Mit der Yamaha R3 über den Nürburgring #We_R3 #Nring

Ich bin ein großer Freund von kleinen Motoren, besonders, wenn es darum geht Spaß auf der Landstraße zu haben. Auf der Rennstrecke, muss das nicht unbedingt von Vorteil sein, aber da fahre ich ja auch nie. Na ja, fast nie.

Dann hatte mich Yamaha auf die Renne eingeladen um dort die neue R1 zu testen. Nun ist 1 zwar kleiner als 6 und sogar kleiner als 3, trotzdem hat die R1 den größten Motor von allen Rs.
War wundertoll, so eine R1 und ich, wir könnten echte Freunde werden,vor allem, falls ich mich dazu entschließen sollte, in Zukunft öfter mal auf der Rennstrecke zu fahren und Renntrainings oder ähnliches zu machen. Aber davon wollte ich hier ja gar nicht schreiben, denn zur Yamaha R1 auf dem Nürburgring gibt es ja schon was hier im Blog.

Yamaha R3 in der Box

Yamaha R3 in der Box

In der Yamaha Box standen jedoch nicht nur R1 und R1M sondern auch R6 und R3 (mit vollem Namen heißt die YZF-R3, aber das sagt ja keiner) und R125 als Anschauungsobjekte. In der Mittagszeit unterhielten sich Frau @edigixxer und ich darüber, wie gerne wir die R3 mal über die Rennstrecke fahren würden und dass wir das mal machen sollten. Neben mir saß @aaronlang von @YamahaMotorDE und fragte:

„Ist das Euer Ernst? Wir haben nämlich zwei hier, die Ihr mal fahren könnt.“

Klar, Yamaha hatte uns eingeladen die R1 (200PS, 1.000 Kubik, 199 kg) auf der Renne zu testen, und es gibt wahrscheinlich nicht viele Leute, die einen Turn auf starken R1 gegen einen auf der kleinen R3 (42 PS, 321 Kubik, 169 kg) zu tauschen; ich schon und Frau Gixxer auch.

Der Plan stand und wir drehten als erstes in der Box eine Runde um die R3 und während wir das noch so erzählten schnappten sich die schnellen Kollegen @Kraftrad und @Racemoto die R3 und drehten eine Runde. Sie kamen mit einem Grinsen zurück, dass man schon am Eingang der Boxengasse unter dem Helm erkennen konnte. So doof scheint unsere Idee also nicht gewesen zu sein und im nächsten Turn waren wir dran.

@Kraftrad und @Racemoto auf der R3

@Kraftrad und @Racemoto auf der R3

Während wir noch warten, dass es los geht, geht was anderes los, nämlich der Regen. Ein Sommertag in der Eifel ohne Regen ist möglich, aber selten. Und so tröpfelte es erst ein bisschen, dann blitzte es und donnerte und hagelte. Die Strecke war während des Gewitters gesperrt wurde aber nachdem der Himmel ein letztes mal geblitzt hat sofort wieder geöffnet. Als unser Turn dran war hatte der Regen wieder aufgehört aber die Strecke war natürlich noch richtig nass und irgendwie wollte niemand fahren – außer wir.

Regen am Nürburgring

Regen am Nürburgring

Richtige Tester hätten natürlich auf die Absprache geschissen und sich jetzt die R1 geschnappt und ausprobiert, wie gut die elektronischen Hilfsmittel funktionieren, wenn die Strecke nass ist und nicht mehr ganz so viel Grip bietet. Wir standen jedoch zu unserem Wort und blieben bei der R3 ohne Slide Control, ohne Antischlupfregelung, ohne Regenmodus, ohne alles (außer ABS).

I fahr ganz langsam, wenn’s schneller fahren wuisst, fahrst einfach vor.
(Hier bitte korrektes Bayrisch vorstellen)

Sprach Frau Gixxer, fuhr aus der Boxengasse los und stellte die Drosselklappen auf Durchzug.

Zugeben, im direkten Vergleich zur R1 war das langsam, aber: Vollgas ist Vollgas.
Alles klar, Frau Gixxer will also nicht überholt werden und so fährt sie dann auch weiter: volle Attacke, tiefe Schräglage und leichter Drift. Ich gebe alles um dran zu bleiben, meine geschätzen 30 kg mehr an Fahrergewicht helfen nicht gerade, aber die im Laufe des Tages angeeigneten Streckenkenntnisse schon. An zwei Stellen fließt noch richtig Wasser über die Strecke, hier habe ich einen Vorteil, übe ich doch mit der #Hippe regelmäßig Flussdurchquerungen. Außerdem fahre ich hinterher und kann sehen, ob sie abfliegt und wenn nicht, einfach am Gas bleiben. Auf der Geraden krieche ich in die Verkleidung und mache mich ganz lang, den Hintern hoch über den Soziusplatz, jede Kommastelle des Cw-Werts zählt. m Bremspunkt stehen schon länger 170 auf der Uhr. Naja, an meinem Bremspunkt, denn die einfache Scheibe da vorne am Vorderrad hätte auch später bremsen können. Würden sich die anderen bei der nassen Strecke auch raus trauen, wären wir auf der Geraden sicherlich überholt worden, bei den Kurven bin ich mir da nicht so sicher, auch wenn die R3 natürlich kein Rennsteckenfahrwerk hat. Das Feedback von vorne und hinten ist jedoch so gut, dass ich von Runde zu Runde aggressiver werde, später bremse, schneller durch die Kurve, mehr Angriff. Brenzlige Momente, Fehlanzeige. Die Sitzposition ist viel aufrechter als auf der R1, alltagstauglicher, trotzdem passt es auch hier auf der GP-Strecke. Frau Gixxer kann mich nicht abhängen, ich komme nicht an Ihr vorbei.

Scheinwerfer

Scheinwerfer

Viel zu schnell holt uns die Rote Flagge, die das Ende des Turns verkündet, in die Box zurück. Das hat einen riesigen Spß gemacht, und wenn ich ehrlich bin, war ich froh, dass ich auf der nassen Strecke nicht die 200 PS der R1 unter dem Hintern hatte.

 

Schlussbewertung nach bekanntem Muster:

Griesis-Dauertester-wäre-okay-Rating
Fünf Sterne

Ja, das ist einer mehr als die R1 bekommen hat. Die R1 ist das bessere Mopped, viel schneller und alles, aber die R3 wird meinen Führerschein nicht zum Frühstück verspeisen bevor ich in die Spaß-Zone komme.

Disclaimer:
Vielen Dank an Yamaha Deutschland, die mich eingeladen und das Mopped samt Betreuung zur Verfügung gestellt hatten.

Mit dem #Luxusweibchen auf der GP-Strecke #Nring

Gestern noch war ich mit Yamaha auf der GP-Strecke des Nürburgrings und testete die neue R1. Da ich das erste Mal richtig auf der Rennstrecke war, fehlte mir natürlich der Verlgeich. Da traf es sich gut, das @systemstig mich anrief und fragte, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm eine Runde über den Ring zu drehen, er wolle Reifen testen.
Also schnappte ich das #Luxusweibchen und gab Gas, bis ich im Fahrerlager stand. Ein erster Blick auf die Strecke zeigte nasse Stellen. Kein Wunder, hatte es doch bis gerade eben noch auf der Anreise genieselt. Jetzt hatte es aufgehört und ein starker Wind pustete die alten Wolken weg und neue heran. Ein paar andere Moppedfahrer standen zögerlich im Fahrerlager herum und fragten sich gegenseitig, ob die Fahrbahn wohl trocken sei.

Wir fragten nicht, wir starteten und fuhren zur Schranke um unsere Eintrittkarte vorzuzeigen. Der Portier guckte ich bisschen skeptisch, dass wir mit dem Motorrad fahren wollten.

Jungs, seid Ihr Euch sicher? Wenn das zu rutschig ist, dann fahrt vorher raus und kommt an einem anderen Tag wieder. Sonntag ist den ganzen Tag auf. Sagt, dass ihr abgebrochen habt und dann finden wir schon eine Lösung.

Sehr cool, sehr nett, aber leider vergebens. @systemstig wollte Reifen testen und ich wollte einen Vergleich zur R1 haben, die ich noch in den Knochen hatte. Also fuhren wir rein und stellten uns brav in die Schlange der wartenden Sportwagen.
Denkste, wir zwei wurden nach vorne gerufen und vor den Autos auf die Strecke gelassen. Nun ist es ja so, dass ein Mopped nicht zwangsläufig schneller ist als ein Auto. Das gute Leistungsgewicht gibt dem Zweirad einen Beschleunigungsvorteil, die Dose bremst aber besser und hat eine höhere Kurvengeschwindigkeit. Dazu kam noch die Restfeuchte der Strecke, die die Autos ebenfalls bevorteilte. Aber egal, wir durften als erstes los.

Wir einigten uns darauf, das ich hinter @systemstig fahre, er ist der Erfahrenere und wird die Kurven mit mehr Tempo nehmen. Ich kann mit dem #Luxusweibchen zwar schneller auf der Geraden als seine 690er Duke, aber darum ging es ja nicht.

Anfangs konnte ich ganz gut dran bleiben, aber an zwei Stelle rutschte mein Hinterreifen ein bisschen, wenn ich ans Gas ging, ich musste meinen Kurvenstil umstellen und bremste nicht mehr in die Kurve hinein sondern rollte mit leichtem Zug am Gas durch. Die Bremspunkte saßen besser als gestern und auch die Linie. Gefühlt war das Tempo mindestens so schnell wie gestern.
Einige Autos waren jedoch schneller als ich und so winkte ich sie durch und fuhr dann auf eigene Faust weiter bis die rote Flagge die Ausfahrt beendete.

Es hat wieder richtig viel Spaß gemacht, war aber deutlich mehr Arbeit als auf der R1 gestern.

Wenn etwas problemlos funktioniert, ist es schwer es zu bewerten. Natürlich hatte ich Spaß auf der R1 und es hat alles gut funktioniert, aber was es wirklich wert ist weiß ich jetzt viel besser. Das Luxusweibchen hat keinerlei elektrische Helferlein, kein ABS und keine automatische Bremskraftverteilung, keine Traktionskontrolle und keine Wheely Kontrolle und ist auch kein Supersportler. Aber, ich kenne meine Kawa nun schon seit 100.000 km.
Die R1 fällt leichter in Schräglage, liegt stabiler in der Bremszone und, wenn die Bodenwellen nicht erst heute eingebaut wurden, federt und dämpft viel besser. Es ist viel leichter mir der R1 eine schnelle Runde zu fahren als mit der ZX12-R und an den Stellen wo ich mit meinem Mopped an die Grenze des mir möglichen kam hatte ich mit der Yamaha noch viel Potential für bessere Rundenzeiten.
Aber: Das #Luxusweibchen hat Gepäckhaken!

Zum Schluss einen Tipp an alle, die Mopped fahren. Fahrt mal eine Runde über die GP-Strecke, Ihr werdet Euer Mopped viel besser kennen lernen. Bei uns waren wenig Autos unterwegs und die Fahrer hatten Ihre Autos im Griff und fuhren mir gegenüber sehr rücksichtsvoll. Dass das immer so ist, kann ich natürlich nicht versprechen.

 

Moppeds in diesem Beitrag

Auf der Rennstrecke mit der Yamaha R1 #We_R1 #Nring

Es war für mich das erste Mal, dass ich wirklich auf der Rennstrecke bei einem Renntraining war. Und wie alle Neulinge habe ich erst mal klein angefangen, mit der nagelneuen Yamaha R1. 200 PS sind vielleicht nicht exakt das, was die meisten unter klein verstehen, aber 199 kg fahrfertig sollte gelten. Dazu kommt das volle elektronische Hilfspaket, das aus einer fast endlos langen Liste an Drei-Buchstaben-Akronymen besteht und den Fahrer davor bewahren soll, in brenzlige Fahrsituationen zu geraten. Wenig Gewicht und viele Helferlein auf der einen Seite und ein Instruktor, der vorne wegfährt, das sind fast ideale Bedingungen für meine Rennstreckenpremiere. Jetzt wollt Ihr wissen wie es noch besser ginge, oder? Also gut. Mit dem eigenen Mopped fahren, denn das kennt man und, zumindest bei mir ist es so, ich finde es weniger schlimm das eignene Mopped kaputt zu fahren als das von jemand anderem, selbst wenn der andere, also Yamaha, so viele Moppeds besitzt, dass er sie sogar verkaufen kann.

Ach ja, Wetter war morgens auch gut.

Foto: @Gasgrifsalat

Foto: @Gasgrifsalat

In der Box

Es war auch meine erste live Begegnung mit der neuen R1. Mir gefällt sie ausgesprochen gut. Ich finde, sie sieht aus, wie der nächste Schritt im Supersport-Design, neben Ihr sehen Fireblade, ZX-10, Gixxer und S1000RR veraltet aus.

Nachdem ich im Netz ein paar Kommentare über die supersportliche (aka taugt nicht für den Alltag) Sitzposition gelesen habe war ich überrascht, wie kommod Yamahas Neueste ist. Wäre es meine, würde ich die Stummel ein bisschen nach vorne drehen und es wäre perfekt damit ich viele Stunden am Stück über Autobahn und Landstraße fahren könnte. Als ich das im Kreise der anderen anwesenden Blogger kund tat erntet ich Kommentare wie:

Noch sportlicher geht fast gar nicht.

Du bist ja sowieso komisch.

Wos hoast g’soagt?(Aussprache ähnlich)

Für die Rennstrecke, und das habe ich ja getestet, taugt es mir auf jeden Fall – mit der kleinen Einschränkung, dass bei mir die Oberkante der Scheibe durch die Sichtlinie auf den Tacho, besser wäre wohl Tablet oder Display, läuft, wenn ich aufrecht sitze.

Erste Runde

Das war jetzt genug trockenschwimmen, ab auf die Piste. Zusammen mit einem Fahranfänger, der mit einer gedrosselten R6 angereist war, bilde ich die Rookie-Gruppe. Unser Instruktor führt uns in gehobenem Landstraßentempo über den Ring und nach diesem Turn werde ich aus der Rookie-Gruppe rausgeschmissen und in die War-schon-mal-auf-der-Renne-Gruppe gepackt.

Dass die R1 bis hierher problemlos funktioniert hatte muss ich nicht extra erwähnen, oder?

Zweite Runde

Nächster Turn, wieder mit Instruktor. Ich hätte auch ohne fahren können gedurft, aber auf meiner ersten Runde habe ich schon gesehen, welche abenteuerlichen Linien manche der Teilnehmer da fuhren und wollte mir gerne von einem Profi zeigen lasen, wo der Bartel den Most holt und wo es nur Wasser gibt. Vor mir @edigixxer und @Moppedblog, dann ich und anschließend Peter vom R1 Club auf seiner nagelneuen R1M. Ganz vorne der Instruktor. Auf der Start-Ziel-Geraden werden die Positionen durchgetauscht, der erste fährt raus und schließt sich hinten wieder an, so wie bei der Tour de France. So fährt jeder mal direkt hinter dem Instruktor und kann die Linie am besten sehen.

Ja, hier ist das Tempo schon deutlich höher und ich muss tatsächlich schalten um dran zu bleiben. Vorher bin ich im dritten Gang um den Kurs gerollt, jetzt fahre ich viele Kurven im zweiten und auf den Geraden geht es hoch bis in den vierten. Auf den Geraden geht es nicht ganz so schnell, der Instruktor gibt denjenigen die weiter hinten fahren die Gelegenheit aufzuschließen, falls die Kurve nicht ganz so ideal getroffen wurde. Erste Runde, @edigixxer geht von der ersten auf die letzte Position; zweite Runde, @moppedblog zieht raus; dritte Runde, jetzt hatte ich die Spitzenposition hinter dem Instruktor.

Zweimal drängt sich jemand in die Gruppe hinein, der auf der Geraden schneller fuhr als wir und versaut mir den Strich. Ich will hier aber auch nicht einfach reinhalten, oben bleiben ist die Devise und nicht um Positionen kämpfen. Auf der nächsten kurzen Geraden schnupfe ich den Reindrängler auf und bin wieder hinter dem Instruktor. Antischlupfregelung, Slide Control? Mag sein, dass die eingesetzt haben, gemerkt habe ich nichts, Gas zurückdrehen, weil was rutschte, musste ich auch nicht.

R1 – geht wie Tier

Foto: @Gasgriffsalat

Foto: @Gasgriffsalat

Den einen oder anderen überholen wir auch noch regulär.

Auf der Zielgeraden gehe ich nach rechts raus und lasse Peter vor fahren, @edigixxer auch und warte. Wo ist denn @moppedblog? Er kommt nicht, also beschließe ich die Lücke nach vorne zuzufahren und mich wieder anzuschließen. Mit Rechts gilt jetzt volles Rohr mit dem E-Gas dem Drossleklappenmotor Durchzug zu befehlen und mit dem Quickshifter kurz vor dem Drehzahlbegrenzer einen Gang hochschalten und dann noch einen und ratzfatz ist der Bremspunkt da! Ich gehe so hart in den Anker wie in keiner Runde zuvor. Tja, der Bremspunkt kam dann wohl doch später, ich hätte das Gas noch eine gefühlte Minuten lang stehen lassen können.

R1 – bremst wie Tier

Der Zug vor mir hat schon einen ordentlichen Vorsprung den ich jetzt abfeilen muss. Frau Gixxers Hintern und Bremslicht dienen mir als Referenzpunkt, ich will erst da bremsen wo sie bremst. Aber die bremst gar nicht vor der Kurve, dann muss ich das wohl auch nicht. Sie hängt sich neben das Mopped und raspelt mit dem Knie über den Asphalt, sieht aus wie bei Profis. Das kann ich nicht, so bin ich noch nie gefahren, bei mir muss es ohne solche Tricks gehen. Als meine Stiefelspitze Bodenkontakt kriegt merke ich, wie schräg wir sind. Ich hole in der Kurve auf. Nein, das muss ich anders sagen: ICH hole IN DER KURVE auf. Die Gruppe überholt fleißig und wenn ich noch einen kassiere, dann bin ich wieder dran. Und zack, nach circa einer drittel Runde habe ich den Anschluss wieder hergestellt.

R1 – kurvt wie Tier

Foto: @Gasgriffsalat

Foto: @Gasgriffsalat

Wir fahren noch eine Runde, dann ist dieser Turn auch schon vorbei.

Leider haben wir an unseren Maschinen keinen Transponder, so dass wir keine Rundenzeiten haben. Peter hat aber das M-Modell und lädt nach der Session sein Data Recording aus. Auf dem Tablet zeigt er uns dann, was und wie er gefahren ist. Schräglagenwinkel, Gasgriffstellung, Bremsdruck vorne und hinten und wo welches Assistenzsystem eingegriffen hat und noch viel mehr wird da relativ zur Zeit und an der genauen Streckenposition angezeigt und:

Die schnellste Runde war 2:41 Minuten.

Michael Schumacher ist die Strecke mal in 1:29 Min gefahren, aber das war mit einem Auto, das zählt nicht. Moppeds sind jedoch bei weitem nicht so schnell, da gelten schon Zeiten unter 2:10 als zügig.

Im nächsten Turn ging es ohne Instruktor und ich bin zwei Runden hinter Peter her gefahren. Der fährt eine gute runde Linie, das konnte ich bereits vorher sehen. Er brach schon vorzeitig ab und als ich dann auf mich alleine angewiesen und mir praktisch der Referenzpunkt fehlte, habe ich immer deutlich zu früh gebremst und die Linienwahl hatte manchmal auch noch Optimierungspotential. In diesem Turn fuhr Peter zwei Sekunden schneller, und ich dann wohl auch, als ich hinter ihm her fuhr.

Tja, und dann kam der Regen und Frau Gixxer und ich habe eine Probefahrt auf der R3 gemacht, aber das ist eine andere Geschichte.

Schlussbewertung nach bekanntem Muster:

Griesis-Dauertester-wäre-okay-Rating

Vier Sterne

Die R1 hat leider keine Gepäckhaken oder eine andere Möglichkeit eine Tasche zu verzurren. Das ist schade, denn ich habe den Eindruck, dass sie wunderbar als schnelle Reisemaschine taugen würde.

Disclaimer:

Vielen Dank an Yamaha Deutschland, die mich eingeladen und das Mopped samt Betreuung zur Verfügung gestellt hatten.

Yamaha R1 auf dem Nürburgring #We_R1 und #Nring

Am 7. Juli werde ich an einem Renntraining auf der Nürburgring GP-Strecke teilnehmen und dabei die aktuelle Yamaha R1 testen können, wie geil ist das denn?
RossiLorenzoGriesi
Vielleicht passen zwischen Lorenzo und Griesi noch so der eine oder andere Rennfahrer wie z.B. Damian Cudlin oder Michael Galinksi (ohne Twitter), die beide vor Ort sein werden.

Mannmannmann, das wird was werden. Wahrscheinlich bin ich der einzige auf der Strecke, der noch nie Hanging-off gefahren ist, aber wenigstens habe ich ein paar Knieschleifer im Schrank.

Und: Ich habe schon zwei Hashtags für die Veranstaltung, #We_R1 und #Nring und ich werde beide benutzen um live zu berichten.

Wie sich die 200 Pferde wohl im Vergleich mit meinen alltäglichen 178 anfühlen? Und dann die ganze Elektronik, meine Moppeds kommen ja komplett ohne aus. Werde ich die bemerken oder gehe ich zu lasch ans Gas um die elektrischen Heinzelmännchen überhaupt arbeiten zu lassen?
Werde ich mit meinem Straßenfahrstil den Rennfahrer im Weg stehen?
Wir es eine Zeitmessung geben? Transponder sind jedenfalls Pflicht.

Ich freue mich schon tierisch.

So wie ich das sehe, könnt Ihr Euch kurzentschlossen auch zu dem Event anmelden, wenn Ihr denn einen Yamaha-Sportler oder Sporttourer fahrt. Probefahrten der neuen R1 sind auch möglich.
Wahlweise könnt Ihr das ganze am 14. Juli auf dem Bilster Berg
oder als zweitägige Veranstaltung am Sachsenring (31. August bis 1. September) machen.
Ich finde es cool, das Yamaha die aktuelle R1 vor Ort für Testfahrten auf der Rennstrecke zur Verfügung stellt. Andererseits, wo soll man denn sonst eine ordentlich Probefahrt machen?

War einer von Euch schon mal auf dem Nürburgring GP-Kurs? Ich gucke mir jetzt erst mal ein paar Onboard-Runden auf der Tube an, damit ich weiß, wo es da lang geht.

Vielen Dank an Yamaha, die mich zu diesem Event eingeladen haben.

Das Erste Mal: Nürburgring #Nring

Wooooohooooooooooo! Mein erstes Wochenende in der Grünen Hölle hatte alles: Spaß, Gas, Regen, Sonne, Pokal und Spital, doch der Reihe nach:

Freitagmittag kam der neue Hinterreifen für das Luxusweibchen sozusagen in letzter Minute doch noch an, so dass ich den Ring nicht unter eckige gefahrene Autobahnreifen nehmen musste. Die Anreise am Sonntag fand dann im strömenden Regen statt, mitten durch unfallbedingte Staus, erstes Ferienwochenende-Verkehr und die Anreisewelle zum Formel 1-Rennen. So kam ich zwar einige Minuten nach dem offiziellen Ende des Check-In, bekam aber anstandslos meinen Transponder. Die Startnummer und die Unterlagen wurden dagegen vergessen, also ging ich noch mal hin und konnte so mein Luxusweibchen mit der Nummer 186 dekorieren.

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Die Startnummer weist mich als Mitglied der Gruppe 18 aus. Mit mir in der Gruppe sind @schrm (ZZR1100) und Sabine (S1000RR) die ich ganz rudimentär von Facebook kannte, dazu kamen noch R1, 750er Gixxer, 1098er Tuck-Tuck-Duc und eine RG500 (2-Takt Hurra!). Bis auf zwei Fahrer waren wir alle Ring-Anfänger. Der Instruktor war kein Anfänger und fuhr eine Zweiventil BMW, die mächtig umgebaut war.

Auf die erste Ausfahrt ging es dann im Regenkombi. Die ersten Meter auf der berühmten und berüchtigten Nordschleife und der Asphalt ist nass und rutschig. Wir gehen jedoch nicht auf Zeitenjagd, sondern fahren von der Auffahrt Döttinger Höhe geschätzte 30 Meter zum Sektionstraining. Es ist eher ein Aufwärmtraining, denn auf einer Geraden ist die Linie sehr schnell gelernt. Wie jeder erfahrene Motorradfahrer weiß, wenn man im Regekombi losfährt, kommt die Sonne raus. So war es dann auch. Die Strecke trocknete ab und mit dem Ende des Sektionstrainings ging es zurück zum Park- und Sammelplatz. Dazu musste nun also eine ganze Runde gefahren werden, meine erste Runde auf dem Ring. Am Ende der Gruppe, da wo ich fahre, war die Linie des Instruktors meistens nur noch zu erahnen. Der Ziehharmoniker-Effekt tut sein übriges, so dass ich auf den Geraden meistens eine Lücke zum Vordermann und dessen Vordermann und so weiter, mit viel Gas schließen musste. Der Asphalt ist nicht der griffigste am Nürburgring, aber das hatte ich bereits vorher gewusst. Aber hey, gleich auf der ersten Runde mit durchdrehendem Hinterrad, das hat doch auch was.

