Auf die Rennstrecke – Sport ist Mord

“Hier ist dass XXX-Racing Team, Wir brauchen für das Rennen am Samstag noch einen Fahrer, hast Du Zeit?”

Ich habe zugesagt, bevor der Schall ganz aus dem Telefonhörer in meinen Gehörgang gekrabbelt war. Das ist einer dieser Anrufe von denen wohl jeder Moppedfahrer unterhalb der MotoGP träumt, und ich habe ihn gekriegt.

Keine MotoGP

Es ist natürlich nicht MotoGP, es geht um ein 4-Stunden-Rennen.
Langstreckenrennen sind sowieso supercool und kommen mir mehr entgegen, als Sprintrennen, bei denen das Risiko in der ersten Kurve von einem Heißsporn abgeschossen zu werden viel höher ist.

Kein Asphalt

Die Rennstrecke ist nicht asphaltiert, stattdessen ist es Dreck und Wiese, wie beim Moto Cross oder Enduro. Die Strecke ist markiert, muss also nicht per Roadbook gefunden werden. Es gibt Anlieger und einen Start-Zielhügel, der auch springbar ist.

Keine vier Takte

Klaro, wenn es ins Gemüse geht, dann ist der Zweitakter die Waffe der Wahl, nicht nur auf dem Erzberg. Und ganz klassisch mit Vergaser und Gemisch im Tank.

Keine Jungs

Es ist ein Mädels-Team und ich darf nur mitfahren, weil ich Mädchen ehrenhalber bin. Dass das Rennen praktisch vor der Haustür stattfindet ist ein Bonus. Ich fahre bei den Coconut Chicas im Mofarennen Nörvenich.

P.S.
Live-Eindrücke gibt es bei Twitter und Instagram mit dem Hashtag #4hMofa

P.P.S.
Es war viel anstrengender als gedacht, sagt auch mein Muskelkater.

3 P.S.
Pedalen sind des Teufels und der Rennbericht folgt in einem späteren Beitrag.

 

Advertisements

Autobahnrakete #Traummopped Folge Drei

Es gibt immer wieder mal Strecken, da vermisse ich mein #Luxusweibchen. Eigentlich möchte ich kein Mopped zum zweiten Mal haben, aber einen wirklichen Nachfolger für Kawas ZX-12R sehe ich nicht am Markt.
Die ZZR mit dem 1,4 Liter Motor ist mir zu lang und schwer; zu viel reisen, zu wenig rasen. Die Busa ist da nur wenig besser. Vielleicht passt der SX-Kompressor besser, aber den konnte ich noch nicht fahren. Länge und Gewicht sind jedoch auf ZZR Niveau, Koffer und Hauptständer sind Reisezutaten, ich bin daher skeptisch, ob das mein reales Traummopped Drei sein könnte. Also muss ich wieder selber träumen statt einzukaufen.

Schnell schnell

Um auf der Autobahn wirklich schnell zu sein, muss das Mopped einen wahnsinnig zugigen Durchzug haben. Es ist einfach schön, am Ende der Baustelle bei 80 den Hahn aufzuziehen und praktisch sofort 280 an die Uhr zu legen. In der Realität muss man dafür durch die Gänge steppen, sonst ist man zu langsam.
Eine automatische Schaltung, wie etwa das DCT von Honda, sorgt dafür, dass der Fahrer nur am Gas drehen muss und das Mopped von alleine schaltet. Es schaltet sogar ruckfrei, so dass es sich anfühlt, als würde gar nicht geschaltet, was Motorgeräusch und zuckender Drehzahlmesser jedoch belegen. Ich bin ein großer Fan des DCT, dass muss auf jeden Fall an Bord sein. Und wirklich viele PS und Nm, in einem über 1000 Kubik Vierzylinder Motor, gerne auch mit Aufladung.

Lange schnell

Allen Unkenrufen zum Trotz erlaubt die Verkehrssituation auf deutschen Autobahnen durchaus, ganze Tankfüllungen mit Durchschnittsgeschwindigkeiten deutlich über 200 km/h zu verfahren.
Für hohe Dauergeschwindigkeiten ist ein guter Windschutz nötig, der eine halbwegs aufrechte Sitzposition erlaubt, denn je höher der Kopf, desto besser die Übersicht und je entspannter man fahren kann, desto besser die Konzentration. Dazu kommt ein stabiler Geradeauslauf, der von Seitenwinden, Querfugen und anderem Gedöns, das auf unseren Straßen herumliegt, wie abgefallene Stoßstangen oder verlorene Anhänger (hatte ich beides schon auf meiner Spur, konnte jedoch jeweils herum fahren, die Dinger sind ja groß genug um sie rechtzeitig zu sehen) und was auch sonst immer von wer weiß was abfällt. Aerodynamische Anbauteile sind dabei hilfreich, ohne, dass das Handling bei Landstraßentempo oder Staudurchfahrt darunter leidet. Ich will Flügel.

