Honda Testtage – Africa Twin #htt16

Honda hat auch dieses Jahr wieder zu den Testtagen geladen. Presse, Blogger, Forum-Admins und andere Multiplikatoren dürfen die aktuellen Modelle ausprobieren.

Neu für dieses Jahr war, dass die Testfahrten nicht auf die Straße beschränkt waren. Wie Triumph im letzten Jahr hat auch Honda auf eine ADAC-Offroadanlage geladen. Die perfekte Gelegenheit die nagelneue Africa Twin dreckig zu machen.

Bevor ich mit der neuen Twin ins Gelände ging, wollte ich sie aber dort bewegen, wo sie mit Sicherheit von 99% aller Besitzer 99% der Zeit bewegt wird, auf der Straße.

Leider waren die Straßen rund um den Offroad-Kurs nicht gerade kurvig, der Rest war aber da, guter Asphalt, Schlaglöcher, innerorts, außerorts, Autobahnen und das alles in trocken und in nass.

Um es kurz zu machen, die AT fährt so, wie erwartet, satt auf der Straße liegend, eher stabil als handlich. Mit 95 PS ist sie auf schnell genug auf über 180 km/h.

So riesigen Spaß hatte ich jedoch nicht auf der Straße, der AT fehlt irgendwie das gewisse Etwas, das mich kickt.

Honda Africa Twin

Also ab auf die Crossstrecke.

Honda hat ein Dutzend ATs an die Strecke gebracht, unverständlicherweise war nur eine einzige davon mit DCT ausgestattet. DCT ist ein Doppelkupplungsgetriebe, das automatisch kuppelt und schaltet. Einen Kupplungs- und Schalthebel gibt es nicht, aber die Gänge können manuell durch Knopfdruck sortiert werden. Ich bin ein riesiger Fan des DCT Getriebes und kann jedem nur zu einer Probefahrt raten, egal mit welchem Mopped.

Wer sich schon mal mit dem Mopped in trickreiches Gelände vorgewagt hat weiß, dass früher oder später der Motor abgewürgt wird. Dann muss man schnell mit den Beinen auf dem Boden sein und kann das Mopped hoffentlich aufrecht halten. Mit dem DCT ist es jedoch nicht möglich, die AT abzuwürgen. DCT im Gelände ist einfach großartig.

Armaturen mit DCT

Für die AT hat Honda dem DCT einen extra großen „G“-Taster ins Cockpit gebaut. Ein Druck auf diesen Schalter verkürzt die Kupplungsphase. Wer die AT mit DCT will, der muss auch ABS und Traktionskontrolle nehmen. Das ABS kann am Hinterrad abgestellt werden, dafür gibt es im Cockpit einen weiteren großen Taster. Die Traktionskontrolle kann aus- und in drei Stufen angestellt werden. Dafür gibt es keinen großen Taster im Cockit sondern einen am Lenker, der mit dem linken Zeigefinger bedient werden kann. Überaus bedienungsfreundlich. Aus Position 1 regelt die Traktionskontrolle am wenigsten, so sind Drifts möglich. Zumindest auf der Crossstrecke konnte ich das ausprobieren. Außer Driften konnte ich auch hüpfen und ohne Probleme über die Strecke fahren. Die Fahrposition im stehen hat bei mir gepasst, über die Fußrasten ließ sich die Schräglage gut kontrollieren, der Lenkeinschlag ist groß genug. Ob die AT im Gelände nun wirklich besser ist als die kleine oder die große GS, die 800er Tiger, eine Zweizylinder KTM oder die 650er oder 1.000er Suzuki, kann ich natürlich nicht sagen, dazu muss ein Vergleich her. Aber es hat funktioniert und bei meinen kurzen Hüpfern ist das Fahrwerk nicht durchgeschlagen.

Eine Runde über die Crossstrecke mit der AT ist so anstrengend, wie die Eckdaten 95 PS und 242 kg vermuten lassen, schwitzen war auf jeden Fall angesagt.

Alles in allem ist die Africa Twin eine zu große Reiseenduro, so wie alle anderen zu großen Reiseenduros auch, aber mit der Option auf ein DCT und gut durchdachten Einstellmöglichkeiten der elektronischen Helferlein. Aber dafür, dass sie so lange und so aufwändig angekündigt wurde ist das Ergebnis dann doch ein bisschen enttäuschend.

16YM CRF1000L Africa Twin

16YM CRF1000L Africa Twin

Warum Honda, hattet Ihr nicht den Mut, mit der Africa Twin ein wirklich neues Kapitel bei den Reiseenduros aufgeschlagen? Wo auf dieser Welt braucht man auf der Reise 95 PS, wo braucht man 240 kg? Bei der NC habt Ihr auf alle Konventionen gepfiffen, so wie damals bei der ersten Fireblade auch. Und wo ich gerade bei Reiseenduros bin, warum fehlt die CB500X auf Eurer Website in DE? Für 2.220.70 Brittische Pfund könnte ich daraus bei Rally Raid eine Reiseenduro mit guter Off-Road-Tauglichkeit. Das könntet ihr auch ab Werk für unter 10.000 Euro und unter 200 kg, mit 48 PS und 400 km Reichweite, das wäre was.

Griesis-Dauertester-wäre-okay-Rating

Africa Twin mit DCT: Drei Sterne. (Ohne DCT gibt es nur einen Stern von mir)

Die AT funktioniert, es gibt keinen Grund zu meckern, aber es bleibt auch der Kick aus. Ich finde sie langweilig. Schade.

 

Disclaimer:

Honda hat die Testmoppeds und die Teststrecke zur Verfügung gestelle und das Mittagessen und Getränke bezahlt.

Die Bilder kommen auch alle von Honda.

Die 5-Furten-Tour in der Eifel

Und es begab sich zu der Zeit, dass der Herr @ErnieTroelf auch eine #Hippe sein eigen nannte. Das rief nach einem Zusammentreffen und einer gemeinsamen Ausfahrt. Und so geschah es auch.

Ich hatte bereits früher im Netz nach Furten in Deutschland recherchiert und war bei Wikipedia und einigen anderen Quellen fündig geworden. Zusätzlich dazu fahre ich mit offenen Augen durch die Gegend und konnte so noch die eine oder andere Furt entdecken. Ich habe alle Standorte so genau wie möglich in einer Liste in Garmin Basecamp gesammelt. Mittlerweile habe ich 36 Furten in Deutschland gefunden, zehn von diesen habe ich bereits durchfahren, eigentlich bin ich sogar 12 Furten gefahren, aber die Nummern 11 und 12 waren im Rahmen einer geführten Tour und die Koordinaten dieser Furten habe ich nicht.

Foto: Ernie Troelf

Foto: Ernie Troelf

Fünf Wasserdurchfahrten habe ich für die gemeinsame Ausfahrt zu einer Rundtour zusammengefasst. Die Strecke ist in Basecamp mit Openstreetmap Karten entstanden, daher war mir vorher nicht klar, ob alle Wege befahrbar wären oder ob dort wenigstens die Durchfahrt erlaubt ist. Natürlich war es nicht so und mehr als einmal stellte sich uns ein Gesperrt-Schild in den Weg und der eine oder andere Weg war nur auf der Karte, nicht aber in der echten Welt zu finden. Somit macht es also keinen Sinn, die geplante Strecke hier zu teilen.

Furt durch die Our

Furt durch die Our

Die Furten befinden sich jedoch, von der fünften einmal abgesehen, direkt an normalen Straßen und scheinen für mein juristisch laienhaftes Auge legal befahrbar zu sein. Es führt ein Weg in den Fluss und auf der anderen Seite wieder hinaus und im Wasser ist der Weg ebenfalls erkennbar, entweder als zwei Fahrspuren oder anders und Gesperrt-Schilder stehen auch keine im Weg. Und so sind wir dort ein paar mal hin und wieder zurück gefahren. Eine Garmin Virb stand auf einem kleinen Gorilla-Pod im Wasser und machte alle zwei Sekunden ein Foto. Und wenn der eine von uns fuhr hat der andere geknipst. Es war ein herrlicher Spaß.

Furt durch die Kyll – Foto: Ernie Troelf

Ich werde jetzt versuchen, möglichst viele der anderen Furten zu finden und wenn möglich durch fahren.

Wer noch eine Furt kennt, darf sie gerne in den Kommentaren hinterlassen.
Ich will die Furtenliste auch nicht geheim halten, aber ich habe auch noch keine Idee, wie ich sie am besten teile, momentan ist es eine CSV-Datei, aber das gildet nicht. Wer Tipps hat, wie die Liste geteilt und ergänzt werden kann, darf diese gerne in den Kommentaren hinterlassen. Am liebsten hätte ich natürlich eine Karte mit Fähnchen an den Stellen, an denen es durch das Wasser geht.
Openstreetmap-Helden vor!

Furt durch den Welschbilliger Bach

Furt durch den Welschbilliger Bach

Die neue Africa Twin kommt.

Im Oktober soll die von vielen erwartete neue Honda Africa Twin kommen. Ich werde dagegen nie müde zu betonen, dass ich mit den fetten Eisdielen-Tourer-Enduros nur wenig anzufangen weiß. Ich bin nur einmal eine der alten Africa Twins gefahren und fand sie zu groß, zu schwer zu unhandlich, zu weich und zu langsam.
Also, die alte Africa Twin ist doof und große Reiseenduros auch, warum, könnten Ihr Euch fragen, schreibe ich also über die die CRF1000L mit dem ehemaligen Tarnnamen True Adventure?

Nun, ich frage mich, warum verfolge ich die Vorankündigen von einem Mopped, das mich eigentlich gar nicht interessieren sollte, komme ich etwa langsam in das Hängebauch-Schnauzbart-Klapphelm-Alter?

Einerseits wird mir alles Neue zur Africa Twin massiv in die verschiedenen Timelines bei Twitter, Google+ Facebook und meinem Feedreader gespült, in meiner Filterblase ist das Interesse also hoch und scheint mich anzustecken. Irgendwie interessiert mich das Mopped also doch.

Vielleicht ist es auch nur das Unverständnis über die Art und Weise wie die deutschen Motorradseiten Ihre Webauftritte befüllen. Wenn im Africa Twin Forum die technischen Daten veröffentlicht werden, weil diese wohl kurzzeitig auf den Webseiten von Honda Portugal sichtbar gewesen sein sollen, dann kann ich verstehen, dass diese Daten nicht weiter gereicht werden, ohne das eine zweite Quelle die Korrektheit der Forumsmeldung bestätigt. Die hoch auflösenden Fotos der AT, wie die Africa Twin gerne abgekürzt wird, deuten in meinen Augen jedoch ganz klar darauf, dass die Daten echt sind. Sie passen auch zu denen, die inzwischen offiziell veröfentlicht wurden.
Auch das Tags davor geleakte Video in dem die Honda CRF1000L das erste Mal komplett und in Bewegung zu sehen ist wurde nur überall sonst weiter verbreitet.
Heute kam dann die offizielle Pressemeldung von Honda, mal abwarten, wann die Profis die Infos daraus auf Ihre Websites stellen.

Technische Daten sind immer ein guter erster Anhaltspunkt um einzuschätzen, wie ein Motorrad wohl fahren könnte. Mehr allerdings nicht. Ein kurzes Beispiel was ich meine:
Das DCT wiegt 10 kg. Mehr Gewicht ist im Top-Trumpf-Spiel immer schlecht, aber die 10 kg fürs DCT sind im Getriebe verbaut damit vermutlich nah und wohl unterhalb des Schwerpunktes. Dort sind sie weit weniger schlimm als wären diese Kilos hinten oben als Topcase ans Mopped geschraubt.Nackte Zahlen haben also nur eine sehr bedingte Aussagekraft.

