Mopped fahren mit Autoführerschein || Finde ich gut

Ja ich weiß, alle schimpfen oder lachen über den letzten Scheuer-Stunt. Aber ich finde ihn gut mit Vorbehalten.

Zuerst die Vorbehalte:

  • Es ist nicht ernstgemeint, es ist nur eine Nebelkerze umd vom Maut-Unsinn abzulenken.
  • Selbst wenn es kommen würde, wäre die Zahl derjenigen, die dann mit einer 125er auch tatsächlich fahren würden so verschwindend klein, dass man es sich auch hätte sparen können. Man sehe sich nur mal die Anzahl an 50ern an, die mit PKW-Führerschein gefahren werden.

Und jetzt, warum ich es gut finde:

  • Wenn die Politik sich des Themas Mopped annimmt, dann normalerweise immer nur um zu verbeiten, Streckensperrungen sind da nur de Spitze des Eisbergs. Mit viel Glück wird das Mopped von der Politik einfach nur vergessen, ich erinnere da gerne an die Winterreifen-Gesetze. Eine Initiative por Mopped aus der Politik, dass ist überraschend.
  • Mehr Leuten für kleines Geld die Möglichkeit zu geben Mopped zu fahren, das finde ich gut.
  • Jeder Autofahrer der auch mal Mopped gefahren ist und diese Perspektive kennengelernt hat, kann nur von Vorteil sein. Mopeedfahrer übersehen andere Moppedfahrer viel seltener, wenn sie mal im Bürgerkäfig unterwegs sind.
  • Untersuchungen von Versicherungen in GB belegen, dass Moppedfahrer die besseren (im Sinne von weniger Unfälle) Autofahrer sind.
  • Eine 125er ist im Stadtverkehr und auch über Land deutlich sicherer als die auf unsinnige 45 km/h beschränkten 50er, die man mit einem PKW-Lappen heute schon fahren darf.

Und für die, die nur die Tweets gelesen haben, der Plan sieht nicht vor, dass jeder mit seinem Autoführerschien automische auch 125er fahren darf. Das soll erst mit 25 und nach zusätzlichen Theorie- und Fahrstunden, aber ohne Prüfung erlaubt sein.
Wäre die Meldung nicht original von SPON würde ich es hier verlinken. Aber ich könnt ja selber googlen (versucht mal die Suche mit https://www.qwant.com das ist eine eurpäische Suchmaschine ohne Google).

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„Die Fireblade ist eine Wurstkrücke“ sagt der ED

Erinnert Ihr Euch noch an ED? Heute habe ich wieder so einen getroffen. Zum Glück nur ED den Idioten und nicht den Arsch und auch nicht persönlich, er saß mit seinem Kumpel am Nebentisch. Ich habe ihn belauscht, während ich meinen Milchshake trank und so tat als würde ich twittern.

Ob ED wirklich „Wurstkrücke“ gesagt hat oder was anderes kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, so gut ist mein bayerisch noch nicht. Aber irgendwas Negatives in der Art hat er gesagt.

Ich verkürze das Gespräch auf die besten Wortbeiträge von ED (er war tatsächlich mit einem Kennzeichen aus Erding unterwegs, so wie das Original damals) und ich schreibe hochdeutsch und meine Anmerkungen in Klammern.

ED sprach:

Ich brauche eine Ducati, die Kawa bringt’s nicht mehr. Die Panigale gewinnt jedes Rennen.

(Gerade gestern in der BSB hat die Panigale V4R nicht gewonnen und in Le Mans bei den 24 h für Moppeds schon mal gar nicht).

Auf so eine Wurstkrücke wie Deine Fireblade würde ich mich nie setzen, die zieht ja nix vom Teller. Was hat die denn schon gewonnen?

(Der amtierende Langstrecken Weltmeister ist F.C.C. TSR Honda France mit einer Fireblade.)

Die hat ja nicht mal 200 PS und fährt überall hinterher!