Ohne Regenklamotten ging es auf den nächsten Turn und auf noch einen und noch einen, jede Runde schneller als die vorherige, jede Runde auf weiter abgetrockneter Piste. Wir überholten zwei Gruppen und der Instruktor behauptete, wir würden zum schnellen Drittel des Tages gehören. Ich bin da skeptisch, aber habe es gerne gehört. Dann, nachdem wir zum letzten Ausritt des Tages den Parkplatz verlassen hatten, trat die ohne Regenkombi-losfahren-Regel Nummer Eins in Kraft: Wasser von oben. Der Asphalt wurde wieder nasser und rutschiger. Rutschig genug, damit unser Instruktor uns zeigen konnte, wie weit seine BMW auf dem linken Ohr den Berg runterschrabbeln kann. Ich habe mein Luxusweibchen dann aus Solidarität auch auf die Straße gelegt. Weil ich mich aber nicht traute so weit zu schlittern habe ich einfach vergessen den Seitenständer auszuklappen. Leider hat es beim Sturz nicht nur Materialschaden gegeben, sondern auch einen der Handknochen unseres Instruktors zerbrochen.

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Am nächsten Tag ging es dann mit einem neuen Intruktor auf einem neuen Mopped und bei Sonnenschein weiter; erst Sektionstraining, wieder auf der Geraden, dann Runden fahren.

Das Geheimnis für schnelle Runden ist, wenig überraschend, Streckenkenntnis. Daher haben wir eine Runde genutzt in der wir unsere Moppeds an verschiedenen Stellen neben der Strecke geparkt haben und uns die optimale Linie durch de Kurvenkombinationen erklären und zeigen ließen. Das hat es wirklich gebracht, wenn ich mir jetzt Onboard-Aufnahmen der Nordschleife ansehe, weiß ich, wie diese Streckenabschnitte weitergehen. Bis ich das von der kompletten Runde sagen kann, wird es mit Sicherheit noch ein bisschen dauern und noch den einen oder anderen Besuch in der Eifel erfordern. Die Runden, die wir den ganzen Tag über fuhren wurden immer schneller, hatte ich den Eindruck. Trotzdem haben wir am zweiten Tag keine andere Gruppe überholt. Das Gegenteil ist der Fall gewesen, in den Gruppen, die uns überholt haben waren: eine GS 1200, ein Mopped mit Topcase (oh je), eine Guzzi Stelvio, also nicht gerade die Top Notch Hypersportler. Wir hatten also noch Luft nach oben in den Rundenzeiten. Gegen Ende des Tages hatte ich das Gefühl, ich könnte die Runde noch ein bisschen schneller fahren, ohne meine sichere Komfortzone zu verlassen. Nicht viel schneller, aber ein bisschen. Ich werte das als gutes Zeichen und einen Top-Instruktor, der uns immer schneller machte, ohne dass wir dabei an oder gar über unsere Grenzen mussten.

Zum Ende des Tages gab es noch einen elefantösen Pokal von Metzeler, bevor es auf die Heimreise ging.

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Damit habe ich jetzt die sechs Punkte von oben alle abgearbeitet: Spaß, Gas, Regen, Sonne, Pokal und Spital.

P.S.

Die Nordschleife ist eigentlich gar keine Rennstrecke, es ist eine Landstraße, so wie sie sein soll: kein Tempolimit, kein Gegenverkehr, keine  Autos.

P.P.S.

Ich kämpfe gerade gegen meinen Kalender, ob ich es dieses Jahr noch mal auf den Ring schaffe.

Liste der Moppeds in diesem Artikel:

Luxusweibchen (Kawasaki ZX-12R)
Kawasaki ZZR 1100
BMW S1000RR
Yamaha R1
750er Gixxer (Suzuki GSX-R 750)
1098er Tuck-Tuck-Duc (Ducati 1098)
Suzuki RG500
BMW R1200 GS
ein Mopped mit Topcase
Moto Guzzi Stelvio 

Nürburgring pur #Nring

Manchmal kommen die guten Dinge ja sehr unverhofft. Kaum haben ich mich schweren Herzens dazu durchringen müssen, nicht am hammergeilen #Alpen50 Event teilzunehmen, bekomme ich die Gelegenheit mein #Luxusweibchen auf den Ring der Ringe auszuführen, ein fröhliches Tete-a-Tete mit der grünen Hölle.

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(Bild Wikipedia)

Nachdem ich erst vor kurzem das erste Mal Rennstreckenluft schnuppern konnte soll es dieses Mal gleich das ganze dicke Brett werden, @schrm und ich werden Ring befahren. Und als wäre das noch nicht genug, werde ich, wenn denn alles klappt, von Helmut Dähne persönlich lernen können, wie denn da so eine schnelle Linie aussieht. Die legendären 7:49,71 werde ich sicherlich auch schaffen und sogar noch ein paar Minuten mehr, da bin ich mir sicher.

Vielen Dank an Metzeler, die mir dieses Erlebnis ermöglichen und dafür verantwortlich sind, dass ich mir schon einen zwölf Meter langen Ast gefreut habe. Ich stehe brüllend auf dem Balkon und werde von der Nachbarin mit Gegenständen beworfen und „Ruhe!“-Rufen bedacht. Egal, ich freu mich weiter und werde mit dem Hashtag #Nring twittern.

P.S.

Braucht jemand von Euch einen getragenen linken Turnschuh Größe 39? Falls nicht, werde ich ihn der Nachbarin wieder zurückwerfen.

P.P.S.

Geilgeilgeilgeilgeilgeilgeil

Das erste Mal auf der Rennstrecke #Mintt11

Der letzte Blogbeitrag von dem grandiosen Tag in Baden-Baden, zu dem mich Metzeler eingeladen hatte. Mein persönlicher Höhepunkt: fahren auf der Rennstrecke. Bisher bin ich schon einige 100.000 Kilometer mit motorisierten Zweirädern unterwegs gewesen, immer auf der Straße. Jetzt durfte ich das erste Mal auf eine Rennstrecke. Streng genommen ist es keine Rennstrecke sondern eine Teststrecke, aber es ist ein abgesperrter Rundkurs und das zählt. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt, ich war in der blauen, der mittleren Gruppe. Anfangs war ich skeptisch ob ich als Neuling nicht eher zu den Langsamen gehören sollte, vor allem weil die einen griesgramgrünen Nummernaufkleber auf den Helm bekommen haben. Aber da es keine Nummer 999 gab, und fast alle Twitterer ebenfalls blau waren (Ich glaube nur @SystemStig war rot, also schnell), wollte ich nicht tauschen.

Vor dem Start gab es eine kurze Einweisung: Beim ersten Turn wird hinter einem Instruktor gefahren und nicht überholt, die kleine Flaggenkunde (gelb, rot und kariert) und die Anweisung, dass niemand anhalten soll, wenn etwas passiert, dafür seien Streckenposten vor Ort. Dazu gab es noch die Hinweise: nicht am Fahrwerk fummeln, Schlüssel nach der Fahrt stecken lassen und alle Moppeds sind mit Rennstreckentauglichen Reifen ausgerüstet haben aber keine Reifenwärmer. Wenn wir uns also auf ein Mopped setzen, vorher kurz mit der Hand fühlen, ob der Reifen schon warm ist, ansonsten anfangs vorsichtiger sein. Ich bin immer mit dem K3 gefahren, dass ich mit meiner Landstraßenfahrweise diesen Reifen nicht wirklich testen kann war mir vorher klar. Ich fühlte mich immer wohl und war mir jederzeit sicher, dass der Reifen sich eher langweilt als dass er in der Nähe des Grenzbereiches wäre.

Twittern_auf_der_Rennstrecke

Twittern auf der Rennstrecke

Zurück in der Zeit und vor meiner ersten Ausfahrt. Ich wähle die GSXR 750, ein Vierzylinder ist immer leichter fahrbar als ein Zweizylinder und ich denke, die 750er wird auch nicht so biestig sein wie die 200PS Beemer. Das bestätge ich mir später selbst. @Pistonpin wählt für die erste Ausfahrt die HP2 Sport (Mit der hatte ich geliebäugelt, aber ich wollte am Anfang ein leicht zu fahrendes Mopped haben das wäre meine Wahl gewsen, wenn ich noch einen Turn hätte fahren können) und die anderen nehmen alle das bayrische Superbike. Schnell zum Klo bevor es losgeht, war der Plan. Als ich zurückkam fuhr gerade der Letzte aus der Box. Damn! Also schnell Helm auf, Handschuhe an und die Gixxer starten.