Länger schnell

Das Luxusweibchen war eine Saufziege. Der höchste von mir nachgehaltene Verbrauch waren 10,1 Liter, bei einer Durchchnittsgeschwindigkeit von über 230 (kalkuliert aus der Strecke laut Kilometerzähler und den Uhrzeiten auf den Kassenbons der Tankstellen). Mit 17 Litern Tankvolumen (plus Reserve) mussten auf langen Etappen viele Nachfüllstopps eingelegt werden. Bei geringerem Tempo ging der Verbrauch zurück, der Tank wurde jedoch nicht größer.
Tanken ist der Feind eines hohen Reiseschnitts, also muss mein Traummopped nicht nur wenig verbrauchen, sondern auch einen Tank haben, der lockere 350 km Reichweite erlaubt.

Sicher schnell

Gute Bremsen sind immer nötig. Egal wie schnell oder langsam man unterwegs ist, irgendein blinder Trottel wechselt immer die Spur ohne zu gucken. Immer.
Ein guter Scheinwerfer mit einem noch besseren Fernlicht verschafft dem Moppedfahrer wenigstens die Möglichkeit selbst zu sehen, was da vorne los ist. Kurvenlicht muss auch an Bord sein, denn Autobahnkurven können ganz schön viel Schräglage erfordern, wenn man nicht trödelt.
Als Bonus-Bonbon sendet das Mopped dann an alle WhatsApp und Facebook-Accounts, die zehn Sekunden voraus fahren, die Nachricht: „Achtung, schnelles Mopped von hinten!“

Verkehrslärm Abwehrkampf

Dieses Jahr gab es wieder neue Streckensperrungen für Moppeds, nichts zu letzt, weil die Anwohner dachten, die Moppeds seien zu laut. Ich formuliere es so, weil der Sound einen Unterschied macht. Was als störenden Lärm empfunden wird, ist sehr subjektiv und hat nur wenig mit Dezibel zu tun. Trotzdem – oder gerade deshalb – stehen im Kfz-Schein Messwerte für Fahr- und Standgeräusch und keine lyrischen Geräusch-Beschreibungen. So kann mit entsprechendem Gerät belegt werden, ob der Verkehrslärm wirklich zu hoch ist und die Exekutive demnach aktiv werden müsste.

Starrenkasten

Gegen Raser und leere Stadtkassen stehen an viel zu vielen Ecken Starrenkästen, die Verkehrsteilnehmer fotografieren, die schneller fahren, als die Polizei erlaubt. Manchmal wird in Wohngebieten oder vor Schulen zwar gemessen, aber nicht geblitzt, sondern aus pädagogischen Gründen lediglich die gefahrene Geschwindigkeit angezeigt.

In Kanada

Verkehrslärm und Starrenkästen gibt es auch im Rest der Welt. In Edmonton, Kanada, hatte man die Idee, nicht die km/h, sondern die Dezibel zu messen und, als ersten Schritt, den Fahrern auf einem Display anzuzeigen. Gut gemeint ist nicht das Gleiche, wie gut gemacht, denn: Was macht der durchschnittliche Doof-Trottel wenn er liest, dass er nur 76,2 Dezibel Lärmverschmutzung produziert? Mehr Gas geben, denn: Krach machen macht Spaß [Englisch]! Fragt mal spielende Kinder oder Konzertbesucher, das ist nicht auf Menschen mit Verbrennungsmotor beschränkt.

Was ich daraus lerne

Einerseits gibt es Geräte, die Lärm messen und Fotos von denjenigen machen könnten, die zu laut sind. Warum werden solche Geräte nicht eingesetzt, wollen die Anwohner das nicht, weil Ihre Rasenmäher, Laubbläser und Kantenschneider zu laut sind?

Wenn die Kreisverwaltungen den Freizeit-Verkehr weg von Wohngebieten lenken wollen, dann könnten sie einfach Dezibelmesser mit Anzeigedisplay in die Pampa stellen und die Krachmacher dorthin locken. Keine Streckensperrung und Ruhe, was will der Anwohner mehr?

