240 ohne Helm

In den 1990er habe ich einige Englische Mopped-Magazine gelesen und auch ein paar deutsche. Einer der großen Unterschiede damals war, wie auf der Insel mit “Riders Rights” umgegangen wurde. Fast jede Ausgabe hatte damals die rechtliche Benachteiligung von Moppeds thematisiert oder darüber geschrieben, wie motorisierte Zweiräder von der Verkehrspolitik vergessen wurden. Themen die uns auch heute nicht fremd sind. In den englischen Magazine wurde das aber laut und deutlich angesprochen, die BMF (so eine Art BVDM) oder MAG (vergleichbar mit der BU) oder deren Eurpäische Dachverbände FEM oder EMA hatten in vielen Magazine Kolumnen, in denen Zurückhaltung ein Fremdwort war. Damals ging es auf europäischer Ebene um Beinschützer an Moppeds, zwangsweise vorgeschriebener Schutzkleidung, EU-weite Vereinheitlichung auf dem leisesten und PS-ärmsten Niveau und ähnliche Dinge. Das Meiste davon hat ich über die Jahre auf die eine oder andere Weise in unsere Vorschriften und Gesetze eingeschlichen. Eingeschworener Feind war damals der EU Binnenkommissar Martin Bangemann.

In Deutschland, oder zumindest in den Zeitschriften, die ich damals las, war das alles kein Thema.

Auf europäischer Ebene gab es die Euro Demo, auf denen damals gegen alle Mopped-Pläne der EU protestiert wurde. Die erste fand 1988 in Straßburg statt, die nächste in London 1990, dann 1992 in Brüssel, 1994 in Paris, 1996 wieder Brüssel und 1998 war Bonn an der Reihe, darüber will ich heute berichten.

Auf der Demo

Ich bin kein großer Demonstrierer, aber nachdem ich 1996 in Brüssel verpasst hatte, wollte ich unbedingt in Bonn dabei sein. Jede Ausgabe der Euro Demo wurde größer. Die FEM und die EMA fusionierten zur FEMA, weil die Eurokraten, so zumindest der Eindruck aus den englischen Magazinen, das Moppedfahren verbieten wollten. Da musste mit aller Macht ein Zeichen gesetzt werden, ganz besondes im größten Moppedmarkt Europas und der Heimat von Bangemann: Deutschland, das Land mit dem Michel.
Überall wurde mobil gemacht und so strömten Moppeds aus allen Ecken Europas zusammen. Spanier und Portugiesen standen neben mir, Holländer vor mir, Belgier auf der anderen Seite, Italiener, Franzosen, Engländer und Schotten um mich herum. Deutsche habe ich fast keine gesehen.

Auf dem Weg in die Eifel

Nach der Auftakt-Kundgebung ging es im Mopped-Korso durch Bonn und anschließend über die gesperrte Autobahn in die Eifel zur Abschlussparty. Klar, dass bei der Demo der Helm ab bleibt, schließlich gilt auf Demos ja, dass man zu seiner Meinung steht, selbst wenn man sich vermummen darf, bzw. damals noch durfte. Und so fuhren wir mit ein paar tausend Moppeds aus fast ganz Europa quer durch Bonn und dann auf die Autobahn. Die war gar nicht so gesperrt, wie angekündigt. Um uns im Demo-Tempo fahrende Moppeds fuhren lauter PKW und LKW im Reisetempo. Nach ein paar Kilometern wurde ich von links angebrüllt:

“Is the the way to Kobelenz?”

Das war Simon Milward der damalige FEMA-President und Ober-Bangemann-Hasser. Ich war weit und breit der einzige Deutsche und sah wohl daher wohl so aus, als hätte ich Ortskenntnis.

No, that’s the other way!

Konnte ich zurückrufen, denn ich wusste tatsächlich in welche Richtung wir fuhren.

Shit, we have to turn!

rief er zurück und gab Vollgas um an die Spitze der Kolonne zu kommen.

