Das erste Mal: Im Domina Studio

Das kann auch nur mir passieren. Ich stehe mit fast fertig gepacktem Leihmopped im Fahrerlager nach der Baja Deutschland. Eine junge Dame kommt auf mich zu und drückt mir mit einem charmanten Lächeln und den gehauchten Worten: „Für Dich“ einen Flyer in die Hand. Nachdem Sie sich umgedreht und hat und aus meinem Blickfeld verschwunden ist, senke ich meinen Blick und schaue mir den Zettel in meiner Hand an. Reklame, wenig überraschend. Für ein Domina Studio in Köln. Doch überraschend.

Ich weiß nicht, wie oft Ihr schon Flyer in die Hand gedrückt bekommen habt. Ich erlebe es beinahe täglich, dass irgendwer mir einen Zettel zustecken will für einen gratis Kaffee, Neueröffnungen irgendwelcher Geschäfte, Weltverbesserungs-Aktionen oder –Vereine oder Party und Konzerte. Domina Studio? Nicht mal in Las Vegas.

Warum also bekomme ich diesen Flyer, so wie es aussieht als einziger weit und breit? Ich habe noch nie ein Domina Studio von innen gesehen und meine Neugierde darauf hielt sich bis jetzt in genauso engen Grenzen wie die auf einen Besuch der Jahresversammlung des örtlichen Kaninchenzüchter-Vereins. Jetzt allerdings wurde ich sozusagen persönlich eingeladen und wer weiß, was mir droht, wenn ich nicht erscheine?

Also fahre ich morgen Abend nach Köln, in den Divas Dome.

Um 18:00 beginnt die Vernissage auf der auch Werke der jungen Damen ausgestellt werden, die mir den Flyer in die Hand gedrückt hat. Leider kann ich Euch nicht den direkten Link zur Kunstausstellung liefern, denn ich sitze gerade im Büro und dort werden Webseiten wie die vom Divas Dome wegen „Adult Content“ gesperrt. Wenn Ihr also den Link klickt, rechnet mit irgendwas, das erst ab 18 sein könnte. Ich weiß nicht mal, ob es eine Seite zur Ausstellung gibt, oder ob es die normalen Seiten des Studios sind.

Die Junge Dame ist übrigens Petra.

 

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Was für ein Wochenende

Los ging es am Freitag um 05:30 als das Taxi vor der Tür stand. Mit dem ging es zum Flughafen und dann weiter nach München, wo ich ein Job-Interview hatte. Die erwarteten zwei Stunden wurden um 20 Minuten überzogen, was ich als gutes Zeichen werte. Jetzt warte ich auf ein Angebot.

Draußen vor der Tür wartete bereits die wunderbare @krimimimi33 in Ihrem Cabrio mit einem leckeren Burrito und einer Flasche Mineralwasser um mich durch die Stadt zu chauffieren. Die nächste Station war ein Mopped, dass ich eventuell kaufen möchte, eine Beta 525 (mit KTM Motor) in vollem Rally-Trimm. Nach der Probefahrt habe ich die Kaufentscheidung vertagt und wurde mit dem Cabrio zum Flughafen gebracht, damit ich wieder in die Heimat fliegen konnte. Samstag wollte ich bei Triumph auf den Medientagen (#tpt14) einige Moppeds testen. Kurzfristig habe ich dann noch am Freitag Abend über Facebook einen Frühstückstermin in Mainz mit @MissWayne vereinbart. Bisher kannte ich die charmante junge Dame nur virtuell, das wollten wir ändern, wenn sie zufälligerweise an einem Ort ist, an dem mein Weg durchführt. Also bin ich am Samstag um 06:00 aufgestanden und habe das #Luxusweibchen geentert.

Nach dem kurzen Frühstück am Mainzer Hauptbahnhof kam ich mit ein bisschen Verspätung bei Triumph an, jedoch noch rechtzeitig für die erste Testrunde. Von dem Event erzähle ich später in einem anderen Post. Nach dem Testen ist vor dem Essen, denn wenn wir schon mal mit ein paar Bloggern vor Ort sind, dann können wir auch noch gemeinsam essen, bevor sich unsere Wege wieder trennen. Mit dem Steak im Magen ging es nach Hause, denn schließlich lief seit 15:00 Uhr bereits das beste Autorennen der Welt, die 24-Stunden von Le Mans. Die sind vor allem wegen der besseren Berichterstattung und belebteren Chat-Rooms besser als die 24-Stunden am Nürburgring. Die letzten 15,25 Stunden habe ich das Rennen dann vor Fernseher (super Kommentare bei Eurosport DE, die ganze Nacht durch, exzellent) Live-Timing-Laptop, Chat-Laptop und News-Channel-Tablet verbracht. Danach war Sonntag Nachmittag und ich war müde. Komisch.

 

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Die Baja Deutschland #baja300

Zuerst muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich die ganze Zeit einen alten Hashtag #baja300 verwendet habe, denn die Baja heißt seit diesem Jahr wieder Baja Deutschland, auch wenn sie nicht Teil der FIM Baja-Serie ist.

Wie bereits im letzten Jahr konnte ich wieder mit den Dirtgirls von Tina Meier die Baja bestreiten und wieder mit einer geliehenen Maschine vom Team Kaiser. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo ich mit einer schwachbrüstigen *hüstel* KTM 525 vorlieb nehmen musste, stellte Thorsten mir diesmal eine KTM mit „gemachtem Motor“ hin. Ich habe lieber gar nicht nachgefragt und trotzdem erfahren, dass der Motor 12 mm mehr Bohrung (also 650 ccm) und einen entsprechend angepassten Kopf hat. So sind bis zu 75 PS drin, bei geschätzten 115 kg Gewicht. Im Gelände. Um das mal in Relation zu setzen: Meine Hippe hat bei 145 kg  ganze 25 PS, also 25% mehr Gewicht bei nur einem Drittel der Leistung. Ich hatte ein bisschen Angst, was das Biest mit mir machen würde, wenn ich am Kabel ziehe. Die Kehrseite der Medaille war natürlich, dass ich immer genug Leistung zur Verfügung hatte. Viele Stellen gingen im Standgas, wo andere im Schlamm stecken blieben, reichten wenige Winkelminuten am Gasgriff um durchzukommen. Noch ein bisschen weitergedreht und das Vorderrad kam hoch genug um über jedes Hindernis auf der Strecke zu kommen. Ich will so ein Ding!

Aber ich wollte dieses Jahr gar nicht schneller fahren als im letzten sondern mein Ziel war eine fehlerfreie Navigation.

Fahren nach Roadbook

Auf der Baja muss man den richtigen Weg selbst finden. An einer Kreuzung kann es theoretisch nach links, rechts oder geradeaus gehen, welcher Weg der richtige ist, muss man dem Roadbook entnehmen. Dazu enthält das Roadbook folgende Informationen: Gesamtstrecke seit dem Start, Fahrstrecke seit dem letzten Roadbook-Bild, ein Bild auf dem die Kreuzung skizziert ist und daneben weitere Informationen um die Orientierung zu erleichtern. Um die Sache zu verkomplizieren ist nicht jede Kreuzung im Roadbook abgeblidet an der es geradeaus geht, aber manche.

Das Roadbook ist eine lange Rolle bedrucktes Papier, das vor dem Start der Rallye vom Veranstalter herausgegeben wird, man kann es sich vorher ansehen und auch bearbeiten. Ich habe zum Beispiel alle Bilder in denen ich links abbiegen muss rot markiert und alle wo es rechts abgeht in Grün. In Gelb wurden alle Bilder mit Kompasskursen markiert und weitere wichtige Informationen in Blau. Andere hatten andere Methoden und Farben gewählt.

Am Mopped wird die Rolle dann in einen Halter eingespannt und immer passend vorgespult.

Die zurückgelegte Strecke wird mit extra Instrumenten (in meinem Fall von Ico) gemessen, und über Knöpfe an die Angaben im Roadbook angepasst.

Vor dem Start

Wegen dem vielen Regen an den Tagen vor dem Rennen wurden die Sonderprüfungen eins und zwei in umgekehrter Reihenfolge gefahren und die Strecke leicht geändert. Diese Informationen erhielten wir auf dem Fahrerbriefing gegen 22:00 Uhr. Da um diese Zeit das Roadbook für Etappe eins vorbereitet war, aber nicht für Etappe zwei, hieß das also, noch mal ran ans Roadbook statt ins Bett. Start ist um 06:00 Uhr, Vorstart um 05:30, das bedeutet: aufstehen um 04:00 Uhr, genug essen für sechs Stunden Rennen, Roadbook einfädeln. Wenn man das vorher macht zieht das Papier die nächtliche Luftfeuchtigkeit und feuchtes Papier reißt schnell, was echt doof ist, wenn man im Rennen anhalten und Papier kleben muss.

Start

Gestartet wird in Zehnergruppen in der Reihenfolge der Startnummer, die nach dem Zeitpunkt der Anmeldung vergeben wird. Mit der Eins startet also nicht der Weltmeister sondern derjenige, der als erstes die Startgebühr bezahlt hat. So kommt es das Vollprofis, Staatsamateure und Eierbären (wie ich) nebeneinder am Start stehen und auf das herunterticken der Uhr warten. Alle 60 Sekunden geht eine neue Gruppe ins Rennen. Ich rolle vor zur Startlinie, die Uhr tickt herunter.

5 – Gang einlegen, Drehzahl hoch

4 – Nach vorne auf der Sitzbank rutschen, Oberkörper nach vorne, Ellenbogen hoch, Gewicht aufs Vorderrad

3 – Druckpunkt der Kupplung suchen

2 – Warten

1 – Warten

0 – Loooooooooooos!

Wer vorne fährt hat freie Sicht, wer hinten fährt bekommt Schotter, Sand und Steine von den vorne fahrenden ins Gesicht gespritzt. Rechts ab, den Abhang herunter, geradeaus, nächste wieder geradeaus dann links. Oder war es rechts? Ein Blick aufs Roadbook zeigt, ich muss vorspulen, ich bin zu schnell für meine Navigationskünste. Erstmal selbst einbremsen um nicht blind den Spuren und den vor mir her fahrenden zu folgen. Also immer ein Auge auf das Roadbook und den Ico und Finger weg vom Gas und schon sind weitere Dirtgirls auch da wo ich jetzt stehe und mich orientiere. Ab jetzt geht es langsamer weiter und so fahren wir praktisch in einer kleinen Gruppe. Da wo es geht immer den leichten Weg anstatt einfach geradeaus in den dicksten Matsch oder ins Wasser von dem man nicht weiß, wie tief es ist. Trampelpfad im Wald, Du bist mein Freund. So schaffen wir zwei Runden auf denen ich fast immer weiß, wo ich gerade bin und was als nächstes kommt. Einen Checkpoint verpassen wir meinetwegen. Entschuldigung dafür an meine wundervollen Begleiterinnen.

Tag zwei

So toll wie es bei mir gestern lief, klappte es nicht bei jeder aus unserem Team. Wir hatten einen frühen Ausfall zu verzeichnen, ein Mopped steckte so tief im Schlamm, dass es nur mit dem Bergungs-LKW befreit werden konnte, ausgerechnet bei dem Premiere-Küken (na klar kenne ich Ihren Namen, aber den behalte ich für mich). Wer als erstes ausfällt darf am nächsten Morgen zu letzt starten, also ca. 10 Minuten länger schlafen als der Etappensieger. Ich fühlte mich geehrt und geschmeichelt als ich am Vorstart von ihr gefragt wurde, ob ich eine Runde ihre Entenmutti machen würde (also hinterherfahren, für das beruhigende Gefühl, da ist noch jemand, der mir helfen könnte). Wir jagten also das Feld vor uns her und ließen uns richtig Zeit bei der Navigation und guckten immer nach Möglichkeiten, nicht im Schlamm stecken zu bleiben. So beendeten wir die erste Runde und eigentlich wollte sie jetzt raus fahren. Uneigentlich klappte es aber ganz gut und als Tina uns vom Zuschauerbereich aus sagte, dass wir die anderen durch kluges navigieren und Matsch umfahren überholt hatten, war klar, dass wir noch eine zweite gemeinsame Runde dranhängen. Gerade als wir losfahren wollten kamen zwei weitere Dirtgirls und so ging es zu viert in die nächste Runde. #Yeah!

Fazit

Ich brauche mein eigenes Rallye-Mopped und nächstes Jahr fahre ich wieder Baja. Vielleicht finde ich vorher noch eine andere Veranstaltung um das Fahren nach Roadbook zu üben.

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Triumph Tiger Explorer auf der Enduro-Strecke #ttet

Zur Zeit darf ich eine Triumph Tiger Explorer langstreckentesten. Die Tweets dazu haben den Hashtag #ttet, wie Triumph Tiger Explorer Test. Wie bereits mehrfach erwähnt sind diese SUVetten eigentlich nicht meine bevorzugte Art Mopped. Trotzdem habe ich die Gelegenheit ergriffen die dicke Enduro über Land- und Kreisstraßen zu fahren, Schotterwege unter die Reifen (fast hätte ich Stollen gesagt) zu nehmen und mit vollem Gepäck über die Autobahn zu cruisen sowie ein Wochenende auf der Endurostrecke des MC Pfungstadt zu verbringen, über das ich jetzt hier berichten will. Die 259 kg Leergewicht (zulässiges Gesamtgewicht: 471 kg, da kann ich noch viel essen und dick heiraten) des großen Tigers werden von 101 kW (137 PS) angetrieben. Es gibt auch eine Variante mit Speichenrädern, ich fuhr jedoch mit Gußfelgen, vorne 19 und hinten 17 Zoll. Die einzige Anpassung an den Einsatz auf Sand und Schlamm war ein hochdrehen des Lenkers, damit ich bequemer stehend fahren konnte und das Abbauen der Spiegel, damit sie im Fall des Falles nicht kaputtgehen. Ich habe mir nicht mal die Mühe gemacht und im Fahrerhandbuch nachgesehen, wie ich das ABS ausschalten kann, sondern bin direkt hinein ins Vergnügen. Die ersten Runden waren von großem Respekt meinerseits geprägt, war der Tiger mit seinen 1.215 ccm doch mit noch mehr Hubraum gesegnet als die 12er GSsen, die ebenfalls vor Ort waren, hat einen Zylinder mehr, mehr Leistung und Drehmoment und natürlich auch die oben erwähnten 30% mehr an Kilos. Dazu sorgen eine quer drehende Kurbelwelle und stehende Zylinder für weitere Nachteile im Gelände gegenüber den Boxern. Und, auch das darf nicht vergessen werden, der Tiger ist nur geliehen, da will ich auf gar keinen Fall einwerfen, auch wenn ich nicht weiß, ob dann der Tiger oder die Botanik den größeren Schaden davon tragen würden. Ich habe keine Bodenprobe genommen, also bleibe ich diese Antwort schuldig. Die aufgezogenen Reifen, Metzeler Tourance EXP, sehen zwar aus wie Straßenreifen, können aber im Gelände, zumindest auf dem getesteten Schotter, Sand, in flachem Schlamm und auf trockener Wiese, selbst mit Straßenluftdruck, überzeugen. Nach ein paar Runden hatte ich meinen Respekt auf ein vernünftiges Maß zurückgeschraubt und konnte deutlich entspannter meine Runde drehen. Ich bin die Tables trotzdem nicht gesprungen, aber ein kleiner Vorderradlupfer war schon drin. Herr Ernie Troelf hatte teilweise Mühen mit seiner Africa Twin hinten dran zu bleiben. Und am Ende bin ich auch einige Passagen des Trialkurses gefahren und konnte dort die Vorteile des Tigers gegen KTMs 690 Enduro R ausspielen. Ja Vorteile auf dem Trialkurs, der Tiger hat nämlich einen deutlich engeren Wendekreis, als die orange Kati. Neben dem Gewicht (das mich in Wahrheit im Kopf stärker ausbremste als auf der Strecke) war die unsanfte Gasannahme der größte Schwachpunkt der Triumph. Im ersten Gang muss der Griff ganz sanft aufgestreichelt werden, oder der Tiger springt sofort los. Hier könnte ich mir vorstellen, dass Ride-by-wire einen echten Vorteil bieten sollte. Am Ende des Tages komme ich zu dem üblichen Schluss bei solchen Tests: Das Motorrad kann mehr als ich, auch im Gelände.
Danke an Ernie, der den Event von Moto-Tourer.de entdeckt und mit mir dort teilgenommen hat sowie an die Bikerszene, die mir die Triumph für diesen Test anvertraut hat. Nächstes Jahr zu Pfingsten plane ich wieder dorthin zu fahren, auch ohne dicken Tiger.

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