(Ganz im Gegensatz dazu, die 200 PS WSBK-Dauersieger S1000RR, Aprilia RSV4, Suzuki Hayabusa und Boss Hoss.)

In den Vergleichstests verliert die auch immer!

(Da kann ich nichts zu sagen, solche Tests lese und gucke ich schon lange nicht mehr.)

Wahrscheinlich erwartet Ihr an diesem Punkt des Gesprächs auch, das ED so schnell es geht seine ZX-10RR in Zahlung gibt und sich eine Panigale V4R oder vielleicht auch V4S kauft. Ich hatte es jedenfalls gedacht.
Und jetzt könnte ich hier sehr ausführlich schreiben, wie wenig eine SBK-Maschine mit einem Serienmopped zu tun hat. Oder wie sehr sich die Runde zur Eisdiele von der Runde auf der Rennstrecke unterscheidet. Ich könnte auch darüber spekulieren, wie anders ED im Vergleich zu einem echten Profi Mopped fährt.
Ist aber gar nicht nötig, ED fährt nämlich gar keine ZX-10 mit einem oder zwei R, er fährt eine Z1000. Und er gibt sie auch nicht für eine Panigale in Zahlung, sondern für eine Monster. Hat er zumindest erzählt.

Ja: Monster hat er gesagt.

Auch wenn ED keine Ahnung hat, der Spruch „Win on Sunday, sell on Monday“ funktioniert bei ihm zum Teil. Interessanterweise jedoch nur bei den Superbikes und nicht in der MotoGP, wo Marquez und Honda seit Jahren dominieren.

P.S.
Natürlich hat die Monster keine 200 PS, gewinnt keine Rennen und von einem gewonnenen Vergleichtest habe ich schon lange nicht mehr gehört. Aber hey: Sie hat genauso viele Räder wie Bautistas Nr. 19

P.P.S
Wenn ich mich zwischen Z1000 und Monster entscheiden müsste, würde ich die Blade nehmen.

 

 

Bitte melde Dich! #Autobahnrakete

Der Umzug von Ufer des Rhein an die Gestade der Donau lief insgesamt nicht so, wie erhofft. Das ist mit ein Grund dafür, warum hier ein paar Tage länger nichts Neues mehr erschienen ist.
Und noch mehr ist neu:

Ich brauche ein Mopped

Kurz habe ich auch mal über ein anderes Fahrzeugkonzept mit erhöhter Radzahl nachgedacht, aber als ich dann mitten in der Nacht mit Herzschlag bis zum Hals aus einem Parkplatz-Such-Alptraum mit Topf-Pflanzen (fragt nicht!) aufgewacht bin, wusste ich: Ich bin darüber hinweg.

In Zukunft werde ich wieder viel mehr Kilometer über die Autobahn schruppen (Ich bin umgezogen, die anderen wohne jetzt wieder weiter weg), viele meiner Wege werden deutlich länger werden. Und für die Autobahn ist die #Hippe nun wirklich nicht gebaut. Mein zweites Mopped, die 530er KTM schon mal ganz und überhaupt gar nicht. Also brauche was Neues (darf auch blau und gebraucht sein), das folgende Dinge kann:

  • Entspannt 500 km lang mit 200+ durch die Gegend rollen
  • Eine Tankreichweite von 250+ km
  • Gepäckhaken oder ähnliches hat, so dass eine Tasche auf dem Rücksitz festgerödelt werden kann
  • Erst nach 10.000 km zum Öl- und Reifenwechsel mit Inspektion muss
  • 100.000 km hält
  • Auf der Landstraße nicht nur langweilig und doof ist

Die Auswahl

Bisher habe ich noch kein Mopped gefunden, dass alles aus der Aufzählung kann.

Wahrscheinlich fällt den meisten als Autobahn-Mopped zuerst eine Busa ein. Habe ich auch dran gedacht. Bin ich noch nie gefahren, aber so richtig gekickt hat mich die schnelle Suzi noch nicht. Ich vermute es fährt sich wie iene Mischung aus #Luxusweibchen und VFR1200. Die V4-Honda ist mir zu sehr Reise und zu wenig Rase-Mopped, zu viel Vernunft und womöglich noch mit Seitenkoffern. Seitenkoffer will und brauche ich nicht.