Warum ich Mopped fahre

Letztens bin ich am Ufer des örtlichen Flüsschens entlang spaziert, als es nach lecker Grill-Fleich roch. Langer Rede kurzer Sinn, ich wurde von vollkommen Fremden zum Essen eingeladen und irgendwann kam das Gespräch auf Moppeds und die Frage: “Warum fährst Du eigentlich Mopped?” stand im Raum.
Überraschenderweise habe ich diese Frage so noch gar nicht hier im Blog beantwortet.

Womit denn sonst?

Andererseits ist es gar nicht so überraschend, dass ich das Thema hier noch nicht hatte, denn die Warum-Frage habe ich mir selbst noch nie gestellt. Wenn ich es auf nur einen einzigen rationalen Grund herunter brechen müsste, dann wäre es: Ich habe nur ein Mopped, womit soll ich denn sonst fahren?

Die Alternativen sind alle schlechter

Ich habe nur ein Mopped, weil es kein anderes Verkehrsmittel gibt, dass besser ist. ÖPNV ist langsamer, fährt nicht wohin und wann ich will, besonders außerhalb von Ballungsräumen. Aber auch in Ballungsräumen, wäre ich meistens nicht wirklich schneller, als wenn ich zu Fuß gehe.
ÖPFV funktioniert zumindest zwischen den Metropolen – und kann sogar preiswert sein, wenn die Fahrt nicht spontan erfolgen soll. Ist jedoch verdammt langweilig. Ich fahre lieber 13 Stunden mit dem Mopped über Kreisstraßen als 4,5 Stunden mit dem Zug.
Auto ist langsamer, unpraktischer, gefährlicher und dann auch noch langweiliger als Mopped. Beim Grillen musste ich das weiter ausführen, also mache ich das auch hier, weiter unten.
Fliegen ist für mich keine Alternative, obwohl ich mir Lebensumstände vorstellen kann, bei denen ein Helikopter im Garten doch eine sein könnte.

Schneller als ein Auto

Die FEMA (Federation of European Motorcyclists’ Associations) hat zuletzt 2017 verschiedene Verkehrsmittel im Pendelverkehr verglichen. Dazu haben die Interessenvertreter und -verbände für Moppeds in Belgien, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen und Schweden Testfahrten unternommen und Zeiten gemessen. (Link zum Mobilitätsvergleich). Die ganzen Versuche wirken auf mich nicht wissenschaftlich, liefern jedoch gute exemplarische Argumente für das Mopped als Pendlerfahrzeug. Warum BU, BVDM und Kuhle Wampe, die alle FEMA Mitglieder sind, nicht teilgenommen haben, weiß ich nicht.
Der Geschwindigkeitsvorteil, den Moppeds im Stadtverkehr haben, kommt dabei nicht vom besseren Leistungsgewicht (#Hippe: 22 PS bei 230 kg mit Fahrer entspricht in etwa einem 1.500 kg PKW mit 150 PS), sondern wird durch Vorfahren an die Ampel (Filtering) oder durch Benutzung der mittleren von zwei Spuren (Lane Splitting) erreicht. Beides ist hierzulande nicht durch die STVO gedeckt. Außerdem entfällt die Parkplatzsuche, wenn man auch hier nur den inoffiziellen Regeln folgt.
Dabei möchte ich nicht vergessen, dass Moppeds zusätzlich auch noch viel mehr Spaß machen.

Praktischer als ein Auto

Die Gründe, die ein Mopped schneller machen, machen es in meinen Augen auch praktischer. Wer keinen Wert auf vollumfängliche Rüstung legt, setzt einen Helm auf, steigt auf das vor der Tür stehende Mopped, fährt zum Ziel und parkt dort wieder direkt vor der Tür. Wocheneinkäufe passen auf den Gepäckträger, jedenfalls so wie ich einkaufe.Der Urlaub fängt direkt vor der Haustür an und nicht erst zwölf Staus später, wenn ich am Strand angekommen bin. Im Regen wird man nass und abends kann man keine drei Betrunkenen nach Hause fahren. Dafür kann man mittrinken und wird gefahren – wenn man das Taxi für alle zahlt, wenn man der ausgewählte Fahrer ist.
Außerdem macht es mit dem Mopped viel mehr Spaß.

