Das Erste Mal: Nürburgring #Nring

Wooooohooooooooooo! Mein erstes Wochenende in der Grünen Hölle hatte alles: Spaß, Gas, Regen, Sonne, Pokal und Spital, doch der Reihe nach:

Freitagmittag kam der neue Hinterreifen für das Luxusweibchen sozusagen in letzter Minute doch noch an, so dass ich den Ring nicht unter eckige gefahrene Autobahnreifen nehmen musste. Die Anreise am Sonntag fand dann im strömenden Regen statt, mitten durch unfallbedingte Staus, erstes Ferienwochenende-Verkehr und die Anreisewelle zum Formel 1-Rennen. So kam ich zwar einige Minuten nach dem offiziellen Ende des Check-In, bekam aber anstandslos meinen Transponder. Die Startnummer und die Unterlagen wurden dagegen vergessen, also ging ich noch mal hin und konnte so mein Luxusweibchen mit der Nummer 186 dekorieren.

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Die Startnummer weist mich als Mitglied der Gruppe 18 aus. Mit mir in der Gruppe sind @schrm (ZZR1100) und Sabine (S1000RR) die ich ganz rudimentär von Facebook kannte, dazu kamen noch R1, 750er Gixxer, 1098er Tuck-Tuck-Duc und eine RG500 (2-Takt Hurra!). Bis auf zwei Fahrer waren wir alle Ring-Anfänger. Der Instruktor war kein Anfänger und fuhr eine Zweiventil BMW, die mächtig umgebaut war.

Auf die erste Ausfahrt ging es dann im Regenkombi. Die ersten Meter auf der berühmten und berüchtigten Nordschleife und der Asphalt ist nass und rutschig. Wir gehen jedoch nicht auf Zeitenjagd, sondern fahren von der Auffahrt Döttinger Höhe geschätzte 30 Meter zum Sektionstraining. Es ist eher ein Aufwärmtraining, denn auf einer Geraden ist die Linie sehr schnell gelernt. Wie jeder erfahrene Motorradfahrer weiß, wenn man im Regekombi losfährt, kommt die Sonne raus. So war es dann auch. Die Strecke trocknete ab und mit dem Ende des Sektionstrainings ging es zurück zum Park- und Sammelplatz. Dazu musste nun also eine ganze Runde gefahren werden, meine erste Runde auf dem Ring. Am Ende der Gruppe, da wo ich fahre, war die Linie des Instruktors meistens nur noch zu erahnen. Der Ziehharmoniker-Effekt tut sein übriges, so dass ich auf den Geraden meistens eine Lücke zum Vordermann und dessen Vordermann und so weiter, mit viel Gas schließen musste. Der Asphalt ist nicht der griffigste am Nürburgring, aber das hatte ich bereits vorher gewusst. Aber hey, gleich auf der ersten Runde mit durchdrehendem Hinterrad, das hat doch auch was.

Ohne Regenklamotten ging es auf den nächsten Turn und auf noch einen und noch einen, jede Runde schneller als die vorherige, jede Runde auf weiter abgetrockneter Piste. Wir überholten zwei Gruppen und der Instruktor behauptete, wir würden zum schnellen Drittel des Tages gehören. Ich bin da skeptisch, aber habe es gerne gehört. Dann, nachdem wir zum letzten Ausritt des Tages den Parkplatz verlassen hatten, trat die ohne Regenkombi-losfahren-Regel Nummer Eins in Kraft: Wasser von oben. Der Asphalt wurde wieder nasser und rutschiger. Rutschig genug, damit unser Instruktor uns zeigen konnte, wie weit seine BMW auf dem linken Ohr den Berg runterschrabbeln kann. Ich habe mein Luxusweibchen dann aus Solidarität auch auf die Straße gelegt. Weil ich mich aber nicht traute so weit zu schlittern habe ich einfach vergessen den Seitenständer auszuklappen. Leider hat es beim Sturz nicht nur Materialschaden gegeben, sondern auch einen der Handknochen unseres Instruktors zerbrochen.

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Am nächsten Tag ging es dann mit einem neuen Intruktor auf einem neuen Mopped und bei Sonnenschein weiter; erst Sektionstraining, wieder auf der Geraden, dann Runden fahren.

