Triumph Scrambler Ducati – #VogScramble Nachspiel

Es gibt noch so viele Kleinigkeiten, die ich in den bisherigen Beiträgen über Triumph Scramber und Scramber Ducati nicht erwähnt hatte.
Da ist zum Beispiel der Wendekreis der Scrambler. Für eine Ducati ist der sehr klein, die englische Lady braucht aber noch weniger Platz für eine Kehrtwende.
Oder die Spiegel, die an der Triumph viel weiter verstellt werden können als an der Duc. Das hatte zur Folge, dass ich bei der Triumph fast aus dem Augenwinkel sehen konnte, was sich hinter mir abspielt und nicht erst meinen Kopf relativ weit in Richtung Spiegel bewegen musste. Wäre es schlimm, hätte ich die Duc-Spiegel an der Aufnahme und mit einem Maulschlüssel in eine neue Position bringen können, es war aber nur ein bisschen störend.
Und dann ist da der Seitenständer, der die Triumph sehr schräg stehen lässt. Manchmal habe ich einen Stein oder Ast unter den Ständer gelegt, damit ich mich sicherer fühlte. War natürlich Quatsch, aber die Duc stand merklich aufrechter.
Und die Sache mit der Motorwärme. Ich bin nicht in Hipster-Jeans sondern in Textil-Kombi mit Lederverstärkung gefahren, da habe ich bei der Duc im Stadtverkehr ein bisschen vom Motor gemerkt, bei der Triumph, trotz dem hoch verlegten Auspuff gar nichts. Bei dünnerer Kleidung merkt man bestimmt eher was, aber wir hatten bis zu 35° (die Duc hat ein Themometer an Bord) und ich habe keine dünnere Sicherheitsbekleidung. Hotpants-Fahrer können Ihre Temperatur-Gefühle gerne unten in den Kommentaren verewigen.

In den Kommentaren könnt Ihr natürlich auch gerne Fragen stellen, wenn ihr was wissen wollt, das in meinen Artikeln nicht steht.

Vielleicht sollte ich noch ein paar Worte über unsere Strecken verlieren.
Wir hatten unser Zelt in Munster aufgeschlagen und von dort sind wir durch die südlichen Vogesen gekreiselt. Die Strecken hatte ich vorher mit Garmins Basecamp und der Openstreetmap Freizeitkarte Frankreich gebastelt. Einige der Wege auf der Strecke waren wohl eher für Fußgänger gedacht und so sind wir z.B. diese Treppe nicht runtergefahren.

Treppe

Aber das ist egal, denn in den Vogesen gibt es so viele schöne Strecken, da ist es fast egal, wo man lang fährt. Es gibt natürlich die bekannten Strecken über die gut ausgebauten Straßen, auf denen wir dutzende von Moppeds trafen, aber es gibt auch viele kleine Sträßchen, nicht viel breiter als ein Radweg, auf denen man meistens ganz alleine unterwegs ist. Ich war schon im Frühjahr mit der #Hippe dort unterwegs und werde bestimmt noch das eine oder andere mal dort hin fahren.

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Disclaimer: Die Scrambler wurden uns von Triumph und Ducati für die Testfahrt zur Verfügung gestellt.

P.S.
Nächstes Mal mache ich viel mehr Fotos, damit ich auch beim letzten Beitrag noch ein paar zur Auswahl habe und nicht nur Storche (oder Störche?).

Storche

Triumph Scrambler Ducati – Vergleich und Fazit #VogScramble Teil 4

Nach ein paar tollen Tagen Scrambler fahren und drei Blogbeiträgen wird es nun Zeit für ein Fazit und das ist gar nicht so einfach.

Ich hatte mit beiden Scramblern viel Spaß. Wie erwartet unterscheiden sich die Scrambler Ducati und die Triumph Scrambler in ihrem Charakter viel zu sehr, als dass man beide direkt vergleichen könnte.

Scrambler_Ducati_Front

Scrambler Ducati

Da ist einerseits die gelbe Ducati, der Straßenscrambler. Vor dem Eiscafe sieht sie aus wie ein unschuldiges kleines Modeaccessoire, vergleichbar einer kleinen Designer Damenhandtasche die nur schön ist aber zu klein um Handy und Brieftasche gleichzeitig Platz zu bieten. Wenn es dann aber auf die Straßen geht, zeigt sie ein anderes Gesicht. Ballerinagleich geht es durch den Stadtverkehr, das jeder Roller sich plump anfühlt um dann, vor den Toren der Stadt auf den Landstraßen ein Feuerwerk abzubrennen, dass schwer zu überholen ist.
Wahrscheilich wurde die Duc gebaut, um in der Stadt vor dem Cafe bewundert zu werden, dann als letzte (wenn keiner mehr gucken kann, weil ja alle schon weg sind) loszufahren, alle zu überholen und als erste oben am Pass zu stehen, damit sie wieder jeder (die anderen kommen ja erst noch) sie wieder bewundern kann. Das würde auch erklären, warum sie in Schlaglochhausen so schlecht funktioniert, denn da fährt ja niemand lang, der sie bewundern könnte.