Sicherer als ein Auto

Die meisten denken bei Sicherheit an notbremsassistierte Knautschzonen, in denen sie selbst den Aufprall überleben. Für mich bedeutet Sicherheit, keinen anderen über den Haufen zu fahren. Und falls ich dann doch einen Fehler gemacht habe und ein Unfall passiert ist, möchte ich dem anderen möglichst wenig Schaden zufügen. Ein Vorteil des Moppeds ist dabei die geringe Breite. Mit einem 2 m breiten Auto ist es leichter einen Fußgänger zu treffen, als mit einem 120er Vorderreifen. Wenn man dann doch trifft, dann mit weniger Kraft, denn Kraft ist Masse (230 kg bei der #Hippe und 1.500 kg beim Auto) mal Beschleunigung. Dort wo das Auto mit 1,5 Tonnen über den Fußgänger herüberrollt, wird das Mopped höchstwahrscheinlich neben dem Fußgänger stürzen. Und als letztes Argument, weil wir ja inzwischen in der Hauptsache-Ich-Verantwortlich-Sind-Andere-Gesellschaft leben: Wo der Autofahrer weiterfahren kann, ohne sich den überfahrenen Fußgänger im Rückspiegel ansehen zu müssen, werde ich am verletzten Fußgänger vorbei müssen, wenn ich mein Mopped wieder aufheben und abhauen will.
Statistiken von Versicherungsgesellschaften belegen regelmäßig, dass Moppedfahrer die besseren Autofahrer sind. Das kommt davon, dass man auf dem Mopped immer die Übersicht behalten und für die anderen mitdenken muss.
Egal, wie man als Einzelner für sich Sicherheit definiert, mit dem Mopped macht es einfach mehr Spaß.

Spaßiger als alles andere

Es gibt Menschen, die haben Spaß an Puzzle, Briefmarken, Fußball oder sonst was. Jedem Tierchen, sein Pläsierchen. Ich habe Spaß am Mopped. Mir fallen noch viele weitere Gründe ein, warum ich gerne Mopped fahre, aber Spaß ist der wichtigste. Andere Moppedfahrer haben aus anderen Gründen genauso viel Spaß an Ihren Zweirädern.

 

1-3-4-2 oder doch 1-3-2-4

Vor ca. einem Monat hatte ich in meinem Artikel über die halben V4 auch die Crossplane-Motoren von Yamaha angesprochen und für die Zukunft einen ausführlicheren Beitrag angekündigt. Jetzt habe ich ein Video in der Tube gefunden, dass diesen Artikel überflüssig macht, wenn man das Englisch des 20 minütigen Beitrags gut genug versteht.

Hier der Link, für alle, bei denen die Einbettung nicht funktioniert.

Über dieses Video bin auch auf den Kanal von William Moser aufmerksam geworden. William filmt Zündzeitpunkts-Simulationen (falls es dieses Wort gibt). Auf seinem Kanal gibt es auch Videos für die verschiedenen Zweizylinder-Reihenmotoren, die ich vor einiger Zeit beschrieben hatte.

Hier der Link zum 360° Twin.

Und zum moderneren 180° Twin.

Und zum Schluss der angesagte 270° Twin.

Und nach dem Schluss noch der Hinweis auf den Anfang, die Bedeutung der Überschrift, dort stehen nämlich die Zündreihenfolgen von Vierzylinder Reihenmotoren.

Fragen könnt Ihr gerne in die Kommentare packen.

 

Fehlende Sicherheitstechnik im Auto

Für Autos gibt es verdammt viele technische Helferlein – von denen die meisten gegen Geld extra gekauft werden müssen – die für immer mehr Sicherheit sorgen sollen.

  • ABS
  • ESP
  • Abstandsradar
  • Notbremsassistent
  • Totwinkelassistent
  • Verkehrszeichenerkennung
  • Fahrspurassistent
  • Nachtsichtmonitor
  • Müdigkeitssensoren
  • Ihr dürft die Liste in den Kommentaren gerne fortführen

Alle diese Helferlein sind dazu da, das Auto sicherer zu machen, damit der Fahrer keinen Unfall baut.

Ich finde es gut, dass damit viele Unfallursachen aktiv bekämpft werden. Natürlich geht es immer besser und daher habe ich einen Wunsch: ein Bauteil, dass in jedes neue Auto eingebaut werden sollte.

Liebe Autohersteller, bitte baut einen Störsender in jeden PKW, damit es im Innenraum keinen Empfang für Handy, Web, Radio und TV gibt, solange der Motor läuft. Auch nicht für den Beifahrer, der sonst dem Fahrer den neuesten Instagram-WhatsApp-Mist zeigt (oder Facebook, falls die Besatzung schon älteren Semesters ist). Weg mit der ganzen Unterhaltungselektronik!

Wer nicht fahren sondern Hörbuch hören will, der soll gefälligst den Zug nehmen.

