Die Anreise #Laos14

Überraschenderweise begann meine diesjährige Laos-Reise zu Hause. Es ging dann zuerst mit dem Zug nach Frankfurt an den Flughafen und von dort aus mit der Vietnam Air nach Hoh Chi Minh Stadt. So kurz vor den Tet-Feiertagen war ich nicht der einzige Fluggast, aber gefühlt der einzige über 1,60 Meter und mit nur einem Stück Handgepäck. Um mich herum wurde wild asiatisch gesprochen. Die zwei älteren Damen mit denen ich mir eine Sitzreihe teilte meinten sich um mich kümmern zu müssen und sorgten dafür, dass die Stewardessen mich ja nicht übersahen und besorgten etwa zur Mitte des Fluges noch eine extra Nudelsuppe. Wahrscheinlich sah ich im Schlaf so hungrig aus. Es war jedenfalls eine gute Einstimmung auf die asiatische Gastfreundschaft, die ich in den kommenden Tagen noch öfter genießen konnte.

Es war übrigens das erste Mal, dass ich mitbekommen habe, dass ich mich mit über 1.100km/h bewegt habe.

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Eine gute Einstimmung auf die rasanten Tage, die da kommen sollten.

Von Hoh Chi Minh aus flog ich weiter nach Siem Reap, dem wohl schönsten Flughafen der Welt mit dem weltallerfreundlichsten Personal. Ich war der einzige Transitreisende und daher kümmerte sich die Sicherheitsbeamtin nur um mich, lotste mich durch die Sicherheitskontrolle direkt in den Abflugbereich und bat dann um meinen Gepäckschein und Ausweis. Ein bisschen mulmig war mir schon, einfach so meine Papiere aus der Hand zu geben, aber eine Alternative fiel mir auch nicht ein. Ich wurde auf einen gemütlichen Sessel dirigiert und schon war die Dame mit den Worten „I take care“ verschwunden. Nach inzwischen 16 Stunden war mir nicht gerade nach sitzen zu mute und so begann ich mir ein bisschen die Beine zu vertreten. Wie aus dem nichts war die Dame wieder da und versuchte mich in gebrochenem Englisch davon zu überzeugen, dass ich mich ruhig setzen und ausruhen könne und verschwand wieder.

Eine halbe Stunde später kam sie wieder zurück und drückte mir meine Bordkarte und einen neuen Gepäckschein in die Hand. Ich guckte ein wenig irritiert auf den neuen Schein und weil die Damen nicht recht wusste, wie Sie mir erklären konnte wieso ich einen neuen Schein hatte, kam ein Kollege und erklärte mir auf Englisch, dass die Dame meinen Koffer abgeholt und wieder aufgegeben hatte. Dafür meine Bewunderung, denn das Mädel war nur etwa eine Hand breit brößer als mein Koffer und wenn ich jetzt behaupte, dass sie 40kg wog, hätte ich sie fett genannt. Das arme Mädel, andererseits sah es bestimmt spektakulär aus, wie sie mit meinem 23kg Riesenkoffer durch die Gegend gelaufen ist oder besser wie der Koffer mit Ihr durch die Gegend gelaufen ist.

Dann ging es weiter nach Pakse und ich war entlich in Laos, wo ich meine Mitreisenden @Moto1203 und @Superbike641 traf, die zur selben Zeit aus einer anderen Richtung eingeflogen kamen.

Jetzt konnte es richtig losgehen!

 

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Laos ich komme!

Letztes Jahr war ich in Laos und am Wochenende geht es wieder dort hin.

Falls es also Zweifel daran gab, ob es  mir gefallen hat, sollten diese damit ausgeräumt sein. Es wird jedoch keine Wiederholung der letzten Reise. Wir werden jetzt nur zu dritt sein und wir wollen den natürlich auch ganz woanders lang fahren. Ja, es wird wieder einen Mopped-Tour.

Ich freue mich wie Bolle und kann gar nicht mehr warten, bis es endlich losgeht.

Falls ich Netz haben werde kommen auch ein paar Tweets und Statusupdates auf Facebook aus Asien und ich hoffe, ich werde an den Hashtag #Laos14 denken.

Hell Yeah!

Der letzte Beitrag zu #Laos (vorerst)

Den Beitrag über die Ausrüstung, die in Laos den Geist aufgegeben hat, werde ich mir ersparen, damit ich mich nicht wieder aufrege.

Zum Abschluss noch einmal eine Stichwortsammlung zu #Laos

  • Nudelsuppen-Macht-Nix-Tour
  • Griesis Sturz-Fluch
  • Neue Cross Hose gleich kaputt gegangen
  • Sonnenbrille kaputt gegangen (Bügel gebrochen, Gelenk zerbröselt) hat fast 14 Tage gehalten
  • Beerlao
  • Hochzeit-Crasher
  • Überall winkende Kinder
  • Mit Schmuddel-Mädchen spielen
  • Pick-Up Party in Vientane
  • Elefantenkopf
  • Piste fahren macht Spaß
  • Überraschend wenig wilde Tiere gesehen und gehört
  • Unsere Route auf Google Maps
  • Chaos-Guide aus Thailand
  • Das kann man nicht nur essen, das schmeckt sogar
  • Deutsche Touristen sind immer noch ein bisschen mehr scheiße. Fremdschämen Galore auf dem Flughafen von Bangkog

Zwei Hochzeiten und ein Vollgasfall #Laos

An dem Abend als wir ohne Gepäckwagen im Hotel ankamen gab es nicht nur Gin-Tonic sondern in unserem Hotel wurde auch noch eine Hochzeit gefeiert. Um das Hotel mal kurz zu charakterisieren, es war das beste Haus am Platz Während wir durchgeschwitzt, schlammig und staubig in der Lobby warteten fand ebendort der Empfang des Brutpaars statt. Brautpaar und Gäste waren besser angezogen und sauber.

Nachdem unser Gepäck dann angekommen war sind wir was essen und als wir wieder ins Hotel kamen war die Feier in vollem Gange und wir wurden abgefangen und in den Festsaal umgeleitet wo gegessen getrunken und getanzt wurde.

Als erfahrener mit Händen-und-Füßen-Sprecher übernahm ich die ehrenvolle Aufgabe mit dem Onkel der Braut (so habe ich es verstanden) zu trinken und zu essen während der Rest auf der Tanzfläche traditionelle Laotische Tänze lernte.Es war ein riesiger Festsaal mit geschätzten 500 Gästen, keine Übertreibung, die Braut kam aus Laos und der Bräutigam aus Thailand. Ein echtes Erlebnis das jedoch am nächsten Tag überraschend getoppt wurde.

Während der Mittagspause entdeckten wir ein abgelegenes Dorf und entschlossen uns spontan dorthin zu fahren. Gerade angekommen sprang ein Mann mit Gong in der Hand auf die „Straße“ und hielt uns an. Es war der Chef des Dorfes, der uns zur Hochzeit einlud, die gerade dort gefeiert wurde. Der volle Kontrast zur Luxusfeier am Abend vorher. Hier gab es zwar schon einige Strommasten, jedoch noch keine Leitungen. Zur Feier des Tages hatten einige der Gäste „Kriegsbemalung“ aufgelegt, Es wurden Gongs geschlagen und Trommeln und die Exoten aus Europa direkt in die Feierlichkeiten integriert und beschnapst, bevor wir weiterfahren durften.

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Mehr zur zweiten Hochzeitsfeier gibt es auch auf Rideexperience.

Foto von Matthias Haupt

#Laos hätte auch schlimm sein können

Wie bereits geschrieben, sind alle meine Befürchtungen rund um Gruppenreise und Guides nicht eingetroffen. Dass es auch ganz anders hätte gehen können, könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Ich dagegen muss meine Phantasie gar nicht erst bemühen, denn der Beweis komm eines Tages zur Mittagspause aus der Gegenrichtung die sandige Piste mit einer F650 Dakar heruntergefahren.

Klar hält der Fahrer bei unseren Straßenrand-Picknick und es entwickelt sich ein Gespräch, bei dem sich herausstellt: Er ist Tourguide und fährt mit einer Gruppe von acht Motorrädern. Und tatsächlich kommt keine 15 Minuten später das nächste Mopped an, eine ER-6 mit zwei Leuten, also eine Straßenmaschine. Die Leute wollen dorthin, wo wir heute Morgen losgefahren sind. Das bedeutet Flußdurchfahrten und eine lange Baustelle, an der es durch tiefen Sand und wilde Verwerfungen geht. Mit einer 250er Enduro kein Problem, mit einer Straßenmaschine und Sozius ist das schon was anderes. Nach und nach treffen weitere Moppeds bei uns ein, teilweise mit Straßenreifen, teilweise zu zweit. Alle Fahrer ohne richtige Ausrüstung.

