Ein Jahr Motorradblogger Reddit

Der erste Geburtstag des Motorradblogger Reddits ist vorbei.Motorradblogger Reddit Grafik

Ich weiß nicht mehr, wann @ErnieTroelf das Reddit angelegt hat und wann er mich bat, bei der Linksammlung zu helfen. Heute ist mir jedoch aufgefallen, dass das Alter der Community mit “2 years” angegeben wird. Auf der Statistikseite sind die ältesten Daten vom September 2016, also vermute ich da den Gründungsmonat.

Happy Birthday

So ein Geburtstag ist eine gute Gelegenheit mal in die Statistiken zu gucken (leider nur für Admins einzusehen). Ich muss gestehen, bei meinen Freizeit-Projekten (Blog, Reddit und Co.) gucke ich nie auf irgendwelche Zahlen, da ist mir ein guter Kommentar-Dialog lieber als 100.000 Klicks. Aber heute gucke und zähle ich mal.
Mittlerweile listet das Wiki 57 Feeds auf, die automatisch einlaufen sollten. Wenn Du einen Blog vermisst, der automatisch im Reddit erscheinen sollte, füge ihn einfach ein oder sag Bescheid (z.B. mit einem Kommentar), dann machen wir das. Der Blog muss jedoch einen RSS-Feed haben (auch Du, Svenja!).
Dazu kommen immer wieder mal einzelne Links, die manuell eingestellt werden. Davon könnte es viel mehr geben, also stellt sie rein. Es ist durchaus möglich und erwünscht, auch ältere Artikel zu verlinken, die Ihr im Netz findet.

A propos Netz

Heutzutage wird Facebook oftmals mit dem Internet verwechselt, daher gibt es auch eine Facebook-Seite zum Reddit. Dort laufen jedoch nur die jeweils neuesten Beiträge automatisch ein. Wenn Du viel auf Facebook unterwegs bist, dann kannst Du dort abonnieren und/oder auf  “Gefällt mir” klicken.
Noch besser ist es jedoch, wenn Du die Links teilst und dem Reddit und damit allen beteiligten Blogs, zu mehr Lesern verhilfst.

A propos Leser

Die Facebook-Seite wurde von 23 Personen abonniert und gefällt 22. Das ist nicht viel und werden auch nicht mehr, denn von mir wird da keine Community-Arbeit reingesteckt. Falls jemand von Euch gerne bei Facebook ist und da etwas machen möchte, kann er oder sie sich gerne bei mir melden.
Ich bin erstaunt, dass das Reddit 48 Leser (also Reddit-Mitglieder) hat, mehr als Facebook-Freunde. Damit hätte ich nicht gerechnet, wo es deutlich weniger Reddit- als Facebook-Nutzer gibt. Das populärste deutsche Subreddit hat nichtmal 300.000 Leser, wogegen Angela Merkel bei Facebook über 2,5 Mio “Gefällt mir” hat und damit bei weitem nicht die populärste deutsche Seite ist.
Kurze Anmerkung: Der YouTube-Kanal von Honda Deutschland Motorrad hat 226 Abonnenten, vielleicht können wir den überholen.

Weitere Zahlen

Ich gehe davon aus, dass einige Leser den RSS-Feed des Reddits abonniert haben, weil sie keine Mitgliedschaft haben und auch keine wollen. Dazu gibt es freilich keine Zahlen auf der Statistik-Seite, aber:
Montag der populärste Reddit-Tag und Samstag mit Abstand am schwächsten. Ihr fahrt, schraubt oder putzt also am Samstag und wollt erst wieder im Büro nachlesen, was es Neues gibt.
Ansonsten geben die Statistiken leider nicht viel her, außer einer insgesamt steigenden Anzahl an Besuchern und Seitenaufrufen.
Es gibt keine Zahl der insgesamt eingereichten Links, von welchem Blog wie viele Beiträge stammen oder an welchem Tag die meisten Beiträge einlaufen, vielleicht bloggt Ihr ja alle am Samstag.
Ich konnte jedoch herausfinden (click-click-click), dass in den letzten 4 Monaten über 1.000 Links zusammen gekommen sind.

