Sonntagsfahrer

Manche fahren echt so doof, da fällt mir nichts zu ein.

Heute z.B fuhr ein Auto mit GPS gemessenen 76 km/h über die Bundesstraße, auf der 100 erlaubt waren. Es war übersichtlich und überholen war erlaubt.

Oscar - Quelle Pinterest„Das ist normal, Griesi, überhol doch einfach“, denkst Du?
Denke ich auch, aber es geht gar nicht um das Auto, es geht um das Mopped, das dahinter war, ein 1.000 Kubik Tourensportler mit 40 Liter Koffern.
Der hat nicht überholt, sondern ist mit 3 Metern Abstand hinterher gefahren.

Wenn jemand eine Idee hat, warum er nicht nur nicht überholt, sondern auch keinen Abstand noch vorne eingehalten hat, kann gerne einen Kommetar hunterlassen.

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ED der Arsch

Oscar - Quelle PinterestED heißt vermutlich ganz anders, ich habe ihn nicht nach seinem Namen gefragt, ich will ihn auch nicht berühmt machen, aber es gibt ihn wirklich. Ich habe ED auf einer Wochenendveranstaltung getroffen, genauer gesagt ist er mir dort bei zwei Gelegenheiten so nah gekommen, dass ich ihn hören konnte. Diese beiden Situation beschreibe ich hier und wenn Ihr danach der Meinung seid, ED ist gar kein Arsch, dann macht Ihr was falsch.

Die Veranstaltung

Es ging ins Gelände, die Veranstaltung richtete sich an Dual-Sports und Anfänger waren explizit willkommen. Das Gelände bot lange und steile Auf- und Abfahren und war wegen vorhergehender Regenschauer, schön matschig. Alleine der Matsch ist schon eine Herausforderung für straßenzugelassenen und auch anreisetaugliche Bereifung. Wer sein Mopped auf dem Hänger ankarrt kann natürlich auch grobe Stolle und Reifenhalter oder Mousse fahren und hat so einen großen Vorteil auf seiner Seite. ED kommt auf dem Hänger mit gröbster Stolle und Reifenhaltern.

Exkurs: Reifenhalter

Wenn das Gelände schwierig wird, ist viel Traktion immer hilfreich. Um die Traktion des Reifens zu erhöhen kann man den Luftdruck reduzieren. Weniger Luftdruck bedeutet, dass mehr Oberfläche des Reifens aufliegt und am Untergrund haften kann. Wenn zuwenig Luft im Reifen ist kann es passieren, dass sich der Mantel auf der Felge verdreht.
Ein Reifenhalter verhindert dieses Verdrehen, indem der Mantel festgeklemmt wird. Der Nachteil ist eine erhebliche Unwucht im Reifen, denn so ein Halter wiegt ca. 100 Gramm. Im Gelände ist das egal auf der Straße jedoch nicht so. Die Google Bildersuche hat mitŕ nicht ein einzelnes Bild geliefert, in dem die Funktionsweise gut erkennbar ist, aber die Gesamtheit der Egebnisse zeigt es ganz gut.

Auswuchtgewichte, die beim Straßenreifen verwendet werden, wiegen 5 oder 10 Gramm, um mal schnell die Dimension der Unwucht zu zeigen.

Fahrer A trifft ED

Fahrer A ist Anfänger und traut sich Mitte des zweiten Tages an einen der großen, steilen und matschigen Anstiege, schaffte es bis zum letzten Absatz vor dem Gipfel und kommt dann zu Sturz. Ich sehe den Sturz und auch dass Fahrer A von unten nicht zu sehen ist, vor mir ist ein weitere Anfänger, der unten wartet, dass die Strecke frei wird, er fährt also nicht hoch um zu helfen. Das mache ich. Ich fahre hoch, stelle mein Mopped von unten sichtbar an die Kante und gehe zum Fahrer, der noch neben/unter dem Mopped liegt.
„Geht es Dir gut? Alles klar, dann kümmern wir uns jetzt um Dein Mopped.“ (Mist, keine Kamera dabei).
Zu diesem Zeitpunkt kommt ED den Berg hoch geflogen. Er hält ebenfalls an, reißt das am Boden liegende Mopped an sich und versucht es durch den Matsch den Berg hoch zu schieben. Ich helfe dem Fahrer auf und rufe ED zu: „Nach unten, da ist eine Ausfahrt.“ Ed wendet das Mopped, führt es herunter.