Auf der Bahn

Die Demo hatte sich an der Autobahnauffahrt geteilt, weil einige Leute wohl nicht zur Party, sondern nach Hause wollten und der folgende Rest ist denen hinterher, statt zum Bier. Wir sind dann irgendwann von der Bahn runter. Mein Helm baumelte, wie der von vielen anderen auch, noch immer unter dem Gepäcknetz auf dem Tank. Es ging sofort und unter Polizeischutz in Gegenrichtung auf die, nun tatsächlich gesperrte Bahn, allerdings nicht mehr im Demo-Tempo sondern schneller. Und noch schneller, denn wir mussten die vordere Hälfte der Demo einholen und irgendwer hatte wohl vorne ein Rennen ausgerufen. Ich fuhr damals eine CBR600F und die war schneller als die Polizei BMWs. Ohne Helm, aber mit Sonnenbrille und tränenden Augen schaffte ich 240 laut Tacho. Hinter die Verkleidungsscheibe konnte ich mich nicht ducken, der Helm lag immer noch auf dem Tank. Und um mich herum lauter rasende Moppeds und kein einziges Auto. Die geilste Autobahnfahrt aller Zeiten. #Hach

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Lest mehr von dem guten Zeug!

Ich schimpfe hier öfter und laut (Ihr müsst das dann aber auch laut lesen) über die Mopped-Journalisten und regelmäßig auch auf die Ohne-Mopped-Journalisten. Es gibt aber auch ein paar wirklich Gute, die ich regelmäßig und gerne lese oder sehe. Ganz unten habe ich Links gelistet.

Leider reicht es nicht, wenn man guten Content produziert, man muss auch von irgendwas leben, Geld verdienen. Blogger, so wie ich, die nur aus Spaß an der Freude schreiben und Ihr Geld woanders her bekommen, lasse ich heute außen vor.
Edit
Die Werbung die hier manchmal eingeblendet wird kommt von WordPress.com, damit habe ich nichts zu tun. Das ist sozusagen die Bezahlung die WP bekommt, dafür muss ich mich um nichts kümmern.
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Geld verdienen

Der einfachste Weg als Mopped-Journalist Geld zu verdienen ist es, sich anstellen zu lassen, denn dann muss der Arbeitgeber das Geld besorgen.
Schon was schwieriger ist es, als freier Journalist zu arbeiten. Dann muss man für jeden Artikel einen finden, der bezahlt.
Der schwierigste Weg ist es, sich selbstständig zu machen. Da muss man ganz viele Leute davon überzeugen, Geld zu bezahlen.

Woher kommt das Geld?

Im klassischen Zeitschriften-Geschäft gibt es zwei Geldquellen, Leser und die Anzeigenkunden.
Bei den meisten Websites fällt der Leser als Geldquelle fast vollständig aus. Das Geld muss also von Anzeigenkunden kommen, egal ob die nun Banner auf die Seite pflastern, Affiliate-Links bezahlen oder schleichwerbende Advertorials. Guten Content besuch ich immer ohne Adblocker und klicke dort auch regelmäßig auf Banner, falls per CPC und nicht nach TKP gezahlt wird.
Um mit Werbung Geld zu verdienen brauchen die Websites Besucher und Leser, je mehr, desto besser. Also besucht die Websites und YouTube-Kanäle aus meiner Liste, denn: Je mehr mehr, desto besser.

Ohne Geld

Wenn das mit den Einnahmen nicht funktioniert, dann kann man nicht vom Blog leben. Vor dieser Situation steht gerade Motofire.com [englisch].
Ich hoffe, die Jungs finden jemanden, der Ihnen einen Stapel Geld in die Hand drückt, damit sie weiter machen können.
Aus Ihren Reihen kommt auch meine absolute Lieblings-MotoGP-Twitteratine Hannah Smith [englisch]  Sie twittert während der Rennen so schnell, dass ihre Tweets zu lesen fast wie TV gucken ist. Hier schonmal ein Extra #FF für Hannah.

Wen ich noch lese

Hier folgt jetzt die Liste von Blogs, Websites und YouTube-Kanälen, die ich alle abonniert haben und gerne lese. Ich habe mich hier auf solche Links beschränkt, von denen ich annheme, dass sie mit dem Inhalt Geld verdienen müssen oder wollen. Bitte schreibt Eure Link-Tipps unten in die Kommentare. Und wenn Ihr gerade in Kommentar-Laune seid, dann kommentiert, liked und abonniert kräftig auf den folgenden Seiten.

Websites

Aus der Tube

  • 44Teeth [englisch] Wer mit dem Schlagzeug auf dem Gepäckträger zum Nürburgring fährt muss einfach abonniert werden.
  • Bike World [englisch] Hier gibt es das beste KTM790 Vorstellungs-Video
  • Brock Davidson [englisch] Wer sich für Arbeit am Prüfstand interessiert, ist hier richtig.
  • C90 Adventures [englisch] Ed March 
  • FortNine [englisch] Gucken!
  • Hookie [deutsch]Braucht mehr Abos.
  • Motorcyclist [englisch] Mit einem Verlag im Rücken.
  • Motorrad Nachrichten [deutsch] Immer up-to-date.
  • The Bike Show [englisch] Das Beste an Südafrika (wer schon mal dort war weiß, was das bedeutet).

P.S.
Natürlich können Blogger auch mit Verkauf von Merchandizie oder Fremdschreiben Geld verdienen. Da ich mit diesem Blog kein Geld verdienen möchte, braucht ihr mir auch keine Tipps hierlassen, ich möchte Kommentare. Unterstützt die Blogs, die Ihre gerne lest.

Alle Moppeds sind böse

Gestern wurde auf diesem einen Socialmedia-Kanal für ältere Web-Nutzer ein Link der Stuttgarter Nachrichten in meine Timeline gespült.

Eigentlich will ich den nicht teilen, denn ich möchte nicht, dass so ein Mist mit Klicks belohnt wird, aber hier ist er. Bitte nicht klicken sondern einfach dem glauben, was ich hier schreibe. Texte zwischen Anführungszeichen sind Zitate aus der Meldung.

Behörden, Anwohner und Medien gegen Moppeds

Es geht darum, dass der Rems-Murr-Kreis (nord-östlich von Stuttgart) etwas gegen Motorradlärm tun will.

Es geht nicht um Maßnahmen gegen Verkehrsteilnehmer mit manipulierten Schalldämpfern, auch nicht gegen Verkehrslärm im allgemeinen.

Ist es wirklich ein Problem?

Frau “Anna Katharina Maier vom Amt für Recht und Ordnung im Waiblinger Landratsamt” wird mit folgender Aussage zitiert: “So liege der von Motorrädern verursachte Lärm in den meisten Fällen durchaus im Rahmen des Erlaubten, weil die Fahrzeuge die für sie geltenden Grenzen einhielten.”

Oscar - Quelle PinterestDas ist in etwa so als würde man einen Blitzer-Marathon ankünden und es damit Begründen, dass sich fast alle an das Tempolimit halten. Klar halten sich fast alle an das Tempolimit, aber trotzdem wird die Aktion damit begründet, dass man gegen Raser vorgeht. Stellt Euch mal vor, wie ADAC, Autofahrer und Medien reagieren würden, wenn der nächste Blitzer-Marathon so begründet wird.

Man könnte aus der Aussage auch schließen, dass es gar kein Problem ist, sondern nur ein subjektives Empfinden. Aber nein, hier geht es ja um brave angepasste Anwohner-Kleinbürger gegen die zu verdrängende Minderheit der Moppedfahrer. Und es geht um “Recht und Ordnung”, weil so heißt die Abteilung – Zucht und Ordnung war wohl schon aus.

Die Maßnahmen-Keule

Oscar Quelle PinterestDanach wird es noch kruder, als die einzelnen Maßnahmen vorgestellt werden. Bei gemeinsamen Kontrollen von Behörde und Polizei sollen bei “Verstößen Gelbe Karten verschickt werden. In den „Gefährderanschreiben“ könnten für den Wiederholungsfall schlimmere Sanktionen angedroht werden – etwa eine Überprüfung der Fahrerlaubnis oder die Auflage eines Fahrtenbuches.”
Wie ich es verstehe steht da: Wenn bei einer Kontrolle ein Verstoß festgestellt wird, gibt es eine gelbe Karte. Gelbe Karte statt KBA-Punkten und Strafe? Hilft bestimmt.
Und wenn dann später nochmal ein Verstoß festgestellt wir, dann wird der Führerschein kontrolliert.

Helm-Terroristen

Am schlimsten finde ich jedoch die Wortwahl Gefährder, die auch aus der Terrorismus-Bekämpfung bekannt ist. Ich habe das kursiv gesetzt, weil es für mich Sicherheits-Theater zur Simulation von Aktivität und Bürger Beruhigung ist. Wirkliche Terror-Bekämfung ist anderes und wir nur selten in der Öffentlichkeit bemerkt. Aber dennoch wird so der Moppedfahrer durch dieses Wort in die Nähe von Terroristen gerückt.

Das hat Folgen

Tut das Not? Muss man eine Gruppe von Verkehrsteilnehmern, die sich, und ich zitiere aus dem obigen Zitat, “im Rahmen des Erlaubten” bewegen, so diskreditieren? Und was wird daraus folgen, wie werden die an den Rand der Gesellschaft gedrängten Kradisten reagieren, wenn sie das gelesen haben? Werden sie sich verstanden fühlen und beim nächsten Mal in einem höheren Gang durch den Ort fahren und der Ampel nicht mehr am Gas spielen? Werden Sie eine langweiligere Strecke ohne Kurven fahren? Werden Sie als nächstes ein Mopped ohne Klappensteuerung im Auspiff kaufen? Werden Sie gar Ihr Mopped gar nicht mehr aus der Garage holen und am Wochenende nur noch Rasenmäher, Laubbläser und Kantenschneider fahren?

Oder werden Sie Lesebriefe schreiben und um eine objektive Berichterstattung und neutrale Wortwahl bitten?

Höchstwahrscheinlich alles davon, denn ein emotional aggressiver Stil ist immer schon der beste Weg gefunden um ein Problem gemeinsam zu lösen oder eine Diskussion zu eröffnen. 

Wer Journalismus so einseitig und mit Agenda betreibt, darf sich über Vertrauensverlust wundern sondern sollte in PR oder Werbung wechseln.

YouTube Kanal Empfehlung

Auf YouTube gibt es verdammt sehenswerte Videos und Kanäle. Leider finde ich sie nur schwer.
Ich weiß nicht ob es an mir liegt oder an Google, aber die Empfehlungen unter einem Video, das ich mir angesehen habe, sind eher semi-gut. Oder genauer: Die guten Empfehlungen habe ich schon gesehen, die anderen passen gar nicht oder interessieren mich nicht. Bei Musik-Videos funktioniert es ein bisschen besser. Aber es gibt ja noch die Suchfunktion und darüber kam ich auf diesen Kanal:

Johann Schröpfer

So habe ich den Kanal von Johann gefunden und gleich abonniert. Ich bin jetzt einer von 173.

Klar, es sind Mopped-Filme, meistens Sport, allerdings nicht der ganz neue Kram. Einen guten Einblick in das Repertoir bietet der Anfang des Films: Eisspeedway in Bayern – Preview De
r beginnt mit einem Selfie und den Worten:

Hallo, mein Name ist Johann Schröpfer und meine Hobbies waren schon immer Motorradrennen und filmen.

