Das Jahr ist 2015, jedenfalls fast überall

Ich habe gerade auf den Kalender geguckt, da steht 2015. Natürlich guckte ich nicht auf einen Papierausdruck an der Wand sondern auf einen Online-Kalender, weil, 2015 eben. Warum ich da nachgeguckt habe?

Naja, ich wollte für diesen Blog auf einen Presseverteiler, geht aber nicht weil:

(…) leider können wir Ihnen keinen Zugang zu unserer Presse-Homepage gewähren, da diese – wie der Name schon sagt – ausschließlich für Vertreter der Presse vorgesehen ist. (…)

Falls Sie uns ein Print-Medium nennen und am besten mit Hinweis auf eine Website online präsentieren können, für das Sie tätig sind, können wir Ihnen die Zugangsdaten zukommen lassen.

Als Blogger kann ich darüber ja lachen, als Fernsehmacher (also nicht Webvideo, sondern das mit dem linearen Ablauf) fände ich eine solche Antwort jedoch befremdlich.

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Enduro fahren mit Hindernissen

Off-road fahren ist anspruchsvoller als auf der Straße, denn Straßen sind schließlich dazu gebaut, um das Fahren zu erleichtern. Aber auch auf Verkehrswegen kann mal ein Hindernis auftauchen, dass mit dem Mopped überwunden werden muss.

Hindernis beim Enduro fahren.

Hindernis beim Enduro fahren, wer da hoch will muss einen Weg finden.

Meistens ist es so, dass der Kopf und die eigene Vorstellung, dass das Hindernis vor einem schwer zu fahren ist und was da alles schiefgehen könnte, genau der Grund ist, warum es nicht klappt. Jedenfalls ist es bei mir so.
Ich glaube, etwas ist schwer, ich verkrampfe, es klappt nicht, ich verkrampfe beim nächsten Versuch noch mehr. Verkrampfen ist schlecht.

Diesen Kreislauf kann ich bewusst unterbrechen und sogar von vorne herein verhindern. Wenn ich bei einem Hindernis vermute, dass es schwer wird schaue ich es mir genau an bevor ich rein fahre, suche die Linie, die ich fahren will und gehe sie ab. Ich suche dabei am Horizont oder zumindest weiter weg,  auch nach Punkten, auf die ich meinen Blick richten kann, Blickrichtung ist Fahrrichtung. Natürlich gucke ich dabei auch, ob die #Hippe (oder womit ich gerade unterwegs bin) da überhaupt lang kann, oder ob sie irgendwo aufsetzen wird, der Lenker zu breit ist oder das Wasser so tief, dass es in den Lufteinlass herein laufen könnte. Im Zweifel rolle ich bis zu der Stelle, wo es knapp aussieht und teste es im Stand. Das Gute daran, wenn nichts aufsetzt oder klemmt bin ich schon halb durch und kann den Rest auch noch fahren. Weil die #Hippe so leicht ist, kann ich sie in der Regel entweder über das Hindernis schieben, heben oder wuchten, wenn sie aufsetzt oder auch wieder zurück schieben. Dass ich das weiß, macht mich locker und locker ist gut.
Meistens stellt sich sowieso heraus, dass es viel schwieriger aussah als es zu fahren war und weiter geht’s.

Je mehr Hindernisse ich überwinde, umso mehr Hindernisse sehen für mich vergleichsweise leicht aus, Routine und so. Es hilft dabei auch, Erfolgserlebnisse mit einem kleinen Jubelschrei im Hirn zu festigen, oder einfach nochmal über das Hindernis fahren.
Es gibt bestimmt auch profund psychologisch herausgearbeitete Tricks und mentale Helfer, aber die kenne ich nicht.

Zum Glück bin ich so ziemlich frei von Angst, so dass ich in der Regel immer locker auf eine Problemstelle zu gehen kann. Und ich habe eine #Hippe, und kann mit Ihr auch viel üben, das hilft alles.

