Mopped fahren mit Autoführerschein || Finde ich gut

Ja ich weiß, alle schimpfen oder lachen über den letzten Scheuer-Stunt. Aber ich finde ihn gut mit Vorbehalten.

Zuerst die Vorbehalte:

  • Es ist nicht ernstgemeint, es ist nur eine Nebelkerze umd vom Maut-Unsinn abzulenken.
  • Selbst wenn es kommen würde, wäre die Zahl derjenigen, die dann mit einer 125er auch tatsächlich fahren würden so verschwindend klein, dass man es sich auch hätte sparen können. Man sehe sich nur mal die Anzahl an 50ern an, die mit PKW-Führerschein gefahren werden.

Und jetzt, warum ich es gut finde:

  • Wenn die Politik sich des Themas Mopped annimmt, dann normalerweise immer nur um zu verbeiten, Streckensperrungen sind da nur de Spitze des Eisbergs. Mit viel Glück wird das Mopped von der Politik einfach nur vergessen, ich erinnere da gerne an die Winterreifen-Gesetze. Eine Initiative por Mopped aus der Politik, dass ist überraschend.
  • Mehr Leuten für kleines Geld die Möglichkeit zu geben Mopped zu fahren, das finde ich gut.
  • Jeder Autofahrer der auch mal Mopped gefahren ist und diese Perspektive kennengelernt hat, kann nur von Vorteil sein. Mopeedfahrer übersehen andere Moppedfahrer viel seltener, wenn sie mal im Bürgerkäfig unterwegs sind.
  • Untersuchungen von Versicherungen in GB belegen, dass Moppedfahrer die besseren (im Sinne von weniger Unfälle) Autofahrer sind.
  • Eine 125er ist im Stadtverkehr und auch über Land deutlich sicherer als die auf unsinnige 45 km/h beschränkten 50er, die man mit einem PKW-Lappen heute schon fahren darf.

Und für die, die nur die Tweets gelesen haben, der Plan sieht nicht vor, dass jeder mit seinem Autoführerschien automische auch 125er fahren darf. Das soll erst mit 25 und nach zusätzlichen Theorie- und Fahrstunden, aber ohne Prüfung erlaubt sein.
Wäre die Meldung nicht original von SPON würde ich es hier verlinken. Aber ich könnt ja selber googlen (versucht mal die Suche mit https://www.qwant.com das ist eine eurpäische Suchmaschine ohne Google).

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17 Gedanken zu „Mopped fahren mit Autoführerschein || Finde ich gut

  1. Ich denke schon das es ernst gemeint ist – aber es nebelt sicherlich jetzt im Juni besser als im April, denn da war ja die Maut gerade kein Totalausfall. :D

    Referentenentwurf im April:
    https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/Gesetze-19/vierzehnte-verordnung-aenderung-fahrerlaubnis-verordnung-und-anderer-strassenverkehrsrechtlicher-vorschriften.pdf?__blob=publicationFile

    Was ich lustig finde: Jetzt soll also der Code 111 der Österreicher übernommen werden. Also wird versucht was zu kopieren was selbst Deutschland vielleicht hinbekommt? :D

    Was ich blöd finde: Wie habe ich meinen A1 in der Schweiz erworben: Genau wie beschrieben: Praktische Ausbildung in der Fahrschule mit Lernfahrausweis, ansonsten eben selber üben und am Ende gibt es dann den A1 für den Führerausweis und gut. Den habe ich auch mit nach .de genommen und umschreiben lassen. Wieso nicht so? Na, weil Deutschland ja eben Deutschland ist und dann lieber einen nationalen Code verwendet…

    Nun denn.. Was noch mehr „dumm-deutsch“ ist: AM ab 15 – aber die Länder dürfen selber entscheiden ob sie das machen wollen oder nicht. Na prima. In der Schule hat man mir mal beigebracht das Deutschland primär KnowHow exportieren würde… Anscheinend haben wir nicht mehr genug von diesem „Rohstoff“ in Reserve gehalten und können nur noch doof? :D

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      • Die österreichische Variante sieht keinen Beiwagen vor – und wurde als Code 111 schon vor etlichen Jahren eingeführt.

        125er dürfen sie dann aber nur in .at führen – und in ein paar weiteren Ländern, teilweise mit Einschränkungen: Italien, Luxemburg, Litauen, Lettland, Portugal, Spanien und Tschechien (wenn ich mich recht erinnere). In Spanien muss man aber 3 Jahre lang schon die Klasse B haben, in Portugal mindestens 25 Jahre alt sein und in Tschechien darf es nur eine Maschine mit Automatikgetriebe sein. :D

        Durch Frankreich und Deutschland müssen sie die 125er schieben wenn sie nach Spanien oder eben nach Luxemburg wollen. Das hält fit, das hält schlank. :D Für den Code 111 muss man in .at bereits 5 Jahre lang einen Vorbesitz der Klasse B haben.