Foto: Honda

Foto: Honda

Neben dem Gewicht gibt es noch andere technische Daten, die einen Hinweis auf die Geländetauglichkeit hindeuten, wie Bodenfreiheit oder die Bereifung.

Trotzdem sind 242 kg fahrfertig mit DCT (ohne sind es demnach 232 kg) mehr als die 200 kg die zu früheren Zeiten mal durch das Netz geisterten. In dieser Gewichtsklasse fahren auch ein paar andere Reiseenduros. Hier mal eine kleine Auswahl mit ein paar technischen Daten. Ich habe die Hauptquelle verlinkt, aber dort stehen nicht alle Daten, die ich hier aufgelistet habe, ich habe aus anderen Quellen ergänzt, mit ohne jeglicher Gewähr natürlich.

  • Honda CRF1000L DCT (242 kg, 94 PS bei 7.500 U/min, 98 Nm bei 6.000 U/min, Bodenfreiheit 250 mm, Reifengrößen: 90/90 R21 und 150/70 R18)
  • BMW R 1200 GS (238 kg, 125 PS bei 7.750 U/min, 125 Nm bei 6.500 U/min, Bodenfreiheit: 195 mm, Reifengrößen: 120/70 R19 und 170/60 R17)
  • BMW F 800 GS (214 kg, 85 PS bei 7.500 U/min, 83 Nm bei 5.750 U/min, Bodenfreiheit 230 mm, Reifengrößen: 90/90 R 21 und 150/70 R17)
  • KTM 1050 Adventure (230 kg, 94 PS bei 6.200 U/min, 107 Nm bei 5.750 U/min, Bodenfreiheit 220 mm, Reifengrößen: 110/70 R19 und 150/70 R17)
  • Suzuki V-Strom 1000 (228 kg, 100 PS bei 8.000 U/mon, 103 Nm bei 4.000 U/min, Bodenfreiheit ?? mm, Reifengrößen: 110/80 R19 und 150/70 R17)
  • Triumph Tiger 800 XC ( 218kg, 95 PS bei 9.300 U/min, 79 Nm bei 7.850 U/min, Bodenfreiheit ?? mm, Reifengrößen: 90/90 R21 und 150/70 R17)
    Edit: Aus dem Kommentar unten nachgetragen: Bodenfreiheit 220 – 230 mm
  • Yamaha XT1200Z Super Ténéré (257 kg, 112 PS bei 7.250 U/min, 117 Nm bei 6.000 U/min, Bodenfreiheit 190 mm, Reifengrößen: 110/80 R19 und 150/70 R17)

Eine neue Klasse, super leichte 1000er Big-Enduro wird so nicht geschaffen, aber die Reifengrößen und die überdurchschnittliche Bodenfreiheit deuten schon deutlich in Richtung Gelände.

Ob die Honda da wirklich besser ist als die Konkurrenz, könnte eine Probefahrt klären. Ich bin gerne bereit mit einer möglichst großen Auswahl aus obiger Liste auf die Endurostrecke zu zu gehen und alle miteinander zu vergleichen, mir fehlen nur die Moppeds, die Mitfahrer und die Endurostrecke.

Ach ja, der Preis. In der Pressemeldung spricht Honda von ca. 12.100 Euro als Startpreis (ohne ABS). Die Gewichtstabelle unterscheidet drei Ausführungen, ohne alles (228 kg fahrfertig, mit ABS (232 kg) und mit DCT (242 kg).

Ich habe meine Zweifel, dass die AT in Deutschland wirklich ohne ABS angeboten wird und habe eine Nachfrage gestartet. Wenn eine Antwort kommt wird diese hier ergänzt.

Edit:
Gerade kam die Antwort per Facebook-Chat, es wird die Africa Twin auch ohne ABS geben.

Mit Triumph Tiger 800 auf der Crossstrecke

Letztes Jahr testete ich bei den Triumph Media Days die Tiger 800 auf der Straße und fand es gut. Ein Off-Road-Test war nicht möglich und so schloss ich meinen Beitrag mit den Worten :

Können wir das beim nächsten Mal bitte testen, liebe Triumphs?

Die Triumphs haben zwar keinen Kommentar in den Blog geschrieben, aber mit Taten geantwortet und extra meinetwegen für dieses Mal einen Offroad-Test anberaumt. Pech für die Straßenfahrer, die wie in den Jahren zuvor mit möglichst vielen verschiedenen Triumph Modellen über Mittelgebirgsstraßen fahren wollten, die mussten mit.

Der Vormittag des Testtages gehörte der Triumph Tiger 800 XCx und der Crossstrecke des MSC Aufenau, nachmittags ging es dann zum ADAC Fahrsicherheitszentrum nach Gründau, aber dazu gibt es später einen anderen Artikel.
Es ist übrigens möglich, beim ADAC ein Reiseenduro-Training auf gestellten Tigern XCx zu buchen.

Foto: Markus Jahn

Foto: Markus Jahn

Los geht’s

Es war kackrattenbrülleheiß, so heiß, dass der Schweiß schon in Strömen floss wenn man nur aus dem Fenster guckt und wir standen da mit Moppedklamotten und Helm in der Sonne und wollten losfahren. Vorher erfolgte eine kurze Einweisung ins Gerät, in meinem Fall in eine blaue Tiger, es standen aber auch weiße zur Verfügung, alles jedoch 800er Xcx. Bei der kann man verschiedene Fahrmodi einstellen, darunter auch den »Rider Mode«, in dem Traktionskontrolle, ABS und Gasannahme individuell eingestellt werden können, was bereits im Vorfeld für uns erledigt wurde. Dann muss nach der Drehung des Zündschlüssels nur über eine Taste der Modus von Straße über Off-Road zu Rider gestellt werden, zwei Klicks. Der Modus stellt sich automatisch wieder auf Straße zurück, sobald die Zündung ausgestellt wird.
Es folgt eine kurze Erklärung, wie man auf dem Mopped im Gelände steht (es waren vor allem Straßenfahrer anwesend) und los! Unter Anleitung eines ADAC-Trainers wurden als erstes Kurven (wer wollte und konnte durfte auch driften) und Notbremsungen auf Schotter geübt.