Oscar Quelle PinterestWenn Honda, dann Fireblade. Die CBR rollt in der Superbike WM chancenlos hinterher, aber als Reisemaschine konnte ich sie testen und da hat sie mich überzeugt.

Yamahas R1 sieht in der aktuellen Form viel besser aus. Für mich das schönste Superbike, aber ob die auch für die lange Strecke taugt? Auf dem Nürburgring hat sie mir jedenfalls sehr gut gefallen.
Gegen ein neues Mopped im Sinne von nicht gebraucht, spricht der Preis. Viele tausend Euronen sind praktisch weg, wenn erstmal 100.000 km auf der Uhr stehen. Wegen Geld scheidet auch die Kompressor-Kawa aus und die geflügelte Panigale sowieso. Wobei der 1.100 Motor bestimmt besser zu meinem Einsatz-Szenario passen würde, aber eben keinen Flügel hat und immer noch teurer als eine R1 ist.

BMW S1000RR gibt es mit Handwärmern, was für mich eine Premiere wäre. Das die Berlinerin, auf meiner internen Liste noch vor die Gixxer-Armada steht, ist für mich selbst ein bisschen überraschend. Dabei wollte ich schon soooo lange eine 750er. Ohne geplanten Rennstreckeneinsatz hat die jedoch keinen Platz in meiner Garage, für die Autobahn taugt der ganze Liter mehr. Hat einer der aufgezählten Supersportler Gepäckhaken? Wenn ich mich recht erinnere, dann war die R1 nicht gerade optimal für den Gepäcktransport vorbereitet. An der Fireblade hatte wir damals jedoch irgendwie Gepäck angebunden.

Ganz oben auf meiner Liste, quasi mein Traummopped für diese Aufgabe, steht eine Triumph Rockt 3 mit dreiviertel Verkleidung in 70er Jahre Optik, steilerer Gabel, erhöhter Bodenfreiheit und Autobahn-Overdrive für 280+. Gibt es aber nicht und ich kann sowas auch nicht bauen.

So richtig fündig geworden bin ich noch nicht. Wenn jemand von Euch eine Idee hat, welche Modelle in die engere Auswahl kommen könnten, schreibt mir einen Kommentar, dass ist nachhaltiger als ein Link zu Mobile und Co.

 

 

Vorschau #Dakar2020

Ja, wirklich 2020; noch bevor 2019 getartet wurde, wirft die 20er Ausführung schon erste Schatten voraus.

Und zum Schluss noch eine persönliche Bemerkung zur #Dakar2019

Ich fange am 1. Januar eine neue Stelle an [#Yeah!] und muss dazu 500 km weit umziehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich keine Zeit für weitere Blogbeiträge vor dem Start haben werde. Ich bin mir nicht mal sicher, wie intensiv ich dem Rennen folgen kann und ob ich zwischendurch twittern kann.

 

Einige Fahrer #Dakar2019

Kurz nach meinem ersten Vorbericht begannen die Informationen aus verschiedenen Quellen zu fließen. Inzwischen gibt es auf der Website Dakar.com eine Übersicht der Fahrer, wenn auch längst nicht alle Informationen zu jedem dort einpflegt sind. Möglicherweise kommen dort noch weitere Bilder, Texte und Daten hinzu. Die wichtigsten Daten sind jedenfalls vorhanden: Name, Mopped und Flags für Rookie (Blau), Malle Moto (Rot) und Legend (Gelb). Legends ist so etwas wie ein Ehrenabzeichen, dass die Rally-Orga vergibt, ohne dass es eine eigene Legenden-Wertung gibt. Es gibt sogar ein PDF aller Starter [Download].

