Umzug nach Kölle

Hier im Blog ist es momentan ruhiger, was jedoch nichts damit zu tun hat, dass es langsam gegen Herbst geht, sondern mit meinem neuen Job.

Nachdem ich ein Sabbatjahr eingelegt hatte und viel Zeit auf dem Mopped und mit bloggen verbringen konnte hat es mich nun wieder erwischt und ich muss arbeiten gehen, was natürlich ein großer Zeitfresser ist.

Für den neuen Job muss ich umziehen und das ist momentan schwierig, denn ich habe noch keine neue Wohnung gefunden. Momentan wohne ich in einem Hotel mit ohne Internet. Und ohne Internet ist das mit dem Bloggen natürlich schwierig.

Warum ich noch keine neue Wohnung habe ist die Geschichte, die ich jetzt hier erzähle.

Ich hatte eine Wohnung gefunden die mir gefiel, die Tiefgarage war groß und hell, die Lage war gut, die Arbeit hätte ich mit dem Fahrrad erreichen können (also das nehme ich jedenfalls an, dass ich das schaffen könnte, wenn ich ein Fahrrad hätte) oder mit dem ÖPNV. Supermärkte und Pommesbude waren auch in der Nähe, also alles gut. Die Vermieterin hatte alle Unterlagen gekriegt (Selbstauskunft, Schufa, Mietschuldenfreiheit, Blutgruppe, Seelevorreservierung, Gehaltsabrechnung, Schuhgröße etc. pp, Ihr kennt das) und ein Termin zur Vertragsunterschrift war auch festgemacht ,also alles klar. Denkste!

Einen Tag vor der Unterschrift dann die Absage per E-Mail.
Die Wohnung ist bereits seit August vermietet, aber die Mieterin ist noch nicht eingezogen, will das aber demnächst machen.

Da fällt mir nichts zu ein, die bieten mir eine Wohnung an, die gar nicht frei ist!

Jetzt kam gerade die Zusage für eine andere Wohnung, aber bevor da nichts unterschrieben habe, freue ich mich lieber nur ein bisschen vorsichtig.

Morgen soll es soweit sein, wenn ich dann wirklich unterschrieben habe, gibt es ein Update auf Twitter.

I’m giving the boot!

Meine Timeline bei Twitter ist gerade voller Stiefel. Da dachte ich mir, ich nehme das als Inspiration und schreib was zu den Stiefeln, die ich diesen Sommer über fast jeden Tag den ich draußen war getragen habe. Es sind 5.11 Taclite Boots coyote und kosten im Laden ca. 150 Euro.

Gekauft habe ich sie, weil sie so gut passten. Das ist natürlich nicht bei jedem Fuß so, aber bei mir zum Glück schon. Die Stiefel sind leicht und sehr luftdurchlässig. Wasserdurchlässig sind die auch, allerdings behalten sie Form und Größe, auch pitschnass musste ich sie nicht nach-schnüren. Das hat mich überrascht, denn das kenne ich von Stiefeln komplett aus Leder anders. Und diese Stiefel trocknen auch sehr schnell, egal ob am Fuß und laufend oder ausgezogen und in die Sonne gestellt.

Stiefel_3

Das weiß ich, weil ich die Stiefel in diesem Sommer sehr viel getragen habe. Ich war damit in der Stadt unterwegs, auf dem Mopped, da waren sie besonders luftig. Ich war aber auch sehr oft wandern  und da wo ich gelaufen bin, gab es nicht unbedingt groß ausgebaute Wege und nicht überall Brücken und so bin öfter mal durch einen Fluss hindurch gewatet. Wenn das Wasser bis zur Hüfte steht, hält ein wasserdichter Stiefel in den seltensten Fällen die Füße trocken. Der Taclite bietet da den Vorteil, dass er schnell trocknet, aber sich auch nass sehr angenehm tragen lässt.

Mich hat überrascht, wie wenig man dem Stiefel die zurückgelegten Kilometer ansieht. Er ist zwar dreckig dort, wo auf dem Motorrad geschaltet wird, aber die Sohle sieht noch fast neu aus. Auch das herauszunehmende Fußbett zeigt wenig Verschleißspuren. Das liegt jedoch nicht daran, dass ich mit den 5.11-Stiefeln nicht gut laufen kann, ich habe im Gegenteil sehr viel Strecke zurückgelegt und auch auf sehr unterschiedlichen Untergründen. Die Sohle bietet guten Halt auf allen Untergründen, die ich bisher getestet habe und ist verschleißarm, eine Kombi die ich bei Moppedreifen auch gerne hätte.

