Triumph Street Triple R und Daytona R – Gefahren

Die Street Triple machte es mir nicht leicht eine Testrunde zu drehen. Letztes Jahr reichte es nur für ein paar Foto-Kurven und auch in diesem Jahr ging es schlecht los.

Bei Triumph fahren wir in der Gruppe bis zu einem Foto-Stop. Selber fahren und dabei Fahraufnahmen-Selfies machen ist halt schwierig. Bis zum Fotografen fuhr ich einen 800er Tiger (siehe hier in meinem Blog). Dann rief ich die obligatorische Frage in die Runde „Mag wer tauschen?“ und bekam den Schlüssel zu einer Streety in die Hand gedrückt und bevor ich wusste welche denn nun meine ist war die Gruppe schon los. Also ab auf den letzten noch an der Straße stehenden Bock, rechts am Griff gedreht und hinterher. Die rechte Fußraste war seltsam weich, aber bevor ich nachgucken konnte musste ich die Drei-Chilli-Gruppe (also die Schnellsten ohne Gnade) einholen und überholen. Ein Blick am Bein hinunter zeigte dann, dass der Fußrastenträger gebrochen war. Ursache für diesen Bruch war ein Auffahrunfall, den das Motorrad am Tag davor hatte. Als ich diesen Defekt reklamierte sagte derjenige Profi-Presse-Testfahrer der vor mir die Streety hatte:

„Ach deshalb fühlte sich das so komisch an“

und ich wusste, warum er tauschen wollte. Das sind die Leute, die in den Zeitschriften über die Fahrwerkqualitäten urteilen.
Uli, Triumphs rennfahrender Pressesprecher, wollte jedenfalls nicht, dass ich mit dem defekten Gerät weiterfahre und wir tauschten für den Rest der Tour. Ich konnte also wieder keine Streety testen sondern fuhr erneut Tiger.

Triumph Street Triple R

Nach der Mittagspause aber! Zuerst verließ die Gruppe mit nur einem Chilli den Hof und dann die mit den zwei Chilis und zum Schluss waren nur noch Rennfahrer Uli, @Schrm und ich übrig, der Rest der morgentlichen Gruppe hatte sich selbst down gegraded. Und es stand zum Glück auch noch eine Streety R herum, so dass es jetzt endlich los gehen konnte mit der Testfahrt.
Sitzposition passt, Fahrwerk federt und dämpft straff aber nicht überhart. Gabel und Federbein sind an der R voll einstellbar aber es hat sofort gepasst. Ich persönlich fummel nur sehr selten an Fahrwerkseinstellungen herum. Das liegt wohl auch mit daran, dass ich mit 80kg im Norm-Bereich für Serienfahrwerke liege. Wäre es meine Streety hätte ich keinen Bedarf an Anpassungen für die Fahrt über Kreis- Land und Bundestraßen.
Der Motor dreht schnell hoch und wer mag kann den Gangwechsel-Stepp vor und nach jeder Kurve tanzen. Das Drehmoment ermöglicht aber auch ein entspanntes schnelles rollen ohne zu schalten. Das geringe Gewicht und die vergleichsweise kleinen Kreiselkräfte des Motors erlauben schnelle Schräglagenwechsel unterstützt von der recht aufrechten Sitzhaltung und einem Rohrlenker.
Oder um es kurz zusagen, alles funktioniert hervorragend und ich habe mehr Spaß als auf der S1000R die ich kurz vorher ausprobiert hatte. In meinen Augen gibt es eigentlich keinen Grund, den Aufpreis für die BMW zu zahlen, außer man will ein teureres Motorrad mit einem viel geringeren Lenkeinschlag und ein paar PS und Kilo mehr, dass weniger Spaß macht. Auch die Ducati Hypermotard 821 stinkt ab. Das einzige, das für die Duc spricht, ist der tolle V2 Sound auf den ich so stehe, ansonsten sticht die 675er überall da, wo es zählt. Fällt Euch sonst noch was ein, womit ich die Streety vergleichen könnte?

