Like ist der kleine Bruder von Scheiße

Auf den Social Media Plattformen sind wir alle immer Leser und Schreiber. Man schreibt dort nicht nur eigene Beträge, auch die Kommentare und Likes (Sterne, Daumen, Herzen oder was auch immer), die dort hinterlassen werden, werden geteilt. Auf manchen Plattformen wird auch angezeigt, was Du gelesen hast. Gespeichert wird das sowieso und wenn es nicht heute angezeigt wird, dann vielleicht später: „Vor drei Jahren hast Du Dir diese Katzenbabys angesehen. Gucke jetzt, wie groß sie heute sind [Link]“.
Dass Facebook und Co. das Surf-Verhalten nicht nur auf der eigenen Plattform sondern auch darüber hinaus verfolgen, aufzeichnen und speichern, wissen wir ja alle. Dagegen kann man was tun, aber das ist ein anderes Thema. Wir schreiben also ständig, wenn auch meistens nur in eine Datenbank, die uns später um die Ohren gehauen wird.

Wenn wir also sowieso schreiben, dann kann es nicht schaden, wenn wir wissen was wir tun und dass wir das richtige Tun.

Kommentieren

Guck, wo Du kommentierst. Wenn Person A in Deiner Timeline einen LiOscar Quelle Pinterestnk teilt, und Du willst was zu dem Link (nicht zum Inhalt des Linkziels) sagen, z.B. der Link funktioniert nicht, dann kommentiere unter dem geteilten Link von Person A (am besten mit dem korrigierten Link). Wenn Du aber etwas zum Inhalt des Linkziels sagen willst, dann sag es dort, auf der Seite, zu der der Link führt, denn dann kann der ursprüngliche Autor es lesen und auch andere Leser. Dort bleibt den Kommentar auch erhalten, wenn das Timeline Radio längst weiter gezogen ist.
Das gilt auch wenn Person A auf Facebook (und auch allen anderen Plattformen) auf den eigenen Blog verlinkt, der Kommentar gehört unter den originalen Beitrag. Die einzige Ausnahme ist, wenn Du hinter dem Rücken des Autoren über ihn reden willst, dann kannst du Deinen Kommentar auch woanders, z.B. in Deinem Lieblingsforum oder sonst wo posten.

Teilen

Das Mitmachnetz lebt vom teilen, sharing is caring, wie es in einer anderen Sprache heißt. Nun muss man nicht jeden Betrag den man gelesen hat, gleich teilen. Jedoch: Meistens ist ein re-post nur ein einziger Klick und damit genauso aufwändig, wie ein Like. Und trotzdem werden viel mehr Herzchen, Daumen und Sterne gegeben als geteilt, selbst bei Postings, wo es eigentlich keinen Sinn macht.
Ein paar Beispiele: Ein Tweet, in dem jemand eine Wohnung sucht. Wenn so etwas in Deiner Timeline auftaucht, dann hilft ihm ein Herzchen nicht weiter. Es kann jedoch helfen, wenn Du den Tweet teilst.
Oder jemand stellt eine Frage, warum gibt es dafür mehr Daumen hoch als Antworten? Wenn man die Antwort nicht weiß, kann man die Frage weiter teilen, damit werden die Chancen erhöht, dass der Fragesteller eine Antwort bekommt.
Das gleiche gilt für ein gutes Statement, teile es, wenn Du die Meinung teilst, kommentiere, wenn Du eine andere Meinung hast.

Like ist egal

Bleibt als letzte Standard-Tätigkeit noch der Klick auf den Daumen. Warum macht man Oscar - Quelle Pinterestden? Weil man etwas gut findet, das aber nicht teilen möchte. So kann man einem Insider-Gag den Credit geben, den er verdient, ohne damit alle Outsider in der eigenen Timeline zu zu müllen.
Oder weil etwas in der eigenen Timeline auftaucht, dass einem gefällt, von dem man jedoch weiß, dass die eigene Follower durch einen Re-post gestört werden (z.B. Katzen-Videos in einer Katzenhasser-Timeline).
Oder weil man einfach nett zum Autor sein möchte, aber wir wissen doch alle: Nett ist der kleine Bruder von Scheiße.

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14 Gedanken zu „Like ist der kleine Bruder von Scheiße

  1. Ich finds ja gut, dass Du hin und wieder den Zeigefinger hochhälst. (Ich habs ja aufgegeben zu erklären, warum Kommentare in die Blogs gehören.)

    Ich kommentiere gerne in den Blogs und finde es dann immer sehr schade, wenn es die Möglichkeit dazu nicht gibt.

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  2. Grundsätzlich stimme ich Dir zu. Aber mir persönlich sind ein-zwei Likes lieber, als so gar keine Reaktion. Immerhin lässt sich in jene hineininterpretieren, dass man irgendwie den Nerv der „Likenden“ getroffen hat. (Zumindest handhabe ich es so damit bzw. like auch dann, wenn mir einfach gerad der Nerv zum Plappern fehlt).

    In Blogs kommentieren ist bei dem ein oder anderen gar nicht so einfach, zumindest wenn man kein WordPress-Konto hat oder nicht mit einem „Social Login“ antworten möchte.
    Ärgerlich wird’s auch, wenn man sich per Tablet die Finger wundkommentiert hat und beim Abschicken eine Fehlermeldung erscheint.

    Gefällt 1 Person

    • Das mit dem Anmelden stimmt leider und natürlich ist ein Like besser als nichts, aber eigentlich ist ein Beitrag genauso schnell geteilt, und dass ist ein noch größeres Kompliment. Am allerbesten gefallen mir aber Kommentare.

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  3. Na dann halt hier… Ja, vieles richtig, wenn auch nicht alles. Um hier zu kommentieren, muss ich mich gesondert anmelden (lästig) oder soll Zugriff auf Social-Logins erlauben (gefährlich). Das ist ein Grund.
    Teile ich Inhalte von mir (egal ob Links zu meinem Content oder direkt Inhalte wie Bilder) erfahre ich natürlich auch von den Kommentaren und Likes auf der jeweiligen Plattform, zum Teil (sofern öffentlich / für mich sichtbar) auch, wenn das dann wieder geteilt wird und Kommis im Profil / auf anderen Seiten kommen. Alles vielleicht nicht so einfach / zentral, irgendwie aber doch einfacher als z.B. hier über ne WP Seite.
    Und wer liked, der ‚teilt‘ indirekt auch. Denn ‚XYZ gefällt …‘ oder ‚XYZ hat Beitrag xxx kommentiert‘ sind Grundlagen der Facebook-Timeline. Ich sehe (zum Glück nur in Teilen) was meine Freunde liken, kommentieren usw. Sie müssen es nicht weiter teilen.
    Schlimm aber ist, dass man zwar xxx Likes und auch Kommentare erhält, bei Links aber kaum jemand liest / schaut und selbst Klicks auf Bilder (zwecks Vollansicht) kaum noch erfolgen.
    Eine Generation ‚Überschriftenleser‘ und ‚Briefmarkenfotovorschauangucker‘.
    Da fragt man sich als Schreiber wie Fotograf: warum mach ich den Schei… eigentlich?!?
    Grüße

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    • Laut meinen Einstellungen müssen für einen Kommentar Name und E-Mail eingetragen werden, Social-Logins sollten als Alternative auch funktionieren, nutze ich selbst bei anderen aber auch nie.
      Je mehr Überschriften-Leser Deinen Beitrag teilen, umso größer ist die Chance, dass auch neue Leser und Kommentatoren kommen.

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  4. „Sei der Erste dem dies gefällt.“
    So. Ja, hätten die wohl gern.
    Die ham‘ wohl den Artikel noch nicht gelesen, wenn sie mich auffordern, als „erster“ lieb zu sein.
    Wieso denn auch ? Kenn‘ Dich kein bißchen – …
    Und ich bin auch nicht nett.
    Niemals. Auch wenn mir ‚was gefällt…
    😉

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      • Ja. Das ist echt Scheiße von denen.

        Nun hab‘ ich immerhin, analog zum Rat der in diesem Blogbeitrag gegeben wird und entgegen meiner ersten Hilflosigkeit, auf dieser verlinkten Webseite der Nachbau-„Neuentwicklung“ von KTM nicht kommentieren zu können und weil ich das dann auf /r/motorradblogger spontan gemacht hab‘, einen Kommentar in meinem liebsten (oder meistgeliebthasstesten ;-?) Forum abgegeben… dort kann nur in Form von Kommentaren (nach Registrierung) gelikt oder gegengelikt werden … http://www.1000ps.at/forum/tm.asp?m=2809301&mpage=1&key=&#2809301 …und für mich stellt sich damit die Grundsatzfrage: wofür, außer zur besseren Verfolgung von LebensLikungen, braucht man diese Bussigeberei eigentlich zusätzlich, wenn frauman kommentieren kann ? Wenn keine Zeit/Lust Statements abzugeben vorhanden ist, dürfte der Drang danach nicht besonders hoch sein – man kann/darf, mußja nicht; und er ist unterschiedlich stark – zumindest bei mir.

        Ungeachtet dessen, hab‘ ich -als zeitgemäßes, in Like-Konventionen gefangenes Individuum- den Blogbeitrag nun doch positiv bewertet und zusätzlich G+1 bemüht … 😉

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          • 2 mal Nö:
            Einen Blog hätte ich theoretisch ja, nur sammle ich dort eher Anekdoten, als sie zu veröffentlichen – zu kommentieren oder zu kritisieren fällt leichter, als Gedanken blogfähig zu konvertieren ;-9.
            Kommentieren kann ich beinahe überall der auf /r/motorradblogger gelisteten Blogs, das geht schon … 😉

            Hätte ich ein eigenes Blog, würde ich meine Kommentare dort in irgendeiner Form duplizieren – das ist nicht nötig, denke ich – und macht weit weniger Arbeit.

            Gefällt 1 Person

  5. Ich lese zwar so einiges, bin aber leider nur sehr schlecht blogfähig weil unwissend in vielen medialen Dingen. Darf ich nun twitter und facebook nicht mehr lesen und kommentieren?

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