Neue Schuhe für die #Hippe

Kommste inne Garage, ist der Reifen platt. Oder wie ich sage: Endlich kann ich mal üben, wie so ein Moppedreifen zu flicken ist.

Platt. #Hippe

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Rad ausbauen und in die Wohnung tragen war einfach. Mit den Montierhebeln den Mantel an einer Seite runterhebeln und Schlauch raus fummeln ging auch ganz gut. Glücklicherweise war es nur ein winziges Loch, dass schnell unter einem Flicken verschwand.
Und dann fingen die ersten Probleme an. Irgendwo beim zurückfriemeln des Schlauchs und dem wieder Aufziehen des Mantels habe ich ein neues Luftloch in den Schlauch hineinfabriziert. Seufz. Also das ganze noch mal und dann war der Reifen dicht, für eine Woche.

30 Jahre Mopped fahre, grob geschätzt fast eine Millionen Kilometer und ich hatte nie einen Plattfuß und jetzt gleich zwei in einer Woche. Also das ganze noch einmal. Dieses Mal steckte der Nagel noch drin, so dass ich den Übeltäter rituell auf dem Balkon einschmelzen konnte.

Aber so irgenwie traue ich dem Reifen mit dem Loch mitten auf der Lauffläche nicht mehr so richtig und bald sind sowieso neue Schlappen fällig, warum also nicht jetzt welche kaufen. Gesagt und ab zum Reifenhändler.

„Reifen sind lieferbar“, sagte er bei der Bestellung. Doch nicht lieferbar waren sie am nächsten Tag und nach einem weiteren Tag dann immerhin bestellbar, aber mit langer Lieferzeit.

Bestelle ich sie halt im Internet.

Die Wartezeit habe ich mit üben verbracht. Jeden Abend einmal Mantel ganz runter von der Felge, Schlauch raus, Schlauch rein und Mantel wieder drauf. Und jedes mal habe ich neue Löcher in den Schlauch gemacht, die ich repariert habe. Jedes Mal. Und nie nur eines sondern immer gleich mehrere.

Mehrfach geflickter Schlauch

Schlauch geflickt und wieder kaputt repariert.

Und als dann die neuen Reifen und Schläuche vom Postboten geliefert wurden war ich schon ein kleines bisschen skeptisch. War es wirklich eine gute Idee, dass ich das selber machen wollte?

Zack, zack, beide Räder haben einen neuen Schlauch in einem neuen Mantel.

Die Hippe steht jetzt auf Michelin T63 inklusive einer Reifenfreigabe, die ich für die TKC 80 nie hatte. Jetzt muss der Michelin nur noch so gut funktionieren wie der Conti.

P.S.

Luft ist immer noch drin, Nagel ist immer noch draußen, so soll das bleiben.

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Luxusweibchen war kaputt

Es war im Herbst als ich eine Freundin besuchen wollte. Die Anreise von 500 km führte ausschließlich über die Autobahn und weil das Ziel Regensburg hieß war das Wetter entsprechend feucht. Kurz vor dem Ziel hielt ich an um den restlichen Weg herauszufinden, da dampfte es auf einmal aus der Tankattrappe heraus und der Motor ging aus. Was war da los, warum ging die Mopped nicht mehr an? Glücklicherweise fand die Panne an einer Stelle statt von wo aus ich das Luxusweibchen bis zum Ziel schieben konnte. Ich hoffte, dass da irgendwas feucht geworden ist das nicht feucht hätte werden sollte und, dass es in den nächsten Tagen trocknen würde, so dass mich die Kawa wieder nach Hause brächte.

Leider nicht, am Sonntag blieb das Mopped beim Druck auf das Starterknöpfchen stumm und kein Kontrolllicht leuchtete. Auch mit Starthilfekabel und daran hängendem Auto blieben alle Lampen aus, Zeit für den Pannendienst.