Na klar, die Daytona. Unsere Drei-Mann-Drei-Chillis-Gruppe hatte sich für den Nachmittag eine extralange Runde vorgenommen. Bei der Hälfte der Strecke tauschte ich dann mit dem Kollegen @schrm, der auf besagter Daytona in Normal unterwegs war.
Was für ein Unterschied! Die Lenkerhälften sind tiefer angeklemmt und schmaler, der Hintern sitzt jedoch gefühlt an der selben Stelle wie auf der Nackten. Alles fühlt sich gleich viel mehr nach Renner an, sind die Fußrasten wirklich nicht weiter hinten und höher? Schon bei der Fahrt vom Parkplatz merke ich, die Daytona ist weit weniger handlich, dafür fühlt sie sich in schnellen Kurven stabiler an. So sehr, dass ich gefühlt so viel Reserven habe die ich wohl selbst auf einer Rennstrecke nicht nutzen könnte.

TRiumph Daytona und Street Triple R

Ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich sich zwei Moppeds anfühlen können, die sich auf dem Papier so ähnlich sind. Die Abmessungen des Fahrwerks sind bei beiden Maschinen fast gleich, die minimalen Fahrwerkunterschiede sind jedoch deutlich zu erfahren. Der auf dem Papier größte Unterschied ist der Motor. Triumph macht es sich nicht einfach und drosselt den Daytona Motor durch ein, zwei Bauteile und behaupten dann eine Drehmomentoptimierung durchgeführt zu haben. Die Daytona hat bei gleichem Hubraum eine größere Bohrung und logischerweise einen kürzeren Hub als die nackte Schwester. Bei Landstraßentempo ist das jedoch wenig deutlich. Auf dem kurzen Autobahnabschnitt den wir getestet hatten war der Unterschied auch nicht erfahrbar, was jedoch an der Verkehrssituation gelegen hat.

Auch wenn ich ein großer Freund von Supersportlers bin, gehören die besten davon doch auf die Rennstrecke, denn nur dort können Sie Ihr Potential ausspielen. Solange der Fahrer noch eine geringe Restliebe zu seinem Führerschein hat sind exzellent gemachte Nakeds wie die Streety die bessere Wahl. Die Vollverkleidung ist für schnelle Autobahnetappen hilfreich, dazu hätte ich dann aber doch lieber noch ein paar PS und ein paar dutzend km/h mehr als die Daytona bietet. Bleibt die Frage: Warum gibt es keine Daytona 800 (oder 675 Turbo oder 675 Kompressor)?

Und auf der Landstraße ist die Streety einfach toller als das Rennerle, was ich vor einem Jahr nicht geglaubt hätte. Die Streety ist für mich sowieso das beste Straßenmotorrad, dass ich dieses Jahr gefahren bin.

Moppeds in diesem Beitrag:

An alle Motorrad Blogger #motwunsch

Die Überschrift verrät schon an wen sich dieser Beitrag richtet, nämlich an alle, die in Ihren Blogs etwas zum Thema Motorrad schreiben. Wenn Du so einer bist, oder Dir überlegst, ob Du nicht so einer werden möchtest, dann richten sich die folgenden Worte genau an Dich.

Ich möchte Dich bitten am 1. Dezember 2014 einen Blogbeitrag, mit Deinen Wünschen an die Motorradwelt zu veröffentlichen. (Edit: Der Beitrag ist online)

Wenn Du willst, nenne es eine Blog-Parade, einen Blog Karneval oder ein Rudel in die Menge geworfener Blog-Stöckchen. Ich nenne es eine Beitragsidee.

Was genau Du Dir wünscht, weißt Du natürlich am besten

  • Wartest Du auf ein bestimmtes neues Motorrad oder einen Wechsel in der Modellpolitik (mehr Roller)
  • Hättest Du gerne einen Helm mit blauer Rundum-Leuchte
  • Eine Airbagweste die durch die Sicherheitskontrollen am Flughafen kommt
  • Eine Extra-Spur für Moppeds in der Stadt
  • Ein aktive und laute Interessenvertretung
  • Dass die Klapphelmfahrer nicht immer grüßen oder dass die Klapphelme auch mal grüßen
  • Mehr Zubehör für Dein Mopped
  • Was auch immer sonst Dir einfällt

Es gibt da keine Grenzen von wem Du Dir was wünscht und eine richtige Form gibt es auch nicht. Schreibe einen Wunschzettel, ein Gedicht an den Weihnachtsmann, mache ein Video, singe ein Lied, nimm einen Podcast auf oder schreibe einfach einen Text, so wie ich es wohl machen werde.

Warum solltest Du das machen, wo Deine Wünsche doch sowieso niemals nie nicht in Erfüllung gehen?

