#Dakar2018 nach dem Rennen- Teil 4 Rookies und Deutschsprachige

Nachdem ich das Rennen über im Internet verbracht habe, hier ein paar persönliche Beobachtungen, die in der Hektik des Renn-Alltags und der kurzen tägliches Zusammenfassung in den Berufsmedien nicht unbedingt vorkamen. Es ist eine kleine Serie mehr oder weniger kurzer Folgen, keine Ahnung wie viele.
Alles was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden.

Die Rookies

Auf der ersten Dakar ins Ziel zu kommen ist eine Leistung, die es besonders zu würdigen gilt, daher hier der Link zur geamten Rookie Wertung.

24 von 40 gestarteten Erstlingen haben das Ziel erreicht.
Oriol Mena als schnellster Rookie wurde sogar siebter im Gesamtklassement, womit die Rookie-Wertung an Hero geht.

  1. 061 – ORIOL MENA (ESP)
  2. 060 – JONATHAN BARRAGAN NEVADO (ESP)
  3. 054 – ANDREW SHORT (USA)
  4. 064 – MARK SAMUELS (USA)
  5. 042 – MAURIZIO GERINI (ITA)
  6. 058 – MACIEJ GIEMZA (POL)
  7. 103 – SHANE ESPOSITO (USA)
  8. 128 – MAIKEL SMITS (NLD)
  9. 091 – JAN BRABEC (CZE)
  10. 063 – ADRIEN MARE (FRA)
  11. 121 – EDWIN STRAVER (NLD) Malle Moto
  12. 108 – FAUSTO VIGNOLA (ITA)
  13. 107 – FERRAN JUBANY (ESP)
  14. 125 – DONOVAN VAN DE LANGENBERG (ZAF) Malle Moto
  15. 127 – FERNANDO HERNANDEZ (ARG)
  16. 059 – WILLEM DU TOIT (ZAF)
  17. 138 – ROMAIN LELOUP (FRA) Malle Moto
  18. 097 – SCOTT BRITNELL (AUS) Malle Moto
  19. 111 – SANTIAGO BERNAL (COL)
  20. 115 – JACK LUNDIN (CAN)
  21. 114 – LEANDRO BERTONA ALTIERI (ARG)
  22. 143 – ALVARO COPPOLA (URY)
  23. 118 – LUC VAN DE HUIJGEVOORT (NLD)
  24. 129 – GERRY VAN DER BYL (ZAF)

Alle Deutschsprachigen

Als erster Rookie musste der Deutschen Jürgen Drößinger [FB] die Segel streichen. Er hatte bereits auf der Verbindungsetappe zur ersten Sonderprüfung einen Unfall bei der er sich verletzt hat.
Im letzten Jahr ging es dem Österreicher Markus Berthold [FB] auf dessen Rookie-Dakar ähnlich, er musste auf der zweiten Etappe aufgeben, dieses Jahr kam Markus als 72. ins Ziel, nach 79h13m56s.
Auf der selben Verbindungsetappe hätte es beinahe auch den späteren Sieger Hias erwischt, der von einem LKW übersehen und an die Leitplanke gedränkt wurde.

Zwischen dem Sieger Hias und Markus kam der dritte Österreicher, Nicolas Brabeck-Letmathe, als 59. (65h22m14s) ins Ziel. Das ist nach 2016 seine zweite Ankunft auf der dritten Dakar. Er hat die Rally genutzt um Spenden zu sammeln (keine Ahnung, wie das geht) und für die von ihm mitgegründete Association Leon zu werben, die Bildungsprojekte unter anderen auch in Peru unterstützt.

#Dakar2018 nach dem Rennen – Teil 2 Strategie

Nachdem ich das Rennen über im Internet verbracht habe, hier ein paar persönliche Beobachtungen, die in der Hektik des Renn-Alltags und der kurzen tägliches Zusammenfassung in den Berufsmedien nicht unbedingt vorkamen. Es ist eine kleine Serie mehr oder weniger kurzer Folgen, keine Ahnung wie viele.

Die Sieger Strategie

Hinterher ist man ja immer schlauer und so ist es jetzt ein Leichtes, die Strategie von Hias als die richtige zu erkennen und zu erklären. Mich freut, dass Hias das umgesetzt hat, was ich immer als die richtige Strategie bezeichne, nämlich keine Fehler zu machen. Am Ende der zehnten Etappe habe ich sehr oft gehört, Hiasi hätte Glück gehabt, dass er die Gesamtführung übernommen hat, weil er sich nicht verfahren hat. Das sehe ich anders.

Glück

Natürlich gehört Glück auf der Dakar dazu und Hias hatte schon auf der ersten Verbindungsetappe Glück, dass er nicht über den Haufen gefahren wurde, als er von einem LKW übersehen wurde. Er hat natürlich auch Glück gehabt, dass Ihm kein Lama vors Mopped gelaufen ist, so wie es Laia Sanz passierte.

Die anderen Fahrer, die aufs Gesamtklassement gefahren sind, haben alle Ihr Glück überstrapaziert und Fehler gemacht. Ich würde nicht sagen, dass sie Pech hatten oder Hiasi Glück, dass es so gekommen ist.

Navigation

Auf der entscheidenden zehnten Etappe ist die Spitze (diejenigen die auf der Etappe vorne fuhren) falsch gefahren, weil der Erste einen leichten Navigationsfehler gemacht hat und diejenigen, die hinter ihm gefahren sind nicht selber navigiert haben. Der erste war in diesem Fall Kevin Benavides, zu dem Zeitpunkt Zweiter im Gesamtklassement. Diejenigen, die ihm nachgefahren sind waren Meo und Price, beide slagen im Klassement hinter ihm und sind vor ihm in die Etappe gestartet, Sie hatten also bereits weitere Zeit auf ihn verloren. Hätten Meo und Price selbst navigiert (und zumindest Price hat hinterher zugegeben, dass er das nicht tat), hätten sie an dieser Stelle Zeit gutmachen können.
Es war ein leichter Navigationsfehler, weil er kurz nach einem Checkpunkt passierte als die Wegstreckenzähler automatisch auf den richtigen Wert korrigiert wurden und daher mit dem Roadbook übereinstimmten. Trotzdem sind weitere Spitzenfahrer an der Stelle falsch gefahren, war wohl doch nicht so einfach.

Geschwindigkeit

Im Straßenverkehr spricht man immer von nicht angepasster Geschwindigkeit, wenn es zum Unfall kommt. Anders ausgedrückt: wer zu schnell fährt stürzt.
Das ist dem zu diesem Zeitpunkt Gesamtführenden der Dakar passiert. Adrien van Beveren lag am Geginn der Etappe auf Platz Eins und ist als siebter in den Tag gestartet. Zum Zeitpunkt seines Stuzes hatte er die Führung auf Benavides (der sich verfahren hatte) ausgebaut  und somit auf dem besten Wege seine Führung zu verteidigen.
Hias hat die Stelle ohne Sturz passiert, er war schnell, aber nicht zu schnell war.

Fazit

Vor der Etappe war Hiasi Dritter, 6 Minuten zurück. Danach war er Erster mit 42 Minuten Vorsprung, das war kein Glück, das war gut gemacht.

Oder anders ausgedrückt: Hiasi hatte Glück, dass kein anderer unverschämtes Glück hatte.

#Dakar2018 nach dem Rennen – Teil 1: Teams

Nachdem ich das Rennen über im Internet verbracht habe, hier ein paar persönliche Beobachtungen, die in der Hektik des Renn-Alltags und der kurzen tägliches Zusammenfassung in den Berufsmedien nicht unbedingt vorkamen. Es ist eine kleine Serie mehr oder weniger kurzer Folgen, keine Ahnung wie viele.

Teams

Um die Dakar zu gewinnen muss man:

  • Ein top Mopped haben
  • Ein top Team haben
  • Ein top Rally- (nicht Motocross- oder Enduro-) Fahrer sein

Stimmt auch nur eine der drei Zutaten nicht, wird es nichts mit dem Sieg. Ist eine der drei Zutaten kaputt, klappt es auch nicht mit der Zielankunft.

Gasgas

Ich finde es daher clever, wenn ein neuer Hersteller sich möglichst viele Zutaten von außen besorgt und so nicht alles selber lernen muss.
Gasgas kommt aus der Insolvenz und hat noch keinen erprobten eigenen 
Viertaktmotor. Klar hätte ich es extrem cool gefunden, wenn sie mit einem Zweitakter gestartet wären, aber die Spanier haben lieber bewährte 2017er KTM-Moppeds gekauft und Gasgas draufgeklebt (KTM war eingeweiht). Sie hatten das Mopped-Problem gelöst, Fahrer mit Dakar-Erfahrung (und einen Rookie) an Bord und konnten erfolgreich Erfahrungen sammeln und sich auf das Rennen konzentrieren. Jetzt wissen sie, worauf es bei der Dakar ankommt und können vielleicht schon nächstes Jahr mit einem eigenen Mopped antreten. Vielleicht wählen sie ja dennoch einen Zweitakter.
Wie gut das Gasgas-Team war, zeigt das Gesamtergebnis, da liegt Johnny Aubert (#40) auf Rang 6 und damit vor Pablo Quintanilla mit der besten Husky, die eine 2018er KTM ist. Das bekannt hervorragende Himoinsa KTM-Kunden-Team brachte die Top-Kunden KTM mit Gerrard Farres (letzes Jahr Dritter) auf Platz 5.

Die anderen Exoten

TVS geht einen Schritt weiter als Gasgas und hat nicht nur ein Rally-Mopped eingekauft, sondern auch Team-Leistung, daher heißt das Team auch Sherco TVS. Juan Pedrero verpasste die Top 10 um weniger als 3,5 Minuten, inklusive der 16 Minuten Strafzeit die er eingesammelt hat (die ASO erklärt nirgendwo, wofür es diese Strafzeiten gab).
Hero setzt ebenfalls auf außerhäusige Entwicklung und ein erfahrenes Dakar-Team. Die eingesetzten Speedbrains sind speziell für Rallys entwickelt und das Team ist seit langer Zeit dabei. Hero hat mit Orion Mena (#61) die Rookie-Wertung gewonnen. Besser kann man nicht zeigen, wie gut das Team ist.
Kurze Ankündigung: Beta will nächstes Jahr mit einem eigenen Mopped auf Enduro-Basis antreten

Keine Exoten

Als Amateur, der nur ankommen möchte, ist es ausreichend in einem Team zu sein, dass die Technik im Griff hat. Um die Dakar zu gewinnen, muss das Team mehr können. Mit Blick auf die 2018er Dakar mussten die Fahrer vor allem eingebremst werden. Es war bis zur zehnten Etappe vorne sehr knapp. Immer wieder wurden die Positionen getauscht, die klassische Situation in der der Fahrer angreifen will, um sich einen Vorsprung herauszufahren. Wer angreift macht schneller Fehler und Fehler kosten die Dakar.

