Die EICMA Nicht-Sieger

Nachdem ich Honda zum Sieger der EICMA erklärt habe, will ich noch die Punktestände  der anderen üblichen Verdächtigen, und was an Neuigkeiten bei mir hängenblieb, nachreichen.

Aprilia 0,5 Punkte

Ein neuer, geflügelter Supersport V4 Aufguss, jetzt mit tuonohaften 1.100 Kubik.
Daneben stand eine Designstudie namens 660 mit angeblich halbiertem V4 (sollte der dann nicht 1.320 ccm haben oder die Kleine 550 heißen?) und was auch immer eine aktive Aerodynamik darstellen soll.
Dazu keine Ahnung ob und wie es mit der Superbike WM weitergehen soll. Hmpf. Gebt dem Eugen ein siegfähiges Mopped!

BMW 1,25 Punkte

Neuer Motor in alten Wasserboxern und die erschwerte (großer Tank und lange Sturzbügel) 850er GS.
Dazu die Ankündigung, es mal wieder mit echter Werksunterstützung in der Superbike WM zu versuchen. 2019 sogar als Hauptsponsor von SMR, damit die Kunden lernen, dass die HP Modelle jetzt M wie Auto heißen.
Daneben blieb die Premiere der neuen S1000RR blass, selbst die M-Version (207 PS bei 13.500 U/Min / 193,5 kg ohne Heizgriffe). Warum eigentlich, diese Werte alleine sind schon doppelt sensationell ohne dass man verstehen muss, was 100 Nm über einen Drehzahlbereich von 9.000 Umdrehungen (zwischen 5.500 und 14.500, das sind 1.000 über Nenndrehzahl!) bedeuten könnten. Ach ja, Ducati sagt, die haben noch mehr PS, für den doppelten Preis und der Beemer sieht langweilig aus.
Hätten sie S1000RR auf der Intermot vorgestellt, hätte sie bestimmt mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Dreht die BMW-Kurbelwelle jetzt tatsächleich rückwärts, so wie sich alle Gerüchteköche vor der Messe sicher waren? Dazu hat sich keiner dieser Köche gemeldet, auch die nicht, die vor Ort waren.

Ducati 0,5 Punkte

Alles Modelle haben irgendwie was Neues bekommen, außer der Supersport. Gibt es die noch?
Die 1,000er V4 ist nur für Superbikes, aber nicht für Superstocks homologiert, liefert 221 PS ohne Rennkit, muss dafür aber astronomische 15.250 gedreht werden. Mal schauen, wie viel von den italienischen Pferden am Ende auf dem Prüfstand ankommen.
Ohne Melandri, dafür mit Bautista auf der Jagd nach der WM Krone in der SBK.

Harley 1 Punkt

Wann war es nochmal, als alle lachten, das ausgerechnet H-D einen Elektro-Mopped-Prototypen zeigte? Dass die Milwaukee-Jungs damals sagten, dass diese Lifewire ab 2019 zu kaufen sei, hat nur zu noch mehr Erheiterung beigetragen.
Auf der EICMA stand die ab 2019 käufliche Serienversion, und weil damals alle gelacht haben, haben sie es jetzt lieber verschwiegen. Damit Ihr nicht suchen müsst: Es war 2014.
Schade, dass es nicht wenigstens ein Mock-Up des angekündigten SUV (oder einer anderen Version der im Sommer angekündigten neuen Generation) gab.

Honda 2,25 Punkte

Zum Flügel gibt es einen ganzen Beitrag, den ich oben verlinkt habe. Darin habe ich jedoch nicht gesagt, dass Ten Kate nicht mehr das Honda Team in der WSBK ist. Ab nächstem Jahr machen es nun Honda, HRC, Moriwaki und Athena gemeinsam, weil: Viele Köche verbessern den Brei, oder so.

Kawasaki 0,5 Punkte

Die neue Nackte 400er heißt Z, die W800 kommt doppelt zurück und Johnny Rea bekommt einen neuen Beifahrer. War sonst noch was?
Ach ja, die neue 1.000er Versys könnte ein elektronisierter Volltreffer sein und kein KLR650 Nachfolger in Sicht.

KTM 1,25 Punkte

Die erwartete 790 Adventure mit und ohne R wurde gezeigt.
Die 690 Enduro kommt wieder wieder. Es ist eine orange Husky 701 mit gekürzten Federwegen, wenn ich alles richtig verstanden habe. Eine Supermoto-Version davon kommt ebenfalls wieder wieder.
Kein Wort von einer 390 Adventure, die bereits öfter als Erlkönig gesehen wurde. Ich denke, wenn da wirklich etwas kommen wird, dann zeigt KTM das zuerst in Asien.

Suzuki 0 Punkte

Die Katana ohne Silber, nur schwarz. Das wars.
Wo war die neue GSXR 750? Wo war die neue Hayabusa? Was ist mit Nachfolgern zu TL1000S, DRZ400, GS500E, Van Van oder Bandit? Nicht mal eine 750er Katana, die nun wirklich kein Hexenwerk wäre, war zu sehen.
Oder was ganz Neues, das nach einem Lebenszeichen aussieht und sich nicht wie das Piepsen einer Herz-Lungen-Maschine anhört? Nein, nix.