Nach wenigen Minuten war er da und ging auf Fehlersuche. Unter der Tankattrappe fanden wir dann einige durchgescheuerte Kabel und es sah so aus, als hätten einige der Kabel ein bisschen geschmort. Nicht gut. An der Stelle an der die Kabel durchgescheuert waren waren sie nicht von einem robusten Schrumpfschlauch geschützt sondern von einer Lage Isolierband. Das lag wohl daran, dass die ZXR schon zweimal unterwegs eine Panne hatte und die Werkstätte jedes mal an der Elektrik dran waren. Eine davon hat den Kabelstrang danach wohl nicht mehr ordentlich eingepackt und das war jetzt die Folge.

Das Schlimmste war jedoch die Diagnose des Pannendienstes. „Wenn ich die jetzt hier in die Kawawerkstatt bringe, dann tauschen die da den kompletten Kabelbaum, das wird wohl 2.000 Euro kosten. Das Steuergerät muss dann auch getauscht werden, das sind nochmal 2.000 Euro. Das ist ein wirtschaftlicher Totalschaden.
Ich kenne den Kawahändler hier vor Ort, der arbeitet nur so, der wird den Kabelbaum nicht flicken.“

Es waren sechs Kabel durchgescheuert.

Ich kenne mich nicht so mit moderner Fahrzeugelektronik aus, aber das schien mir doch eine falsche Beurteilung der Situation zu sein. Der Pannendienst wollte oder durfte mich jedoch nur zur nächsten Vertragswerkstatt schleppen (dazu hätte er jedoch ein anderes Auto holen müssen, denn das mit dem er kam konnte zwar einen PKW abschleppen aber kein Mopped transportieren) nicht jedoch zu einer anderen Werkstatt, zum Beispiel zu einer freien. Ich habe ihn dann weg geschickt und kurz nachgedacht, wie ich weiter vorgehen sollte.
Zum Glück gibt es Twitter und da ich meine Situation direkt per Tweet in die Welt geschickt hatte bekam ich bereits einen ersten Tipp von @edigixxer bevor ich mein eigenes Hirn anstrengen musste. Die Gute wohnt keine 100 km von der Panne entfernt, kennt jemanden mit einem Moppedtransporter und eine gute Werkstatt in Ihrer Nähe.

Bei Moto Rottler in Ingolstadt wurde das Luxusweibchen dann für 450 Euro von einem Fachmann für KFZ-Elektronik-trik repariert.

Meine Kreditkartenversicherung zahlte den Leihwagen für den Heimweg und die Zugfahrt um das Luxusweibchen nach Hause zu holen, bei Sonnenschein.

Mopped in diesem Beitrag:

Einfach mal anhalten

Am Sonntag auf dem Heimweg war mal wieder Stau auf der A1, in einer Baustelle im Autobahnkreuz. Gnaaaa.

Ein bisschen weiter vorne stand ein Mercedes mit Warnblinker halb auf der rechten Spur. Das polnische Kennzeichen brachte mich dazu hinter dem Wagen zu halten und mal zu fragen, ob er Hilfe bräuchte. Der Fahrer verstand sehr wenig Deutsch, hielt mir aber sein Handy und eine ADAC-Karte entgegen, das internationale Zeichen für: „Ich spreche die Landessprache nicht gut genug um einen Pannendienst zu rufen“. Man muss kein KFZ-Mechatronkier-Meister sein, um jemandem zu helfen und es gibt auch keinen Grund, seine Hilfe auf Moppeds mit Panne zu beschränken, finde ich. Also telefonierte ich für den PKW-Fahrer und erklärte der Dame am anderen Ende der Leistung die Situation, der linke Vorderreifen ist abgebrochen. Sie versprach, dass der Abschlepper maximal 30 Minuten bräuchte. Jaja, das kenn ich, dachte ich mir und richtete mich darauf ein, in 45 Minuten nochmal dort anzurufen und nachzufragen.

War aber nicht nötig, denn nach 25 Minuten kam die Polizei. Der Beifahrer fragte noch im Auto sitzend: „Müssen wir was wissen?“ Tja, was antwortet man darauf?
Ich entschied mich für: „Der PKW hat eine Panne und ich habe gehalten und den ADAC gerufen. Jetzt warten wir, dass er kommt.“ Daraufhin fuhr der Beifahrer-Wachtmeister die Seitenscheibe wieder hoch und er blieb sitzen. Die Antwort war wohl nur semi-korrekt und jetzt muss er mit dem Fahrer zusammen überlegen, was zu tun ist.

Ein paar Minuten später stiegen beide Polizisten aus und begannen Blinklichter auf die Straße zu stellen und der Fahrer erklärte mir, dass ich bitte weiterfahren möchte und nicht hier auf der Straße rumstehen sollte, sie würden jetzt übernehmen. Nächstes Mal könne ich gleich die 110 anrufen, wenn ein Fahrzeug teilweise auf dem Fahrstreifen steht, das sei besser. Mache ich dann, versprochen.

Ich bin dann auch gefahren und weiß daher nicht, wie lange es gedauert hat bis der ADAC wirklich kam.

Falls ich irgendwann mal eine Panne in einem Land habe, dessen Sprache ich nicht kenne, hält hoffentlich auch einer an und telefoniert für mich.

Audi vom Stamme Nimm

Es begab sich zu der Seit, da ich bei Autofahrern zu Besuch war und eines der Autos wollte am kommenden Morgen nicht mehr starten wollte, weil die Batterie sich in der eisigen Nacht richtig entspannt hatte. So bot sich ein ebenfalls anwesender Audi A6-Fahrer an, mit seinem Auto für neue Impusle zu sorgen, falls jemand ein Überbrückungskabel hätte. Hatten wir. Also her mit dem A6 und Motorhaube auf. Es war ein 2012er Modell und bei diesem Modell sieht man unter der Motorhaube nur eine andere Motorhaube und ein paar wenige andere Deckel und ein Rohr vom Ansaugtrakt (?). Unter all den Hauben und Deckelchen verbirgt sich möglicherweise der Motor und auch die Batterie. Zur Sicherheit haben wir auch mal hinten geguckt, aber da war unter der Haube nur Kofferraum. Mit einer Taschenlampe auf der Suche unter der vorderen Hauben fanden wir eine Schraube, die mit einem Plus gekennzeichnet war und so aussah, als könne man dort ein Überbrückungskabel anklemmen. Also wenn der Audi eine platte Batterie hat, dann kann man den überbrücken. Aber als Spender taugt der Audi nicht, weil der Minuspol der Battrie nicht auffindbar war ohne ein gefühltes Dutzend Deckelchen abzuschrauben. Im Klartext: Mit dem Audi bist Du vom Stamme Nimm; Strom kriegen um wieder fahren zu können: ja – aber jemandem der Hilfe braucht, dem kannst Du nicht helfen. Kack Auto.

Zum Glück hatte noch jemand ein Auto dabei und da war die Batterie zugänglich.

Mopped Panne mit ADAC Fail und AmEx Win

Sonntag Nacht war ich auf dem Rückweg vom BarCamp Ruhr 3 nach Hause in die Provinz. Irgendwo bei Paderborn, ich schalte gerade vom fünften in den sechsten Gang tut es einen Knall, der Motor geht aus und ich rolle mit gezogener Kupplung und hässlich klappernden Rasselgeräuschen auf dem Seitenstreifen aus. Also gleich die die Klappe an der Notrufsäule auf und den ADAC rufen, schließlich habe ich da so eine goldenen Mitgliedskarte. Keine 90 Minuten später hält der Transporter an meiner Stelle, wir laden die Suzuki auf und steuern den nächsten Rastplatz an. Dort will der Pannenhelfer, der übrigens sehr nett und hilfsbereit war, sich die Freigabe für den Rücktransport meines Moppeds zu mir nach Hause holen, schließlich bin ich ADAC Plus-Mitglied. Als Plus-Mitglied werde ich mit meinem Motorrad nach Hause gebracht (entweder auf dem Schandwagen oder das Mopped wird später geliefert und ich kriege einen Leihwagen) ohne Plus kommt man nur bis zur nächstgelegenen Vertragswerkstatt. Nicht das ich mich bisher damit ausgekannt hätte, aber der Pannenhelfer erklärt mir die Unterschiede. Da auf meiner Mitgliedskarte ein Plus steht, mache ich mir keine Sorgen, bis der Pannenhelfer sagt: „Die Kollegin in der Zentrale sagt, Sie haben keine Plus-Mitgliedschaft mehr, die ist gekündigt. Ich kann Sie nur zur nächsten Werkstatt bringen“ Ich habe nichts gekündigt, also ruft der Pannenhelfer noch mal an und gibt mir das Telefon, damit ich mir der Call-Center-Kollegin reden kann. Ergebnis des Gesprächs: Meine Plusmitgliedschaft ist gekündigt, mehr kann sie in Ihrem System nicht erkennen, ich solle morgen während der normalen Geschäftszeiten noch mal anrufen, bis dahin könne ich zusehen wie ich nach Hause komme. Das ist genau der Service-Gedanken und die Hilfsbereitschaft, die ich vom Call-Center einer Pannenhilfe nicht erwarte. Sieh zu, dass Du Dir selber hilfst, ruf morgen noch mal an. Und jetzt lass mich in Ruhe.

ADAC – Fail!

Dass es auch besser geht, habe ich kurz darauf erfahren. Glücklicherweise fiel mir ein, dass bei meiner American Express Karte auch ein Versicherungspaket inklusive ist. Damit habe ich mich nie beschäftigt, keine Ahnung, was da alles drin ist, aber ich kann ja mal anrufen und fragen. Also erkläre ich, mittlerweile an irgendeiner Suzuki-Werkstatt mitten in der sonntäglichen Nacht (23:45 Uhr) mitten in Paderborn (also gefühlt mitten im Nirgendwo) meine Situation und frage, ob man bei AmEx etwas machen könnte. Die freundliche Dame im AmEx-Callcenter hört mich an, und sagt etwas in der Art wie: Oh, das tut mir aber leid, was Ihnen da passiert ist (irgendwas in der Art konnte der ADAC nicht sagen) ich werde Sie mit der Abteilung für Versicherungsleistungen verbinden.“ Ja, ich weiß, das liest sich jetzt als sei das der Auftakt zu einer Zuständigkeit-Odyssee in einer Behörde, aber so war es nicht. Dieser Kollegin musste ich nichts mehr erklären, sie wusste bereits, worum es ging und sagte zu mir: „Ich werde prüfen, auf welche Leistungen Sie Anspruch haben. Kann ich Sie zurückrufen?“ Natürlich war zu diesem Zeitpunkt mein Akku am Handy fast leer, wenn schon Probleme, dann schon alles auf einmal. Also Antworte ich mit: „Ich schätze, mein Akku hat noch für 15 Minuten Strom, wenn Sie es bis dahin schaffen, wäre es toll“, und gebe meine Nummer durch. Wenige Minuten später klingelt mein Handy, AmEx ist dran (es tut mir wirklich Leid, dass ich den Namen der Dame nicht behalten habe) und sagt mir. Wir haben für Sie einen Mietwagen reserviert, am Flughafen Paderborn. Nehmen Sie sich ein Taxi und fahren Sie dort hin, die Taxi-Kosten übernehmen wir auch.“ Kurz darauf, ich sitze bereits im Taxi, meldet sich die Mitwagenfirma bei mir und die Mitarbeiterin sagt: „Ich komme ein wenig nach Ihnen am Flughafen an, machen Sie sich keine Sorgen, es ist alles geregelt.“

Vielen Dank AmEx!

P.S. Natürlich wollte ich am heutigen Montag während der normalen Geschäftszeiten meinen Mitgliederstatus mit dem ADAC klären, erreiche aber niemanden sondern alle Leitungen sind entweder belegt oder ich höre die Durchsage „Bitte drücken Sie die 1“ (was auch immer das soll). Drücke ich auf die 1, wird die Verbindung beendet.

ADAC – Fail 2