brechen müsste, dann wäre es: Ich habe nur ein Mopped, womit soll ich denn sonst fahren?

Die Alternativen sind alle schlechter

Ich habe nur ein Mopped, weil es kein anderes Verkehrsmittel gibt, dass besser ist. ÖPNV ist langsamer, fährt nicht wohin und wann ich will, besonders außerhalb von Ballungsräumen. Aber auch in Ballungsräumen, wäre ich meistens nicht wirklich schneller, als wenn ich zu Fuß gehe.
ÖPFV funktioniert zumindest zwischen den Metropolen – und kann sogar preiswert sein, wenn die Fahrt nicht spontan erfolgen soll. Ist jedoch verdammt langweilig. Ich fahre lieber 13 Stunden mit dem Mopped über Kreisstraßen als 4,5 Stunden mit dem Zug.
Auto ist langsamer, unpraktischer, gefährlicher und dann auch noch langweiliger als Mopped. Beim Grillen musste ich das weiter ausführen, also mache ich das auch hier, weiter unten.
Fliegen ist für mich keine Alternative, obwohl ich mir Lebensumstände vorstellen kann, bei denen ein Helikopter im Garten doch eine sein könnte.

Schneller als ein Auto

Die FEMA (Federation of European Motorcyclists’ Associations) hat zuletzt 2017 verschiedene Verkehrsmittel im Pendelverkehr verglichen. Dazu haben die Interessenvertreter und -verbände für Moppeds in Belgien, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen und Schweden Testfahrten unternommen und Zeiten gemessen. (Link zum Mobilitätsvergleich). Die ganzen Versuche wirken auf mich nicht wissenschaftlich, liefern jedoch gute exemplarische Argumente für das Mopped als Pendlerfahrzeug. Warum BU, BVDM und Kuhle Wampe, die alle FEMA Mitglieder sind, nicht teilgenommen haben, weiß ich nicht.
Der Geschwindigkeitsvorteil, den Moppeds im Stadtverkehr haben, kommt dabei nicht vom besseren Leistungsgewicht (#Hippe: 22 PS bei 230 kg mit Fahrer entspricht in etwa einem 1.500 kg PKW mit 150 PS), sondern wird durch Vorfahren an die Ampel (Filtering) oder durch Benutzung der mittleren von zwei Spuren (Lane Splitting) erreicht. Beides ist hierzulande nicht durch die STVO gedeckt. Außerdem entfällt die Parkplatzsuche, wenn man auch hier nur den inoffiziellen Regeln folgt.
Dabei möchte ich nicht vergessen, dass Moppeds zusätzlich auch noch viel mehr Spaß machen.

Praktischer als ein Auto

Die Gründe, die ein Mopped schneller machen, machen es in meinen Augen auch praktischer. Wer keinen Wert auf vollumfängliche Rüstung legt, setzt einen Helm auf, steigt auf das vor der Tür stehende Mopped, fährt zum Ziel und parkt dort wieder direkt vor der Tür. Wocheneinkäufe passen auf den Gepäckträger, jedenfalls so wie ich einkaufe.Der Urlaub fängt direkt vor der Haustür an und nicht erst zwölf Staus später, wenn ich am Strand angekommen bin. Im Regen wird man nass und abends kann man keine drei Betrunkenen nach Hause fahren. Dafür kann man mittrinken und wird gefahren – wenn man das Taxi für alle zahlt, wenn man der ausgewählte Fahrer ist.
Außerdem macht es mit dem Mopped viel mehr Spaß.

Sicherer als ein Auto

Die meisten denken bei Sicherheit an notbremsassistierte Knautschzonen, in denen sie selbst den Aufprall überleben. Für mich bedeutet Sicherheit, keinen anderen über den Haufen zu fahren. Und falls ich dann doch einen Fehler gemacht habe und ein Unfall passiert ist, möchte ich dem anderen möglichst wenig Schaden zufügen. Ein Vorteil des Moppeds ist dabei die geringe Breite. Mit einem 2 m breiten Auto ist es leichter einen Fußgänger zu treffen, als mit einem 120er Vorderreifen. Wenn man dann doch trifft, dann mit weniger Kraft, denn Kraft ist Masse (230 kg bei der #Hippe und 1.500 kg beim Auto) mal Beschleunigung. Dort wo das Auto mit 1,5 Tonnen über den Fußgänger herüberrollt, wird das Mopped höchstwahrscheinlich neben dem Fußgänger stürzen. Und als letztes Argument, weil wir ja inzwischen in der Hauptsache-Ich-Verantwortlich-Sind-Andere-Gesellschaft leben: Wo der Autofahrer weiterfahren kann, ohne sich den überfahrenen Fußgänger im Rückspiegel ansehen zu müssen, werde ich am verletzten Fußgänger vorbei müssen, wenn ich mein Mopped wieder aufheben und abhauen will.
Statistiken von Versicherungsgesellschaften belegen regelmäßig, dass Moppedfahrer die besseren Autofahrer sind. Das kommt davon, dass man auf dem Mopped immer die Übersicht behalten und für die anderen mitdenken muss.
Egal, wie man als Einzelner für sich Sicherheit definiert, mit dem Mopped macht es einfach mehr Spaß.

