Schotter in den Vogesen

Es war einmal eine Zeit, da bekam der Kollege @Schrm über dunkle Kanäle eine Vektorgrafik mit Touren in den Vogesen, die einen Schotteranteil von 40% haben sollen, zugespielt. Meine #Hippe und ich wollten da mit und auch der Profi-Testfahrer @Systemstig musste nach der Alpentour mit der 690er KTM noch ein SUV-Mopped abseits des Asphalts testen. Die Reisegruppe stand also und wie wir nun mal so sind waren wir zu allem bereit, nur nicht zu warten; also ging es sofort los.

Ja, es gibt in den Vogesen Pässe über 1.000 Meter Höhe und Ski-Gebiete gibt es da auch. Den wohl informierten Kradisten wird es also nicht überraschen, dass manche Straßen dort Anfang März noch wegen Schnee gesperrt sind. Ich habe mir da vorher keine Gedanken gemacht und meine Winterreifen noch schnell gegen flammneue TKC80 getauscht und zack sind wir los und haben uns in Orbey auf einem Campingplatz getroffen. Zelten war dort noch nicht möglich, also reservierten wir eine Blockhütte. Straßenkarten der Region haben wir vor Ort gekauft, denn zu Hause haben wir nichts passendes bekommen.

Ohne weitere Gedanken sind wir dann am ersten Tag die nördliche PDF-Runden gefahren, eine die nach viel Asphalt aussah; ein guter Auftakt. Und so kamen wir in einen Ort, in dem die Zeit nach dem Krieg stehengeblieben schien. Ich meine den Dreißigjährigen Krieg, nicht so ein modernes Zeug. Wundervoll! Dort suchte ich in meinem Garmin GPSMAP nach einer Tankstelle und ließ eine Route erstellen. Der Weg führte dann auf einen Schotterweg (jippie) der immer kleiner wurde und dann zu einem wanderwegartigen Singletrack mutierte (juchuuu).

Waldweg in den Vogesen

Genau das richtige um mit der Hippe Enduro zu wandern oder mit der XL 250er vom @Schrm. Nicht so sehr das Terrain für den Crosstourer, der die Gruppe der SUVs repräsentierte und 285 kg Gewicht und Straßenreifen mitbrachte. Ich kannte das Mopped von unserer Eis-Tour nach Genua.
Also wurde mit dem Tomtom Rider (ein super Navi, wenn ihr mich fragt)  neu geroutet und siehe da, man konnte die Tanke auch über Asphalt erreichen. Sachen gibt’s.

Frisch mit Benzin und köstlichem Apfelsaft versorgt hatten wir Blut geleckt und nahmen den nächsten Singletrail in Angriff. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich sehe, wie gut sich so ein Dickschiff auch abseits der Straße schlägt. Besonders die Crosstourer hat mich überrascht, ist sie doch eigentlich nicht viel mehr als eine Autobahn-VFR mit 25 mm mehr Federweg, diese sogar mit automatischer Doppelkupplung. Wie ein adipöses Reh hüpfte die dicke Honda über Wurzeln und Steine den Berg hinauf bis zu der Stelle an der ein kreuzendes Bächlein den Weg verschlammte. Hier beendeten die Straßenreifen schlagartig Vortrieb und Seitenführung, die Dicke legte sich auf die Seite in den Matsch.

Crosstourer im Matsch

Zu dritt haben wir die Dicke dann durch die schlammige Zone ein Stück bergauf geschoben. Es war sofort klar, das Limit der Reifen ist erreicht, also haben wir gedreht und sind zurück.

Am nächsten Tag sah der Plan sehr viele kleine Sträßchen vor. Tomtom routete uns über Wald- und Forstwege die teilweise mehr Geländefähigkeiten erforderten als die Reifen der Crosstourer bieten konnten. Ja, offizielle Straßen ohne Durchfahrtsverbot oder so. Aber es gab immer alternative Strecken die wir hätten fahren können, wenn denn da nicht der vereiste Schnee gewesen wäre.

Schnee in den Vogesen

So wurde der zweite Tag der des Re-Routings. Tolle Strecken, aber wieder fast ausschließlich Asphalt. Klarer Fall, hier müssen wir nochmal hin, dann aber mit anderen Reifen und ohne Schnee. Wahrscheinlich auch ohne Dickschiff sondern nur mit echten Reiseenduros wie der Hippe oder XL.