Triumph_Tiger_800_03

Die gewählten ABS-Einstellungen ließen das Hinterrad blockieren und regelten vorne sehr großzügig mit längeren Phasen in denen das Vorderrad blockiert, so waren auf Schotter sehr kurze Bremswege möglich, weil jeder voll in die Bremse rein greifen konnte. Mit blockierendem Vorderrad bremsen und dabei nicht umfallen ist ja nicht jedermanns Sache.

Solchermaßen vorbereitet ging es dann auf die Strecke erst ins Sektionstraining, bei dem aus einem gefühlten Viertel der Kurses ein kleiner Rundkurs mit allem gemacht wurde, Kurven mit und ohne Anlieger, steile Auf- und Abfahrten, ein kleines Waschbrett und vier Sprungkuppen, wenn man mit dem entsprechendem Tempo unterwegs war. Wer langsamer fuhr, sprang halt nicht.

Triumphs Pressesprecher und unser Gastgeber ließ sich nicht lumpen und nahm uns als erstes die Angst davor, mit den nagelneuen Moppeds umzufallen und zeigte uns: der Tiger ist robust und steckt das weg, wenn man ihn hinlegt. Mopped und Fahrer ist nichts passiert.

Tiger_Sturz

Foto: Markus Jahn

Ja, das hat uns die Angst genommen, aber nachmachen wollten wir es dann doch nicht wirklich und so übten wir weiter.

Zum Abschluss durften diejenigen die wollten noch ein paar Runden auf der kompletten Strecke drehen, die noch längere Steilstücke, noch mehr Sprungkuppen und einige weiche Sandpassagen zu bieten hat. Eine ganze Runde auf dieser Strecke (allerdings mit einem Zweitakt-Crosser gefahren) gibt es auf der Tube, klickt einfach vorne auf den Link.

Fazit

Wie vermutet, der 800er Tiger tut sich deutlich leichter als die dicke Tiger Explorer. Ab einer gewissen Sprunghöhe und -weite schlug jedoch die Gabel durch. Das Fahrwerk ist einstellbar, vorne in Federvorspannung, Zug- und Druckstufe und hinten in Vorspannung und Zugstufe. Für unsere Anfängerrunde war alles auf weich gestellt, demnach gibt es für den sportlichen Weitspringer noch Potential.

Der Tiger hat das alles weggesteckt und hat damit alle Erwartungen die ich in ihn gesetzt hatte mehr als erfüllt.
Er lässt sich gut über Druck auf den Rasten steuern und bietet für meine Größe von 187 cm genug Platz um mein Gewicht nach vorne und hinten zu verlagern. Mit diesem Gefährt lässt sich vergleichsweise locker im leichten Gelände wie z.B. über Crossstrecken fahren.

Ohne KTMs 1050er Adventure gefahren zu sein, traue ich dem Tiger abseits der Teerstraße deutlich mehr zu, bei gleicher Leistung ist er leichter, hat längere Federwege, einstellbare Federelemente, serienmäßig einen Ölwannenschutz, 21 Zoll Vorderrad und kostet noch einen Tausender weniger.
Das schreit ja förmlich „Vergleichstest!“ aber ich habe keinen im Netz gefunden. Mal überlegen, ob und wie ich das selber anstellen kann.

Zu Schluss noch das Griesi-Dauerstester-wäre-okay-Rating:
Fünf Sterne

Funktioniert auf Asphalt und daneben super

Mehr zut Bewertungsmethode steht im vormittags Bericht der Honda Presse Tage.

P.S.
Wer gerne selber mal über die Crossstrecke fahren möchte hat, nach mündlicher Aussage, Mittwochs von 17:00 bis 19:00 und Samstags von 15:00 bis 18:00 dazu die Möglichkeit. Fragt aber vorher nach, vielleicht ist gerade eine Veranstaltung oder die Strecke ist anderen Gründen nicht offen.

Disclaimer:
Ich habe für Moppeds, Sprit, Trainer, Gelände, Essen und viel Trinken nichts bezahlt, das hat alles Triumph organisiert.

Edit:

Weiter geht es mit den Artiklen zum Kurventraining am Nachmittag und mit der Abschlussrunde am Ende.

Off-Road Sportarten mit dem Mopped

Motocross, Hard-Enduro, Trial, Rally, EnduroCross, Supermoto, Freestyle, Ach-Du-Jemineh und mehr sind alles Sportarten, die mit einem Off-Road Motorrad betrieben werden. Das ist für die meisten ein wenig verwirrend und daher versuche ich mich hier mal an kurzen Beschreibungen ohne bei Wikipedia zu spicken. Ich bin mir sicher, dass es da draußen noch ein paar weitere Sportarten gibt, die hier fehlen, aber dafür gibt es ja die Kommentare da unten.

Motocross

Ein kurzer Rundkurs im Gelände mit Steilkurven, Sprüngen und Wellen. Es ist eine gebaute Rennstrecke, so wie für die Formel 1 nur ohne Asphalt. Alle starten gemeinsam und wer als erster eine bestimmte Anzahl an Runden gefahren hat ist der Sieger. Die Strecke ist meistens leicht zu fahren, die Herausforderung liegt in der Geschwindigkeit. Die Moppeds haben keine Straßenzulassung.