Stiefel_2

Ein nettes Gimmick finde ich die Lasche an der Zunge unter die man die Schnürsenkel und Schleifenschlaufen stecken kann, so dass sie nicht herunterhängen und sich im Unterholz verfangen. Ich nutze dazu jedoch die kleine Tasche an der Außenscheite des Schafts, da hängt dann gar nichts mehr herum. Was andere Leute wohl in diese Taschen stecken?
Apropos Schürung. Eigentlich bin ich bei Stiefeln ein großer Freund von Schnellschürung – Ösen, durch die der Senkel einfach durchlaufen kann, so dass ich nur oben ziehen muss und der Schuh sitzt von oben bis unten fest am Fuß. Der 5.11er bietet das nicht nicht, aber er ist dennoch einfach zu schnüren, dank der guten Senkel-Ösen-Paarung. Die Senkel die hier verbaut sind habe ich noch bei keiner anderen Firma gesehen, sie haben keine konstante Dicke sondern sind ca. alle 2 cm verengt, das sieht ein bisschen so aus wie eine Mini-Winni-Würstchenkette.

Stiefel_1

Es gibt die Stiefel auch in Schwarz mit einem seitlichen Reisverschluss (ich finde Reisverschlüsse am Schnürschuh blöd, aber jeder wie er mag) und in flacher, ebenfalls in schwarz und auch da mit Reisverschluss.

Würde ich mir den Stiefel nochmal kaufen? Auf jeden Fall, aber wenn er weiterhin so wenig Verschleiß zeigt, werde ich das wohl gar nicht müssen.

Also gibt es 5 von 5 Griesis.

Neuer Job, neue Stadt – Wohnung in Köln gesucht

Mein Sabbatical habe ich nun beendet und werde wieder viel Zeit darauf verwenden Geld zu verdienen, um die Moppeds am Laufen zu halten.

Leider ist der neue Job nicht in unmittelbarer Nähe. 200 km müsste ich jeden Morgen hin fahren und am Abend wieder zurück, wenn ich in meiner jetzigen Wohnung wohnen bleiben möchte. Ist ziemlich unpraktisch und daher werde ich umziehen, und zwar sofort.

Ich bin also akut auf der Suche nach einer neuen Bleibe in und um Köln Mülheim. Ich suche:

  • Eine Garage (gerne mit Stromanschluss, dann kommt vielleicht ein Elektroroller oder ähnliches ins Haus) Tiefgarage geht auch. Carport oder Außenstellplatz möchte ich nicht für die Moppeds.
  • Mit Wohnung (ab 2,5 Zimmer und 50 m²)
    • Mit schnellem Internet (Kabelanschluss)
    • Dachschrägen finde ich nicht so gut
    • Nachtspeicher möchte ich auch vermeiden
  • Am liebsten wäre mir eine Wohnung, von der aus ich mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV innerhalb von 30 Minuten auf der Arbeit bin.
  • Und wenn das ganze dann auch noch inklusive Heizung und Co. unter 1.000 Euro bleiben könnte, dann passt es.

Das ist gar nicht so einfach zu finden. Oder um es präziser auszudrücken. Auf den gängigen Portalen gibt es zwar einige Wohnungen, die in das Suchraster passen, jedoch scheinen die Makler und Vermieter keine Lust zu haben, auf E-Mails zu antworten oder ans Telefon zu gehen.
Mit einer kleinen Ausnahme, wenn die Wohnung schon weg ist, dann melden sie sich.

Sagte ich bereits, dass es pressiert? Ich trete die neue Stelle am 15. September an, das ist in 11 Tagen.

Natürlich ist mir klar, dass das sportlich ist, aber nicht unmöglich. Klar wird der Umzug bis dahin nicht stattgefunden haben, mir reicht es, die Wohnung zu finden, dann kommen da vorerst eine Isomatte mit Schlafsack rein und ein paar Taschen oder Koffer.

Plan B wäre, Zwischenmiete oder ich quartiere mich bei einem lieben Menschen vor Ort ein, wenn ich eingeladen werde, bis ich was gefunden habe.

Also, falls jemand von Euch eine Garage mit Wohnung kennt, oder mir Unterschlupf für die Zeit der Suche gewähren möchte oder was zur Zwischenmiete (dann auch ohne Garage) in der Hinterhand hat, kontaktiert mich.
Schreibt in die Kommentarspalte, schickt mir eine DM oder Mention bei Twitter @griesgram999 oder eine Nachricht bei Google+ (bei Facebook bin ich nicht mehr, aber Ihr könnt dort auf meiner Blog-Fan-Page-Seite einen Kommentar hinterlassen) oder eine von diesen E-Mails an griesgram (ät) gmx (Punkt) net

Wenn Ihr diesen Beitrag teilt, kann das auch helfen, denn vielleicht kennt Ihr ja jemanden, der jemanden kennt.

Einer für alle – ohne mich

Immer wieder lese oder höre ich, wie jemand für alle anderen spricht, ohne dass es irgendeinen Grund dafür gibt, diese einzelne Stimme als mehr als eine Stimme wahrzunehmen.
Das funktioniert auf zwei Arten, einmal sind es die Medien, die einem Menschen die Rolle des Sprechers für viele zuschreiben, Sprecher für eine Generation oder Gruppe zu sein. Ein anderes Mal ist es der Einzelne selber, der sich diese Rolle nimmt, der sich berufen fühlt. Beides finde ich scheiße.

