Im Supermarkt

Alle Kassen sind geöffnet, an welcher stehe ich?
An einer hat eine Rollator-Omi vergessen die Erdbeeren zu wiegen, an einer muss die Bon-Rolle gewechselt werden und an einer reklamiert ein Kunde irgendwas.

Richtig: Kasse 4. Hier steht ein reklamierender oder lamentierender Kunde, irgendwas stimmt nicht mit seinem Kassenbon, der von der frisch gewechselten Rollen kommt, meint er. War aber wohl doch alles richtig.
Die fußkranke Omi, die mit dem Rollator, ist als nächste dran und hat vergessen die Erdbeeren zu wiegen. Sie ging davon aus, wenn die in einer Schale verkauft werden, dann gilt der Preis pro Schale und nicht pro Kilo. Die Kassiererin geht zur Waage im Kassenbereich, damit die Omi nicht laufen muss.

Es ist voll und um mich herum stehen geschätzte fünf Leute mit defekter Dusche oder Waschverbot – toll, die dem schwülwarmen Wetter. Einer versucht es mit Deo statt Wasser. Die Leute an der Kasse nebenan maulen und beschweren sich über irgendwas mit Bier.

Als ich dann endlich an der Reihe bin mit meinen vier Artikeln: Orangen, Zitronen, Milch und Milchreis, freue ich mich schon, endlich von hier wegzukommen.

“Schönen guten Morgen” flötet die Kassierin, die den Weg zur Waage kennt und offensichtlich gut gelaunt ist.

“Na Sie sind aber fröhlich heute”, normalerweise duze ich Leute eher, “Obwohl Sie am Samstag arbeiten müssen.”

“Ach, das bin ich doch gewöhnt, davon lass ich mir die gute Laune nicht verderben,” sagt sie mit einem strahlenden Lächeln während meine paar Artikel in rasanter Geschwindigkeit über den Scanner fliegen und das Geld den Besitzer wechselt.

“Schöne Pfingsttage” wünsche ich Ihr und bekomme ein schönes verlängertes Wochenende zurückgewünscht.

Einkaufen war heute gar nicht so schlimm.

Advertisements

Rallye vs. Weinfest

Der @ErnieTroelf und ich waren auf Moppedtour in der Eifel unterwegs. In einem Ort an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere, stellte sich ein Gesperrt-Schild in unserem Weg. Solche Schilder kenne ich schon aus vielen anderen Dörfchen, fast immer gibt es dann am Ort der Sperrung doch ein Durchkommen. Nicht so hier, denn hier stand ein Kleintransporter mitten auf der Straße und daneben saß ein Mann mit Warnweste im Klappstuhl.

Äh, was ist denn hier los?

Es stellte sich heraus, dass wir gerade an der letzten Sonderprüfung der Rallye Oberehe angekommen sind. Jede Minute komme hier das erste Auto durch und links auf einer Hügelkuppe gibt es einen Getränkestand und drum herum sitzen ein paar Menschen, das ist der Zuschauerbereich.
Wir beschließen also uns ebenfalls dorthin zu begeben und stellen die Moppeds ab. Entlang eines Flatterbandes geht es über einen Wiese, über eine Straße, an zwei Damen unter einem Sonnenschirm vorbei, eine trägt eine Warnweste und die andere hält eine gelbe Flagge in der Hand, es sind die Streckenposten, wir haben gerade die Rennstrecke überquert.
Die Prüfung fängt irgendwo dahinten an, führt einmal rund um den Zuschauerhügel und geht dann noch weiter. Es ist eine vollkommen entspannte Atmosphäre, wir holen eine Cola und schon rast der erste Rallye-Wagen heran, eine lange Staubfahne hinter sich herziehend rutschte, rollte und driftete ein Mitsubishi Evo über die Strecke. Vom Motor war nur wenig zu hören.

Totaler Quatsch, wenn es nach mir gehen würde, dann müssten Schalldämpfer bei Rennwagen verboten werden. Ich würde sogar Turbos verbieten, die dämpfen den Auspuffsound viel zu viel. Wenn die Fahrer mehr PS wollen, sollen sie halt mehr Hubraum und mehr Zylinder einbauen.

Die nächsten Autos klingen auch nicht viel besser. Dann kommt der erste mit richtig Lärm angerast, ausgerechnet ein Kleinwagen, ich weiß nicht mehr welcher. Es kommen noch ein paar Ascona B, ein Escort II, ein Porsche RSR (geil, mit Entenschwanz), alle mit richtig Sound, herrlich. Zwischendrin ein paar BMW und andere Leisetreter.