 

Ich bin jetzt mal weg, Videos gucken von Toni Mang, der IoM TT von 1975/76, Speedway-Gespannen und anderem Zeug.

 

Eisspeedway #Yeah!

Speedway, also das ohne Eis, finde ich ziemlich gut. Ich hoffe, dass die FIM auch dieses Jahr wieder den Speedway GP live auf YouTube [Kanal, englisch] zeigt.

Kurze Rennen mit wild driftenden Moppeds, was ist daran nicht zu mögen?

Speed auf Eis

Eisspeedway ist ganz anders, da wird nicht gedriftet, deshalb wollte ich es mir auch nicht angucken. Die abermilliarden Stahlnägel pro Reifen sorgen für Haftung, auch in Schräglage. Dann habe ich doch mal rein geklickt und zack!

Schräg

Ich habe jetzt erstmal die Zusammenfassungen [Video, englisch, 52 min] der zurückliegenden Läufe der Weltmeisterschaft gesehen. Wahnsinn. Die Schräglagen mit denen über das Eis gefahren wird sind verdammt amtlich. 90° sind es natürlich nicht, aber fast. Was mich aber viel mehr fasziniert ist, dass die Eisbahn verschiedene Kurvenlinien zulässt und es so immer wieder zu spektakulären Überholmanövern kommt. Neht Euch die Zeit und guckt Euch ein paar Läufe an. 

Jetzt will ich Live-Übertragungen sehen oder wenigstens ungekürzte Rennen.

Wolfi on Tour – Mein Blog-Tipp

Unter Moppedfahrern wird immer wieder über Bruchstrichfahrer gelästert, am lautesten von denen, deren Mopped zwar das ganze Jahr angemeldet ist, die damit aber trotzdem nicht fahren.

Egal warum jemand im Winter nicht fährt, es gibt keine Ausrede im Winter keine Moppedblogs zu lesen. Statt einfach auf das Reddit hinzuweisen (teilt dort fleißig Beiträge!) möchte ich heute einen Blog vorstellen, bei dem ich mich immer auf die neuen Beiträge freue:

Wolfi on Tour oder: Wolfi der immer fährt

Mit dem Blogtitel ist eigentlich alles gesagt. Wolfi fährt mit seiner Vespa im Winter zum Elefantentreffen und im Sommer zum Rollertreffen. Zwischendurch zur Schwarzpulver Rallye oder an den Flughafen zum funken. Manchmal schreibt er viel, ein anderes Mal gibt es viele Bilder. Wolfis Abenteuer könnten jeder erleben, aber er macht es und schreibt darüber. Lest einfach mal rein und lasst einen Kommentar da.
Das sollte jeder Stubenhocker als Ansporn sehen selber raus zu gehen und am besten gleich darüber zu bloggen.

Moppedsaison

Zum Schluss noch ein Bild, dass der @Pistonpin damals mal nach einem Tweet von mir gemacht hatte.

 

#Dakar2018 nach dem Rennen -Teil 8 Berichterstattung

Ich bin, wie alle Leser sicherlich wissen, großer Fan der Rally Dakar; bis hierher keine Überraschung. Ich habe viel im Netz gelesen und geguckt. Aber natürlich war das nicht genug und ich wollte mehr Bilder, Texte, Videos und am besten auf deutsch.

Alles, was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden. 

Internetz live

Dieses Jahr habe ich so viele Live-Videos gesehen, wie noch nie. Besonders auf Facebook haben viele Fans vom Streckenrand live gestreamt. Mitten in der peruanischen Wüste und der argentinischen Pampa ist das mobile Netz gut genug, um in HD-Qualität zu streamen. Da habe ich mich gefragt, wie die Netzabdeckung in Deutschland so ist. Eigentlich mag ich Facebook nicht, aber dass die Dakar Fans darüber gestreamt haben und die Streams so leicht zu finden waren hat mir sehr getaugt. Bei YouTube gab es deutlich weniger Livestreams von Fans, aber es gab dort viele andere Videos. Leider hat die ASO, die die Rechte an allen Bildern hat, dort immer schnell „aufgeräumt“.

Internetz auf Deutsch

Oh je. Wenn es etwas deutschsprachiges im Internet gab, dann ging es um die PKW-Wertung. Entweder das oder mein Google Alert funktioniert nicht richtig. Besonders am Anfang der Rally, als noch dieser Fußball-Typ mitgefahren ist, gab es verhältnismäßig viel “Auto Alarm”.
Als der Hias dann gewonnen hatte, gab es ein bisschen im Netz, vor allem aus Österreich. Falls die deutschen Mopped-Magazine regelmäßig online über die Dakar geschrieben haben, dann hat mein Google das nicht gemerkt. Für Honda ist nur die MotoGP wichtiger als die Dakar, deutsche Motorradzeitschriften schaffen es nichtmal eine kleine abendliche Zusammenfassung als Video, Podcast oder Text ins Netz zu stellen. Da frage ich mich, ob dort Internetnutzer oder Dakar-Fans automatisch als Zielgruppe ausscheiden.

Eurosport

Als Dakar-Fan bin ich Eurosport sehr dankbar, dass dort täglich eine winzig kurze Zusammenfassung des Tages läuft. Das Konzept: Anfangs werden die Infos des Vortages wiederholt, dann kommen kurze Video-Schnipsel mit dem Gesamtergebnis an der Spitze der jeweiligen Klassen, ein Video-Einspieler mit Stimmungsbildern über den erzählt wird, wo die deutschen Teilnehmer platziert sind, ein weiteres Feature sowie ein Tourismus-Video. Vier Dinge stören mich dabei.

  1. Manchmal sind die Infos, die Norbert Okenga, die deutsche Stimme der Dakar, gibt, in Details falsch. Wer das Rennen live am Tracker, Twitter, Facebook und Forum verfolgt hat, weiß es besser. Ich mache Norbert da keinen Vorwurf, denn er bekommt seine Infos von der ASO und die macht keinen optimalen Job. Ich weiß, ich würde an seiner Stelle auch die ASO Infos verwenden.
  2. Alle Videos die Eurosport verwendet, stellt die ASO vorher schon auf YouTube. Dort gibt es Sie allerdings nur aus französisch, spanisch und englisch. Da ich eine dieser Sprachen verstehe, kann ich mir die Videos die mich interessieren (Moppeds und Heroes) ansehen und die anderen (Autos, Tourismus) einfach ignorieren und oder vorspulen.
  3. Sowohl die ASO als auch andere Quellen, wie andere TV Stationen, Teams, Fahrer, Vlogs und Fans am Streckenrand liefern unzählige weitere Videos über YouTube und Facebook aus. Die Infos und Eindrücke, die darin enthalten sind, finde ich nicht bei Eurosport, machen für mich aber einen großen Teil der Faszination der Dakar aus, das was hinten im Feld geschieht.
  4. Es gibt keinen festen Sendeplatz, irgendwann zwischen 22:30 und 23:30 startet die Sendung, manchmal gibt es morgens eine Wiederholung, manchmal aber auch nicht.

Natürlich fände ich es viel besser, wenn die Beiträge viel länger und ausführlicher wären. Es muss ja nicht gleich 12 Stunden Live-Übertragung sein, wie bei Bolivia TV (wäre natürlich großartig), aber wie cool wäre es wenn z.B. die Biwak-Show von TV4 in einer synchronisierten Version gezeigt würde? Die läuft jeden Abend von 18:50 bis 20:00 Uhr im französischen Fernsehen und meistens live auf Facebook oder YouTube (daher kenne ich sie). Diese Sender haben Personal vor Ort, eigene Hubschrauber und so weiter, das alles hat Eurosport nicht.

Aus obigen Gründen habe ich Eurosport dieses Jahr nur sporadisch geschaut.