Abends haben wir dann unsere Abreise geplant und dabei festgestellt, dass die nördliche Runde, die wir am ersten Tag gefahren sind, auf unserem gemeinsamen Heimweg liegt, wir also die südliche Runde gar nicht sinnvoll fahren können. Egal, wir wollen ja sowieso nochmal hierher. Auf geht’s, nochmal die Nordroute!

Mittags, nach Kaffee (ich Kakao) und Blaubeerkuchen (ich Käsekuchen) bog @Systemstig als erster ab und trieb die Dicke in Richtung Heimat. @Schrm und ich fuhren noch ein Stück gemeinsam weiter, dabei sollte uns mein Garmin nochmal über Singeltracks leiten. Tat es aber nicht sondern immer nur über Straßen. Ich habe einige Profile und Routing-Methoden ausprobiert, immer nur Asphalt. Dann eben nicht.

Kaum war auch der @Schrm abgebogen werde mein Weg erst verdammt kurvig und zack war es ein Feldweg und dann ging es durch den Wald und plötzlich lag da ein Baum im Weg

Baum versperrt der Hippe den Weg

Also was nu, wieder zurück? Ich konnte zu Fuß unter dem Baum durch krabbeln, aufrecht passt die Hippe da aber nicht durch. Aber vielleicht kann ich sie schräg gegen den Berg lehnen und dann mit schieben, ziehen und zerren, vielleicht die Spiegel ab …

Hippe vor Baum

Klappt!

Der restliche Weg war dann weniger aufregend aber immer noch schön, zumindest bis nach Saarbrücken. Ab da war es dann Bundesstraße.

Ob morgen immer noch Schnee in den Vogesen liegt?

Moppeds in diesem Beitrag:

Die #Hippe gegen den Rest der Welt – Showdown in Mek-Pom

Ich habe meine Hippe als Wintermopped gekauft. Ursprünglich wollte ich sie sogar mit einem Saisonkennzeichen von Oktober bis April zulassen. Ich habe mich dann jedoch dagegen entschieden, weil ich dachte, es könnte vielleicht Spaß machen so eine Enduro auch im Sommer zu fahren. Damals fuhr ich nur auf der Straße.

Mittlerweile suche ich Gelegenheiten an denen ich die Straße verlassen kann, wie in Laos oder bei der Baja, fahre dann jedoch aus diversen Gründen nicht mit der Hippe. Natürlich bin ich mit der Kleinen auch schon mal über einen Feld- oder Waldweg gefahren, aber so richtig im Gelände waren wir noch nicht. Das hat sich jetzt geändert, denn ich konnte mit der Hippe durch die Wildnis Mecklenburg-Vorpommerns reiten und mich dabei in einen Journalisten-Vergleichstest der direkten Konkurrenz Beta Alp 4.0 mit den beiden KTM Konzepten Freeride 350 und EXC-F 350 einschleichen können.

EXC-F Freeride Alp Hippe

Die über 600km lange Anreise erfolgte auf der Hippe. Mit laut Kfz-Schein 19 kW (Honda schreibt auf der Website 17 kW) und einem 7,7 Liter großen Tank dauerte das ein bisschen länger, aber funktionierte problemlos.

Der erste Tag: KTM-KTM-Beta

Aus logistischen Gründen ging es erst einmal ohne Hippe los. Einer der beiden Journalisten kam einen Tag später. Da die anderen immer nur ein Mopped gleichzeitig fahren konnten, fuhr ich dann die andere. Das Dritte Mopped nutze der Tour-Guide. Es ging entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze durch Mek-Pom. Einen Bericht zur Reise gibt es auf der Bikerszene.(Edith: der Link zur Bikerszene ist jetzt eingefügt)
Die KTMs schlugen sich wie erwartet gut in den nicht asphaltierten Passagen. Auf der Straße verwandelte sich die Freeride jedoch zum sprichwörtlichen Schmerz im Arsch. Das was aussieht wie eine Sitzbank ist in Wirklichkeit ein Brett, dass dir vom Mopped zwischen die Backen geklemmt wird. Wer mit seiner Endruro langsam wandern und vielleicht auch mal gemütlich sitzend über Feldwege oder Wiesen fahren möchte sollte sich etwas anderes als die Freeride aussuchen. Je schwieriger und trickreicher das Gelände jedoch wird, umso mehr ist die Freeride in Ihrem Element. Wahrscheinlich hat die Freeride Vorteile in wirklich komplizierten Auffahrten, die gab es auf unseren Wegen jedoch nicht. Wir wanderten über Feldwege und zugewucherten ehemaligen Sandpisten, die jetzt nicht mal mehr ein Trampelpfad sind, über tiefsandige Wege, über Felder, durch Wälder und zweimal durch einen Bach. Das Gelände, das wir fuhren kann die EXC jedoch auch.

Freeride
Zumindest nannten die anderen es wandern, ich empfand es dazu als zu schnell, ich würde es eher joggen nennen. Für mich ist es Endurowandern, wenn ich gemütlich im sitzen fahre (was auf der Freeride nicht möglich ist, also gemütlich und sitzen). Wie auch immer, die KTMs hatten mit dem Tempo keine Probleme. Auch die Beta konnte mithalten, auf ihr fühlte es sich jedoch stellenweise nicht mehr nach Joggen an, sondern schon nach Rennen. Das liegt vor allem am Fahrwerk der Beta, das an seine Grenzen stieß.
Auf den asphaltierten Verbindungsetappen und in den Dörfern konnte die Alp jedoch Ihre Stärken gegenüber den Österreicherinnen ausspielen, ihre Gemütlichkeit. Nach einer 50 Kilometer Rückfahrt über die Landstraße, die mit lässigen 85 km/h den Wandergedanken wieder aufgriff, hatte die Freeride eine erhebliche Menge Ihrer Stollen am Hinterreifen verloren. Ein Problem, dass wohl nur bei der originalen 2013er Bereifung auftauchen soll, denn nach dem ersten Baujahr wurde der Zulieferer gewechselt.

Der Zweite Tag: Die Hippe gegen alle

Am zweiten Tag fuhr ich dann hauptsächlich Hippe. Ein wenig mulmig war mir schon, denn nach allem was ich gelesen hatte, soll die Beta im Gelände viel besser sein als die Honda. Und auf der Beta fühlten sich einige Passagen schon recht zügig an. Also warnte ich die anderen vor, dass es bei mir wohl etwas langsamer gehen würde, schließlich sei die Hippe ein gemütliches Straßenmotorrad, wie die Anreise auf eigener Achse belegte. Das Tempo der KTMs spielt sowieso in einer anderen Liga.
Wie falsch ich doch lag!
Das Fahrwerk der Honda funktionierte vorzüglich und ich erkannte, dass sich das Fahren auf der Beta vor allem deswegen so schnell anfühlt, weil das Fahrwerk so unausgewogen ist. Auf der Hippe wanderte ich noch, während auf der Beta bei gleicher Geschwindigkeit schon gerast wurde. Die aufgezogenen TKC 80 schlugen sich ebenfalls gut gegen die echten Geländereifen der anderen Moppeds. Am Ende waren die beiden Journalisten, die Beta und Freeride vergleichen wollten, ebenfalls von der Hippe überzeugt.

Hippe
Es stellte sich heraus, dass ich die Hippe komplett unterschätzt habe und sie die ideale Wanderenduro ist.
Die Beta schwächelte im Gelände.
Bei der Freeride war es eher das Gegenteil, da schwächelte das Gelände.
Die EXC funktionierte ebenfalls gut, fuhr sich dabei jedoch deutlich krawalliger und bot reichlich Reserven um das Tempo im Gelände zu erhöhen. Wir erhöhten das Tempo jedoch nicht, denn immer wieder trafen wir Radfahrer, Fußgänger oder Tiere, die unsere Wege ebenfalls nutzen. Hätten wir darauf verzichtet, auf diese Rücksicht zu nehmen und wären wie die Wildsäue durchs Gelände geballert, hätten die KTMs die Hippe bestimmt abgehängt. Wir aber sind mit den Enduros so langsam gewandert, dass ich große Teile der Strecke auf der Hippe gemütlich im Sitzen fahren konnte. Auf den Freeride ging das nicht, weil man darauf nicht gemütlich sitzen kann und für die Beta war das Tempo so schnell, dass man in Stehen fahren musste. Auf der EXC-F konnte man auch im sitzen fahren. Aber 600 km Anreise über die Autobahn mit der EXC? Wohl eher nicht.

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Die Baja Deutschland #baja300

Zuerst muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich die ganze Zeit einen alten Hashtag #baja300 verwendet habe, denn die Baja heißt seit diesem Jahr wieder Baja Deutschland, auch wenn sie nicht Teil der FIM Baja-Serie ist.