Enduro fahren in Pfungstadt

Letztes Jahr nutze ich genau dieses Treffen um auszuprobieren, ob der dicke Tiger Explorer überhaupt im Gelände fahrbar ist. Das hat gut geklappt und vor Ort war eine so tolle und zwanglose Atmosphäre, dass ich dieses Jahr wieder gekommen bin, mit der #Hippe.

Organisiert wird das ganze privat von Moto-Tourer.de (vielen Dank dafür) und es findet auf dem Gelände des MSC Pfungstadt statt. Im Fahrerlager kann gezeltet oder gewohnwagend werden, ich bin jedoch mit Bloggerkollege @ErnieTroelf  zu ihm nach Hause gefahren. Die Strecken (hier das Streckenlayout von der Webseite des Vereins) ist auch mit schweren Stelzböcken auf Straßenreifen gut zu befahren, das haben auch dieses Jahr wieder ein paar 12er GS bewiesen. Die meisten Teilnehmer nutzen jedoch leichtere Moppeds oder haben wenigstens geländetaugliche Reifen aufgezogen. Sportenduros möchten bitte auf dem Parkplatz warten, es ist ein Reisenduro Treffen.

Da die #Hippe bisher sowohl ihre Reise- als auch ihre Endurotauglichkeit bewiesen hat war sie also richtig dort und traf sich mit: F650GS, Freewind, Bagheera, KTM LC4, Enduro R und 950 Enduro, BMW 650 X Challange, XT600, KLX650, und 4-Ventiel Boxer GSen der verschiedensten Generationen. Bestimmt habe ich noch einige Modelle vergessen.

Auf dem Programm standen vor allem freies Fahren auf der Strecke, auf der Freifläche, die auch eine Kinder-Strecke aufweist und im Trial-Garten sowie einige Mopped-Spielchen wer mochte.

Enduro Ballspiel

Während die Enduro-Runde mit so ziemlich jedem Fahrzeug befahren werden kann, auf dem der Fahrer mit leichtem Schlamm und lockerem Sand klarkommt, ist im Trialgarten schon ein bisschen Bodenfreiheit nötig. (ja, das ist eine steile These, ich bin aber bereit jedes Mopped bei dem Versuch, das zu beweisen zu zerstören, solange ich es nicht bezahlen muss). Die vergleichsweise geringe Bodenfreiheit der #Hippe war der limitierende Faktor beim Trial, das geringe Gewicht und der zahme Motor waren ihre Trümpfe. Beides sorgte auch dafür, dass das Fahren wenig anstrengend war.
Während die meisten mit Ihren schweren Maschinen nach zwei bis fünf Runden im Trial-Garten oder auf der Enduro-Strecke eine Pause einlegten, konnte ich mit der #Hippe ohne Probleme weiter fahren und dabei feststellen, wie es mir von Runde zu Runde leichter viel, durch die weichen Sandpassagen zu kommen, Sand macht mir immer am meisen Schwierigkeiten. Ich konnte jede Runde schneller fahren, die Linien variieren vor allem, wurde ich entspannter.

Hippe im Trail Garten in Pfungstadt

Es war ein tolles Wochenende an dem ich die #Hippe im Gelände bewegen konnte. An manchen Stellen merkte ich, dass ich an die Grenzen dessen komme, was die #Hippe kann. Die Bodenfreiheit reicht nicht überall und wenn aus einem Hüpfer ein richtiger Sprung wird, dann kann es sein, dass die Gabel durchschlägt. Herrlich, meine fahrerischen Fähigkeiten wachsen und es macht Spaß!

Vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahr dort, ich will wieder hin.

 

P.S.

Ich hatte, wie versprochen, meine Kamera mit,  Meistens bin ich jedoch selbst gefahren und als Ernie Troelf dann Fotos machen wollte, war der Akku fast leer. Komisch, dass man den aufladen muss.
Glücklicherweise war auch jemand vor Ort, der seine Kamera zum Fotografieren mit hatte. Hier der Link zur Fotogalerie von Stefan Lacalli auf Facebook

Kawasaki H2 – na und?

