Von Peking nach Paris – Das Rennen 1907

Im kommenden Jahr wird die Silk Way Rally das erste Mal auch für Moppeds ausgeschrieben. Die Silk Way ist eine Marathon Rally, vergleichbar mit der Dakar. Manche nennen sie gar, die kleine Dakar oder auch die zweite Dakar. Bisher konnten nur PKW und LKW diese Rally fahren.

Mich hat diese Ansage an einen Tag in meiner Kindheit erinnert, als die ganze Familie eine Auto-Show besucht hat, es muss 1980 gewesen sein. Damals wurden Autos aus der Harrah‘s Sammlung auf Tournee geschickt. Einige dieser Autos haben mich nachhaltig beeindruckt, eines davon war ein Itala.

Fürst Scipione Borghese hat mit diesem Auto das Rennen von Peking nach Paris gewonnen, das im Jahre 1907 ausgetragen wurde.
Das Rennen sollte eigentlich in umgekehrter Richtung gefahren werden. Wenn ich mich recht erinnere, wurde die Strecke umgedreht, um der Regenzeit zu entgehen.

Als das bekannt gegeben wurde, haben einige der Teilnehmer ihre Anmeldung zurückgezogen. Am Start in Peking standen nur noch fünf Fahrzeuge (es war mindestens ein Dreirad darunter). Das war den Veranstaltern zu wenig, also sagten sie das Rennen ab. Die Fahrer sind trotzdem losgefahren.
Es war 1907, da gab es nur wenig Wege und Verkehrsregeln. Die Fahrer waren alle stinkereich und Europäer, Kolonialherren, die es gewohnt waren, dass die Gesetze nur für den Pöbel gelten und der fremdländische Einheimische nur dafür da ist, dem edlen Herren zu dienen. Oder so ähnlich. Also ab dafür und trotzdem starten!
Halt zurück: Fürst Borghese war nicht unbedingt der Fahrer des Itala, er wurde von seinem Chauffeur und Mechaniker Ettore Guizzardi begleitet. Ob der Chauffeur gefahren ist oder der Fürst konnte ich nirgendwo lesen.
Mir gefällt die Idee, dass der Fürst auf dem Beifahrersitz sitzt und so etwas sagt wie: „Schneller Ettore, es ist ein Rennen, man wolle doch wohl gewinnen.“ Oder wie der Herr Fürst auf dem Siegertreppchen steht und den Preis, im Falle des Rennen von Peking nach Paris sollte der Sieger eine Magnum Flasche Champagner bekommen, in Empfang nimmt. Währenddessen poliert der Chauffeur, mit einem Lappen über den Kotflügel.

Ist natürlich Quatsch, wie man schon am Bild des Autos sehen kann, brauchen diese „Kotflügel“ keine Politur. Und wir reden hier vom Jahr 1907. Die Strecke von Peking nach Paris ist heute noch abenteuerlich. Im Rahmen eines Rennens, (also mit Organisation vom Start bis zum Ziel), schon ein bisschen weniger, aber immer noch lange nicht alltäglich.
1907 sahen die Wege ganz anders aus, es gab kein Straßennetz, schon gar nicht für Autos. Möglicherweise gab es nicht mal ordentliches Kartenwerk für die ganze Strecke. Auf jeden Fall war die Strecke, die die Teilnehmer wählten absolut frei gestellt, nur Start- und Zielort standen fest.
Google Maps liefert heute noch keinen Vorschlag für die Strecke (wegen China).

Ich stelle mir schon alleine die Fahrt mit einem Auto Baujahr 1907 auf heutigen Wegen (auch ohne Verkehr) abenteuerlich vor. 10.000 Kilometer mit diesem Itala, ob als Fürst oder Chauffeur: Hut ab.
Bei Wikipedia wird die Rennstrecke sogar mit 16.000 km angegeben. Grund dafür war wohl, dass der Fürst im Vorfeld dafür gesorgt hatte, dass sein Itala die Strecke der Transsibirischen Eisenbahn als Sonderzug nutzen durfte. Die Spurweite des Itala wurde schon beim Bau auf die 1.520 mm Breitspur der TransSib angepasst. Die TransSib fuhr aber nicht den kürzesten Weg nach Paris und so kam der Itala auch durch Moskau und St. Petersburg. 6.000 Kilometer Umweg müssen halt gefüllt werden.
Ein weiterer Vorteil bei dieser Streckenwahl waren die vorhandenen Telegrafenstationen. Von denen konnte der ebenfalls mitfahrende Reporter Luigi Barzini unterwegs Berichte verschicken. Heute wird diese Rolle in der Regel von einer Action-Cam übernommen, zusätzlich mitfahrende Reporter im Rennen sind eher selten.
Auf den Bildern oben ist der dritte Sitzplatz nicht zu sehen, er war hinten, zwischen den Benzinfässern.