Spaßiger als alles andere

Es gibt Menschen, die haben Spaß an Puzzle, Briefmarken, Fußball oder sonst was. Jedem Tierchen, sein Pläsierchen. Ich habe Spaß am Mopped. Mir fallen noch viele weitere Gründe ein, warum ich gerne Mopped fahre, aber Spaß ist der wichtigste. Andere Moppedfahrer haben aus anderen Gründen genauso viel Spaß an Ihren Zweirädern.

 

1-3-4-2 oder doch 1-3-2-4

Vor ca. einem Monat hatte ich in meinem Artikel über die halben V4 auch die Crossplane-Motoren von Yamaha angesprochen und für die Zukunft einen ausführlicheren Beitrag angekündigt. Jetzt habe ich ein Video in der Tube gefunden, dass diesen Artikel überflüssig macht, wenn man das Englisch des 20 minütigen Beitrags gut genug versteht.

Hier der Link, für alle, bei denen die Einbettung nicht funktioniert.

Über dieses Video bin auch auf den Kanal von William Moser aufmerksam geworden. William filmt Zündzeitpunkts-Simulationen (falls es dieses Wort gibt). Auf seinem Kanal gibt es auch Videos für die verschiedenen Zweizylinder-Reihenmotoren, die ich vor einiger Zeit beschrieben hatte.

Hier der Link zum 360° Twin.

Und zum moderneren 180° Twin.

Und zum Schluss der angesagte 270° Twin.

Und nach dem Schluss noch der Hinweis auf den Anfang, die Bedeutung der Überschrift, dort stehen nämlich die Zündreihenfolgen von Vierzylinder Reihenmotoren.

Fragen könnt Ihr gerne in die Kommentare packen.

 

Fehlende Sicherheitstechnik im Auto

Für Autos gibt es verdammt viele technische Helferlein – von denen die meisten gegen Geld extra gekauft werden müssen – die für immer mehr Sicherheit sorgen sollen.

  • ABS
  • ESP
  • Abstandsradar
  • Notbremsassistent
  • Totwinkelassistent
  • Verkehrszeichenerkennung
  • Fahrspurassistent
  • Nachtsichtmonitor
  • Müdigkeitssensoren
  • Ihr dürft die Liste in den Kommentaren gerne fortführen

Alle diese Helferlein sind dazu da, das Auto sicherer zu machen, damit der Fahrer keinen Unfall baut.

Ich finde es gut, dass damit viele Unfallursachen aktiv bekämpft werden. Natürlich geht es immer besser und daher habe ich einen Wunsch: ein Bauteil, dass in jedes neue Auto eingebaut werden sollte.

Liebe Autohersteller, bitte baut einen Störsender in jeden PKW, damit es im Innenraum keinen Empfang für Handy, Web, Radio und TV gibt, solange der Motor läuft. Auch nicht für den Beifahrer, der sonst dem Fahrer den neuesten Instagram-WhatsApp-Mist zeigt (oder Facebook, falls die Besatzung schon älteren Semesters ist). Weg mit der ganzen Unterhaltungselektronik!

Wer nicht fahren sondern Hörbuch hören will, der soll gefälligst den Zug nehmen.

Was ist mit Staumeldungen?
Die muss der Fahrer gar nicht wissen, es reicht, wenn die im Navi ankommen.
Und Geisterfahrer und Warnmeldungen?
Die können auch von der Sprachausgabe des Navis vorgelesen werden.

Ich habe einen Traum (Martin Griesi King Jr.)

Autofahrer die 100% Auto fahren!

P.S.
Ich komme da gerade drauf, weil ich gesehen habe, wie zwei schwer mit dem Handy beschäftigten Autofahrer hintereinander bei Rot über eine Fußgängerampel fuhren. Nur eine blitzschnell reagierende Mutter konnte verhindern, dass Ihr Kind unter die Räder kam.

