Mit Triumph beim Kurvertraining

Die zweite Hälfte des Triumph Media-Tages fand auf dem ADAC Fahrsicherheitszentrum Gründau statt (hier geht es zum Vormittag). Dort stand eine kleine aber feine Auswahl an Moppeds aus der aktuellen Palette von Triumph für einige Fahrübungen zur Verfügung. Ein paar der Moppeds stehen dort immer und Triumph hat aus dem Pressefuhrpark ergänzt.

Ich hatte also endlich die Gelegenheit ein normale Bonnie zu fahren, nachdem mich die Scrambler bei unserer ersten Begegnung zu begeistern und die Thruxton zu enttäuschen wussten fehlte das Standardmodell noch auf meiner Liste. Die Bonnie ist überraschend klein, man sitzt tief aber ich fühle mich sofort gut aufgehoben.
Zum warm werden fahren wir erst mal einen Slalom-Parcour und ein paar kurze Ründchen über einen Teil des Geländes.

Erschreckt die Autofahrer nicht, die hier auch unterwegs sind,

sagt der Trainer.
Wie soll das denn gehen, die fahren doch ganz woanders, denke ich mir noch und schon kratzt da was auf dem Asphalt. Ja verdammt, die Schräglagenfreiheit ist da wirklich schon am Ende. Ich schätze, es sind ca. 40° bis die kurzen Nippel am unteren Ende der Fußraste kratzen. Dass das sofort gelingt spricht für die kurze Eingewöhnungszeit die die Bonnie benötigt.
Die nächste Übung: Vollbremsung, erst auf trockener Straße und dann im Nassen. Bremsübungen mit voller ABS-Ausrüstung sind ja ziemlich langweilig, aber die Bonnie ist ohne ABS, also echt oldschool. Und auch hier zeigt sich wieder, wie zugänglich das Mopped ist. Das Vorderrad pfeift beim ersten Versuch und hinten blockiert es. Ich bin da an der Hinterhand mehr Pedalwiderstand gewohnt. Beim zweiten Versuch wird es besser und hinten blockiert es nicht mehr. Eine Gewichtsverlagerung nach hinten, so wie auf der Crosspiste geübt, verkürzt den Bremsweg noch um ein paar Zentimeter. Auch auf nassem Asphalt bremst die Bonnie stabil und mit klarer Rückmeldung.

Instruktor auf der Bonneville (Sondermodell: Spirit)  Foto: Markus Jahn

Instruktor auf der Bonneville (Sondermodell: Spirit)
Foto: Markus Jahn

Als nächstes fahren wir einen neuen Kurvenkurs mit Wechselkurven, Kehren und Co an einer anderen Stelle des ADAC-Geländes. In den lang gezogenen Kurven gelingt es mir die Raste die komplette Kurve hindurch kratzen zu lassen. Nach der Raste setzt relativ schnell irgendwas anderes auf, das nicht hochklappt, also Obacht da draußen im Straßenverkehr. Hier auf dem Übungsgelände ist das spaßig und sicher zu testen, aber wer draußen mit der Raste kratzt hat keine Reserven mehr.

Wir tauschen die Moppeds durch und mit der Street Triple sind nochmal ganz andere Schräglagen möglich. Und sowieso ist die Streety ein Gedicht und, hier wiederhole ich mich gerne, wohl mit das Beste was man im öffentlichen Straßenverkehr fahren kann.

Foto: Markus Jahn

Foto: Markus Jahn

Weitere Übungen waren Bremsen in Schräglage und das Überfahren eines Gummibalkens in Schräglage. Dabei musste ich aufpassen, dass die Bonnie sich in voller Schräglage nicht den Balken unter die kurzen Schleifnippel der Fußrasten klemmt und mitnimmt, sonst hätte der Instruktor die erst wieder einsammeln müssen.

Nächste Übung: Schräglagentrainer mit Auslegern; bin ich noch nie gefahren und sehr gespannt wie das ist. Als die Ersten ihre Runden drehen und das Stützrad auftitschen lassen sieht es nach einem großen Spaß aus. Dann bin ich an der Reihe und sehe, dass die Stütze auf 40° eingestellt ist. 50° wären möglich und so wie die anderen gefahren sind, wäre das die bessere Einstellung gewesen um eine Herausforderung darzustellen. Eine ganze Runde am Stützrad zu fahren ist gar nicht so leicht, denn je mehr Druck auf dem Auslegerrad lastet um so stärker schiebt es die Streety nach außen.