Enduro

Ein großer Rundkurs, der gerne auch mal mit künstlichen Hindernissen wie Betonröhren, Autoreifen oder Baumstämmen angereichert ist. Endurorennen sind meist deutlich länger als Cross-Rennen und es geht durch echtes Gelände anstatt durch einen gebauten Kurs. Häufig wird auf Zeit gefahren, die Teilnehmer starten einzeln oder in kleinen Gruppen. Wer die Strecke am schnellsten schafft hat gewonnen. Die Strecke ist schwer zu befahren und alleine das Ankommen ist schon ein kleiner Erfolg.
Es gibt auch Stunden-Enduros, in denen in einer bestimmten Zeit möglichst viele Runden gefahren werden müssen.
Enduro kommt aus dem spanischartigen und hat was mit Ausdauer zu tun, daher sind die Rennen meist mehrere Stunden lang. Die Moppeds haben oft eine Straßenzulassung und Beleuchtung.

Endurocross

Ist, wie der Name nahe legt, eine Mischung aus Cross und Enduro. Ein kurzer Rundkurs wie beim Moto Cross aber mit zusätzlichen Hindernissen wie Steinfeldern, Baumstämmen oder Wassergräben. Die Hindernisse machen es schwerer zu befahren als reine Crossstrecken. Es gibt Massenstarts und wer zuerst ankommt hat gewonnen.

Hard Enduro

Sammelsurium von verschiedenen Veranstaltungen bei denen der Schwerpunkt auf einer möglichst schwer zu bewältigenden Strecke ist. Wie ein Hindernis überwunden wird ist egal, wer mag kann das Mopped werfen oder tragen. Das Ziel erreichen in der Regel nur wenige Fahrer, der Rest scheitert glorreich.

Trial

Kurze sehr schwer zu befahrende Sektionen. Die Hindernisse müssen auf dem Mopped fahrend überwunden werden, wer einen Fuß absetzt bekommt einen Strafpunkt, wer mehr Füße absetzt oder umfällt bekommt mehr Strafpunkte und der mit den wenigsten Strafpunkten gewinnt. Manchmal gibt es auch Strafpunkte für Stillstand oder wenn zu langsam gefahren wurde. Im Wettbewerb werden meistens Trial-Motorräder ohne Straßenzulassung gefahren.

Rally

Meistens sehr lange Strecken. Der Kurs ist nicht ausgesteckt sondern muss mithilfe von Roadbook und GPS selbst gefunden werden. Es gibt Verbindungsetappen, die im normalen Straßenverkehr gefahren werden und Sonderprüfungen auf Zeit. In der Regel wird einzeln gestartet und wer die kürzeste Zeit benötigt gewinnt. Wer den Start zu spät findet oder einen Checkpunkt auslässt bekommt eine Strafzeit zusätzlich zur gefahrenen Zeit. Die Moppeds haben Straßenzulassung.

Supermoto

Ein kleiner asphaltierter Rundkurs mit engen Kurven und meistens mit einem kleinen nicht asphaltiertem Anteil mit Motocross-Elementen wie Steilkurve und Sprunghügel; Massenstarts und wer zuerst im Ziel ist hat gewonnen. Gefahren wird meist mit Off-Road Motorrädern mit Straßenreifen ohne Straßenzulassung.

FMX – Freestyle Motocross

Ist in meinen Augen kein Sport, weil die objektive Mess- und Vergleichbarkeit fehlt. Es geht um möglichst spektakuläre Shows mit Motocross Motorrädern und Sprunghügeln. Trotzdem gibt es FMX-Wettkämpfe, ähnlich wie beim Turnen oder Tanzen werden die Shows mit Punkten und Schwierigkeitsgraden bewertet, wer die meisten Punkte hat gewinnt. Extrem spektakulär.

Ein bisschen flach – Erzberg 2015 Berichterstattung

Mit dem Mopped durch den Steinbruch fahren, das hat wohl fast jeder schon mal gemacht, der im Laufe seiner Zweirad-Karriere eine Enduro oder ähnliches in der Garage hatte.

So was in der Art ist das Erzberg Rodeo, das dieses Jahr zum 21. Mal stattfand. Allerdings treffen sich dort nicht nur einfach ein paar Mopped-Jungs, sondern die Weltelite der Hard-Enduro Fahrer, eine paar Breitensportler und alles dazwischen. Das sind so viele, dass über einen Prolog die 500 Startplätze für das Hauptrennen, den Hare Scramble, ausgefahren werden. Diese 500 müssen dann im Tagebaugebiet Erzberg ein bisschen hoch und runter fahren und durchs Ziel. Zwischendurch sind einige Checkpunkte, die die Fahrer ansteuern müssen, wer einen davon auslässt, wird nur bis zum letzten regulären Punkt gewertet, Strafzeiten gibt es nicht. Die Strecke von ca. 30 km Länge ist dabei so gewählt, dass nur ein Bruchteil der Starter es in den gegebenen vier Stunden Renndauer bis ins Ziel schaffen kann. Letztes Jahr war der Schnellste schon nach 1:37h im Ziel, die Strecke war also zu leicht. Dieses Jahr wurde der Streckenverlauf geändert und verlängert. Der neu hinzugekommene Abschnitt namens Downton war so hart, dass die ersten fünf, die bis zum Ziel kamen, es nur schafften, weil sie sich und Ihre Moppeds gegenseitig nach oben zogen.

Für ein Wettrennen ist es schon mehr als nur ein bisschen außergewöhnlich, wenn die Topstars, die um den Sieg kämpfen, sich gegenseitig durch die Sektion helfen. In etwa so, als wenn Vettel und Hamilton erst Rossbergs Auto schieben und dann alle drei zusammen die anderen. Zugegeben, beim Erzberg gibt es nur einen Stein zu gewinnen und kein Preisgeld, aber trotzdem.