Triumph_Scrambler_Front

Triumph Scrambler

Die Triumph ist da aus anderem Holz geschnitzt. Schön ist sie auch, aber sie wurde nicht für schnell gebaut, sondern für Genuss. Der Motor bietet schon bei geringer Drehzahl genug Kraft und Rundlauf um es auch mal ruhig angehen zu lassen, das Fahrwerk bügelt genug Unebenheiten aus um auch abseits perfekt gebauter Straßen einen Weg zu suchen. So kann die Triumph gemütlich in mitten einer Horde klischeehaft schleichender Harleys mitfahren und es passt. Wenn die Reisegruppe jedoch aus engagierteren Landstraßensurfern besteht, dann kann die Triumph auch da mithalten und es passt wieder. Und wenn es dann über Stock und Stein zum einsam gelegenen Waldsee gehen soll, dann funktioniert auch das ganz entspannt.

Testsieger

Da ich ja nun beide Moppeds für eine längere Tour zur Verfügung hatte passt das Griesis-Dauertester-wäre-okay-Rating nicht mehr wirklich. Und ich überlege, muss es bei so einem Vergleich eigentlich einen Sieger geben und wenn ja, woran könnte ich den festmachen und welches Mopped bekäme der Siegerkranz?
Letztendlich habe ich mich gefragt, wenn ich noch einmal eine solche Vogesentour fahren würde, welches der beiden Moppeds würde ich nehmen? Und da fällt die Antwort ganz leicht, das wäre nämlich die Triumph. Die funktioniert nicht nur besser abseits der topfebenen wunderschönen Landstraßen sondern die ist auch noch schwarz, tiefschwarz.

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Disclaimer:
Die Scrambler wurden uns von Triumph und Ducati für die Testfahrt zur Verfügung gestellt.

P.S.
Kaufen würde ich mir aber eher die Ducati, weil, wegen, also da gibt es eigentlich keinen vernünftigen Grund, ist halt so.

P.P.S
Auch wenn das hier schon das Fazit zu den Scramblern war, kommt bestimmt noch ein weiterer Artikel zur Vogesentour. Irgendwas ist halt immer.

Triumph Scrambler Ducati auf Schotter und Co. – Gefahren #VogScramble Teil 3

Ja ich weiß, und beide Pressesprecher haben uns darauf hingewiesen, die Scrambler Ducati und die Triumph Scrambler sind keine Enduros. Aber es sind Scrambler und beide Hersteller weisen darauf hin, dass sie Ihre Wurzeln in den Geländesportlern der Vergangenheit haben. Und was sind Geländesportler der Gegenwart? Enduros. Eine Tiger Explorer oder Multistrada sollen dagegen Enduros sein und irgendwie denke ich, dass die Scrambler dann auch mal eine Schotterstraße oder einen Waldweg unter die Räder nehmen können sollen.

Scrambler_Ducati_Tunnel

Die Duc macht es dem Fahrer jedoch nicht leicht. Auf platt gewalzten Schotterwegen funktioniert sie noch wunderbar, wird der Weg dann schlechter, wird das Fahren der gelben Icon schwerer. Die Federung bleibt steif und schickt jede Unebenheit an den Fahrer weiter. Der muss sich dann bemühen, dass diese Bewegungen sich nicht auf die rechte Hand übertragen, denn jede kleine Bewegung am Gasgriff wird sofort vom Motor in ordentlich viel Beschleunigung umgesetzt. Auf der glatten Straße ist das traumhaft, hier wird es dadurch schwierig die Linie zu halten. Da stellt sich mir die Frage, warum hat die Duc vorne und hinten 150 mm Federweg? Das ist mehr als eine Straßenmaschine durchschnittlich hat und wird hier nicht genutzt um die „Geländefähigkeiten“ zu verbessern. Stehend fahren hilft natürlich auch, so kann man mit den Knien wegfiltern, was die Federung durchlässt. Lenker und Fußrastenposition passen bei mir mit über 1,80m Höhe und auch bei @schrm mit unter 1,80.
Der fehlende Motorschutz an der Duc macht uns vorsichtig als die Route uns über immer wilder ausgesetzte Wege führt. Sind das wirklich noch Straßen oder schickt uns Herr Garmin hier über Wanderwege? Es ist fahrbar, also definieren wir es als Straße. Die Fußgänger die uns entgegenkommen grüßen, machen Platz und lassen uns durch, müssen wohl wirklich Straßen sein. Auf nur noch halbwilden Wegstrecken, wenn wir schneller fahren können, beginnt die Federung der Duc besser zu funktionieren. Wie auf Asphalt gilt: je schneller es wird, umso besser passt das Fahrwerk.
Aber, Hand aufs Herz, für viel mehr als einen geschotterten Parkplatz ist die gelbe Scrambler nicht gebaut, sie macht es dem Fahrer schon schwerer als nötig.