Neben dem Spaß am bloggen kann es Dir auch helfen neue Kontakte innerhalb der Motorrad-Blogger zu finden. Blogs zu entdecken, die Dir bisher entgangen sind und auch selbst entdeckt zu werden. Und wer weiß, vielleicht geht Dein Wunsch am Ende doch in Erfüllung.

Wie geht es?

  • Du machst Deinen Beitrag fertig und stellst ihn am 1. Dezember online.
  • Packe den Hashtag #motwunsch mit in die Überschrift, damit Dein Beitrag gefunden wird.
  • Teile Deinen Beitrag mit Link auf allen Kanälen die Du nutzt, Twitter, Facebook, GPlus, Ello, Diaspora, Path, Foren und was weiß ich nicht noch alles. Verwende dabei bitte auch den Hashtag #motwunsch Und wenn Du einen anderen Beitrag liest, der Dir gefällt, dann teile den Link, natürlich auch mit #motwunsch auf Deinen Kanälen. Bewerte die Blogartikel die Dir gefallen haben, kommentiere und freue Dich über Deine Kommentare.
  • Jetzt liegt es an Dir. Wenn Du weißt, dass Du etwas schreiben wirst, dann kannst Du einen Link zu Deinem Blog hier in den Kommentaren hinterlassen.

Ich freue mich auf Eure Beiträge.

Ein bisschen Gegenrede zu „Kein Grip, kein Grips“

Jochen hat im SPOn seine Meinung zur aktuellen Supersportler und PS Initiative in der Motorrad Industrie geäußert. Ich finde es gut, dass es jenseits von Jubelarien auch Meinungsäußerungen gibt. Besonders gut finde ich es, wenn jemand eine andere (und damit falsche) Meinung hat als ich, denn dann kann ich auch etwas dazu schreiben.

Es ist gut, dass es endlich Moppeds mit mehr als 200 PS gibt. Dieses vorauseilenden Gehorsam-Dückmäusertum kann ich nicht leiden. Unsere Tachos zeigen keine 300 mehr, damit der Gesetzgeber nicht auf die Idee kommt, Motorräder auf 300 km/h zu limitieren. Was ein Quatsch, unsere Gesetztgeber kommen auch von alleine auf total blöde Ideen die den Spaß auf dem Mopped viel stärker einschränken. Die 200PS Verleugnung ist nun vorbei.

Braucht man mehr als 200 PS auf der Straße? Nur wenn man über 300km/h fahren will. Für die Beschleunigung von der Ampel weg ist ein langer Radstand deutlich sinnvoller. Das berühmte Harley vs. Fireblade Video kennt Ihr doch, oder? Falls nicht, klickt den Link.

Auf der Landstraße darf man nur 100km/h fahren (wisst Ihr doch und macht Ihr doch auch), das schafft man auch mit 12 PS.

Braucht man einen Supersportler? Nur auf der Rennstrecke.

Braucht man überhaupt ein Motorrad? Auf jeden Fall viel nötiger als ein Auto; nur damit das geklärt ist!

Glücklicherweise gibt es nicht nur solche Motorräder am Markt, die man braucht. Wenn ich es mir recht überlege, gibt es bei uns fast gar keine Motorräder die jemand braucht, dafür aber eine Menge Moppeds, die jemand will. Und darauf kommt es ja an, denn es werden nur solche Moppeds gekauft, die der Kunde will. Diesen Kaufwillen beim Kunden auszulösen ist jedoch eine komplizierte Aufgabe und ein vielschichtiges Unterfangen. 200 PS Supersportler mit dem vollen Elektronik-Paket werden in erster Linie nicht gebaut, um davon große Stückzahlen zu verkaufen, es sind Markenbotschafter und Imageträger. Aus dem Top-Supersportler wird dann mit 10 cm mehr Federweg, 20 kg mehr Gewicht, ein paar dutzend PS weniger und einem Rohrlenker ein ReiseSportEnduroTourer. Voilà, davon versprechen sich die Hersteller große Stückzahlen, denn die Zeiten, in denen die ReiseEnduro ein zivilisierter Dakar-Renner ist sind schon lange vorbei. Es muss also ein anderes unvernünftiges Mopped her, das zivilisiert werden kann.
Ich behaupte mal, selbst ein Cyril Depres könnte mit einer einer serienmäßigen 1200er GS (oder 1290er KTM oder was auch immer) nicht unter die Top 100 der Dakar fahren. Ein Valentino Rossi wird mit S1000XR auf dem Rennstreckentraining jedoch nur noch von einem Valentino Rossi auf einer S1000RR hergebrannt. Die XR ist also näher an Ihrem unvernünftigen Vorbild als die GS und profitiert demnach mehr davon.