Die Sieg-Fahrer und Helden

Die täglichen 5-Mopped-Minuten auf Eurosport und YouTube reichen, um die Fahrer, die um den Sieg kämpfen, kennenzulernen. Für mich sind die Amateure mindestens genauso interessant. Einige von Ihnen werden von der ASO hoffentlich wieder eine Kamera bekommen und als „Dakar Hero“ zwischendurch immer wieder gefeatured, so wie in den vergangenen Jahren. Leider weiß ich nicht, wen die ASO auswählen wird. Ich habe hier einige ausgewählt.

Malle Moto Fahrer

Dieses Jahr haben sich, wie bereits berichtet, zwei Damen in der Malle Moto Klasse angemeldet. Ob es die ersten beiden sind, oder bisher nur kein Mädel in der härtesten Kategorie das Ziel gesehen hat, ist mir unklar. Google und seine Suchmaschinen-Kumpels haben mir nicht helfen können. Wer Malle Moto-Starterinnen kennt, möge sich bitte melden.
Um in der Malle Moto auf Nummer Sicher (haha) zu gehen, fährt man am besten auf einer Rally KTM. Das bietet folgende Vorteile:

  • Fast alle fahren mit einer KTM und kennen sich dementsprechend aus, falls man einen Rat benötigt.
  • KTM ist mit einem rollenden Verkaufsladen unterwegs, falls am Mopped etwas kaputt geht, kann es im Fahrerlager gekauft werden.

Es ist auch in der Malle Moto durchaus erlaubt, „vom Land zu leben“, also nicht nur das zu verwenden und zu verbauen, das man in der roten Kiste mitgebracht hat. Ob der KTM-Truck auch an Husky-Fahrer verkauft (die Moppeds sind baugleich) verschließt sich mir. Anastasiya Nifontova hat die Husky-Variante gewählt, also nicht die „einfachste“. Die Husky-Fahrer können jedoch nicht nur vom Know-How profitieren. Da gestrandete Moppeds ausgeschlachtet werden dürfen und werden, auch das gilt als „vom Land leben“, haben KTM/Husky-Fahrer eine ungleich höhere Chance, passende Teile plündern zu können.
Sara Garcia hat es noch schwerer als Anastasiya, sie fährt eine von 15 Yamahas (5 davon bei den Malle Motos). Die Yamahas sind Enduro-Umbauten verschiedenster Anbieter, also technisch durchaus unterschiedlich untereinander.
Mirko und Mirco sind die einzigen Beta-Fahrer in der Rally. Sie fahren den gleichen Rally-Umbau von Rebel X und nutzen für die Premiere  des Moppeds die Malle Moto.
Aber es geht noch eine Nummer härter: Willy Jobard, der als einziger Starter bei der Premiere von Bosjuer (zu Herstellern kommt später noch ein Beitrag). Und weil er keine Mechaniker hat, gibt es niemanden im Feld, den er um Rat fragen kann, niemanden, bei dem er sich ein passendes Teil leihen, kaufen oder plündern kann.
Nietto Ismael mit der einzigen, aber bereits bewährten, Speedbrain scheint ein ähnliches Schicksal gewählt zu heben, aber nur wenn man nicht weiß, dass Speedbrain hinter dem Hero Werksteam steht. Dort wird er zumindest Rat (Tat darf er in der Malle Moto ja nicht annehmen) und vielleicht auch Teile bekommen.

Mit Hilfe

Alle, die nicht in der Malle Moto Klasse fahren, bekommen Hilfe. Werksteams haben nicht nur das komplette Mechaniker-, Massage- und Luxus- Angebot im Biwak, sondern manchmal auch einen Wasserträger auf der Strecke. Bei einem Sturz hält jeder Fahrer, unabhängig von Team oder Fabrikat an, um bei Verletzung dem Gestürzten zu helfen. Das gilt nicht, bei einer Panne, da fahren die anderen weiter, aber der Wasserträger hält an und hilft. Bei Honda soll Nacho diese Rolle übernehmen und Rodney Fagotter bei Yamaha.
Es gibt auch einen Privatier, der Hilfe auf der Piste hat: einen Navigator und gleich zwei Helfer, alle jeweils auf Ihrem eigenen Mopped. Im Fall dieses Teams sind es Katie EXCs und keine Rallys.
Ich rede von Nicola Dutto, der seit 2010 im Rollstuhl sitzt. Als Rollstuhlfahrer ist er auf einem Spezialsitz auf dem Mopped angeschnallt und kann nach einem Sturz das Mopped nicht alleine aufrichten. Daher folgen ihm die beiden Helfer, den stürzen und umfallen wird er, genau wie alle anderen auch. Der Navigator fährt voraus. Im TV sieht man jedes Jahr, wie Fahrer aus der Spitzengruppe in der Wüste stehen und den Weg suchen. Da Nicola seine Beine nicht benutzen kann, kann er nicht ohne weiteres anhalten, er braucht jemanden, der das Mopped und ihn festhält. Das kann beim navigieren schon mal zu Problemen führen. Schaut Euch den Film über Nicola [italienisch, englische Untertitel 7 min] an, bevor Ihr Euch eine Meinung darüber bildet, wie Ihr das findet.
Die Startnummern 144, 145 und 146 sind diejenigen, die mit ihm fahren werden.

Unentschieden

Der Mongole Lkhamaa Namchin fährt Yamaha in der Malle Moto, gemäß der Facebook Liste (28 Malle Moto) oder auch nicht, gemäß der Website (33 Malle Moto). Gemäß Twitter sollen es 34 Malle Moto Fahrer insgesamt sein, also möglicherweise fährt er doch Malle Moto. Er selbst hatte rote Startnummern gepostet, an seinem Mopped ist die weiße 120 angebracht.
Wäre es nicht die ASO, wäre ich überrascht, dass der Veranstalter verschiedene Fakten auf Facebook, Website und Twitter verbreitet und der Fahrer nochmal andere. So weiß ich wenigstens, dass der ASO-Standard der letzen Jahre gehalten wird … auch das ist ein Teil der Dakar, der immer wieder aufregend ist.

Fremdländer

Es gibt Fahrer aus Afrika, Amerika (Nord- und Süd-), Asien, Europa und Ozeanien. Wenn Steph Jeavons [englisch] demnächst mitfährt, sind alle Kontinente vertreten.
Es gibt dieses Jahr sogar einen Teilnehmer aus Deutschland: Sebastian Bühler [Facebook] auf KTM 450 Rally. Auf allen Bildern und Videos, die ich bisher gefunden habe, fährt Sebastian Yamaha.

Fahrer in diesem Beitrag

#010 Jose Ignacio „Nacho“ Cornejo Florimo (CHL) Honda
#025 Rodney Faggotter (AUS) Yamaha
#056 Anastasiya Nifontova (RUS) Husky Malle Moto
#080  Willy Jobard (FRA) Bosuer Malle Moto
#095 Mirko Pavan (ITA) Beta 430 Malle Moto
#096 Mirco Miotto (ITA) Beta 430 Malle Moto
#099 Sara Garcia (ESP) Yamaha Rookie Malle Moto
#110 Sebastian Bühler (GER) KTM
#120 Lkhamaa Namchin (MNG) Yamaha MalloeMoto oder nicht
#133 Ismael Nietto (CHL) Speedbrain Rookie Malle Moto
#143 Nicola Dutto (ITA) KTM EXC

P.S.
Autos fahren auch mit.
P.P.S.
Es gehört bei den Fahrern zum guten Ton, dass sie geplünderten Teile zurückgegeben und/oder bezahlt werden. Ebenso ist es üblich, dass die Fahrer, deren Mopped geplündert wurde sich freuen, dass wenigstens der andere weiterfahren konnte.
Gestrandete Moppeds werden von der Orga eingesammelt, der Besenwagen kommt jedoch erst stunden hinter dem allerletzten Teilnehmer.
3P.S.
400+ Fotos aus Le Havre [Dropbox] bevor die Dakar Moppeds, Autos und Trucks verladen wurden.

