Dank Krimimimi hatte ich eine Möhre

Letzens bin ich nachts durch den Schnee gefahren und hätte beinahe einen Schneemann gebaut. Leider war ich ohne Möhre unterwegs und hatte die Befürchtung, bis ich mitten in der Nacht eine Möhre gefunden hätte, wäre die Straße geräumt. Im Schnee fahren funktioniert jedoch nicht, wenn die Straßen geräumt sind, ist ja logisch.
Damit ich beim nächsten Mal nicht wieder ohne Möhre dastehe, hat die wundervolle @Krimimimi33, die nebenbei einer meiner Lieblingsbloggerinnen ist, mir auf Facebook eine Möhre gegeben. Die konnte ich heute verbauen.

Hier ist die Möhre:

Schneemann und Hippe

Schnee, Schnee, Schnee – scheeee

Gestern war ich in Saarbrücken auf einem Konzert und ein Quätscherchen. So gegen Mitternacht machte ich mich dann auf den Heimweg. Anfangs regnete es nur, dann mischten sich kleine Schneeflöcken unter die Wassertropfen und die wurden immer dicker.

In der dunklen Nacht reflektieren die Schneeflocken das Scheinwerferlicht und es sieht bei einer bestimmten Geschwindigkeit aus wie ein Sternenhimmel. Die Geschwindigkeit hängt wohl von der Flockengröße, Fall- und Windgeschwindigkeit und sonst was ab – ist jedenfalls gar nicht so einfach zu treffen. Fahre ich zu langsam, sieht es wieder aus wie fallender Schnee, fahre ich zu schnell verwandeln sich die Sterne in Striche. Dann sieht es nicht mehr so aus, als fahre ich mit der Hippe, sonder als säße ich im Millenium Falcon beim Hypersprung. Auch cool.

Als der Schnee dann liegen bleibt ist es natürlich aus mit den Spielereien und mit zusätzlichem Nebel wird die Fahrt zusehends schwieriger. Gut dass fast keine Autos unterwegs sind. Auf beinahe 50 Kilometern Bundesstraße sind es ganze vier die ich sehe. Das ist gut, denn die Geschwindigkeit mit der ich sicher unterwegs bin ist niedriger als die mit der die PKW fahren. Da ich weiß, dass Autofahrer keine Ahnung davon haben, dass dichtes Auffahren nicht gut ist, keine Ahnung davon haben, dass beim Überholen auch ein seitlicher Abstand der Sicherheit dient und davon überzeugt sind, dass besonders knapp vor dem Vorderrad wieder einscheren gutes Autofahren ist, halte ich lieber an und lasse die Autos durch. Wie ich anhand der Spuren im Schnee sehen konnte, waren es Einheimische, die nur ein oder zwei Kreuzungen später die Bundesstraße wieder verließen, einer im Drift. Ich konnte wieder die erste Spur auf der weißen Bundesstraße ziehen. Mittlerweile lagen 5 cm feinster Neuschnee und oben auf den Bergen war es auch nicht mehr nebelig. Kurz überlege ich, ob ich einen Schneemann bauen soll, entscheide mich dann aber nach einen kurzen Mann-ist-das-eine-coole-Aussicht-Pause doch fürs Weiterfahren. Wäre doch blöd, wenn die Straße geräumt wird während ich noch eine Möhre für die Nase suche.

Leider funktionieren meine Heidenau K60 Winterreifen auf diesem Schnee nicht so gut, wie ich es mir wünsche, besonders bei seitlichen Windböen rutscht das Hinterrad gerne ein bisschen. Es fühlt sich ein bisschen an wie fahren im Tiefsand. An Steigungen dreht das Hinterrad auch gerne mal durch, da hilft dann hoch schalten und Gewicht nach hinten. Das Vorderrad hält die Spur, überträgt Lenkimpulse und Bremskraft gut. Es ist keinesfalls ein unkontrolliertes herumrutschen was ich mache, sondern fahren mit 50 km/h und teilweise durchdrehendem Hinterrad.

Schnee der auf der Straße liegt ist das eine, aber Schneefall etwas ganz anderes. Die Schneeflocken bleiben auf dem Visier pappen und ratzfatz ist die Sicht weg, wenn man nicht wischt. Und je nach Schneeflockendichte wischt man eigentlich immer und variiert nur die Wischgeschwindigkeit. Solange es nicht so kalt ist, dass Wasser und Schnee auf dem Visier festfrieren ist das machbar. Mit offenem Visier fahren geht natürlich auch, dann bekommt man die Schneeflocken halt gegen die Augen aber die Körperwärme taut die auf und die Sicht ist frei. Ich gehe jetzt mal auf die Suche nach einem beheizbaren Visier, das den Schnee wegtaut und eine Eisbildung verhindert.

Moppeds in diesem Beitrag

Mit dem Mopped nach München

Ich muss zugeben, ich hatte schon bessere Ideen, zumindest hatte ich schon Ideen, die mir eine angenehmere Zeit bescherten als diese: am letzten Samstag, dem Tag an dem der Winter zurückkam, mit dem Mopped nach München fahren. Die 525 Kilometer Autobahn, die mir Google auswarf sind ohne Schneeregen keine Erwähnung wert. Am Samstag hat es jedoch geschneit, oder es war Stau. Oder beides.

Es ist nicht die Temperatur, die bei Schneefall natürlich deutlich niedriger ist als die, die man gemeinhin als ideales Fahrwetter bezeichnet, dagegen kann ich mich warm anziehen. Es ist die fehlende Sicht, wenn die Schneeflocken sich auf dem Visier niederlassen, die den Fahrspaß und die Sicht hemmen. Hinzu kommen noch die Salzmengen, die auf dem Asphalt liegen und von den vorausfahrenden Autos aufgewirbelt werden. Gesalzenes Wasser ist nicht gut für die Sicht. Ich bin die ersten 175 Kilometer praktisch einhändig gefahren, mit der Linken habe ich ständig Scheibenwischer gespielt. Als Autofahrer kann man sich wohl schwer vorstellen, wie schlecht die Sicht ist, ohne Wischwasch-Anlage. Wenn dann erst einmal die ersten Schneeflocken und Wassertropfen anfangen auf dem Visier festzufrieren hilft wenig, dann muss das Visier hochgeklappt und offen weitergefahren werden, zumindest bis auf dem nächsten Parkplatz die Gelegenheit zum Kratzen kommt.

Die zeitweise arg eingeschränkte Sicht hat mich dazu gezwungen, auf der rechten Spur und ziemlich langsam zu fahren. Ich habe mir also einen LKW gesucht und mich an ihn „festgehalten“; will sagen, ich bin immer mit soviel Abstand wie möglich gefahren, aber so, dass ich ihn, bzw. seine Bremslichter, noch erkennen konnte aber nie mit zu viel Abstand, so dass sich kein PKW in meinen Sicherheitsabstand drängen konnte.
Das war ein guter Plan und er hat auch ziemlich gut funktioniert, bis auf einmal, wo einer der Sonntagsfahrer, der einen Tag zu früh unterwegs war, sich, natürlich als der Schneefall am dichtesten und die Sicht am schlechtesten war, dazwischen quetschte; vielleicht fünf Meter vor mir. Kaum auf meiner Spur passierten zwei Dinge; erstens, der PKW bremste, zweitens, der Schnee vom PKW-Dach löste sich und verwandelte meine Aussicht in eine weiße Wand.

Das letzte was ich also sehe sind Bremslichter und dann nur noch Weiß. Keine Ahnung, ob er vor mir eine Notbremsung macht und ich gleich auffahre oder was überhaupt vor mir passiert. Also mache ich zwei Dinge gleichzeitig, Linke Hand vom Lenker und für Sicht sorgen (Visier aufreißen) sowie mit Rechts bremsen. Natürlich zu stark, das Vorderrad rutscht und klappt ein bisschen ein. Bremse lösen um den Sturz zu vermeiden ist der nächste Reflex. Zwei drei Schlenker später hält die gute Suzuki wieder die Spur und ich sehe vor mir nur noch den LKW, der PKW ist weg. Bastard! In diesem Augenblick wünschte ich mir eine Boden-Boden-Rakete

Als ich wenige Kilometer später die nächste Tankstelle ansteuere und auf dem angefrorenen Verzögerungsstreifen vorsichtig und langsam fahre, hatte ich meine nächste, und glücklicherweise für diese Fahrt letzte Begegnung mit einem Volltrottel in Dose. Dem fuhr ich wohl nicht schnell genug, so dass er mich auf meiner Spur mit gefühlten 5 cm Seitenabstand überholte. Es waren in Wirklichkeit wohl bestimmt 20 cm. Der Fahrer dieses dunklen Golf konnte von Glück sagen, dass vor mir an der Zapfsäule drei dunkle Golf standen und sein Nummernschild nicht erkennen konnte. Nein, angeschrien hätte ich ihn nicht. Und immer noch keine Boden-Boden-Rakete.

Zu diesem Zeitpunkt war der Schneefall wirklich stark und die zwei letzten Begegnungen mit komplett überforderten Autofahrern haben mich darüber nachdenken lassen, ob es wohl eine gute Idee wäre, umzukehren. Einen Cappuccino später war der Schnee jedoch Sonnenschein gewichen  (jedenfalls für einige Kilometer) und ich konnte frohen Mutes, und kurzzeitig ohne Wischarm, weiter fahren. Trotzdem brauchte ich bis München ca. siebeneinhalb Stunden, Schnee und Staus sei Dank.

Die Rückfahrt dagegen war ein Hochgenuss: Sonnenschein!