Wie bereits im letzten Jahr konnte ich wieder mit den Dirtgirls von Tina Meier die Baja bestreiten und wieder mit einer geliehenen Maschine vom Team Kaiser. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo ich mit einer schwachbrüstigen hüstel KTM 525 vorlieb nehmen musste, stellte Thorsten mir diesmal eine KTM mit „gemachtem Motor“ hin. Ich habe lieber gar nicht nachgefragt und trotzdem erfahren, dass der Motor 12 mm mehr Bohrung (also 650 ccm) und einen entsprechend angepassten Kopf hat. So sind bis zu 75 PS drin, bei geschätzten 115 kg Gewicht. Im Gelände. Um das mal in Relation zu setzen: Meine Hippe hat bei 145 kg  ganze 25 PS, also 25% mehr Gewicht bei nur einem Drittel der Leistung. Ich hatte ein bisschen Angst, was das Biest mit mir machen würde, wenn ich am Kabel ziehe. Die Kehrseite der Medaille war natürlich, dass ich immer genug Leistung zur Verfügung hatte. Viele Stellen gingen im Standgas, wo andere im Schlamm stecken blieben, reichten wenige Winkelminuten am Gasgriff um durchzukommen. Noch ein bisschen weitergedreht und das Vorderrad kam hoch genug um über jedes Hindernis auf der Strecke zu kommen. Ich will so ein Ding!

Aber ich wollte dieses Jahr gar nicht schneller fahren als im letzten sondern mein Ziel war eine fehlerfreie Navigation.

Fahren nach Roadbook

Auf der Baja muss man den richtigen Weg selbst finden. An einer Kreuzung kann es theoretisch nach links, rechts oder geradeaus gehen, welcher Weg der richtige ist, muss man dem Roadbook entnehmen. Dazu enthält das Roadbook folgende Informationen: Gesamtstrecke seit dem Start, Fahrstrecke seit dem letzten Roadbook-Bild, ein Bild auf dem die Kreuzung skizziert ist und daneben weitere Informationen um die Orientierung zu erleichtern. Um die Sache zu verkomplizieren ist nicht jede Kreuzung im Roadbook abgeblidet an der es geradeaus geht, aber manche.

Das Roadbook ist eine lange Rolle bedrucktes Papier, das vor dem Start der Rallye vom Veranstalter herausgegeben wird, man kann es sich vorher ansehen und auch bearbeiten. Ich habe zum Beispiel alle Bilder in denen ich links abbiegen muss rot markiert und alle wo es rechts abgeht in Grün. In Gelb wurden alle Bilder mit Kompasskursen markiert und weitere wichtige Informationen in Blau. Andere hatten andere Methoden und Farben gewählt.

Am Mopped wird die Rolle dann in einen Halter eingespannt und immer passend vorgespult.

Die zurückgelegte Strecke wird mit extra Instrumenten (in meinem Fall von Ico) gemessen, und über Knöpfe an die Angaben im Roadbook angepasst.

Vor dem Start

Wegen dem vielen Regen an den Tagen vor dem Rennen wurden die Sonderprüfungen eins und zwei in umgekehrter Reihenfolge gefahren und die Strecke leicht geändert. Diese Informationen erhielten wir auf dem Fahrerbriefing gegen 22:00 Uhr. Da um diese Zeit das Roadbook für Etappe eins vorbereitet war, aber nicht für Etappe zwei, hieß das also, noch mal ran ans Roadbook statt ins Bett. Start ist um 06:00 Uhr, Vorstart um 05:30, das bedeutet: aufstehen um 04:00 Uhr, genug essen für sechs Stunden Rennen, Roadbook einfädeln. Wenn man das vorher macht zieht das Papier die nächtliche Luftfeuchtigkeit und feuchtes Papier reißt schnell, was echt doof ist, wenn man im Rennen anhalten und Papier kleben muss.

Start

Gestartet wird in Zehnergruppen in der Reihenfolge der Startnummer, die nach dem Zeitpunkt der Anmeldung vergeben wird. Mit der Eins startet also nicht der Weltmeister sondern derjenige, der als erstes die Startgebühr bezahlt hat. So kommt es das Vollprofis, Staatsamateure und Eierbären (wie ich) nebeneinder am Start stehen und auf das herunterticken der Uhr warten. Alle 60 Sekunden geht eine neue Gruppe ins Rennen. Ich rolle vor zur Startlinie, die Uhr tickt herunter.

5 – Gang einlegen, Drehzahl hoch

4 – Nach vorne auf der Sitzbank rutschen, Oberkörper nach vorne, Ellenbogen hoch, Gewicht aufs Vorderrad

3 – Druckpunkt der Kupplung suchen

2 – Warten

1 – Warten

0 – Loooooooooooos!