An der Boxenausfahrt wurde ich dann raus gewunken, um mich an den gerade vorbeifahrenden Vierer-Zug anzuschließen. Die Jungs (sah zumindest so aus, als sei hier keines der wenigen Mädels dabei) waren jetzt schon eine Runde eingerollt und zogen gleich ordentlich am Kabel, gingen fast ungebremst in die erste Links, alle im ordentlichen Hanging-Off in einer Geschwindigkeit mit der ich nie auf einer Landstraße eine unbekannte Kurve angehen würde, man denke nur an: Trecker, Dosen die einem auf der eigenen Spur entgegenkommen, Kuhfladen, Linksabbieger etc. Aber mit all dem war hier natürlich nicht zu rechnen und die Moppeds vor mir (zwei S1000 und eine RC8) hatten noch ordentlich Luft unter den Rasten, also komme ich da auch durch. Und sofort in die nächste Doppelrechts, kurz ans Gas und dann hart bremsen vor der engen Rechts bevor es auf die lange Gerade geht. Die Jungs vor mir hatten ordentlich Vorsprung also gab ich der Suzi die Sporen und holte auf der Geraden auf, was ich bisher verloren hatte. Die Gixxer marschiert ordentlich los, aber ich bin noch einen Gang zu hoch also kurz stepptanzen und Feuer. Das Vorderrad wird leicht und der Motor brüllt seinen wilden Sound bei fünfstellinger Drehzahl in meinen Helm. Ankern und rechts ins Geschlängel. Meine Linie ist eine ganz andere als die der Vorrausfahrenden aber ich komme durch die Kurven, die Knie am Tank und schön aufrecht sitzend, so wie auf der Straße, damit ich möglichst viel Überblick habe. Die Gruppe vor mir ist in den Kurven deutlich schneller, ich nutze die Geraden um aufzuholen, der Instruktor vorne bummelt auf den Geraden und legt Wert auf die Linie, sonst wäre ich wohl abgehängt worden, denn unser Trüppchen war wirklich verdammt zügig unterwegs. Ich fühlte mich jedoch nie überfordert sondern nur gefordert und mit jeder Kurve wird es besser, nach drei Runden bleibe ich auch bei den Kurven an meinem Vordermann dran. Yeah, was ein Spaß so ohne Angst vor unliebsamen Überraschungen oder Ablenkung von interessanter Landschaft einfach nur fahren. Wir waren wirklich schnell, zumindest im Vergleich zu den anderen Gruppen auf der Strecke, wir haben alle mindestens einmal überholt. Die Gruppen überholen sich auf der Geraden, wenn wir also in den Kurven auf eine andere Gruppe auflaufen denke ich mir „Platz da, wir wollen Spaß!“ Und dann macht unser Instruktor so ein komisches Handzeichen, das in der Einweisung nicht vorkam, ich gehe erst mal vom Gas um zu sehen, was passiert. Der Zweite geht rechts aus der Linie, der Dritte überholt, ich auch und Nummer Zwei schließt sich wieder hinten an. Ich bin ganz verwirrt, jemand fährt hinter mir und ich sehe ihn nicht, die Rückspiegel sind abgeklappt oder abgebaut, wir fahren schließlich Rennstrecke. Hören tu ich die S1000 hinter mir auch nicht, höre nur das wunderbar aggressive Fauchen der Siebenhalber, sehe erst, dass der Hintermann da ist, als ich mich in der nächsten Runde auf der Geraden umdrehe. Weiter geht‘s andere Gruppen überholen, jetzt auch schon mal in den Kurven. Runter auf die Rasten Du Biest, ich fahr doch schon gewaltige Schräglage! Aber keine Chance, dafür sind wir wohl doch noch zu langsam und aufrecht. Ob ich auch mal das mit dem Knie probieren soll? Im Gegensatz zu den anderen fahre ich jedoch in meiner Textilhose, mit der ich auch hergekommen bin, keine einteilige Rennkombi mit Schleifstein am Knie und jetzt mitten im Turn einen neuen Fahrstil probieren und dem Hintermann eventuell die Linie versauen? Ich lass es lieber. Wieder das Handzeichen von vorne, jetzt bin ich direkt hinter dem Instruktor. Hey, da guckt mich eine Videokamera an! Jetzt liegt es an mir die Reisegeschwindigeit der Gruppe zu bestimmen also versuch ich in den Auspuff des Vordermanns zu kriechen. Vollgas, noch später bremsen volle Schräglage. Der Instruktor nimmt die linke Hand vom Lenker um in der Kurve gelangweilt das Gras zu streicheln, ich kämpfe mit der Linie. Er fängt an seltsam auf der Maschine herumzuturnen und in meine Richtung zu gestikulieren, fährt demonstrativ Hanging off und ich guck mir den Bewegungsablauf genau an, mach es aber nicht nach. Das scheint ihn zu ärgern, aber ich bleibe dran. Gib Gas Mann, ich will rasen, noch schneller werden, denke ich noch als ein Typ mit karrierter Flagge auf der Strecke steht. Noch eine Runde, noch eine Gruppe überholen und dann rein. Ende, glücklich.

Bmw_s1000rr

Kurz überlege ich mir, dass Crossen sausen zu lassen und gleich noch mal auf die Piste zu gehen, entscheide mich bekanntermaßen jedoch anders. Mein Instruktor geht gleich wieder auf die Piste. Später sehe ich, es ist Jürgen Fuchs (1996 vierter in der Motorrad WM und noch viel mehr Siege vorher und nachher) hinter dem ich hergefahren bin, und er konnte mich nicht abhängen. Wie geil ist das denn?

Nachmittags bin ich nach dem Crossen und der Landstraße noch ein zweites Mal auf die Piste, dieses Mal alleine, mit Überholen (und überholt werden) und auf einer S1000RR. Mir persönlich hat die Gixxer besser geschmeckt, ohne dass ich das irgendwo konkret dran festmachen könnte. Aber der Druck den der BMW-Vierzylinder entwickelt hat, wie leicht das Vorderrad stieg, als ich kurz vor Rot den Dritten reingerissen habe (Schaltautomat!), sprachlos.

P.S.
Ich sehe gerade Bike auf Sport 1 und da wird gerade auf dem LuK Drivingcenter in Baden-Baden getestet. Ist schon cool, wenn man die Streckenabschnitte und Einlenkpunkte wiedererkennt.

P.P.S.
Wo ich den Beitrag gerade schreibe fällt mir ein, dass ich noch gar nicht gefragt habe, ob ich das Video irgendwo herkriegen kann.

P.P.P.S.
Natürlich will ich noch mal!