Enduro Ding? Na klar!

Im Road-Blog nannte ich die Prilla Shiver eine Enduro Ding, was dem Leser Michl in den Kommentearen zu einer Nachfrage veranlasste.
Na klar ist das ein Enduro Ding. In meiner einfachen kleinen Welt gibt es schon viel zu viele Motorrad-Klassen: Sportler, Tourer, Chopper und Enduros.
Dass jede Marketingabteilung fuer jedes neue Fahrzeug (oder in der Musikindustrie fuer jede neue Kapelle) eine neue Klasse erfindet, ist mir egal. Die wollen das Zeug verkaufen, ich will es nur fahren. Mir ist es egal, ob das Mopped ein Hyper-Sports-Tourer (mit und ohne Bindestriche), Supersportstourer, SportSuperTourer, Sporttourer Blitz-Express oder sonst was genannt wird. Es wird schon in eine meiner vier Klassen passen.
Die Shiver ist kein Sportler, kein Tourer, kein Chopper also eben eine Enduro. Wenn Du es anders nennen willst Sport-Tallrounder, Supermototourer, 2-Rad-SUV oder sonst wie: gut, mach es. Fuer mich bleibt es eine Enduro.

Lock’n’Loll ist der wilde Bruder von …

Warum Soundcheck, wenn man alle Regler nach rechts drehen kann?

Warum musizieren, wenn man Krach machen kann?

Warum singen, wenn man brüllen kann?

Warum miteinander spielen, wenn es auch gegeneinander geht?

Warum selber auf die Gitarre eindreschen, wenn man sie auch irgendjemandem aus dem Publikum geben kann?

Warum Rock’n’Roll, wenn es auch Lock’n’Loll sein kann?

<p>Guitar Wolf – Missile Me / Fujiyama Attack from Marcus Wilén on Vimeo.</p>

Gerade in Deutschland unterwegs: Guitar Wolf

Siehe auch: Ich habe das Ende gesehen und den Anfang – Guitar Wolf

Phoenix: Bikerlust und Bürgerfrust

Ich habe gestern, also am 15.06.12 von 18:00 bis 18:30 auf Phoenix die oben genannte Reportage gesehen. Falls Ihr Euch den Scheiß angucken wollt, müsst Ihr selber googlen und schauen ob es das online gibt, ich verlinke das nicht. Den Beitrag habe ich direkt im Anschluss geschrieben.

Natürlich gebe ich hier meine subjektive Sichtweise der Reportage wieder, der Autor mag es ganz anders gemeint haben, das möchte ich als Disclaimer schon mal vorwegstellen.

Es gab zwei Handlungsstränge: Anwohner einer beliebten Motorradstrecke im Bergischen Land und ein Polizist, der mit einer Video-BMW in der Eifel tätig ist.

Die Anwohner fühlen sich durch den Lärm gestört und finden, dass manche Motorradfahrer ganz gefährlich fahren, immer wieder wird erwähnt, dass erst wenige Tage vor dem Dreh ein Motorradfahrer auf der Strecke tödlich verunglückt ist. Um das Lärm-Argument zu belegen, werden Anwohner mit einem Lärmmessgerät gefilmt, die protokollieren, mit wie viel Dezibel die Motorräder vorbeifahren. Die ebenfalls reichlich vorbeifahrenden Autos werde nicht gemessen, so dass der Zuschauer nicht vergleichen kann, ob die Moppeds wirklich lauter sind als die Autos. Später wird in einer Kurve gefilmt und die Interviewten Anwohner haben Angst, dass ein Motorradfahrer stürzt und in sie herein rutscht. Natürlich sieht es spektakulärer aus, wenn ein Motorrad in Schräglage um die Kurve fährt als die ebenfalls um die Kurve fahrenden Autos. Während der Dreharbeiten gibt es jedoch weder besonders spektakulär oder riskant durch die Kurve fahrenden Moppeds zu sehen.

Ich möchte den Anwohnern nicht absprechen, dass sie Angst haben. Besonders für Leute, die den Straßenverkehr nur aus der Bürgerkäfigperspektive kennen mag fahren in Schräglage gefährlich erscheinen. Wer jedoch selbst Motorrad fährt, weiß es besser. Ob in dieser Kurve jedoch auch Autos verunfallen erfahren wir leider nicht.

Aus der Eifel gibt es spektakuläreres zu berichten. Ein Polizist steht mit seinem Video-Mopped an einer Straße innerhalb einer Ortschaft und wartet auf gefährlich rasende Moppeds um dann die Verfolgung aufzunehmen. Der Staatsbeamte sagt zu seiner Aufgabe sinngemäß: Leute die nur 20 bis 30 km/h zu schnell fahren interessieren uns nicht, nur die dicken Fische. Nach der Ortschaft beginnt eine kurvige Straße mit Tempolimit 50 und 70 und teilweise Überholverbot, am Ende der Strecke wartet ein Kollege in einem zivilen VW Bus und winkt die Moppeds heraus.

In der Reportage sehen wir wie Moppeds mit teilsweise 150 (also das VideoMopped fährt 150) über die Straße fahren. Wir erinnern uns, der Polizist steht, bevor er die Verfolgung aufnimmt und muss erst mal aufholen, die Straße lässt diese Tempi also anscheinend zu, denn der Polizist wird mit Sicherheit nicht sein Leben riskieren um ein paar Videos zu schießen. Im Bild sehen wir, wie ein Motorradfahrer einen PKW überholt, was der Sprecher aus dem Off ein gefährliches Überholmanöver kurz vor einer nicht einsehbaren Kurve nennt. Der Polizist überholt noch nach dem Mopped, auch noch vor der Kurve. Ich frage mich da natürlich, warum das für den vorfahrenden gefährlich ist, wenn der Polizist sogar noch später vor der Kurve überholen kann. Nicht erst nach der Kurve. Und ober wartet sein Kollege, das Mopped kann also gar nicht entkommen. Der Moppedfahrer fährt viel zu schnell an einem Wanderparkplatz in einer Tempo 50-Zone vorbei und gefährdet nicht im Bild zu sehende potentielle Wanderer. Der Polizist auch. Der Kollege wartet oben immer noch.

Einen Unfall, leider einen für den Motorradfahrer tödlichen, kann die Reportage auch noch präsentieren. In einer Ortschaft ist ein Mopped seitlich in einen PKW gefahren, der aus einer Ausfahrt kam und das Mopped übersehen hat. War das Mopped zu schnell? Das wird nicht gesagt. Im Filmchen heißt es nur, Im Falle eines Unfalls verliert der Motorradfahrer immer. Man muss halt so fahren, dass man immer bremsen oder ausweichen kann.

Moppedfahrer kamen nur zu Wort, wenn sie von der Polizei angehalten wurden.

Wieder aktiv

Endlich habe ich wieder die Zeit gefunden, einen Blogbeitrag zu schreiben. Da es dabei ums Moppedfahren geht, habe ich ihn nicht hier veröfentlicht, sondern auf dem Road-Blog.

Nach dem Umzug und dem Tod meines Vaters ist damit die Pause auch auf diesem Blog vorbei.

Stay tuned!