Wer vorne fährt hat freie Sicht, wer hinten fährt bekommt Schotter, Sand und Steine von den vorne fahrenden ins Gesicht gespritzt. Rechts ab, den Abhang herunter, geradeaus, nächste wieder geradeaus dann links. Oder war es rechts? Ein Blick aufs Roadbook zeigt, ich muss vorspulen, ich bin zu schnell für meine Navigationskünste. Erstmal selbst einbremsen um nicht blind den Spuren und den vor mir her fahrenden zu folgen. Also immer ein Auge auf das Roadbook und den Ico und Finger weg vom Gas und schon sind weitere Dirtgirls auch da wo ich jetzt stehe und mich orientiere. Ab jetzt geht es langsamer weiter und so fahren wir praktisch in einer kleinen Gruppe. Da wo es geht immer den leichten Weg anstatt einfach geradeaus in den dicksten Matsch oder ins Wasser von dem man nicht weiß, wie tief es ist. Trampelpfad im Wald, Du bist mein Freund. So schaffen wir zwei Runden auf denen ich fast immer weiß, wo ich gerade bin und was als nächstes kommt. Einen Checkpoint verpassen wir meinetwegen. Entschuldigung dafür an meine wundervollen Begleiterinnen.

Tag zwei

So toll wie es bei mir gestern lief, klappte es nicht bei jeder aus unserem Team. Wir hatten einen frühen Ausfall zu verzeichnen, ein Mopped steckte so tief im Schlamm, dass es nur mit dem Bergungs-LKW befreit werden konnte, ausgerechnet bei dem Premiere-Küken (na klar kenne ich Ihren Namen, aber den behalte ich für mich). Wer als erstes ausfällt darf am nächsten Morgen zu letzt starten, also ca. 10 Minuten länger schlafen als der Etappensieger. Ich fühlte mich geehrt und geschmeichelt als ich am Vorstart von ihr gefragt wurde, ob ich eine Runde ihre Entenmutti machen würde (also hinterherfahren, für das beruhigende Gefühl, da ist noch jemand, der mir helfen könnte). Wir jagten also das Feld vor uns her und ließen uns richtig Zeit bei der Navigation und guckten immer nach Möglichkeiten, nicht im Schlamm stecken zu bleiben. So beendeten wir die erste Runde und eigentlich wollte sie jetzt raus fahren. Uneigentlich klappte es aber ganz gut und als Tina uns vom Zuschauerbereich aus sagte, dass wir die anderen durch kluges navigieren und Matsch umfahren überholt hatten, war klar, dass wir noch eine zweite gemeinsame Runde dranhängen. Gerade als wir losfahren wollten kamen zwei weitere Dirtgirls und so ging es zu viert in die nächste Runde. #Yeah!

Fazit

Ich brauche mein eigenes Rallye-Mopped und nächstes Jahr fahre ich wieder Baja. Vielleicht finde ich vorher noch eine andere Veranstaltung um das Fahren nach Roadbook zu üben.

