SR Brutal verbläst Harley

Ende der 80er, Anfang der 90er bin ich mit meiner SR500 auf einige der größeren Mopped-Treffs gefahren, wie z.B. Bulldog Bash, Kent Custom Bike Show, Faro und auch einmal auf die German Bike Week nach Mannheim.

Auf der Fahrt nach Mannheim traf ich an einer Tanke drei Jungs, die auch dorthin unterwegs waren. Einer von ihnen fuhr einen Starrrahmen mit Mini-Tank und Eisenkopf Sporty-Motor.

Abbildung ähnlich

Ich habe damals noch weniger fotografiert als heute, daher zeigt das Bild auch nicht die Sporty, die ich traf, sondern nur einen ähnlichen Umbau. Aus den beiden 1,5 Zoll dicken Auspuffröhren kam ordentlicher Sound, viel sportlicher als dieses Potato-Potato, dass die Milwaukee Big-Twins von sich geben.
Es war die Jungfernfahrt der Sporty, die erste Testrunde, weil sie erst in der Nacht fertig wurde. Zumindest so eine Art von fertig, denn der Schüttelhuber war gut darin, Schrauben zu lösen und wegzuwerfen. Eine der ersten Schrauben, die sich verabschiedete, war die vom Kickstarter. Damit die nicht alleine auf der Autobahn liegen muss, hat sich der Hebel daneben gelegt. So standen die drei Jungs also an der Tanke um die Sporty herum und überlegten, was zu tun sei, als ich sie traf.

Anschieben

Damals hatte keiner von uns ein Handy und das Netz war jung und alles, aber nicht mobil. Unsere Möglichkeiten waren: Zurückfahren und den Hebel suchen (wenig erfolgversprechend) oder mit den anderen Moppeds in die umliegenden Städte ausschwärmen und dort nach einem Mopped-Händler suchen, der ein passendes Ersatzteil hat (wenig erfolgversprechend). Mit dem ADAC das Mopped zurückbringen war keine Alternative, denn der Fahrer hatte keinen zweiten Kicker zu Hause. Und außerdem: ADAC gildet nicht.

Mangels echter Alternativen war von nun an Sporty anschieben angesagt. Mit etwas Glück hat einer der Händler auf der Bike Week einen passenden Hebel, so dass auf der Rückfahrt wieder gekickt werden kann. Um es vorwegzunehmen: Ja, hatte einer.

Gemeinsam weiter

Wir beschlossen von hier an gemeinsam weiterzufahren.
„Die Harley fährt hinten, die ist so laut. Du fährst mit Deinem Einzylinder vorne, Du bist der Langsamste,“ beschlossen die anderen Beiden. Das schien mir vernünftig und so fuhren wir los bis zur nächsten Tanke.

„Alter, ich kann meine Harley gar nicht mehr hören, wenn die SR vorne fährt,“ war das erste, das der Sporty-Fahrer beim nächsten Halt sagte. Und ich muss sagen, er hatte recht. Als wir von da an nebeneinander hinten fuhren, habe ich die H-D auch nicht gehört. #Hach

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Einmal Mopped zum selber schrauben bitte.

Revzilla ist in den USA ein Versandhandel, bei dem ich noch nie was bestellt habe. Den Revzilla-Blog habe ich dagegen schon lange geordert und lasse ihn mir in den RSS-Reader liefern. Dieses Mal schreibt Spurgeon, einer der Blog-Autoren, über die SG250 Café Racer der Marke CSC .

Die Marke CSC

Wer die Marke CSC hierzulande nicht kennt, muss sich nicht grämen. CSC steht für Califonia Scooter Company und hat ein Vertriebskonzept, dass ich hier vorstellen möchte.

CSC RX3

CSC importiert Moppeds aus China, z.B. die Zongshen Cyclone RX3 und verkauft sie dortzulande als CSC RX3 Adventure.
Ob die anderen CSC Modelle auch Zongshen-Badge-Engineering sind oder von anderen Herstellern kommen, habe ich nicht überprüft, denn es ist nicht Thema dieses Beitrags. Wer Zongshen nicht kennt: Die Chinesen bauen laut Wikipedia [englisch] ca. 1.000.000 Moppeds pro Jahr und sind Partner von Piaggio und Harley-Davidson.