Wow!

TL;DR
Teilen, teilen, teilen und mitmachen.

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10 Jahre Bewegtbild Mopped

Moppeds sind ein Nieschenthema. Wer das nicht glaubt guckt in eine Fernsehzeitung (falls das hier junge Menschen lesen: Das ist so eine Art ausgedruckte App vom lineare TV-Programm) und zählt die Anzahl der Auto-Sendungen und vergleicht sie mit der für Moppeds. Oder, falls wir Motorsport mitzählen: Macht den Fernseher an wenn Motorradrennen laufen sollten und guckt, was stattdessen läuft: Snooker, Darts oder andere Sportarten, die die ARD Sportschau nicht mal mit dem Arsch angucken würde (ob das gegen die Sportart oder gegen die Sportschau spricht, möge jeder selbst entscheiden).

Selbermacher

Wie immer finden sich ein paar Menschen, die sich sagen: Wenn es nichts gibt, dann mache ich es eben selber.
Heutzutage ist das vergleichsweise einfach auch mit Bewegtbild. Früher, als die Einwahl-Modems gerade von Flatrate-Breitband ersetzt wurden, war das noch ein bisschen komplizierter. YouTube gab es noch gar nicht und als es dann da war, durften die Videos nur kurz und klein sein. Actioncams gab es auch noch nicht und schon gar nicht beim Discounter. Oder kurz: wir hatten damals nichts!

Dann kam Mopeten.tv die es auf immerhin 51 Folgen brachten.
Kleiner Disclaimer: Bei Folge 49 bin ich selber mitgefahren.

Logo Mopeten.TV

Dieses Jahr ist zehnjähriges Jubiläum!! Eins!11

Die erste Folge ging im Februar 2007 online. Somit ist dieses ein Jubiläumsjahr, und ich hätte es beinahe verpasst. Damit es Euch nicht auch so ergeht, gibt es hier den Link zur Seite 13 des Archivs. Von dort aus könnt Ihr Euch durch alle Folgen gucken.

Ich bin jetzt gerade wieder bei Folge 8.

Danke für 10 Jahre Mopeten.TV

1.100 km Autobahn mit der #Hippe

Samstag war ich zur Kaffeezeit auf eine Geburtstagsfeier eingeladen. Schön!

Das einzige Problem dabei war, dass die Feier 550 km weit stattfand. Das sind 550 Autobahn-Kilometer. Ohne Autobahn sind es nur 530 km.

Wenn die Wahl besteht, dann nehme ich lieber die Landstraße. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h wären das 9 Stunden Fahrt plus drei Tankstopps und Pausen.
Anders ausgedrückt, um pünktlich anzukommen muss ich weit vor Sonnenaufgang los fahren. Keine Lust. Also plane ich verschiedene Wege mit unterschiedlichem Autobahnanteilen.

Als ich dann endlich loskomme (nur teilweise meine Schuld) ist es so spät, dass ich komplett über die Bahn anreise.

Und zurück

Das Kaffee und Kuchen-Date geht bis ca. 05:30. Ich könnte jetzt sofort losfahren und über die Landstraße zurück oder mich erstmal hinlegen, ein bisschen schlafen und dann nach dem Frühstück los.
Nach dem Frühstück und einer kurzen Unterhaltung ist es schon fast 16:00 Uhr. Nur noch 4 Stunden Licht – mir fehlt die Lust auf die Landstraße. Zum Glück gibt es die Autobahn.

Bei meinem nächsten Besuch nehme ich dann aber die Landstraße.

P.S.
Weiß jemand, warum die Oberpfalz so weit östlich der Pfalz ohne Vornamen liegt?

Markentreue

Auf Motorcycle.com [englisch] wird gerade die Moppped-Markentreue der Leser abgefragt.