Im Neuromarketing wird behauptet, dass eine emotionale Entscheidung (Das geile Teil will ich!) doppelt so schnell getroffen wird, wie das Gehirn denken kann (Das ist doch total bekloppt, das brauch ich gar nicht). Dann wird in der Regel ein Kompromiss zwischen Herz und Hirn geschlossen und etwas gekauft, damit beide Systeme ihre Belohnungs-Hormone auskippen können. Also in etwa, ich kaufe nicht den Supersportler, sondern die ReiseSportEnduroTourer-Version, das ist viel vernünftiger. Ist natürlich jetzt simplifiziert, aber so in etwa wird das den Entscheidungsträgern heute erklärt.

Deshalb gibt es 200 PS mit Magnesium und Titan und Kohlefaser (nicht mit weglassen, was man weglässt kann man nicht bewerben und verkaufen) für wenig Gewicht, ganz viel Elektronik (das Vernunft-Element für den Emotionsträger) und sonst noch anderen leicht erklärbaren Superlativen und Zutaten.

Ducati weiß das schon lange und verkauft vom jeweiligen Topmodell noch S und R Versionen und Superleggera und limitert und teuer, die auf dei Basis-Version herabstrahlen. Die Japaner waren dagegen immer schon Schnäppchen, weil in Japan noch für Stückzahlen gebaut wurde. Diese Zeiten scheinen nun vorbei zu gehen. Auch in Japan scheint man erkannt zu haben, dass man nicht nur mit Stückzahlen Gewinn erzielen kann. Die Preise für die H2 und H2R (ca. 50.000,- Eumel) von Kawasaki deuten das ebenso an die Existenz der RC213V von Honda, die in der Vergangenheit schon mal ein Motorrad für 100.000 D-Mark im Angebot hatten.

Die wirklichen Stückzahlen werden in Zukunft wohl wieder über die Brot-und-Butter Moppeds erzielt, denn sowohl Honda als auch Yamaha haben in den vergangenen Jahren in diesem Bereich wieder neue Maschinen präsentiert, ich sage nur MT und NC.

Ich deute das neue Wettrüsten als einen Auftakt wieder offensiver am Markt aufzutreten, mehr Einsteiger und junge Menschen für das Motorrad zu interessieren und nicht nur die Altmodelle zu verwalten.

Ob so ein 200 PS Supersportler wirklich eine Millionen elektronischer Helferlein zum fahren braucht? Keine Ahnung. So wie ich fahre brauche ich sie nicht, aber die wenigsten Moppeds werden doch zum fahren gekauft. Guckt Euch mal die Kilometerleistungen der Gebrauchten an. Und wenn ein Motorradbesitzer dann von seinem elektronisch gesteuerten Bürgerkäfig für die jährliche Urlaubstour aufs Mopped steigt schadet es wohl nicht, wenn das auch elektronisch geregelt wird.

Ich im Motorrad Abenteuer – Gelesen

Es ist für mich so eine Art Medien-Herbst. Unsere Alpen-Schotter-Tour war, neben meinem Blog, auch ein Thema bei Heise Auto und bei Ernie Troelf und was auf Papier soll auch noch folgen. Und Videos bestimmt auch und sehr wahrscheinlich später mal der große abendfüllende Kinofilm und die 12-staffelige HBO-Megaproduktion mit Bibo als Griesgram.

Für dbate hatte ich ein Skype-Interview zu meinen zwei Reisen nach Laos. Da das Portal jetzt online ist, könnte da in der nächsten Zeit tatsächlich auch was kommen. Bis dahin könnt Ihr ja auf meinen Spickzettel gucken oder alles unter dem Laos-Schlagwort lesen.

Und heute habe ich , nach einem Hinweis von @schrm, gesehen, dass in der aktuellen Nov/Dez-Ausgabe der Motorrad Abenteuer ein Bericht über unsere Mek-Pom Tour steht mit einem ganzseitigen Foto von mir im Wasser. Auf der Website ist das Foto auch zu sehen. Die Tour hatte ich in meinem Blog und auch auf der Bikerszene bereits beschrieben. Der Zeitschriftenartikel ist eine gute Ergänzung zu meinen Berichten, falls jemand noch tiefer in den touristischen Teil einsteigen möchte.