Das Vertriebsmodell

CSC Verkauft die Moppeds über das Netz (wie es die etablierten Premium-Hersteller mit Ihren Limitied Edition Modelle auch antesten) und verzichten auf Händler und Werkstätten vor Ort (was die Etablierten nicht tun). Stattdessen werden fertig zusammengeschraubte Moppeds direkt zum Kunden geschickt.

Yamaha XT250

Und statt dem Händler vorzugeben, wie viel Zeiteinheiten er pro Inspektion oder Reparatur abrechnen darf, kriegt der Kunde ein Werkstatthandbuch und darf selber schrauben. Zusätzlich gibt es auf der Website von CSC Schrauber Tutorials.
So ganz ohne Händler und Niederlassungen und Vertragswerkstätten spart CSC viel Geld und kann die Moppeds vergleichsweise billig verkaufen. 12 Monate Garantie gibt es trotzdem.
Ein kleiner Preisvergleich: Die CSC TT250 kostet inklusive Auslieferung $2.595. Eine vergleichbare Yamaha XT250 steht mit $5.199 auf der Website, das ist so ca. das Doppelte. Die Preise können sich natürlich jederzeit ändern.

Meine Meinung

Die Idee, den Kunden zum selber schrauben zu motivieren, gefällt mir. In der Stadt ist es bei uns schwierig eine Garage zu finden, die nicht an einer 150 Quadratmeter-Wohnung für 1.500 Eumel Kaltmiete hängt, aber so ein billiges kleines Motorrad kann gut unter der Laterne parken. Wenn dann geschraubt werden soll, kann man sich in eine Mietwerkstatt einbuchen und findet dort in der Regel auch noch kompetente Beratung. Das könnte auch die Maker-Hipster-Reparatur-Café-Freunde ansprechen, die nicht als Bikini-Vollbart-Model-Influencer bei Instagram 1.000 Hashtags unter jedes Foto schreiben. Wer sein Mppped mal selbst  beschraubt hat, wird viel schwerer auf ein Mopped verzichten und komplett aufs Auto umsteigen wollen, behaupte ich bis zum wissenschaftlichen Beweis des Gegenteils.
Für die großen Hersteller, mit Ihren vielen Händlern und Werkstätten für die 200 PS Moppeds mit voller Elektro-Packung ist das nicht unbedingt der richtige Weg, Einsteiger-Moppeds zum selber schrauben zu verkaufen. Trotzdem ist das kein Grund, den chinesischen Konfektionären das Feld zu überlassen, falls sie es denn auch nach Europa brächten. Neben den ca. 140.000 Neukunden pro Jahr könnten sich die Etablierten auch verstärkt um den Altbestand von mehr als 4,3 Millionen Moppeds kümmern und kleine, preiswerte 125er bis 400er haben inzwischen auch fast alle wieder im Programm. Vielleicht lassen sie sich von CSC inspirieren.

Yamaha T4 – Geheimnis gelüftet

Wie im ersten Teil bereits vermutet, bei der Yamaha T4 handelt es sich um eine für Rallys modifizierte WR450F.

Quelle: Rebel X Sports Website

Der Umbau kommt von Rebel X Sports aus Italien.
Dort wurden in der Vergangenheit bereits Teile, Umbaukits und fertig umgebaute WR450er (und KTMs) hergestellt. Auf der Website findet man heute beide Umbauktits bzw. komplette Moppeds.
Die 
T4 hat das kleinere Tankvolumen (15 Liter statt 28,6) und ist damit nicht für die Rally Dakar geeignet, sieht in meinen Augen gefälliger aus als die „normale“ Rebel X Rally, kostet als fertiges Mopped 400 Euro weniger (13.490 € Netto) und ist auf 30 Exemplare limitiert.

Damit hat Rebel X nun zwei Rally-Umbauten der WR 450 auf der Website und Yamaha noch keine.

Leider hat die T4 nur zwei Scheinwerfer statt vier, die die WRs des Werksteams und auch die T7, die den Namen dieses limitierten Umbaukits inspiriert hat.

Quelle: Yamaha Europe Website

Quelle: Cyclenews Website

 

Italienische Yamaha T4

Vor einigen Tagen hatte ich Manny Luccheses Instagram-Post via Twitter geteilt:

Screenshot von Instagram, verlinkt mit dem Original

Dort kündigt er an, dass er die neue Yamaha T4 beim Gibraltar Race fahren wird.

Ich habe natürlich sofort nach der T4 gegoogelt, weil: was das Gibraltar Race [englisch] ist, weiß ich ja. Selbst heute, einen Tag und 20 Stunden vor dem Start des Rennens findet Google nichts zur T4, das kein Musikinstrument ist.

Was ist denn da los?

Wenn Google nicht helfen kann, gehe ich zurück zur Quelle, in diesem Fall zu Instagram. Neben dem Bild gibt es einen kurzen Text und die bei Instagram übliche Hashtag-Flut.

Eines der Hashtags ist: #MadeInItaly und ein anderes: #YamahaMotorEurope, also wohl kein ultra geheimes Japan-Projekt.

Zusammen mit dem Bildausschnitt und alten Informationen komme ich dabei zu folgendem Schluss (um Euch jetzt meinen ganzen Gedanken-Schwurbel zu ersparen):
Die Yamaha T4 ist eine WR450 Enduro im Rally-Trim. Bei der Vorstellung des Dakar-Renners hatte Yamaha Europa angekündigt, dass in diesem Sommer eine käufliche Rally-Version angeboten werden könnte. Auch die Dakar-Yamaha basiert auf der WR.

Meine Hoffnung, die durch das Kürzel T4 geweckt wurde, war eine andere. Ich hatte auf einen Nachfolger für die WR250R gehofft, eine Dual Sport mit ca 400 ccm, eine Einsteiger-Version der T7 zu einem kleineren Preis. Das wäre schön.

Vielleicht kommt ja noch eine T3.

Off-Road auf der #Eicma

Hach, die EICMA ist da und im Gegensatz zur Intermot habe ich hier Lust, über die Neuheiten zu schreiben. Was nicht an der Messe liegt, sondern an den vorgestellten Moppeds.

Ducati hat wahrscheinlich seinen Portemonnaie-Schlächter mit Carbon-Rahmen vorgestellt, aber das habe ich nicht mitgekriegt. Dazu noch ein paar Monster-Derivate, die 950er Nicht-Enduro Multi (ich vermute, die Enduro kommt irgendwann später auch noch) und die XT 800, offiziell Scrambler Desert Sled. Sehr schick und mit anderen Radgrößen und Federelementen tatsächlich in Richtung abseits der Straße entwickelt. BMW traut sich das nicht, baut eine Ninette Urban Enduro und nennt sie G/S. Wenn die Bilder nicht trügen, dann wurden an der normalen Ninette die Farben geändert, das vordere Schutzblech hochgelegt und eine Lampenverkleidung angebaut. Schade, das ist ziemlich dürftig.

Yamaha bringt mit der T7 einen Prototypen auf die Bühne, der mit dem 700er Twin der MT-07 arbeitet und wohl einen Ausblick auf die kommende Ténéré unterhalb der Super Ténéré bietet.

Bild: Yamaha

Bild: Yamaha

Die 660er Einzylinder wird aus dem Programm genommen und nicht mehr Euro 4 tauglich gemacht. Der Einzylinder ist eine Straßenenduro mit 23 Liter Tank, 215 kg (mit ABS) und 48 PS.
Vielleicht soll die T7 auch die XT 660 Nachfolgerin sein, die einen kleineren Tank hatte und nur 181 kg wog. Die T7 wird zumindest mehr PS mitbringen, 75 hat die aktuelle MT-07, die mit ABS 182 kg wiegt. Auf dieser Basis sollte die T7 auch das letzte Ténéré Gewicht unterbieten können.

So aggressiv wie die T7 auftritt, sollte da aber deutlich weniger Gewicht in die Waagschale geworfen werden. Zwischen der 67 PS KTM/Husky mit ca. 155 kg fahrfertig (KTM gibt nur Trockengewichte an) zu 9.000 Euro und den 85 PS und 214 kg bei 11.000 Euro der BMW F 800 GS ist viel Platz uuf dem Markt.
Falls Yamaha weniger Wert auf die Renn-Offroadtauglichkeit legt als KTM, dann ist die Lücke zwischen der 800er GS und der CRF250L (#Hippe) mit jetzt 25 PS für, von mir geschätzten, zukünftigen 5.000 Euro noch größer.
Die MT07 liegt aktuell bei ca. 7.000 Euro, die ein wenig hochbeinigere Tracer 700 bei ca. 8.000 Euro, um auch mal Yamahas Angebot mit dem T7-Motor zu nennen.
Ich tippe bei der Serien T7 auf 185 kg und 9.000 Eumel. Schreibt Eure Vermutungen oder Hoffnungen einfach als Kommentar nach unten.

So sehr ich mich über den T7 Prototypen gefreut habe, finde ich es doch noch besser, dass Honda die #Hippe über die Euro 4 Hürde gehoben hat. Und dazu bekommt sich noch eine Rally-Schwester, aber das ist eine andere Geschichte, für später.

 

Einige Moppeds in diesem Beitrag:

Mit der Yamaha R3 über den Nürburgring #We_R3 #Nring

Ich bin ein großer Freund von kleinen Motoren, besonders, wenn es darum geht Spaß auf der Landstraße zu haben. Auf der Rennstrecke, muss das nicht unbedingt von Vorteil sein, aber da fahre ich ja auch nie. Na ja, fast nie.

Dann hatte mich Yamaha auf die Renne eingeladen um dort die neue R1 zu testen. Nun ist 1 zwar kleiner als 6 und sogar kleiner als 3, trotzdem hat die R1 den größten Motor von allen Rs.
War wundertoll, so eine R1 und ich, wir könnten echte Freunde werden,vor allem, falls ich mich dazu entschließen sollte, in Zukunft öfter mal auf der Rennstrecke zu fahren und Renntrainings oder ähnliches zu machen. Aber davon wollte ich hier ja gar nicht schreiben, denn zur Yamaha R1 auf dem Nürburgring gibt es ja schon was hier im Blog.

Yamaha R3 in der Box

Yamaha R3 in der Box

In der Yamaha Box standen jedoch nicht nur R1 und R1M sondern auch R6 und R3 (mit vollem Namen heißt die YZF-R3, aber das sagt ja keiner) und R125 als Anschauungsobjekte. In der Mittagszeit unterhielten sich Frau @edigixxer und ich darüber, wie gerne wir die R3 mal über die Rennstrecke fahren würden und dass wir das mal machen sollten. Neben mir saß @aaronlang von @YamahaMotorDE und fragte:

„Ist das Euer Ernst? Wir haben nämlich zwei hier, die Ihr mal fahren könnt.“

Klar, Yamaha hatte uns eingeladen die R1 (200PS, 1.000 Kubik, 199 kg) auf der Renne zu testen, und es gibt wahrscheinlich nicht viele Leute, die einen Turn auf starken R1 gegen einen auf der kleinen R3 (42 PS, 321 Kubik, 169 kg) zu tauschen; ich schon und Frau Gixxer auch.

Der Plan stand und wir drehten als erstes in der Box eine Runde um die R3 und während wir das noch so erzählten schnappten sich die schnellen Kollegen @Kraftrad und @Racemoto die R3 und drehten eine Runde. Sie kamen mit einem Grinsen zurück, dass man schon am Eingang der Boxengasse unter dem Helm erkennen konnte. So doof scheint unsere Idee also nicht gewesen zu sein und im nächsten Turn waren wir dran.

@Kraftrad und @Racemoto auf der R3

@Kraftrad und @Racemoto auf der R3

Während wir noch warten, dass es los geht, geht was anderes los, nämlich der Regen. Ein Sommertag in der Eifel ohne Regen ist möglich, aber selten. Und so tröpfelte es erst ein bisschen, dann blitzte es und donnerte und hagelte. Die Strecke war während des Gewitters gesperrt wurde aber nachdem der Himmel ein letztes mal geblitzt hat sofort wieder geöffnet. Als unser Turn dran war hatte der Regen wieder aufgehört aber die Strecke war natürlich noch richtig nass und irgendwie wollte niemand fahren – außer wir.

Regen am Nürburgring

Regen am Nürburgring

Richtige Tester hätten natürlich auf die Absprache geschissen und sich jetzt die R1 geschnappt und ausprobiert, wie gut die elektronischen Hilfsmittel funktionieren, wenn die Strecke nass ist und nicht mehr ganz so viel Grip bietet. Wir standen jedoch zu unserem Wort und blieben bei der R3 ohne Slide Control, ohne Antischlupfregelung, ohne Regenmodus, ohne alles (außer ABS).

I fahr ganz langsam, wenn’s schneller fahren wuisst, fahrst einfach vor.
(Hier bitte korrektes Bayrisch vorstellen)

Sprach Frau Gixxer, fuhr aus der Boxengasse los und stellte die Drosselklappen auf Durchzug.

Zugeben, im direkten Vergleich zur R1 war das langsam, aber: Vollgas ist Vollgas.
Alles klar, Frau Gixxer will also nicht überholt werden und so fährt sie dann auch weiter: volle Attacke, tiefe Schräglage und leichter Drift. Ich gebe alles um dran zu bleiben, meine geschätzen 30 kg mehr an Fahrergewicht helfen nicht gerade, aber die im Laufe des Tages angeeigneten Streckenkenntnisse schon. An zwei Stellen fließt noch richtig Wasser über die Strecke, hier habe ich einen Vorteil, übe ich doch mit der #Hippe regelmäßig Flussdurchquerungen. Außerdem fahre ich hinterher und kann sehen, ob sie abfliegt und wenn nicht, einfach am Gas bleiben. Auf der Geraden krieche ich in die Verkleidung und mache mich ganz lang, den Hintern hoch über den Soziusplatz, jede Kommastelle des Cw-Werts zählt. m Bremspunkt stehen schon länger 170 auf der Uhr. Naja, an meinem Bremspunkt, denn die einfache Scheibe da vorne am Vorderrad hätte auch später bremsen können. Würden sich die anderen bei der nassen Strecke auch raus trauen, wären wir auf der Geraden sicherlich überholt worden, bei den Kurven bin ich mir da nicht so sicher, auch wenn die R3 natürlich kein Rennsteckenfahrwerk hat. Das Feedback von vorne und hinten ist jedoch so gut, dass ich von Runde zu Runde aggressiver werde, später bremse, schneller durch die Kurve, mehr Angriff. Brenzlige Momente, Fehlanzeige. Die Sitzposition ist viel aufrechter als auf der R1, alltagstauglicher, trotzdem passt es auch hier auf der GP-Strecke. Frau Gixxer kann mich nicht abhängen, ich komme nicht an Ihr vorbei.

Scheinwerfer

Scheinwerfer

Viel zu schnell holt uns die Rote Flagge, die das Ende des Turns verkündet, in die Box zurück. Das hat einen riesigen Spß gemacht, und wenn ich ehrlich bin, war ich froh, dass ich auf der nassen Strecke nicht die 200 PS der R1 unter dem Hintern hatte.

 

Schlussbewertung nach bekanntem Muster:

Griesis-Dauertester-wäre-okay-Rating
Fünf Sterne

Ja, das ist einer mehr als die R1 bekommen hat. Die R1 ist das bessere Mopped, viel schneller und alles, aber die R3 wird meinen Führerschein nicht zum Frühstück verspeisen bevor ich in die Spaß-Zone komme.

Disclaimer:
Vielen Dank an Yamaha Deutschland, die mich eingeladen und das Mopped samt Betreuung zur Verfügung gestellt hatten.

Mit dem #Luxusweibchen auf der GP-Strecke #Nring

Gestern noch war ich mit Yamaha auf der GP-Strecke des Nürburgrings und testete die neue R1. Da ich das erste Mal richtig auf der Rennstrecke war, fehlte mir natürlich der Verlgeich. Da traf es sich gut, das @systemstig mich anrief und fragte, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm eine Runde über den Ring zu drehen, er wolle Reifen testen.
Also schnappte ich das #Luxusweibchen und gab Gas, bis ich im Fahrerlager stand. Ein erster Blick auf die Strecke zeigte nasse Stellen. Kein Wunder, hatte es doch bis gerade eben noch auf der Anreise genieselt. Jetzt hatte es aufgehört und ein starker Wind pustete die alten Wolken weg und neue heran. Ein paar andere Moppedfahrer standen zögerlich im Fahrerlager herum und fragten sich gegenseitig, ob die Fahrbahn wohl trocken sei.

Wir fragten nicht, wir starteten und fuhren zur Schranke um unsere Eintrittkarte vorzuzeigen. Der Portier guckte ich bisschen skeptisch, dass wir mit dem Motorrad fahren wollten.

Jungs, seid Ihr Euch sicher? Wenn das zu rutschig ist, dann fahrt vorher raus und kommt an einem anderen Tag wieder. Sonntag ist den ganzen Tag auf. Sagt, dass ihr abgebrochen habt und dann finden wir schon eine Lösung.

Sehr cool, sehr nett, aber leider vergebens. @systemstig wollte Reifen testen und ich wollte einen Vergleich zur R1 haben, die ich noch in den Knochen hatte. Also fuhren wir rein und stellten uns brav in die Schlange der wartenden Sportwagen.
Denkste, wir zwei wurden nach vorne gerufen und vor den Autos auf die Strecke gelassen. Nun ist es ja so, dass ein Mopped nicht zwangsläufig schneller ist als ein Auto. Das gute Leistungsgewicht gibt dem Zweirad einen Beschleunigungsvorteil, die Dose bremst aber besser und hat eine höhere Kurvengeschwindigkeit. Dazu kam noch die Restfeuchte der Strecke, die die Autos ebenfalls bevorteilte. Aber egal, wir durften als erstes los.

Wir einigten uns darauf, das ich hinter @systemstig fahre, er ist der Erfahrenere und wird die Kurven mit mehr Tempo nehmen. Ich kann mit dem #Luxusweibchen zwar schneller auf der Geraden als seine 690er Duke, aber darum ging es ja nicht.

Anfangs konnte ich ganz gut dran bleiben, aber an zwei Stelle rutschte mein Hinterreifen ein bisschen, wenn ich ans Gas ging, ich musste meinen Kurvenstil umstellen und bremste nicht mehr in die Kurve hinein sondern rollte mit leichtem Zug am Gas durch. Die Bremspunkte saßen besser als gestern und auch die Linie. Gefühlt war das Tempo mindestens so schnell wie gestern.
Einige Autos waren jedoch schneller als ich und so winkte ich sie durch und fuhr dann auf eigene Faust weiter bis die rote Flagge die Ausfahrt beendete.

Es hat wieder richtig viel Spaß gemacht, war aber deutlich mehr Arbeit als auf der R1 gestern.

Wenn etwas problemlos funktioniert, ist es schwer es zu bewerten. Natürlich hatte ich Spaß auf der R1 und es hat alles gut funktioniert, aber was es wirklich wert ist weiß ich jetzt viel besser. Das Luxusweibchen hat keinerlei elektrische Helferlein, kein ABS und keine automatische Bremskraftverteilung, keine Traktionskontrolle und keine Wheely Kontrolle und ist auch kein Supersportler. Aber, ich kenne meine Kawa nun schon seit 100.000 km.
Die R1 fällt leichter in Schräglage, liegt stabiler in der Bremszone und, wenn die Bodenwellen nicht erst heute eingebaut wurden, federt und dämpft viel besser. Es ist viel leichter mir der R1 eine schnelle Runde zu fahren als mit der ZX12-R und an den Stellen wo ich mit meinem Mopped an die Grenze des mir möglichen kam hatte ich mit der Yamaha noch viel Potential für bessere Rundenzeiten.
Aber: Das #Luxusweibchen hat Gepäckhaken!

Zum Schluss einen Tipp an alle, die Mopped fahren. Fahrt mal eine Runde über die GP-Strecke, Ihr werdet Euer Mopped viel besser kennen lernen. Bei uns waren wenig Autos unterwegs und die Fahrer hatten Ihre Autos im Griff und fuhren mir gegenüber sehr rücksichtsvoll. Dass das immer so ist, kann ich natürlich nicht versprechen.

 

Moppeds in diesem Beitrag