Die neue Kawasaki H2, irgendwie sieht das Gerät wild aus und hat einen Kompressor, na und?
Die Tests, die ich bisher im Netz und in den Zeitschriften gelesen habe, haben bei mir nicht den Wunsch geweckt, damit mal zu fahren, 200 PS haben auch andere.  Mein altes Luxusweibchen hat fast 180 und das Gewicht ist auch ähnlich dem der H2. Dann doch lieber den neuen Yamaha Supersportler, der bei gleichem Hubraum ohne Kompressor auch 200 PS ins Prospekt drückt, dabei aber viel leichter und kompakter ist.
Als die H2 angekündigt war, sah das bei mir noch anders aus, da wollte ich mehr wissen und war auf jede Neuigkeit gespannt, aber irgendwie konnte das echte Mopped bei mir dann kein Interesse mehr wecken.

Doch dann tauchte dieses Bild in meiner Timeline auf:

Hinterreifen H2

Foto: Patrick Sauter

Das ist der Hinterreifen einer H2 nach 35 km Autobahn!

Ein Mopped, das so die Pelle vom Reifen rupft, das muss ich einfach fahren!

Ich habe den Fahrer (danke fürs Bild, Patrick) gefragt: Es ist der speziell und nur für diese Kawa hergestellte Hinterreifen, ein Bridgestone Battlax RS10. Der Luftdruck war kalt bei 2,9 bar.

Das war die pure Gewalt, geil!

 

Moppeds in diesem Beitrag:

So ist es, Simsonja!

Manchmal schreibe ich hier Antworten auf andere Blogs, wenn die unrecht haben und ich recht. Ich kann und darf das, weil ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe.

Heute schreibe ich , weil jemand anders recht hat und das gar nicht oft genug gesagt werden kann.

Simsonja vom Pegasoreise fordert heute eine Ed-Marchisierung der Motorradfahrer. Für alle, die Ed March nicht kennen hier eine kurze Vorstellung. Er fährt mit mit einer Honda C90 (die hat serienmäßig 90 ccm und 7,5 PS und sieht ein bisschen so aus wie eine Simson Schwalbe oder eher umgekehrt, die Honda ist älter) durch die Welt. Und damit meine ich, er ist damit von Malaysia nach England gefahren, im Winter zum Nordkap und jetzt gerade fährt er von Alaksa nach Feuerland. Und dazu gibt es sehr unterhaltsame Videos (die habe ich oben unter seinem Namen verlinkt) und eine C90 Adventures Website (alles Englisch).

Sonja selbst hat vor kurzem den ganz kleinen Motorradführerschein gemacht, den für 125er und das obwohl sie die süßen 16 Lenze schon hinter sich gelassen hat, und fährt jetzt mit einer SR 125 (glaube ich, sonst meben mit einer anderen 125er) durch die Welt. Im Vergleich zu Ed March hat sie also eine schwere Maschine und trotzdem wird sie anscheinend nicht für voll genommen.

Das verwundert bei der Überausrüstung nicht, mit der heute jedes Hobby betrieben wird. Um beim Motorrad oder noch genauer beim Adventure Bike zu bleiben, ohne Einspur-SUV mit 200 Liter angeschraubtem Gepäckvolumen und vollklimatisierten Fahranzug verlassen die meisten nicht mal die heimische Garage.

Simsonja fährt mit dem Mopped, dass ihr Spaß macht. Und weil es nur eine 125er ist, braucht sie nur den 125er Führerschein. Wer damit ein Problem hat, hat in Wahrheit ein roblem mit sich und ist nur zu doof das zu erkennen.

Ihr anderes Argument ist: statt tausende von Euros in das Fahrzeug zu stecken kann man das Geld auch nehmen und damit wegfahren. Sumatra statt Eifel nennt sie es.