Das Geheimnis für schnelle Runden ist, wenig überraschend, Streckenkenntnis. Daher haben wir eine Runde genutzt in der wir unsere Moppeds an verschiedenen Stellen neben der Strecke geparkt haben und uns die optimale Linie durch de Kurvenkombinationen erklären und zeigen ließen. Das hat es wirklich gebracht, wenn ich mir jetzt Onboard-Aufnahmen der Nordschleife ansehe, weiß ich, wie diese Streckenabschnitte weitergehen. Bis ich das von der kompletten Runde sagen kann, wird es mit Sicherheit noch ein bisschen dauern und noch den einen oder anderen Besuch in der Eifel erfordern. Die Runden, die wir den ganzen Tag über fuhren wurden immer schneller, hatte ich den Eindruck. Trotzdem haben wir am zweiten Tag keine andere Gruppe überholt. Das Gegenteil ist der Fall gewesen, in den Gruppen, die uns überholt haben waren: eine GS 1200, ein Mopped mit Topcase (oh je), eine Guzzi Stelvio, also nicht gerade die Top Notch Hypersportler. Wir hatten also noch Luft nach oben in den Rundenzeiten. Gegen Ende des Tages hatte ich das Gefühl, ich könnte die Runde noch ein bisschen schneller fahren, ohne meine sichere Komfortzone zu verlassen. Nicht viel schneller, aber ein bisschen. Ich werte das als gutes Zeichen und einen Top-Instruktor, der uns immer schneller machte, ohne dass wir dabei an oder gar über unsere Grenzen mussten.

Zum Ende des Tages gab es noch einen elefantösen Pokal von Metzeler, bevor es auf die Heimreise ging.

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Damit habe ich jetzt die sechs Punkte von oben alle abgearbeitet: Spaß, Gas, Regen, Sonne, Pokal und Spital.

P.S.

Die Nordschleife ist eigentlich gar keine Rennstrecke, es ist eine Landstraße, so wie sie sein soll: kein Tempolimit, kein Gegenverkehr, keine  Autos.

P.P.S.

Ich kämpfe gerade gegen meinen Kalender, ob ich es dieses Jahr noch mal auf den Ring schaffe.

Liste der Moppeds in diesem Artikel:

Luxusweibchen (Kawasaki ZX-12R)
Kawasaki ZZR 1100
BMW S1000RR
Yamaha R1
750er Gixxer (Suzuki GSX-R 750)
1098er Tuck-Tuck-Duc (Ducati 1098)
Suzuki RG500
BMW R1200 GS
ein Mopped mit Topcase
Moto Guzzi Stelvio 

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Das erste Mal auf der Rennstrecke #Mintt11

Der letzte Blogbeitrag von dem grandiosen Tag in Baden-Baden, zu dem mich Metzeler eingeladen hatte. Mein persönlicher Höhepunkt: fahren auf der Rennstrecke. Bisher bin ich schon einige 100.000 Kilometer mit motorisierten Zweirädern unterwegs gewesen, immer auf der Straße. Jetzt durfte ich das erste Mal auf eine Rennstrecke. Streng genommen ist es keine Rennstrecke sondern eine Teststrecke, aber es ist ein abgesperrter Rundkurs und das zählt. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt, ich war in der blauen, der mittleren Gruppe. Anfangs war ich skeptisch ob ich als Neuling nicht eher zu den Langsamen gehören sollte, vor allem weil die einen griesgramgrünen Nummernaufkleber auf den Helm bekommen haben. Aber da es keine Nummer 999 gab, und fast alle Twitterer ebenfalls blau waren (Ich glaube nur @SystemStig war rot, also schnell), wollte ich nicht tauschen.

Vor dem Start gab es eine kurze Einweisung: Beim ersten Turn wird hinter einem Instruktor gefahren und nicht überholt, die kleine Flaggenkunde (gelb, rot und kariert) und die Anweisung, dass niemand anhalten soll, wenn etwas passiert, dafür seien Streckenposten vor Ort. Dazu gab es noch die Hinweise: nicht am Fahrwerk fummeln, Schlüssel nach der Fahrt stecken lassen und alle Moppeds sind mit Rennstreckentauglichen Reifen ausgerüstet haben aber keine Reifenwärmer. Wenn wir uns also auf ein Mopped setzen, vorher kurz mit der Hand fühlen, ob der Reifen schon warm ist, ansonsten anfangs vorsichtiger sein. Ich bin immer mit dem K3 gefahren, dass ich mit meiner Landstraßenfahrweise diesen Reifen nicht wirklich testen kann war mir vorher klar. Ich fühlte mich immer wohl und war mir jederzeit sicher, dass der Reifen sich eher langweilt als dass er in der Nähe des Grenzbereiches wäre.

Twittern_auf_der_Rennstrecke

Twittern auf der Rennstrecke

Zurück in der Zeit und vor meiner ersten Ausfahrt. Ich wähle die GSXR 750, ein Vierzylinder ist immer leichter fahrbar als ein Zweizylinder und ich denke, die 750er wird auch nicht so biestig sein wie die 200PS Beemer. Das bestätge ich mir später selbst. @Pistonpin wählt für die erste Ausfahrt die HP2 Sport (Mit der hatte ich geliebäugelt, aber ich wollte am Anfang ein leicht zu fahrendes Mopped haben das wäre meine Wahl gewsen, wenn ich noch einen Turn hätte fahren können) und die anderen nehmen alle das bayrische Superbike. Schnell zum Klo bevor es losgeht, war der Plan. Als ich zurückkam fuhr gerade der Letzte aus der Box. Damn! Also schnell Helm auf, Handschuhe an und die Gixxer starten.

An der Boxenausfahrt wurde ich dann raus gewunken, um mich an den gerade vorbeifahrenden Vierer-Zug anzuschließen. Die Jungs (sah zumindest so aus, als sei hier keines der wenigen Mädels dabei) waren jetzt schon eine Runde eingerollt und zogen gleich ordentlich am Kabel, gingen fast ungebremst in die erste Links, alle im ordentlichen Hanging-Off in einer Geschwindigkeit mit der ich nie auf einer Landstraße eine unbekannte Kurve angehen würde, man denke nur an: Trecker, Dosen die einem auf der eigenen Spur entgegenkommen, Kuhfladen, Linksabbieger etc. Aber mit all dem war hier natürlich nicht zu rechnen und die Moppeds vor mir (zwei S1000 und eine RC8) hatten noch ordentlich Luft unter den Rasten, also komme ich da auch durch. Und sofort in die nächste Doppelrechts, kurz ans Gas und dann hart bremsen vor der engen Rechts bevor es auf die lange Gerade geht. Die Jungs vor mir hatten ordentlich Vorsprung also gab ich der Suzi die Sporen und holte auf der Geraden auf, was ich bisher verloren hatte. Die Gixxer marschiert ordentlich los, aber ich bin noch einen Gang zu hoch also kurz stepptanzen und Feuer. Das Vorderrad wird leicht und der Motor brüllt seinen wilden Sound bei fünfstellinger Drehzahl in meinen Helm. Ankern und rechts ins Geschlängel. Meine Linie ist eine ganz andere als die der Vorrausfahrenden aber ich komme durch die Kurven, die Knie am Tank und schön aufrecht sitzend, so wie auf der Straße, damit ich möglichst viel Überblick habe. Die Gruppe vor mir ist in den Kurven deutlich schneller, ich nutze die Geraden um aufzuholen, der Instruktor vorne bummelt auf den Geraden und legt Wert auf die Linie, sonst wäre ich wohl abgehängt worden, denn unser Trüppchen war wirklich verdammt zügig unterwegs. Ich fühlte mich jedoch nie überfordert sondern nur gefordert und mit jeder Kurve wird es besser, nach drei Runden bleibe ich auch bei den Kurven an meinem Vordermann dran. Yeah, was ein Spaß so ohne Angst vor unliebsamen Überraschungen oder Ablenkung von interessanter Landschaft einfach nur fahren. Wir waren wirklich schnell, zumindest im Vergleich zu den anderen Gruppen auf der Strecke, wir haben alle mindestens einmal überholt. Die Gruppen überholen sich auf der Geraden, wenn wir also in den Kurven auf eine andere Gruppe auflaufen denke ich mir „Platz da, wir wollen Spaß!“ Und dann macht unser Instruktor so ein komisches Handzeichen, das in der Einweisung nicht vorkam, ich gehe erst mal vom Gas um zu sehen, was passiert. Der Zweite geht rechts aus der Linie, der Dritte überholt, ich auch und Nummer Zwei schließt sich wieder hinten an. Ich bin ganz verwirrt, jemand fährt hinter mir und ich sehe ihn nicht, die Rückspiegel sind abgeklappt oder abgebaut, wir fahren schließlich Rennstrecke. Hören tu ich die S1000 hinter mir auch nicht, höre nur das wunderbar aggressive Fauchen der Siebenhalber, sehe erst, dass der Hintermann da ist, als ich mich in der nächsten Runde auf der Geraden umdrehe. Weiter geht‘s andere Gruppen überholen, jetzt auch schon mal in den Kurven. Runter auf die Rasten Du Biest, ich fahr doch schon gewaltige Schräglage! Aber keine Chance, dafür sind wir wohl doch noch zu langsam und aufrecht. Ob ich auch mal das mit dem Knie probieren soll? Im Gegensatz zu den anderen fahre ich jedoch in meiner Textilhose, mit der ich auch hergekommen bin, keine einteilige Rennkombi mit Schleifstein am Knie und jetzt mitten im Turn einen neuen Fahrstil probieren und dem Hintermann eventuell die Linie versauen? Ich lass es lieber. Wieder das Handzeichen von vorne, jetzt bin ich direkt hinter dem Instruktor. Hey, da guckt mich eine Videokamera an! Jetzt liegt es an mir die Reisegeschwindigeit der Gruppe zu bestimmen also versuch ich in den Auspuff des Vordermanns zu kriechen. Vollgas, noch später bremsen volle Schräglage. Der Instruktor nimmt die linke Hand vom Lenker um in der Kurve gelangweilt das Gras zu streicheln, ich kämpfe mit der Linie. Er fängt an seltsam auf der Maschine herumzuturnen und in meine Richtung zu gestikulieren, fährt demonstrativ Hanging off und ich guck mir den Bewegungsablauf genau an, mach es aber nicht nach. Das scheint ihn zu ärgern, aber ich bleibe dran. Gib Gas Mann, ich will rasen, noch schneller werden, denke ich noch als ein Typ mit karrierter Flagge auf der Strecke steht. Noch eine Runde, noch eine Gruppe überholen und dann rein. Ende, glücklich.