Triumph 0,25 Punkte

Anders angemaltes und zusammengestecktes aus dem Neo-Klassik-Baukasten war alles, das neu war. Aber Triumph ist entschuldigt, haben sie doch kurz vor der EICMA die zumindest auf dem Papier grandiose XE vorgestellt und das Heimspiel auf der Motorcycle Live in Birmingham kommt erst noch.
Ich bin gespannt, ob es dann Neues zu den Triples gibt. Mit gedrückten Daumen summe ich jeden Abend mein Daytona-Daytona-Daytona-Mantra, obwohl ich persönlich lieber einen Sprttourer auf Dasis der 765er hätte.

Yamaha 0,5 Punkte

Vor zwei Jahren gab es die T7 Designstudie, letztes Jahr, den 700er Ténéré Prototypen, dieses Jahr konnten wir die Serienversion sehen und nächstes Jahr dürfen wir sie kaufen.
Die auf 20 Exemplare limitierte Super-Bling-Bling-Version der R1 tauchte in meiner Timeline genau oft auf wie die tatsächlich nagelneue S1000RR und viel öfter als die V4-Priller und Duc. Entweder war das gute PR-Arbeit der Japaner oder ich muss meine Timeline anpassen.
2019 startet Yamaha mit zwei Werksteams bei den Superbikes. Ob das die Chancen verdoppelt oder das Chaos, wird sich zeigen. Bei den Langstrecklern funktionierte es viele Jahre lang mit GMT94 und YART.

Zum Schluss

Das ganze Jahr über habe ich darüber gelesen, wie alle möglichen Hersteller, Zulieferer und Ihr Hund an neuer Sicherheitselektronik, autonomen Moppeds, automatisierten Fahrzeug- zu-Fahrzeug-Kommunikations-Apps und ähnlichem Dingen forschen und entwicklen. Die schöne neue Welt, in der Big Brother, meine Versicherung und alle Autos in drei Stunden Umkreis wissen, dass ich letzte Woche bei Dunkelgelb über die Kreuzung bin, war anscheinend kein Thema auf der Messe. Wäre ja auch doof, wenn man von potentiellen Kunden zu hören bekäme, was die von dem Zeug halten. Besser ist es der Gesetzgeber schreibt es vor, dann muss es jeder kaufen.

Ganz zum Schluss

Alles, was ich verpasst habe, könnt ihr mir gerne als Kommentar schicken.

 

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Mexican Standoff – T700 vs 790 Adventure

EICMA 2018, die Zuschauer erwarten das Duell KTM gegen Yamaha, Ténéré 700 gegen 790 Adventure. Wer ist der neue König der Off Road Fernwanderer?

Il Bueno – The Good

Die Prototypen sind schon lange bekannt, die Yamaha sogar schon seit zwei Jahren. Jetzt sollen die richtigen Versionen kommen, fertig für Euro 4 und große Stückzahlen. Auge in Auge stehen sich die Gegner gegenüber, wie Lee van Cleef und Clint Eastwood auf einem mexikanischen Friedhof.
Yamaha zieht zuerst – die Decke vom Ausstellungsmopped – und schießt die technischen Daten ab. Die Kugel “Erstverkaufstag” hat eine Fehlzündung, die Ténéré kommt erst in ca. 12 Monaten in die Geschäfte. Immerhin bei uns ein ganzes Jahr schneller als in den USA. Eine Kugel hält Yamaha zurück, den Verkaufspreis.

Il Bruto – The Bad

Jetzt war KTM an der Reihe. Wenn die Österreicher eine Serienversion der 790er Adventure schneller auf den Markt bringen könnten, dann müssten sich auch den Verkaufspreis als erste verraten. Während alle auf KTMs Konter warten taucht überraschend Eli Honda Wallach auf und zeigt eine für Off Road verbesserte CB500X;  jetzt mit 19 Zoll großem Vorderrad und längeren Federwegen. Ebenso wie Tuco im Film, kann auch Honda nur in der Sympathiewertung punkten, sie ist mit 197 kg die Leichteste. Die 500er schießt dann doch auf eine andere Ziel-Gruppe.

Il Cativo – The Ugly

KTM sieht gleich zwei Waffen, die normale Adventure und die R-Version mit längeren Federwegen, 240 mm statt den stardardmäßigen 200. Das Gewicht, so schreibt eine kanadische Website, soll 448 lbs (kg stehen unten) vollgetankt betragen. KTM vermeldet normalerweise nur das Trockengewicht. Das sollen, meldet eine amerikanische Quelle, 416,7 lbs (noch weiter unten) sein. Ob beide Varianten gleich viel wiegen verrät niemand.
Die orange PR-Maschine scheint nicht mehr so schnell und effizient zu funktionieren wie in den Vorjahren, die Informationen tröpfeln nur in meine Timeline. Angaben zum Verkaufsstart (vermutlich Frühjahr 2019 in den USA) und Preis (geschätzte 11.000 kanadische Dollar) wirken auch Stunden nach der Präsentation noch inoffiziell.