 

850 Kubik

Ich habe mir gerade die Zulassungszahlen für Oktober angesehen, so wie sie von der Motorrad veröffentlicht wurden. (Achtung, ich linke direkt da hin, macht Eure Werbeblocker an”) >> Klick hier <<

Aus welchem Grunde auch immer, ich wollte wissen, wie viel Durchschnittshubraum die haben. Also zack, Daten in eine Tabelle übertragen mit der guten alten Abschreiben-Methode und so sieht es aus:

Der Median über alle Modelle ist 845 Kubik

Wie habe ich gerechnet? Unsauber natürlich.

Ich habe die Zahl in der Modellbezeichnung als Hubraum genommen. Das stimmt bei der GS750 nicht, ist es doch eine 850er mit weniger PS statt weniger Hubraum. Die MT-07 habe ich als 700er gewertet, die -09 als 900er, die Africa Twin als 1.000er und die Rebel mit 500.

Zehn der 20 meistverkauften Modelle haben 900 oder mehr Kubik und zehn haben 790 oder weniger Kubik, die Mitte zwischen 900 und 790 ist 845. Tada, Median ist da.

Nach dieser Rechnung wäre dein Mopped mit einem Hubraum von 850 ccm ein Big Bike. Wenn ich jedoch die 750 GS mit der 850 aus der Bezeichnung des Schwestermodells in die Rechnung aufnehme, dann liegt der Median bei 875 (der Mitte von 900 und 850) und die 850er gehören zu kleinen Moppeds.

Der Durchschnitt über alle verkauften Exemplare ist 843,582 Kubik

Hier habe ich den gleichen Hubraum wie oben genommen und mit der Anzahl der Verkäufe multipliziert, das Ganze dann durch die Summe der verkauften Moppeds geteilt und schon standen hier 843,582 ccm in der Tabelle.
Und wieder gehört eine 850er zu den Big Bikes und wieder gehört sie zu den Kleinen, wenn ich die 750 durch die 850 ersetze, denn dann ist der Durchschnitt 855,797 ccm.

Was lernen wir daraus?

Eine Statistik ohne erklärte Methodik ist ein schönes Schummelspielzeug und: Die 850er GS ist das Schlüssel-Modell für die Big Bike Definition. Oder ist es die 750er? Auf jeden Fall eine BMW.

Und zum Schluss: Wenn ich schon so früh von meiner Sonntagsrunde nach Hause komme, sollte ich doch lieber etwas vernünftiges lesen und keine Zulassungszahlen.

6 Wochen bis zum Start #Dakar2019

In 42 Tagen soll die Peru-Dakar starten. Die europäischen Fahrzeuge sind bereits in Le Havre aufs Schiff geladen und fahren, wohl rund um Cap Horn, nach Peru.
Die offizielle Informationslage ist dürftig, also alles wie immer, obwohl die Rally dieses Jahr ziemlich anders ist.

Ohne Marc Coma

Letztes Jahr waren Fahrer, Teams und Insider voll des Lobes für Marc Coma und die Strecken, die er ausgewählt hätte. Ob wirklich Marc der Grund für die Streckenauswahl war, kann ich nicht sagen, dazu fehlt mir der Blick hinter die Kulissen. Dieses Jahr ist er nicht mehr dabei und ein offizieller Nachfolger wurde nicht ernannt. Irgendjemand wird seine Arbeit machen, schließlich gibt es ein Rennen und eine Strecke, selbst wenn diese aus den Etappen vergangener Dakars, der Incas Rally von 1989 oder anderen Veranstaltungen bestehen sollte.