Oscar Quelle Pinterest

Quelle Pinterest

Ich bin bei solchen Selbstauskunft-Umfragen immer skeptisch, weil jeder normalerweise das antwortet, was er gerne tun würde, aber nicht dass, was er macht. Selbstbetrug ist ein ständiger Ratgeber des Menschen.

Mein Kreuzchen steht bei “mir doch egal, Hauptsache Mopped“, so wie 24% der Anderen. Nur 9% sagen, dass für sie nur eine Marke in Frage kommt. Die große Zweidrittel-Mehrheit (67%) bekennt, dass sie mehr als eine Lieblingsmarke hat. Das sind dann wohl diejenigen, die Ihre Triumph-Jacke über das Harley-Tattoo ziehen und dann mit der Ducati zum Honda-Händler zu fahren um dort eine neue Yamaha zu kaufen.

Vorher habe ich kurz gezögert und mich gefragt: Würde ich ein Mopped eines Herstellers aus Brasilien, Korea oder China fahren?
Klar, ich würde zur Zeit deutlich lieber eine Dual Sport aus China fahren als einen Chopper von irgendwo.
Obwohl: Eine Rocket III ist ein Chopper. Nein Chopper ist falsch, denn Chopper sind Moppeds, denen der serienmäßige Lenkkopf abgeschnitten (chopped off) und in einem anderen Winkel wieder angeschweißt wurde. Ich meine Cruiser.

Langer Rede kurzer Sinn: Hersteller und Marken sind mir in allen Lebenslagen fast egal, mich interessieren die konkreten Produkte. Ich schreibe fast, weil es manchmal vorkommt, dass mir eine Marke unsympathisch wird. Das kann z.B. durch besonders nervige Radio-Reklame passieren oder durch großmäulerisches Marketing geschehen. Eine schlechte Produkt- oder Händler-Erfahrung haben mir bis jetzt noch keine Marke vergällt.
Aktuell trifft das bei mir auf keine Moppedmarke zu, also war meine Antwort richtig.

P.S.
Die Umfrage läuft noch, also:

  • Könnt Ihr auch abstimmen
  • können sich die oben genannten Zahlen ändern

Einfach mal die Nacht durchfahren

Gestern war ich bei Freunden zu Besuch. So gegen 01:30 Uhr machte ich mich auf den ca. 75 km kurzen Heimweg über die Autobahn. An der heimatlichen Ausfahrt entschied ich mich, eine kleine Runde über nahe liegende Landstraßen ranzuhängen, die Luft war so schön.

Nachts sind alle Griesis grau

Also noch ein paar wenige Ausfahrten weiter und dann immer den Kurven nach. Links rum, rechts rum, war ich hier schon mal?
Im Dunkeln sieht alles anders aus.
Der Tank der #Hippe ist noch halb voll, es sind also noch ca. 3,5 Liter drin, das reicht für 100 Kilometer oder eine Stunde und zwanzig Minuten, bis dahin sollte ich entweder zu Hause sein oder eine 24 Stunden-Tanke gefunden haben.

Ich fand eine Tankstelle, konnte also fröhlich singend weiter durch die Dunkelheit und Kurven feilen, ohne den Hauch einer Ahnung, wo genau ich gerade bin.

Es fühlt sich an, als sei ich alleine auf der Welt, bis ich in die Nähe einer Dorfdisko komme, wo Fußgänger in abenteuerlichen Schräglagen auf beiden Seiten der Straße zick-zacken und voll besetzte Kleinwagen mit Bass-Antrieb meinen Weg kreuzen.
Wenige Kreisstraßenkilometer später bin ich wieder alleine und lenke die #Hippe in Richtung Ortsnamen, die mir wage bekannt vorkommen, könnte die richtige Richtung nach Hause sein.

Am Horizont zeigt sich erstes Licht, als ich die Stadtgrenze passiere, die Garage ruft.