Meiner Meinunng nach – also aus dem Schreibtischstuhl geraten, ohne Infos aus dem Fahrerlager – hat Yamaha, die Fahrer nicht eingebremst. So hat Xavier de Soultrait mehrfach in Interviews gesagt, dass er sich den Arsch abgefahren hat und an die Grenze gegangen ist, um das Tempo der Top-Leute zu fahren. Er ist durch Sturz und Verletzung ausgeschieden, ebenso wie später Adrien van Beveren. Franco Caimi hat bei seinem Sturz das Mopped kaputt gemacht.

Bei Honda scheint man für diese „Bin it or win it“ Strategie seit Jahren auf BamBam Barreda zu setzen. Er ist, meiner Meinung nach, der schnelleste Fahrer auf einem Rally-Mopped, macht jedoch immer wieder Fehler, die er dann mit noch mehr Geschwindigkeit ausbügeln will. Dieses Jahr waren es erst Navigations-Fehler und dann Stürze mit Verletzungen und weiteren Navigationsfehlern bis zur Aufgabe. Wenigstens hat Honda dieses Jahr nicht mehr illegal nachgetankt, ein Fehler der letztes Jahr von Hondas Team-Leitung gemacht wurde.

Wie gut das KTM Werksteam ist zeigt das Endergebnis: Platz 1, 3 und 4.

Der Hiasi

Am Ende hat der Fahrer gewonnen, der es das ganze Rennen über geschafft hat, innerhalb seiner Wohlfühlgeschwindigkeit (die höher ist als die Angriffsgeschwindigkeit der meisten anderen) zu bleiben, daher sauber navigieren konnte und sich bei keinem der Umfaller verletzt hat.

Sauber Hiasi, so gewinnt man die Dakar!

Und danke an die ASO und Marc Coma, dass es eine Dakar war, die nur so gewonnen werden konnte.

 

 

 

Die erste Etappe #Dakar2018

NEU: Jetzt mit EDIT (weiter unten)

31 Kilometer Sonderprüfung nach 241 km Anreise standen heute auf dem Programm. Für Dakar-Verhältnisse fing der Tag sehr spät an, erst um 08:30 wurde das erste Mopped in Lima auf die Reise geschickt, damit es 4h01m30s später auf die gezeitete Runde gehen konnte.

Facebook sei Dank konnte ich die Start Zeremonie in der peruanischen Hauptstadt live mitverfolgen, auch wenn ich weder den spanisch sprechenden Video-Kommentator verstand noch den meistens ebenfalls spanisch sprechenden Moderator am Startplatz. Da beide meistens gleichzeitig sprachen und jeweils über anderen Dinge hätten mir zusätzliche Sprachkenntnisse nur bedingt geholfen. Schön war es trotzdem.

TrackingDakar

Die Zeit der Verbindungsetappe habe ich dann damit verbracht, ein paar Textzeiten für TrackingDakar.nl zu übersetzen, so dass es davon jetzt auch eine deutsche Version gibt. Wer auf “Oben 10” klickt bekommt die Top 10 angezeigt, dass ist mein Fehler, wird aber bestimmt bald behoben. Ich habe die Texte “blind” übersetzt, da die Seite noch nicht online war, da dachte ich “Top” bezieht sich auch das obere Ende der Seite …

Link zu TrackingDakar, erste Etappe

Unfall

Kaum hatte ich die Übersetzung fertig kamen im Forum die ersten Meldungen über einen Unfall auf der Verbindungsetappe und kurz darauf Bilder, die Jürgen Drößinger am Straßenrand Sitzend zeigen und einen SUV mit Beule im Kofferraum. Auf mehreren Kanälen wurde gemeldet, dass Jürgen aufgeben musste. Die ASO zeigt trotzdem im Live-Timing an, dass er gestartet sei, aber nicht ins Ziel kam.
Dieses Zeiten und Informations-Wirrwarr von Seiten der ASO wird noch öfter kommen, der etablierte Ausdruck für diese Vorfälle ist: geASOd werden.
Auf jeden Fall gilt: Solltest Du Dich verletzt haben Jürgen, Gute Besserung
Es ist Jürgens erste Dakar und dann endet Sie bereits am ersten Tag. Mistimistikack!
Hias hat sich auf Facebook ebenfalls zum Straßenverkehr in Peru geäußert. 

Sturz

Ebenfalls gestürzt ist JRod, die Speerspitze des Hero-Teams. Am Kilometer 16,84 hat wohl die drei Ausrufezeichen nicht gesehen. Joachim ist nach dem Sprung übel zusammengestaucht worden, wer es sich angucken möchte möge bitte googlen, das Video wird bestimmt leicht zu finden sein.
Lange Zeit hatte er keine Zeit im Livetiming und es gab Gerüchte, dass er ausgeflogen werden musste. Ein paar Stunden später, während ich das hier schreibe, taucht er dann im Klassement auf Platz 75 mit 14 Minuten Rückstand auf.
Wieder geASOd.

EDIT
Kaum veröffentlicht, da taucht auf der Hero Facebook-Seite ein Foto von JRod in einem Krankenhausbett auf. Gute Besserung JRod.
Wer wissen will, wieso sein Mopped trotzdem eine Zeit hat, darf gerne mitraten. Wieder geASOd.
/Edit

Sportlich

31 km durch Sand und über Dünen in 20 Minuten und 56 Sekunden. Das ist verdammt schnell. Die “Oben 10” sind innerhalb von 2 Minuten. An der Spitze sind der Wüstenbewohner SunderSam und der ausgewiesene Sandspezialist AvBev, die morgen dann auch als erste Moppedfahrer in die Etappe gehen werden.
Von den Top-Favoriten fällt lediglich Toby Price ein wenig ab, er liegt mit 3m20s Rückstand auf Platz 14, fünf Sekunden hinter Laia Sanz und CS Santosch auf der schnellsten Hero.
Die langsamsten Fahrer haben bereits über 40 Minuten Rückstand aufgefasst, haben also dreimal so lange gebraucht. Da zeichnet sich eine verdammt harte Dakar für die Hinterbänkler ab, auch wenn man nicht einfach hochrechnen darf, dass sie ab jetzt immer dreimal so lang wie die Spitze brauchen werden.

Malle Moto

Bei den Selbstschraubern hatte heute Scott Britnell (KTM #097 +7m59s) die Nase vorne. Insgesamt liegen 13 Fahrer innerhalb von 10 Minuten. Der Tagesletzte Jeroen Ramon fährt ebenfall in der Kistenklasse und hat bereits 43m26s aufgefasst. Das ist ein langer Marathon und mit 27 Startern (+1 Quad) auch eine ziemlich voll besetzte.

Strafzeiten

Natürlich kann sich da bis morgen noch ein bisschen was ändern, denn die ASO muss noch die gesammelten GPS-Daten der Fahrer auswerten und möglicherweise werden Strafzeiten für zu schnelles Fahren auf der Verbindungsetappe oder nicht getroffene Wegpunkte hinzukommen.

Fazit

Heute konnten man nur verlieren. Trotzdem haben die Werksteams bereits feste angegriffen.
Auf Facebook gab es zwischenzeitlich drei (bestimmt auch mehr) Live-Feeds von verschiedenen Stellen der Special. Facebook ist also doch für was gut.

P.S.
Autos fahren auch mit.

P.P.S.
Heute war eine Ausnahme, ich werde nicht jede Etappe zusammenfassen. Wenn ich kann, dann berichte ich live auf Twitter, was mir zu auffällt.

Letzte Updates vor dem Start der #Dakar2018

Morgen geht es los, die Rally Dakar startet in Lima, um 14:00 Uhr unserer Zeit, wenn der Countdown auf der offiziellen Website richtig geht.

Wo ich gucke

Oh je, die offizielle Website ist neu. Da ist alles neu, nicht nur die Optik, auch die Datenflüsse. Wie sich das auf die Wahrnehmung der Rally für mich hier am Schreibtisch auswirkt ist noch unklar.
In den vergangenen Jahren war es immer so, dass die Informationen auf der offiziellen Website spärlich und verspätet waren. Einige clevere Menschen konnten diese Daten jedoch früher auslesen und haben daraus ein Livetiming gebastelt, dass fast so gut war wie eine TV Übertragung; nein besser: fast so gut wie ein Live-Tracking. Ich konnte so jederzeit erahnen, wo sich jeder Fahrer befindet. Und vielen anderen auf der Welt erging es ähnlich. Aktuell ist noch unklar, ob das wieder gelingen wird, dann wäre alles gut.

Ein riesiger Haufen Infos wird im ADVRider Forum in der F5irehose [englisch] geteilt. Dort laufen Informationen aus vielen Quellen ein: TV-Berichte aus Frankreich (mehrere Sender, zwei Stunden täglich), Holland und vielen spanisch sprechenden Ländern, Radio-Live Berichte, Twitter- und Facebook-Updates und einige Foren-Mitglieder haben einen oder mehrere direkte Drähte ins Biwak, zu Teams oder Familien der Fahrer.

F5irehose ist der Ort für alle, die von zu Hause aus fast live dabei sein wollen. Alleine in diesem Beitrag werden schon über 40 Infoquellen genannt, die der Kollege dort im Auge behalten möchte. Mal sehen, was davon funktionieren wird und welche Infos er daraus teilt.

Zwei weitere ADVRider-Threads die interessant werden können sind die Video-Sammlung und die Resourcen Liste.

Ich werde über Twitter teilen und berichten, was ich interessant finde und dabei den Hashtag #Dakar2018 nutzen.

Außerdem folge ich bei Twitter noch den Keywords: Dakar18 – @Dakar2018  – #Mallemoto sowie #originalbymotul und finde dort hoffentlich Material zum re-tweeten.

Da fällt mir ein, ich muss die Twitter-Liste Dakar-Moppeds noch aktualisieren.

Ich hoffe wirklich, dass das Live Timing auf Trackingdakar.nl wieder funktionieren wird.

Was besser ist

Dieses Jahr hat die Malle Moto Klasse ihren eigenen Sponsor. Offiziell heißt sie jetzt: Original by Motul. Mit dem neuen Sponsor kommt auch mehr Berichterstattung, hoffentlich. Im Vorfeld der Rally gibt es jedenfalls schon mal deutlich mehr Infos zu meiner Lieblingskategorie. Die Malle Motos fahren ohne Team und müssen alles an ihren Moppeds selber schrauben. Einen guten Eindruck davon bekommt man im Film von Lyndon Poskitt [englisch].

Lyndon Poskitt #100

Dieses Jahr ist Lyndon wieder dabei. Er fährt und schraubt wieder alleine in der Überseekoffer-Klasse, aber er hat ein Team dabei, dass ihn filmt und jeden Tag ein Video produziert. Das gibt es dann auf seiner Website zu sehen.

Vielleicht ist die ASO mit der neuen Website ja doch besser als in den ganzen Jahren davor.

Fahrer

Malle Moto ist nicht nur ein Abenteuer, sondern auch Sport. Auf meiner Favoritenliste für diese Klasse stehen drei Fahrer: Lyndon #100 (letztes Jahr Zweiter), Jurgen van den Goorbergh #48 (hat die Malle Moto 2016 gewonnen) und Oliver Pain #16 (war 2014 Gesamtdritter). Insgesamt hat diese Klasse 28 Teilnehmer; hossa! Darunter verstecken sich mit Sicherheit noch ein paar weitere Kandidaten auf den Klassensieg.

Den Kampf um den Gesamtsieg habe ich in einem älteren Beitrag bereits beleuchtet. Leider hat sich mein Wunsch-Sieger bereits verabschiedet, der Gonk hat sich während der Vorbereitungen quasi in letzter Minute verletzt und am Mittwoch nach einer Testfahrt entschieden, dass er nicht fit genug ist. Mistikack!

Chavos Mopped

Demnach nehme ich mir die Freiheit und nominiere einen weiteren Fahrer für den Favoritenkreis, nicht für den Gesamtsieg, aber einen Etappensieg und einen Platz unter den Top 5 traue ich Juan Carlos Salvatierra, genannt Chavo, mit der Nummer 11 zu. Er ist Privatfahrer und setzt auf KTM, allerdings auf eine 450 CX-F (in Deutschland nicht im Programm, zumindest konnte ich sie auf der §#$%&*** KTM-Website nicht finden).

Gerard Farres #11, letztes Jahr Dritter und damit bester Privatier, hat angekündigt, dass er seine letzte Dakar fahren wird.

Aus Deutschland ist ein Fahrer am Start: Jürgen Drössiger [Website] mit der Startnummer 104 erfüllt sich mit der Teilnahme seinen Traum, ich drücke ihm alle Daumen, dass er ins Ziel kommt. Feuert ihn auch über Facebook an.

Markus Berthold #67 [FB] ist der zweite Österreicher im Rennen. Letztes Jahr, bei seiner Premiere, musste er bereits auf der zweiten Etappe die Segel streichen. 

Die Strategie

Wie immer ist die erste Etappe der Dakar nur ein kurzer Prolog, dieses Jahr sind es 31 km Sonderprüfung (plus 241 km Überführung). Die Startreihenfolge wurde noch nicht bekanntgegeben, ich tippe darauf, dass die höchste Startnummer zuerst fährt und die Eins am Schluss, so wie letztes Jahr. 

Der Prolog wird vor allem über die Startreihenfolge für Tag Zwei bestimmen, große Zeitabstände wird die kurze Strecke nicht hergeben. Bei der Dakar startet der Schnellste des Vortages als erster und legt die Orientierungsspur für alle anderen. Etappensiege sind daher für den Gesamtsieg eher hinderlich.
Aber: Dieses Jahr starten die Moppeds ausnahmsweise nach den Autos in die zweite Prüfung, und damit liegt dann da schon eine Spur. Das gilt natürlich nur dann, wenn für Autos und Moppeds auch die gleichen Wegpunkte gelten, was natürlich niemand so genau weiß.

P.S.
Autos fahren auch mit, aber das steht ja auch schon oben.

 

Die Favoriten der #Dakar2018

Es ist fast überall Tradition, dass man, bevor ein Rennen los geht, die Fettnäpfchen ausrollt und eine Prognose erstellt, wer am Ende vorne ist und warum.
Bei einem Rennen wie der Dakar kann soviel passieren, dass es unmöglich ist, einen Sieger vorauszusagen. Aber ich kann einen Pool von Sieganwärtern benennen, weil die Dakar so viel Vorbereitung von Fahrer, Team und Material erfordern, dass nur wenige das leisten können. Aus diesem Sieganwärter-Pool gewinnt der Fahrer, der selbst und dessen Team die wenigsten Fehler machen und dessen Mopped die wenigsten technischen Gebrechen hat. Bei Fehler Gleichstand gewinnt der bessere Navigator und erst dann gibt die Geschwindigkeit den Ausschlag. Glück und Pech spielen ebenfalls eine riesengroße Rolle, aber das kann mit keiner Vorbereitung der Welt beeinflusst werden und wird jeden im Feld treffen. Falls jemand jetzt schon den Sieger richtig vorhersagt, dann hat das mehr mit Glück (oder Zeitreise) als Fachwissen zu tun.

Der Sieger

Nach 16 Siegen für KTM wird es langsam Zeit für eine andere Marke. Als einzigen anderen Hersteller mit einem Werksteam und Siegchancen sehe ich Honda. Die versuchen es seit 2013 und waren bereits im letzen Jahr sehr knapp dran. Weil das Team an einer nicht freigegebenen Tankstelle Sprit aufgefasst hat, bekamen alle Fahrer eine Strafzeit, damit war die Chance auf den Gesamtsieg weg. Ich folge meinem Herzen und Tippe auf den Fahrer, dem ich es am meisten gönne: Gonk: Paulo “Speedy” Goncalves, Startnummer 6.

Die Favoriten

Ich hätte auch auf Bam Bam: Joan Barreda Bort (#5) tippen können, der nicht nur im letzten Jahr gezeigt hat, dass er mit der Honda vermutlich der schnellste Fahrer im Feld ist. Gäbe es das Grüne Trikot für den Punktbesten, dann wäre er der heißeste Kandidat dafür. Ein weiterer HRC-Fahrer kommen ebenfalls in den Favoriten Pool:  KevB: Kevin Benavides (#47).

KTM kommt natürlich auch für den Gesamtsieg in Frage, da tippe ich auf Vorjahressieger SunderSam: Sam Sunderland (#1). Toby Price (#8) hat das Jahr davor gewonnen, das will der Matthias “Hias” Walkner (#2) erst noch schaffen. Warum ich darauf tippe, dass der Britte am Ende schnellster KTMler ist kann ich an nichts Bestimmtem festmachen. Toby ist dieses Jahr wenig Mopped gefahren, nachdem er sich auf der letzten Dakar verletzt hatte. Ob er dadurch nun einen zu großen Trainingsrückstand hat ober ob es ihn locker macht, weil er nur Mit-Favorit ist, wird sich zeigen. Hias hat auf der neuen Rally KTM das letzte Vorbereitungsrennen gewonnen und war letztes Jahr Zweiter. Ich habe den Eindruck, er ist derjenige, der sich am meisten unter Druck setzt und daher am ehesten einen unnötigen Fehler begehen wird.

Meine Wunsch-Dakar hat ein dreifarbiges Podium: Honda-Rot, KTM-Orange und Yamaha-Blau. Bei den Blauen tippe ich auf AvBev: Adrien van Beveren (#4), er hatte im letzten Jahr das Podium als Vierter verpasst. 

Es gibt noch ein viertes Werksteam, dass zumindest um das Podium, wenn nicht gar um den Gesamtsieg mitfahren kann. Die Adoptiv-Österreicher von Husqvarna haben mit Quinta: Pablo Quintanilla (#10) ein ganz heißes Eisen im Feuer.

Die Etappensieger

Als wäre der Favoritenpool noch nicht groß genug habe ich hier noch ein paar Fahrer, denen ich Etappensiege zutraue. Neben den restlichen Werksfahrern von Honda, KTM und Yamaha möchte ich da die KTM-Privatiers GFG: Gerard Farres Guell (#3) und Stefan Svitko (#09) nennen. Juan Pedrero Garcia (#12) mit seiner Sherco TVS ist ebenfalls sauschnell und ganz zum Schluss, einfach weil ich will, dass sie auch eine Etappe gewinnt, nenne ich noch die Startnummer 15, Laia Sanz.

Gebutterte Fische

SunderSam, Hias, AvBev, Bam Bam, Gonk, Toby, Quinta und KevB.
Einer dieser acht Fahrer, hier in der Reihenfolge ihrer Startnummern, wird als Sieger in Cordoba ankommen. Sollte wirklich jemand anderes die Dakar gewinnen werde ich … keine Ahnung, schlagt was in den Kommentaren vor. Unabhängig davon könnt Ihr natürlich auch Eure eigenen Tips als Kommentar hinterlassen.

Als Bonus-Tipp, nur um noch einen Fettnapf aufzustellen, sage ich hier noch: Von diesen acht Favoriten sind am Ende der Rally nur drei in den Top-10 zu finden.

P.S.
Ernsthafte Prozentrechnung sagt zwar mit 73,4% Wahrscheinlichkeit einen KTM-Sieg voraus, aber als Freund des Gonk habe ich das einfach ignoriert.

 

Exotische Moppeds auf der #Dakar2018

Die Zeiten, als die Dakar ein echter Abenteuer-Zirkus war, sind vorbei. Es ist schwer vorstellbar, dass heute jemand eine Vespa an den Start rollt, so wie 1980 [englisch]. Heute setzen alle 142 Starter auf 450 ccm Einzylinder Rally-Enduros. Obwohl, vielleicht auch nicht, aber dazu komme ich weiter unten.

Mit der Vespa auf der Rally Paris-Dakar

Mit der Vespa auf der Rally Paris-Dakar

Privatfahrer

Die meisten Privatiers haben sich für die einzige käufliche Rally-Maschine, die von KTM / Husqvarna, entschieden. Fast alle anderen Nicht-Werksfahrer kauften sich eine Yamaha WR450F und haben diese umgebaut.
Somit gehören Patricio Cabrera 036 (alle Fahrer.Links führen aus die englische Dakar.com Site) und Cristobal Andres Guldman Gonzales 070 (Malle Moto) mit Ihren Kawasaki-Umbauten ebeso zu den Exoten wie Roberto Vecco 132 auf seiner Suzuki. Eigentlich kann man Moppeds dieser beiden großen japanischen Werke nicht zu den Exoten zählen. Elric Lambert 133 tritt mit einer ZF450 Quaddy an. Das ist so exotisch, dass ich bei Google keine ordentlichen Infos dazu gefunden habe. Was ist denn Qaddy für eine Marke? Alles was es zu Quaddy mit zwei D gibt ist ein italienischer Yamaha Händler und Bilder von Rally-Yamahas. Auf Facebook habe ich dann Bilder von einem Mopped mit der Startnummer 133 gefunden, und da steht Yamaha drauf, also gar kein Exot.
Bleibt vielleicht noch Jurgen van den Goorbergh 048 (Malle Moto), der zwar auch mit KTM antritt, aber nicht mit der ferigen Rally-KTM, sondern sich eine EXC-Enduro umgebaut hat. Letztes Jahr war er der einzige, der auf einer EXC angetreten ist, dieses Jahr setzt mit Stephane Gourlia 087 (Malle Moto) mindestens ein weiterer Fahrer auf dieses Rezept.
Die Privatiers, die irgendwoher die 50.000 bis 100.000 Euro für die Teilnahme bei der Dakar auftreiben müssen, setzen auf Bewährtes.

Exotische Werke

KTM, Husqvarna, Honda und Yamaha sind alles keine Exoten sondern haben bereits mehrere Dakars gewonnen. Husky eigentlich nicht, aber da es nur weiße KTM sind, zähle ich sie einfach dazu.

Für uns Europäer sind die indischen Marken TVS und Hero Exoten, die auch in diesem Jahr wieder mit dabei sind. Jedoch setzen diese auf Moppeds von Sherco (TVS) und Speedbrain (Hero), weil das eigene Modellprogramm keine geeignete Basismaschine enthält. Noch nicht.
Letztes Jahr ist Zongshen glorreich mit eigenen Maschinen gescheitert, vier Moppeds fielen bereits auf der zweiten Etappe aus und die letzte nach der dritten. Dieses Jahr ist keine mehr am Start. Zwei der letztjährigen Fahrer starten auf KTM und sammeln weitere Dakar-Erfahrung. Ich bin mir sicher, dass Zongshen wiederkommt. Vielleicht sehen wir in den nächsten Jahren dann Zongshen-Suzukis, dafür gäbe es Vorbilder auf der Rundstrecke. 2002 wurde das Zongshen-Team mit einer Suzuki Endurance Weltmeister.

Letzter möglicher Exot ist Gasgas. Nach der Insolvenz von 2015 gibt es wieder neue Moppeds: Trialer und Zweitakt-Enduros. Gibt es eine kleine Chance auf einenn Werks-Zweitakter? Ich habe keine Bilder vom Einschiffen der Gasgas gefunden, wer was weiß, sagt mir bitte Bescheid.
Ich vermute jedoch, dass Gasgas eine Version der 2015er Raid einsetzen wird und die hat einen 450er Viertakt-Single wie alle anderen auch.

Hero Speedbrain, offizielles Promo-Foto

Streckenvorstellung #Dakar2018

44 Tage vor dem Start wurde die Strecke der 2018er Rally Dakar vorgestellt. In Stichpunkten sind es:

  • 14 Etappen insgesamt
  • 7 Etappen zu 100% Dünen / Off-Piste
  • 2 Marathon Etappen -für Moppeds
  • Über 4.200 km Sonderprüfung
  • 5 Tage auf über 3.000 m Höhe

Filmchen zur Strecke auf Youtube [englisch]

Und die Dakar-Website zur Route [englisch] 

P.S.

Autos fahren auch mit.

General Pablo und der Delfin #Dakar

Heute um 12:30 Uhr, Post #4914 auf Seite 246 des F5irehose Forums zur Dakar:

Balkan Boy said:

Après s’être égaré en début de spéciale, Sam Sunderland a perdu 16’45 sur son dauphin au général Pablo Quintanilla. Le pilote KTM n’a provisoirement plus que 4 minutes d’avance sur son rival Husqvarna au général.

ENGLISH

After losing to the start of the special stage, Sam Sunderland lost 16’45 on his dolphin to General Pablo Quintanilla. The KTM driver has temporarily only 4 minutes ahead of his rival Husqvarna to the general.

There you go, he lost his dolphin.

Nun glänzen meine französischen Sprachkenntnisse vor allem durch Abwesenheit, ich habe das nie gelernt. Trotzdem scheint mir diese Übersetzung nicht korrekt zu sein, aber wenigstens lustig. Zusammen mit der Vermutung, dass Barreda, der die heutige Etappe eröffnet, einige falsche Fährten auslegen könnte, die auf englisch Red Herring heißen, macht es vielleicht sogar Sinn, einen Delfin zu reiten.

Ich weiß nicht, woher diese Übersetzung kommt, Google ist es wohl nicht, da wird der Delfin zum Erben.

Nachdem in einem frühen Stadium verloren, Sam Sunderland verloren 16’45 seinem Erben General Pablo Quintanilla. Der KTM-Pilot war provisorisch über 4 Minuten vor seinem Rivalen Husqvarna insgesamt.

Wie auch immer die korrekte Übersetzung lauten mag, General Pablo hat heute und bis jetzt durch falsche Navigation und /oder einen technischen Defekt eine Stunde verloren (die Etappe läuft noch), und SunderSam gibt seinem Delfin kräftig die Sporen, wie das Forum auch.

Roadbook auf der #Dakar

Dieses Jahr ist die Dakar deutlich anders, als in den letzten Jahren. Nachdem die Sonderprüfungen immer wieder als WRC-Stil (mit Vollgas dem Weg folgen) bezeichnet wurden, gibt es in diesem Jahr die Rückkehr der Navigation zu feiern. Navigation im Sinne von, den richtigen Weg finden. Die GPS-Geräte an den Moppeds werden vom Veranstalter ASO gestellt und haben nicht mit den GPS-Navigationsgeräten für den normalen Gebrauch gemein. Dort sind die Koordinaten von Wegpunkten einprogrammiert und sobald der Fahrer in die Nähe des Punktes kommt, wird ein Pfeil angezeigt, der zum Punkt führt. Ansonsten wird die Kompassrichtung ( in 360° ) genannt CAP angezeigt und die gefahrene Geschwindigkeit.

Navigiert wird mit Roadbook und Tripmaster. Ein Tripmaster ist ein Kilometerzähler, der per Hand vor und zurückgestellt werden kann. Warum das wichtig ist, erkläre ich weiter unten.

Ich habe im Netz ein Foto aus einem Roadbook der Dakar 2013 (bearbeitet von Darryl Curtis) gefunden. Hinweise und Abkürzungen sollten die gleichen wie für dieses Jahr sein. Hier ist die Legende zum Dakar 2017 Roadbook PDF, das sich in einem neuen Tab öffnen sollte. Es ist Seite 97 des 2017er Dakar-Regelwerkes, dass es auf Dakar.com zum Download gibt. .

Bearbeitetes Roadbook.

Ein Roadbook wird zeilenweise gelesen und kommt meistens in schwarz/weiß (hier gibt es sogar roten Text), die farbigen Markierungen macht der Fahrer selbst und jeder hat dabei sein eigenes System.
Es gibt drei Spalten, links Entfernungsangaben, dann ein Bild (englisch oft “Tulip” bezeichnet) und ganz rechts zusätzliche Hinweise. 

Ich erkläre hier die oberste Zeile, wie ich sie verstehe. Verstehe ich sie falsch, fahre ich falsch. Fragen oder alternative Interpretationen können gerne als Kommentar im Blog hinterlassen werden. Ich verwende die englischen Bezeichnungen, wenn ich die Symbole bezeichne.

Linke Spalte

15,7X ist die Entfernung die seit dem Start der Sonderprüfung in Kilometern. Der Tripmaster kann eine oder zwei Dezimalstellen anzeigen, Roadbooks werden in der Regel mit zwei Dezimalstellen (also auf 10m genau) erstellt, die meisten Fahrer navigieren jedoch nur mit einer Dezimalstelle, also auf 100m, Hier wurde die zweite Dezimalstelle geschwärzt.
Wenn der Tripmaster 15,7 anzeigt, sollte der Fahrer an Stelle sein, die das Roadbook anzeigt. Hat er sich vorher verfahren, zeigt sein Tripmaster hier eine andere Zahl an und der Fahrer kann den Tripmaster einstellen, so dass er 15,7 anzeigt.

DANGER Weist auf eine Gefahrenstelle hin. Es gibt drei Gefahrenstufen, die in der rechten Spalte spezifiziert werden.

272,28 Die Entfernung bis zum Ziel der Speziale oder dem Ende des Roadbooks, falls die Etappe länger als das Roadbook ist, in Kilometern.

1,51 Die Entfernung die seit dem letzten Bild (das in der Zeile darüber) zurückgelegt wurde in Kilometern.

Das Bild

Hier wird der zu fahrende Weg angezeigt. An dieser Stelle gibt es keine Abzweigungen, der Fahrer soll auf dem Track (durchgezogene Linie) bleiben. Der Weg könnte einen geschwungenen Linksbogen machen, muss er aber nicht, es kann auch viel kurviger oder gerader sein. 

Es geht über einen Huckel (Bump) der Gefahrenstufe ein Ausrufungszeichen.

Es folgt ein Stück bergab (Pfeil nach rechts unten) in einen ausgetrockneten Fluss (gewellte Linie).

Dann durch eine Senke (Dip) der Gefahrenstufe 2 (Ausrufungszeichen), in diesem Fall wohl durch den Hauptwasserlauf des Flusses (Rio).

Es geht aus dem Flussbett heraus (gewellte Linie) und berghoch (Pfeil nach rechts oben).

Rechte Spalte

Auch wenn der Dip zwei Gefahrenstufen bekommt, ist das Gesamtbild wohl nur ein Ausrufungszeichen wert.
Es wird auf der P wie Piste (Track) gefahren.

Es ist kurvig (das schräg stehende S)

Die Strecke ist schlecht (MVS kommt vom französischen mauvais).

Und es ist eng (E3 kommt vom französischen etroit). Dabei muss man beachten, ob PKW und LKW mit dem gleichen Roadbook fahren, denn wo es für die eng ist, ist für ein Mopped locker Platz.

Alles klar soweit?

Stelle gefunden und Tripmaster angepasst? Dann schnell das Roadbook vorspulen, denn in 270 Metern ist schon das nächste Bild.

Ein Roadbook bietet immer Interpretationspielraum. Das Beispielbild, das ich gewählt habe ist relativ einfach, weil hier nur dem Streckenverlauf gefolgt werden muss, es ist ein sogenannter Gefahrenhinweis, Es ist durchaus möglich, dass das nicht die erste Flussdurchfahrt auf den 1,51 km seit dem vorherigen Bild war.

 

[Edit] Auf Instagram habe ich dieses Roadbook der Paris Dakar von 2001

gefunden, beachte die Abstände zwischen den Wegpunkten.  roadbook_pd2001_

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