Ohne offizielle Information

Die ASO, die für die Organisation der Rally verantwortlich ist, war noch nie berühmt für gute Informationspolitik – insofern ist alles beim Alten.
Einerseits ist es natürlich bedauerlich, dass dieses großartige Rennen fast schon unter Nachrichtensperre leidet. Andererseits ist es, zumindest für mich, ein Teil des Dakar-Spaßes, möglichst viele Informationen zu suchen, zu spekulieren und hinterher zu schauen, ob ich richtig lag. Mitmachen geht am besten im Advrider Forum.
Was ich aber gar nicht mag ist, dass Moppeds und Quads immer in einen Topf geworfen werden. Warum meldet die ASO, das 57 Rookies bei den Moppeds und Quads fahren, warum nicht X Moppeds und Y Quads?
Einige Teams und Fahrer haben Ihre Startnummern schon via Twitter geteilt, die ASO hat jedoch noch keine Startliste auf der Dakar-Website veröffentlicht, obwohl laut Pressemeldung und Facebook, alle Nummern vergeben sein sollen. Kommt bestimmt noch, schließlich endet die Dakar erst am 17. Januar.

Ohne Hilfe

Laut der obigen Pressemeldung fahren dieses Jahr 32 Fahrer in der Original by Motul Klasse, wie die Malle Motos seit dem letzten Jahr heißen. 32 Fahrer? Nicht unbedingt, denn, von den 26 Malle Moppeds (der Rest sind Quads) sind 2 Fahrerinnen. Sara García Video 1 [Spanisch 2 Min] und Video 2 [spanisch 22 min] hat es auf Youtube verkündet und startet laut Facebook mit der Nummer 98. Dort steht mit Anastasiya Nifontova #056 eine weitere Malle Dame.
Im Gegensatz zu den ganzen Jahren vorher, wird es dieses Jahr viel leichter, die Malle Motos in Videos und Bildern zu erkennen, denn alle haben rote Nummerntafeln. Endlich! Nach all dem Spekulieren, Improvisieren und Detektieren der vergangenen Jahre, kann nun jeder an der Strecke, die ganz Verrückten erkennen. Bravo ASO!
Ob die Popularität von Lyndon Poskitt das bewirkt hat, ob Titelsponsor Motul mehr Öffentlichkeit wollte oder sonstwas dafür gesorgt hat, ist mir egal. Apropos Lyndon: Sein Malle Moto Film [englisch 58 min] ist immer wieder sehenswert.
Muss ich noch erklären, was Malle Moto bedeutet? Ganz kurz: Der Fahrer hat kein Team, das bei Wartung, Reparatur, Roadbookvorbereitung und Zeltaufbau hilft. Das muss er alles alleine machen.

Ohne Grenzübertritt

Erstmals findet die Dakar nur in einem einzigen Land statt. Das hat natürlich Konsequenzen. Die Gesamtstrecke ist kürzer und es sind weniger Renntage als im letzten Jahr. Das ist per se beides kein Problem. Für Zuschauer und Fans ist es sogar ein riesiger Vorteil. Wenn Start und Ziel einer Etappe 1.000 km auseinander liegen muss sich der Zuschauer entscheiden, ob er sich den Start, das Ziel oder einen Punkt auf der Strecke ansehen will. Dieses Mal geht es von Lima nach Moquegua (Autos drehen woanders um) und zurück nach Lima. Der genaue Streckenverlauf ist, wie immer, denn es ist eine Orientierungsfahrt, geheim. Um auf 5.000 km zu kommen, müssen Schleifen gefahren werden. Dadurch können die Zuschauerplätze näher beieinander liegen und es wird sehr viel leichter, an mehreren Tagen das Rennen vor Ort zu verfolgen. Wer die Dakar einmal in seinem Leben live sehen möchte, sollte dieses Jahr nach Peru fliegen.
Und es ist höchst wahrscheinlich auch gut für uns zu Hause, denn von den Peru-Etappen wurde im Januar 2018 von den Fans fleißig live gestreamt.