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Moppeds in diesem Beitrag

Triumph Tiger Explorer auf der Enduro-Strecke #ttet

Zur Zeit darf ich eine Triumph Tiger Explorer langstreckentesten. Die Tweets dazu haben den Hashtag #ttet, wie Triumph Tiger Explorer Test. Wie bereits mehrfach erwähnt sind diese SUVetten eigentlich nicht meine bevorzugte Art Mopped. Trotzdem habe ich die Gelegenheit ergriffen die dicke Enduro über Land- und Kreisstraßen zu fahren, Schotterwege unter die Reifen (fast hätte ich Stollen gesagt) zu nehmen und mit vollem Gepäck über die Autobahn zu cruisen sowie ein Wochenende auf der Endurostrecke des MC Pfungstadt zu verbringen, über das ich jetzt hier berichten will. Die 259 kg Leergewicht (zulässiges Gesamtgewicht: 471 kg, da kann ich noch viel essen und dick heiraten) des großen Tigers werden von 101 kW (137 PS) angetrieben. Es gibt auch eine Variante mit Speichenrädern, ich fuhr jedoch mit Gußfelgen, vorne 19 und hinten 17 Zoll. Die einzige Anpassung an den Einsatz auf Sand und Schlamm war ein hochdrehen des Lenkers, damit ich bequemer stehend fahren konnte und das Abbauen der Spiegel, damit sie im Fall des Falles nicht kaputtgehen. Ich habe mir nicht mal die Mühe gemacht und im Fahrerhandbuch nachgesehen, wie ich das ABS ausschalten kann, sondern bin direkt hinein ins Vergnügen. Die ersten Runden waren von großem Respekt meinerseits geprägt, war der Tiger mit seinen 1.215 ccm doch mit noch mehr Hubraum gesegnet als die 12er GSsen, die ebenfalls vor Ort waren, hat einen Zylinder mehr, mehr Leistung und Drehmoment und natürlich auch die oben erwähnten 30% mehr an Kilos. Dazu sorgen eine quer drehende Kurbelwelle und stehende Zylinder für weitere Nachteile im Gelände gegenüber den Boxern. Und, auch das darf nicht vergessen werden, der Tiger ist nur geliehen, da will ich auf gar keinen Fall einwerfen, auch wenn ich nicht weiß, ob dann der Tiger oder die Botanik den größeren Schaden davon tragen würden. Ich habe keine Bodenprobe genommen, also bleibe ich diese Antwort schuldig. Die aufgezogenen Reifen, Metzeler Tourance EXP, sehen zwar aus wie Straßenreifen, können aber im Gelände, zumindest auf dem getesteten Schotter, Sand, in flachem Schlamm und auf trockener Wiese, selbst mit Straßenluftdruck, überzeugen. Nach ein paar Runden hatte ich meinen Respekt auf ein vernünftiges Maß zurückgeschraubt und konnte deutlich entspannter meine Runde drehen. Ich bin die Tables trotzdem nicht gesprungen, aber ein kleiner Vorderradlupfer war schon drin. Herr Ernie Troelf hatte teilweise Mühen mit seiner Africa Twin hinten dran zu bleiben. Und am Ende bin ich auch einige Passagen des Trialkurses gefahren und konnte dort die Vorteile des Tigers gegen KTMs 690 Enduro R ausspielen. Ja Vorteile auf dem Trialkurs, der Tiger hat nämlich einen deutlich engeren Wendekreis, als die orange Kati. Neben dem Gewicht (das mich in Wahrheit im Kopf stärker ausbremste als auf der Strecke) war die unsanfte Gasannahme der größte Schwachpunkt der Triumph. Im ersten Gang muss der Griff ganz sanft aufgestreichelt werden, oder der Tiger springt sofort los. Hier könnte ich mir vorstellen, dass Ride-by-wire einen echten Vorteil bieten sollte. Am Ende des Tages komme ich zu dem üblichen Schluss bei solchen Tests: Das Motorrad kann mehr als ich, auch im Gelände.
Danke an Ernie, der den Event von Moto-Tourer.de entdeckt und mit mir dort teilgenommen hat sowie an die Bikerszene, die mir die Triumph für diesen Test anvertraut hat. Nächstes Jahr zu Pfingsten plane ich wieder dorthin zu fahren, auch ohne dicken Tiger.

Moppeds in diesem Bericht

Mit Metzeler ins Gelände

Eine Woche nach der Baja 300 hat Metzeler mich und zwei weitere Facebook-Bewerber ausgewählt, zwei neue Reifen zu testen. Auf der aktuellen 1200er Adventure und der neuen wassergekühlten GS sollte es durch das schöne Altmühltal gehen und anschließend ins Gelände des Enduroparks Hechlingen.

Für die Tour über die Landstraße war der Tourance Next aufgezogen, ein Reifen dem ich nicht angesehen hätte, dass er ein Enduroreifen ist; sieht für mich aus, wie für die Straße gemacht.

BildDa auch noch die Sonne schien und die GS bekanntermaßen immer und überall gut funktionieren soll (mir fehlt da die persönliche Erfahrung) ist es wenig überraschend, dass ich den Reifen nicht bemerkt habe. Hat perfekt funktioniert, in der Kurve bis zur Raste abwinkeln: geht. Volle Beschleunigung (haha, es waren GS, also eher gemütliche Beschleunigung) oder bremsen bis in den ABS-Regelbereich klappte alles anstandslos auf Geraden wie in Kurven. Aufstellmoment beim Bremsen: Fehlanzeige. So konnte ich mich auf die Wander-LKWs von BMW konzentrieren.

Um es gleich zu sagen, nichts für mich. Schwer, langsam und von der Straße entkoppelt fühlte ich mich wie auf einer Goldwing ohne Musik und ohne das erhabene Gefühl, der wahre König der Landstraße zu sein. Ich fuhr als letzter in der Gruppe, während der Überholvorgänge auf der Landstraße war herunterschalten angesagt, dann fühlte es sich wenigstens nach Beschleunigung an. Ein Blick auf den Tacho gab dem Gefühl recht, der Durchzug ist für 1200 Kubik eher enttäuschend. Beim Wasserboxer reichte einfaches herunterschalten bei der Adventure, die den alten Motor hat, musste der vierte Gang ran. Das Fahrwerk funktioniert bei beiden sehr unauffällig und gut, nicht zu hart, nicht zu weich und stabil in der Kurve ohne unhandlich zu sein.