 

Drei Idioten und ein Mopped

Liegt es an mir, an den Straßen, die ich fahre oder ist es überall so, dass die Bürgerkäfige immer schlimmer unterwegs sind?

Sonntag auf der Straße

Die letzte Etappe nach Hause führte über 50 km Autobahn. In dieser halben Stunde musste ich dreimal bremsen und ausweichen, um nicht über den Haufen gefahren zu werden. Dreimal!

Den Anfang machte ein Depp, der den Beschleunigungsstreifen nicht zum beschleunigen nutzte. Stattdessen wechselte er sofort auf die Fahrbahn, obwohl sich dort ein Fahrzeug – ich –  befand. Ich konnte bremsen und nach rechts (links war voll) auf den jetzt freien Beschleunigungsstreifen wechseln und habe überlebt.

Der Zweite war ein PKW, den ich überholen wollte, der bereits seit einiger Zeit hinter einem Wohnwagen herzockelte, obwohl es reichlich Möglichkeiten für einen Überholvorgang gab. Er wartete damit, bis ich fast auf Höhe seines Kofferraums war. Eine Notbremsung meinerseits reichte in diesem Fall, um nicht unter seine Räder zu kommen.
Insofern war die Drei beim Bremsen-Ausweichen oben zu 50% übertrieben.

Der König der Vollhonks

Der Dritte war die Krönung des Wegs. Auf einer dreispurigen Bahn fuhr er ständig in der Mitte, gefühlte drei km/h schneller als ich. Darauf stehe ich ja unheimlich, wenn jemand sowas macht.
Ich hatte wiederholt vor ihm auf die mittlere Spur gewechselt um zu überholen und dann wieder zurück, weil ich notorischer Rechtsfahrer bin. Blinken (ja, das mache ich tatsächlich) und Spurwechsel sind normalerweise gute  Gelegenheiten, von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen zu werden. Irgendwann war König Honk jedoch auf meiner Höhe und dann soweit vorbei, dass er mich in seinem toten Winkel hatte. Weil ich diese Position immer versuche zu vermeiden, ging ich vom Gas um ihn weiter vor zu lassen. Da flammten seine Bremslichter auf (obwohl die Spur vor ihm frei war) und er wechselte auf meine Spur. Fuck-fuck-fuck-fuck-fuck-fuck-fuck! Bremsen, ausweichen – böse rüber gucken!
Im Auto saß nur der Fahrer und er hatte nicht mal ein Handy in der Hand oder sonst was. Er sah aus, als würde er tatsächlich Auto fahren und hat natürlich nicht zu mir geguckt. Er hat aber auch nicht angestrengt in eine andere Richtung geguckt, so wie die Leute, die auf einmal realisieren, dass sie mich übersehen haben. Er hat einfach die Spur gewechselt, weil in 468 m seine Abfahrt kam.

Der Bonus-Idiot

Als wenn das noch nicht genug war konnte ich auf den 50 km noch einen Beinahe-Unfall beobachten. Mitten auf dem Beschleunigungsstreifen nach einem Rastplatz stoppte ein PKW und öffnete und schloss die Beifahrertür. Die war wohl nicht richtig zu. Direkt hinter dem PKW wollte ein Kleinbus mit einem Unfallwagen auf dem Anhänger auch auf die Bahn auffahren und musste natürlich wegen des Tür-auf-Tür-zu-Autos hart und bis zum Stillstand abbremsen.
Wer kommt auf die Idee, mitten auf dem Beschleunigungsstreifen anzuhalten? Und dann noch ohne in den Spiegel zu gucken? Hinter ihm hätte auch ein Fahrzeug mit ordentlicher Beschleunigung kommen können, statt eines schwer beladenen Büsschens mit Anhänger. Und warum macht der nicht mal den Warnblinker an? Warum ist die Straße überhaupt voller Idioten?

P.S.
Passt auf Euch auf da draußen und haltet Euch immer einen Fluchtweg frei.

 

Ein halber V4

Nein, es geht nicht um Panigale V4 gegen Panigale V2 und auch nicht um die Moppedversion eines Einstürzende Neubauten Albums oder einbeinige Hähnchen. Es geht um Reklame.