Bis hierher könnte man ED noch für einen leicht übermotivierten netten Kerl halten, der einfach alle, die unten vor dem Hindernis warteten überholt und dann doch angehalten hat um zu helfen. Das ändert sich jedoch sofort, als ED mit dem Mopped auf Höhe des jetzt auch bergab gehenden Fahrer A ankommt.
“Dass Deine Bremse total scheiße ist, weißt Du ja wohl selber. Da müssen sofort neue Belege drauf, am besten die organischen vom Louis. Und die Handschützer die Du angebaut hast, sind der letzte Schrott und voll gefährlich, die musst Du sofort wegschmeißen und Dir richtige kaufen.”
“Die Bremsbeläge sind noch fast neu …” versucht Fahrer A in das Gespräch einzusteigen.
“Dann sind die verglast und kaputt, Du brauchst neue!”
“Danke, für Deine Hilfe, aber ich muss mich jetzt erstmal sammeln und brauche keine Tipps,” sind die nächsten Worte von Fahrer A.
Auf dem Ohr ist ED jedoch taub und doziert weiter, was an dem Mopped alles falsch ist und was Fahrer A alles falsch gemacht hat und so weiter.
Ich räume derweil die Hippe weg und kann den unten wartenden die Strecke noch nicht frei geben, weil EDs Mopped noch im Weg steht.
Nach zwei oder drei weiteren Hinweisen von Fahrer A, dass er nicht an Tipps interessiert ist, geht ED zu seinem Mopped zurück und fährt weiter.

ED hat keine Ahnung

Fahrer A hat mit Sicherheit einen Fehler gemacht, denn sonst wäre er nicht umgefallen, sondern den Berg hochgekommen. Welchen Fehler er gemacht hat, habe ich nicht gesehen, ich habe nur das Ende, den Umfaller sehen können. ED war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in Sichtweite, konnte also gar nicht wissen, welchen Fehler A gemacht hat, alle seine Ratschläge waren demnach bestenfalls geraten.

Ich bin sehr dafür, jemandem nach einem Sturz zu helfen, dabei sollte jedoch immer die Reihenfolge beachtet werden:

  1. Ist der Fahrer gesund, hat er Schmerzen?
  2. Hat schon jemand Fotos oder Videos gemacht?
  3. Will der Fahrer sein Mopped selber bergen (Gelegenheit macht Übung) oder möchte er Hilfe.
  4. Klappe halten oder motivierende Worte finden.

Die Bremse: Der Berg war steil und matschig. Das Mopped ist mit blockiertem Vorderrad im Matsch bergab gerutscht, weil ED nur die Vorderradbremsen gezogen hatte und das Mopped im Leerlauf war.

Falls Ihr in einer ähnlichen Situation seid und ein Mopped bergab schieben müsst, legt einen Gang ein und zieht die Kupplung. Ihr könnt dann, wenn die vordere Bremse nicht ausreicht den Kupplungshebel benutzen um auch das Hinterrad abzubremsen. Fahrer A wusste das, aber ED war am Mopped.
Und als zusätzlicher Hinweis: Wenn ein Mopped mit blockiertem Vorderrad einen Hang hinab rutscht, sind die Bremsbeläge nicht defekt oder „total scheiße“, aber das habe Ihr Euch auch schon selber gedacht.

Und weiter: Wenn vor einem Hindernis schon drei Moppeds stehen und warten, fahrt nicht einfach vorbei, es hat mit Sicherheit einen Grund, warum die dort stehen. Fragt nach und wenn es heißt, dass einer im Hindernis gestürzt ist und schon ein Helfer vor Ort ist, stellt Euch hinten an und wartet bis die Strecke frei ist oder signalisiert wird, dass mehr Helfer gebraucht werden.

Und zu Letzt: Die verbauten Handschützer sind die gleichen, mit unter anderem Pablo Quintanilla fährt, der vor kurzem die Atacama Rally 2017 gewonnen hat.

Fahrer B trifft ED

Vielleicht zwei Stunden später war ich zusammen mit Fahrer B (ähnliches Erfahrungsniveau wie ich, also fortgeschrittener Anfänger ohne Vollgas-Allüren) auf einem anderen Teil des Geländes unterwegs. Hier gab es Singletrails (so breit, dass nur ein Mopped durch passt), viele und vor allem trickreichere Hindernisse und für jedes eine Umfahrung.
Wir wählten den schwierigsten Teil des gesamten Geländes, der nur von wenigen Fahrern genutzt wurde. Steil bergauf über nasse Steine und Wurzeln mit glitschigen Matschstellen und ohne Anlauf.
Fahrer B fuhr vor mir und schaffe die Steigung zu ca. 93% als er Schwung und oder Traktion verlor und fest hing. Kein Sturz und somit eine hervorragende Stelle um zu üben, sich aus dieser Lage zu befreien. Ich stelle meine #Hippe ab um eventuell nachfolgenden Fahrern die Umfahrung ans Herz zu legen, weil: hier steht ja einer und blockiert den Singletrail, was jedoch aufgrund der Streckenführung mit Kurve nicht sofort sichtbar ist.
Klappte auch zweimal, doch dann kommt ED. Meine Zeichen hat er ignoriert, also stelle ich mich in den Weg und rufe:
“Da hängt einer fest.”
“Ich sehe keinen.” So erfuhr ich, dass ED zwar alles kann und besser weiß, aber nicht um Kurven herum gucken kann.
“Da ist aber trotzdem jemand,” lautet meine Antwort. ED stellt sein Mopped ab (er hat mich also nicht über den Haufen gefahren, immerhin), stapft um die Kurve und den Berg hoch. Ich hinterher, EDs Mopped steht
 sichtbar, Intelligente Fahrer werden erkennen, dass dieser Weg momentan blockiert ist. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit für ein Foto, denn Fahrer B hat seine Kamera dabei. ED ist als erster da und brüllt sofort:
“Zweiter Gang, Vollgas. Gas! Gas! Gaaaaas!” während er mit aller Kraft das Mopped samt Fahrer den Berg hoch schiebt. Keine Chance für mich an den Fotoapparat zu kommen. Kaum oben ist ED schon wieder auf dem Weg nach unten.
“Da ist mindestens ein Bar zu viel Luft drauf,” erklärt mir ED auf dem Weg nach unten. “Er hat 0,8 Bar im Reifen, demnach braucht man hier Minus 0,2?” fragte ich nach. “Dann eben ein halbes Bar zu viel, “ korrigierte ED seine Behauptung.
“Ohne Reifenhalter?” wollte ich wissen. “Ohne kann man hier gar nicht fahren,” klärte ED mich auf, „dann muss er halt wo anders lang fahren.” steigt auf sein Mopped und fährt den Berg hoch.

Ich bin den Berg mit 1,0 Bar und ohne Reifenhalter auch hoch zu Fahrer B.
“Ich wollte eigentlich erstmal versuchen, alleine wieder in Fahrt zu kommen.”
“Kann ich verstehen, aber das geht nicht, wenn ED hier lang will.”

Exkurs: Luftdruck

Wie oben bereits geschrieben, kann man mit weniger Druck im Reifen die Traktion erhöhen. Daraus zu schließen, dass immer und überall der wenigste Luftdruck der beste ist, stimmt natürlich nicht, sonst würden Profis immer und überall komplett ohne Luft im Reifen fahren. Luft im Reifen schützt z.B. die Felge vor Beschädigungen, deshalb wird auf steinigem Gelände mit mehr Luftdruck gefahren und in weichem Sand mit weniger. Einfach alle Luft aus dem Reifen lassen ist auch mit Reifenhaltern keine Lösung. Je nach Leistung des Moppeds wird ein Reifenhalter schon bei Luftdruck von 1,0 Bar und weniger empfohlen. Je mehr PS am Hinterrad zerren, desto leichter kann sich der Mantel verdrehen.

Zum Schluss

Sei kein ED. Und wenn Du ein ED bist: Hau ab und lass mich und alle anderen in Ruhe.

P.S.

Dass ED der Arsch so ähnlich klingt wie Ed March ist mir ganz am Ende des Artikels beim dritten Durchlesen aufgefallen. Das ist nicht beabsichtigt, gibt mir aber die Gelegenheit auf die Youtube Filme [englisch] von Ed March hinzuweisen, die sehr unterhaltsam sind. Ed March ist nicht ED der Arsch.

Idioten in Dosen

Na klar weiß ich, dass nicht jeder Autofahrer ein Vollidiot ist und das auch die besten mal einen kleinen Aussetzer haben können.

Ich will hier nicht verallgemeinern. Daher habe ich mir vorgenommen, nur wenn ich einen besonders schlimmen Fall treffe, werde ich darüber schreiben. Mal sehen, wie viel es werden.

Heute habe ich einen Audi A6 Kombi getroffen, den ich definitiv zu den Idioten zähle. Ich fuhr mit der #Hippe über die Autobahn, Tacho 108, und wurde von besagtem Audi überholt.

Er fuhr gefühlte 110, es dauerte also, bis er vorbei war. Aber darum geht es nicht. Auch nicht darum, dass er nach beendetem Überholvorgang weiterhin auf der mittleren Spur blieb. Das ist nur die ganz normale Alltags-Inkompetenz.

Der Audi hat sich qualifiziert, weil er mit offenem Kofferraum fuhr. Erst dachte ich, die Klappe ist wohl kaputt und er fährt in die Werkstatt. Nein, er hatte hinten einen Karton drin. Keinen so großen, dass Klappe nicht mehr zu ging, sondern nur einen kleinen, 30 x 30 x 40 [cm] geschätzt.

So wie dieser einsame Karton hinten im Kofferraum herumtanzte, war er am Beginn der Fahrt bestimmt nicht alleine. Warum sollte man Ladung in einem offenen Kofferraum auch sichern, dann könnte er nicht mehr tanzen.

Welches Szenario ich mir ausdachte, mir viel nichts ein, in dem der Fahrer des Audi kein Vollidiot war.

Hatte er einfach nur vergessen, den Kofferraum zu schließen und sich gewundert, dass es im Innenraum zieht?

Hielt der Audi die Lichthupen und Schallhupen der anderen Autos für eine verdammt lange Hochzeitskarawane, die ihn überholt?

Hatte er ursprünglich noch ein größeres Paket im Kofferraum, dass so groß war, die Klappe nicht zuging und das in dem einzigen Kombi, bei dem die Rückbank nicht umklappbar ist? Und zusätzlich hat er dann nicht bemerkt, dass er das große Paket verloren hat?

Vielleicht war der Audi auch bis zur Fensterunterkante voller Aale (Luftkissenfahrzeuge haben sich am Markt nicht durchsetzen können, wie wir wissen) und die haben den kleinen Karton aus dem Fußraum in den Kofferraum befördert, einer der Aale hat heimlich die Kofferraumklappenfernentrieglung betätigt und keiner hat es dem Fahrer gesagt?

Ist er losgefahren bevor die Frau die ganzen Einkäufe eingeladen hat? Dann steht sich vielleicht noch mit dem fast vollen Einkaufswagen auf einem Parkplatz.

Saßen ursprünglich seine Kinder hinten und hätten das Paket festhalten sollen? Ich hoffe, die Kinder sind an einer roten Ampel ausgestiegen und liegen jetzt nicht auf der Straße.

So sehr ich mich anstrenge, mir fällt kein Grund ein, mit einem offenen Kofferraum, der nicht mit Gurte oder anderem nach unten gesichert wurde zu fahren. Ganz besonders dann nicht, wenn ich ein kleines Paket hinten drin habe, das locker in den Innenraum gepasst hätte.

Ich bin jedenfalls froh, dass der Karton nicht unmittelbar vor meinem Vorderrad aus dem Kofferraum gehüpft ist.

Vollidiot!

Unglücke, Katastrophen und Idioten

Immer wenn irgendwo etwas Unschönes bis Schreckliches passiert, kommen Menschen mit einer politischen Agenda und verbiegen und ignorieren solange an den Ereignissen herum, bis es ihnen passt. Und dann sagen sie uns, dass sie recht haben und wenn sie hätten machen dürfen, wäre es nicht passiert.

Mir geht dieses Katastrophen-Gewinnlertum auf den Geist.

Und dann werden diese Meinungen von den Ja-Sagern weiterverbreitet und von den Nein-Sagern kommentiert und auch weiterverbreitet.

Das geht mir auch auf den Sack.

Ich will den Leuten nicht den Mund verbieten, in einer demokratischen Gesellschaft müssen sich auch die Dummen äußern dürfen. Aber ich möchte sie bitten, in Zukunft keine Katastrophen und Unglücke zum Anlass zu nehmen sondern positive Ereignisse. Ist es nicht viel schöner, wenn man tatsächlich recht hatte und nicht nur gerne recht gehabt hätte?

Die Bedächtigen, die erst die Faktenlage kennen wollen und nachdenken und analysieren, die lese und teile ich gerne, denn das hilft mir, mir eine Meinung zu bilden. Diese Menschen zeichnen sich meistens dadurch aus, dass sie keine Lösungen präsentieren, sondern Fragen haben.

Boah, seid Ihr scheiße!

Ich fuhr heute durch eine Stadt, an der Kreuzung musste ich rechts ab. Ein paar Meter weiter an einer Bushaltestelle steht ein kleines Mädchen, vielleicht drei oder vier Jahre alt, zwei kleine Zöpfchen, ganz in Rosa mit Blümchen auf der Jacke. Gäbe es bei Wikipedia einen Artikel zu »niedlich«, wäre da ihr Bild zu sehen. Kurz gesagt, ein Kind zum vom Fleck weg adoptieren.

Sie sieht mich mit dem #Luxusweibchen kommen und hält sich die Ohren zu und guckt mich ganz ängstlich an.

Nein, das Luxusweibchen ist komplett serienmäßig, kein Brüllrohr, nix. Ich fahre auch sehr langsam in Ortschaften und drehe nicht wie ein wilder Ochse an der Drehzahlleiter, ich war also komplett leise unterwegs. Das Mädchen hatte einfach Angst, weil es nur laute Moppeds mit Deppen kannte, wie die Mutter mir sagte (klar frage ich da nach, wenn ich schon unbewusst kleine Kinder erschrecke, will doch wissen warum, wer weiß wofür man es später mal brauchen kann).

Was für ein Risen-Scheiße-Arschloch muss man sein, um kleinen Kindern Angst zu machen?

Ich wünsche Euch für 10 Minuten einen signifikanten IQ-Anstieg, auf dass Ihr erkennen und für immer behalten möget, wie dumm Ihr seid!

Und wenn sich dann noch eine Millionen Kamelflöhe in Eurer Poperze einnisten nehme ich es gerne als Bonus.

Flachwixer!

 

P.S.

Eigentlich hätte ich über den extra coolen Triumph Presse Tag schreiben wollen.

P.P.S.

Ganz eigentlich gucke ich gerade die 24 Stunden von Le Mans, aber das musste raus.

Blut und Straßen

Unfall–> Stau.
Dabei ist es egal, ob der Unfall auf der eigenen Fahrspur oder in Gegenrichtung ist, Stau ist immer. Stau in Gegenrichtung, das sind die Gaffer, Leute die vor lauter gucken das Fahren vergessen.
Wenn ein Unfall frisch ist gucke ich auch und wäge ab, ist meine Hilfe erforderlich, dann halte ich an. Wenn nicht, dann versuche ich möglichst ohne zu stören zügig weiter zu kommen. Andere sehen das nicht so und versuchen möglichst viele möglichst blutige Details zu sehen. Seit auf jeden Fahrzeuginsassen 1,358 Smartphones kommen wird auch noch gefilmt oder gleich gestreamt, Fotos gehen natürlich auch.
Ich verstehe so ein Verhalten nicht, das liegt mir noch ferner als ein Urlaub am Ballermann oder ein Fußballspiel im TV gucken.

In NRW wurden jetzt Sichtschutzwände für Unfallstellen angeschafft. Das muss man sich mal vorstellen. Es ist notwendig, Steuergelder auszugeben um Gaffer abzuhalten. Und nicht nur das, diese Wände müssen bei einem Unfall auf uns wieder abgebaut werden. Statt alle Kräfte darauf konzentrieren zu können möglichst schnell zu helfen und im Anschluss die Straße wieder frei zu räumen müssen Personal und Zeit darauf verwendet werden mobile Zäune zu bauen, damit der sensationsgeile Bundesbürger sich aufs Autofahren konzentrieren kann und nicht einen weiteren Unfall baut oder einen Ersthelfer über den Haufen fährt. Wahrscheinlich muss ich froh darüber sein, dass es noch keine Facebook-Gruppe gibt, die ein Recht auf Blut-Blick fordert.
Widerliches Pack.

Mehr Motorradfahrer? Nein danke!

Gerade tauchte wieder so ein Deus-Video in meiner Timeline auf. Der übliche Schmonsens: ein paar bärtige Jungs, ein paar Moppeds auf denen sie durch die Gegend fahren, Zeitlupen, Close-Ups, Lagerfeuer, im Sand driften und eine tiefe männliche Stimme aus dem Off, die in langsamen Tempo über ein Rock-Pop Musikstück gelegt wird und erzählt wie spontan die Fahrt war und von Freiheit, Lebesgefühl und so. Alles soll total authentisch wirken. Handwerklich wurde es gut gefilmt und geschnitten. Oder in anderen Worten:

Laaaaaaangweilig.

Ich will solche nach Schema F gedrehten Marketing-Filmchen nicht mehr sehen. Das ist kein Film, wo sich ein paar Freunde treffen und sagen: »Komm wir drehen einen Film darüber, wie wir Mopped fahren« oder von jemanden der seine Urlaubstour mitfilmt und dann zu Hause zusammenschneidet, das ist blöder Reklame-Quatsch.

Und weil ich das doof finde gibt es hier auch keinen Link zu dem Film.

Anderen mag das gefallen und vielleicht sogar dazu inspirieren, sich so ein umgebautes Mopped zu kaufen und damit in die Medien zu gehen und über das Mopped und sich selbst berichten zu lassen. Es ist der aktuelle Markt der Zahnwälte, die heute Designer oder was sind.

Ende der 1980er waren die Zeitschriften voll von Leuten, die erzählten sie hätten damals Easy Rider gesehen (der Film kam 1969 raus) und das habe Ihr Leben geändert. Nur zwanzig Jahre später, nach Karriere und Familie, haben sie sich eine Harley gekauft und eine Lederjacke und waren plötzlich wild und frei.

Spätere Generationen habe The Long Way Round gesehen und sich eine GS mit allem und Sahne gekauft und waren plötzlich Weltreisende. Jetzt sehen sie im Web einen Cafe Racer oder einen Brat-Tracker-Scrambler Umbau und plötzlich sind sie urbane Nicht-Hipster.

Meinetwegen sollen sie das denken, glauben und kaufen.
Sollen sie weiterhin einmal im Jahr mit tausenden Gleichartigen eine Runde um den Faaker See drehen und dann wieder in ihrer Vorstadt verschwinden. Oder, je nach Mode, nach Garmisch, Neukirchen, zum Glemseck, nach Biarritz oder sonst wo hin fahren.

Bleibt da und fahrt nicht weiter.

Es gibt auf den Straßen schon genug Papis, die ihren Muttis die 800er Ausgabe der eigenen GS kauften und am sonnigen Samstagnachmittag im Partner-Look eine Hausrunde über einen beliebigen Moppedtreffpunkt zum Eiscafe drehen und auf dem Weg dorthin so feste alle entgegenkommenden Moppeds grüßen, dass sie fast von der Straße fallen.
Der Sportster fahrende Big Twin Anhang bleibt ja mittlerweile wieder zu Hause.
Die Neuen stellen jetzt wohl einen umgebauten älteren japanische Mittelklasse-Twin in der heimischen Garage auf den Frauenparkplatz neben ihrem Zweiventil-Boxer.

Kauft Euch Euer Freiheitsgefühl woanders. Ein Motorrad-Aufkleber auf der Kofferraumklappe reicht doch auch. Geht surfen oder wandert mit Eurer Jack Wolfskin-Vollausstattung durch den Stadtwald. Setzt Euch mit Eurem Mac Book Pro in den nächsten Starbucks und spielt Candy Crush oder postet bei Facebook und fühlt Euch als digitale Boheme. Wenn es denn unbedingt ein Fahrzeug sein muss, kauft Euch ein Fixie und macht damit was ihr wollt, es also in die Garage stellen.
Ihr habt sowieso keine Ahnung von dem was Ihr tut und es interessiert Euch auch nicht.

Früher wollte ich immer, dass es viel mehr Moppeds auf den Straßen gibt. Ich hatte gedacht, je mehr Moppeds unterwegs sind, desto eher wird der Mensch vorne rechts im Bürgerkäfig wissen, dass es Einspurige gibt. Wenn mehr Moppeds im Berufsverkehr als Transportmittel genutzt werden, würden Busspuren freigegeben oder Staus nähmen ab. So ist es aber nicht.

Je mehr Freizeit-Moppeds auf der Straße unterwegs sind umso mehr Einschränkungen gibt es: Streckensperrungen, Polizeikontrollen und so weiter, das ganze Programm. Wenn mehr Moppeds in der Stadt auf dem Bürgersteig parken, weil es keine Parkplätze gibt, werden mehr Strafzettel geschrieben.

Je mehr Moppeds am sonnigen Samstag unterwegs sind umso mehr Medienberichte über tödliche Unfälle gibt es. Und wenn dann mal im Erscheinungsgebiet der Kreiszeitung alle den Samstag überlebt haben, wird über den Motorradlärm geschrieben. Jedes Jahr im Frühling gibt es beide Themen in einer Reportage im Fernsehen.

Irgendwann wird jemandem auffallen, dass so viele Moppeds auf der Straße nun doch auch Maut zahlen müsssen. Daher, bleibt weg von der Straße, Ihr Hobbyisten. verbrennt nicht meinen Sprit, sorgt nicht für noch mehr Verbote.

Und falls Du doch mal fährst und wir an der gleichen Wurstbude am Wegesrand stehen, lass mich mit Deinen Ansichten und Geschichten in Ruhe.
Erzähle mir nicht von Deiner Cafe Racer-Kultur, wenn Du mit den Worten »Busy Bee« nichts anfangen kannst. Ja, google ruhig.
Dein Traum, mit einer Harley die Route 66 entlang zu fahren interessiert mich nicht.
Es ist mir egal, dass du zwei GS auf einem Trailer bin in die Alpen ziehen kannst.
Erzähl mir nicht um wie viel Promille sich meine Überlebenschance erhöht, wenn ich eine Airbag-Warnweste mit Rundumleuchte anziehen würde oder, dass ein 150 PS-Mopped ohne Traktionskontrolle unfahrbar ist oder was Klacks (kannst Du auch googlen) dazu gesagt hätte.
Ich weiß, dass alle die schneller fahren als Du gemeingefährliche Selbstmörder sind und alle die langsamer fahren Pussys, behalte es also für Dich.
Übrigens, bisher hat noch kein Mädel mir gegenüber gesagt: »Alle, die langsamer fahren als ich, sind Memmen.«