ED der Arsch

Oscar - Quelle PinterestED heißt vermutlich ganz anders, ich habe ihn nicht nach seinem Namen gefragt, ich will ihn auch nicht berühmt machen, aber es gibt ihn wirklich. Ich habe ED auf einer Wochenendveranstaltung getroffen, genauer gesagt ist er mir dort bei zwei Gelegenheiten so nah gekommen, dass ich ihn hören konnte. Diese beiden Situation beschreibe ich hier und wenn Ihr danach der Meinung seid, ED ist gar kein Arsch, dann macht Ihr was falsch.

Die Veranstaltung

Es ging ins Gelände, die Veranstaltung richtete sich an Dual-Sports und Anfänger waren explizit willkommen. Das Gelände bot lange und steile Auf- und Abfahren und war wegen vorhergehender Regenschauer, schön matschig. Alleine der Matsch ist schon eine Herausforderung für straßenzugelassenen und auch anreisetaugliche Bereifung. Wer sein Mopped auf dem Hänger ankarrt kann natürlich auch grobe Stolle und Reifenhalter oder Mousse fahren und hat so einen großen Vorteil auf seiner Seite. ED kommt auf dem Hänger mit gröbster Stolle und Reifenhaltern.

Exkurs: Reifenhalter

Wenn das Gelände schwierig wird, ist viel Traktion immer hilfreich. Um die Traktion des Reifens zu erhöhen kann man den Luftdruck reduzieren. Weniger Luftdruck bedeutet, dass mehr Oberfläche des Reifens aufliegt und am Untergrund haften kann. Wenn zuwenig Luft im Reifen ist kann es passieren, dass sich der Mantel auf der Felge verdreht.
Ein Reifenhalter verhindert dieses Verdrehen, indem der Mantel festgeklemmt wird. Der Nachteil ist eine erhebliche Unwucht im Reifen, denn so ein Halter wiegt ca. 100 Gramm. Im Gelände ist das egal auf der Straße jedoch nicht so. Die Google Bildersuche hat mitŕ nicht ein einzelnes Bild geliefert, in dem die Funktionsweise gut erkennbar ist, aber die Gesamtheit der Egebnisse zeigt es ganz gut.

Auswuchtgewichte, die beim Straßenreifen verwendet werden, wiegen 5 oder 10 Gramm, um mal schnell die Dimension der Unwucht zu zeigen.

Fahrer A trifft ED

Fahrer A ist Anfänger und traut sich Mitte des zweiten Tages an einen der großen, steilen und matschigen Anstiege, schaffte es bis zum letzten Absatz vor dem Gipfel und kommt dann zu Sturz. Ich sehe den Sturz und auch dass Fahrer A von unten nicht zu sehen ist, vor mir ist ein weitere Anfänger, der unten wartet, dass die Strecke frei wird, er fährt also nicht hoch um zu helfen. Das mache ich. Ich fahre hoch, stelle mein Mopped von unten sichtbar an die Kante und gehe zum Fahrer, der noch neben/unter dem Mopped liegt.
„Geht es Dir gut? Alles klar, dann kümmern wir uns jetzt um Dein Mopped.“ (Mist, keine Kamera dabei).
Zu diesem Zeitpunkt kommt ED den Berg hoch geflogen. Er hält ebenfalls an, reißt das am Boden liegende Mopped an sich und versucht es durch den Matsch den Berg hoch zu schieben. Ich helfe dem Fahrer auf und rufe ED zu: „Nach unten, da ist eine Ausfahrt.“ Ed wendet das Mopped, führt es herunter.