Glücklicherweise kamen bisher noch keine Fotos gegen Bezahlung aus tempolimitierten Zonen von der Staatsmacht, auf solche Publicity kann ich verzichten.

Triumph Media Days – Tiger 800 – Gefahren

Auf meiner Testliste bei Triumph stand die 800er XC Tiger ganz oben um sie mit dem dicken Explorer zu vergleichen, die ich kurz vorher erst wieder abgegeben hatte.

Jetzt mal ehrlich Triumph, müsst Ihr drei verschiedene Moppeds in Eurem Programm Tiger nennen? Den Tiger 800 (mit Speichenrädern heißt der dann Tiger 800 XC und ab 2015 gibt es XC, CXC, XR und XRX), Tiger Sport (mit 1050ccm) und Tiger Explorer (mit Speichenräder heißt der dann Tiger Explorer Spoked Wheels, einen Tiger Explorer XC gibt es aber auch).
Zurück zur Testrunde mit der 800er Tiger. Die Kleine wiegt schlappe 50kg weniger als die Dicke und hat 95 Pferde unterm Tank. Damit ist man für alles außer Höchstgeschwindigkeitsjagden gerüstet wozu jedoch auch die 137 Explorer-Pferde der ganz großen nicht reichen. Die Fahrposition ist weniger straßenorientiert als auf der Exe und bietet mehr Bewegungsfreiheit, wenn man stehend fährt.
Leider gab es bei Triumph keine Möglichkeit abseits der Straße zu testen, ich muss also von den gefahrenen On-Road-Strecken auf das Off-Road-Potential schließen. Aus den oben angeführten Fakten lässt sich erahnen, dass der Fahrer sich auf der 800er mit Sicherheit leichter tun wird, wenn der Asphalt endet. Aber auch auf der Straße sind die Unterschiede sehr erheblich. Es ist beeindruckend, wie verschieden zwei dreizylinder Großenduros sein können. Die kleine 800er ist fahraktiv will sich bewegen und mit dem Fahrer zusammen alle Hindernisse und Wege meistern. Der dicke Explorer dagegen will seinen Fahrer beschützen und behüten.

„Das soll ein Hindernis sein? Lass mich das mal machen, bleib sitzen und konzentriere Du Dich aufs genießen“,

würde er wohl sagen, wenn er sprechen könnte und nicht nur fauchen. Der dicke Tiger ist mit fröhlich singendem Fahrer auf der Straße nicht langsamer als eine 800er mit Fahrer im Angriffsmodus. Daraus zu schließen, die 800 ist langsam stimmt jedoch nicht. Es braucht schon ein sehr sportliches Straßenmotorrad zusammen mit einem Fahrer, der seinem Führerschein sein feindlich gesonnen ist, um die 800er in die Bredouille zu bringen.

Triumph Tiger 800 XC

Bei meiner Testrunde fuhr ich in der „Drei Chilli-Gruppe“, das war die schnellste Gruppe und konnte mit den Speed Tripples, Street Tripples und Daytonas der Runde locker mithalten. Bei der ersten Gelegenheit setzte ich mich direkt hinter den Tourguide, um mich nicht mehr ausbremsen zu lassen. Bei Moppeds dieser Güte-Klasse gilt halt: Performance depends on operator, und einige in der Gruppe wechselten später aus gutem Grund zu den langsameren zwei Chillis.

Ich kann demnach amtlich bestätigen, dass der 800er Tiger auf der Straße gut läuft und Spaß macht. Für die Wege  jenseits der Straße ist er mit Sicherheit besser geeignet als Daytona und Co. und wird wohl auch den dicken Explorer Tiger dort abhängen, gleiche Fahrer vorausgesetzt.

Können wir das beim nächsten Mal bitte testen, liebe Triumphs?

P.S.

Die 800er Ausgabe der Großkatze ist für das kommende Modelljahr neu gemacht worden.