Wenn ich etwas sagen will, dann sage ich es selber, das muss niemand anderes für mich machen. Und wenn ich etwas sage, dann sage ich es für mich. Ich spreche dann als Individuum und nicht für alle Blogger oder alle Mopped Fahrer, Nasenbohrer, Männer, Europäer, Menschen oder sonst was.

Meiner Meinung nach kann niemand der klaren Verstandes ist, einfach so für eine größere Gruppe sprechen. Manchmal tun die Menschen das offen und nutzen so Formulierungen wie : „Wir als Generation XYZ“ oder „Alle die den Mauerfall mit erlebt haben“ und dann folgt meist irgendeine Behauptung. Das ist ein extra billiger Rhetorik-Trick oder maßlose Selbstüberschätzung, wenn danach nicht eine nachprüfbare Behauptung steht. Meistens ist schon die Gruppenzugehörigkeit nicht klar umrissen, wer ist denn z.B. die „Generation Praktikum“, gehören da auch die hinein, die in der Schule mal ein Betriebspraktikum gemacht haben und dann sofort eine Lehre begannen oder nur die, die nach dem Studium keinen Job gefunden haben und stattdessen mindestens 5 Jahre nur Praktika machten? Eine Generation sind ja eigentlich alle, auch die ohne Praktikums-Erfahrung.

Wenn ich sage:

Alle die den Mauerfall 1989 miterlebt haben sind 2015 bereits 26 Jahre älter,

dann ist das natürlich nachprüfbar und nach allgemeinem Verständnis wohl auch richtig. Selbst eine Formulierung wie

… haben heute Wahlrecht.

finde ich legitim, selbst wenn es natürlich nicht 100% korrekt ist und nur für Menschen mit einer Staatsbürgerschaft in einem Staat mit Wahlrecht gilt, aber solche Einschränkungen lassen sich meistens aus dem Kontext erschließen.
Was darüber hinausgeht wird schon schwierig.

Trotzdem kommt es immer wieder vor, und zwar viel zu oft, dass sich jemand zum Sprecher einer Gruppe erhebt. Manchmal auch nur ganz unterschwellig, indem er von sich auf alle anderen schließt. Gerne werden dann so Formulierungen verwendet wie:

Damals war das so.

Stimmt ja auch in kleinen Stücken, denn in der Rückschau auf das eigenen Leben glaubt der Behaupter heute, dass es damals für ihn selber so war. Das ist jedoch höchst subjektiv und alles andere als allgemeingültig.

Oder kurz: Wer sich selbst zum Sprecher einer Gruppe erklärt, ist ein Idiot.

Manchmal wird man auch von außen, meistens durch die Medien, zum Sprecher einer Gruppe gemacht. Ich sage bewusst Medien, denn wenn ein Medium mal einen Sprecher erfolgreich herausgesucht hat, dann wird der gerne auch in anderen Medien übernommen.

Eine Formulierung wie „Der Typ da formuliert in seinem Blog, was viele denken“ ist wohl nicht ganz falsch, denn tatsächlich sind wohl immer mehrere Menschen auf der Welt in diesem bestimmten Punkt der gleichen Meinung. Meistens wir jedoch nicht so zurückhaltend formuliert, da sind es dann nicht „viele“ die so denken, sondern „alle“.
Wenn jemand bereits seine Meinung formuliert und vorgetragen hat, ist er meistens auch als Gesprächspartner besser geeignet, als jemand, der sie nur gelesen hat. Hat jemand seine Gedanken zu Papier oder Netz gebracht, gibt es die Möglichkeit diese zu lesen und sich damit auseinanderzusetzen. Mit Glück hat das Medium dann jemanden ausgewählt, dessen Meinung auf fundierten Gedanken beruht. Ist natürlich nicht immer so, manchmal wird ein 25-jähriger Schlagerstar zum Sprecher seiner Generation ernannt, weil er mal ein Lied zu einem Thema vorgetragen hat.
Eines sollte aber klar sein, wen auch immer sich die Medien aussuchen und in eine Talk Show einladen, wer hingeht macht mit.

Die Medien machen jemanden zum Sprecher für eine Gruppe, weil sie natürlich nicht die ganze Gruppe mit allen auch nur in Nuancen abweichenden Meinungen wiedergeben können. Die Medien leben von Vereinfachung und Stellvertretern, das muss uns als Leser, Hörer, Zuschauer klar sein. Das ist keine böse Absicht sondern die einzige Möglichkeit, mir zumindest fällt keine andere ein. Wir müssen also verstehen, wenn der Mensch am Mikro nicht der installierte Sprecher einer Gruppe ist (z.B. Pressesprecher), dann gibt er er nur seine persönliche Meinung wieder. Wir müssen diese dann einordnen, wir müssen abschätzen, wie viele andere haben eine ähnliche Meinung, wer sind diese anderen (die Meinung von 30 DAX-Vorständen hat in unserem Staat wohl deutlich mehr Einfluss als die Meinung von 300.000 Arbeitslosen). Und nicht zu Letzt müssen wir uns auch inhaltlich, rational mit dem auseinander setzen, was der da sagt: Stimmt das, sind wir der gleichen Meinung? Wo und warum sehen wir etwas anders, hat er vielleicht recht und wir liegen falsch, oder haben wir beide recht, liegen wir beide falsch?

Machen wir natürlich meistens nicht so gründlich, nicht nur weil der Mensch, wenn das Neuro-Marketing und die zu Grunde liegenden Wissenschaften recht haben, eine emotionale Entscheidung doppelt so schnell trifft wie die rationale. Wir finden etwas emotional gut, bevor wir wissen, ob es rational richtig ist. Deshalb funktionieren emotionale Bilder so gut, deshalb sagen die mehr als 1.000 Worte. Wir als Betrachter haben aber die Chance uns die 1.000 Worte selbst auszusuchen und uns möglichst wenig manipulieren zu lassen. Andererseits sollen wir in den Bildern nicht nur danach suchen, was unsere Meinung noch weiter bestärkt. Manupulieren wir uns also lieber selber.

Deshalb hat die Inszenierung eines Gesprächs, die Auswahl der am Gespräch Beteiligten, eine so große Wirkung. Finden wir einen Menschen sympathisch, glauben wir ihm eher. Finden die Menschen um uns herum einen Menschen sympathisch, finden wir ihn ebenfalls eher sympathisch. Stehen unsere Emotionen dem Verstand im Weg oder ist der Verstand nicht in der Lage alles zu erkennen oder beides?
Deshalb müssen wir uns auch formell und emotional mit allem auseinandersetzen.

Umgang mit Medien ist schwierig; Texte, Bilder, Filme, alles subjektiv und wir auch. Wie sollen wir da die absolute und reine Wahrheit finden, wenn es die denn überhaupt gibt?

Das ist mühsam, aber als kleinen Indianer-Trick verrate ich Euch: wenn Ihr das nächste mal lest:

Alle Motorradfahrer sind dieser Meinung.
Alle Blogger machen das.
Alle Männer wollen jenes.

Dann denkt Euch einfach:

Der Griesi nicht!
Oder vielleicht doch, dann aber anders.

Wolfsjagd

Kann es sein, dass ich einen Wolf im Hunsrück gesehen habe?

Gestern war es, da war ich mit dem Mopped in den Wald gefahren. Das mache ich öfter. Ich stelle die #Hippe dann irgendwo ab, markiere die Stelle in meinem GPS und gehe los, einfach dahin, wo es schön aussieht. Meistens ist das GPS dann aus um Strom zu sparen, ich will ja auch nirgendwo hin sondern brauche es erst, wenn ich wieder zurück will.

Auf dem Rückweg sehe ich dann in ca. 150 Metern Entfernung ein großes graues Tier, das meinen Weg kreuzt, definitiv etwas hundeartiges. Gibt es im Hunsrück einen Wolf? Jedenfalls ist das Tier alleine unterwegs, keine anderen Tiere oder Menschen folgen. Ich hocke mich ab, warte und lausche, nichts zu hören. Wäre es ein Hund, dann wäre er ohne menschliche Begleitung unterwegs.
Tiere hört man im Wald fast nie. Selbst große Hirsche schaffen es, sich lautlos durch das Unterholz zu schleichen. Wenn sie fressen, dann kann man sie hören oder wenn sie auf der Flucht sind. Menschen hört man dagegen sogar, wenn sie durch den Wald schleichen. Nichts zu hören.

Ich markiere die Stelle in meinem GPS und beschließe am Abend mal nach „Wolf“ und „Hunsrück“ zu googlen.

Die Suche ergibt 220.000 Treffer, darunter auch angebliche Wolf-Sichtungen am Vortag. In anderen Meldungen wird gesagt, es handele sich bei dem Tier um einen Fuchs. Nein, wie ein Fuchs aussieht weiß ich, einer kommt ein paar mal im Jahr auf meine Terrasse und guckt ob noch alles in Ordnung ist. Das Tier war größer. War es nun ein Wolf oder ein Wolfshund? Dafür habe ich das Tier zu kurz gesehen um sicher zu sein, aber wenn es ein Hund war, dann ein Streuner. Wie cool wäre das denn, wenn es wirklich ein Wolf war? Ich beschließe, es war ein Wolf.