Ich ergänze ihre Argumente um ein weiteres: Kleinere Moppeds sind leichter zu fahren; immer, aber als Anfänger ganz besonders. Mit 250 kg Mopped plus Gepäck drehen einige schon bei gut ausgebauten Schotterstraßen um, weil sie sich das nicht trauen. Wenn dann der Weg durch einen Felsrutsch auf 50 cm Fahrbahnbreite schrumpft, kehren die nächsten um. Nicht, weil sie das nicht können, sondern weil sie sich nicht trauen. Stünden sie dort mit Eds C90 oder Simsonjas 125er führen sie weiter.

Simsonja hat also schon die Hälfte des Weges zur Ed-Marchisierung geschafft, jetzt fehlen nur noch die lustigen Videos.

Endurofahren mit den Dirtgirls statt #BajaD

Aufmerksamen Blog-Lesern wird nicht entgangen sein, dass ich schon länger nichts mehr zur Baja Deutschland #BajaD geschrieben habe. Aufmerksame Twitter-Leser wissen warum, denn die Baja wurde verschoben. Aus Umweltschutzgründen findet das Rennen jetzt vom 23. bis zum 25. Oktober statt. Eigentlich hätte das Rennen am verlängerten vergangenen Wochenende stattfinden sollen.

Ich wäre mit dem Dirtgirls Rallye Team gestartet und von daher wurde ich als Fast-Mädchen von den Damen zu einem konspirativen Treffen mit Enduro nach Schleswig Holstein eingeladen. Also zögerte ich nicht lange und sprang gleich auf die Hippe mit den gut angefahrenen TKC80 und reiste los. Vor Ort traf ich dann auf eine ganze Armada EXCs, den Wettbewerbs-Enduros aus dem Hause KTM, von 250 ccm bis 450 ccm war alles vertreten.

Der Laie wird nun beginnen Mitleid mit mir zu haben und denken, dass ich die KTMs brutal aufhalten würde. War natürlich nicht so, denn ich habe einen alten Indianer-Trick angewandt und bin auf der ersten Runde einfach als letzter gefahren.

Der Nicht-Mehr-Laie wird denken: Moment, Schleswig Holstein ist doch flach wie ein Bügelbrett, da nutzt einem eine EXC doch gar nichts.
Ja und nein. Natürlich gibt es dort keine 100 m hohen Steilhänge voller Riesen-Findlinge oder ähnliches Hardenduro-Gelände, aber mit einem ortskundigen Führer, der schon seit Mofa-Zeiten den Asphalt scheut die der Teufel das Weihwasser, kann man dort super wilde und tolle Strecken fahren. Wir befuhren sogar eine Cross-Strecke die sich zwei Kurven mit einer Enduro-Strecke teilte und mitten im Wald lag. Ich hatte mir die Gegend vorher mit Openstreetmaps, Goolge Earth und Bing angesehen und hätte damit nicht gerechnet. Sandige Auf- und Abfahrten, zugewachsene Wege, mitten durch die Bäume durch, auf Schotterwegen parallel zur Autobahn, private Endurostrecken im Garten, Trampelpfade durchs Moor – es gab alles, außer Wasserdurchfahrten.

Honda CRF250L Kenner wissen jetzt auch, dass die #Hippe mit solchem Gelände super klar kommt. Ich selbst werde immer wieder von der Kleinen überrascht, die viel mehr im Gelände kann als ich ihr zutraue und am Ende auch mehr kann als ich.

Auf der Endurostrecke habe ich mehrere Runden auch bei höherem Tempo gedreht und war nicht nur erfreut, wie schnell es vorwärts ging, sondern auch, wie wenig anstrengend es war. Eine Runde bin ich zum Vergleich auf einer 250er EXC-F gefahren, war viel anstrengender. Die KTM ist halt ein echtes Wettkampfgerät und muss auch so bewegt werden. Je höher das Tempo umso größer sind die Vorteile der Kante. Aber, so schnell war ich noch nicht. Aber so dreckig.