Gestartet wurde am 10. Juni morgens in Peking und der Sieger kam am 10. August in Paris an, sagt Wikipedia.
Richtig knapp war das Rennen nicht, der Zweitplatzierte Charles Goddard kam mit seinem Spyker erst 20 Tage später an, alle anderen sind ausgeschieden.

Im nächsten Jahr gab es ein ähnliches Rennen. Es ging von New York nach Paris, den langen Weg Richtung Westen. Den Film dazu kennt Ihr hoffentlich.

P.S.
Das Buch zum Rennen von Luigi Barzini heißt: „Peking – Paris im Automobil: Eine Wettfahrt durch Asien und Europa in sechzig Tagen, mit einer Einleitung von Fürst Scipione Borghese“. Ich habe es nicht gelesen, sollte das vielleicht mal nachholen.

Idioten in Dosen

Na klar weiß ich, dass nicht jeder Autofahrer ein Vollidiot ist und das auch die besten mal einen kleinen Aussetzer haben können.

Ich will hier nicht verallgemeinern. Daher habe ich mir vorgenommen, nur wenn ich einen besonders schlimmen Fall treffe, werde ich darüber schreiben. Mal sehen, wie viel es werden.

Heute habe ich einen Audi A6 Kombi getroffen, den ich definitiv zu den Idioten zähle. Ich fuhr mit der #Hippe über die Autobahn, Tacho 108, und wurde von besagtem Audi überholt.

Er fuhr gefühlte 110, es dauerte also, bis er vorbei war. Aber darum geht es nicht. Auch nicht darum, dass er nach beendetem Überholvorgang weiterhin auf der mittleren Spur blieb. Das ist nur die ganz normale Alltags-Inkompetenz.

Der Audi hat sich qualifiziert, weil er mit offenem Kofferraum fuhr. Erst dachte ich, die Klappe ist wohl kaputt und er fährt in die Werkstatt. Nein, er hatte hinten einen Karton drin. Keinen so großen, dass Klappe nicht mehr zu ging, sondern nur einen kleinen, 30 x 30 x 40 [cm] geschätzt.

So wie dieser einsame Karton hinten im Kofferraum herumtanzte, war er am Beginn der Fahrt bestimmt nicht alleine. Warum sollte man Ladung in einem offenen Kofferraum auch sichern, dann könnte er nicht mehr tanzen.

Welches Szenario ich mir ausdachte, mir viel nichts ein, in dem der Fahrer des Audi kein Vollidiot war.

Hatte er einfach nur vergessen, den Kofferraum zu schließen und sich gewundert, dass es im Innenraum zieht?

Hielt der Audi die Lichthupen und Schallhupen der anderen Autos für eine verdammt lange Hochzeitskarawane, die ihn überholt?

Hatte er ursprünglich noch ein größeres Paket im Kofferraum, dass so groß war, die Klappe nicht zuging und das in dem einzigen Kombi, bei dem die Rückbank nicht umklappbar ist? Und zusätzlich hat er dann nicht bemerkt, dass er das große Paket verloren hat?

Vielleicht war der Audi auch bis zur Fensterunterkante voller Aale (Luftkissenfahrzeuge haben sich am Markt nicht durchsetzen können, wie wir wissen) und die haben den kleinen Karton aus dem Fußraum in den Kofferraum befördert, einer der Aale hat heimlich die Kofferraumklappenfernentrieglung betätigt und keiner hat es dem Fahrer gesagt?

Ist er losgefahren bevor die Frau die ganzen Einkäufe eingeladen hat? Dann steht sich vielleicht noch mit dem fast vollen Einkaufswagen auf einem Parkplatz.