Elektronik

Yamaha sagt, man habe bewusst auf die meisten elektrischen Helferlein verzichtet und nur ein abschaltbares ABS verbaut. Ich gehe also davon aus, dass der Enduro-Off-Road-Super-Pro-Mode der serienmäßige Fahrmodus ist und nicht erst gegen Aufpreis dazugekauft werden muss.
KTM geht in die entgegengesetze Richtung und bietet vier Fahrmodi. Traktionskontrolle, Motorbremse, Kurven- und Off Road-ABS sollen einstellbar sein, ob jeweils getrennt oder ausschließlich über die Fahrmodi, entzieht sich meiner Kenntnis. Das TFT-Display ist farbig, Yamaha-Fahrer müssen mit LCD in Schwarz auf Grau vorlieb nehmen. LED-Beleuchtung haben alle

Vergleich

Die Katalogdaten (siehe unten) der neuen Yamaha lesen sich vielversprechend, aber nicht sensationell. Motorleistung, Gewicht und Tankvolumen sprechen für die KTMs, die in der R-Version zusätzlich eine deutlich höhere Bodenfreiheit ins Feld führen kann. Ob viel Elektronik und bessere Katalogdaten im Alltag, im Gelände und auf der Reise stechen oder die Softskills das bessere Mopped machen, werden wir erst in einem Jahr wissen.
Interessant finde ich, dass Yamaha, und nicht Dakar-Seriensieger KTM, auf die Rally-Optik setzt.

Marksituation

Auch wenn die PR-Abteilungen uns etwas anderes einflüstern wollen, die Moppeds kommen in einen Markt, der bereits dicht gepackt ist. Mit Ihrem 700 Kubik Motor ist die neuen Ténéré unterhalb der etablierten 800er Klasse angesiedelt, zu der ich auch die KTM 790 zähle, jedoch oberhalb der 650er. Ich habe eine kurze Liste erstellt, welche Moppeds als Alternative in Frage kommen könnten.
Die Preise sind keine Herstellerangaben, sondern die jeweils günstigsten in Deutschland, die ich dem Internet fand. Die Reichweiten mit Stern kommen ebenfalls nicht vom Hersteller, sondern aus anderen Quellen.

Twins

  • Yamaha T700 Ténéré ab Herbst 2019 ab ?????? EUR
    240 mm Bodenfreiheit, 21 & 18 Zoll, 73 PS, 16 l Tank, 205 kg voll, 350 km Reichweite
  • KTM 790 Adventure ab Frühjahr 2019 ab ?????? EUR
    234 mm Bodenfreiheit, 21 & XX Zoll, 94 PS, 20 l Tank, 189 kg leer, XXX km Reichweite
  • KTM 790 Adventure R ab Frühjahr 2019 ab ?????? EUR
    264 mm Bodenfreiheit, 21 & XX Zoll, 94 PS, 20 l Tank, 203 kg voll, XXX km Reichweite
  • BMW F 850 GS ab 15.000 EUR
    — mm Bodenfreiheit, 21 & 17 Zoll, 95 PS, 15 l Tank, 229 kg, 300 km Reichweite*
  • Africa Twin ab 11.000 EUR (sogar mit DCT!)
    250 mm Bodenfreiheit, 21 & 18 Zoll, 95 PS, 18,8 l Tank, ab 232 kg fahrbereit, 400 km Reichweite*
  • Suzuki V-Strom 650 XT ab 7.900 EUR
    170 mm Bodenfreiheit, 19 & 17 Zoll, 71 PS, 20 l Tank, 216 kg voll, 450 km Reichweite*
  • Honda CB500S MY2019 (vermutlich unter 7.000 EUR)
    180 mm Bodenfreiheit, 19 & 17 Zoll, 48 PS, 17,7 l Tank, 197 kg voll, 500 km Reichweite*

Singles

  • AJP 7PR ab 10.800 EUR
    320 mm Bodenfreiheit, 21 & 18 Zoll, 28 PS (oder 56), 17 l Tank,  165 kg voll, Reichweite 300 km*
  • Husqvarna 701 Enduro ab 9.000 EUR
    280 mm Bodenfreiheit, 21 & 18 Zoll, 74 PS, 13 l Tank, 145 kg trocken, 250 km Reichweite*
  • SWM Super Dual X ab 7.000 EUR
    — mm Bodenfreiheit, 21 & 18 Zoll, 54 PS, 19 l Tank, 169 kg trocken, Reichweite 400 km*

P.S.
Ja ich weiß, Ihr dachtet, die drei Duellanten beim Mexican Standoff wären T700, 790 Adventure und 790 Adventure R. Aber da Tuco im Film mit leeren Revolver da steht, fand ich es passender, wenn die Hersteller im Kreis stehen.