Der V4, der König der Motoren

Wenn es ein Mopped gibt, dass den V4 zum König der Motoren gemacht hat, dann Hondas RC 30. Natürlich gab es schon vorher V4 Motoren (und ich denke dabei nicht an den Ford Taunus P4), auch von Honda, aber die waren alle keine RC30.
In der MotoGP fahren Honda, Ducati, KTM und Aprilia mit V4.
Aprilia betrat den Superbike Straßenmarkt zwar mit einem V2, ersetze diesen recht zügig durch einen V4, der auch heute noch aktuell ist. Ducati hat gerade damit begonnen, auch auf der Straße den V4 zu etablieren.
Ja, ein V2 klingt in meinen Ohren besser und fährt sich aufregender, aber ein V4 kann den Rest besser.
Bei den Superbikes und Langstrecklern dominierten in den letzten Jahren die Reihenvierer, nicht weil sie konzeptionell überlegen sind, sondern weil die Teams, die diese Motoren einsetzen, besser sind und von den jeweiligen Werken unterstützt werden.

Reihenmotoren sind deutlich preiswerter zu produzieren als ein V4, weshalb er in der Großserie deutlich öfter eingesetzt wird. Hinzu kommt, dass das Image des Weltmeistermotors leichter nach unten bis in die Brot-und-Butter-Klasse herunter gereicht werden kann, wenn dort das gleiche Motorkonzept genutzt wird. Zumindest früher war es mal so, als 500er einen R4 Motor hatten. Heute wird  in der BuB-Klasse der 300 bis 700 Kubik meistens auf den Reihenzweizylinder gesetzt, der noch kostengünstiger zu produzieren ist, als ein Vierling, dafür ist der Imagetransfer schwerer. Außer …

Ein Halber König

Norton und Aprilia haben einen neuen Weg gefunden, das Image des großen Sportmotors in die kleineren Klassen zu transportieren.
Norton, die noch vor kurzem mit einem V4 Motor von Aprilia im eigenen Rahmen die Senior TT fuhren, bevor der eigene V4 fertig wurde. Und Aprilia, die vor kurzem noch Motoren an Norton lieferten.

Norton hat angekündigt, aus dem großen V4 Motoren kleinere Zweizylinder zu machen, indem die hinteren beiden weggelassen werden.
Während es sich bei Aprilia nur um Gerüchte [englisch] handelt (und um Wunschdenken meinerseits, denn ich traue Aprilia ein Landstraßen Traummopped zu) gab es von Norton eine echte  Ankündigung, die jedoch mittlerweile offline ist. Hier ein Link zu einer der zahlreichen Seiten, die die Meldung weiterverbreitet haben [englisch].

Eine halbe Idee

Ich finde, der halbe V4 ist eine gute Idee – eine gute Marketing Idee.
Und hoffentlich nur das, denn wenn der Motor wirklich ein halber V4 wäre, wäre er technischer Mist. Die Kräfte, die im inneren eines Motors wirken, sind nicht zu verachten. KTM konstruiert einen komplett neuen MotoGP Motor, weil die Drehrichtung der Kurbelwelle geändert werden soll. Das nur mal als Beispiel.
Da fällt es mir schwer zu glauben, dass man einfach so zwei Zylinder weglassen kann und trotzdem einen gut funktionierenden Motor erhalten sollte. Deshalb sage ich, dass es nur Reklame-Sprech ist. Die Motoren von Aprilia und Norton können natürlich trotzdem super werden.

Cross Plane

Ein gutes Beispiel für gute Motoren trotz Reklame-Sprech, ist Yamaha. Die mit CP2 (Zweizylinder mit 270° Kurbelwellenversatz), CP3 (Dreizylinder mit 120°) und CP4 (Vierzylinder mit 90°) bezeichneten Cross Plane Motoren sind alle erstklassig. Warum der Drilling kein Cross Plane und zusätzlich auch noch falsch in der Reihe ist, ist Stoff für einen späteren Beitrag. Hier soll genügen, dass es so ist.
Streng genommen braucht eine Kurbelwelle mindestens vier Kröpfungen, um ein Kreuz zu bilden, was auch den CP2 ausschließen würde. Aber auch das ist hier nicht das Thema, Zweizylinder hatte ich schon.
Also egal, was die PR-Abteilungen bei Norton und Aprilia schreiben, es sagt nichts darüber aus, wie gut die Motoren werden. Wenn wir dann trotzdem fast überall vom halben V4 lesen, sagt das mehr über die Nachplapper-Medien als über den Motor.

P.S.
Ducati hatte mal eine ähnliche Idee, hat einen V2 halbiert und daraus die Supermono entwickelt.

