#Dakar2018 nach dem Rennen- Teil 4 Rookies und Deutschsprachige

Nachdem ich das Rennen über im Internet verbracht habe, hier ein paar persönliche Beobachtungen, die in der Hektik des Renn-Alltags und der kurzen tägliches Zusammenfassung in den Berufsmedien nicht unbedingt vorkamen. Es ist eine kleine Serie mehr oder weniger kurzer Folgen, keine Ahnung wie viele.
Alles was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden.

Die Rookies

Auf der ersten Dakar ins Ziel zu kommen ist eine Leistung, die es besonders zu würdigen gilt, daher hier der Link zur geamten Rookie Wertung.

24 von 40 gestarteten Erstlingen haben das Ziel erreicht.
Oriol Mena als schnellster Rookie wurde sogar siebter im Gesamtklassement, womit die Rookie-Wertung an Hero geht.

  1. 061 – ORIOL MENA (ESP)
  2. 060 – JONATHAN BARRAGAN NEVADO (ESP)
  3. 054 – ANDREW SHORT (USA)
  4. 064 – MARK SAMUELS (USA)
  5. 042 – MAURIZIO GERINI (ITA)
  6. 058 – MACIEJ GIEMZA (POL)
  7. 103 – SHANE ESPOSITO (USA)
  8. 128 – MAIKEL SMITS (NLD)
  9. 091 – JAN BRABEC (CZE)
  10. 063 – ADRIEN MARE (FRA)
  11. 121 – EDWIN STRAVER (NLD) Malle Moto
  12. 108 – FAUSTO VIGNOLA (ITA)
  13. 107 – FERRAN JUBANY (ESP)
  14. 125 – DONOVAN VAN DE LANGENBERG (ZAF) Malle Moto
  15. 127 – FERNANDO HERNANDEZ (ARG)
  16. 059 – WILLEM DU TOIT (ZAF)
  17. 138 – ROMAIN LELOUP (FRA) Malle Moto
  18. 097 – SCOTT BRITNELL (AUS) Malle Moto
  19. 111 – SANTIAGO BERNAL (COL)
  20. 115 – JACK LUNDIN (CAN)
  21. 114 – LEANDRO BERTONA ALTIERI (ARG)
  22. 143 – ALVARO COPPOLA (URY)
  23. 118 – LUC VAN DE HUIJGEVOORT (NLD)
  24. 129 – GERRY VAN DER BYL (ZAF)

Alle Deutschsprachigen

Als erster Rookie musste der Deutschen Jürgen Drößinger [FB] die Segel streichen. Er hatte bereits auf der Verbindungsetappe zur ersten Sonderprüfung einen Unfall bei der er sich verletzt hat.
Im letzten Jahr ging es dem Österreicher Markus Berthold [FB] auf dessen Rookie-Dakar ähnlich, er musste auf der zweiten Etappe aufgeben, dieses Jahr kam Markus als 72. ins Ziel, nach 79h13m56s.
Auf der selben Verbindungsetappe hätte es beinahe auch den späteren Sieger Hias erwischt, der von einem LKW übersehen und an die Leitplanke gedränkt wurde.

Zwischen dem Sieger Hias und Markus kam der dritte Österreicher, Nicolas Brabeck-Letmathe, als 59. (65h22m14s) ins Ziel. Das ist nach 2016 seine zweite Ankunft auf der dritten Dakar. Er hat die Rally genutzt um Spenden zu sammeln (keine Ahnung, wie das geht) und für die von ihm mitgegründete Association Leon zu werben, die Bildungsprojekte unter anderen auch in Peru unterstützt.

Advertisements

#Dakar2018 nach dem Rennen – Teil 3 Malle Moto

Nachdem ich das Rennen über im Internet verbracht habe, hier ein paar persönliche Beobachtungen, die in der Hektik des Renn-Alltags und der kurzen tägliches Zusammenfassung in den Berufsmedien nicht unbedingt vorkamen. Es ist eine kleine Serie mehr oder weniger kurzer Folgen, keine Ahnung wie viele.