Und voller Elektronik, die sich mir komplett verschlossen hat, so ohne Einweisung, sind die Moppeds. Nach ca. 15 Minuten Fahrt mit der Adventure leuchtet bei mir ein gelben dreieckiges Achtung im Cockpit auf.und ein kleines Reifensymbol. Der Tourguide kennt sich mit den Knöpfchen aus und keine paar Dutzend Klicks später soll das Display während der Fahrt den Luftdruck anzeigen. Tut es aber nicht, also kontrollieren wir an der Tanke nach. Der Luftdruck stimmt, der Sensor ist defekt. Mein Mopped war da nicht das einzige mit diesem Problem im Testfuhrpark.

Zurück von der Landstraßentour steht für mich fest, wenn Boxer-GS, dann mit Wasserkühlung. Lieber aber ein anderes Motorrad. Oder noch besser gleich eine ganz andere Art von Motorrad, denn auch mit Varadero oder Crosstourer wurde ich nicht richtig warm.

Dann ging es ins Gelände und zwar mit dem Wasserboxer und dem Tourance Next. Nochmal einen Blick auf das Bild oben werfen und das Profil angucken und die Frage stellen: Metzeler, seid Ihr Euch sicher, auf 240kg Boxer mit diesem Profil über Schotter und Wiese durch Wasser und matschige Waldwege?

Klappt problemlos. Die Elektronik steht auf Rain, das bedeutet, der Motor geht weniger agressiv (haha) ans Gas. Mir ist da jedoch kein Unterschied aufgefallen zum Ansprechverhalten auf der Straße. Erstaunlich, auch subjektiv fühle ich mich wohl auf diesem Reifen. Aber es geht natürlich besser, denn wir wechseln zwischendrin auf die Adventure mit dem Karoo3

Bild

Ja, das sieht wie ein Reifen für eine Reiseenduro aus, mit der man ins Gelände gehen kann. Jedoch komme ich mit der Adventure nicht so gut klar wie mit der Wasserkuh (der Wasserbüffel ist ja eine olle Suzi), so dass ich den Unterschied nicht wirklich selbst erspüren kann. Den Karoo hätte ich gerne auf dem gleichen Motorrad getestet um wirklich den Unterschied zu erfahren. Bei einigen anderen habe ich jedoch gesehen, dass Sie weniger Probleme auf den schlammigen Waldwegen hatten, wo sie mit dem Tourance noch kämpfen mussten.

Noch ein paar Worte zum Enduropark. Ein tolles Gelände mit kompetenten Instruktoren, die dem Interessierten den Einstieg ins offroad Fahren nicht nur leicht, sondern auch schmackhaft machen. Ich hätte es gerne mit der kleinen Hippe gemacht und vor allem vor der Baja, da hätte ich es wirklich brauchen können.

Zum Schluss: Danke Metzeler für diesen tollen Tag. Falls ich nochmal kommen darf, kann ich dann mit dem Luxusweibchen auf Karoo3 ins Gelände?

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Enduropark Hechlingen mit Metzeler

Ich habe die Baja 300 noch gar nicht richtig verarbeitet, was Ihr auch daran sehen könnt, dass hier noch gar nicht alles verbloggt wurde, schon kommt der nächste Event.

Metzeler hat mich zu einem Enduro-Training nach Hechlingen eingeladen. Merkste was? Genau, erst das Rennen, dann das Training ist nicht so die übliche Reihenfolge. Ich werde mit der GS1200 den neuen Karoo 3 testen, also ist es in Wirklichkeit gar nicht so schlecht, dass ich schon ein bisschen Erfahrung im Gelände habe.

Ich bin mal sehr gespannt, was da auf mich zukommt. Auf der Baja war ich mit einer 530er KTM unterwegs auf der MCE 6 Days Extreme aufgezogen waren. Das Mopped war also viel leichter und der Reifen deutlich stolliger, damit kam ich durch die dicksten Matschlöcher. Allerdings hatte ich vorher nur einen Ratschlag bekommen: Geschwindigkeit stabilisiert, im Zweifelsfall am Kabel ziehen (hat mir in jeder Situation geholfen). In Hechlingen gibt es Instruktoren, da werde ich mit Sicherheit auch noch andere Techniken probieren können. Im Endorphinrausch eines Rennens war es auch kein Problem die federleichte KTM nach einer Bodenprobe hoch zu reißen, mit dem dicken Desertbomber möchte ich das im Zweifelsfall lieber gar nicht erst ausprobieren.