Hanging off,

sagt der Instruktor. Toll, habe ich noch nie gemacht. Aber vielleicht ist so ein Ausleger am Mopped genau das Ding, mit dem ich zumindest die Haltung am Scheitelpunkt üben könnte. Aber nicht jetzt, jetzt will ich noch ein anderes Mopped fahren.

Foto: Markus Jahn

Foto: Markus Jahn

Ganz zum Schluss steige ich auf meine Lieblings-Triumph, die Rocket 3. Einfach übermächtig das Gerät. Möglicherweise nicht die intuitiv richtige Wahl für ein Kurventraining; Egal. Auf der letzten Abschlussrunde ging es mit der Rocket durch viele Kurven, noch kurz über die Wiese und ein kleines Stück Schotter und dann mit kratzenden Rasten zurück in die Garage.

Hach, was für ein toller Tag.

Bewertung der Moppeds nach bekanntem Muster.

Triumph Bonneville
Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
3 Sterne
Handliches Mopped, aber die geringe Schräglagenfreiheit würde mich bei der Kurvenrräuberei stören.

Triumph Street Triple
Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
5 Sterne
Eines der besten Moppeds da draußen.

Triumph Rocket 3
Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
5 Sterne mit Sternchen
Hach

Disclaimer:
Ich habe für Moppeds, Sprit, Trainer, Gelände, Essen und viel Trinken nichts bezahlt, das hat alles Triumph organisiert.

Edit:
Vormittags war ich mit dem Triumph Tiger auf der Crossstrecke und zum Ende des Tages gab es noch eine Abschlussrunde.

Mit Triumph Tiger 800 auf der Crossstrecke

Letztes Jahr testete ich bei den Triumph Media Days die Tiger 800 auf der Straße und fand es gut. Ein Off-Road-Test war nicht möglich und so schloss ich meinen Beitrag mit den Worten :

Können wir das beim nächsten Mal bitte testen, liebe Triumphs?

Die Triumphs haben zwar keinen Kommentar in den Blog geschrieben, aber mit Taten geantwortet und extra meinetwegen für dieses Mal einen Offroad-Test anberaumt. Pech für die Straßenfahrer, die wie in den Jahren zuvor mit möglichst vielen verschiedenen Triumph Modellen über Mittelgebirgsstraßen fahren wollten, die mussten mit.

Der Vormittag des Testtages gehörte der Triumph Tiger 800 XCx und der Crossstrecke des MSC Aufenau, nachmittags ging es dann zum ADAC Fahrsicherheitszentrum nach Gründau, aber dazu gibt es später einen anderen Artikel.
Es ist übrigens möglich, beim ADAC ein Reiseenduro-Training auf gestellten Tigern XCx zu buchen.

Foto: Markus Jahn

Foto: Markus Jahn

Los geht’s

Es war kackrattenbrülleheiß, so heiß, dass der Schweiß schon in Strömen floss wenn man nur aus dem Fenster guckt und wir standen da mit Moppedklamotten und Helm in der Sonne und wollten losfahren. Vorher erfolgte eine kurze Einweisung ins Gerät, in meinem Fall in eine blaue Tiger, es standen aber auch weiße zur Verfügung, alles jedoch 800er Xcx. Bei der kann man verschiedene Fahrmodi einstellen, darunter auch den »Rider Mode«, in dem Traktionskontrolle, ABS und Gasannahme individuell eingestellt werden können, was bereits im Vorfeld für uns erledigt wurde. Dann muss nach der Drehung des Zündschlüssels nur über eine Taste der Modus von Straße über Off-Road zu Rider gestellt werden, zwei Klicks. Der Modus stellt sich automatisch wieder auf Straße zurück, sobald die Zündung ausgestellt wird.
Es folgt eine kurze Erklärung, wie man auf dem Mopped im Gelände steht (es waren vor allem Straßenfahrer anwesend) und los! Unter Anleitung eines ADAC-Trainers wurden als erstes Kurven (wer wollte und konnte durfte auch driften) und Notbremsungen auf Schotter geübt.

Triumph_Tiger_800_03

Die gewählten ABS-Einstellungen ließen das Hinterrad blockieren und regelten vorne sehr großzügig mit längeren Phasen in denen das Vorderrad blockiert, so waren auf Schotter sehr kurze Bremswege möglich, weil jeder voll in die Bremse rein greifen konnte. Mit blockierendem Vorderrad bremsen und dabei nicht umfallen ist ja nicht jedermanns Sache.

Solchermaßen vorbereitet ging es dann auf die Strecke erst ins Sektionstraining, bei dem aus einem gefühlten Viertel der Kurses ein kleiner Rundkurs mit allem gemacht wurde, Kurven mit und ohne Anlieger, steile Auf- und Abfahrten, ein kleines Waschbrett und vier Sprungkuppen, wenn man mit dem entsprechendem Tempo unterwegs war. Wer langsamer fuhr, sprang halt nicht.

Triumphs Pressesprecher und unser Gastgeber ließ sich nicht lumpen und nahm uns als erstes die Angst davor, mit den nagelneuen Moppeds umzufallen und zeigte uns: der Tiger ist robust und steckt das weg, wenn man ihn hinlegt. Mopped und Fahrer ist nichts passiert.

Tiger_Sturz

Foto: Markus Jahn

Ja, das hat uns die Angst genommen, aber nachmachen wollten wir es dann doch nicht wirklich und so übten wir weiter.

Zum Abschluss durften diejenigen die wollten noch ein paar Runden auf der kompletten Strecke drehen, die noch längere Steilstücke, noch mehr Sprungkuppen und einige weiche Sandpassagen zu bieten hat. Eine ganze Runde auf dieser Strecke (allerdings mit einem Zweitakt-Crosser gefahren) gibt es auf der Tube, klickt einfach vorne auf den Link.

Fazit

Wie vermutet, der 800er Tiger tut sich deutlich leichter als die dicke Tiger Explorer. Ab einer gewissen Sprunghöhe und -weite schlug jedoch die Gabel durch. Das Fahrwerk ist einstellbar, vorne in Federvorspannung, Zug- und Druckstufe und hinten in Vorspannung und Zugstufe. Für unsere Anfängerrunde war alles auf weich gestellt, demnach gibt es für den sportlichen Weitspringer noch Potential.

Der Tiger hat das alles weggesteckt und hat damit alle Erwartungen die ich in ihn gesetzt hatte mehr als erfüllt.
Er lässt sich gut über Druck auf den Rasten steuern und bietet für meine Größe von 187 cm genug Platz um mein Gewicht nach vorne und hinten zu verlagern. Mit diesem Gefährt lässt sich vergleichsweise locker im leichten Gelände wie z.B. über Crossstrecken fahren.

Ohne KTMs 1050er Adventure gefahren zu sein, traue ich dem Tiger abseits der Teerstraße deutlich mehr zu, bei gleicher Leistung ist er leichter, hat längere Federwege, einstellbare Federelemente, serienmäßig einen Ölwannenschutz, 21 Zoll Vorderrad und kostet noch einen Tausender weniger.
Das schreit ja förmlich „Vergleichstest!“ aber ich habe keinen im Netz gefunden. Mal überlegen, ob und wie ich das selber anstellen kann.

Zu Schluss noch das Griesi-Dauerstester-wäre-okay-Rating:
Fünf Sterne

Funktioniert auf Asphalt und daneben super

Mehr zut Bewertungsmethode steht im vormittags Bericht der Honda Presse Tage.

P.S.
Wer gerne selber mal über die Crossstrecke fahren möchte hat, nach mündlicher Aussage, Mittwochs von 17:00 bis 19:00 und Samstags von 15:00 bis 18:00 dazu die Möglichkeit. Fragt aber vorher nach, vielleicht ist gerade eine Veranstaltung oder die Strecke ist anderen Gründen nicht offen.

Disclaimer:
Ich habe für Moppeds, Sprit, Trainer, Gelände, Essen und viel Trinken nichts bezahlt, das hat alles Triumph organisiert.

Edit:

Weiter geht es mit den Artiklen zum Kurventraining am Nachmittag und mit der Abschlussrunde am Ende.

Honda Pressetag 2015 – Die Moppeds am Nachmittag #HPT15

Nach dem Mittagessen ging es weiter mit den Testfahrten. Meine Kamera war immer noch kaputt, so dass ich die Bilder von der Honda-Website nutze zu der auch die Links bei den jeweiligen Modellen führen.

Mein Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating nutze ich hier natürlich auch wieder. Es gibt null (das wird aber wohl nur ein Auto schaffen) bis fünf Sterne, und mehr Sterne ist besser. Mehr dazu könnt Ihr im ersten Teil über die vormittäglichen Testrunden lesen.

Honda Crosstourer

Crosstourer DCT – Führerscheinklasse A

Ein alter Bekannter, mit dem war ich schon Eis holen in Genua. Obwohl, die Eisdiele hatte zu, also war ich kein Eis holen in Genua.
Ein Trum von einem Mopped mit allen Koffern dran. Ich verstehe diese Koffer-Hoffer nicht. Wenn ich aufsteigen will – bong – trete ich gegen den oder das Topcase. Oder ich sehe das Katzenklo und fädele mein Bein durch dann – bong – bleibe ich am Koffer hängen. Das geht mir bei fast allen Moppeds mit angebauten Blechkisten so. Sitze ich dann doch ist der Crosstourer super sanft und angenehm zu fahren. Unsere Testfahrt führte uns zu einer der wenigen legalen Schotterstraßen im Spessart. Also zu einer richtigen Straße mit Tempolimit und Schildern und nicht zu einem Waldweg an dem das Gesperrt-Schild vergessen wurde. Ich war neugierig, ob ich das DCT auf loserem Untergrund bemerken würde; mit Traktions-Kontrolle an, gar nicht, funktioniert wire aus Asphalt. Also schnell auf einem besonders losen Schotterstück anhalten,aufs Ausschalt-Knöpfchen drücken, und wild am Gasgriff drehen: Hinterrad dreht durch, Crosstourer fährt los, DCT schaltet. Hm, auch unspektakulär. Vielleicht muss man Stollenreifen aufziehen und in richtiges Gelände gehen, um das DCT an die Grenzen zu bringen, dorthin, wo man normalerweise mit dem Kupplungshebel, der beim DCT ja fehlt, arbeiten muss. Die Ergonomie des Crosstourers passt optimal, damit ich stehend fahren kann, nicht mal der Lenker muss hochgedreht werden. Das passt mir besser als an der GS oder der Tiger Explorer.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
4 Sterne
Mit Koffern nur 3, blödsinniges Zeug!

SH Mode Burnout

SH Mode, der rosa Roller – Führerscheinklasse A1

Es gibt den Roller auch in anderen Farben, auf Hondas Webseiten sogar nur in schwarz und weiß und nicht in rosa, obwohl unser Testroller genau diese Farbe hatte. Honda hat dieses Modell nicht nur für Fans von Barbie, Prinzessin Lilifee oder den inoffiziellen Präsi des Hello-Kitty-Fan-Clubs-Sauerpott (hallo Herr @Hafenwasser) gemacht. Aber als Mädchen ehrenhalber und Dirt-Girl, das ich nun mal bin, musste ich mit der rosa-Schaukel auf Testfahrt gehen. Ich war nicht der einzige, der Roller war fast immer unterwegs. Lustig, ausgerechnet der rosarote.
Die Wandlerautomatik macht die Bedienung kinderleicht, man muss nur am Gasgriff drehen und los geht’s. Oder genauer, man dreht, es wird lauter und dann erst schneller. Roller halt. Frau @Edigixxer fuhr mit der CB125F mit Fußschaltung vor und war schneller weg als ich. Auch lang auf dem Roller liegend konnte ich nicht aufholen. In schnellen Kurver mit welligem Asphalt kam Bewegung ins Fahrwerk, die sich jedoch schnell wieder beruhigte.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
2 Sterne
Weil er rosa ist. In anderen Farben gibt es nur einen Stern, denn ich muss in keinem Ballungsraum pendeln.

Honda CB125F

CB125F – Führerscheinklasse A1

Niegelnagelneu kam er erst nach der Mittagspause an und war noch mit roter Nummer versehen, Hondas Einsteiger und die Welt der A-Führerscheine. Eigentlich will niemand mit einem größeren Führerschein eine 125er fahren. Ältere Herrschaften, sie vor dem 1. April 1980 den PKW-Schein gemacht haben, dürfen jedoch ohne weitere Prüfung mit 125ern fahren Das gilt natürlich für alles, was mit dem A1er bewegt werden darf. Mit der CB haben sie dann ein Mopped, dass auf der Landstraße nicht im Weg herumsteht. Es beschleunigt besser als die Automatik-Roller (ähnliches Fahrergewicht vorausgesetzt), dreht im letzten Gang auch an Steigungen in den roten Bereich und fährt damit über 100 auf dem Tacho (zumindest als ich flach auf dem Tank gelegen habe) und geht stabil durch die Kurven, auch wenn da lauter Schlaglöcher im Weg rumliegen. Das liest sich jetzt viel zu nüchtern. In Wahrheit hatte ich einen Riesenspaß auf dem Ding. Das lag jedoch daran, dass ich mit Frau @Edigixxer unterwegs war und wir ein Rennen fuhren, sie auf dem rosaroten SH Mode. Durch Ihren 40kg Gewichtsvorteil kam sie schneller auf ihre Höchstgeschwindigkeit, die gefühlte 2 km/h unter meiner lag. Burnouts haben wir natürlich nicht gemacht, wir sind doch erwachsen.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
2 Sterne
Ist halt eine 125er und damit kein Ersatz für eines meiner Moppeds, funktioniert aber deutlich besser als die MSX. Wenn 125er dann die.

CTX700N

CTX700N – Führerscheinklasse A2

Auch wenn es am Namen nicht wirklich ersichtlich ist, ist das die Chopper-Version der NCs, allerdings mit dem 700er Motor und daher serienmäßig A2-tauglich. Die Sitzposition sieht ähnlich aus wie auf der Vultus und DCT ist auch an Bord. Hinzu kam, das SR-Legende @ErnieTroelf sehr von dem Gerät geschwärmt hat, also drehte ich eine Runde. Meine Erfahrungen auf Choppern, oder muss man heutzutage Cruiser sagen, ist sehr beschränkt, auch daher kam mir eine Probefahrt sehr entgegen. Der NC-Motor mit seinem hohen Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen passt wunderbar zum Konzept. Das Federbein hinten jedoch nicht so sehr, ich hoppelte mehr über den schlechten Asphalt als das ich sanft darüber hinweggeglitten wäre. Vielleicht passt das doch zur Zielgruppe, die gerne eine Starrahmen-Gefühl hätte, wer weiß. Diese weit vorne angebrachten Fußrasten empfand ich ebenfalls als falsch platziert. Bei jedem Anfahren suchte ich sie vergebens weiter hinten, wo sie für mich hingehört hätten und nach ein paar Kilometern fühlte ich mich verkrampft. Nix für mich.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
2 Sterne
Vielleicht erschließt sich mir das Konzept, wenn ich länger und öfter drauf gefahren bin, allein, mir fehlt die Lust.

Honda VFR800F

VFR800F – Führerscheinklasse A

Ein Mopped, das sich mit Sicherheit nicht auf einer kurzen Runde in mein Herz fahren kann. Aber eines der wenigen Sporttourer die es heute noch am Markt gibt und daher eigentlich wie für mich gemacht. Ich werde dazu noch einen längeren Beitrag schreiben. Hier nur das kurze Fazit, ich war enttäuscht, zu wenig Sportler und zu wenig Tourer.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
4 Sterne
Weil ich Sporttourer mag und der VFR gerne eine Chance geben will. Nach meinem ersten Fahreindruck würde ich ihr jedoch nur 2 Sterne geben.

Honda Crossrunner

VFR800X Crossrunner – Führerscheinklasse A

Komisch, der Motor hat die selben Leistungsdaten wie bei der VFR und beide Moppeds wiegen das gleiche, trotzdem fühlt er sich auf dem Crossrunner kräftiger an. Möglicherweise sind beide Modelle unterschiedlich übersetzt, soll die VFR doch 242 km/h rennen und der Runner nur 209. Vielleicht liegt es aber auch an den unterschiedlichen Erwartungen mit denen ich aufgestiegen und losgefahren bin und es ist nur ein subjektiver Eindruck der sich nicht mit Messdaten belegen lässt. Jedenfalls gefällt er mir hier besser als auf dem Sporttourer. Im hausinternen Landstraßen-Vergleich der Stelzen ist der Crossrunner in meinen Augen trotzdem der Verlierer. Ein bisschen Zahlen-Fu dazu:
Die NCX kann alles und DCT. Die 50 PS Mehrleistung der Crossrunner sind auf der Landstraße egal. Die NC hat zwar mit 68 Nm ca. 10% weniger Spitzendrehmoment, dieses liegt jedoch bereits bei 4.750 Umdrehungen an. Für die 75 Nm der Crossrunner muss der V4 8.500 Mal gedreht werden. Dazu kostet die NC mit DCT 7.800 Euro und der Crossrunner, den es nicht mit DCT gibt, schlägt ein 12.500 Euro tiefes Loch in die Bank. Da liegen fast 5.000 Eumel zwischen beiden Moppeds. Das sind bei einem Literpreis von €1,50 3.333,33 Liter oder 236 Tankfüllungen. Rechnen wir mal mit 4 l Verbrauch bei der NC (Honda gibt 3,5 l an, aber wir rasen ja gerne ein bisschen), dann ist das Sprit für mehr als 83.000 km.

Der andere Stelzbock, der Crosstourer, kostet nur € 1.755 mehr auf der Liste, bzw. €2.755 mit DCT und ist ein echter Kawenzmann, der leider auf Speichenfelgen steht. Ich mag Gußfelgen lieber.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
3 Sterne
Soviel zu meinen Kurzeindrücken.

Auch hier nochmal vielen Dank an Honda für die Einladung, Speis und Trank und alles andere. Es war ein toller Tag, ich freue mich auf ein Wiedersehen.

Honda Pressetag 2015 – Die Moppeds am Vormittag #HPT15

Uff, ich bin viele Moppeds gefahren, damit das klappte, waren die Runden kurz, aber in der Regel lang genug um einen guten Eindruck zu gewinnen. Autobahn war nie dabei, aber Kurven in verschiedensten Radien, Bergauf- und -abfahrten, guter und schlechter Asphalt und ab und an ein kurzer Feldweg oder Schotter.

Weil meine Kamera den Geist aufgab sind die Bilder von der Honda-Website. Die Links führen ebenfalls alle zu Honda.

Im Grunde genommen gibt es, egal um was für ein Mopped es geht, nur zwei Bewertungskriterien: macht es Spaß und: würde ich es mir kaufen. Beides ist natürlich sehr subjektiv. Blöd ist, dass mir Mopped fahren immer Spaß macht, egal was es ist und das Kaufkriterium ist dazu bei mir noch ein sehr theoretisches, denn in meiner Garage stehen Moppeds für alle Zwecke, die ich brauche.

Um trotzdem eine Bewertung mit Punkten hinzubekommen, habe ich mir eine Hilfskonstruktion ausgedacht, das Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating. Je mehr Sterne, desto eher würde ich das Mopped als Dauertester in meine Garage nehmen und meine eigenen Moppeds für einen Monat stehen lassen, Maximum ist fünf.

CBR300R

CBR300R – Führerschein A2

Das Mopped war für mich besonders interessant, da die Hippe den Motor des Vorgängermodels hat, das eine 250er war. Dieser Motor erhielt einen von 55 auf 63 mm verlängerten Hub, Harleyfahrer sprechen da von einem Stroker. Also war meine Frage, merkt man das und lohnt es sich? Oh ja! 14% mehr Hub bringt 22% mehr Drehmoment, oder weniger technisch, da wo ich mit der Hippe runter schalten muss, kann ich mit der 300er (die eine 286er ist) locker den 6. drin lassen und mit 100 den Berg hoch. Den Motor hätte ich gerne in der Hippe. Warum Honda das nicht macht, verstehe ich nicht.
Ich bin den kleinsten anwesenden Supersportler direkt als erstes gefahren und habe die Runde der Blogger angeführt. Hinter mir fuhr alles was mehr PS hatte und sportlich war, inklusive Fireblade. Alle waren heiß auf die erste Runde und ich hatte nicht vor die Kolleginnen und Kollegen mit teilweise ausführlicher Rennstreckenerfahrung aufzuhalten. Habe ich auch nicht, eher im Gegenteil, musste ich doch regelmäßig warten, dass sie wieder in meinem Rückspiegel auftauchten. Natürlich hatte ich eine Strecke mit vielen Kurven gewählt, auf der Autobahn ohne Speedlimit sähe es anders aus.

Ein tolles Motorrad mit ausreichend Leistung für den Alleine-Fahrer. Wer regelmäßig jemanden mitnehmen möchte sollte dann doch zu einem Modell mit mehr PS greifen. In den Händen eines Könners ist sie z.B. auf dem Sachsenring mit Sicherheit für einige Überraschungen gut. Aber wirklich zu Hause ist sie im Alltag. Wer damit Leben kann, am Treffpunkt und am Stammtisch nicht für voll genommen zu werden (die meisten dort haben zwar eine große Klappe aber keine Ahnung) oder einfach Taten statt Worte sprechen lassen will, findet hier einen spaßigen Begleiter. Statt mehr Motorrad zu kaufen hat man hier Geld übrig, das in Sprit, Reifen und Trainings gesteckt werden kann. Fahranfänger werden mit einem leich zu fahren Mopped immer schneller Fortschritte erzielen als auf  einem größeren.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
4 Sterne
Die fehlende Offroad-Tauglichkeit und die im Vergleich zum Luxusweibchen deutlich geringere Autobahn-Dauergeschwindigkeit verhindern den fünften Stern.

MSX125

MSX125 – Führerschein A1

Meine Schwester hat eine 125er China-Dax. Das hier ist das, was Honda als Nachfolger positioniert, größer als eine Dax, aber kleiner als ein richtiges Motorrad. Aber leider hört sich das nur in der Theorie gut an, die Dax macht deutlich viel mehr Spaß. Ein 125er Motorrad fährt viel besser und ein 125er Roller ist deutlich praktischer.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
1 Stern
Der eine Stern, weil es schon Spaß macht, ist ja ein Mopped, und auch ein bisschen lustig anders ist, als ein gewöhnliches Mopped.

SH125i

SH125i – Führerschein A1

Eine Rollerunde ist Pflicht. Und nach der Enttäuschung des MSX durfte es wieder ein 125er sein. Ich entscheide mich für die SH125i (11,8 PS), weil die keinen Topcase aufgeschnallt hat, @LeFronc, der am Abend vorher zwölf Schnitzel mehr als ich gegessen hatte und mehr Kilo auf die Wage bringt als ich schnappte sich die 150 Version mit 15 PS. Kollege @Moppedblog die 125er Forza (bringt 24 kg mehr Leergewicht auf die Wage, hat aber volle 15 PS mehr, bei ähnlichem Fahrergewicht), Frau @edigixxer wählt auch einen Roller, entscheidet sich dann jedoch spontan kurzfristig um und wählt statt einem dreifarbigen Modell eines in weinrot. Und wie immer, wenn Frau Gixxer mit am Start ist, wird es ein Rennen. Die 150er vorne weg. Die Mehrleistung kann die Schnitzel also kompensieren. An der ersten Steigung stecken wir im Verkehr fest., damit ist also belegt, dass 125er Roller auch auf hügeligen Landstraßen kein Verkehrshindernis sind. Trotzdem müssen wir uns tief  ducken und lang machen um die letzten km/h aus den Rollern zu quetschen als wir die LKW überholen. Am dritten Gefälle scheint Frau Gixxer einen besonders guten Windschatten erwischt zu haben, denn sie zieht locker aufrecht sitzend an mir vorbei. Ich schnappe mir also Ihren Windschatten und weiter geht die Jagd. Im Verkehr gelingt es uns den Forza abzuhängen. Wie in der Moto3 gilt, wer einmal den Anschluss verloren hat hat keine Chance mehr auf die vorderen Plätze. In der Ortschaft, die die Mitte der Runde markiert, gelingt es mir durch einen Trick an Frau Gixxer vorbeizukommen. Als das Tempolimit aufgehoben wird schießt sie wieder aufrecht an mir vorbei und ich erblicke den Schriftzug an Ihrem Roller: SH300i. Die Schummlerin hat sich einen 300er geschnappt und nur mit uns gespielt, die Sau! Am Ende laufen wir in der Reihenfolge der Motorgröße ein, 300 vor 150 und 125.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
1 Stern
Ist halt eine 125er und ein Roller. Da ich nicht in einem Ballungsraum wohne, ist es für mich uninteressant.

NC750X

NC750X mit und ohne DCT – Führerscheinklasse A

Die X ist meine Lieblings NC (inklusive Integra-Roller) und ein absolut gutes Motorrad. Aber, und das ist ein großes Aber, es muss ein DCT-Getriebe haben. Eine kurze Erklärung, was DCT ist. Es ist ein Sechs-Gang-Getriebe mit Doppelkupplung, das selbsttätig schaltet. Über zwei Knöpfe am Lenker kann der Fahrer jederzeit manuell die Gänge wechseln, einen Kupplungshebel gibt es nicht. Durch die doppelte Kupplung funktionieren Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung. Mit ein bisschen Übung konnte ich die Kurven so fahren, dass mittendrin ein Gang gewechselt wurde. Das hört man, denn es klackt vernehmlich und die Drehzahl ändert sich, aber man spürt es nicht, keine Drehmomentspitze versaut die Linie. Wahnsinn.

Der Motor der NC dreht für ein Mopped relativ niedrig und kommt schnell in den Begrenzer. Daran muss man sich gewöhnen, wenn man von einer anderen Maschine umsteigt und kein DCT hat, denn dann hängt man sehr schnell und überraschend im Begrenzer. Das ist mir passiert als ich auf die normal geschaltete NC umstieg und von Platz drei in der Gruppe nach ganz vorne fahren wollte, da der vorne Fahrende am richtigen Abzweig vorbeizufahren drohte. Wer eine NC sein eigen nennt fällt darauf natürlich nicht mehr herein.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
5 Sterne deLuxe
Natürlich nur mit DCT. Ohne muss ich das deLuxe abziehen.

NM4 Vultus

MN4 Vultus – Führerscheinklasse A

Dazu schreibe ich später mehr. Obwohl es aussieht wie eine Mischung aus Roller und Mopped und überhaupt ganz komisch, ist es genau das nicht. Es ist einfach etwas ganz Eigenes und wunderbar.

Und mit DCT!

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
5 Sterne

Gold Wing

Gold Wing – Führerscheinklasse A

Meine frühere Begeisterung für den ganz fetten Flügel ist weg. Das Radio war viel zu leise, nicht mal bei Landstraßentempo konnte ich die Musik hören. Meine Sozia hat nicht gemerkt, dass ich Ihre Sitzheizung heimlich auf Maximum gedreht habe, ich musste viel schalten, erster beim anfahren und dann klack-klack-klack-klack letzter zum fahren, wofür sind die ganzen Gänge in der Mitte eigentlich da, für Gespannumbauten mit Wohnanhänger? Ich bin in der Zwischenzeit die F6B Variante mit abgespeckter Ausstattung, niedriger Scheibe und ohne Topcase gefahren. Das ist in meinen Augen die Gold Wing Gold, das viel bessere Mopped. Die ganz nackte F6C war leider immer unterwegs, daher konnte ich sie nicht fahren.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
2 Sterne

Die F6B kriegt 4 Sterne aus meiner Erinnerung

Jetzt war Mittagspause und das ist ein guter Punkt, diesen Beitrag zu beenden. Mit dem Nachmittags-Programm geht es dann im nächsten Beitrag weiter.

Edith: Hier der Link zum Nachmittags-Programm der #HPT15