P.P.S.
Ja, ich weiß auch, das Il Bruto eigentlich The Ugly ist. Ich wollte die Reihenfolge der Namen nicht durcheinander bringen, so wie es die Übersetzer des Filmtitels gemacht haben, als sie aus “Il buono, il brutto, il cattivo”, “The Good, the Bad and the Ugly” machten.

P.P.P.S
Warum gibt es von KTM immer noch keine 390 Enduro R? Ich prangere das an!

 

KTM vs. Ducati auf der EICMA

KTM Duke 790

Am Ende einer Messe gibt es immer ein Fahrzeug, dass gewonnen hat, das auf den meisten Aufmacherbildern erscheint, am häufigsten erwähnt wird und auf das sich die Meisten freuen. 2017 scheint es so, als habe die KTM Duke 790 die EICMA gewonnen. In Italien wurde von den Messebesuchern zwar die V4 Ducati als schönstes Mopped gewählt, trotzdem hat, wenn ich meine Filterblase mal Revue passieren lassen, KTM gewonnen. Die 790er Duke scheint bei den Straßenfreunden der Star der Messe gewesen zu sein, die Offroader feierten den 790er Adventure Prototypen.

Ducati Panigale V4

Ducati Panigale V4

Wie kann das sein, dass sich die Menschen über ein 800 ccm Mopped mit 105 PS mehr freuen als über eine 1.1000 Kubik, 215 PS Granate? Liegt das nur an der erfolgreichen PR-Arbeit aus Österreich? Hätte KTM auch mit einem zivilisierten MotoGP-Ableger gewonnen? Oder hat am Ende KTM gar nicht gewonnen sondern Ducati hat verloren, weil die Panigale V4 mit Desmocedici Stradale Motor nicht so doll ist? Hätte Ducati vielleicht eine nagelneue 821er Monster präsentieren … oh.

Die Marken

KTM schafft es wirklich oft und positiv in die Medien, aber Ducati ist nicht uncool, das Gegenteil ist der Fall. Beide Marken sind Imageriesen mit engagierter Gefolgschaft. Mit der Scrambler und der Supersport gehörten die letzten großen Messesiege den Italienern. Diese beiden Modelle sind keine Supersportler mit extremen technischen Daten. Sie gehören mehr oder weniger zur Mittelklasse, mit Betonung auf Fahrspaß und Nutzbarkeit auf echten Straßen, das Gegenteil von einem Rennstrecken-Mopped wie es die V4 Ducati ist.

Die Mittelklasse ist der Messestar

Supersportler waren auch in den vergangenen Jahren nicht mehr die Messestars. Als die neue Fireblade kam, redeten alle über einen Sporttourer. Dass zeitgleich mit der GSX-R sogar ein zweiter Supersportler präsentiert wurde, blieb beinahe unbemerkt.
Diesjährige Messeneuheiten waren unter anderem: 790er Duke und Adventure, Ténéré 700, Guzzi 850, Z900, F750, F800, SV650X, Tiger 800 zusehen; alles Moppeds aus der Mittelklassse, dem Neuheiten-Schwerpunkt der EICMA.

Neu und nicht so neu

Die 790er ist eine echte Neuheit, kein Nachfolgemodell und keine Variante mit Rahmen oder Motor eines anderen Moppeds. Alles ganz neu. KTM schließt damit eine Lücke im eigenen Programm und trifft auf viel Konkurrenz: die vier Japaner, BMW, Ducati und Triumph haben in der Mittelklasse jeweils mehrere Modelle etabliert.

Ducati hat dagegen bereits vor zehn Jahren einen V4 Supersportler (Wikipedia) präsentiert. Dazu übernimmt man den Namen Panigale von dem seit 2011 produzierten V2-Supersportler. Auf eine gänzlich neue Optik verzichtet man bei Ducati ebenfalls und übernimmt auch hier das Styling der V2 Panigale. Dass das Mopped trotzdem ganz neu ist, fällt da gar nicht mehr auf.

Konkurrenzlos oder nicht

Auf der Straße trifft sich die Duke mit MT-09, Street Triple, Monster und Co. auf Augenhöhe.

Die V4 Panigale entzieht sich der direkten Vergleichbarkeit und kommt mit mehr als 1.100 Kubik. Der andere italienische V4 von Aprilia misst sich seit 2008 in der 1.000 Kubik-Superbike Klasse mit den Reihenmotoren der anderen. Klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit, aber Ducati ist viel mehr Rennsport und erst recht viel mehr Superbike als alle anderen Hersteller. Das Reglement schreibt maximal 1.000 Kubik für Vierzylinder vor. Ducati darf den neuen Supersportler also gar nicht in der WSBK einsetzen und muss dort weiterhin auf den alten V2 setzen. Es wirkt ein bisschen so, als traue man dem neuen Mopped nicht zu, auf der Rennstrecke eine gute Figur zu machen, dabei sollte das doch die Kernkompetenz der Neuen sein.