Bis hierher könnte man ED noch für einen leicht übermotivierten netten Kerl halten, der einfach alle, die unten vor dem Hindernis warteten überholt und dann doch angehalten hat um zu helfen. Das ändert sich jedoch sofort, als ED mit dem Mopped auf Höhe des jetzt auch bergab gehenden Fahrer A ankommt.
“Dass Deine Bremse total scheiße ist, weißt Du ja wohl selber. Da müssen sofort neue Belege drauf, am besten die organischen vom Louis. Und die Handschützer die Du angebaut hast, sind der letzte Schrott und voll gefährlich, die musst Du sofort wegschmeißen und Dir richtige kaufen.”
“Die Bremsbeläge sind noch fast neu …” versucht Fahrer A in das Gespräch einzusteigen.
“Dann sind die verglast und kaputt, Du brauchst neue!”
“Danke, für Deine Hilfe, aber ich muss mich jetzt erstmal sammeln und brauche keine Tipps,” sind die nächsten Worte von Fahrer A.
Auf dem Ohr ist ED jedoch taub und doziert weiter, was an dem Mopped alles falsch ist und was Fahrer A alles falsch gemacht hat und so weiter.
Ich räume derweil die Hippe weg und kann den unten wartenden die Strecke noch nicht frei geben, weil EDs Mopped noch im Weg steht.
Nach zwei oder drei weiteren Hinweisen von Fahrer A, dass er nicht an Tipps interessiert ist, geht ED zu seinem Mopped zurück und fährt weiter.

ED hat keine Ahnung

Fahrer A hat mit Sicherheit einen Fehler gemacht, denn sonst wäre er nicht umgefallen, sondern den Berg hochgekommen. Welchen Fehler er gemacht hat, habe ich nicht gesehen, ich habe nur das Ende, den Umfaller sehen können. ED war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in Sichtweite, konnte also gar nicht wissen, welchen Fehler A gemacht hat, alle seine Ratschläge waren demnach bestenfalls geraten.

Ich bin sehr dafür, jemandem nach einem Sturz zu helfen, dabei sollte jedoch immer die Reihenfolge beachtet werden:

  1. Ist der Fahrer gesund, hat er Schmerzen?
  2. Hat schon jemand Fotos oder Videos gemacht?
  3. Will der Fahrer sein Mopped selber bergen (Gelegenheit macht Übung) oder möchte er Hilfe.
  4. Klappe halten oder motivierende Worte finden.

Die Bremse: Der Berg war steil und matschig. Das Mopped ist mit blockiertem Vorderrad im Matsch bergab gerutscht, weil ED nur die Vorderradbremsen gezogen hatte und das Mopped im Leerlauf war.

Falls Ihr in einer ähnlichen Situation seid und ein Mopped bergab schieben müsst, legt einen Gang ein und zieht die Kupplung. Ihr könnt dann, wenn die vordere Bremse nicht ausreicht den Kupplungshebel benutzen um auch das Hinterrad abzubremsen. Fahrer A wusste das, aber ED war am Mopped.
Und als zusätzlicher Hinweis: Wenn ein Mopped mit blockiertem Vorderrad einen Hang hinab rutscht, sind die Bremsbeläge nicht defekt oder „total scheiße“, aber das habe Ihr Euch auch schon selber gedacht.

Und weiter: Wenn vor einem Hindernis schon drei Moppeds stehen und warten, fahrt nicht einfach vorbei, es hat mit Sicherheit einen Grund, warum die dort stehen. Fragt nach und wenn es heißt, dass einer im Hindernis gestürzt ist und schon ein Helfer vor Ort ist, stellt Euch hinten an und wartet bis die Strecke frei ist oder signalisiert wird, dass mehr Helfer gebraucht werden.

Und zu Letzt: Die verbauten Handschützer sind die gleichen, mit unter anderem Pablo Quintanilla fährt, der vor kurzem die Atacama Rally 2017 gewonnen hat.