Heute gehe ich nochmal hin, dieses mal mit Kamera und Fernglas, nur für den Fall der Fälle, dass ich ihn nochmal treffe. Ich weiß, die Chancen sind kleiner als minimal, dass das Tier noch einmal dort auftaucht. Vielleicht hat es Spuren hinterlassen, dass ich da nicht gleich gestern nach geguckt habe ärgert mich. Ein Blick auf die digitale Karte zeigt mir, dass es rund um die Wolfsstelle keine Bäche oder Quellen gibt, zumindest sind keine eingetragen, also nehme ich eine Feldflasche mit. Wasserflaschen, vor allem wenn sie nicht mehr ganz voll sind, gluckern immer, wenn sie am Gürtel getragen werden. Ich trage sie deshalb in der Hand, so macht das Wasser beim laufen weniger Geräusche, die Flasche bewegt sich nicht so viel und wenn dann viel runder. Da ich die andere Hand frei haben möchte bleibt die zweite Feldflasche zu Hause, so lange will ich nicht bleiben und auch wenn es heute heiß ist, im schattigen Wald ist es sehr gut auszuhalten.

Ich fahre mit der #Hippe bis auf einen Kilometer an die Stelle ran, dann hänge ich den Helm an den Haken und klemme die Jacke unter den Spanngurt auf den Gepäckträger. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen, nirgendwo parkt ein Auto, keine Kettensägen oder Planierraupen zu hören, auf der Baustelle in der Nähe wird nicht gearbeitet; gut.
Ich gehe zu der Stelle an der ich gestern stand, hier ist der Punkt im GPS und ich gucke in die Richtung wo gestern der Wolf von rechts nach links ging. Wo genau war das nochmal, im Wald sehen die Gebüsche alle gleich aus.
Ich suche nach Spuren, aber der Boden ist hart und trocken, ich kann nicht mal meine eigenen Stiefelabdrücke erkennen wenn ich hinter mir gucke, wo ich gerade noch gestanden habe.
Vielleicht ist er gestern auf einem Wildwechsel unterwegs gewesen aber an der Stelle, von der ich am ehesten denke, die war es, gibt es keinen Wechsel. Der Wald ist aber auch nicht so dicht, theoretisch kann jedes Tier bis zur Größe eines geweihlosen Hirsches überall lang laufen. Ich beginne immer größer werdende Kreise zu ziehen, vielleicht finde ich ja was, Fußspuren, Beutereste oder Losung, das ist Jägerlatein für Kackwürste. Nichts.

Ich entdecke einen Hochsitz und mache oben ein bisschen Pause und weil schon mal volles Netz da ist chatte ich ein wenig über Whatsapp während ich die Umgebung im Auge behalte.
Nach der Pause gehe ich weiter in die Richtung in die der Wolf auch gegangen ist und mäander noch zwei Stunden durch den Wald, bevor ich mich wieder auf den Weg zur #Hippe mache und den Heimweg antrete.

Die Feldflasche ist leer, der Speicher vom Fotoapparat auch.

Edit und P.S.
Bei Facebook bekam ich den Hinweis zu einer Webseite auf der Sichtungen von Wölfen gemeldet werden können. Die Meldungen werden dann zur Überprüfung weiter gegeben.

Bernd Posselt macht mich ratlos

Gestern habe ich in diesem Internetz den Beitrag Bernd Posselt: Warum er trotz Abwahl weiter ins Parlament geht gelesen.

Kurz zusammengefasst: Posselt war für die CSU Europa-Parlamentarier. Bei der letzten Wahl bekam die CSU zu wenig Stimmen und Posselt hat sein Mandat verloren. Das stört ihn jedoch nicht, er geht einfach weiter ins EU Parlament, nimmt dort an Sitzungen teil und meldet sich dort zu Wort, geht in Gremien, nimmt an der Besprechung der Außenpolitiker seiner Fraktion teil, dort bekommt er die Unterlagen, hält eine Rede, sitzt in Reihe eins. Aber er ist nicht nur im EU Parlamament aktiv sondern auch in seinem Bürgerbüro in München.
Das alles bezahlt er aus eigener Tasche.

Irgendwie lässt es mich ratlos zurück. Einerseits mag ich kauzige Menschen und Leute, die das was sie tun, aus Überzeugung tun.

Aber was genau tut er?

Wenn Oppa Paschulke jeden Tag seiner Rente damit verbringt zur Schicht zu gehen, wird er nur bis zum Pförtner kommen. Dort darf er vielleicht die Schranke hochhalten und den Chef begrüßen und verabschieden, aber das wars.

Posselt aber geht rein in die Fabrik und steht am Band.

Ich finde es bedenklich, dass Posselt da überall reingelassen wird. Das liegt vielleicht daran, dass ich mir das Parlament als einen abgeschlossenen Raum vorstelle. Vielleicht ist es jedoch offen für alle Bürger und das was Posselt da macht, das könnte jeder EU-Bürger tun.
Ich denke, ich würde schon scheitern wenn ich das bewachte Café, „members only“, das nur für Abgeordnete und Gäste offen ist, betreten wollte. Ich rechne mir auch wenig Chancen aus, an einer Gremiumssitzung teilzunehmen oder dort das Wort erteilt zu bekommen.