Kurven fahren in Holland

Als die Idee aufkam, zum Mopped fahren nach Holland zu reisen, musste ich an die Hollan-Video-Reihe bei Mopeten.tv denken. Leider sind die Filme inzwischen alle offline. Hach, ich wünschte, sie wären bei Vimeo oder einem anderen Anbieter zu finden.

Die gerade Kurve

Die Niederlande sind fast überall sehr flach und die Straßen gehen entsprechend häufig geradeaus. Das typische Mopped-Paradies sieht deutlich kurviger aus.
Aber: Es gibt den TET und der führt auch durch die Niederlande.

Der TET ist eine Runde durch Europa auf vornehmlich nicht asphaltierten Wegen. Da eine Freundin gerade auf dem Rückweg von skandinavischen TET war, trafen wir uns kurz vor Holland und fuhren von dort gemeinsam weiter, eine KTM 690 Enduro und die #Hippe.

Meistens gelten die in NL üblichen 80 km/h, das hier ist eine Ausnahme.

Sand

Kurz nach der Grenze ging es sofort runter von der Straße auf einen kilometerlangen, geraden Sandweg. Der Sand war extrem festgefahren und entsprechend fuhr es sich, wie auf einer staubigen Landstraße. Ein guter Anfang: schattig unter Bäumen und kühl entlang eines Kanals. Das mit dem Kanal sollte sich noch öfter wiederholen, manchmal auch mit weicherem Sand. Alles in allem sind die Wege neben den Kanälen gut zu fahren gewesen. Aber es gibt auch andere Strecken, solche mit richtig tiefem Sand, deutlich tiefer als alle Strecken, die ich bisher in Brandenburg und MeckPomm unter die Stollen genommen habe. Bei Sand gilt: je gröber, desto leichter zu fahren – hier war alles fein und weich …

Aquaplaning

Der Trick beim Fahren durch den Sand ist, so schnell zu fahren, dass man auf dem Sand fährt. Es ist quasi wie Aquaplaning, aber nicht im Aqua sondern im Sand. Wenn der Spruch: Wer bremst verliert, irgendwo gilt, dann hier. Geht man vom Gas . sinkt das Vorderrad schnell im Sand ein, verdreht sich und zack, liegt man auf der Seite. Das geht noch schneller, wenn man vorne bremst.

So ähnlich wie beim Aquaplaning ist es auch beim Sandplaning schwer, die Spur exakt zu halten. Die Räder rutschen und driften hin und her, jede kleine Unebenheit bringt das Mopped ein wenig vom Kurs ab. Man kann zwar die Richtung grob bestimmen, aber nicht, wie von der Straße gewohnt, auf den Millimeter genau. Der Kopf muss damit klarkommen, dass das Mopped nicht stur geradeaus läuft sondern in einem breiten Korridor auf Ziel zu hin und her rutscht und wedelt. Und noch schlimmer, wenn sich das Mopped schwer kontrollierbar anfühlt muss man Gas geben, schneller fahren, statt langsamer. Das geht gegen alle Straßen-Instinkte. Ich habe damit immer Probleme, aber immer weniger. Dieses Mal bin ich nicht einmal umgefallen – Hell #Yeah!

Umfallera

Aber ich war ja nicht alleine unterwegs, meine KTM-Begleitung hat ganz selbstlos alle Stürze auf ihre Kappe genommen. Nun ist ein Umfaller im weichen Sand so ziemlich der sicherste Umfaller, aber trotzdem doof. Und vor allem ist er schlecht für den Kopf, was, wie oben beschrieben, doppelt doof ist, denn der Kopf ist immer das größte Problem, wenn die Strecke schwierig wird. Wenn der dicht macht, klappt gar nichts mehr.
Wir haben dann erstmal einen Campingplatz angesteuert und übernachtet. Am nächsten Morgen war es jedoch noch nicht wirklich besser mit dem Knoten im Kopf. Glücklicherweise verlief neben vielen Sandstraßen ein Radweg. Ein asphaltierter Radweg. So konnte ich weiterhin üben, im tiefen Sand zu fahren und die KTM fiel nicht um. Aber dafür waren wir nicht hier und so brachen wir den TET ab und fuhren über kleine Straßen und durch niedliche Dörfchen zurück nach Hause, natürlich nicht ohne Vla und Frituur.

P.S.
Natürlich habe ich meine Kamera wieder zu Hause vergessen und so gibt es nur das Foto von oben.

P.P.S.
Wie auf dem Foto oben zu sehen ist, gibt es nicht nur Sandpisten, wir sind auch Schotter und Wiese gefahren.