Moppeds in diesem Beitrag

Triumph Media Days

So ein privater Mopped-Blog sollte meiner Meinung nach eigentlich voller Geschichten sein. Testfahrten findet man schließlich in jedem Moped-Blatt das man am Kiosk kaufen oder für umsonst von irgendwo mitnehmen kann. Da ich bei mir kein Analytics mitlaufen habe, kann ich nur raten mit welchen Suchbegriffen dieses Blog gefunden wird. Aber das ist mir auch so ziemlich egal, denn ich betreibe auch kein SEO. Ich schreibe darüber, was mir gefällt.
Ich kann mir aber auch nicht unbedingt vorstellen, dass jemand meinen Blog liest, bevor er sich eine #Hippe oder ein #Luxusweibchen kauft. Oder hier liest, weil er sich z.B. nicht zwischen zwei Moppeds entscheiden kann und meinen Rat will (nimm das andere). Trotzdem fahre ich natürlich gerne alle möglichen für mich neue Moppeds. Mit ein bisschen Mühe kann jeder eine halbe Stunde Probefahrt auf jedem Straßenmotorrad machen, entweder auf flammneuen Moppeds beim Händler oder auch privat mit Gebrauchten. Ich mache so etwas nicht, denn ich halte es für unfair ohne tatsächliches Kaufintresse dem Halter dieses Risiko und diese Kosten aufzubürden. Das mache ich also nicht.

In den vergangenen Jahren habe ich einige Leute getroffen, die mir und anderen Bloggern Moppeds zum testen zur Verfügung stellen. Diese Gelegenheiten lasse ich nach Möglichkeit nicht verstreichen und drehe gerne eine Runde. Natürlich schreibe ich dann auch darüber, früher oder später.

Eine Mischung aus Event und Testfahrten war in diesem Jahr die Triumph Media Days, die ich auch im letzten Jahr besuchen konnte. Damals waren es noch die Triumph Testtage mit Hashtag-TrippleT (wie die Motoren aus Hinckley). Honda veranstaltet einen ähnlichen Event den ich ebenfalls schon besucht hatte. Dieses Jahr konnte ich jedoch auch beruflichen Gründen nicht zu Honda und damit waren die Testtage bei Triumph das einzige Blogger-Familientreffen 2014, an dem ich teilnahm.

In diesem Jahr hatte ich, wie Ihr vielleicht bei mir gelesen habt, eine Triumph Tiger Explorer als Dauertester für 2.000 km im Haus. Das war vor den Testtagen. Damit wusste ich schon mal, dass ich den dicken Tiger dieses Jahr nicht testen musste. Mein Plan war es nämlich, in diesem Jahr bei Triumph nur Moppes zu fahren, die ich im letzten nicht getestet habe. Demnach fiel auch ein Ritt auf der Kanonenkugel, vulgo Rocket III, aus. Dieser Monstermotor mit zwei Rädern hatte mich auf meiner ersten Ausfahrt mächtig beeindruckt.

Gefahren bin ich letztendlich die Tiger 800XC (hier der Link zum aktuellen Nachfolger) , die Daytona R und die Street Triple R.

Meine Fahreindrücke zu den einzelnen Maschinen kommen in den folgenden Tagen. Hier möchte ich mich mich vor allem bei Triumph bedanken, dass Ihr uns Bloggern nicht nur die Möglichkeit gebt, Eure Moppeds zu testen, sondern auch noch für Verpflegung, Fotos und eine tolle Atmosphäre sorgt, selbst wenn es, wie bei mit jetzt viele Wochen und Monate (die Veranstaltung fand am 14. Juno statt) dauert, bis hier dazu was veröffentlicht wird. Das Gleiche gilt uneingeschränkt auch für Honda, die mir und anderen Bloggern auch schon Moppeds für Geschichten wie dem Eis in Genua geliehen haben.
Durch Euch werden viele Geschichten erst möglich.
Danke.

Moppeds in diesem Beitrag

Laos 2014 Spickzettel

Wenn ich auf die Liste der Themen gucke über die ich noch schreiben will, merke ich, dass ich in den vergangenen Monaten den Blog hier ganz schön vernachlässigt habe. Bevor ich jetzt täglich zwölf Artikel veröffentliche, die aus Zeitgründen inrgendwer annders schreiben muss, versuche ich es einfach mal mit schummeln.

Während ich in Laos war habe ich jeden Tag ein paar Notizen in mein Handy getippt um daraus Beiträge zu basteln. Jetzt kopiere ich einfach mal die Notzizen hier rein und habe schon mal alle Tage abgedeckt.

Natürlich dürft Ihr in den Kommentaren (am liebsten hier aber meinetwegen auch auf Facebook oder Twitter) fragen stellen und ich werde gerne noch zu dem einen oder anderen Ereignis ein bisschen ausführlicher werden.

Genug der Vorrede, hier die Notizen.

Hinreise

auf dem hinflug von vietnamesischen muttis adoptiert

in ho chi minh stadt hat das handy kein netz.

wegen langer wartezeit bekomme ich einen gutschein für ein mittagessen in der lounge. boarding um 11:40, mittagessen ab 12:00.

flughafen in dien reap ist wundervoll und niedlich. super nette security eine handbreit größer als mein koffer und wenn ich sie auf 45kg schätzen würde, sagte ich sie sei dick.

tag 1
plattfuss
flussdurchfahrten
umfaller
truck stecken geblieben
@moto1203 hat einen kleinkrieg mit dem örtlichen Geflügel angefangen
zielort: attapoi

tag 2
wanderwege gefahren auf der suche nach ho chi minh aber nur eine olle rakete gefunden und ein dorf ohne straßen. teilweise ohne truck gefahren.
wasserfall und eine runde mit den moppeds ins gebüsch.
zielort: salavan.

tag 3
wo ist der gepäckwagen mit dem lunch? getrennt marschieren, gemeinsam essen geht anders.
im dunklen durch den Dschungel – ohne akku für die go pro
kein wi-fi
schweinefett vom grill
einzelzimmer im guest house – bestes und einziges haus am platze.
Zielort: nong

tag 4
frühstück in mitten des marktes
bellyracer-boote aus abwurftanks
truck wieder weg und kam mit zwei stunden verspätung
wundervolle landschaften und kohle tagebau.
schulbuch vierte klasse macht umweltschutz und laotische traditionen zum thema.
sehr lecker wasserbüffel gegessen.
kein wi-fi
zielort: xai bua thong

tag 5
rock rat zum frühstück
solotour mit tk endete in wilden sackgassen
sprünge
sandfahrskill deutlich verbessert aber noch nicht gut.
übernachtung im zelt unter lauter kletterern
kein wi-fi
zielort: taket klettercamp

tag 6
platten an meinem vorderrad am anfang. seitenständerfeder verlieren am ende
abends eine extra runde über eine Baustelle und durch reisfelder.
im restaurant erstmal in die küche und über das essen diskutieren statt karte.
kein wi-fi
zielort: lak xao

tag 7
asphalt und sightseeing nach paksan, weil ursprünglich geplante strecke brücke defekt und umleitung gespert und wir eine werkstatt brauchten für
kupplungszug, seitenständerfeder, frontscheinwerfer.
sonnenuntergang am mekong video
fritierte hühnerkniee
zielort: paksan

tag 8
strecke vom letzten jahr gefahren, aber bambusfloß war nicht mehr da.
viel schneller dieses jahr, weniger wasser, kleinere gruppe.
schöne asphaltstrassen und dann wanderwege zur ebene der tonkrüge.
endlich wi-fi
zielort: phongsavan

tag 9
zuckerrohr gepresst. videos gefahren.
Panzerwrack.
extrarunde mit tk schmale sackgasse, sumpf, jäger, mhong familie (kein fließend wasser, 12v strom mit einer kleinen turbine im fluss aber voller handy empfang),
ganz am ende dann nasse füße im fluss
Zielort: vieng thong

tag 10
super tolle landschaften. paved roads und breite gute dirt roads.
dreimal vollgas im letzten gang.
whisky geguckt, mehl gemahlen und bomben zu hackmessern, harpune geschossen
zielort luang prabang

tag +1
über den mekong in ein mhong dorf
12 menschen in einer bodenlosen bambushütte mit telefon und zwei schulbüchern. 4km von luang prabang.
zwillenschießen verloren.
abends stromausfall und die stadt war dunkel, bis auf den nachtmarkt.

Rückweg
pass kontrolle freundlich, nicht mit dem ddr-charme der einreise.
boarding auf die minute pünktlich, start auch.
niedlich, im safety video der star allince viet nam air, gibt es dumb phone und gameboy zu sehen.
hanoi ist ein trübseliger flughafen, whiskey auswahl schlecht aber dafür teuer.
burger king ganz schlecht aber wenigstens offen und es gab mayo
calcutta bei nacht ist ganz schön schön und groß
fliegen über land in der nacht sieht teilweise ganz toll aus, aber auch erschreckend wenn ich sehe wie viel licht eng beieinander leuchtet.