Hippe im Moor

Meine Empfehlung für alle Offroad-Anfänger daher: Auch wenn alle anderen eine Hardenduro fahren, fangt mit etwas anderem an, Ihr werdet Euch leichter tun und könnt auch noch auf eigener Achse anreisen. An diesem Wochenende konnte ich mit den Mädels, die wie ich auch alle auf gehobenem Anfänger-Niveau fahren, locker mithalten.

Abends wurde fein gegrillt und bis spät in die Nacht geredet. Hier muss ich jedoch die Mädels vor den üblichen Quatschtanten-Klischees in Schutz nehmen, die waren schon früh im Bett, der Tourguide (und Lebenspartner des organisierenden Dirtgirls) und ich fanden kein Ende.
Am Abreisetag gab es sogar noch eine GPS gestützte Schatzsuche als Ersatz für die Navigation mit Roadbook, die auf der Rally angefallen wäre.

Griesis Schatz

Und ganz zum Schluss zum Abschied, als sich unsere Wege wieder trennten bekam ich noch ein Blümchen an die #Hippe das dort auch über 150km hielt bis der Wind uns trennte. Das Bild habe ich bei Kilometer 136 gemacht, da sieht das Blümchen schon ein wenig gerupft aus.

Blümchen an der Hippe

Auf dem Rückweg konnte ich dann doch noch durchs Wasser fahren. Ich hatte mal bei Wikipedia nach Furten gesucht und dabei einige gefunden für manche hatte ich mir die Koordinaten herausgesucht und diese in mein GPS eingespeichert. Die meisten Furten sind mickrig und wenn sie für den öffentlichen Straßenverkehr freigegeben sind, meistens auch noch gepflastert.

Die hier bei Koordinaten N50° 16.215′ E6° 38.822′ jedoch nicht.

Hippe vor einer Furt

Hier war das Wasser ca. 50 cm tief. Ein würdiger Abschluss für ein tolles Wochenende.

Keiner von Euch ist Batman – Honda NM4 Vultus gefahren #HPT15

Gerade komme ich von einem phantastischen Enduro-Wochenende mit den Dirt Girls zurück und sortiere meine Eindrücke um die in einen Blogbeitrag zu pressen, da erreicht mich eine Dringende Muppet-Blitznachricht, es muss also dringend sein.

Sie kommt aus Gotham und ich übersetze kurz:

Hallo Griesi,

ich habe gesehen, dass einige Pinguine in Eurer Bloggosphäre behaupten, sie seien Batman. Wie Du weißt, halte ich meine wahre Identität geheim und würde sie niemals in die Welt hinausposaunen.

Aber das Mopped was die da fahren finde ich interessant. Kannst Du mir mal ein bisschen was dazu schreiben?

Dein Kumpel

B.

P.S.

Facebook hat meinen Accout auch gesperrt, weil Sie mir nicht glauben, dass ich so heiße. Die wollen eine Kopie meines Führerscheins um ihn wieder freizuschalten. Du weißt ja, wie ich fahre, als ob ich da noch einen Führerschein hätte.

Na gut, wenn der Dunkle Ritter fragt, wer bin ich um nicht zu antworten? Und damit ich keinen neuen Blogbeitrag schreiben muss, kopiere ich hier meine Antwort rein:

Hi Batty,

klar schreibe ich Dir was zur NM4 Vultus.

NM4 Vultus

Fot: Honda Website

Wie cool die Vultus aussieht brauche ich Dir ja nicht sagen. In Deutschland gibt es sie ausschließlich in Batman-Schwarz. @Ernie-nicht-der-Batman-Troelf  hat recherchiert und gesehen, dass in Japan auch andere Farben zu bekommen sind und lustige Dekore.
Für ein so spektakulär aussehendes Mopped ist die Technik frei von Überraschungen, basiert sie doch auf den grundsoliden NC-Modellen, trotzdem ist es nicht einfach eine CTX oder eine Integra mit Fledermausflügeln.
Vorne dreht sich ein 18 Zöller hinten ein mächtiger 200er auf 17 Zoll, der Radstand ist länger (1.645 mm zu 1.525 beim Integra) und die Sitzhöhe ist mit 650 mm extrem niedrig. Auf der CTX700 sitzt Du mit 720 mm deutlich höher, aber immer noch ganz schön tief. Auf einer NC750S sitzt man auf 790 mm.
Mit anderen Worten, die Vultus ist tief genug, dass auch der dackelbeinige Pinguin mit seinen Beinen auf den Boden kommt, wenn er versucht sie kurzzuschließen, also Obacht!