Wir freuen uns, dass wir zufällig hier hinein gestolpert sind, hätten wir das Gesperrt-Schild nicht ignoriert, wir hätten nichts gewusst.
Hinweisschilder auf die Veranstaltung, Werbeplakate oder anderes gab es nirgens zu sehen, trotzdem waren ca. drei Dutzend Menschen vor Ort und guckten sich das Rennen.
Mein Liebling war der Trecker, der anstelle der Heugabel eine mittelgroße Tribüne in die Höhe reckte und später, natürlich mit der immer noch vollbesetzen (ca. 5  Leute) Tribüne, einfach wegfuhr, quer über die Strecke als gerade kein Auto kam und weg in Richtung Horizont.

Keine Werbung für Motorsportveranstaltungen ist wohl die übliche Vorgehensweise, beim Supermoto-Lauf in St. Wendel habe ich Ähnliches erlebt. Jetzt könnte man sagen, kein Wunder, dass niemand kommt, wenn keine Werbung gemacht wird, dann weiß ja auch keiner, dass da was ist.
Klingt logisch, ich habe aber einen Gegenbeweis: Das örtliche Weinfest. Plakate gibt es hier auch keine und trotzdem war es so proppevoll, dass es kein Durchkommen zur Wurstbude gab.
Warum tausende Menschen kommen, um eine Dorfstraße mit Schießstand, Wurfbude, ein paar Wein- und Imbissständen und zwei Bühnen mit Coverbands zu sehen, ist mir schleierhaft. Da gibt es eigentlich nichts, was es an allen anderen Tagen im Jahr auch gibt, wenn auch nicht in der selben Straßen in provisorischen Buden sondern in richtigen Geschäften und ein paar Kilometer auseinander.
Für ein einmaliges Event, wie eben die Rally kommt fast niemand.

Menschen sind komisch.

P.S.
Es gibt wieder mal keine Fotos. Ich habe vor der Tour extra meine Kamera beiseite gelegt, damit ich sie ja nicht vergesse, als es dann aber los ging wusste ich nicht mehr, wo genau sie in Bereitschaft lag und habe sie erst gerade wieder gefunden.
So tolle Fotos von der Rallye Oberehe wie hier hätte ich sowieso nicht hingekriegt.

Was für ein Wochenende

Los ging es am Freitag um 05:30 als das Taxi vor der Tür stand. Mit dem ging es zum Flughafen und dann weiter nach München, wo ich ein Job-Interview hatte. Die erwarteten zwei Stunden wurden um 20 Minuten überzogen, was ich als gutes Zeichen werte. Jetzt warte ich auf ein Angebot.

Draußen vor der Tür wartete bereits die wunderbare @krimimimi33 in Ihrem Cabrio mit einem leckeren Burrito und einer Flasche Mineralwasser um mich durch die Stadt zu chauffieren. Die nächste Station war ein Mopped, dass ich eventuell kaufen möchte, eine Beta 525 (mit KTM Motor) in vollem Rally-Trimm. Nach der Probefahrt habe ich die Kaufentscheidung vertagt und wurde mit dem Cabrio zum Flughafen gebracht, damit ich wieder in die Heimat fliegen konnte. Samstag wollte ich bei Triumph auf den Medientagen (#tpt14) einige Moppeds testen. Kurzfristig habe ich dann noch am Freitag Abend über Facebook einen Frühstückstermin in Mainz mit @MissWayne vereinbart. Bisher kannte ich die charmante junge Dame nur virtuell, das wollten wir ändern, wenn sie zufälligerweise an einem Ort ist, an dem mein Weg durchführt. Also bin ich am Samstag um 06:00 aufgestanden und habe das #Luxusweibchen geentert.

Nach dem kurzen Frühstück am Mainzer Hauptbahnhof kam ich mit ein bisschen Verspätung bei Triumph an, jedoch noch rechtzeitig für die erste Testrunde. Von dem Event erzähle ich später in einem anderen Post. Nach dem Testen ist vor dem Essen, denn wenn wir schon mal mit ein paar Bloggern vor Ort sind, dann können wir auch noch gemeinsam essen, bevor sich unsere Wege wieder trennen. Mit dem Steak im Magen ging es nach Hause, denn schließlich lief seit 15:00 Uhr bereits das beste Autorennen der Welt, die 24-Stunden von Le Mans. Die sind vor allem wegen der besseren Berichterstattung und belebteren Chat-Rooms besser als die 24-Stunden am Nürburgring. Die letzten 15,25 Stunden habe ich das Rennen dann vor Fernseher (super Kommentare bei Eurosport DE, die ganze Nacht durch, exzellent) Live-Timing-Laptop, Chat-Laptop und News-Channel-Tablet verbracht. Danach war Sonntag Nachmittag und ich war müde. Komisch.

 

Moppeds in diesem Beitrag