Ohne Superlative

Höher, weiter, schneller, wilder blablabla. Wenn man keine Ahnung hat, dann kann man mit Zahlen immer noch Kompetenz vorheucheln. Die Dakar ist in diesem Jahr aber nicht größer oder länger als in den Vorjahren. Das Gegenteil ist der Fall, es sind nur noch zehn Fahrtage: 3.000 km Sonderprüfung und 5.000 km insgesamt. Zum Vergleich: letztes Jahr waren es 14 Fahrtage, 4.732 km Sonderprüfung und 13.592 km insgesamt. Schnellrechner haben erkannt, das auch das ca. 300 km Sonderprüfung pro Fahrtag waren.
1.000 Kilometer am Tag sind eine größere Herausforderung als 500, kann man schnell schreiben, ist aber falsch. Es kommt immer auf die Strecke an. Zehn Kilometer Autobahn, Schotterstraße oder Fesh-Fesh sind sehr unterschiedliche zehn Kilometer, für die jeder Fahrer unterschiedlich lange benötigt.
Auf dem Papier oder Bildschirm mögen 5.000 km durch ein Land weniger spektakulär wirken als 13,600 km durch drei Länder, aber das ist nur Papier. Den Erzberg hoch sind es gerade mal 30 km und ich kenne niemanden, der glaubt, wenn es 40 km wären, wäre es ein besseres Rennen.
Ich glaube nicht, dass die Fahrzeiten pro Sonderprüfung kürzer werden, als im letzten Jahr. Die durchschnittlich kürzeren Verbindungsetappen könnten sogar dafür genutzt werden, die Prüfungen langsamer zu gestalten. Schlecht für die Suche nach Superlativen, aber möglicherweise gut für die Sicherheit. Die aktuellen 450er Rally-Moppeds rennen 180 km/h in der Wüste oder auf Schotter. Auf der Autobahnen dürfen sie nur 100, mehr ist in Peru nicht erlaubt. Vielleicht schreibt die ASO auch 90 vor, man weiß ja nie. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass das Prüfungstempo gleich bliebt, dann sorgen die kürzeren Verbindungsetappen für kürzere Fahrtage, auch gut für die Sicherheit, aber weniger herausfordernd als die letzten Jahre.

Ohne Favoriten

Das KTM-Team hat schon so oft gewonnen, dort sind alle Fahrer mögliche Sieger. Honda und Yamaha hatte in den letzten Jahren immer wieder Probleme; je länger das Rennen dauerte, desto häufiger machten sie Fehler. In der 2018er Ausgabe war es die 10. Etappe, an der Hias die Spitze übernahm und fast 40 Minuten Vorsprung herausfuhr. Auf der neunten führte Adrien van Beveren (Yamaha) 22 Sekunden vor Kevin Benavides (Honda) und 6:34 Min vor Hias (KTM).
Da, wo 15 oder mehr Fahrer gewinnen könnten, gibt es entweder 15 oder mehr Favoriten oder eben keinen. Auf jeden Fall deutet es auf ein spannendes Rennen.
Bei Husky bin ich mir nicht sicher, ob es zum Gesamtsieg reichen kann, aber mit Etappensiegen rechne ich ganz fest. Die anderen Werksteams von Hero, TVS/Sherco und Beta (falls es ein Werksteam ist) werden nicht um den Gesamtsieg mitfahren. Gasgas, die letztes Jahr mit KTMs fuhren, wollten dieses Jahr mit eigenen Moppeds antreten. Ob sie es tun? Keine Ahnung, wer was weiß, lässt bitte einen Kommentar da.

Aber nicht ohne Wünsche

Selbstverständlich wünsche ich allen Teilnehmern, dass sie es ins Ziel schaffen, ganz besonders natürlich den Malle Motos. Nach all den Jahren wünsche ich mir, das dieses Jahr mal keine KTM gewinnt. Und wenn ich schon beim wünschen bin, dann wünsche ich mir, das der Gonk gewinnt, der dieses Jahr mit der Nummer 2 startet.
Go Gonk gogogooooooooooo!

P.S.
Autos fahren auch mit.