Triumph_Scrambler_Instrumente

Jetzt die Triumph: Das Datenblatt zeigt, sie ist mehr als 40kg schwerer, ein bisschen länger als die Italienerin und hat die kürzeren Federwegen, vorne straßenübliche 120 mm und hinten gar nur chopperhafte 106 mm. In der Theorie ist sie also noch weniger für die Wege jenseits der asphaltierten Straßen geeignet.
Aber: die Federung schluckt Unebenheiten und der Motor zieht das Mopped wie ein stoischer Traktor über alle Hindernisse. Angaben über die Bodenfreiheit konnte ich nicht finden, aber da die Triumph unter dem Motor eine solide wirkende Metallplatte hat, haben wir uns darüber keine Sorgen gemacht. Wie auch auf der Straße gilt hier wieder, je hubbeliger es wird, desto besser die Triumph.
Auch die Triumph fahren wir im stehen. Ich positioniere meine Füße immer sehr weit außen auf den Rasten, daher stört mich der rechtseitig verlegte Doppelauspuff nicht, bei @schrm sieht dagegen sehr o-beinig aus.
Die halbhoch verlegte Auspuffanlage hilft bei der Wasserdurchfahrt, die wir am Wegesrand sehen. Die ist tief genug, dass wir befürchten, der tief angebrachten Schalldämpfer der Duc könnte unter Wasser liegen. Da wir nur ein paar Aufnahmen machen wollen nehmen wir mit der Ducati die Brücke, die direkt nebenan steht und fahren mit der Triumph durch die Furt. Und weil es soviel Spaß macht, fahren wir wieder durchs Wasser zurück und wieder hin und nochmal zurück und dann für das Foto auf die Brücke.

Die Triumph ist keine Enduro im Sinne einer Wettbewerbs Hard-Enduro, macht es dem Fahrer aber sehr leicht, abseits befestigter Straßen zu fahren.

So, nachdem wir jetzt alles mal ausprobiert haben können wir nun wieder nach Hause fahren und ein Fazit ziehen, im nächsten Beitrag.

VogScramble

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Disclaimer:
Die Scrambler wurden uns von Triumph und Ducati für die Testfahrt zur Verfügung gestellt.

Triumph Scrambler Ducati auf Asphalt – Gefahren #VogScramble Teil 2

Zuerst geht es über die Autobahn. Die Triumph Scrambler rührt und schaukelt vor mir her, das sieht nicht gut aus. @Schrm fährt aber einfach weiter, wahrscheinlich sieht es schlimmer aus als es sich anfühlt. Als wir später tauschen merke ich das Rühren auch, aber wirklich schlimm fühlt es sich nicht an. Ob die Triumph bei mir wirklich weniger rührt müsste ein Dritter beurteilen der es von außen betrachtet, es fühlt sich jedenfalls nur nach einem weichen Fahrwerk an, nicht nach Geschlinger. Mit der linken Hand an der Gabel, dem rechten Unterarm waagerecht im Wind und ganz flach gauf dem Tank liegend klettert der Tache bis fast zur 190 hoch, da hat die Triumph aber noch nicht ausgedreht. Ihr merkt also, es ist nicht schlimm, sonst hätte ich das nicht ausprobiert.
Ein wenig überraschend ist, dass die Scrambler Ducati die Triumph nicht abschütteln kann, hat die Duc doch 75 PS und wiegt 190 kg (im KFZ Schein, im Katalog sind es 170 kg trocken, die Scheinangabe ist mit Öl und Sprit und Co.), während die Triumph ihre 230 kg mit nur 58 PS beschleunigen muss.
Dieses Phänomen werden wir auf unserer Reise noch öfter erleben. Klar beschleunigt die Duc über Tacho 140 schneller und hat eine höhere Endgeschwindigkeit, wir fahren jedoch nicht im luftleeren Raum sondern im Freitagsverkehr, da schließt die Engländerin immer wieder auf, weil die Duc vom Verkehr aufgehalten wird.

Triumph_Scrambler_Ducati_2

Runter von der Bahn, ab auf die Bundesstraße. Die Duc stürmt vorne weg, denn sie hat einen USB-Port unter dem Sitz mit dem wir unser Navi mit Strom versorgen. Die Triumph hält den Anschluss (bietet aber keinen Stromanschluss), aber das weichere Fahrwerk und der nicht so drehfreudige Motor sorgen dafür, dass es sich langsam anfühlt. Würden nicht ab und an die Fußrasten über den Asphalt kratzen, wähnte ich mich eher auf einer Kaffeefahrt als auf der Verfolgung der Ducati.
Wir kommen auf kleinere Straßen mit vielen Schlaglöchern. Das bemerke ich vor allem daran, dass die Ducati deutlich langsamer wird. Je schlechter die Straße wird umso lustiger hüpft @schrm auf dem Sattel herum. Ich merke von der schlechten Oberfläche fast gar nichts und philosophiere mit der britischen Lady noch darüber, warum ich English Breakfast Tea lieber am Nachmittag zum Gepäck als morgens zum Porridge trinke.
Je schlechter die Straßen werden, umso schneller ist die Triumph. Schnell wird die Triumph vor allem dadurch, dass sie so einfach zu fahren ist. Die weiche Federung schluckt alle Schlaglöcher und der Motor reagiert nicht nervös auf jeden Millimeter Gasgriffbewegung. Die Straße wird besser, die gelbe Duc beschleunigt wieder schneller und durch die höhere Schräglagenfreiheit kann sich auch schneller durch die Kurven, aber die nächste Schlaglochkaskade kommt bestimmt und schon ist die Triumph nicht nur dran sondern auch vorbei.

Triumph_Scrambler_Ducati_4

Wir tauschen wieder. Direkt von der Triumph kommend fällt mir erst auf, wie knapp der Sitzplatz der Duc geschnitten ist. Die Engländerin bietet mehr Bewegungsfreiheit, wie eine Jogginghose im Vergleich zu einem Maßanzug. Das ist natürlich nur ein sehr theoretischer Vergleich, denn eine englische Lady würde niemals eine Jogginghose anziehen, zur Passform von Tweet-Kostümen kann ich aus eigener Erfahrung jedoch nichts sagen. Wo ich auf der Triumph nachlässig durch die Gegend fahren konnte, möchte die Duc sportlich aktiv bewegt werden, gerne auch in einem kleineren Gang bei höheren Drehzahlen, da hört sich der Motor nicht nur besser an, der Sound ab 6.000 U/min sollte verschreibungspflichtig sein, Gasgriffbewegungen werden auch weicher in Drehzahländerung umgesetzt als unten herum. Je schneller man die Duc über Schlaglöcher prügelt um so besser arbeitet auch das Fahrwerk. Nun ist es aber so, dass eine kleine unübersichtliche Straße voller Schlaglöcher und Rollsplitt nicht die beste Gegend für hohe Geschwindigkeiten ist. Also fahre ich dort langsam und lasse mich von Gabel und Federbein durchschütteln, nicht durchrühren wie auf der Autobahn mit der Triumph.

Triumph_Scrambler_Ducati_3

Unvorsichtige Superbikes kann man mit der Italienerin leicht richten, aber auch mit der Triumph komme ich vorbei, wenn ich den Nicht-Parallel-Twin entgegen seines Charakters ausdrehe. Die Triumph kann schnell, allerdings muss man mit der Hinterradbremse vorsichtig sein, nach meinem Geschmack blockiert das Hinterrad zu schnell, eine defensivere Abstimmung gefiele mir besser. Einen sechsten Gang habe ich nie vermisst.

Halten wir also fest, je schlechter die Straße, desto besser die Triumph.

Jetzt geht es jedoch runter vom Asphalt und auf Schotter, aber das ist ein anderer Blogbeitrag.

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Disclaimer:
Die Scrambler wurden uns von Triumph und Ducati für die Testfahrt zur Verfügung gestellt.

Triumph Scrambler Ducati – Geguckt #VogScramble Teil 1

Ducati und Triumph bauen beide Moppeds, die auf den Namen Scrambler hören. Was liegt also näher, als beide zu nehmen und damit eine Runde durch die Vogesen zu drehen? Glücklicherweise fiel den beiden Herstellern auch nichts besseres ein und so stellten sie @schrm und mir je eine Scrambler zur Verfügung. Vielen Dank dafür.

Ich holte die Scrambler bei Ducati ab und brachte sie über die Autobahn zum Treffpunkt. Die Duc in der Icon Ausführung war so, wie ich sie in Erinnerung hatte, wunderschön und gelb, das Fahrwerk straff und der Motor lebhaft. Die offene und aufrechte Sitzposition ist jedoch nicht für die Autobahn gemacht. Geschwindigkeiten über Tacho 150 empfinde ich auf Dauer als anstrengend, da hilft nur Kopf runter nehmen und um sich besser gegen den Wind stemmen zu können, die Füße auf die Soziusrasten, so sind auch Tempi bis zu Tacho 208 drin, wenn die roten Warnlämpchen das Drehzahllimit ankündigen.
Langsamer fahren ginge natürlich auch.

Triumph_Scrambler_Ducati

Am Treffpunkt angekommen wartet die Triumph Scrambler in schwarz, ach was sage ich, in tiefschwarz. Wenn man mit dieser Triumph durch die Lackierstraßen beim Daimler oder sonst wem fährt werden sich die Lack-Roboter auf der Stelle selbst entleiben und die Qualitätssicherung wird sich von Weinkrämpfen geschüttelt nie wieder aus dem dunklen Keller hervor trauen. Schwarz ohne Orangenhaut ist möglich.

Hier stehen also zwei Moppeds, die gar nicht so viel gemein haben, außer dem Namen und die Anzahl an Rädern und Zylindern, Augen in Auge auf dem Parkplatz.
Die Triumph feiert die gute alte Zeit des British Motorbike Empire, als der Paralleltwin die Macht auf der Landstraße war: Faltenbelege an der Gabel, Kniekissen am Tank, klassisches Lenkerschloss am Steuerrohr und zwei Federbeine hinten. Manchmal wird die Klassik zur Fassade, wenn die Einspritzanlage aussieht als seien es Vergaser an dem sogar ein „Chokehebel“ angebracht wird mit dem die Drehzahl angehoben wird. Auch der Motor entspricht nicht dem klassischen Muster, zwar stehen die zwei luftgekühlten Zylinder parallel nebeneinander, aber die Hubzapfen sind um 270° versetzt und nicht um 360°. Die Triumph ist halt nicht nur ein Nachbau von früher.
Schöne Details finde ich an jeder Ecke, die Blinker, das vordere Schutzblech mit der Sicke, der Triumph Schriftzug hinten auf der Sitzbank und natürlich die Auspuffführung, die nicht nur erstklassig aussieht sondern auch funktionale Vorteile gegenüber der unten liegenden Version der Bonneville bietet. In dieser Höhe setzen die Schalldämpfer nicht sofort nach den Fußrasten in Kurvenfahrt auf, und sind auch aus dem Weg, wenn der Weg grob steinig wird. In hoch gelegte Schalldämpfer läuft auch das Wasser bei einer Flußdurchfahrt nicht so leicht hinein. Hier auf dem Parkplatz mag sich das noch theoretisch anhören, im Laufe unserer Tour durch die Vogesen werden sie sich als sehr praktisch erweisen. Einen Nachteil hat die Krümmerführung jedoch auch, das rechte Bein wird auf Abstand vom Mopped gehalten. Irgendwas ist halt immer.

Triumph_Scrambler_Krümmer Triumph_Scrambler_Blinker Triumph_Scrambler_Schutzblech

Ja die Triumph sieht verdammt gut aus, neben der Ducati aber auch verdammt alt. Das ist aber so gewollt, von beiden Firmen.

Ducati hatte in der Vergangenheit nie einen Scrambler mit V2 Motor (oder L2, wie in letzter Zeit wegen der Einbaulage öfter geschrieben wird) gebaut. Also blieb Ducati nichts anderes übrig, als die alten Scramber neu zu interpretieren. Und was für eine tolle Interpretation das geworden ist. Im Detail mindestens so schön wie die Triumph, wenn auch einer modernen Optik verpflichtet. Die Ballance zwischen klassisch und modern stimmt ebenso wie die zwischen Verspieltheit und Purismus. Nur die Blinker wirken wie eine billige Fertiglösung aus dem Zubehör, umso mehr, als sie in unmittelbarer Nähe zu dem tollen Scheinwerfer und dem schönen Rücklicht angebracht wurden. Den Markennamen hinten auf der Sitzbank hat die Ducati auch, aber nicht dezent wie die Triumph sondern leuchtend weiß.

Scrambler_Ducati_Auspuff Scrambler_Ducati_Blinker Scrambler_Ducati_Sitz

Im Laufe unserer Tour wird die Ducati mehr Blicke auf sich ziehen als die Triumph.

Genug geguckt, ich will los ,aber das ist ein anderer Blogbeitrag.

Es geht zum scramblen in die Vogesen #VogScramble

Schon auf der Premierenrunde der Scrambler mit dem Nachnamen Ducati wusste ich, dass ich mit dem Mopped nochmal und länger fahren will.
Schon auf meiner Premierenrunde der Scrambler mit dem Vornamen Triumph wusste ich, dass ich mit dem Mopped nochmal und länger fahren will.

Und jetzt ist es konkret. Wir, dass sind @Schrm und ich, fahren ab dem 10. Juli mit den beiden Scramblern in die Vogesen.

Wald in den Vogesen

Die Moppeds dazu bekommen wir von den jeweiligen Importeuren gestellt, dafür schon mal vielen Dank.

Auch wenn beide Moppeds sehr viel unterschiedlicher sind, als der gleichlautende Name vermuten lässt, habe beide Pressesprecher uns das Gleiche mit auf den Weg gegeben:

Das ist keine Enduro.

Natürlich nicht, das sind ja Scrambler.

P.S.
Wir werden versuchen Euch unterwegs auf dem Laufenden zu halten, achtet auf den Hashtag #VogScramble bei Twitter, Facebook, Instagram und Co.

Ducati Scrambler – gefahren #DucScr

Edit:
Hier geht es zum ersten Teil des Scrambler Vergleich Triumph vs. Ducati, den ich viel später als diese erste Begegnung gemacht habe.
Edit Ende

Ich muss es zugeben, als Ducati seine Scrambler-Kamapgne im Netz startete ließ es mich kalt. Ein weiterer Hersteller der geguckt hat, warum BMW so erfolgreich ist und einem Straßenmotorrad die Federbeine langzieht. Aus der R80 wird die G/S, aus der Z1000 die Versys, aus der LeMans die Stelvio, aus der VFR die Crosstourer und nun eben aus der Monster die Scrambler. Gähn.

Ganz so einfach hat Ducati es sich das dann aber doch nicht gemacht, die Scrambler soll nicht nur ein neues Modell werden sondern eine ganz neue Marken-Welt mit eigenen Werten darstellen. Das verspricht schon mal größere Chancen auf einen dauerhaft erfolgreichen Verkauf. BMW (die schon wieder) ist es bei den Autos mit dem Mini damals ja auch gelungen ein einzelnes Fahrzeug zu einer ganzen Marke zu erheben und hat dafür allerlei Zeug drumherum gebaut: Zeitschrift, Bekleidungslinie, Veranstaltungen und weiß der Geier was noch. Hat geklappt, heute gibt es den Mini in vielen verschiedenen Ausführungen in der dritten oder so Generation und, obwohl er kleiner als ein Golf ist und im Gegensatz zum englischen Original innen tatsächlich kleiner als außen, stehen die Straßen voll damit und die Leuten zahlen gerne einen Aufpreis dafür, dass es eben kein Kleinwagen sondern eine Erlebnismarke ist. Schein und Sein stehen bei diesem Ding in meinen Augen in einem eklatanten Gegensatz, aber des Menschen Wille ist sein Himmelsreich und niemand wird gezwungen sich so ein Ding zu kaufen.

Ducati Scrambler Tank Verkleidung

Die Scrambler ist nun eine Marke für Hippster, also dem bärtigen Jutetaschenträger im Ballungsraum der, seit dem er es aus der Realität in die Massenmedien geschafft hat, Ziel von Hohn und Spott ist, aber trotzdem von immer mehr Motorradmarken als lohnenswerte Zielgruppe definiert wird. Das H-Wort fällt jedoch nicht in der Präsentation, dort wird eher darauf hingewiesen, dass man eine Marke ohne Marktforschung dafür mit Mood-Boards und Spaß-Events u.ä. geschaffen habe. Wie es letztendlich passiert ist, ist mir egal, mich interessiert das Mopped.

Eine Markenwelt statt einem Mopped muss per se nichts schlechtes sein und wenn es funktioniert und die Straßen voller Scrambler anstatt von Minis sind ist es sogar gut. Je mehr Menschen Mopped fahren umso besser.

Harte Fakten zur Scrambler gab es im Vorfeld wenige. 800 Kubik, 75 PS, 8.500 Euro. Nichts was vor kurzem noch einen alte müde Katze hinter dem Ofen hervor locken konnte, galt es doch eine elektronische Software-Revolution zu gewinnen um Otto Normal davon zu überzeugen, dass 200 PS das neue Sicherheits-Wohlfühlsofa sind, erst auf dem Renner dann auf der SUV-Enduro. Und eine Ducati musste gefühlt immer teuer sein. Aber die Zeiten ändern sich seit Honda die NC und Yamaha die MTs nicht mehr nur als Zwischenschritt zum Topmodell verstehen sondern als richtiges Motorrad für lange. Hat man früher noch geheuchekle Sätzen wie „mehr PS braucht man eigentlich nicht“ gehört, weil man etwas anderes als das Trumpf-Ass des örtlichen Motorrad-Stammtischs fuhr, ist es heute immer öfter so, dass dieser Satz sogar ehrlich gemeint sein könnte.

Die Zahlen sind das eine, aber gut aussehen muss das Ding ja auch.

Alle die ich kenne und die den Scrambler auf Messen gesehen haben waren begeistert, so dass ich auch einen Blick riskiert habe. Ja, die Ducati sieht gut aus, endlich mal wieder. Entgegen dem was jeder sagt und schreibt verfügt nicht jedes Motorrad aus Bella Italia über ein gelungenes Design. Schon mal eine wirklich schöne Aprillia gesehen? Und auch Ducatis Designer haben nach der 900er Monster und der 916 eine längere Erfolgspause eingelegt.

Ihr merkt schon, meine Vorfreude auf den Scrambler hielt sich in engen Grenzen als die Einladung zur Probefahrt in Palm Springs kam. Die Freude, an diesem Event teilnehmen zu können war dagegen immens. Aber: Ich werde mich nicht von dem ganzen Bling-Bling täuschen lassen und nicht durch die Anstrengung der langen Anreise mürbe klopfen lassen sondern extrem objektiv sein.

Bei unserer Ankunft standen dann vier wirklich schöne Moppeds im Raum, die Scrambler in allen vier angebotenen Ausführungen: Icon, Classic, Full Throttle und Urban Enduro.

Ducati Scrambler Icon

Icon – Bild: Ducati

Sofort ging die Diskussion unter den mitreisenden Journalisten los, welche Ausführung denn die schönste sei und schnell wurden sich dabei alle einig, es sollte Model X mit Anbauteilen von Model Y und Z sowie einigem Zubehör sein. X, Y und Z waren bei jedem ein anderes Modell. Es wurde an Bauteilen geklopft, Stahltank, Alu-Lampe und Schutzbleche aus Alu oder Kunststoff, je nach Modell, erfühlt und das wirklich hervorragende Design gelobt. Nun darf man gutes Design nicht unbedingt mit Schönheit verwechseln (auch wenn ich es selbst oben angedeutet habe), denn Design ist ein Handwerk und Schönheit ist Geschmackssache. Die Scrambler und alle ausgestellten Anbauteile, mehr werden noch kommen, zeichnen sich jedoch durch gut gemachtes Design aus. Und was ich sehe finde ich sehr schön. Nur das ich keine Gepäckhaken sehe gefällt mir nicht. Sobald genügend Kunden fragen wo sie ihre Jogamatte, Strandmatte oder Ihr Longboard festmachen sollen wir da hoffentlich was kommen.

Bei der ersten Sitzprobe fällt mir der spitze Kniewinkel auf, mit 187 cm bin ich wohl immer am oberen Ende der Ducati-Größen-Skala, aber noch nicht zu groß. Je genauer ich hin schaue um so mehr gefällt mir der Scrambler und umso dringender will ich wissen, ob er auch in Bewegung Spaß macht. Leider dürfen wir erst am nächsten Tag los.
Und schon am Abend wird klar, dass wir uns nicht an den Original-Plan halten werden, denn es ist Regen angesagt. In Palm Springs regnent es nur selten. Die meisten Einheimischen sind sich sicher, dass es seit drei Jahren nicht mehr geregnet habe, manche denke es regne dort nie. Mir ist das eigentlich nicht nur egal, ich fahre sogar gerne bei Regen, aber da scheine ich der Einzige zu sein.

Ducati Scrambler Classic

Classic – Bild: Ducati

Morgens regnet es dann tatsächlich. Nun ist es jedoch so, dass Ducati ein paar Fotografen mitgebracht hat, damit jeder Journalist ein paar schöne Bilder für seine Zeitschrift mit nach Hause bringen kann. Für solche Fotos braucht man gutes Licht und für Bilder in Schräglage braucht man Asphalt mit guter Haftung. Die hiesigen Straße sind bei Nässe jedoch ziemlich rutschig wie mir mein Test mit den Stiefeln bestätigte. Also fuhren wir nicht sofort los sondern verbrachten unsere Zeit im Hotel mit warten.
Gnaaaaaaaa, da fliege ich um die halbe Welt um eben nicht Mopped zu fahren. Die amerikanischen Kollegen, die vor uns da waren, hatten Sonnenschein und das volle Fahrprogramm, wir dagegen bekommen von Ducati gelbe Ostfriesennerz-Regenkombis geliehen und warten auf das Ende des Wassers von oben oder wenigstens auf 11 Uhr. Das ist drei Stunden nach der geplanten Abfahrt. Da wir ja auch noch vor der Dunkelheit wieder im Hotel sein sollen wird die Strecke auf eine kurze hin-und-dann-wieder-zurück Fahrt von insgesamt ca. 90 km reduziert. Aber Zeit für eine zweistündige Mittagspause bleibt. Ich hätte da ja lieber mehr Kilometer gefressen auch ohne Fotografen, aber ich war der einzige Blogger (Yeah!) vor Ort und: könnt Ihr Euch einen Fahrbericht in der MO oder so (klingt besser als eine der anderen anwesenden Zeitschriften plus „oder so“) ohne Bilder vorstellen? Ducati auch nicht. Also wurde zu den Fotopunkten gefahren und das in der Gruppe.

Ducati Scrambler Full Throttle

Full Throttle – Bild: Ducati

Ich fahre ja gerne Mopped, aber das war dann doch etwas langsam, teilweise erreichten wir nicht einmal das Speed Limit. Bisher hatte ich immer nur von den schnellen italienischen Tourguides gehört, aber hier, wo der Carabinieri mit Rennsport-Herz gegen einen Sheriff mit Radarpistole getauscht wurde, mussten die schnellen Vor-Fahrer wohl zu Hause bleiben. Nun muss man mit der Scrambler ja auch nicht rasen und der Motor der Scrambler funktioniert sogar hervorragend bei langsamen Tempi. Im sechsten Gang bei wenig Drehzahlen läuft es immer noch rund und selbst ein Hirn befreites wildes Aufreißen der Drosselklappe kann den Motor dann nicht zum Verschlucken bringen, wunderbare Motorcharakteristik für den Stadtverkehr. Man muss den Motor jedoch nicht so niedrigtourig fahren, denn er dreht auch ganz flott hoch ohne dabei jedoch einen Leistungssprung zu machen. Es fühlt sich nach einer sehr linearen Leistungsentfaltung an, jedenfalls soweit ich das in der Gruppe feststellen konnte. Wenn man bei mittleren Drehzahlen noch schnell eine Ampel bei spätgelb erwischen möchte reicht der Dreh am Gas und zack, liegt die Kreuzung in der Vergangenheit. Das Fahrwerk ist für diese Bummelei ein bisschen zu straff abgestimmt, überfahrene Gullideckel und Schlaglöcher werden an den Fahrer weiter gemeldet. Für diese Fahrweise hätte ich lieber eine schaukelige Gemütlichkeit.

Ducati Scrambler Urban Enduro

Urban Enduro – Bild: Ducati

Endlich geht es auf den kleineren Highway 74, die Landstraße ruft, durch die Kurven rauf in die Berge, da wo die Fotografen lauern, soll es gehen. Und schon wenige Kurven später standen wir alle auf einem Parkplatz. Weil ja keiner der Herren Journalisten ein Gruppenfoto bekommen sollte wurden wir jetzt einzeln auf die Reise geschickt, mussten die Reihenfolge streng einhalten und mit mindestens 150 Meter Abstand fahren. Versucht das mal mit zwei Gruppen mit je 16 Moppeds die genau hintereinander fahren auf einer öffentlichen Straße. Was passiert da? Genau es sortieren sich ein paar Autos ein, die nicht auf dem Parkplatz auf das Startkommando warten sondern einfach von A nach B wollen. Es wird also weiterhin langsam durch die Kurven gefahren, die Schräglagenfreiheit der Scrambler kann so nicht getestet werden, gefühlt würde bei unserem Tempo nicht mal ein Serien-Cruiser mit den Rasten kratzen. Bei einer zweiten Fotostelle noch einmal das gleiche Spiel, dann kommt der Regen zurück.
Die meisten fahren offene Helme, einige wenige haben ein Tuch vor dem Gesicht. „Es ist das erste mal, dass ich mit einem offenen Helm im Regen fahre, das tut ja richtig weh!“ sagt mir einer der anwesenden Journalisten. Mir ist das früher regelmäßig passiert als eine SR 500 meine einziges Transportmittel war und ich Integralhelme doof fand. Ihr könnt Euch denken, dass wir wieder nicht das Tempolimit geschafft haben. An den Reifen liegt es nicht, denn der speziell für die Scrambler entwickelte Pirelli MT60 RS hat weniger Traktionsprobleme als meine Stiefel.
35 Meilen sind wir nach dem Start gefahren als wir zur Mittagspause einlaufen, und während ich auf mein Sandwich warte kann ich ein bisschen Zwischenfazit ziehen.

Ducati Scrambler Testgruppe

Trotz Regen und Bummeltempo habe ich Spaß. Der (oder heißt es die?) Scrambler funtioniert in der Stadt und auf der Landstraße gut und ich kann mir richtig vorstellen, wie viel Spaß es machen würde, wenn ich hier auf eigene Faust unterwegs wäre. Auch wenn ich gerne bei Regen fahre, vermisse ich doch die Ausblicke die ich von meinen vergangenen Reisen hierher noch kenne. Alle die Klischees ziehen an meinem geistigen Auge vorbei, ein Wochenende mit Freunden, draußen, ein Lagerfeuer, Faxen machen mit dem Mopped, in Zeitlupe und mit schrägem Midtempo Gitarrensound im Sixties-Style, so wie in alle diesen YouTube Werbefilmchen von den angesagten Mopped-Bauern mit Jeans-Sponsor. Der Scrambler passt da rein.

Aber jetzt will ich auch wissen, ob er mehr kann als bummeln.
Zurück geht es wieder die gleiche Strecke aber es gibt nur eine Stelle an der sich die Fotografen versammelt haben. Wir müssen uns jedoch ein bisschen beeilen, damit das mit dem Licht noch klappt. Na endlich!

So macht der Scrambler gleich doppelt Spaß. Wir lassen es nicht wirklich fliegen, aber jetzt werden auch schon mal Autos überholt. Der Asphalt trocknet ab, die Kurven werden schräger genommen, und es setzt nichts auf. Zügig kann der Scrambler also auch über die Landstraße, für die schnelle Genussrunde genau richtig. In den Kurven wackelt oder schaukelt nichts, und wenn der Fahrer den Kurvenverlauf falsch eingeschätzt hat, kann er über den breiten Lenker fein und unaufgeregt korrigieren. Ob die Scrambler sich beim Bremsen aufstellt habe ich vergessen zu testen, es hat zu viel Spaß gemacht, dass es endlich mal ordentlich lief. Ich fahre gerne einen runden Stil, dieses hektische Gas aufreissen und dann heftig zusammen bremsen ist nichts für mich und daher habe ich es auch nicht ausprobiert.
Ob der Scrambler dafür taugt eine neue Rekordzeit auf der Hausrunde aufzustellen weiß ich nicht, ich habe nicht mal eine Hausrunde. Was ich aber weiß ist, das Fahrwerk der Scrambler mag es gerne etwas schneller, dann werden auch die Schlampereien der Straßenbauer glatt gebügelt.

Kommen wir zur wichtigsten Frage, nach so einem Probefahrt: Würde ich mir den Scrambler kaufen?
Ja, aber mit zwei Aber.

Aber 1
Nicht so wie der in den Laden kommt, natürlich mit Gußlegen, aber mit dem niedrigen Lenker der Full Throttle, dem hohen Schutzblech der Urban Enduro und dem hohen Auspuff aus der Zubehörliste.

Aber 2
Ich habe eine #Hippe und ein #Luxusweibchen und momentan ist dazwischen kein Platz für ein drittes Fahrzeug. Aber ich könnte sie mir sogar als Ersatz für beide vorstellen.
Vielleicht kaufe ich sie mir doch …