Fahrer B trifft ED

Vielleicht zwei Stunden später war ich zusammen mit Fahrer B (ähnliches Erfahrungsniveau wie ich, also fortgeschrittener Anfänger ohne Vollgas-Allüren) auf einem anderen Teil des Geländes unterwegs. Hier gab es Singletrails (so breit, dass nur ein Mopped durch passt), viele und vor allem trickreichere Hindernisse und für jedes eine Umfahrung.
Wir wählten den schwierigsten Teil des gesamten Geländes, der nur von wenigen Fahrern genutzt wurde. Steil bergauf über nasse Steine und Wurzeln mit glitschigen Matschstellen und ohne Anlauf.
Fahrer B fuhr vor mir und schaffe die Steigung zu ca. 93% als er Schwung und oder Traktion verlor und fest hing. Kein Sturz und somit eine hervorragende Stelle um zu üben, sich aus dieser Lage zu befreien. Ich stelle meine #Hippe ab um eventuell nachfolgenden Fahrern die Umfahrung ans Herz zu legen, weil: hier steht ja einer und blockiert den Singletrail, was jedoch aufgrund der Streckenführung mit Kurve nicht sofort sichtbar ist.
Klappte auch zweimal, doch dann kommt ED. Meine Zeichen hat er ignoriert, also stelle ich mich in den Weg und rufe:
“Da hängt einer fest.”
“Ich sehe keinen.” So erfuhr ich, dass ED zwar alles kann und besser weiß, aber nicht um Kurven herum gucken kann.
“Da ist aber trotzdem jemand,” lautet meine Antwort. ED stellt sein Mopped ab (er hat mich also nicht über den Haufen gefahren, immerhin), stapft um die Kurve und den Berg hoch. Ich hinterher, EDs Mopped steht
 sichtbar, Intelligente Fahrer werden erkennen, dass dieser Weg momentan blockiert ist. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit für ein Foto, denn Fahrer B hat seine Kamera dabei. ED ist als erster da und brüllt sofort:
“Zweiter Gang, Vollgas. Gas! Gas! Gaaaaas!” während er mit aller Kraft das Mopped samt Fahrer den Berg hoch schiebt. Keine Chance für mich an den Fotoapparat zu kommen. Kaum oben ist ED schon wieder auf dem Weg nach unten.
“Da ist mindestens ein Bar zu viel Luft drauf,” erklärt mir ED auf dem Weg nach unten. “Er hat 0,8 Bar im Reifen, demnach braucht man hier Minus 0,2?” fragte ich nach. “Dann eben ein halbes Bar zu viel, “ korrigierte ED seine Behauptung.
“Ohne Reifenhalter?” wollte ich wissen. “Ohne kann man hier gar nicht fahren,” klärte ED mich auf, „dann muss er halt wo anders lang fahren.” steigt auf sein Mopped und fährt den Berg hoch.

Ich bin den Berg mit 1,0 Bar und ohne Reifenhalter auch hoch zu Fahrer B.
“Ich wollte eigentlich erstmal versuchen, alleine wieder in Fahrt zu kommen.”
“Kann ich verstehen, aber das geht nicht, wenn ED hier lang will.”

Exkurs: Luftdruck

Wie oben bereits geschrieben, kann man mit weniger Druck im Reifen die Traktion erhöhen. Daraus zu schließen, dass immer und überall der wenigste Luftdruck der beste ist, stimmt natürlich nicht, sonst würden Profis immer und überall komplett ohne Luft im Reifen fahren. Luft im Reifen schützt z.B. die Felge vor Beschädigungen, deshalb wird auf steinigem Gelände mit mehr Luftdruck gefahren und in weichem Sand mit weniger. Einfach alle Luft aus dem Reifen lassen ist auch mit Reifenhaltern keine Lösung. Je nach Leistung des Moppeds wird ein Reifenhalter schon bei Luftdruck von 1,0 Bar und weniger empfohlen. Je mehr PS am Hinterrad zerren, desto leichter kann sich der Mantel verdrehen.

Zum Schluss

Sei kein ED. Und wenn Du ein ED bist: Hau ab und lass mich und alle anderen in Ruhe.

P.S.

Dass ED der Arsch so ähnlich klingt wie Ed March ist mir ganz am Ende des Artikels beim dritten Durchlesen aufgefallen. Das ist nicht beabsichtigt, gibt mir aber die Gelegenheit auf die Youtube Filme [englisch] von Ed March hinzuweisen, die sehr unterhaltsam sind. Ed March ist nicht ED der Arsch.

Die World Superbikes in der Krise #WSBK – Teil 2

Wolrd Superbike LogoDass die #WSBK in einer Krise steckt, habe ich in Teil 1 schon gezeigt. Hier schreibe ich aus meinem Lehnsessel heraus, welche Gründe ich sehe. Andere Meinungen gerne und laut als Kommentar schreiben. Andreas ausführlicher Kommentar zum ersten Teil hat in meinem Kopf Purzelbäume geschlagen. Wie immer, sollte man die Entwicklung nicht isoliert betrachten. Trotzdem konzentriere ich mich hier erstmal auf die WSBK und lasse die Probleme der klassischen Medien, was auch immer die Motorsportverbände machen und so weiter erstmal außen vor. Ich gucke hier auf das Produkt WSBK und lasse den Markt ein wenig außen vor. 

Zweite Liga

Die Superbike ist die zweite Liga der MotoGP. Bei Honda z.B. sieht es so aus: Wenn es in der MotoGP mal nicht so richtig läuft, dann werden Ingenieure vom Superbike-Projekt abgezogen und in die MotoGP gesteckt. Sagt jedenfalls Roland Berger im Interview mit Zonko [Video 25 min]. Ganz davon abgesehen, dass Honda gar kein richtiges Superbike-Werksteam hat.
Somit bekommt sie nicht die Aufmerksamkeit die Fahrer, Teams, Hersteller und Sponsoren gerne hätten. 

Sieger

Ein Problem, dass die WSBK gerade hat, zeigt sich in den Siegerlisten der letzten Jahre [Link führt zum Jahr 2015]. Dort findet man fast nur die Namen von Johnny Rea, Tom Sykes und Chaz Davies. Seit 2015 wurden nur fünf von 68 Rennen (Stand: 17.08.2017) von anderen Fahrern gewonnen. Das alle Drei unter dem Union-Jack auf dem Siegertreppchen stehen, macht es nicht leichter, die Serie weltweit zu vermarkten. Als im Gegenzug dazu letztes Jahr neun verschiedene Fahrer in der MotoGP gewonnen hatten, wurde darüber weit und breit berichtet.

Regeln

In der WSBK versucht man etwas zu ändern. Seit diesem Jahr soll eine geänderte Startaufstellung im Sonntagsrennen für mehr Spannung und Spektakel sorgen, bei der die ersten Drei des Samstagsrennens aus der dritten Startreihe starten. Das erhöht die Spannung praktisch gar nicht, denn diese drei Fahrer sind oft schon in der ersten Kurve wieder vorne und es gibt wieder die bekannten Gesichter auf Platz eins.

Technik

Der Grund, warum immer wieder die gleichen Fahrer gewinnen, sind zu großen Teilen die Moppeds, die sie fahren. Nur Kawasaki und Ducati sind mit echten Werksteams und jeweils zwei Fahrern vertreten. Kawasaki fährt nicht in der MotoGP und kann sich so auf die WSBK konzentrieren.
Bei einer Rennserie, die auf Serienmoppeds basiert, sollten Werksteams eigentlich kein so großer Vorteil sein. Die Moppeds der WSBK sind jedoch nicht ganz so seriennah. Ein Zitat von Davide Giugliano, nach seinem Test für Honda: “und probierten verschiedene Set-ups, neue Verkleidungen sowie unterschiedliche Elektronikeinstellungen.” (Motorport Total): 
Neue Verkleidungen? Das klingt mehr nach MotoGP als nach einer Rennklasse, die mit getunten Serienmoppeds unterwegs ist. Je mehr technische Freiheiten an den Moppeds erlaubt sind, desto größer die Vorteile von Werksteams mit großen Entwicklungsabteilungen. Andererseits erlauben es diese technische Freiheiten auch Moppeds, die auf der Straße besser funktionieren (Vergleichstests gewinnen) als auf der Rennstrecke (Siege einfahren) entsprechend umzubauen.

Erschwerend für alle Beteiligten kommt hinzu, dass die WSBK und die größeren nationalen Serien jeweils andere technische Regeln haben. Es ist also nicht so ohne weiteres möglich, mit dem IDM Mopped einen Lauf in der britischen BSB, der MotoAmerica oder All-Japan Road Race zu starten [englisch].

Kurz zusammengefasst: Es ist kompliziert

Die WSBK hat eine ganze Reihe von Baustellen. Da sie sich ein Dach mit der MotoGP teilt, hat sie immer direkte Konkurrenz, die von fast allen Beteiligten bevorzugt wird. Ich schließe daraus: Je ähnlicher beide Serien sind, desto schwieriger wird es für die WSBK zu überleben.
Früher, als die Superbikes groß wurden, wurden im Grand Prix Sport noch Zweitakter gefahren, die MotoGP hieß noch 500er wegen dem Hubraum. Auf der Straße und besonders am Stammtisch, waren damals die sportlichsten Zweitakter schon länger nicht mehr die schnellsten Moppeds, die hatten vier Takte und mehr Hubraum.
Jetzt fahren die einen wie die anderen mit 1.000 ccm Vierzylinder Viertaktern (Ducati demnächst auch), bei annähernd gleichen Rundenzeiten auf teilweise gleichen Rennstrecken. Dass die Superbikes in Assen z.B. nur 21 Runden fahren und die MotoGP 26 merkt keiner.
Da die MotoGPs erfolgreicher sind, müssen sich die Superbikes ändern.

Ideen

Ich bin kein Fachmann für Technik oder Regelkunde, aber warum nicht:

  • Mit ganz anderen Moppeds fahren, z.B. Naked Bikes, die sehen schon anders aus als MotoGPs
  • Mit einer Balance of Performance die für die Serie homologiserten Moppeds (im Prinzip egal ob Reiseenduro oder Supersportler) jedes Jahr auf gleiche Rundenzeiten bringen und die Entwicklung einfrieren.
  • Längere Rennen mit Boxenstopp und ohne Fahrerwechsel fahren.
  • Werksteams verbieten und nur Tuner erlauben.
  • Mit komplett serienmäßigen Moppeds auf Straßenreifen fahren.
  • Experimentelle technische Lösungen fördern, egal ob Elektromotor oder Achsschenkellenkung.
  • Die Serie auf vier Rennen verkürzen, an denen die jeweils 5 besten aus BSB, IDM. MotoAmerica und A-Japan Road Race den Weltmeister ausfahren.
  • Stadtrennen wie die Formel E, beim Zuschauer vor der Haustür fahren.

Reicht das?

Ob es reicht, um die Mediacenter wieder voller Journalisten zu bekommen, die in die mediale Breite berichten, ist da noch eine ganz andere Frage. Vielleicht ist diese Zeit auch einfach vorbei. Ich glaube, heutzutage braucht es noch viele klassische Medien-Outlets um große Teile der Nicht-Fans zu erreichen. Braucht es diese Breite überhaupt?

Vielleicht reicht es aus, das Produkt WSBK so zu lassen, wie es ist, aber die komplette Vermarkung und mediale Verbreitung aumzukrempeln.

Zuerst sollte man damit anfangen für sich zu definieren, wann eine Rennserie erfolgreich ist: volle Tribünen von Ort, möglichst viele Live-Minuten in Free-TV, unendlich viele verkaufte Video-Pässe, unzählige Hollywood-Schauspieler in der Hospitality oder die Anzahl der am Montag verkauften Moppeds? 

Es mag in der Zukunft ausreichen, die erfolgreichste Rennserie auf Facebook oder Youtube zu sein, bis dahin wird es aber noch dauern. Youtube ist voller Game of Thrones Fan-Videos, in denen die letzte Folge analysiert und spekuliert wird. Wenn ich in Zukunft ähnlich viele WSBK-Fan-Kanäle finde, dann weiß ich, dass die Krise überstanden ist.