Das keiner der Top-Stars alleine durch diesen Abschnitt kam sagt einiges über die Schwierigkeit aus. Fünf Fahrer bildeten die Seilschaft an der Spitze und obwohl der Kurs so gebaut ist, dass nur ein Mopped gleichzeitig durch das Ziel passt und sie nacheinander ankamen, wurden vier von Ihnen zum Sieger erklärt und einer zurückgesetzt, weil er vorher einen Checkpunkt ausgelassen hatte.

Ich weiß nicht, ob die Fahrer schon vor der Zieldurchfahrt wussten, dass sie alle gleichermaßen zum Sieger erklärt werden oder ob sie einfach untereinander abgesprochen hatten in welcher Reihenfolge sie gemeinsam in Ziel fahren (und somit einem Konkurrenten einen möglichen Sieg schenken) und habe dazu leider auch keine Informationen gefunden. Das wäre einer der Fragen gewesen, die ich gerne in einem Interview gestellt hätte, leider hat das niemand gefragt oder die Antwort dazu nicht auffindbar ins Netz gestellt. Schade.

Aber da gibt es noch etwas, dass ich viel dringender wissen möchte. Fünf der weltbesten Enduro Fahrer schaffen es nur gemeinsam und mit gegenseitiger Hilfe ins Ziel und 23 Sekunden hinter ihnen kommt noch ein sechster Fahrer an, Mario Roman.

Hat er es ganz alleine durch den Wald geschafft, in dem die anderen scheiterten? Ja, hat er, schreibt Redbull.com in einem Nebensatz, und damit ist er mein heimlicher Sieger!

Warum zum Teufel schreibt da keiner was zu? Warum sind die ganzen Sportreporter vor Ort, wenn sie nur die Ergebnislisten abschreiben, wo sind die ganzen anderen Stories für die man vor Ort sein muss?

Alle freuen sich, zu recht, darüber dass vier Spitzensportler gemeinsam gewinnen, aber keiner schreibt darüber, dass einer es alleine geschafft hat.

Die Platzierungen:

1.Andreas Lettenbichler
1.Alfredo Gomez
1.Jonny Walker
1.Graham Jarvis

5. Mario Roman

Wade Young, der vor dem Ziel wegen einem verpassten Wegpunkt herausgenommen wurde, ist am Ende als 13. gewertet worden.

Von den 500 Startern haben es 79 nicht mal bis zum ersten Checkpunkt geschafft.

Gesamtergebnis Erzber Rodeo Hare Scramble (PDF)

Hier darf ich fahren – die TRF

Bei uns in Deutschland ist die Rechtslage für mich als Laien ziemlich unklar. In anderen Ländern sieht es da ganz anders aus. Mit sehr viel Freude blicke ich auf die Insel jenseits des Kanals, in England und Wales (und möglicherweise auch in Schottland) gibt es BOATS, und damit sind keine kleinen Schiffe gemeint, die dort wohl ebenfalls gibt, sondern 6.000 Meilen (mehr als 9.500 km) Byways Open to All Traffic. Die Streckenlänge reicht aus, um eine ganze Rally Dakar im UK zu fahren.
Die Dakar 2015 hatte für Moppeds 4.752 km Sonderprüfung plus 4.543 km Verbindungsetappen, also 9.295 km insgesamt (laut Planung), die Strecke für PKW und LKW war kürzer.

Endorwanderung, Foto TRF Trail Riders Fellowship

Foto: TRF

 

Das ist schon ziemlich cool, dass es so etwas dort gibt und damit es so bleibt, gibt es im UK einen Verein, die Trail Riders Fellowship (TRF), die dafür sorgt, dass diese Strecken auch offen bleiben und sie fleißig nutzt.

TRF Logo -Trail Riders Fellowship

Wer gut Englisch versteht, dem lege ich die TRF Webseiten ans Herz.

TRF bei Facebook

 

Natürlich darf man auch dort nicht einfach jeden Weg befahren aber auf guten Karten sind die BOATS zu finden und das ist ja schon mal was. Und mit einem Verein als Ansprechpartner ist es natürlich deutlich einfacher auch legale Strecke zu finden oder gar einen ortskundigen Vorfahrer.

Ich weiß schon, was ich bei meinem nächsten Besuch auf der Insel machen werde.

P.S.

Auch in anderen Ländern in unserer Nachbarschaft gibt es ganz viele legale Möglichkeiten im Dreck zu spielen, aber gibt es dort auch so etwas wie die TRF? Wenn Du was weißt, schreib einen Kommentar.

Enduro Wanderung TRF Trail Riders Fellowship

Foto: TRF

Darf ich hier fahren?

Wer mit einer Enduro fährt möchte diese womöglich auch mal abseits geteerter Straßen bewegen. Solch eine Straße muss man hierzulande erst mal finden. Ist sie gefunden, stellt sich die Frage, darf ich hier fahren?
Und wie fast immer im Leben gibt es auf eine einfache Frage keine einfache Antwort. Oder auch, egal was Du machst, mit einem Rad parkst Du im Knast.
Zusätzlich zu dem, was juristisch erlaubt ist gilt selbstverständlich:
Wo kein Kläger, da kein Richter.
Aber auch: Nicht jeder Kläger kriegt recht.

Kompliziert? Nach lange nicht. Nehmen wir mal an, wir ständen hier:

Feldweg und Landstraße

Das Bild habe ich von einer Landstraße aus aufgenommen. Wie Ihr sehen könnt, wird der asphaltierte Feldweg durch eine durchgezogene Linie von der Landstraße abgetrennt. Das übliche Schild
– Gesperrt, Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei –
steht hier nicht. Darf ich da also hinein fahren, sieht ja schließlich wie eine schmale Straße aus?

Feldweg

Ein bisschen weiter ändert sich der Straßenbelag der obigen Straße. Jetzt ist es nicht mehr asphaltiert. Falls ich oben fahren durfte, darf ich hier weiterfahren?

Welches Gesetz gilt hier und muss ich Anwalt sein um das zu verstehen? Wer Jura mit Deutsch verwechselt ist selber Schuld. Ich bin kein Anwalt und habe demnach nur meinen kümmerlichen Menschenverstand für die folgenden Texte.

Straßenverkehrsordnung StVO

§ 1 Grundregeln
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Klar, das kennt Ihr alle, aber warum schreibe ich das hier? Weil es zu jedem Gesetz ergänzende Kommentare, Verwaltungsvorschriften und Urteile usw. gibt, die erklären, was manchmal gemeint sein könnte aber nicht in diesen speziellen Fall gelten muss, z.B. die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO)

Zu § 1 Grundregeln
1 I. Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) regelt und lenkt den öffentlichen Verkehr.
2 II. Öffentlicher Verkehr findet auch auf nicht gewidmeten Straßen statt, wenn diese mit Zustimmung oder unter Duldung des Verfügungsberechtigten tatsächlich allgemein benutzt werden. Dagegen ist der Verkehr auf öffentlichen Straßen nicht öffentlich, solange diese, zum Beispiel wegen Bauarbeiten, durch Absperrschranken oder ähnlich wirksame Mittel für alle Verkehrsarten gesperrt sind.

Na, das knallt oder? Die Straßenverkehrsordnung gilt auch, wenn Du gar nicht auf einer gewidmeten Straße (hört, hört) fährst, wenn der Verfügungsberechtigte duldet, dass da gefahren wird. Jetzt musst Du nur noch wissen, wer der Verfügungsberechtigte ist und wenn der sogar einer Befahrung seines Feldwegs zustimmt, dann darfst Du da nicht rechts überholen, wegen der StVO. Wenn Du ihn nicht fragst, duldet er es eventuell und dann darfst Du auch nicht rechts überholen.

Fährst Du dagegen an einer geschlossenen Schranke vorbei darfst Du dahinter rechts überholen, denn dann gilt die StVO nicht. In der Regel darf man da, wo eine geschlossene Schranke den Zutritt erschwert aber gar nicht fahren, daher steht da ja die Schranke.

Nachdem jetzt geklärt, wo die StVO überall gilt denke ich, ich bin auf einer vergleichsweise sicheren Seite, wenn ich auf gewidmeten Straßen im öffentlichen Verkehr unterwegs bin. Wo finde ich die?

Gucke ich mal weiter in die StVO

StVO § 2
Straßenbenutzung durch Fahrzeuge
(1) Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn

Das hilft nicht weiter, hier wird die Straße nicht gegen eine Nicht-Straße abgegrenzt sondern nur in Ihre Einzelteile zerlegt und auch die Abschnitte (2) bis (5) sind nicht wirklich hilfreich. Eine Definition von Straße muss her, also wieder die Suchmaschine anschmeißen.

§ 2 StVO Begriffsbestimmungen
1.Straße: eine für den Fußgänger- oder Fahrzeugverkehr bestimmte Landfläche samt den in ihrem Zuge befindlichen und diesem Verkehr dienenden baulichen Anlagen;

Ha, das klingt doch gut, als wäre ich auf dem richtigen Weg. Bin ich aber nicht, denn das sind Begriffsbestimmungen für die StVO in Österreich. Also weiter: auf sicherestrassen.de finde ich:

Straße
ist der Oberbegriff für alle Verkehrsanlagen, die dem Verkehr dienen. Dazu gehören auch Wege und Plätze, der Luftraum und das Straßenzubehör (Beleuchtung, Verkehrszeichen, Trenn und Seitenstreifen mit Bepflanzung) vergl. § 1 FStrG bzw. StrG der Länder. (siehe auch öffentlicher Verkehrsraum). Eine Straße kann somit eine oder mehrere Fahrbahnen (auch mit mehreren Fahrstreifen pro Fahrbahn), Geh, Radbahnen Seitenstreifen und/oder Grünstreifen haben.

Na toll, hier wir nicht nur auf das FStrG hingewiesen sondern auch noch darauf, dass die einzelnen Bundesländer eigenen StrG haben. Also bloß weil ein Dings das ich befahren könnte in Schleswig-Holstein eine Straße ist könnte es, wenn es rüber nach Niedersachsen führt, dort auf einmal keine Straße mehr sein. Das FstrG ist übrigens das Fernstraßengesetz und StrG ist das Straßengesetz und die die Steuerungs-Taste (CTRL für Euch alte Hasen).

Und mit Strg+Alt+Entf beende ich meine Suche nach der Wahrheit und hoffe dass auf dem nächsten Feldweg kein Mob Verfügungsberechtigter mit Mistgabel und Fackel auf mich wartet.

Enduro fahren mit Hindernissen

Off-road fahren ist anspruchsvoller als auf der Straße, denn Straßen sind schließlich dazu gebaut, um das Fahren zu erleichtern. Aber auch auf Verkehrswegen kann mal ein Hindernis auftauchen, dass mit dem Mopped überwunden werden muss.

Hindernis beim Enduro fahren.

Hindernis beim Enduro fahren, wer da hoch will muss einen Weg finden.

Meistens ist es so, dass der Kopf und die eigene Vorstellung, dass das Hindernis vor einem schwer zu fahren ist und was da alles schiefgehen könnte, genau der Grund ist, warum es nicht klappt. Jedenfalls ist es bei mir so.
Ich glaube, etwas ist schwer, ich verkrampfe, es klappt nicht, ich verkrampfe beim nächsten Versuch noch mehr. Verkrampfen ist schlecht.

Diesen Kreislauf kann ich bewusst unterbrechen und sogar von vorne herein verhindern. Wenn ich bei einem Hindernis vermute, dass es schwer wird schaue ich es mir genau an bevor ich rein fahre, suche die Linie, die ich fahren will und gehe sie ab. Ich suche dabei am Horizont oder zumindest weiter weg,  auch nach Punkten, auf die ich meinen Blick richten kann, Blickrichtung ist Fahrrichtung. Natürlich gucke ich dabei auch, ob die #Hippe (oder womit ich gerade unterwegs bin) da überhaupt lang kann, oder ob sie irgendwo aufsetzen wird, der Lenker zu breit ist oder das Wasser so tief, dass es in den Lufteinlass herein laufen könnte. Im Zweifel rolle ich bis zu der Stelle, wo es knapp aussieht und teste es im Stand. Das Gute daran, wenn nichts aufsetzt oder klemmt bin ich schon halb durch und kann den Rest auch noch fahren. Weil die #Hippe so leicht ist, kann ich sie in der Regel entweder über das Hindernis schieben, heben oder wuchten, wenn sie aufsetzt oder auch wieder zurück schieben. Dass ich das weiß, macht mich locker und locker ist gut.
Meistens stellt sich sowieso heraus, dass es viel schwieriger aussah als es zu fahren war und weiter geht’s.

Je mehr Hindernisse ich überwinde, umso mehr Hindernisse sehen für mich vergleichsweise leicht aus, Routine und so. Es hilft dabei auch, Erfolgserlebnisse mit einem kleinen Jubelschrei im Hirn zu festigen, oder einfach nochmal über das Hindernis fahren.
Es gibt bestimmt auch profund psychologisch herausgearbeitete Tricks und mentale Helfer, aber die kenne ich nicht.

Zum Glück bin ich so ziemlich frei von Angst, so dass ich in der Regel immer locker auf eine Problemstelle zu gehen kann. Und ich habe eine #Hippe, und kann mit Ihr auch viel üben, das hilft alles.

Enduro fahren in Pfungstadt

Letztes Jahr nutze ich genau dieses Treffen um auszuprobieren, ob der dicke Tiger Explorer überhaupt im Gelände fahrbar ist. Das hat gut geklappt und vor Ort war eine so tolle und zwanglose Atmosphäre, dass ich dieses Jahr wieder gekommen bin, mit der #Hippe.

Organisiert wird das ganze privat von Moto-Tourer.de (vielen Dank dafür) und es findet auf dem Gelände des MSC Pfungstadt statt. Im Fahrerlager kann gezeltet oder gewohnwagend werden, ich bin jedoch mit Bloggerkollege @ErnieTroelf  zu ihm nach Hause gefahren. Die Strecken (hier das Streckenlayout von der Webseite des Vereins) ist auch mit schweren Stelzböcken auf Straßenreifen gut zu befahren, das haben auch dieses Jahr wieder ein paar 12er GS bewiesen. Die meisten Teilnehmer nutzen jedoch leichtere Moppeds oder haben wenigstens geländetaugliche Reifen aufgezogen. Sportenduros möchten bitte auf dem Parkplatz warten, es ist ein Reisenduro Treffen.

Da die #Hippe bisher sowohl ihre Reise- als auch ihre Endurotauglichkeit bewiesen hat war sie also richtig dort und traf sich mit: F650GS, Freewind, Bagheera, KTM LC4, Enduro R und 950 Enduro, BMW 650 X Challange, XT600, KLX650, und 4-Ventiel Boxer GSen der verschiedensten Generationen. Bestimmt habe ich noch einige Modelle vergessen.

Auf dem Programm standen vor allem freies Fahren auf der Strecke, auf der Freifläche, die auch eine Kinder-Strecke aufweist und im Trial-Garten sowie einige Mopped-Spielchen wer mochte.

Enduro Ballspiel

Während die Enduro-Runde mit so ziemlich jedem Fahrzeug befahren werden kann, auf dem der Fahrer mit leichtem Schlamm und lockerem Sand klarkommt, ist im Trialgarten schon ein bisschen Bodenfreiheit nötig. (ja, das ist eine steile These, ich bin aber bereit jedes Mopped bei dem Versuch, das zu beweisen zu zerstören, solange ich es nicht bezahlen muss). Die vergleichsweise geringe Bodenfreiheit der #Hippe war der limitierende Faktor beim Trial, das geringe Gewicht und der zahme Motor waren ihre Trümpfe. Beides sorgte auch dafür, dass das Fahren wenig anstrengend war.
Während die meisten mit Ihren schweren Maschinen nach zwei bis fünf Runden im Trial-Garten oder auf der Enduro-Strecke eine Pause einlegten, konnte ich mit der #Hippe ohne Probleme weiter fahren und dabei feststellen, wie es mir von Runde zu Runde leichter viel, durch die weichen Sandpassagen zu kommen, Sand macht mir immer am meisen Schwierigkeiten. Ich konnte jede Runde schneller fahren, die Linien variieren vor allem, wurde ich entspannter.

Hippe im Trail Garten in Pfungstadt

Es war ein tolles Wochenende an dem ich die #Hippe im Gelände bewegen konnte. An manchen Stellen merkte ich, dass ich an die Grenzen dessen komme, was die #Hippe kann. Die Bodenfreiheit reicht nicht überall und wenn aus einem Hüpfer ein richtiger Sprung wird, dann kann es sein, dass die Gabel durchschlägt. Herrlich, meine fahrerischen Fähigkeiten wachsen und es macht Spaß!

Vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahr dort, ich will wieder hin.

 

P.S.

Ich hatte, wie versprochen, meine Kamera mit,  Meistens bin ich jedoch selbst gefahren und als Ernie Troelf dann Fotos machen wollte, war der Akku fast leer. Komisch, dass man den aufladen muss.
Glücklicherweise war auch jemand vor Ort, der seine Kamera zum Fotografieren mit hatte. Hier der Link zur Fotogalerie von Stefan Lacalli auf Facebook