Was ist mit Staumeldungen?
Die muss der Fahrer gar nicht wissen, es reicht, wenn die im Navi ankommen.
Und Geisterfahrer und Warnmeldungen?
Die können auch von der Sprachausgabe des Navis vorgelesen werden.

Ich habe einen Traum (Martin Griesi King Jr.)

Autofahrer die 100% Auto fahren!

P.S.
Ich komme da gerade drauf, weil ich gesehen habe, wie zwei schwer mit dem Handy beschäftigten Autofahrer hintereinander bei Rot über eine Fußgängerampel fuhren. Nur eine blitzschnell reagierende Mutter konnte verhindern, dass Ihr Kind unter die Räder kam.

 

Drei Idioten und ein Mopped

Liegt es an mir, an den Straßen, die ich fahre oder ist es überall so, dass die Bürgerkäfige immer schlimmer unterwegs sind?

Sonntag auf der Straße

Die letzte Etappe nach Hause führte über 50 km Autobahn. In dieser halben Stunde musste ich dreimal bremsen und ausweichen, um nicht über den Haufen gefahren zu werden. Dreimal!

Den Anfang machte ein Depp, der den Beschleunigungsstreifen nicht zum beschleunigen nutzte. Stattdessen wechselte er sofort auf die Fahrbahn, obwohl sich dort ein Fahrzeug – ich –  befand. Ich konnte bremsen und nach rechts (links war voll) auf den jetzt freien Beschleunigungsstreifen wechseln und habe überlebt.

Der Zweite war ein PKW, den ich überholen wollte, der bereits seit einiger Zeit hinter einem Wohnwagen herzockelte, obwohl es reichlich Möglichkeiten für einen Überholvorgang gab. Er wartete damit, bis ich fast auf Höhe seines Kofferraums war. Eine Notbremsung meinerseits reichte in diesem Fall, um nicht unter seine Räder zu kommen.
Insofern war die Drei beim Bremsen-Ausweichen oben zu 50% übertrieben.

Der König der Vollhonks

Der Dritte war die Krönung des Wegs. Auf einer dreispurigen Bahn fuhr er ständig in der Mitte, gefühlte drei km/h schneller als ich. Darauf stehe ich ja unheimlich, wenn jemand sowas macht.
Ich hatte wiederholt vor ihm auf die mittlere Spur gewechselt um zu überholen und dann wieder zurück, weil ich notorischer Rechtsfahrer bin. Blinken (ja, das mache ich tatsächlich) und Spurwechsel sind normalerweise gute  Gelegenheiten, von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen zu werden. Irgendwann war König Honk jedoch auf meiner Höhe und dann soweit vorbei, dass er mich in seinem toten Winkel hatte. Weil ich diese Position immer versuche zu vermeiden, ging ich vom Gas um ihn weiter vor zu lassen. Da flammten seine Bremslichter auf (obwohl die Spur vor ihm frei war) und er wechselte auf meine Spur. Fuck-fuck-fuck-fuck-fuck-fuck-fuck! Bremsen, ausweichen – böse rüber gucken!
Im Auto saß nur der Fahrer und er hatte nicht mal ein Handy in der Hand oder sonst was. Er sah aus, als würde er tatsächlich Auto fahren und hat natürlich nicht zu mir geguckt. Er hat aber auch nicht angestrengt in eine andere Richtung geguckt, so wie die Leute, die auf einmal realisieren, dass sie mich übersehen haben. Er hat einfach die Spur gewechselt, weil in 468 m seine Abfahrt kam.

Der Bonus-Idiot

Als wenn das noch nicht genug war konnte ich auf den 50 km noch einen Beinahe-Unfall beobachten. Mitten auf dem Beschleunigungsstreifen nach einem Rastplatz stoppte ein PKW und öffnete und schloss die Beifahrertür. Die war wohl nicht richtig zu. Direkt hinter dem PKW wollte ein Kleinbus mit einem Unfallwagen auf dem Anhänger auch auf die Bahn auffahren und musste natürlich wegen des Tür-auf-Tür-zu-Autos hart und bis zum Stillstand abbremsen.
Wer kommt auf die Idee, mitten auf dem Beschleunigungsstreifen anzuhalten? Und dann noch ohne in den Spiegel zu gucken? Hinter ihm hätte auch ein Fahrzeug mit ordentlicher Beschleunigung kommen können, statt eines schwer beladenen Büsschens mit Anhänger. Und warum macht der nicht mal den Warnblinker an? Warum ist die Straße überhaupt voller Idioten?

P.S.
Passt auf Euch auf da draußen und haltet Euch immer einen Fluchtweg frei.