Es stellte sich heraus, dass der Guide eigentlich nur Asphalt fahren wollte aber falsch abgebogen ist und daher über die nicht befestigten Nebenstraßen musste. Natürlich hätte er umdrehen und seine Straßen-Reisegruppe auf den richtigen Weg führen können, aber er hatte ja eine Enduro. Als wir unsere Mittagspause beendet hatten, kam gerade das vorletzte Mopped die Straße herunter. Auf dem Weg trafen wir dann auch die letzte Fahrerin, sie war ca. eine Stunde hinter dem Guide.

Ich glaube, wenn ich in so einer Gruppe gefahren wäre, hätte es direkt am ersten Abend Guide in Aspik gegeben.

 

Moppeds in diesem Beitrag:

BMW F650 Dakar 

Kawasaki ER-6n

Honda XR250

Der Despot von Brandenburg regelt den Verkehr in #Laos

Wir fuhren von Sowieso nach Dingsbums, als am Straßenrand zwei Enduros samt Fahrer standen. In Laos ist klar, wenn man ein „richtiges“ Motorrad (also keinen 100ccm Roller) sieht, dann sind zu 99,18% Touristen. Lustigerweise schienen Jochen und Tina die beiden anscheinend (Ich habe gar nicht nachgefragt und es ist für diese Geschichte auch gar nicht wichtig). Jedenfalls blieben beide auf ein kurzes Quätscherchen stehen. Wir anderen fuhren weiter in Richtung Dingsbums.
Wir sind in Laos nicht wirklich oft abgebogen aber nach ein paar Dutzend Kilometern gabelte ich die Straße. Mir fiel auf, dass niemand an dort stehengeblieben ist um auf die Nachzügler zu warten, also habe ich erst die Gruppe überholt und Bescheid gegeben, dass ich zurück fahre und dort warte.
An der Abbiegung angekommen stellte ich das Mopped ab und noch bevor ich den Helm abgesetzt hatte kamen drei Polizisten auf mich zu, die in einer Hütte an der Straße Posten bezogen haben. Leider sprachen die Herren nur Laotisch und einer ein bisschen Englisch (also drei Worte: hello, yes und no). Die Freunde und Helfer wollten wissen, ob ich mich verfahren hätte und wo ich hin wollte. Ich wollte dagegen wissen, ob schon Moppeds wie meines hier vorbei gekommen sind und die Abzweigung verpasst hatten. Da es mit gesprochenen Worten nicht funktionierte, denn ich spreche nicht mal drei Worte Laotisch, mussten Hände und Füße herhalten. Gar nicht so einfach, versucht es mal selbst. Nach etwa 20 Minuten jedenfalls hatten wir uns so weit geeinigt, dass die Polizisten überzeugt waren, ich bräuchte keine Hilfe bei der Navigation und ich war mir beinahe sicher, dass die anderen noch nicht durch waren.
Kurz darauf kamen sie dann und es konnte weitergehen, nach fröhlichem winken, lachen und verbeugen.

Der Griesi Sturz-Fluch in #Laos

Der Blogumzug hat meine Berichterstattung von Laos ein wenig unterbrochen, aber jetzt geht es weiter, sozusagen die Fortsetzung von:

#Laos mit den Dirtgirls und ein paar Jungs

Natürlich kann es bei einer Offroad-Tour durchaus mal vorkommen, dass die eine oder andere Bodenprobe genommen wird, vulgo: Sturz.

Das ist auch das eine oder andre Mal auf unserem Trip vorgekommen. Seltsamerweise immer in meiner direkten Nähe, so dass ich immer der erste war, der zur Hilfe kam. Wirklich immer, egal an welcher Stelle in der Gruppe ich fuhr, wenn jemand stürzte, dann vor mir.

Als dann zwei Tage niemand mehr im Dreck lag dachte ich schon, ich wäre den Fluch los. Nix war. Auf dem Nachtmarkt von Luang-Prabang, wir waren natürlich zu Fuß unterwegs, überholte ich gerade ein kleines Mädchen, das auf einem rosa Kinderfahrrad mit Stützrädern fuhr. Kaum war ich vorbei, stürzte die Arme.

Das war dann aber wirklich der letzte Sturz des Urlaubs.