Ich bin gespannt und werde mit dem Hashtag #Karoo3 twittern.

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#Baja300 und ich

Mal eben was anderes als Laos, aber ich werde mit Laos weitermachen.

Gerade eben habe ich mich zur #Baja300 Mitteldeutschland angemeldet.Ich habe noch überhaupt gar keine genaue Vorstellung von dem, was mich da erwartet, also werde ich es einfach auf mich zukommen lassen. Ich bin ja nicht alleine sondern im Dirtgirls Rallye Team. Und zusammen mit mir wird der Kollege Ernie Troelf ebenfalls seine ersten Rallye Sporen sammeln. #Yeah!

Cheerleader und Fanboys sind willkommen.

Danke @tinadakar, dass Du das möglich machst.Bild

#Laos mit den Dirtgirls und ein paar Jungs

Ich bin jetzt schon fast eine Woche wieder zurück aus Laos und schon wieder fest im Alltagstrott. Langsam trudeln die ersten Fotos auf unserer Dropbox ein und ich versuche die Ereignisse und Orte in meinem Kopf in die halbwegs korrekte Reihenfolge zu bekommen. Es sind so viele Eindrücke, dass ich beinahe von einer DoS-Attacke auf meine Festplatte reden möchte.

Zum Trip werde ich noch vier weitere Blogeinträge schreiben, zumindest plane ich das so. Heute fange ich mal mit einen Überblick an, was ich denn dahinten so gemacht habe.

Moppedfahren.

Nachdem das geklärt ist, kann ich jetzt vorne anfangen. Damals war’s als @moto1203 mir von seinen Plänen erzählten, eine Moppedtour durch Laos zu organisieren. Eine Menge Monate später hat es nicht nur geklappt, sondern ich war sogar mit dabei. 9 Fahrtage kleine Straßen und Pisten im wilden Hinterland standen auf dem Programm. Meine ersten Off-Road-Erfahrungen waren ja eher durchwachsen und so war mir schon ein wenig mulmig. Auch die paar dutzend Kilometer Waldwege im Schnee aus den paar Tagen vorher konnten meine Befürchtung mich übernommen zu haben, nicht ganz vertreiben, schließlich ging es mit @TinaDakar ins Gelände.

Dazu war ich das erste Mal in Asien (wenn ich mal darüber hinweg sehe, dass ich in Istanbul auch mal auf der anderen Bosporus-Seite war) und es war das erste Mal, dass ich eine geführte und organisierte Gruppenreise machte.

Alles egal, es war toll! Tolles Land, viel Spaß abseits asphaltierter Straßen und wunderbare Menschen die uns immer freudig begrüßt haben und uns gerne etwas in ihrer Sprache erzählten und gerne zuhörten, wenn wir in unserer Sprache antworteten. Verstanden haben wir uns nicht, aber wir hatten Spaß. Ständig wurde uns zu gewunken, wenn wir durch eine Ortschaft fuhren, wenn wir irgendwo anhielten kamen die Einheimischen und machten Fotos von uns. Und das alles bei deutlich höheren Temperaturen als hier vor einer herrlich grünen Kulisse.

Unsere Gruppe bestand aus Dirtgirls, Schmuddeljungs, Guides, Gepäcktransport-Pick-Up-Crew und ich. Die Moppeds wurden vor Ort geliehen und waren luftgekühlte 250er Hondas, damit ging es dann über Land. Einen Tag ging es mit dem Flussboot den Mekong hinab, einen halben Tag sind wir Elefanten geritten und abends haben wir Beer Lao getrunken. Zum Frühstück gab es Nudelsuppe. Mittags meistens Picknick und abends was die laotische Küche hergab: Sticky Rice, Morning Glory, Mehlwürmer, Heuschrecken, Lab und noch ein paar andere leckere Dinge.

Weil die Tour schon im Netz steht, gibt es hier einfach einen Link zum Plan und zur geplanten Route auf Goolge Maps. Die tatsächlich gefahrene Strecke weicht von der geplanten ab.Irgendwas ist ja immer.

Meine wenigen Bilder gibt es bei Flickr und in den kommenden Tagen gibt es hier noch mehr zu Laos.

Ach ja, fast vergessen: das Fazit.

Ich bin jetzt deutlich sicherer abseits asphaltierter Straßen unterwegs, habe super tolle Menschen getroffen und atemberaubende Landschaften gesehen.In einem Wort: #Hach

Moppeds in diesem Beitrag: