Anza Borrego

Ein letzter Tag in der Wüste, im Anza Borrego State Park.. Nach dem Frühstück ging es zuerst auf einen Trail namens Irgendwas mit Taucher. 

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Nein, natürlich hieß er anders, nämlich Borrego Palm Canyon Trail. Ein Canyon, der immer schmaler wird und durch eine Oase zu einem Wasserfall führt. Natürlich fiel da kein Wasser herunter, aber einige letzte Tropfen vom letzten Regen hatten sich noch unten gesammelt. Der Weg dorthin war steinig, an manchen Stellen musste ich klettern, an anderen musste ich einem Gebüsch zeigen, wer hier Vorfahrt hat. Ganz großartig.

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Mir ist heute aufgefallen, dass ich in der Wüste fast ausschließlich die Besonderheiten fotografiert habe, aber nie das, was eine Wüste so im Allgemeinen ausmacht. Das habe ich heute nachgeholt. 

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Danach ging es nach San Diego, wo heute Kim Lenz ein Konzert gab, was auch der Grund ist, dass der Blogbeitrag heute etwas später kommt.

An dieser Stelle bedanke ich mich schon mal für die vielen Kommentare zu den Bildern, die vor allem über Facebook hereingekommen sind, und die Leseempfehlungen auf allen Kanälen. 

 

 

Natural Bridges und Monument Valley

Heute ging es in den Natural Bridges National Monument. Von oben, von der Autostraße aus betrachtet, ist es spektakulär, aber nach den ganzen National Parks nichts Besonderes mehr. Aber man kann ja auch unten durch den Canyon wandern, direkt durch die großen Natural Bridges hindurch. Eine nur wenige Meilen kurze aber sehr spektakuläre kleine Wanderung. Die Schlucht ist zwischen wenigen Metern und hundert Meter breit, mal sind die Felswände 30 Meter hoch, mal mehrere hundert (alles nur Schätzungen von mir, und ich bin schlecht im schätzen). Die Natur dort unten ist phänomenal, und es sind nur sehr wenig Leute unterwegs, der Weg ist manchmal ein Trampelpfad und an den breiteren Stellen geht man auf Wildwechseln, auf denen ich mehr Tierspuren als Abdrücke von Wanderschuhen gesehen habe. Es ist still. Bis ich auf einmal Gesang höre. Die Akustik lädt förmlich zum Singen ein, wenn man es denn kann und die Ruhe stören will. Wenige Augenblicke später kommt mir ein singender Ranger entgegen. Nach einem kurzen Quätscherchen empfiehlt er noch zwei Stellen an denen man antike Anazasi Gebäude und Petroglyphen findet und dann geht er wieder singend seines Weges weiter. Ich auch, aber still.

Am Ende der Wanderung treffe ich den Ranger im Visitor Center wieder und er posiert noch mal für ein Foto.

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Anschließend ging es weiter zum Sonnenuntergang ins Monument Valley.

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Noch ein Tag Utah

Ein Tag, der mit aufstehen beginnt ist ja eigentlich immer scheiße. Im Urlaub ist es jedoch was anderes. Heute ging es nach dem Aufstehen zuerst zum Visitor-Center in Kanab um dort zu erfragen, ob es noch Plätze für den Wave-Trail im Coyote Butte gibt. Gab es nicht, also haben wir eine andere Wanderung empfohlen bekommen, von der die Tante vom Center annahm, das wir dort wohl die einzigen wären. Es ging durch den Lick-Wash.

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Dazu mussten wir erstmal ein paar Meilen Dirt-Road fahren und trafen dann vor Ort am Wanderparkplatz direkt ein Pärchen mit einem Landy aus Bad Tölz. Na gut, dann gehen wir eben zu viert.

Die Wanderung war auch ganz nett, der Canyon war stellenweise nur anderthalb Meter breit und an anderen Stellen bot er genug Platz um einen ordentlichen Ausblick in die Gegend zu gewähren. Tiere gab es nicht so viele, ein paar Streifenhörnchen, ein Grauhörnchen und ein kleines rehartiges Etwas sowie ein gutes Dutzend kleiner Vögelchen.

Die Weiterreise ging dann wieder über Piste, bis der olle Chevy Aveo an einer matschigen Steigung den Vortrieb einstellte und die Vorderräder nur noch hilflos durchdrehten. Also wieder zurück und außen herum weiter zum Bryce Canyon, der uns mit acht Grad Minus begrüßte.

Am Straßenrand saß dann ein Steinadler und tat sich einem Roadkill-Mule Deer gütig. Nach der Begegnung mit dem Kondor gestern war mir dieser traurige Anblick kein Foto wert. So ein Vogel gehört in die Luft oder auf den Gipfel eines Berges, der Anblick will erarbeitet werden. So einfach am Straßenrand, ohne mich.

P.S.

Das Frühstück heute war großartig, Steak auf Hashbrowns mit Eiern und Pancakes. #Yeah. Das Houston’s Trails’ End Restaurant ist einen Besuch wert. Mit den Kellnerinnen sollte man sich dabei jedoch nicht anlegen, die tragen Revolver im Halfter.

Weiß der Geier

Heute habe ich im Zion Nationalpark auf dem Felsen Angel’s Landing einen neuen Freund kennen gelernt.

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Der Weg vom Parkplatz hoch auf den Felsen war anfangs steil und asphaltiert wurde auf den letzten 1,1 Meilen jedoch zu einem grob ausgesetzten klettersteigartigen Weg der auf beiden Seiten beinahe senkrecht ins Tal abfällt. So konnte ich zwei majestätische Kalifornische Kondore unter mir Ihre Kreise ziehen. Wow!

Als ich das erste Mal in meinem Leben am Grand Canyon war, ca. 1987, waren diese Vögel nur ein Gerücht. Der letzte frei lebende Kondor wurde in dem Jahr gefangen, es gab zu der Zeit gerade 22 Vögel, alle in Gefangenschaft. Jetzt flogen hier zwei Exemplare um den Felsen auf dem ich gerade stand. Da musst ich mich erstmal setzen und den Anblick genießen. In zehn Metern Entfernung stand eine Gruppe von fünf Männern mit großen Kameras auf wilder Bilderjagd. Einer der Geier flog knapp über Kopfhöhe über die Gruppe und zog anschließend zwei Kreise um mich, setzte zur Landung an und ließ sich keine fünf Meter neben mir nieder. Sprachlos.

Einmal breitet er noch seine Flügel aus und macht es sich dann gemütlich, direkt neben mir. Das war genau der Zeitpunkt, an dem die Kamera meldete: Bitte wechseln sie die Batterie.

Na gut bleiben wir halt wie zwei alte Freunde nebeneinander sitzen und genießen schweigend diese Wahnsinns-Aussicht ins Tal. Nach einer halben Stunde gucken wir uns noch mal in die Augen, ich nicke ihm zu und stehe auf, er stößt sich vom Felsen ab und wir gehen wieder ins Tal, ich zu Fuß und er fliegt, zieht noch einem Kreis um den Felsen und ist weg. Mein Rückweg dauert über eine Stunde.

P.S.

Kondore sind wirklich hässliche Vögel. #ilike