Saßen ursprünglich seine Kinder hinten und hätten das Paket festhalten sollen? Ich hoffe, die Kinder sind an einer roten Ampel ausgestiegen und liegen jetzt nicht auf der Straße.

So sehr ich mich anstrenge, mir fällt kein Grund ein, mit einem offenen Kofferraum, der nicht mit Gurte oder anderem nach unten gesichert wurde zu fahren. Ganz besonders dann nicht, wenn ich ein kleines Paket hinten drin habe, das locker in den Innenraum gepasst hätte.

Ich bin jedenfalls froh, dass der Karton nicht unmittelbar vor meinem Vorderrad aus dem Kofferraum gehüpft ist.

Vollidiot!

Audi vom Stamme Nimm

Es begab sich zu der Seit, da ich bei Autofahrern zu Besuch war und eines der Autos wollte am kommenden Morgen nicht mehr starten wollte, weil die Batterie sich in der eisigen Nacht richtig entspannt hatte. So bot sich ein ebenfalls anwesender Audi A6-Fahrer an, mit seinem Auto für neue Impusle zu sorgen, falls jemand ein Überbrückungskabel hätte. Hatten wir. Also her mit dem A6 und Motorhaube auf. Es war ein 2012er Modell und bei diesem Modell sieht man unter der Motorhaube nur eine andere Motorhaube und ein paar wenige andere Deckel und ein Rohr vom Ansaugtrakt (?). Unter all den Hauben und Deckelchen verbirgt sich möglicherweise der Motor und auch die Batterie. Zur Sicherheit haben wir auch mal hinten geguckt, aber da war unter der Haube nur Kofferraum. Mit einer Taschenlampe auf der Suche unter der vorderen Hauben fanden wir eine Schraube, die mit einem Plus gekennzeichnet war und so aussah, als könne man dort ein Überbrückungskabel anklemmen. Also wenn der Audi eine platte Batterie hat, dann kann man den überbrücken. Aber als Spender taugt der Audi nicht, weil der Minuspol der Battrie nicht auffindbar war ohne ein gefühltes Dutzend Deckelchen abzuschrauben. Im Klartext: Mit dem Audi bist Du vom Stamme Nimm; Strom kriegen um wieder fahren zu können: ja – aber jemandem der Hilfe braucht, dem kannst Du nicht helfen. Kack Auto.

Zum Glück hatte noch jemand ein Auto dabei und da war die Batterie zugänglich.

Wunder-Super-Hippe

Ich liebe meine kleine Honda CRF250L!
Heute habe ich den freien Tag genutzt und bin ein wenig Bundes- Land- und Kreistraßen gefahren; grob erst die Saar herauf und denn nach links ab in Richtung was auch immer.

Nun hat die Hippe nur 19 kW (steht so in meinem Schein, wie Webseite sagt 17kW) und nur einen 7,7 Liter Tank. Beides ist eher hinderlich, wenn es darum geht lange Strecken zurückzulegen. Da kam der KTM und Triumph Händler am Wegesrand gerade recht um mal zu gucken, was es da so an langstreckentauglicheren Wintermoppeds gibt.
Nix.

Weiter geht es in eine Straße mit einem Schild, dass die Einfahrt für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen verbietet. Immer ein guter Hinweis auf nette Sträßchen. Diese hier wird immer kleiner, geschottert, ein Waldweg und am Schluss ein Wanderweg. O_o
Ein paar Wanderer haben ein Karte und ich finde wieder aus dem Wald heraus.

Wieder auf der Straße überhole ich einen Lotus Exige im kurvigen Geschlängel, der Fahrer kontert auf der folgenden Gerade (wie gesagt, 19kW) nur um dann bei den Kurven wieder im Weg zu stehen. Ich habe dann auf der Außenbahn vollstreckt und blieb vorne, solange die Kurven anhielten.

Fast zu Hause blubbert ein 67er Mercury Cougar an der Ampel neben mehr. Bei Grün wird eingenietet und die Hippe ist schneller! An der nächsten Ampel nochmal, wieder mit gleichem Ergebnis.

Performance depends on Operator!