        Zu Konfus? Nein, da geht noch was? Gut, hier ein Nachschlag:

        »[…] In Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Lettland, Luxemburg, Polen, Portugal, der Slowakei, Spanien und Tschechien darf man ebenso nur mit dem Führerschein der Klasse B ein Motorrad bis 125 cm³ lenken, wobei die Voraussetzungen dafür unterschiedlich sind: In Italien darf jeder mit einem Führerschein der Klasse B ein Motorrad bis 125 cm³ lenken, in Tschechien und Slowakei nur solche mit Automatikgetriebe und in Polen und Spanien muss man 3 Jahre im Besitz der Klasse B sein und in Portugal ein Mindestalter von 25 Jahren haben. In Frankreich wurde der Neuzugang wieder erschwert, nachdem es zu einer Unfallhäufung gekommen ist. In Ungarn gibt es für Besitzer eines Führerscheins der Klasse B einen B125-Kurs und in der Schweiz ein vereinfachtes Verfahren mit acht Fahrstunden ohne Prüfung, um die Klasse A1 zu erhalten. […]«

        Quelle: https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/F%C3%BChrerschein_und_Lenkberechtigung_%28%C3%96sterreich%29

        Das ist ja noch schlimmer als die Ortsschild-Geschwindigkeitsregelung in .at – aktuell nachzulesen in meinem Blog. ;)

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  2. Moin,
    habe heute mehrfach auf Twitter auf unsinnige tweets reagiert und kommentiert.
    Denn diese Regelung hatten wir schon mal in den 90ern.
    Und wir mussten nicht mal Stunden nehmen.
    Mit Führerschein (vor 1980 erworben) durfte auch ich ’ne 125er fahren, 125er Virago Jammerhammer, mein erstes Moped. Von 0 auf 80 in 21 sec.
    Ein Trucker hat mir bei 90 (Landstraße) den Stinkefinger gezeigt und ein Busfahrer hat mich an einer Steigung grinsend stehen gelassen.
    Ging auch einem noch älteren Kollegen so, Folge: der Große A.
    Aber weil eine Blitzbirne den Vorschlag bringt, muss er erst mal todgequatscht werden.
    Dazu das blödsinnige Gerede von steigenden Unfallzahlen um davon abzulenken, dass Autofahrer die größte Gefahr für Mopedfahrer sind.
    Mal sehen wie das wieder zerredet wird.
    Gruß
    Achim

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    • Stichtag war (und ist) der 1. April 1980. Machte auch irgendwie Sinn (auch Jahre später) denn das kam ja nicht von ungefähr. Man durfte ja schon davor entsprechend mit 80 ccm fahren und das wurde dann eben an den (seinerzeit brandneuen) 1b angepasst. Jetzt ist daraus der A1 geworden.

      Exkurs: Hatte heute Nachmittag einen kleinen Flashback. Bei mir hat sich ein Ire mit einer BMW K1 gemeldet. Hat eine von mir bei iBäh angebotene Lederkombi kaufen wollen. Eckdaten der K1: 260 kg, 74 kW bei 8000 U/min und 100 Nm bei 6750 U/min. Ende 1980er/Anfang 1990er wohlgemerkt.

      Schaue ich mich in den Motorradforen um sitzen da jammernde A2-Neulinge welche davon überzeugt sind das 70 kW für ein Motorrad zu wenig sind, 35 kW sowieso. »Man kommt ja nicht vom Fleck«.

      Von da her glaube ich nicht wirklich an einen großen Run auf irgendwelche 125er. Der Referentenentwurf vom April sieht ja vor das man mindestens 25 Jahre alt sein muss. Wenn die Kosten für die Ausbildung (welche Deutschland sicherlich vorschreiben wird) so hoch sind das man dafür fast einen A bekommt, dann macht der willige 25jährige sicherlich gleich den A und bastelt nicht am »A1-light« herum. :)

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      • Ich glaube auch nicht, dass es viel Umsteiger gibt. Aber bei den Rollern, und vor allem bei den Elektrorollern könnte es klappen.
        Davon ab halte ich für sehr gefährlich für die geistige Stabilität, wenn man sich zu lange in Foren herumtreibt, vor alem mit weniger als 200 PS.

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        • Aus dem Referentenentwurf (in meiner ersten Antwort verlinkt):

          »[…] Der Zeitaufwand liegt bei mindestens 7,5 Zeitstunden (5 Unterrichtseinheiten zu je 90Minuten). Die Kosten für diese Schulung liegen bei ca. 500Euro(Anmerkung: Die genauen Kosten müssen noch ermittelt werden. Grundgebühr (u.a. Anmeldung, Theorie, Lehrmittel: ???), Praxis lt. Mo-ving Fahrschul-Klima-Indes 02/2017 8×45,49€ =363,92€). […]«

          Die Angaben in der Tagespresse sind widersprüchlich. Von 90 Minuten Theorie und 5 Doppelstunden (also auch 90 Minuten) Praxis wird teilweise geschrieben.

          Von A1 auf A habe ich damals 829,64 € bezahlt – inkl. Prüfungen exkl. augenärztliches Gutachten. 280 Euro davon Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung („Vorstellung zur Prüfung“ und die Prüfung selbst).

          Wenn die „Grundgebühr“ der Fahrschulen für den A1 ohne Prüfung (Code 195) gleich hoch sein sollte -> die liegt bei einigen Fahrschulen schon bei über 300 Euro… Wenn darauf dann noch die Praxisstuden on Top kommen würden kann man schon mit dem Rechnen anfangen.

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  3. Unabhängig von der Art und Weise finde ich es sehr begrüssenswert.
    Ich höre ja auch von einigen, dass sie gern Mopped fahren würden, aber ein richtiger Führerschein doch sehr teuer ist und ein aktueller 50er keine Option mehr darstellt. Simsons sind ja mittlerweile Goldstaub, was die Preise angeht.

    Wenn der etwas günstigere Einstieg über den 125er Zusatz vorhanden ist und jemand dann noch mehr will, ist er eventuell auch bereiter die nötigen Kosten für den A-Schein zu stemmen.

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  4. Was ich nicht verstehe sind die einheitlich ablehnenden Kommentare in der Presse und von Fachverbänden.
    Von wegen Gefährlichkeit und Unfallhäufung, niemand könne von einem Auto einfach so auf ein motorisiertes Zweirad steigen, viel zu gefährlich.

    Das alle Autofahrer das schon JETZT dürfen (50er) und die die den Autoführerschein vor 1980 sogar mit 125er, das hat irgendwie keiner gemerkt.

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    • … oder wie Bla auf Twitter anmerkte: Viele Menschen fahren Fahrrad, ohne das Fahrzeug oder die einfachsten Regeln zu beherrschen. Warum soll das bei Leichtkrafträdern plötzlich ein Problem sein. Beides hilft, knappen Verkehrsraum effektiver zu nutzen.

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    • Wenn sie rausfinden wie das in .ch so läuft (Lernfahrausweis, die erste Frage vom Fahrlehrer ist häufig »Und, wie viele Kilometer schon gefahren«) fallen sie vermutlich in Ohnmacht. ;)

      Ablauf bei mir damals: Klasse 3 wurde zu Klasse B in .ch -> Lernfahrausweis für A1 beantragt -> 125er gekauft, L-Schild rangeschraubt und gefahren. Nach ein paar Stunden und um die 100 km (schätze ich jetzt rückblickend evtl. zu viel) ging es dann zur ersten Praxisstunde in der Fahrschule.

      Da melden sich jetzt in .de tatsächlich Stimmen welche sagen »man kann in den wenigen Fahrstunden nicht genug vermitteln«. Die wissen aber evtl. selbst nicht das es sonst nur so 14-18 Stunden sind welche manche für den A als Direkteinsteiger haben (wenn sie sich nicht ganz ungeschickt anstellen)?

      Prinzip Schweiz: Fahren lernen bevor man den richtigen Führerausweis hat. Flankiert vom Fahrlehrer.

      Prinzip Deutschland: So tun als hätte man »beschde Auspildunkh von Weld – weisssu?« und die anderen für blöd halten.

      Aber je mehr ich darüber in den Medien lese: Vermutlich setzt das Deutschland genauso praxisfremd um wie das Wechselkennzeichen. Also besteht keine Gefahr für irgendwen. :D

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        • Momentan zeigen wir Europa anscheinend wie man Steuergelder unter das Volk… Äh… An Unternehmen verterilt:

          »[…] Rund 500 Millionen Euro werde die Pkw-Maut pro Jahr bringen, war sich die CSU sicher. Nun sieht es so aus, als würde sie den Steuerzahler einen dreistelligen Millionenbetrag kosten – allein für Entschädigungen.

          Nach dem Aus der geplanten Pkw-Maut in Deutschland droht dem Bund einem Medienbericht zufolge eine Entschädigungsforderung von 300 Millionen Euro. Diesen Betrag sollen die beiden ursprünglich als Betreiber vorgesehenen Firmen CTS Eventim und Kapsch dem Verkehrsministerium in in Aussicht gestellt haben, berichtete der „Spiegel“. Damit sollten Investitionskosten und entgangener Gewinn ausgeglichen werden. […]«

          Quelle: tagesschau.de, Meldung vom 21.06.2019, 17:25 Uhr

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