Den Motor aus der 750er NC Reihe muss ich an dieser Stelle nicht mehr loben, das dazu passende DCT Doppelkupplungsgetriebe auch nicht mehr, kennst Du schon lange. Die Vultus gibt es nicht mit manueller Schaltung.

Nach der Theorie komme ich nun zur Fahrpraxis.

Aufsteigen oder einsteigen, wie soll ich es nennen? Auf jeden Fall sitzt man und kann die Farbe des LCD-Displays einstellen. Bevor Du wieder fragst: Nein, schwarze Schrift auf schwarzem Grund geht nicht. Das ist so ziemlich das einzige technische Gimmick, das die Vultus bietet. Eine elektrische Einstellung der Rückspiegel wäre noch passend, denn die sitzen in der Verkleidung integriert und müssen mit Druck auf den Ecken in die passende Position gebracht werden.
Der Soziussitz kann als Lehne hochgeklappt werden, darunter befindet sich ein Gepäckträger. Warum dafür der Schlüssel nötig ist verstehe ich nicht, vielleicht befindet sich unter dem Gepäckträger ein Geheimfach. Bei dem abschließbaren Handschuhfach verstehe ich es dagegen schon, das heißt ja schließlich abschließbar. Das andere Fach kann ohne Schlüssel geöffnet werden. Ein Intergralhelm passt in keines der Fächer, aber, Batman, Du fährst ja eh ohne Helm.

Wie Du weißt habe ich normalerweise Probleme mit vorverlegten Fußrasten, weil ich ich die nie intuitiv treffe. Bei der Vultus ist das kein Problem, meine Füße passen sofort hervorragend auf die Bretter.
Langer Radstand, 18er Vorderreifen und 200er hinten klingt nicht gerade handlich, davon merke ich bei der Probefahrt jedoch nicht. Es geht über kurvige Kreisstraßen und nach ein paar ersten Kurven ertönt das Krrrrrrrcks eines schleifenden Anbauteils und in Wechselkurven tönt es sogar Krrrrrrrcks-Krrrrrrrcks von beiden Seiten. Die Begleitpatroullie aus normalen Motorrädern ist nur noch klein im Rückspiegel zu sehen. Beschleunigung und Fahrwerk reichen für die Jagd auf Superschurken aus, solange die nicht auf Supersportlern fliehen.

Ach ja, Du brauchst eine neue Garage, die Du zwischen die mit dem Bat-Rollern und die mit den Bat-Moppeds stellen musst, denn die Vultus ist eine Vultus und sonst nichts.

Von der Vultus werden nur wenige Exemplare gebaut, im ersten Jahr wurden ganze 40 in Deutschland verkauft, also alle verfügbaren. Dieses Jahr sollen nochmal 50 dazukommen. Wenn Du also wieder mal hektisch aus einer explodierenden Bank springen muss wirst Du Dein Mopped auf dem Parkplatz auf jeden Fall erkennen, dass da eine zweite Vultus steht ist sehr unwahrscheinlich.

Mein einziger echter Kritikpunkt ist der Preis von 11.755 Euro. Den gleichen Motor mit DCT kriegts Du in der NC750S für 7.255 Eumel. Ob das einzigartige Design und das ebenso einzigartige Fahrerlebnis den Aufpreis von 4.500 Euro wert ist musst Du selbst entscheiden, aber Geld ist Dir ja egal. Sag mal, hast Du einen Milliardär als Freund und Spender?

Noch Fragen, dann schreib einfach einen Kommentar auf meinen Blog.

 

Halt die Ohren steif

Griesi

 

Moppeds in diesem Beitrag: