Ein bisschen flach – Erzberg 2015 Berichterstattung

Mit dem Mopped durch den Steinbruch fahren, das hat wohl fast jeder schon mal gemacht, der im Laufe seiner Zweirad-Karriere eine Enduro oder ähnliches in der Garage hatte.

So was in der Art ist das Erzberg Rodeo, das dieses Jahr zum 21. Mal stattfand. Allerdings treffen sich dort nicht nur einfach ein paar Mopped-Jungs, sondern die Weltelite der Hard-Enduro Fahrer, eine paar Breitensportler und alles dazwischen. Das sind so viele, dass über einen Prolog die 500 Startplätze für das Hauptrennen, den Hare Scramble, ausgefahren werden. Diese 500 müssen dann im Tagebaugebiet Erzberg ein bisschen hoch und runter fahren und durchs Ziel. Zwischendurch sind einige Checkpunkte, die die Fahrer ansteuern müssen, wer einen davon auslässt, wird nur bis zum letzten regulären Punkt gewertet, Strafzeiten gibt es nicht. Die Strecke von ca. 30 km Länge ist dabei so gewählt, dass nur ein Bruchteil der Starter es in den gegebenen vier Stunden Renndauer bis ins Ziel schaffen kann. Letztes Jahr war der Schnellste schon nach 1:37h im Ziel, die Strecke war also zu leicht. Dieses Jahr wurde der Streckenverlauf geändert und verlängert. Der neu hinzugekommene Abschnitt namens Downton war so hart, dass die ersten fünf, die bis zum Ziel kamen, es nur schafften, weil sie sich und Ihre Moppeds gegenseitig nach oben zogen.

Für ein Wettrennen ist es schon mehr als nur ein bisschen außergewöhnlich, wenn die Topstars, die um den Sieg kämpfen, sich gegenseitig durch die Sektion helfen. In etwa so, als wenn Vettel und Hamilton erst Rossbergs Auto schieben und dann alle drei zusammen die anderen. Zugegeben, beim Erzberg gibt es nur einen Stein zu gewinnen und kein Preisgeld, aber trotzdem.

Das keiner der Top-Stars alleine durch diesen Abschnitt kam sagt einiges über die Schwierigkeit aus. Fünf Fahrer bildeten die Seilschaft an der Spitze und obwohl der Kurs so gebaut ist, dass nur ein Mopped gleichzeitig durch das Ziel passt und sie nacheinander ankamen, wurden vier von Ihnen zum Sieger erklärt und einer zurückgesetzt, weil er vorher einen Checkpunkt ausgelassen hatte.

Ich weiß nicht, ob die Fahrer schon vor der Zieldurchfahrt wussten, dass sie alle gleichermaßen zum Sieger erklärt werden oder ob sie einfach untereinander abgesprochen hatten in welcher Reihenfolge sie gemeinsam in Ziel fahren (und somit einem Konkurrenten einen möglichen Sieg schenken) und habe dazu leider auch keine Informationen gefunden. Das wäre einer der Fragen gewesen, die ich gerne in einem Interview gestellt hätte, leider hat das niemand gefragt oder die Antwort dazu nicht auffindbar ins Netz gestellt. Schade.

Aber da gibt es noch etwas, dass ich viel dringender wissen möchte. Fünf der weltbesten Enduro Fahrer schaffen es nur gemeinsam und mit gegenseitiger Hilfe ins Ziel und 23 Sekunden hinter ihnen kommt noch ein sechster Fahrer an, Mario Roman.

Hat er es ganz alleine durch den Wald geschafft, in dem die anderen scheiterten? Ja, hat er, schreibt Redbull.com in einem Nebensatz, und damit ist er mein heimlicher Sieger!

Warum zum Teufel schreibt da keiner was zu? Warum sind die ganzen Sportreporter vor Ort, wenn sie nur die Ergebnislisten abschreiben, wo sind die ganzen anderen Stories für die man vor Ort sein muss?

Alle freuen sich, zu recht, darüber dass vier Spitzensportler gemeinsam gewinnen, aber keiner schreibt darüber, dass einer es alleine geschafft hat.

Die Platzierungen:

1.Andreas Lettenbichler
1.Alfredo Gomez
1.Jonny Walker
1.Graham Jarvis

5. Mario Roman

Wade Young, der vor dem Ziel wegen einem verpassten Wegpunkt herausgenommen wurde, ist am Ende als 13. gewertet worden.

Von den 500 Startern haben es 79 nicht mal bis zum ersten Checkpunkt geschafft.

Gesamtergebnis Erzber Rodeo Hare Scramble (PDF)

Hier darf ich fahren – die TRF

Bei uns in Deutschland ist die Rechtslage für mich als Laien ziemlich unklar. In anderen Ländern sieht es da ganz anders aus. Mit sehr viel Freude blicke ich auf die Insel jenseits des Kanals, in England und Wales (und möglicherweise auch in Schottland) gibt es BOATS, und damit sind keine kleinen Schiffe gemeint, die dort wohl ebenfalls gibt, sondern 6.000 Meilen (mehr als 9.500 km) Byways Open to All Traffic. Die Streckenlänge reicht aus, um eine ganze Rally Dakar im UK zu fahren.
Die Dakar 2015 hatte für Moppeds 4.752 km Sonderprüfung plus 4.543 km Verbindungsetappen, also 9.295 km insgesamt (laut Planung), die Strecke für PKW und LKW war kürzer.

Endorwanderung, Foto TRF Trail Riders Fellowship

Foto: TRF

 

Das ist schon ziemlich cool, dass es so etwas dort gibt und damit es so bleibt, gibt es im UK einen Verein, die Trail Riders Fellowship (TRF), die dafür sorgt, dass diese Strecken auch offen bleiben und sie fleißig nutzt.

TRF Logo -Trail Riders Fellowship

Wer gut Englisch versteht, dem lege ich die TRF Webseiten ans Herz.

TRF bei Facebook

 

Natürlich darf man auch dort nicht einfach jeden Weg befahren aber auf guten Karten sind die BOATS zu finden und das ist ja schon mal was. Und mit einem Verein als Ansprechpartner ist es natürlich deutlich einfacher auch legale Strecke zu finden oder gar einen ortskundigen Vorfahrer.

Ich weiß schon, was ich bei meinem nächsten Besuch auf der Insel machen werde.

P.S.

Auch in anderen Ländern in unserer Nachbarschaft gibt es ganz viele legale Möglichkeiten im Dreck zu spielen, aber gibt es dort auch so etwas wie die TRF? Wenn Du was weißt, schreib einen Kommentar.

Enduro Wanderung TRF Trail Riders Fellowship

Foto: TRF

Darf ich hier fahren?

Wer mit einer Enduro fährt möchte diese womöglich auch mal abseits geteerter Straßen bewegen. Solch eine Straße muss man hierzulande erst mal finden. Ist sie gefunden, stellt sich die Frage, darf ich hier fahren?
Und wie fast immer im Leben gibt es auf eine einfache Frage keine einfache Antwort. Oder auch, egal was Du machst, mit einem Rad parkst Du im Knast.
Zusätzlich zu dem, was juristisch erlaubt ist gilt selbstverständlich:
Wo kein Kläger, da kein Richter.
Aber auch: Nicht jeder Kläger kriegt recht.

Kompliziert? Nach lange nicht. Nehmen wir mal an, wir ständen hier:

Feldweg und Landstraße

Das Bild habe ich von einer Landstraße aus aufgenommen. Wie Ihr sehen könnt, wird der asphaltierte Feldweg durch eine durchgezogene Linie von der Landstraße abgetrennt. Das übliche Schild
– Gesperrt, Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei –
steht hier nicht. Darf ich da also hinein fahren, sieht ja schließlich wie eine schmale Straße aus?

Feldweg

Ein bisschen weiter ändert sich der Straßenbelag der obigen Straße. Jetzt ist es nicht mehr asphaltiert. Falls ich oben fahren durfte, darf ich hier weiterfahren?

Welches Gesetz gilt hier und muss ich Anwalt sein um das zu verstehen? Wer Jura mit Deutsch verwechselt ist selber Schuld. Ich bin kein Anwalt und habe demnach nur meinen kümmerlichen Menschenverstand für die folgenden Texte.

Straßenverkehrsordnung StVO

§ 1 Grundregeln
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Klar, das kennt Ihr alle, aber warum schreibe ich das hier? Weil es zu jedem Gesetz ergänzende Kommentare, Verwaltungsvorschriften und Urteile usw. gibt, die erklären, was manchmal gemeint sein könnte aber nicht in diesen speziellen Fall gelten muss, z.B. die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO)

Zu § 1 Grundregeln
1 I. Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) regelt und lenkt den öffentlichen Verkehr.
2 II. Öffentlicher Verkehr findet auch auf nicht gewidmeten Straßen statt, wenn diese mit Zustimmung oder unter Duldung des Verfügungsberechtigten tatsächlich allgemein benutzt werden. Dagegen ist der Verkehr auf öffentlichen Straßen nicht öffentlich, solange diese, zum Beispiel wegen Bauarbeiten, durch Absperrschranken oder ähnlich wirksame Mittel für alle Verkehrsarten gesperrt sind.

Na, das knallt oder? Die Straßenverkehrsordnung gilt auch, wenn Du gar nicht auf einer gewidmeten Straße (hört, hört) fährst, wenn der Verfügungsberechtigte duldet, dass da gefahren wird. Jetzt musst Du nur noch wissen, wer der Verfügungsberechtigte ist und wenn der sogar einer Befahrung seines Feldwegs zustimmt, dann darfst Du da nicht rechts überholen, wegen der StVO. Wenn Du ihn nicht fragst, duldet er es eventuell und dann darfst Du auch nicht rechts überholen.

Fährst Du dagegen an einer geschlossenen Schranke vorbei darfst Du dahinter rechts überholen, denn dann gilt die StVO nicht. In der Regel darf man da, wo eine geschlossene Schranke den Zutritt erschwert aber gar nicht fahren, daher steht da ja die Schranke.

Nachdem jetzt geklärt, wo die StVO überall gilt denke ich, ich bin auf einer vergleichsweise sicheren Seite, wenn ich auf gewidmeten Straßen im öffentlichen Verkehr unterwegs bin. Wo finde ich die?

Gucke ich mal weiter in die StVO

StVO § 2
Straßenbenutzung durch Fahrzeuge
(1) Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn

Das hilft nicht weiter, hier wird die Straße nicht gegen eine Nicht-Straße abgegrenzt sondern nur in Ihre Einzelteile zerlegt und auch die Abschnitte (2) bis (5) sind nicht wirklich hilfreich. Eine Definition von Straße muss her, also wieder die Suchmaschine anschmeißen.

§ 2 StVO Begriffsbestimmungen
1.Straße: eine für den Fußgänger- oder Fahrzeugverkehr bestimmte Landfläche samt den in ihrem Zuge befindlichen und diesem Verkehr dienenden baulichen Anlagen;

Ha, das klingt doch gut, als wäre ich auf dem richtigen Weg. Bin ich aber nicht, denn das sind Begriffsbestimmungen für die StVO in Österreich. Also weiter: auf sicherestrassen.de finde ich:

Straße
ist der Oberbegriff für alle Verkehrsanlagen, die dem Verkehr dienen. Dazu gehören auch Wege und Plätze, der Luftraum und das Straßenzubehör (Beleuchtung, Verkehrszeichen, Trenn und Seitenstreifen mit Bepflanzung) vergl. § 1 FStrG bzw. StrG der Länder. (siehe auch öffentlicher Verkehrsraum). Eine Straße kann somit eine oder mehrere Fahrbahnen (auch mit mehreren Fahrstreifen pro Fahrbahn), Geh, Radbahnen Seitenstreifen und/oder Grünstreifen haben.

Na toll, hier wir nicht nur auf das FStrG hingewiesen sondern auch noch darauf, dass die einzelnen Bundesländer eigenen StrG haben. Also bloß weil ein Dings das ich befahren könnte in Schleswig-Holstein eine Straße ist könnte es, wenn es rüber nach Niedersachsen führt, dort auf einmal keine Straße mehr sein. Das FstrG ist übrigens das Fernstraßengesetz und StrG ist das Straßengesetz und die die Steuerungs-Taste (CTRL für Euch alte Hasen).

Und mit Strg+Alt+Entf beende ich meine Suche nach der Wahrheit und hoffe dass auf dem nächsten Feldweg kein Mob Verfügungsberechtigter mit Mistgabel und Fackel auf mich wartet.

Enduro fahren mit Hindernissen

Off-road fahren ist anspruchsvoller als auf der Straße, denn Straßen sind schließlich dazu gebaut, um das Fahren zu erleichtern. Aber auch auf Verkehrswegen kann mal ein Hindernis auftauchen, dass mit dem Mopped überwunden werden muss.

Hindernis beim Enduro fahren.

Hindernis beim Enduro fahren, wer da hoch will muss einen Weg finden.

Meistens ist es so, dass der Kopf und die eigene Vorstellung, dass das Hindernis vor einem schwer zu fahren ist und was da alles schiefgehen könnte, genau der Grund ist, warum es nicht klappt. Jedenfalls ist es bei mir so.
Ich glaube, etwas ist schwer, ich verkrampfe, es klappt nicht, ich verkrampfe beim nächsten Versuch noch mehr. Verkrampfen ist schlecht.

Diesen Kreislauf kann ich bewusst unterbrechen und sogar von vorne herein verhindern. Wenn ich bei einem Hindernis vermute, dass es schwer wird schaue ich es mir genau an bevor ich rein fahre, suche die Linie, die ich fahren will und gehe sie ab. Ich suche dabei am Horizont oder zumindest weiter weg,  auch nach Punkten, auf die ich meinen Blick richten kann, Blickrichtung ist Fahrrichtung. Natürlich gucke ich dabei auch, ob die #Hippe (oder womit ich gerade unterwegs bin) da überhaupt lang kann, oder ob sie irgendwo aufsetzen wird, der Lenker zu breit ist oder das Wasser so tief, dass es in den Lufteinlass herein laufen könnte. Im Zweifel rolle ich bis zu der Stelle, wo es knapp aussieht und teste es im Stand. Das Gute daran, wenn nichts aufsetzt oder klemmt bin ich schon halb durch und kann den Rest auch noch fahren. Weil die #Hippe so leicht ist, kann ich sie in der Regel entweder über das Hindernis schieben, heben oder wuchten, wenn sie aufsetzt oder auch wieder zurück schieben. Dass ich das weiß, macht mich locker und locker ist gut.
Meistens stellt sich sowieso heraus, dass es viel schwieriger aussah als es zu fahren war und weiter geht’s.

Je mehr Hindernisse ich überwinde, umso mehr Hindernisse sehen für mich vergleichsweise leicht aus, Routine und so. Es hilft dabei auch, Erfolgserlebnisse mit einem kleinen Jubelschrei im Hirn zu festigen, oder einfach nochmal über das Hindernis fahren.
Es gibt bestimmt auch profund psychologisch herausgearbeitete Tricks und mentale Helfer, aber die kenne ich nicht.

Zum Glück bin ich so ziemlich frei von Angst, so dass ich in der Regel immer locker auf eine Problemstelle zu gehen kann. Und ich habe eine #Hippe, und kann mit Ihr auch viel üben, das hilft alles.

Enduro fahren in Pfungstadt

Letztes Jahr nutze ich genau dieses Treffen um auszuprobieren, ob der dicke Tiger Explorer überhaupt im Gelände fahrbar ist. Das hat gut geklappt und vor Ort war eine so tolle und zwanglose Atmosphäre, dass ich dieses Jahr wieder gekommen bin, mit der #Hippe.

Organisiert wird das ganze privat von Moto-Tourer.de (vielen Dank dafür) und es findet auf dem Gelände des MSC Pfungstadt statt. Im Fahrerlager kann gezeltet oder gewohnwagend werden, ich bin jedoch mit Bloggerkollege @ErnieTroelf  zu ihm nach Hause gefahren. Die Strecken (hier das Streckenlayout von der Webseite des Vereins) ist auch mit schweren Stelzböcken auf Straßenreifen gut zu befahren, das haben auch dieses Jahr wieder ein paar 12er GS bewiesen. Die meisten Teilnehmer nutzen jedoch leichtere Moppeds oder haben wenigstens geländetaugliche Reifen aufgezogen. Sportenduros möchten bitte auf dem Parkplatz warten, es ist ein Reisenduro Treffen.

Da die #Hippe bisher sowohl ihre Reise- als auch ihre Endurotauglichkeit bewiesen hat war sie also richtig dort und traf sich mit: F650GS, Freewind, Bagheera, KTM LC4, Enduro R und 950 Enduro, BMW 650 X Challange, XT600, KLX650, und 4-Ventiel Boxer GSen der verschiedensten Generationen. Bestimmt habe ich noch einige Modelle vergessen.

Auf dem Programm standen vor allem freies Fahren auf der Strecke, auf der Freifläche, die auch eine Kinder-Strecke aufweist und im Trial-Garten sowie einige Mopped-Spielchen wer mochte.

Enduro Ballspiel

Während die Enduro-Runde mit so ziemlich jedem Fahrzeug befahren werden kann, auf dem der Fahrer mit leichtem Schlamm und lockerem Sand klarkommt, ist im Trialgarten schon ein bisschen Bodenfreiheit nötig. (ja, das ist eine steile These, ich bin aber bereit jedes Mopped bei dem Versuch, das zu beweisen zu zerstören, solange ich es nicht bezahlen muss). Die vergleichsweise geringe Bodenfreiheit der #Hippe war der limitierende Faktor beim Trial, das geringe Gewicht und der zahme Motor waren ihre Trümpfe. Beides sorgte auch dafür, dass das Fahren wenig anstrengend war.
Während die meisten mit Ihren schweren Maschinen nach zwei bis fünf Runden im Trial-Garten oder auf der Enduro-Strecke eine Pause einlegten, konnte ich mit der #Hippe ohne Probleme weiter fahren und dabei feststellen, wie es mir von Runde zu Runde leichter viel, durch die weichen Sandpassagen zu kommen, Sand macht mir immer am meisen Schwierigkeiten. Ich konnte jede Runde schneller fahren, die Linien variieren vor allem, wurde ich entspannter.

Hippe im Trail Garten in Pfungstadt

Es war ein tolles Wochenende an dem ich die #Hippe im Gelände bewegen konnte. An manchen Stellen merkte ich, dass ich an die Grenzen dessen komme, was die #Hippe kann. Die Bodenfreiheit reicht nicht überall und wenn aus einem Hüpfer ein richtiger Sprung wird, dann kann es sein, dass die Gabel durchschlägt. Herrlich, meine fahrerischen Fähigkeiten wachsen und es macht Spaß!

Vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahr dort, ich will wieder hin.

 

P.S.

Ich hatte, wie versprochen, meine Kamera mit,  Meistens bin ich jedoch selbst gefahren und als Ernie Troelf dann Fotos machen wollte, war der Akku fast leer. Komisch, dass man den aufladen muss.
Glücklicherweise war auch jemand vor Ort, der seine Kamera zum Fotografieren mit hatte. Hier der Link zur Fotogalerie von Stefan Lacalli auf Facebook

Endurofahren mit den Dirtgirls statt #BajaD

Aufmerksamen Blog-Lesern wird nicht entgangen sein, dass ich schon länger nichts mehr zur Baja Deutschland #BajaD geschrieben habe. Aufmerksame Twitter-Leser wissen warum, denn die Baja wurde verschoben. Aus Umweltschutzgründen findet das Rennen jetzt vom 23. bis zum 25. Oktober statt. Eigentlich hätte das Rennen am verlängerten vergangenen Wochenende stattfinden sollen.

Ich wäre mit dem Dirtgirls Rallye Team gestartet und von daher wurde ich als Fast-Mädchen von den Damen zu einem konspirativen Treffen mit Enduro nach Schleswig Holstein eingeladen. Also zögerte ich nicht lange und sprang gleich auf die Hippe mit den gut angefahrenen TKC80 und reiste los. Vor Ort traf ich dann auf eine ganze Armada EXCs, den Wettbewerbs-Enduros aus dem Hause KTM, von 250 ccm bis 450 ccm war alles vertreten.

Der Laie wird nun beginnen Mitleid mit mir zu haben und denken, dass ich die KTMs brutal aufhalten würde. War natürlich nicht so, denn ich habe einen alten Indianer-Trick angewandt und bin auf der ersten Runde einfach als letzter gefahren.

Der Nicht-Mehr-Laie wird denken: Moment, Schleswig Holstein ist doch flach wie ein Bügelbrett, da nutzt einem eine EXC doch gar nichts.
Ja und nein. Natürlich gibt es dort keine 100 m hohen Steilhänge voller Riesen-Findlinge oder ähnliches Hardenduro-Gelände, aber mit einem ortskundigen Führer, der schon seit Mofa-Zeiten den Asphalt scheut die der Teufel das Weihwasser, kann man dort super wilde und tolle Strecken fahren. Wir befuhren sogar eine Cross-Strecke die sich zwei Kurven mit einer Enduro-Strecke teilte und mitten im Wald lag. Ich hatte mir die Gegend vorher mit Openstreetmaps, Goolge Earth und Bing angesehen und hätte damit nicht gerechnet. Sandige Auf- und Abfahrten, zugewachsene Wege, mitten durch die Bäume durch, auf Schotterwegen parallel zur Autobahn, private Endurostrecken im Garten, Trampelpfade durchs Moor – es gab alles, außer Wasserdurchfahrten.

Honda CRF250L Kenner wissen jetzt auch, dass die #Hippe mit solchem Gelände super klar kommt. Ich selbst werde immer wieder von der Kleinen überrascht, die viel mehr im Gelände kann als ich ihr zutraue und am Ende auch mehr kann als ich.

Auf der Endurostrecke habe ich mehrere Runden auch bei höherem Tempo gedreht und war nicht nur erfreut, wie schnell es vorwärts ging, sondern auch, wie wenig anstrengend es war. Eine Runde bin ich zum Vergleich auf einer 250er EXC-F gefahren, war viel anstrengender. Die KTM ist halt ein echtes Wettkampfgerät und muss auch so bewegt werden. Je höher das Tempo umso größer sind die Vorteile der Kante. Aber, so schnell war ich noch nicht. Aber so dreckig.

Hippe im Moor

Meine Empfehlung für alle Offroad-Anfänger daher: Auch wenn alle anderen eine Hardenduro fahren, fangt mit etwas anderem an, Ihr werdet Euch leichter tun und könnt auch noch auf eigener Achse anreisen. An diesem Wochenende konnte ich mit den Mädels, die wie ich auch alle auf gehobenem Anfänger-Niveau fahren, locker mithalten.

Abends wurde fein gegrillt und bis spät in die Nacht geredet. Hier muss ich jedoch die Mädels vor den üblichen Quatschtanten-Klischees in Schutz nehmen, die waren schon früh im Bett, der Tourguide (und Lebenspartner des organisierenden Dirtgirls) und ich fanden kein Ende.
Am Abreisetag gab es sogar noch eine GPS gestützte Schatzsuche als Ersatz für die Navigation mit Roadbook, die auf der Rally angefallen wäre.

Griesis Schatz

Und ganz zum Schluss zum Abschied, als sich unsere Wege wieder trennten bekam ich noch ein Blümchen an die #Hippe das dort auch über 150km hielt bis der Wind uns trennte. Das Bild habe ich bei Kilometer 136 gemacht, da sieht das Blümchen schon ein wenig gerupft aus.

Blümchen an der Hippe

Auf dem Rückweg konnte ich dann doch noch durchs Wasser fahren. Ich hatte mal bei Wikipedia nach Furten gesucht und dabei einige gefunden für manche hatte ich mir die Koordinaten herausgesucht und diese in mein GPS eingespeichert. Die meisten Furten sind mickrig und wenn sie für den öffentlichen Straßenverkehr freigegeben sind, meistens auch noch gepflastert.

Die hier bei Koordinaten N50° 16.215′ E6° 38.822′ jedoch nicht.

Hippe vor einer Furt

Hier war das Wasser ca. 50 cm tief. Ein würdiger Abschluss für ein tolles Wochenende.

Schotter in den Vogesen

Es war einmal eine Zeit, da bekam der Kollege @Schrm über dunkle Kanäle eine Vektorgrafik mit Touren in den Vogesen, die einen Schotteranteil von 40% haben sollen, zugespielt. Meine #Hippe und ich wollten da mit und auch der Profi-Testfahrer @Systemstig musste nach der Alpentour mit der 690er KTM noch ein SUV-Mopped abseits des Asphalts testen. Die Reisegruppe stand also und wie wir nun mal so sind waren wir zu allem bereit, nur nicht zu warten; also ging es sofort los.

Ja, es gibt in den Vogesen Pässe über 1.000 Meter Höhe und Ski-Gebiete gibt es da auch. Den wohl informierten Kradisten wird es also nicht überraschen, dass manche Straßen dort Anfang März noch wegen Schnee gesperrt sind. Ich habe mir da vorher keine Gedanken gemacht und meine Winterreifen noch schnell gegen flammneue TKC80 getauscht und zack sind wir los und haben uns in Orbey auf einem Campingplatz getroffen. Zelten war dort noch nicht möglich, also reservierten wir eine Blockhütte. Straßenkarten der Region haben wir vor Ort gekauft, denn zu Hause haben wir nichts passendes bekommen.

Ohne weitere Gedanken sind wir dann am ersten Tag die nördliche PDF-Runden gefahren, eine die nach viel Asphalt aussah; ein guter Auftakt. Und so kamen wir in einen Ort, in dem die Zeit nach dem Krieg stehengeblieben schien. Ich meine den Dreißigjährigen Krieg, nicht so ein modernes Zeug. Wundervoll! Dort suchte ich in meinem Garmin GPSMAP nach einer Tankstelle und ließ eine Route erstellen. Der Weg führte dann auf einen Schotterweg (jippie) der immer kleiner wurde und dann zu einem wanderwegartigen Singletrack mutierte (juchuuu).

Waldweg in den Vogesen

Genau das richtige um mit der Hippe Enduro zu wandern oder mit der XL 250er vom @Schrm. Nicht so sehr das Terrain für den Crosstourer, der die Gruppe der SUVs repräsentierte und 285 kg Gewicht und Straßenreifen mitbrachte. Ich kannte das Mopped von unserer Eis-Tour nach Genua.
Also wurde mit dem Tomtom Rider (ein super Navi, wenn ihr mich fragt)  neu geroutet und siehe da, man konnte die Tanke auch über Asphalt erreichen. Sachen gibt’s.

Frisch mit Benzin und köstlichem Apfelsaft versorgt hatten wir Blut geleckt und nahmen den nächsten Singletrail in Angriff. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich sehe, wie gut sich so ein Dickschiff auch abseits der Straße schlägt. Besonders die Crosstourer hat mich überrascht, ist sie doch eigentlich nicht viel mehr als eine Autobahn-VFR mit 25 mm mehr Federweg, diese sogar mit automatischer Doppelkupplung. Wie ein adipöses Reh hüpfte die dicke Honda über Wurzeln und Steine den Berg hinauf bis zu der Stelle an der ein kreuzendes Bächlein den Weg verschlammte. Hier beendeten die Straßenreifen schlagartig Vortrieb und Seitenführung, die Dicke legte sich auf die Seite in den Matsch.

Crosstourer im Matsch

Zu dritt haben wir die Dicke dann durch die schlammige Zone ein Stück bergauf geschoben. Es war sofort klar, das Limit der Reifen ist erreicht, also haben wir gedreht und sind zurück.

Am nächsten Tag sah der Plan sehr viele kleine Sträßchen vor. Tomtom routete uns über Wald- und Forstwege die teilweise mehr Geländefähigkeiten erforderten als die Reifen der Crosstourer bieten konnten. Ja, offizielle Straßen ohne Durchfahrtsverbot oder so. Aber es gab immer alternative Strecken die wir hätten fahren können, wenn denn da nicht der vereiste Schnee gewesen wäre.

Schnee in den Vogesen

So wurde der zweite Tag der des Re-Routings. Tolle Strecken, aber wieder fast ausschließlich Asphalt. Klarer Fall, hier müssen wir nochmal hin, dann aber mit anderen Reifen und ohne Schnee. Wahrscheinlich auch ohne Dickschiff sondern nur mit echten Reiseenduros wie der Hippe oder XL.

Abends haben wir dann unsere Abreise geplant und dabei festgestellt, dass die nördliche Runde, die wir am ersten Tag gefahren sind, auf unserem gemeinsamen Heimweg liegt, wir also die südliche Runde gar nicht sinnvoll fahren können. Egal, wir wollen ja sowieso nochmal hierher. Auf geht’s, nochmal die Nordroute!

Mittags, nach Kaffee (ich Kakao) und Blaubeerkuchen (ich Käsekuchen) bog @Systemstig als erster ab und trieb die Dicke in Richtung Heimat. @Schrm und ich fuhren noch ein Stück gemeinsam weiter, dabei sollte uns mein Garmin nochmal über Singeltracks leiten. Tat es aber nicht sondern immer nur über Straßen. Ich habe einige Profile und Routing-Methoden ausprobiert, immer nur Asphalt. Dann eben nicht.

Kaum war auch der @Schrm abgebogen werde mein Weg erst verdammt kurvig und zack war es ein Feldweg und dann ging es durch den Wald und plötzlich lag da ein Baum im Weg

Baum versperrt der Hippe den Weg

Also was nu, wieder zurück? Ich konnte zu Fuß unter dem Baum durch krabbeln, aufrecht passt die Hippe da aber nicht durch. Aber vielleicht kann ich sie schräg gegen den Berg lehnen und dann mit schieben, ziehen und zerren, vielleicht die Spiegel ab …

Hippe vor Baum

Klappt!

Der restliche Weg war dann weniger aufregend aber immer noch schön, zumindest bis nach Saarbrücken. Ab da war es dann Bundesstraße.

Ob morgen immer noch Schnee in den Vogesen liegt?

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