Fehlende Sicherheitstechnik im Auto

Für Autos gibt es verdammt viele technische Helferlein – von denen die meisten gegen Geld extra gekauft werden müssen – die für immer mehr Sicherheit sorgen sollen.

  • ABS
  • ESP
  • Abstandsradar
  • Notbremsassistent
  • Totwinkelassistent
  • Verkehrszeichenerkennung
  • Fahrspurassistent
  • Nachtsichtmonitor
  • Müdigkeitssensoren
  • Ihr dürft die Liste in den Kommentaren gerne fortführen

Alle diese Helferlein sind dazu da, das Auto sicherer zu machen, damit der Fahrer keinen Unfall baut.

Ich finde es gut, dass damit viele Unfallursachen aktiv bekämpft werden. Natürlich geht es immer besser und daher habe ich einen Wunsch: ein Bauteil, dass in jedes neue Auto eingebaut werden sollte.

Liebe Autohersteller, bitte baut einen Störsender in jeden PKW, damit es im Innenraum keinen Empfang für Handy, Web, Radio und TV gibt, solange der Motor läuft. Auch nicht für den Beifahrer, der sonst dem Fahrer den neuesten Instagram-WhatsApp-Mist zeigt (oder Facebook, falls die Besatzung schon älteren Semesters ist). Weg mit der ganzen Unterhaltungselektronik!

Wer nicht fahren sondern Hörbuch hören will, der soll gefälligst den Zug nehmen.

Was ist mit Staumeldungen?
Die muss der Fahrer gar nicht wissen, es reicht, wenn die im Navi ankommen.
Und Geisterfahrer und Warnmeldungen?
Die können auch von der Sprachausgabe des Navis vorgelesen werden.

Ich habe einen Traum (Martin Griesi King Jr.)

Autofahrer die 100% Auto fahren!

P.S.
Ich komme da gerade drauf, weil ich gesehen habe, wie zwei schwer mit dem Handy beschäftigten Autofahrer hintereinander bei Rot über eine Fußgängerampel fuhren. Nur eine blitzschnell reagierende Mutter konnte verhindern, dass Ihr Kind unter die Räder kam.

 

Moppeds im Herbst – 9 Regeln für Autos

Edit: Auch dieses Jahr gibt es wieder einen Herbst.
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Die Zeit der Saison-Kennzeichen für 2017 neigt sich dem Ende zu. Es gibt jedoch auch Leute, die weiter Mopped fahren. Mit anderen Worten, egal wie das Wetter ist: Es gibt Menschen, die mit Mopped, Roller oder Fahrrad unterwegs sind.

Ihr Blechdosen seid nicht alleine unterwegs!

Die Motorradmieze hat in Ihrem Blog darüber geschrieben, was Herbst für den Moppedfahrer (und wenn ich das so sagen, dann schließe ich Roller- und Radfahrer mit ein) bedeutet.

Motorroller im Regen

Stockfoto von Pixabay

Ich möchte hier denjenigen neun Hinweise geben, die in wohltemperierten Kisten sitzen, sich von HansHans den Weg erklären lassen, während aus der Surroundsound-Anlage die neuesten Schlager klingen und irgendwelche elektronischen Hilfsgeister Scheinwerfer, Scheibenwischer und dutzende weiterer Helferlein ein- und ausschalten.

  1. Guck zweimal!
    Alle einspurigen Verkehrsteilnehmer haben eine schmale Silhouette sind aber trotzdem da. Auch wenn Du Dir ganz sicher bist, dass da keiner ist, guck ein zweites Mal, vielleicht war der beim ersten Mal nur in einem der vielen toten Winkel oder hatte die tief stehende Sonne im Rücken.
  2. Guck nochmal!
    Besonders bei eingeschränkter Sicht! Ein Mopped hat nur einen Scheinwerfer, nur ein Rücklicht. Im Regen oder bei nasser Fahrbahn kann dieses eine Licht kurzzeitig von aufgewirbelter Gischt verdeckt sein.
  3. Fahr nicht so dicht auf!
    Die Motorbremse eines Moppeds ist viel effektiver als die eines Autos. Wenn ein Moppedfahrer vom Gas geht, wird er deutlich langsamer, ohne dass das Bremslicht angeht. Fahrräder habe gar kein Bremslicht, nichtmal bei einer Vollbremsung!
  4. Halt noch ein bisschen mehr Abstand!
    Moppedfahrer haben mehr Gründe ihr Tempo zu reduzieren, als sich das ein Autofahrer vorstellen kann, besonders bei Regen. Die Sicht ist eingeschränkt, denn ein Helm hat keinen Scheibenwischer. Das Ding im Unterholz könnte sich für den Helmträger erst auf den zweiten Blick als Baumstumpf herausstellen, beim ersten sah es noch wie ein Tier aus. Nasse Bitumenflecken sind rutschig wie Glatteis, wenn da ein Autoreifen drauf kommt, stabilisieren die anderen drei das Fahrzeug. Bei Moppeds führt ein rutschendes Rad in einer Kurve oft zum Sturz, auf jeden Fall aber zu einer gefährlichen Fahrsituation. Ähnlich sieht es bei Laub, Lehm, Split oder auch einer Pfütze aus. Dein Abstand sollte so groß sein, dass Du ein stürzendes Mopped nicht sofort überrollst.
  5. Überhol nicht in Kurven!
    Moppeds fahren in Schräglage durch Kurven, dadurch werden sie breiter. Vergleichsweise wenig Seitenwind genügt um die Kurvenlinie eines Moppeds zu ändern. Bitumen, Laub, Lehm, Split oder eine Pfütze können bei Moppeds zu Ausweichmanövern führern und dazu brauchen sie Platz.
  6. Halte viel seitlichen Abstand!
    Wenn Du ein Mopped überholst, dann wechsel die Fahrspur komplett. Wie oben gesagt, hat Seitenwind mehr Einfluss auf ein Mopped als auf ein Auto. Wenn das Auto nun auf gleicher Höhe mit dem Mopped ist, kann es einen Windschatten geben, der dazu führt, dass das Mopped einen Schlenker macht und seitlich Platz braucht. Die Luft, die Dein Auto verdrängt wirkt sich auch auf das Mopped auf. Im Regen spritzen Autoreifen gerne Wasser durch die Gegend, ein Moppedfahrer ist froh, wenn er das nicht abbekommt.
  7. Halte Abstand nach hinten!
    Wenn Du ein Mopped überholt hast, dann fahre nicht sofort zurück auf die Fahrspur, sondern bleib ein bisschen länger links, denn hinter Dir ziehst Du eine Wirbelschleppe her. Wenn es regnet, dann ist diese Schleppe voller Wasser. Moppedhelme haben keine Scheibenwischer, wenn Du zu früh rüber ziehst, nimmst Du dem Moppedfahrer die Sicht. Wer schon mal mit dem Auto durch die Waschstraße gefahren ist, kann sich die Sicht in etwa vorstellen.
  8. Lass das Mopped durch!
    Wenn es draußen kalt ist, muss der Moppedfahrer sich warm anziehen. Nicht nur so warm wie ein Fußgänger sondern noch viel wärmer, denn der Fahrtwind kühlt den Fahrer zusätzlich aus (laut einem der Windchill-Rechner im Netz fühlen sich 5° plus bei 100 km/h an wie -11,8° Celsius, das würde ich aber nicht für 100% bare Münze nehmen). Dementsprechend warm ist ein Moppedfahrer angezogen. Das bedeutet jedoch auch, dass es bei Stillstand, z.B. im Stau, schnell zu Schweißbildung kommt, was nicht nur unangenehm ist. Es führt auch dazu, dass der Fahrer später, nach dem Stau, schneller friert.
    Also liebe Autofahrer: Ihr müsst sowieso eine Rettungsgasse bilden, also lasst das Mopped da einfach durch. Es ist nicht Euer Job, Blockwart zu spielen und die Gasse zu schließen, wenn Ihr Mopped im Rückspiegel seht. Das Schlimmste, das passieren kann, wenn ein Mopped durchfährt ist, dass der Stau eine Moppedlänge kürzer ist.
  9. Hab kein Mitleid!
    Der Moppedfahrer hat es sich nicht nur selbst ausgesucht, er weiß auch was er tut. Mit dem Mopped zu fahren macht immer Spaß! Also sei kein Spielverderber und lass es ihn genießen ohne ihn zu gefährden.
    Stell Dir einfach vor, dass auf dem Mopped ist Dein eigenes Kind, Mann, Frau, Vater, Mutter, Geliebter, jemand den Du besonders gut leiden kannst, den Du schützen willst und von dem Du hoffst, das er das macht, woran er Freude hat. Und falls Du ihn gerade nicht siehst, dann guck noch ein- zweimal, vielleicht ist er augenblicklich von Deiner A-Säule verdeckt.

Sicherheit – zu viel ist gefährlich

Jeden Tag, an dem mich mich auf mein Mopped setze, riskiere ich mein Leben.

Wenn ich das so sage, dann klingt das sehr dramatisch und tatsächlich ist die Aussage ein wenig über-dramatisiert. Denn tatsächlich riskiert jeder, jeden Tag sein Leben. Andererseits ist die Aussage auch untertrieben, denn jeder riskiert nicht nur sein eigenes Leben sondern auch das Leben von anderen.
Ich bin mir dieser Risiken bewusst und gehe sie wissentlich ein. Und ich steuere die Höhe des Risikos, das ich für mich und andere darstelle.
Ich fahre innerorts eher langsam, denn hier bin ich auf meinem Mopped stark genug um schwächere Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer) ernsthaft zu verletzen, was ich vermeiden will. Und hier ist das Risiko, auf eben solche schwächeren Teilnehmer zu treffen ungleich höher.
Auf der Landstraße bin ich dagegen der Schwache, derjenige, der von Autos oder Bäumen getötet wird. Die Gefahr für Dritte, für Unschuldige, die unter meinen Fehlern leiden könnte ist viel kleiner. Dementsprechend bin ich hier eher bereit, die Verkehrsregeln kreativ zu interpretieren.
Statt, Straßenverlauf und -zustand, Wetter, Verkehrsdichte etc. (nennen wir sie mal „echte Einschränkungen“), wird meine gefahrene Geschwindigkeit hauptsächlich von runden Schildern und dem meinem Wunsch den Führerschein zu behalten bestimmt (nennen wir diese mal „unechte Einschränkungen“). Total bekloppt.
Eigentlich sollten z. B. Geschwindigkeitsbegrenzungen nur an den Orten stehen, an denen „unsichtbare“ Gefahren lauern (z.B. niedrige Reibbeiwerte) und nicht vor jeder Kurve und Kreuzung und Straßenabschnitten an denen irgendwann mal ein Unfall passierte oder Schlagloch war. Der Fahrer ist dafür verantwortlich mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren.
Wenn ich bei Glatteis mit 70 aus einer Kurve fliege, in der maximal 70 erlaubt sind, kann ich nicht zu dem Schildermann humpeln und sagen: Ich habe mich an das Schild gehalten, also musst Du jetzt mein Mopped wieder fertig machen. Andererseits kann der Herr Wachmeister mir aber sagen: Du bist ohne Unfall und Gefährdung anderer die Straße entlang gefahren, aber schneller als auf dem Schild steht, gibt mal Geld und Führerschein.

Zu wenig Stress ist so schlimm wie zu viel

Jetzt kommt das Dumpfargument: Langsamer ist sicherer. Noch langsamer ist noch sicherer. Ist totaler Quatsch. 70 ist nicht per se sicherer als 100 und auch nicht gefährlicher als 50.

Und jetzt stoße ich im Netz auf eine Seite mit dem Titel: How increased speed makes us safer. (english)

Kernaussage ist dort, der Mensch funktioniert am besten, bei einem optimalen Stresslevel. Zu wenig Stress erhöht die Unfallgefahr im gleichen Maße wie zu viel Stress. Angeblich gibt es dazu auch Untersuchungen, aber die werden keine Links und angegeben und keine wirklichen Quellen genannt.

Es scheint mir jedoch plausibel, dass zu wenig Stress am Steuer gefährlich ist. Wenn der Fahrer sich nicht aufs Fahren konzentrieren muss, hat er genug Zeit für andere Dinge, wie z.B. Telefon und Internet oder einfach nur träumen. Als Hinterherfahrender kann ich oft beobachten, wie das Telefon weggelegt wird, wenn es in eine Baustelle mit engeren Fahrspuren geht, da wo der Fahrer sich wieder aufs Fahren konzentrieren muss. Die Automobilindustrie tut viel dafür, um Stress vom Fahrer fernzuhalten. Die Wohlfühlatmosphäre am Steuer, entkoppelt ihn von allen Einflüssen der Straße und des Wetters, und das mit eingebauter Sicherheit, die den Fahrer Unfälle unverletzt überstehen lässt.

Der Biss in den Katzenschwanz

Das Problem wird in Zukunft nur größer. Der Stresslevel des Fahrers wird von zwei Seiten reduziert (Verkehrsregeln und Fahrzeugtechnik) und liegt damit schnell so niedrig, dass es wieder gefährlich ist. Und hier beißt die Katze sich in ihren Schwanz. Denn was passiert, wenn die Fahrer eingelullt über die Chausseen träumen? Unfälle, auf die mit neuen, tieferen Tempolimits reagiert wird oder mit Überholverbot.

Ist das Stressnineau zu hoch, kann man als Fahrer aktiv dagegen vorgehen, indem man. z.B. langsamer fährt, das geht ganz eigenverantwortlich und legal.
Ist es zu niedrig, kann ich als Fahrer den Stress dadurch erhöhen, indem ich z.B. schneller als erlaubt fahre oder das Überholverbot ignoriere. Als Moppedfahrer setze ich dabei mein eigenes Leben auf Spiel, weil ich die Folgen eines Unfalls direkt körperlich spüre. Ich handle immer noch eigenverantwortlich, aber illegal.

 

P.S.

Sorry, dass es heute wieder keine Bilder gibt.

Oscar - Quelle Pinterest