Sexy gegen Nerds

Trotz Mittelklasse wird die Duke als Posterboy präsentiert und nicht als praktisches, jedoch langweiliges Alltagseisen. Das aktuelle Duke-Design ist noch relativ frisch, radikal und eigenständig genug um aufzufallen. Die KTM ist das Ready to Race Skalpell (das ist KTM Terminologie, nicht meine) und spielt die ganz große Emotions-Karte. Die ebenfalls ganz neue F850 GS ist dagegen was? Der Nachfolger der F800 mit jetzt noch mehr Features der großen GS, emotional durch 270° Motor und sportliche goldene Felgen (so sagte die Projektverantwortliche Dorit Mangold in einem Video [englisch]). Dabei ist die KTM technisch gar nichts Besonderes, wiegt so viel wie MT-09 und Streety, hat dabei aber weniger PS, das Fahrwerk ist in der Basisversion ebenfalls nicht einstellbar. Allenfalls der serienmäßige Blipper und IMU gesteuerte Traktionskontrole und ABS stechen hervor. Inwieweit sich dahinter ein echter Performancevorteil verbirgt, muss die Zukunft zeigen.
KTM pfeift drauf und verpasst der Duke trotzdem ein sexy Image, davon kann man sich ein Poster in die Garage hängen oder als Jugendlicher übers Bett.

Die Ducati bietet neben der bekannten Optik eine gegen die Drehrichtung der Räder rotierende Kurbelwelle, 70° Hubzapfenversatz bei 90° Zylinderwinkel und Desmodromik. Das sind Details für Ingenieur-Fans und Technik-Nerds, von außen unsichtbar aber bereits lange vor der EICMA mit eigener Website der Welt verkündet. Wer hängt sich davon schon ein Poster an die Wand? Hängt da nicht noch die sackrattenteure Desmocedici RR, die fast noch neue Voll-Carbon Superleggera mit ebenfalls 215 PS oder die auch noch fast nagelneue Final Edition? Es wirkt fast so, als habe die V4 im eigenen Haus mehr Konkurrenz als vom Rest der Welt.

Der Boden der Tatsachen

Heutzutage klingen 216 PS aus 1.100 Kubik nicht mehr beeindruckend, PS-Zahlen jenseits der 200 gab es schon oft, wie vor kurzen erst bei der Superleggera. Und wenn man Pech hat, wird man am Stammtisch von einem Aprilia Fan mit den 215 PS der RSV4 in der FW-SBK Edition ausgekontert. Die ist zwar nur für die Rennstrecke und kostet 36.000 Eumel (ich glaube Netto, es ist eine amerikanische Seite, auf der Werk-Seite habe ich keine Preise gefunden), braucht dafür aber nur 1.000 Kubik. Und wenn wir schon Supertrumpf spielen, dann gibt es die Priller auch mit pneumatischen Ventilfedern, Flügeln und über 250 PS aus immer noch 1.000 Kubik für handliche 80.000 Eumel. Mit MotoGP-Flügeln!
Die Flügel hatte übrigens Ducati in der MotoGP eingeführt aber verbaut sie nicht an der Neuen.

Ganz anders

Oder aber, meine Filterblase ist kaputt, die ganze Welt sabbert wenn sie nur Ducati V4 hört und die 790er Duke hat die EICMA gar nicht gewonnen.

Zum Schluss

Ich würde beide Moppeds fahren wollen, aber nicht unbedingt kaufen, die Ducati noch eher als die Kati. Den Motor der Duc könnte ich auf der Autobahn ausfahren und ich stehe auf Supersportler, besonders mit dieser ganzen leckeren Technik wie Magnesiumdeckelchen und Minimalrahmen.
Aus der Duke-Familie würde ich mir die 390er in die Garage stellen, die ist auf der echten Landstraße nicht langsamer als die 790er und für die weite Autobahnanreise hätte ich ja die Duc.

Eingespritzter Zweitakter

KTM hat in dieser Woche per Pressemitteilung erklärt, dass das nächste Baujahr der großen zweitaktenden Enduros eine Einspritzung erhält.
Aha
Viele große und kleine Portale haben das weiter gemeldet und dabei gerne die KTM-Wortwahl von „Weltsensation“ und „technischer Revolution“ übernommen.
Ist das so? Und wenn ja, warum?

Liebe Journalisten, Euer Job ist nicht, Pressemeldungen zu verteilen. Nehmt sie, Oscar - Quelle Pinterestbewertet sie, recherchiert dazu und macht dann eine Meldung oder einen Bericht.
Ich habe mit diesem Blogbeitrag extra ein paar Tage gewartet, nachdem KTM die Pressemeldung verschickt hatte, damit Ihr Zeit für Recherche habt.
Einem Blogger oder einer KTM-Händler-Website kann verzeihen, dass dort die Pressemeldung umkommentiert übernommen wird, einem Journalisten jedoch nicht. Und der Website einer Fachzeitschrift schon gar nicht.
Ich habe so viele Fragen zu dieser Meldung, und weil die Euch nicht eingefallen sind, schreibe ich sie hier hinein. Vielleicht bekomme ich bei Euch später mal Antworten.

