„Die Fireblade ist eine Wurstkrücke“ sagt der ED

Erinnert Ihr Euch noch an ED? Heute habe ich wieder so einen getroffen. Zum Glück nur ED den Idioten und nicht den Arsch und auch nicht persönlich, er saß mit seinem Kumpel am Nebentisch. Ich habe ihn belauscht, während ich meinen Milchshake trank und so tat als würde ich twittern.

Ob ED wirklich „Wurstkrücke“ gesagt hat oder was anderes kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, so gut ist mein bayerisch noch nicht. Aber irgendwas Negatives in der Art hat er gesagt.

Ich verkürze das Gespräch auf die besten Wortbeiträge von ED (er war tatsächlich mit einem Kennzeichen aus Erding unterwegs, so wie das Original damals) und ich schreibe hochdeutsch und meine Anmerkungen in Klammern.

ED sprach:

Ich brauche eine Ducati, die Kawa bringt’s nicht mehr. Die Panigale gewinnt jedes Rennen.

(Gerade gestern in der BSB hat die Panigale V4R nicht gewonnen und in Le Mans bei den 24 h für Moppeds schon mal gar nicht).

Auf so eine Wurstkrücke wie Deine Fireblade würde ich mich nie setzen, die zieht ja nix vom Teller. Was hat die denn schon gewonnen?

(Der amtierende Langstrecken Weltmeister ist F.C.C. TSR Honda France mit einer Fireblade.)

Die hat ja nicht mal 200 PS und fährt überall hinterher!

(Ganz im Gegensatz dazu, die 200 PS WSBK-Dauersieger S1000RR, Aprilia RSV4, Suzuki Hayabusa und Boss Hoss.)

In den Vergleichstests verliert die auch immer!

(Da kann ich nichts zu sagen, solche Tests lese und gucke ich schon lange nicht mehr.)

Wahrscheinlich erwartet Ihr an diesem Punkt des Gesprächs auch, das ED so schnell es geht seine ZX-10RR in Zahlung gibt und sich eine Panigale V4R oder vielleicht auch V4S kauft. Ich hatte es jedenfalls gedacht.
Und jetzt könnte ich hier sehr ausführlich schreiben, wie wenig eine SBK-Maschine mit einem Serienmopped zu tun hat. Oder wie sehr sich die Runde zur Eisdiele von der Runde auf der Rennstrecke unterscheidet. Ich könnte auch darüber spekulieren, wie anders ED im Vergleich zu einem echten Profi Mopped fährt.
Ist aber gar nicht nötig, ED fährt nämlich gar keine ZX-10 mit einem oder zwei R, er fährt eine Z1000. Und er gibt sie auch nicht für eine Panigale in Zahlung, sondern für eine Monster. Hat er zumindest erzählt.

Ja: Monster hat er gesagt.

Auch wenn ED keine Ahnung hat, der Spruch „Win on Sunday, sell on Monday“ funktioniert bei ihm zum Teil. Interessanterweise jedoch nur bei den Superbikes und nicht in der MotoGP, wo Marquez und Honda seit Jahren dominieren.

P.S.
Natürlich hat die Monster keine 200 PS, gewinnt keine Rennen und von einem gewonnenen Vergleichtest habe ich schon lange nicht mehr gehört. Aber hey: Sie hat genauso viele Räder wie Bautistas Nr. 19

P.P.S
Wenn ich mich zwischen Z1000 und Monster entscheiden müsste, würde ich die Blade nehmen.

 

 

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#Dakar20 in Saudi Arabien – finde ich aus Gründen nicht gut

Jajajajajaaaa, es ist noch nicht offiziell, dass die ASO die Rally Dakar die nächsten fünf Jahre irgendwo im Nahen Osten veranstalten wird. Aber alle Experten und die sich (oder ich) dafür halten, sind sich einig: Zumindest die nächste Ausgabe, die 2020er Dakar wird in Saudi Arabien starten.

Auf der arabischen Haldinsel haben schon viele Rallys stattgefunden, es gibt dort viele Dünen und in vielen Ländern dort keine finanziellen Probleme. Eigentlich gute Voraussetzungen für die Dakar. Ganz besonders wenn man die 2019er Ausgabe als Vergleich heranzieht: viel Sand, viele Dünen und gefühlt an jedem Kilometer genug Internet für einen Livestream von vorbei fahrenden Moppeds und Mehrrädrigen. Die Rally in Peru war spannend und abwechslungsreich. Warum also weg aus Südamerika?
Das Wort heißt: Planungssicherheit. In den letzten paar Jahren kam es immer mal wieder vor, dass kurz vor dem Start ein Land ausstieg und alles neu geplant werden musste. Dass die 19er Dakar nur in Peru gefahren wurde war kein Wunsch der ASO, es gab einfach kein anderes Land, dass das Geld für die Dakar ausgeben wollte oder konnte. Geld gibt es aud der arabischen Halbinsel genug. Es ist gut möglich, dass die nächsten Rallys die besten werden, die es bisher gab. Warum  finde ich es also nicht gut?

1. Grund: Zu wenig Abwechslung

Oscar - Quelle PinterestWas die guten Dakar so großartig macht, sind die vielen unterschiedlichen Landschaften und Klimazonen. In südamerika ging es von Meereshöhe bis weit über 5.000 Meter hoch in die Anden. Von Schneefall  und unter Null bis weit über 40 Grad im Schatten in der schalltenlosen Pampa innerhalb eiens oder zwei Tagen machten selbst die Überführungsetappen eine Herausforderung.
Arabien besteht natürlich nicht nur aus Sanddünen im Südosten der Halbinsel gibt es Gebirge die bis 2.500 Meter hoch gehen, wenn mich meine Papierkarte nicht täuscht. Mit 2,73 Mio km² ist auch reichlich Platz vorhanden. Zum Vergleich: Deutschland hat 357 tkm² Landfläche und Peru 1,23 Mio km², Aber schon in Peru gab es deutlich weniger Abwechslung als in den Jahren davor.

2. Grund: Verkackte Zeitverschiebung

Während der erste Grund noch ein wenig spekulativ ist (was weiß ich, welche Strecken die ASO finden wird), ist das hier knallharte Wissenschaft die sogar Flat-Earther nicht leugnen können. Die blöde Zeitverschiebung von hier nach Arabien ist plus eine Stunde (plus/minus Sommerzeit). Nach Peru sind es fünf Stunden in die andere Richtung. Oder ein bisschen weniger Abstrakt. Wenn in Peru die Sonderprüfung gegen 14:00 Uhr zu Ende ging, war es hier 19:00 Uhr, ich hatte Feierabend und konnte die letzen Stunden live verfolgen, wass passierte. Wenn ich das Positive sehen will, dann kann ich den Etappenstart in Arabien im Netz verfolgen. Wenn die ersten Moppeds dort um 06:00 in die Etappe starten, ist es hier erst 05:00. Leider ist der spannende Teil einer Rally nicht der Start, sondern die Zielankunft. Während es für Europäer noch einigermaßen machbar ist, dem Rennen zu folgen, befürchte ich, dass ein großer Tiel der Nord- bis Südamerikaner schlafen werden. Für das Forum, dort waren bisher viele Amerikaner aller Länder aktiv, sehe ich da schwarz. Aber vielleicht springen die Australier ein, die von der Zeitverschiebung profitieren werden.