Alles was ich so über die Dakar verfasst habe, kann über das Schlagwort gefunden werden.

Malle Moto

Die Dakar alleine und ohne Team zu fahren, ist eine noch größere Herausforderung, als mit einem Team, dass im Biwak die Wartung des Moppeds übernimmt und das Zelt auf- und wieder abbaut und was auch sonst immer nach an zusätzlichen Arbeiten anfällt. Jeder auf der Dakar bekommt zu wenig Schlaf. Je mehr Aufgaben das Team übernimmt, desto mehr Schlaf kann der Fahrer bekommen.

Die Stars

Dieses Jahr war mit Olivier Pain, ein ehemaliger Werksfahrer mit von der Partie. Er konnte die Klasse gleich gewinnen und kam auf Platz 28 (!!!!!!28mal!) im Gesamtklassement.
Der zweitplatzierte Lyndon Poskitt hat sein eigenes Video-Team mitgenommen und die Filme regelmäßig bei YouTube veröffentlicht. Das erlaubt einen ordentlichen Einblick in die Dakar und ganz besonders in die Malle Moto. Letztes Jahr hat er ganz alleine gefilmt, den Film gibt es ebenfalls bei YouTube.

Doppelte Strecke

Was man bei den Zeiten, die die Wertung ausmachen, nie vergessen darf sind die Verbindungsetappen, die auch auf dem Mopped zurückgelegt werden. Ich schreibe das hier, bei den Malle Motos, denn das sind jedes Jahr diejenigen, die den schwersten Weg wählen.
Nicolas Billaud hat 81 Stunden in den tatsächlich gefahrenen 12 Etappen verbracht (die Strafzeiten werden nur hinzugerechnet), das sind rechnerisch 6h45m pro Tag. Die insgesamt 5.000 zusätzliche Kilometer Überführung, bei 14 Fahrtagen (an denen Tagen, an denen die Wrtungsprüfung ausgefallen ist mussten die Moppeds trotzdem zum nächsten Biwak fahren) kommen noch dazu, das sind nochmal durchschnittlich 384 km am Tag. Oder auch: über 12 h im Sattel, plus tanken, essen, trinken, dazu noch Mopped schrauben, Roadbook machen. 

Die Sieger

In keiner Klasse ist es richtiger zu sagen: Alle, die das Ziel erreicht haben sind Sieger. Ich denke daher, dass alle Malle auf das Sieger-Podium gehört hätten. Die ASO sieht das anders und hat stattdessen keine Malle Moto-Siegerehrung durchgeführt obwohl im Regelwerk PDF (S. 70) sogar Preise und Trophäen für die Top 3 ausgeschrieben werden. Ich bin da anders und daher:

Hier die komplette Malle Moto Wertung:

  1.  016 – OLIVIER PAIN (FRA)
  2.  100 – LYNDON POSKITT (GBR)
  3.  051 – HANS-JOS LIEFHEBBER (NLD)
  4.  048 – JURGEN VAN DEN GOORBERGH (NLD)
  5.  121 – EDWIN STRAVER (NLD)
  6.  095 – JUAN AGUSTIN ROJO (ARG)
  7.  125 – DONOVAN VAN DE LANGENBERG (ZAF)
  8.  093 – MACIEJ BERDYSZ (POL)
  9.  138 – ROMAIN LELOUP (FRA)
  10.  097 – SCOTT BRITNELL (AUS)
  11.  084 – PATRICE CARILLON (FRA)
  12.  088 – JAN VESELY (CZE)
  13.  106 – SIMON MARCIC (SVN)
  14.  085 – NICOLAS BILLAUD (FRA)

P.S.
Während der Rally wurde diskutiert, ob die Malle Moto nicht zu leicht sei, schließlich war früher alles härter. Natürlich kommen solche Kommentare immer aus der Ecke der Lehnstuhl-Profis.
Eines stimmt jedoch, die aktuellen 450er sind tatsächlich deutlich zuverlässiger als noch vor ein paar Jahren, es muss daher weniger repariert werden.Und KTM hat jeden Tag einen rollenden Ersatzteil-Shop im Biwak, in dem die Fahrer benötigte Teile vor Ort kaufen können. Früher mussten sie alle Teile, die sie eventuell austauschen müssen, schon vor der Rally kaufen und sich Teams suchen un bezahlen, die diese Teile mitnehmen. Ein weiterer Grund, dass so viele KTM-artige mitfahren, denn die anderen Herrsteller bieten diesen Service nicht.