Ingenieur

Ich bin nicht Ingenieur genug, um zu beurteilen, wie revolutionär diese Technik ist. Hat es gereicht, die Benzineinspritzung des Viertakters zu nehmen und an den Zweitakter zu bauen? Und wenn nicht, warum nicht? Wo liegen die Probleme einer Einspritzung für Zweitakter? Oder, falls die KTM-Lösung etwas ganz besonderes ist, was unterscheidet die von den anderen?

Historiker

Ich bin nicht Historiker genug um zu wissen, ob es wirklich die erste Benzineinspritzung für einen Zweitaktmotor ist. Möglicherweise haben andere das bereits vorher getan, vielleicht nicht an einem Enduro Motor und vielleicht nicht mal an einem Motorradmotor. Hat das wer recherchiert?
Wahrscheinlich nicht, sonst gäbe es irgendwo einen Hinweis auf Provenion (auf Seite 1 bei bei der Google-Suche nach „zweitakt einspritzer“) oder den 50er Roller Namens SR 50 Di-Tech, den Aprilia 1999 laut Wikipedia mit Zweitakt Motor und Einspritzung vorgestellt hat. Und es gab da mal von Bimota die zweitaktende Vdue, hatte die nicht auch eine Einspritzung? Was macht diese KTM-Einspritzung zur „Revolution“?

Prophet

Oscar - Quelle PinterestIch bin auch nicht Prophet genug um vor einer Probefahrt (die Modelle werden erst in zwei Monaten, im Mai, vorgestellt) beurteilen zu können, ob die versprochenen Vorteile der Einspritzung (weniger Verbrauch, bessere Fahrbarkeit) tatsächlich spürbar sind. Mich machen jedoch ein paar Details zumindest stutzig:
Die 250er und die 300 EXC Enduros werden mit dem neuen Einspritzmotor kommen. Von den kleineres Zweitakt Enduros mit 125 und 150 Kubik steht nichts In der Meldung. Von den zweitaktenden Motorcrossern und der 250er Freeride (die hat auch Straßenzulassung) steht dort auch nichts. Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, dann hatte KTM in der Vergangenheit erst die Crosser modernisiert und die Enduros dann im nächsten Modelljahr nachgezogen. Habt Ihr bei KTM mal nachgefragt, warum die Crosser auf bessere Fahrbarkeit verzichten können?

Abgaswerte

Auf der Website der Motorrad (extra kein Link) wird gesagt, dass die Euro 4 Abgaswerte mit Vergaser bestückten Zweitaktern nicht erreicht werden können. Ich denke nicht, dass diese Aussage so pauschal richtig ist. Die Euro 4 gilt seit dem ersten Januar und die aktuellen EXC 250 und 300 werden trotzdem mit Vergaser verkauft. Das mag eine Ausnahmegenehmigung sein, aber davon steht nichts bei der Motorrad. Die anderen Hersteller von Zweitakt-Enduros verkaufen auch nur Vergaser-Modelle, manche mit elektrischer Getrenntschmierung, die auch mal „Öl-Einspritzung“ genannt wird. Was ist mit Husqvarna, die auch zu KTM gehören und für die es noch keine Einspritzungs-Zweitakter angekündigt sind, verkaufen die alle illegale Motoren? Dürfen die Einspritz-Zweitakter auch in Kalifornien verkauft werden? Dort wurden Zweitakter vor vielen Jahren aus Umweltschutzgründen verboten.

Meine Spekulation

Möglicherweise wird KTM im nächsten Jahr Vergaser und Einspritzer parallel anbieten, denn die angekündigten Modelle haben den Namenszusatz TPI erhalten. Darüberhinaus spricht KTM davon, dass in den USA und Kanada die Einspritzer nur in „limitierter Stückzahl“ angeboten werden. Das nur mal so zum Schluss als Bonus. Ich bin gespannt, ob ich damit Recht behalte.

 

Moppedkauf leicht gemacht.

Wisst Ihr noch früher, als ein fester Handschlag einen Kauf besiegelte? Heute geht anscheinend nichts mehr ohne einen mehrseitigen Vertrag. Fahrzeugkauf schon gar nicht.

Ich war heute bei einem Händler, der ein Fahrzeug im Auftrag verkauft, eine KTM EXC 530 Factory (Der Link führt zu einem anderen Händler und zeigt die serienmäßige Version) mit Rally-Anbauteilen. Ich habe sie mir genau angesehen und ausprobiert, ein paar Fehlerchen gefunden und ein paar Änderungswünsche geäußert.
Die Fehler werden auf Kosten des Vorbesitzers behoben, die Änderungen auf meine Kosten mit Winterrabatt ausgeführt. Anschließend werden noch zusätzliche Teile beim Vorbesitzer abgeholt und zusammen mit dem dann fertigen Mopped zu mir gebracht. Bezahlt wird dann per Rechnung. Das ist die Absprache und darauf brauchten wir nicht mal einen Handschlag, unser Wort hat genügt.

Bilder gibt es dann, wenn das Mopped hier ist, was noch ein wenig dauern kann, da ich noch dringend in Spanien eine Woche Trial fahren muss.

Mopped in diesem Beitrag

Baja Deutschland 2015 – Neues Mopped #BajaD

Dieses Jahr werde ich zum dritten Mal die Baja Deutschland fahren. Vorher muss ich aber noch ein passendes Fahrzeug haben. In den letzten Jahren hatte ich mir immer eines geliehen, aber dieses Jahr will ich ein eigenes haben, auch weil ich nicht weiß, ob ich mir wieder eines leihen kann.

Eine Enduro, klar, aber da muss für die Baja ein Roadbookhalter, ein Tripmaster und ein GPS dran, ein Tank der mindestens 13 Liter fasst und, weil weitere Rallys auf dem Wunschzettel stehen, noch zusätzliche Modifikationen wie ein fest angebauter 3 Liter Trinkwassertank, ein noch größerer Tank für längere Etappen und für Dünen eine automatische Kupplung.

So ein Moped zu finden ist gar nicht leicht. Selber bauen ginge natürlich auch, aber die einzelnen Komponenten kosten ein bisschen im Einkauf und ohne richtige Schraubergarage muss eine Werkstatt ran, die auch bezahlt werden will. Es gibt bei KTM zwar nicht das Siegerfahrzeug der Dakar zu kaufen, das war ein echter Werksrenner, aber der Drittplatzierte ist eine serienmäßige RALLY Replica gefahren. Die kostet nur 24.000 Euro plus Mehrwertsteuer (bei KTM nicht mehr auf der Website, der Schnapper). Gasgas, Rebel X auf Yamaha-Basis (für 13k netto) oder Speedbrain (mit alles und Sahne für 44 Tausender) haben auch was im Angebot. Falls es da draußen jemanden gibt, der mich auf so einem Gerät sehen will, dann darf mir das gerne schenken oder sonst wie zukommen lassen. Ich fahre auch als Werks- oder Vertragsfahrer.

Aktuell denke ich an was Gebrauchtes und gucke mal im Netz, was es da so gibt und finde eine 2003er KTM mit rahmenfester Rally-Verkleidung und Roadbookhalter aber ohne Tripmaster. Da ich von KTM keine Ahnung habe besuchte ich den nächsten KTM-Laden. Und weil im Winter bei strömendem Regen wohl die meisten Kunden zu Hause bleiben hat das Personal viel Zeit und ich kriege viele Infos und irgendwann fällt einem der Leute ein: „Wir haben da doch schon seit vielen Monaten eine EXC 530 Factory mit Rally-Teilen in der Halle stehen. Die wurde für einen Kunden gemacht und der hatte sich verletzt und die Maschine dort stehen lassen, seitdem eine andere Maschine gekauft und diese so mehr oder weniger vergessen. Vielleicht will der ja verkaufen.“ Will er! Und der Preis ist auch gut. Morgen fahre ich nochmal hin und checke das Fahrzeug und ob und was noch gemacht werden muss um es dann hoffentlich zu kaufen.

Tipps worauf ich achten sollte sind mir natürlich herzlich willkommen. Sponsorengelder natürlich auch.

Ach, und einen Namen/Hashtag für das Ding brauche ich dann auch.

Uiuiuiuiuiiiii, die #BajaD fängt ja ziemlich früh an für mich.

Mopeds in diesem Beitrag

Die #Hippe gegen den Rest der Welt – Showdown in Mek-Pom

Ich habe meine Hippe als Wintermopped gekauft. Ursprünglich wollte ich sie sogar mit einem Saisonkennzeichen von Oktober bis April zulassen. Ich habe mich dann jedoch dagegen entschieden, weil ich dachte, es könnte vielleicht Spaß machen so eine Enduro auch im Sommer zu fahren. Damals fuhr ich nur auf der Straße.

Mittlerweile suche ich Gelegenheiten an denen ich die Straße verlassen kann, wie in Laos oder bei der Baja, fahre dann jedoch aus diversen Gründen nicht mit der Hippe. Natürlich bin ich mit der Kleinen auch schon mal über einen Feld- oder Waldweg gefahren, aber so richtig im Gelände waren wir noch nicht. Das hat sich jetzt geändert, denn ich konnte mit der Hippe durch die Wildnis Mecklenburg-Vorpommerns reiten und mich dabei in einen Journalisten-Vergleichstest der direkten Konkurrenz Beta Alp 4.0 mit den beiden KTM Konzepten Freeride 350 und EXC-F 350 einschleichen können.

EXC-F Freeride Alp Hippe

Die über 600km lange Anreise erfolgte auf der Hippe. Mit laut Kfz-Schein 19 kW (Honda schreibt auf der Website 17 kW) und einem 7,7 Liter großen Tank dauerte das ein bisschen länger, aber funktionierte problemlos.

Der erste Tag: KTM-KTM-Beta

Aus logistischen Gründen ging es erst einmal ohne Hippe los. Einer der beiden Journalisten kam einen Tag später. Da die anderen immer nur ein Mopped gleichzeitig fahren konnten, fuhr ich dann die andere. Das Dritte Mopped nutze der Tour-Guide. Es ging entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze durch Mek-Pom. Einen Bericht zur Reise gibt es auf der Bikerszene.(Edith: der Link zur Bikerszene ist jetzt eingefügt)
Die KTMs schlugen sich wie erwartet gut in den nicht asphaltierten Passagen. Auf der Straße verwandelte sich die Freeride jedoch zum sprichwörtlichen Schmerz im Arsch. Das was aussieht wie eine Sitzbank ist in Wirklichkeit ein Brett, dass dir vom Mopped zwischen die Backen geklemmt wird. Wer mit seiner Endruro langsam wandern und vielleicht auch mal gemütlich sitzend über Feldwege oder Wiesen fahren möchte sollte sich etwas anderes als die Freeride aussuchen. Je schwieriger und trickreicher das Gelände jedoch wird, umso mehr ist die Freeride in Ihrem Element. Wahrscheinlich hat die Freeride Vorteile in wirklich komplizierten Auffahrten, die gab es auf unseren Wegen jedoch nicht. Wir wanderten über Feldwege und zugewucherten ehemaligen Sandpisten, die jetzt nicht mal mehr ein Trampelpfad sind, über tiefsandige Wege, über Felder, durch Wälder und zweimal durch einen Bach. Das Gelände, das wir fuhren kann die EXC jedoch auch.

Freeride
Zumindest nannten die anderen es wandern, ich empfand es dazu als zu schnell, ich würde es eher joggen nennen. Für mich ist es Endurowandern, wenn ich gemütlich im sitzen fahre (was auf der Freeride nicht möglich ist, also gemütlich und sitzen). Wie auch immer, die KTMs hatten mit dem Tempo keine Probleme. Auch die Beta konnte mithalten, auf ihr fühlte es sich jedoch stellenweise nicht mehr nach Joggen an, sondern schon nach Rennen. Das liegt vor allem am Fahrwerk der Beta, das an seine Grenzen stieß.
Auf den asphaltierten Verbindungsetappen und in den Dörfern konnte die Alp jedoch Ihre Stärken gegenüber den Österreicherinnen ausspielen, ihre Gemütlichkeit. Nach einer 50 Kilometer Rückfahrt über die Landstraße, die mit lässigen 85 km/h den Wandergedanken wieder aufgriff, hatte die Freeride eine erhebliche Menge Ihrer Stollen am Hinterreifen verloren. Ein Problem, dass wohl nur bei der originalen 2013er Bereifung auftauchen soll, denn nach dem ersten Baujahr wurde der Zulieferer gewechselt.

Der Zweite Tag: Die Hippe gegen alle

Am zweiten Tag fuhr ich dann hauptsächlich Hippe. Ein wenig mulmig war mir schon, denn nach allem was ich gelesen hatte, soll die Beta im Gelände viel besser sein als die Honda. Und auf der Beta fühlten sich einige Passagen schon recht zügig an. Also warnte ich die anderen vor, dass es bei mir wohl etwas langsamer gehen würde, schließlich sei die Hippe ein gemütliches Straßenmotorrad, wie die Anreise auf eigener Achse belegte. Das Tempo der KTMs spielt sowieso in einer anderen Liga.
Wie falsch ich doch lag!
Das Fahrwerk der Honda funktionierte vorzüglich und ich erkannte, dass sich das Fahren auf der Beta vor allem deswegen so schnell anfühlt, weil das Fahrwerk so unausgewogen ist. Auf der Hippe wanderte ich noch, während auf der Beta bei gleicher Geschwindigkeit schon gerast wurde. Die aufgezogenen TKC 80 schlugen sich ebenfalls gut gegen die echten Geländereifen der anderen Moppeds. Am Ende waren die beiden Journalisten, die Beta und Freeride vergleichen wollten, ebenfalls von der Hippe überzeugt.

Hippe
Es stellte sich heraus, dass ich die Hippe komplett unterschätzt habe und sie die ideale Wanderenduro ist.
Die Beta schwächelte im Gelände.
Bei der Freeride war es eher das Gegenteil, da schwächelte das Gelände.
Die EXC funktionierte ebenfalls gut, fuhr sich dabei jedoch deutlich krawalliger und bot reichlich Reserven um das Tempo im Gelände zu erhöhen. Wir erhöhten das Tempo jedoch nicht, denn immer wieder trafen wir Radfahrer, Fußgänger oder Tiere, die unsere Wege ebenfalls nutzen. Hätten wir darauf verzichtet, auf diese Rücksicht zu nehmen und wären wie die Wildsäue durchs Gelände geballert, hätten die KTMs die Hippe bestimmt abgehängt. Wir aber sind mit den Enduros so langsam gewandert, dass ich große Teile der Strecke auf der Hippe gemütlich im Sitzen fahren konnte. Auf den Freeride ging das nicht, weil man darauf nicht gemütlich sitzen kann und für die Beta war das Tempo so schnell, dass man in Stehen fahren musste. Auf der EXC-F konnte man auch im sitzen fahren. Aber 600 km Anreise über die Autobahn mit der EXC? Wohl eher nicht.

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