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Kurz überlege ich mir, dass Crossen sausen zu lassen und gleich noch mal auf die Piste zu gehen, entscheide mich bekanntermaßen jedoch anders. Mein Instruktor geht gleich wieder auf die Piste. Später sehe ich, es ist Jürgen Fuchs (1996 vierter in der Motorrad WM und noch viel mehr Siege vorher und nachher) hinter dem ich hergefahren bin, und er konnte mich nicht abhängen. Wie geil ist das denn?

Nachmittags bin ich nach dem Crossen und der Landstraße noch ein zweites Mal auf die Piste, dieses Mal alleine, mit Überholen (und überholt werden) und auf einer S1000RR. Mir persönlich hat die Gixxer besser geschmeckt, ohne dass ich das irgendwo konkret dran festmachen könnte. Aber der Druck den der BMW-Vierzylinder entwickelt hat, wie leicht das Vorderrad stieg, als ich kurz vor Rot den Dritten reingerissen habe (Schaltautomat!), sprachlos.

P.S.
Ich sehe gerade Bike auf Sport 1 und da wird gerade auf dem LuK Drivingcenter in Baden-Baden getestet. Ist schon cool, wenn man die Streckenabschnitte und Einlenkpunkte wiedererkennt.

P.P.S.
Wo ich den Beitrag gerade schreibe fällt mir ein, dass ich noch gar nicht gefragt habe, ob ich das Video irgendwo herkriegen kann.

P.P.P.S.
Natürlich will ich noch mal!

Das erste Mal auf der Cross-Piste #Mintt11

Leider hatte ich in den letzten Wochen zu viel zu tun, um bereits in Vorfeld zu #mint11 (Metzeler Interact Testtage 2011) zu berichten. Metzeler hat mich und andere twitternden Blogger eingeladen mal die neuen Reifen zu testen, auf der Rennstrecke, im Gelände und auf der Straße.
Hölle, war das ein geiler Tag mit vielen Premieren für mich. Ich werde es in mehreren Beiträgen verwursten, hier der erste, zum dritten Programmpunkt. Der Tag fing mit der Vorstellung der Reifentechnologie an, dazu können die Jungs und Mädels bei Metzeler mehr sagen als ich. Der zweite Punkt auf meiner Tagesordnung war meine erste Fahrt auf einer Rennstrecken (Siebeneinhalber Gixxer) , zu dem ich später einen Beitrag schreiben werde. Hier geht es jetzt um meine erste Fahrt im Gelände. Klar, ich bin bei den #HondaTT11 mit der Crossrunner zum Blümchenpflücken

blümchen pflücken

über die Wiese, bin also schon offroad gefahren, aber das war etwas ganz anderes. Mit KTMs schärfsten Waffen aus dem Endurosegment, Zwei- und Viertakter von 250 bis 450 ccm und einem Instruktor ging es auf eine Crossstrecke, auf der EM-Läufe ausgetragen werden. Zuerst ging es allerdings auf das Cross-Pendant zum Idiotenhügel. Es galt die Grundtechniken zu lernen. Stehen bei Geradeausfahrt, auf dem Tank sitzen und Beinchen nach vorne in den Kurven, Mopped in die Kurve drücken und alles vergessen, was auf der Straße zählt.
Hölle war das anstrengend. Ich war nach 10 Minuten und einem Sturz echt fertig. Auf den Bildern sieht es ganz okay aus, aber ich habe mich echt überfordert gefühlt, und das bereits bei leicht gesteigerter Schrittgeschwindigkeit.
Nach einer längeren Verschnaufpause ging es dann auf die große Strecke. Da war ich nach anderthalb Runden Schleichfahrt so fertig, dass ich nicht mehr konnte. Die Klamotten waren durchgeschwitzt, das Polster im Helm triefnass. Die Beine waren wie Pudding, für mehr fehlte mir die Kondition. Wenn ich an dem Tag noch mal fahren wollte, dann wusste ich hier aufhören. @Pistonpin und @ErnieTroelf waren da weit besser drauf. Respekt. Apropos, mein Respekt vor den Wilden, die das wettkampfmäßig betreiben, ihre Moppeds den Erzberg hochprügeln oder die Dakar fahren ist durch meine paar Minuten um ein unendliches gestiegen. Ja, ich war an dem Tag konditionell angeschlagen und von den Moppeds überfordert. Trotzdem bin ich froh, dass ich unter so professionellen Bedingungen meine ersten Meter im Gelände zurücklegen konnte. Ich werde mich mit Sicherheit bei nächster Gelegenheit nochmal in so einen Sandkasten stürzen und es wieder probieren. Ein neues Hobby wird es von mir aber wohl nicht werden.

Das folgende Bild hat entweder @biketourgermany oder @moto1203 gemacht.

*Edith* Wie aus den Kommentaren ersichtlich, hat @biketourgermany das Schräglagen-Bild gemacht.

Profivrosser in maximaler schräglage

Der elektrische Reiter #HeyHeyHey

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Während das Luxusweibchen gemütlich in der Werkstatt inspiziert wird hat mir Kawasaki Zukal einen Elektro-Roller als Leihfahrzeug zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um den e-max 110S der juristisch einem Mokick entspricht. Das Ding fährt 45 Spitze (bergab auch deutlich über 50) und hat einen 2,75 kW Radnabenmotor der mit einem Druck auf den Boost-Knopf kurzzeitig 3,85kW liefert. Damit schafft der Roller auch bei 10% Steigung noch über 40 wie ich feststellen konnte.
Das sind, besonders im Vergleich zum Luxusweibchen natürlich keine Werte die mich vom Hocker hauen, für den Stadtverkehr in der Provinz jedoch absolut ausreichend. Hier fährt man in der Dose sowieso lieber 40 als 50 und Beschleunigung an der grünen Ampel scheint auch von großem Übel zu sein. Somit war ich also kein Verkehrshindernis. Die Bremsen funktionieren top, das Fahrwerk rumpelt ein bisschen durch die Schlaglöcher, was wohl an den kleinen Rädern liegt. Das Rumpeln fällt vor allem deshalb so negativ auf, weil es Geräusche macht, die macht der Elektro-Roller sonst nämlich nicht. Alles was man hört ist das windige Pfeifen oder der schlechte Gesang des Fahrers.
Das spektakulärste an dem Roller ist das Fehlen von Spektakulärem. Ich habe mich drauf gesetzt, den Zündschlüssen (wie nennt man das eigentlich, wenn nichts in dem Fahrzeug zündet?) rumgedreht und am Gasgriff (heißt bei Stromern bestimmt auch anders) gedreht. Den Drehwinkel bis zum Vollstrom (also Vollgas bei Verbrennungsmotoren) finde ich ein wenig lang, aber die Geschwindigkeit ist damit gut und fein regulierbar.
Die Reichweite mit einer Akkuladung soll 70 bis 90 km betragen, damit kommt der Roller wohl nicht als #alpen50 (mit 50ccm über die Alpen) Fahrzeug in Frage, denn ein Tankstopp dauert laut Prospekt vier bis sechs Stunden. Als Stadtfahrzeug kann ich mir den Roller allerdings sehr gut vorstellen, wenn ich denn irgendwo eine 220V Steckdose hätte um über Nacht zu leeren Batterien mit frischem Saft zu versorgen.

Weil hier kein Zweitakter auf Nenndrehzahl kreischt ist es richtig entspannt und gemütlich mit dem e-max zu fahren, es hat keine zehn Minuten gedauert und ich entdeckte die entschleunigte Langsamkeit für mich, wie @motorradblogger es immer wieder so treffend beschreibt, wenn er von Ausflügen mit seiner Diesel Enfield erzählt.

Übrigens: 2,75kW sind 3,88 PS und 3,85kW sind 5,24 PS und die Kiste wiegt vollgetankt (haha) 181kg.

*Edith

Die Alpenrunde mit Mokicks heißt #Alpen50 und nicht TWalpen, wie hier ursprünglich stand. #Twalpen10 war meine letztjährige Wanderung über das Gebirge.