Loud Pipes und was die so machen

Die #Hippe hat einen verdammt leisen Auspuff. Das sorgt immer wieder für Erheiterung bei echten Hardcore Dingsbums-Leuten. Mir gefällt das.

An einem meiner alten Helme klebte mal ein Aufkleber: “Laut ist out”. Damals fuhr ich eine SR 500 mit offenem Lufttrichter und Megaphon-Auspuff, noch mehr out ging nicht. Das Mopped war ein klarer Vertreter der “Leis’ ist Scheiß!” Fraktion, die Reim Dich oder ich fress Dich-Antwort auf die englischsprachige “Loud Pipes save lives” Idee.

Anekdotisch belegt

Meine war roter.

Ich hatte mal eine CBR600F in leuchtend Rot mit einem gigantisch großen Scheinwerfer und einem sehr effektiven Schalldämpfer. Das optisch auffälligste Fahrzeug, dass ich je hatte. Mit dem bin ich jahrelang täglich 60 Kilometer zur Arbeit gependelt und abends nochmal 60 km zurück. Es verging keine einzige Woche, in der ich nicht von einem Auto übersehen und geschnitten wurde. Bremsen und ausweichen können war meine Lebensversicherung.

Was für ein geiles Spaß-Gerät. #Hach

Nachfolgerin wurde eine tiefschwarze TL1000S mit winzig kleinen Projektionsscheinwerfern und Brüllrohren. Bester V2-Sound  in gefühlten 180 dB, also fast so laut wie die SR.
Obwohl das Mopped optisch sehr viel unauffälliger war, bin ich damit bei der täglichen Pendelei deutlich seltener übersehen worden. Ich vermute, ich wurde gehört und das hat die Autofahrer veranlasst zu gucken oder einfach nicht die Spur zu wechseln oder in die Kreuzung zu fahren.

So gesehen können laute Moppeds wirklich helfen, die nächste Fahrt zu überleben.

Andererseits hat mich auch mit den leisen Moppeds nie ein Auto auf die Hörner genommen, weil ich immer ausweichen oder bremsen konnte.

Daran musste ich denken, als ich dieses T-Shirt gesehen habe.

 

#Dakar2018 nach dem Rennen – Teil 2 Strategie

Nachdem ich das Rennen über im Internet verbracht habe, hier ein paar persönliche Beobachtungen, die in der Hektik des Renn-Alltags und der kurzen tägliches Zusammenfassung in den Berufsmedien nicht unbedingt vorkamen. Es ist eine kleine Serie mehr oder weniger kurzer Folgen, keine Ahnung wie viele.

Die Sieger Strategie

Hinterher ist man ja immer schlauer und so ist es jetzt ein Leichtes, die Strategie von Hias als die richtige zu erkennen und zu erklären. Mich freut, dass Hias das umgesetzt hat, was ich immer als die richtige Strategie bezeichne, nämlich keine Fehler zu machen. Am Ende der zehnten Etappe habe ich sehr oft gehört, Hiasi hätte Glück gehabt, dass er die Gesamtführung übernommen hat, weil er sich nicht verfahren hat. Das sehe ich anders.

Glück

Natürlich gehört Glück auf der Dakar dazu und Hias hatte schon auf der ersten Verbindungsetappe Glück, dass er nicht über den Haufen gefahren wurde, als er von einem LKW übersehen wurde. Er hat natürlich auch Glück gehabt, dass Ihm kein Lama vors Mopped gelaufen ist, so wie es Laia Sanz passierte.