Trotzdem wären 30kW und 15 Liter im Tank noch besser.

Verfluchte Vollmaronen in Bürgerkäfigen

Nachdem @schrm heute von einer Dosen-Schleiche vom Bock geholt wurde, gute Besserung auch an dieser Stelle, habe ich kurz überlegt, ob ich von dieser Begegnung überhaupt schreiben soll, schließlich ist mir ja nichts passiert.

 

Dummheit kennt wirklich keine Grenzen. Und in Autos trifft man anscheinend immer wieder auf ein Niveau, von dem ich bisher dachte: wer so blöd ist, kann nicht mal in der richtigen Reihenfolge ein- und ausatmen.
Ich fuhr heute in der Dunkelheit über eine autobahnähnliche Kraftfahrstraße ohne Tempolimit, dafür aber recht kurvig. Nur ich und niemand sonst, mir kam nicht mal jemand entgegen. Wie immer fahre ich auf der rechten Spur (nein, da dürfen nicht nur LKW fahren), was sich als Glück erwies. Kurz hinter einer Kurve fuhr ein schwarzer Wagen, mit getönten Rückleuchten, natürlich ohne die blöden vorgeschriebenen Reflektoren mit geschätzten 60 km/h auf der Überholspur. Ohne Licht.
Wie kommt man auf so eine Idee? Wenn kein Licht an ist, vorne nicht, hinten nicht, innen nicht, dann kann das doch nur Absicht sein, weil der Riesenarsch am Lenkrad ohne Licht durch die Nacht fahren will. Einen technischen Defekt, der alle Lichter betrifft, schließe ich aus.
Aufgrund der Dunkelheit und der Kurvigkeit hatte ich nur circa 160 auf der Uhr. Natürlich hatte ich Licht an, der Fahrer muss mich also gesehen haben, trotzdem hat er nichts für meine Sicherheit getan. Natürlich habe ich mich erschrocken, als ich den Wagen bemerkte. Einen komplette Notbremsung mit teilweise blockiertem Vorderrad war das erste, und als ich mir sicher war, das der Idiot auf der Überholspur bleibt, haben ich direkt wieder am Kabel gerissen um möglichst viel Abstand zwischen uns zu bringen.

 

Micra Saufziege

Am letzten Wochenende war ich auf dem #bcnue2, wie das Nürnberger Barcamp bei Twitter gehashtagged wird, eine wunderbare Veranstaltung mit über 80 Sessions. Auf jeden Fall will ich bei der dritten Ausgabe wieder dabei sein, dann aber nicht mehr mit einem Nissan Micra anreisen.

Wenn man in der Provinz gestrandet ist, dann sind Mitfahrgelegenheiten genau so rar gesät wie gute Zugverbindungen. Nach guten Erfahrungen mit einem Mietwagen von Sixt habe ich mich dazu entschlossen, es wieder mit einem Mietwagen zu versuchen. Beim letzten Mal hatte ich einen Fiesta und war sehr zufrieden, diesmal wurde es ein Nissan Micra. Das gefiel mir ziemlich gut, denn Wiederholungen versuche ich immer wieder zu vermeiden. Das gilt für den Micra erst recht. Zuerst viel mir auf, dass ich nicht richtig sitzen konnte, irgendwie passte es nicht so richtig, ich glaube es die Form der Rückenlehne war falsch, zumindest für mich. Richtig schlimm, erschreckend und gar nicht Zeitgemäß war jedoch der Spritverbrauch: 32,4 Liter auf 360 Kilometer. Wilder Raser könnte man sagen, aber die Durchschnittsgeschwindigkeit von 116 km/h spricht dagegen. Weite Teile der Strecke hatten einen Geschwindigkeitsbeschränkung von 120, so dass ich auch nicht 200 (hahaha) fahren musste, um auf diesen Schnitt zu kommen. 32,4 Liter auf 360 Kilometer, das sind ganze 9 Liter pro 100 Kilometer und ich bin einen Kleinwagen gefahren. Auf der Rückfahrt bin ich dann nochmals langsamer gefahren, bei einem Schnitt von 105 km/h waren es immer noch über 7,5 Liter Verbrauch. Das geht nicht.

Nissan Micra, nein Danke.