Die anderen Fahrer, die aufs Gesamtklassement gefahren sind, haben alle Ihr Glück überstrapaziert und Fehler gemacht. Ich würde nicht sagen, dass sie Pech hatten oder Hiasi Glück, dass es so gekommen ist.

Navigation

Auf der entscheidenden zehnten Etappe ist die Spitze (diejenigen die auf der Etappe vorne fuhren) falsch gefahren, weil der Erste einen leichten Navigationsfehler gemacht hat und diejenigen, die hinter ihm gefahren sind nicht selber navigiert haben. Der erste war in diesem Fall Kevin Benavides, zu dem Zeitpunkt Zweiter im Gesamtklassement. Diejenigen, die ihm nachgefahren sind waren Meo und Price, beide slagen im Klassement hinter ihm und sind vor ihm in die Etappe gestartet, Sie hatten also bereits weitere Zeit auf ihn verloren. Hätten Meo und Price selbst navigiert (und zumindest Price hat hinterher zugegeben, dass er das nicht tat), hätten sie an dieser Stelle Zeit gutmachen können.
Es war ein leichter Navigationsfehler, weil er kurz nach einem Checkpunkt passierte als die Wegstreckenzähler automatisch auf den richtigen Wert korrigiert wurden und daher mit dem Roadbook übereinstimmten. Trotzdem sind weitere Spitzenfahrer an der Stelle falsch gefahren, war wohl doch nicht so einfach.

Geschwindigkeit

Im Straßenverkehr spricht man immer von nicht angepasster Geschwindigkeit, wenn es zum Unfall kommt. Anders ausgedrückt: wer zu schnell fährt stürzt.
Das ist dem zu diesem Zeitpunkt Gesamtführenden der Dakar passiert. Adrien van Beveren lag am Geginn der Etappe auf Platz Eins und ist als siebter in den Tag gestartet. Zum Zeitpunkt seines Stuzes hatte er die Führung auf Benavides (der sich verfahren hatte) ausgebaut  und somit auf dem besten Wege seine Führung zu verteidigen.
Hias hat die Stelle ohne Sturz passiert, er war schnell, aber nicht zu schnell war.

Fazit

Vor der Etappe war Hiasi Dritter, 6 Minuten zurück. Danach war er Erster mit 42 Minuten Vorsprung, das war kein Glück, das war gut gemacht.

Oder anders ausgedrückt: Hiasi hatte Glück, dass kein anderer unverschämtes Glück hatte.

#Dakar2018 nach dem Rennen – Teil 1: Teams

Nachdem ich das Rennen über im Internet verbracht habe, hier ein paar persönliche Beobachtungen, die in der Hektik des Renn-Alltags und der kurzen tägliches Zusammenfassung in den Berufsmedien nicht unbedingt vorkamen. Es ist eine kleine Serie mehr oder weniger kurzer Folgen, keine Ahnung wie viele.

Teams

Um die Dakar zu gewinnen muss man:

  • Ein top Mopped haben
  • Ein top Team haben
  • Ein top Rally- (nicht Motocross- oder Enduro-) Fahrer sein

Stimmt auch nur eine der drei Zutaten nicht, wird es nichts mit dem Sieg. Ist eine der drei Zutaten kaputt, klappt es auch nicht mit der Zielankunft.

Gasgas

Ich finde es daher clever, wenn ein neuer Hersteller sich möglichst viele Zutaten von außen besorgt und so nicht alles selber lernen muss.
Gasgas kommt aus der Insolvenz und hat noch keinen erprobten eigenen 
Viertaktmotor. Klar hätte ich es extrem cool gefunden, wenn sie mit einem Zweitakter gestartet wären, aber die Spanier haben lieber bewährte 2017er KTM-Moppeds gekauft und Gasgas draufgeklebt (KTM war eingeweiht). Sie hatten das Mopped-Problem gelöst, Fahrer mit Dakar-Erfahrung (und einen Rookie) an Bord und konnten erfolgreich Erfahrungen sammeln und sich auf das Rennen konzentrieren. Jetzt wissen sie, worauf es bei der Dakar ankommt und können vielleicht schon nächstes Jahr mit einem eigenen Mopped antreten. Vielleicht wählen sie ja dennoch einen Zweitakter, was ich extrem cool fände.
Wie gut das Gasgas-Team war, zeigt das Gesamtergebnis, da liegt Johnny Aubert (#40) auf Rang 6 und damit vor Pablo Quintanilla mit der besten Husky, die eine 2018er KTM ist. Das bekannt hervorragende Himoinsa KTM-Kunden-Team brachte die Top-Kunden KTM mit Gerrard Farres (letzes Jahr Dritter) auf Platz 5.

Die anderen Exoten

TVS geht einen Schritt weiter als Gasgas und hat nicht nur ein Rally-Mopped eingekauft, sondern auch Team-Leistung, daher heißt das Team auch Sherco TVS. Juan Pedrero verpasste die Top 10 um weniger als 3,5 Minuten, inklusive der 16 Minuten Strafzeit die er eingesammelt hat (die ASO erklärt nirgens, wofür es diese Strafzeiten gab).
Hero setzt ebenfalls auf außerhäusige Entwicklung und ein erfahrenes Dakar-Team. Die eingesetzten Speedbrains sind speziell für Rallys entwickelt und das Team ist seit langer Zeit dabei. Hero hat mit Orion Mena (#61) die Rookie-Wertung gewonnen. Besser kann man nicht zeigen, wie gut das Team ist.
Kurze Ankündigung: Beta will nächstes Jahr mit einem eigenen Mopped auf Enduro-Basis antreten

Keine Exoten

Als Amateur ist es ausreichend in einem Team zu sein, dass die Technik im Griff hat. Um die Dakar zu gewinnen, muss das Team mehr können. Mit Blick auf die 2018er Dakar mussten die Fahrer vor allem eingebremst werden. Es war bis zur zehnten Etappe vorne sehr knapp. Immer wieder wurden die Positionen getauscht, die klassische Situation in der der Fahrer angreifen will, um sich einen Vorsprung herauszufahren. Wer angreift macht schneller Fehler und Fehler kosten die Dakar.

Meiner Meinunng nach hat Yamaha das nicht gemacht. So hat Xavier de Soultrait mehrfach in Interviews gesagt, dass er sich den Arsch abgefahren hat und an die Grenze gegangen ist, um das Tempo der Top-Leute zu fahren. Er ist durch Sturz und Verletzung ausgeschieden, ebenso wie später Adrien van Beveren. Franco Caimi hat bei seinem Sturz das Mopped kaputt gemacht.

Bei Honda scheint man für diese „Bin it or win it“ Strategie seit Jahren auf BamBam Barreda zu setzen. Er ist, meiner Meinung nach der schnelleste Fahrer auf einem Rally-Mopped, macht jedoch immer wieder Fehler, die er dann mit noch mehr Geschwindigkeit ausbügeln will. Dieses Jahr waren es erst Navigations-Fehler und dann Stürze mit Verletzungen und weiteren Navigationsfehlern bis zur Aufgabe. Wenigstens hat Honda dieses Jahr nicht mehr illegal nachgetankt, ein Fehler der letztes Jahr von Hondas Team-Leitung gemacht wurde.

Wie gut das KTM Werksteam ist zeigt das Endergebnis: Platz 1, 3 und 4.

Der Hiasi

Am Ende hat der Fahrer gewonnen, der es das ganze Rennen über geschafft hat, innerhalb seiner Wohlfühlgeschwindigkeit (die höher ist als die Angriffsgeschwindigkeit der meisten anderen) zu bleiben, daher sauber navigieren konnte und sich bei keinem der Umfaller verletzt hat.

Sauber Hiasi, so gewinnt man die Dakar!

Und danke an die ASO und Marc Coma, dass es eine Dakar war, die nur so gewonnen werden konnte.

 

 

 

Die erste Etappe #Dakar2018

NEU: Jetzt mit EDIT (weiter unten)

31 Kilometer Sonderprüfung nach 241 km Anreise standen heute auf dem Programm. Für Dakar-Verhältnisse fing der Tag sehr spät an, erst um 08:30 wurde das erste Mopped in Lima auf die Reise geschickt, damit es 4h01m30s später auf die gezeitete Runde gehen konnte.

Facebook sei Dank konnte ich die Start Zeremonie in der peruanischen Hauptstadt live mitverfolgen, auch wenn ich weder den spanisch sprechenden Video-Kommentator verstand noch den meistens ebenfalls spanisch sprechenden Moderator am Startplatz. Da beide meistens gleichzeitig sprachen und jeweils über anderen Dinge hätten mir zusätzliche Sprachkenntnisse nur bedingt geholfen. Schön war es trotzdem.

TrackingDakar

Die Zeit der Verbindungsetappe habe ich dann damit verbracht, ein paar Textzeiten für TrackingDakar.nl zu übersetzen, so dass es davon jetzt auch eine deutsche Version gibt. Wer auf “Oben 10” klickt bekommt die Top 10 angezeigt, dass ist mein Fehler, wird aber bestimmt bald behoben. Ich habe die Texte “blind” übersetzt, da die Seite noch nicht online war, da dachte ich “Top” bezieht sich auch das obere Ende der Seite …

Link zu TrackingDakar, erste Etappe

Unfall

Kaum hatte ich die Übersetzung fertig kamen im Forum die ersten Meldungen über einen Unfall auf der Verbindungsetappe und kurz darauf Bilder, die Jürgen Drößinger am Straßenrand Sitzend zeigen und einen SUV mit Beule im Kofferraum. Auf mehreren Kanälen wurde gemeldet, dass Jürgen aufgeben musste. Die ASO zeigt trotzdem im Live-Timing an, dass er gestartet sei, aber nicht ins Ziel kam.
Dieses Zeiten und Informations-Wirrwarr von Seiten der ASO wird noch öfter kommen, der etablierte Ausdruck für diese Vorfälle ist: geASOd werden.
Auf jeden Fall gilt: Solltest Du Dich verletzt haben Jürgen, Gute Besserung
Es ist Jürgens erste Dakar und dann endet Sie bereits am ersten Tag. Mistimistikack!
Hias hat sich auf Facebook ebenfalls zum Straßenverkehr in Peru geäußert. 

Sturz

Ebenfalls gestürzt ist JRod, die Speerspitze des Hero-Teams. Am Kilometer 16,84 hat wohl die drei Ausrufezeichen nicht gesehen. Joachim ist nach dem Sprung übel zusammengestaucht worden, wer es sich angucken möchte möge bitte googlen, das Video wird bestimmt leicht zu finden sein.
Lange Zeit hatte er keine Zeit im Livetiming und es gab Gerüchte, dass er ausgeflogen werden musste. Ein paar Stunden später, während ich das hier schreibe, taucht er dann im Klassement auf Platz 75 mit 14 Minuten Rückstand auf.
Wieder geASOd.

EDIT
Kaum veröffentlicht, da taucht auf der Hero Facebook-Seite ein Foto von JRod in einem Krankenhausbett auf. Gute Besserung JRod.
Wer wissen will, wieso sein Mopped trotzdem eine Zeit hat, darf gerne mitraten. Wieder geASOd.
/Edit

Sportlich

31 km durch Sand und über Dünen in 20 Minuten und 56 Sekunden. Das ist verdammt schnell. Die “Oben 10” sind innerhalb von 2 Minuten. An der Spitze sind der Wüstenbewohner SunderSam und der ausgewiesene Sandspezialist AvBev, die morgen dann auch als erste Moppedfahrer in die Etappe gehen werden.
Von den Top-Favoriten fällt lediglich Toby Price ein wenig ab, er liegt mit 3m20s Rückstand auf Platz 14, fünf Sekunden hinter Laia Sanz und CS Santosch auf der schnellsten Hero.
Die langsamsten Fahrer haben bereits über 40 Minuten Rückstand aufgefasst, haben also dreimal so lange gebraucht. Da zeichnet sich eine verdammt harte Dakar für die Hinterbänkler ab, auch wenn man nicht einfach hochrechnen darf, dass sie ab jetzt immer dreimal so lang wie die Spitze brauchen werden.

Malle Moto

Bei den Selbstschraubern hatte heute Scott Britnell (KTM #097 +7m59s) die Nase vorne. Insgesamt liegen 13 Fahrer innerhalb von 10 Minuten. Der Tagesletzte Jeroen Ramon fährt ebenfall in der Kistenklasse und hat bereits 43m26s aufgefasst. Das ist ein langer Marathon und mit 27 Startern (+1 Quad) auch eine ziemlich voll besetzte.

Strafzeiten

Natürlich kann sich da bis morgen noch ein bisschen was ändern, denn die ASO muss noch die gesammelten GPS-Daten der Fahrer auswerten und möglicherweise werden Strafzeiten für zu schnelles Fahren auf der Verbindungsetappe oder nicht getroffene Wegpunkte hinzukommen.

Fazit

Heute konnten man nur verlieren. Trotzdem haben die Werksteams bereits feste angegriffen.
Auf Facebook gab es zwischenzeitlich drei (bestimmt auch mehr) Live-Feeds von verschiedenen Stellen der Special. Facebook ist also doch für was gut.

P.S.
Autos fahren auch mit.

P.P.S.
Heute war eine Ausnahme, ich werde nicht jede Etappe zusammenfassen. Wenn ich kann, dann berichte ich live auf Twitter, was mir zu auffällt.

Letzte Updates vor dem Start der #Dakar2018

Morgen geht es los, die Rally Dakar startet in Lima, um 14:00 Uhr unserer Zeit, wenn der Countdown auf der offiziellen Website richtig geht.

Wo ich gucke

Oh je, die offizielle Website ist neu. Da ist alles neu, nicht nur die Optik, auch die Datenflüsse. Wie sich das auf die Wahrnehmung der Rally für mich hier am Schreibtisch auswirkt ist noch unklar.
In den vergangenen Jahren war es immer so, dass die Informationen auf der offiziellen Website spärlich und verspätet waren. Einige clevere Menschen konnten diese Daten jedoch früher auslesen und haben daraus ein Livetiming gebastelt, dass fast so gut war wie eine TV Übertragung; nein besser: fast so gut wie ein Live-Tracking. Ich konnte so jederzeit erahnen, wo sich jeder Fahrer befindet. Und vielen anderen auf der Welt erging es ähnlich. Aktuell ist noch unklar, ob das wieder gelingen wird, dann wäre alles gut.

Ein riesiger Haufen Infos wird im ADVRider Forum in der F5irehose [englisch] geteilt. Dort laufen Informationen aus vielen Quellen ein: TV-Berichte aus Frankreich (mehrere Sender, zwei Stunden täglich), Holland und vielen spanisch sprechenden Ländern, Radio-Live Berichte, Twitter- und Facebook-Updates und einige Foren-Mitglieder haben einen oder mehrere direkte Drähte ins Biwak, zu Teams oder Familien der Fahrer.

F5irehose ist der Ort für alle, die von zu Hause aus fast live dabei sein wollen. Alleine in diesem Beitrag werden schon über 40 Infoquellen genannt, die der Kollege dort im Auge behalten möchte. Mal sehen, was davon funktionieren wird und welche Infos er daraus teilt.

Zwei weitere ADVRider-Threads die interessant werden können sind die Video-Sammlung und die Resourcen Liste.

Ich werde über Twitter teilen und berichten, was ich interessant finde und dabei den Hashtag #Dakar2018 nutzen.

Außerdem folge ich bei Twitter noch den Keywords: Dakar18 – @Dakar2018  – #Mallemoto sowie #originalbymotul und finde dort hoffentlich Material zum re-tweeten.

Da fällt mir ein, ich muss die Twitter-Liste Dakar-Moppeds noch aktualisieren.

Ich hoffe wirklich, dass das Live Timing auf Trackingdakar.nl wieder funktionieren wird.

Was besser ist

Dieses Jahr hat die Malle Moto Klasse ihren eigenen Sponsor. Offiziell heißt sie jetzt: Original by Motul. Mit dem neuen Sponsor kommt auch mehr Berichterstattung, hoffentlich. Im Vorfeld der Rally gibt es jedenfalls schon mal deutlich mehr Infos zu meiner Lieblingskategorie. Die Malle Motos fahren ohne Team und müssen alles an ihren Moppeds selber schrauben. Einen guten Eindruck davon bekommt man im Film von Lyndon Poskitt [englisch].

Lyndon Poskitt #100

Dieses Jahr ist Lyndon wieder dabei. Er fährt und schraubt wieder alleine in der Überseekoffer-Klasse, aber er hat ein Team dabei, dass ihn filmt und jeden Tag ein Video produziert. Das gibt es dann auf seiner Website zu sehen.

Vielleicht ist die ASO mit der neuen Website ja doch besser als in den ganzen Jahren davor.

Fahrer

Malle Moto ist nicht nur ein Abenteuer, sondern auch Sport. Auf meiner Favoritenliste für diese Klasse stehen drei Fahrer: Lyndon #100 (letztes Jahr Zweiter), Jurgen van den Goorbergh #48 (hat die Malle Moto 2016 gewonnen) und Oliver Pain #16 (war 2014 Gesamtdritter). Insgesamt hat diese Klasse 28 Teilnehmer; hossa! Darunter verstecken sich mit Sicherheit noch ein paar weitere Kandidaten auf den Klassensieg.

Den Kampf um den Gesamtsieg habe ich in einem älteren Beitrag bereits beleuchtet. Leider hat sich mein Wunsch-Sieger bereits verabschiedet, der Gonk hat sich während der Vorbereitungen quasi in letzter Minute verletzt und am Mittwoch nach einer Testfahrt entschieden, dass er nicht fit genug ist. Mistikack!

Chavos Mopped

Demnach nehme ich mir die Freiheit und nominiere einen weiteren Fahrer für den Favoritenkreis, nicht für den Gesamtsieg, aber einen Etappensieg und einen Platz unter den Top 5 traue ich Juan Carlos Salvatierra, genannt Chavo, mit der Nummer 11 zu. Er ist Privatfahrer und setzt auf KTM, allerdings auf eine 450 CX-F (in Deutschland nicht im Programm, zumindest konnte ich sie auf der §#$%&*** KTM-Website nicht finden).

Gerard Farres #11, letztes Jahr Dritter und damit bester Privatier, hat angekündigt, dass er seine letzte Dakar fahren wird.

Aus Deutschland ist ein Fahrer am Start: Jürgen Drössiger [Website] mit der Startnummer 104 erfüllt sich mit der Teilnahme seinen Traum, ich drücke ihm alle Daumen, dass er ins Ziel kommt. Feuert ihn auch über Facebook an.

Markus Berthold #67 [FB] ist der zweite Österreicher im Rennen. Letztes Jahr, bei seiner Premiere, musste er bereits auf der zweiten Etappe die Segel streichen. 

Die Strategie

Wie immer ist die erste Etappe der Dakar nur ein kurzer Prolog, dieses Jahr sind es 31 km Sonderprüfung (plus 241 km Überführung). Die Startreihenfolge wurde noch nicht bekanntgegeben, ich tippe darauf, dass die höchste Startnummer zuerst fährt und die Eins am Schluss, so wie letztes Jahr. 

Der Prolog wird vor allem über die Startreihenfolge für Tag Zwei bestimmen, große Zeitabstände wird die kurze Strecke nicht hergeben. Bei der Dakar startet der Schnellste des Vortages als erster und legt die Orientierungsspur für alle anderen. Etappensiege sind daher für den Gesamtsieg eher hinderlich.
Aber: Dieses Jahr starten die Moppeds ausnahmsweise nach den Autos in die zweite Prüfung, und damit liegt dann da schon eine Spur. Das gilt natürlich nur dann, wenn für Autos und Moppeds auch die gleichen Wegpunkte gelten, was natürlich niemand so genau weiß.

P.S.
Autos fahren auch mit, aber das steht ja auch schon oben.