Posselt ist dort überall und ich frage mich warum. Ist er der possierliche Posselt, über den sich alle heimlich amüsieren oder ist es der kompetente Posselt, der so viel weiß und kann, dass er fehlen würde, bliebe er zu Hause? Vielleicht wissen die EU Parlamentarier aber auch, dass es total egal ist, was sie da machen und daher stört es auch nicht, wenn Posselt da mitmacht. Darüber lässt uns der Artikel leider im Dunkeln.

Warum macht er das überhaupt?

Wenn er ins Parlament geht, weil er eine Mission hat (für krummere Bananen o. ä.), dann wir sie im Artikel verschwiegen. Er geht dort hin, weil er nichts anderes kennt. Vielleicht ist seine Mission, „Ich will Europa-Abgeordneter sein“, aber das zählt in diesem Fall für mich nicht.
Posselt will die Welt nicht davon überzeugen, dass im EU-Parlament wichtige Arbeit gemacht wird, dann würde er jetzt, wo er kein Abgeordneter mehr ist, durch die Institutionen oder Gemeinden ziehen und darüber berichten, was dort passiert und für das institutionelle Europa werben.
Es ist auch nicht so, dass er davon überzeugt ist, dass die CSU möglichst viele Abgeordnete ins EU Parlament schicken muss, dann würde er durch Bayern ziehen und schon jetzt Wahlkampf machen.

Posselt ist auch nicht überzeugt davon, dass er ein besserer Abgeordneter ist als die anderen, sonst würde er daran arbeiten, einen legitimen Platz zu erhalten. Er würde seine Erfahrung, Intelligenz und Kreativität dazu einsetzen.
Tut er alles nicht, er geht einfach nur hin, weil er nichts anderes kennt.

Um wieder auf Oppa Paschulke zurückzukommen, wenn er wirklich wieder am Band stehen möchte, dann wird ihn schon was einfallen um dorthin zu kommen.
Posselt steht am Band – aber an einer Stelle, an der nicht gearbeitet wird.

Was soll ich davon halten?

Wahrscheinlich ist es gar nicht so kompliziert zu einem rationalen Urteil über Posselt zu gelangen, ich muss mich nur fragen: Möchte ich von einem solchen Apparatschik politisch vertreten werden? Die Antwort ist nein, daher hoffe ich, dass die CSU auch bei der nächsten EU-Wahl zu wenig Stimmen bekommt als das Posselt ins Parlament einzieht.

Trotzdem finde ich es schön und für alle bereichernd, dass es so skurrile Geschichten wie die von Posselt gibt. Falls der mal in eine Talk-Show eingeladen wird, sagt mir bitte Bescheid, dann werde ich mir mal eine Talk-Show ansehen.

Dieser Blog ist privat

Ich war am Wochenende auf der Nebenan in Hamburg, einer Konferenz für Leute die das Internetz nutzen. Dort kam kurz die Diskussion auf, warum ein Spiegel Journalist in seiner Twitter-Bio schreibt, sein Account sei „privat“ – erstens sei es Quatsch, weil man zwischen privat und Beruf nicht trennen könne und zweitens müsste es „persönlich“ heißen, so der Einwurf von den billigen Plätzen.

Dieser Einwurf ist natürlich noch viel mehr Quatsch als alles, was in dem mir unbekannten Twitterstream samt Bio des möglicherweise nicht mal existenten Spiegel Journalisten stehen könnte.

Ich wollte bei so einem Dummfug keine Diskussion vom Zaun brechen, ich lasse Leute lieber dumm sterben als mir den Mund fusselig zu reden und dann doch nur auf Ignoranz zu stoßen.

Nach dieser ausführlicheren Einleitung kommt jetzt der Hauptteil, der viel kürzer ist.

Dieser Blog ist privat.
Das erkennt Ihr daran, dass ich hier »Scheiße« schreibe, wenn etwas scheiße ist. Wäre es beruflicher Blog würde ich es wahrscheinlich »fäkaloid« nennen, außer wenn es ein Fachblog für Kloverstopfung wäre, dann würde ich selbstverständlich die korrekten Fachtermini verwenden.

Zahlenmirakel – Oder wie Twitter Analytics mir auch nicht helfen konnte

Normalerweise monitore ich nicht, was ich so privat im Netz mache. Google Analytics läuft nicht bei meinem Blog und auch Twitter Analytics habe ich mir nie angesehen. Je nachdem welches Gerät ich gerade in der Hand habe, nutze ich entweder Hootsuite, Plume oder Tweetdeck um zu twittern. Falls jemand auf einen meiner Tweets antwortet ist das toll. Wenn mich jemand retweetet, kriege ich das meistens gar nicht mit und Favs schon gar nicht. Klar wird das irgendwo angezeigt, aber diese Spalten oder Infos bemerke ich gar nicht.

Bei einem professionell genutzten Twitter Account sähe das deutlich anders aus.

Gestern bin ich dann zufällig auf meiner Twitter -Website gewesen und habe da mal herumgeklickt, erst auf die drei kleinen Balken (Tweet-Aktivität anzeigen) weil ich mir darunter nichts vorstellen konnte und dann unter Interaktionen auf den Link „Details anzeigen“, weil ich mir darunter immer noch nichts vorstellen konnte.

Und schon war ich auf der Analytics Seite zu meinem Twitter Account und konnte eine ganze Zahlensammlung betrachten. Das ist ja ganz nett, aber was bedeuten die Zahlen? Da gibt es beispielsweise die Spalte „Impressionen“ und darunter Zahlen. Diese Zahlen sind bei mir meistens deutlich kleiner als die Anzahl meiner Follower, bei einem Tweet jedoch dreimal so hoch. Und genau hier wurde meine Neugierde geweckt. Was genau versteht man bei Twitter Analytics unter Impressionen? Mit der Maus über den Begriff gefahren und schon steht eine erste Erklärung auf dem Bildschirm: „Wie oft Nutzer den Tweet auf Twitter gesehen haben“. Klingt einleuchtend, lässt aber viele Fragen offen.

Bedeutet auf „Twitter gesehen“, dass nur die Twitter Website gemeint ist? Was ist dann mit den Apps von Twitter, zählen die nicht? Und bedeutet „gesehen“, dass der Tweet zu dem Zeitpunkt als der Nutzer auf seiner Twitter-Seite war auf dem Bildschirm angezeigt wurde? Wie viele das sind ist von der Bildschirmgröße abhängig und von der Anzahl der Tweets mit Bild. Oder dass er durch scrollen durch die Timeline tatsächlich für eine Millisekunde sichtbar wurde? Tja, die Antworten stehen da nicht. Und ein direkter Link zur Hilfe oder zum Glossar steht da auch nicht. Mit Suchen findet man ein Glossar, das jedoch bei den obigen Fragen nicht wirklich weiterführend ist.

Aber egal, ich brauche die Zahlen ja nicht beruflich sondern war nur mal kurz neugierig. Warum der eine Tweet so viele Impressions hat, weiß ich immer noch nicht.

So wie es aussieht, kann man anhand der Zahlen sicherlich den eigenen Account optimieren, wenn man es denn möchte. Dafür lassen sich die Zahlen sogar als CSV Datei exportieren.
Fazit: Twitter Analytics ist ja recht interessant, leider ist das Glossar wenig hilfreich.

Aber damit bin ich mit dem Thema noch gar nicht durch, denn: Wie gut, dass es es Twitter gibt. Mit den richtigen Followern kommt man schnell zu mehr Antworten und mehr Informationen als man eigentlich gesucht hat.

Ich habe mein Fazit also getwittert und fast umgehend kam eine Antwort von @Hirnrinde und es gab ein Gespräch mit insgesamt 12 Tweets in das sich auch @Hootsuite_Help auf deutsch einmischte, als der Begriff Hootsuite gefallen war (ohne @ oder #, sondern nur als Wort innerhalb einer öffentlichen @Reply).

Folgt dem Link, wenn Euch die Details interessieren.

Von @hirnrinde kamen zwei Links zu Blogbeiträgen rund um Twitter Analytics, den Deutschsprachigen gebe ich hier weiter, den anderen findet Ihr in seinem Tweet in unserem Gespräch.

Twitter erfasst demnach nur Daten der Webseite Twitter.com und der eigenen iOS- sowie der Android App. Nicht mal die Windows App (wenn es denn eine gibt) wird erfasst. Apps von Drittanbietern auch nicht.

Jetzt wäre es spannend zu wissen, wie viel Prozent der Twitter Nutzer überhaupt auf den Analytics-Seiten abgebildet werden und ob diese zu Gruppen zusammengefasst werden können.
Ich behaupte mal: Profis (z.B. die mit mehreren Twitter-Accounts) und alte Twitter-Hasen werden häufiger Apps und Services von Drittanbietern verwenden als private Neueinsteiger. Aber das ist ein Thema, da müssen sich die Profis Gedanken zu machen, die mit Ihren Tweets oder Analysen Geld verdienen wollen.

@Hootsuite_Help verwies auf die Hootsuite eigenen Statistiken. Um diese wirklich nutzen zu können, ist jedoch eine Upgrade auf den kostenpflichtigen Pro-Account nötig, Twitter Analytics ist kostenlos.

Warum jetzt der eine Tweet so oft angesehen wurde weiß ich immer noch nicht. Eventuell hat er einen Haufen Fans, die ihn sich immer wieder angucken, denn es werden ja die „Impressions“ gezählt und nicht die „User“.

Vielleicht hat es ja auch mit den „Interaktionen“ zu tun? Interaktionen sind Klicks auf den Tweet, Retweets, Antworten, Favs und Follows und stehen auch auf der Analytics-Seite.

Ja, der Tweet hat verhältnismäßig viele „Interaktionen“ in der Statistik ausgewiesen, aber bei weitem nicht die meisten. Die Interaktionen werden einzeln aufgeschlüsselt. Es gab zwei Re-Tweets. Möglicherweise wurde also genau dieser Tweet von jemandem mit verdammt vielen Follwern retweetet. Allerdings zeigt mir die Analytics Seite nicht an, wer hier retweetet hat, dazu muss ich raus aus Analytics und mir den Tweet direkt angucken. Nein, daran liegt es auch nicht, denn die beiden Accounts haben zusammen weniger als die Hälfte meiner Follower, so komme ich nicht auf dreimal zu viele Impressions wie ich Follower habe.

Bleiben als denkbare Erklärungen also:

  • Eine Fehler in der Messung
  • Viele Follower die sich den Tweet sehr oft angesehen haben
  • Ein Retweet den Twitter (und auch Hootsuite) nicht erfasst hat und der an Millionen Nutzer ging.

Also auf jeden Fall etwas, das nicht reproduzierbar ist und damit ist die Ursache auch für den Profi egal.

P.S.
Um welchen Tweet ging es dabei eigentlich? Um den in dem ich um Likes auf der neuen Facebook-Fanseite bat.

Urgs, mich hat ein Blogstock getroffen

Es ist schon was länger her, dass jemand mit einem Blogstock nach mir geworfen hat und ich das bemerkte. Das lustige an dieses Stöckchen ist, dass der Blog, der den Stock wirft, davon ausgeht das der Beworfene auch den Stockartikel liest, denn sonst weiß der gar nicht, dass er beworfen wurde.

Immer noch keine Ahnung was ein Stöckchen im Zusammenhang mit Blogs ist? Es ist so eine Art Kettenbrief-Poesiealbum-Steckbrief-Mischding. Irgendjemand startet das indem er einen Beitrag zu einem bestimmten Thema postet und andere Blogs namentlich auffordert dieses Thema aufzunehmen und ihrerseits weitere Blogs zu nominieren.
Jetzt hat mich Claudio vom Pegaso Podcast neben 10 anderen für den Liebster Blog Award nominiert. Was ist der Liebster Award? Keine Ahnung, ich spreche kein Spanisch. Was so schön denglish nach Lieblingsblog klingt scheint im Jahr 2013 mit dieser Website angefangen zu haben und ja, ich habe gesehen, dass es eine .DE Domain ist.

Jetzt jedenfalls ist es auch bei mir angekommen, soviel zur Theorie, dass jeder jeden über sechs Ecken kennt. Wäre das wahr, hätte ich dieses Stöckchen schon früher bekommen.

Als alter Regel-Ignorant werde ich mit dem Liebster-Stock so umgehen, wie es mir gefällt. Claudio hat da so schöne Regeln, die ich einfach ignoriere oder nicht, widewide wie es mir gefällt.

Claudios Fragen an mich und meine Antworten sind:

  • Welcher ist dein liebster Ort?
    Wenn ich nicht auf meinem Mopped sitze oder wandere, sitze ich am liebsten vor dem Rechner und gucke von dort in die Welt und gebe meinen Senf dazu.
  • Welche Reise war bisher deine skurrilste?
    Keine Ahnung, aber meine Wanderung mit Gipfelglück  von Oberstdorf nach Meran und weiter war extrem toll und über mein Treffen mit einem Kalifornischen Kondor erzähle ich noch öfter als über den Augenblick als ich Todesangst wegen einem Kolibri hatte. Jetzt, da ihr wisst, dass es ein Kolibri war ist die Pointe weg und ich muss das nicht mehr erzählen.
  • Welches ist dein wichtigstes Gepäckstück?
    Ich bin großer Freund von wenig Gepäck, deshalb ist das liebste das, was ich zu Hause lassen kann.
  • Mit welchem Vehikel bist du am liebsten unterwegs?
    Momentan mit der #Hippe
  • Du musst auswandern – in welches Land würdest du gehen?
    Nicht nach Frankreich.
  • Welche war die überraschendste Begegnung in deinem Leben?
    Ich habe über Twitter so viele tolle Menschen kennengelernt, dass ich lieber die Frage beantworte nach dem wo (also Twitter) als nach dem wer oder was beantworte. Andereseits war es sehr überraschend, als ich nach erfolgloser Fotojagd zu meinem Rucksack zurückkam und das Objekt der Jagd, eine Baby Gams, in meinem Rucksack beim ausräumen überraschte.
  • Warum bloggt du?
    Weil mir da keiner ins Wort fallen kann.
  • Welcher Blog-Artikel ist dein liebster?
    Ach Gottchen, keine Ahnung.
  • Welche Podcasts hörst du (natürlich neben Pegasoreise)?
    Krimi mit Mimi von der Krimimimi
  • Welcher Blog oder Podcast muss noch erfunden werden?
    Es gibt ein spanischsprachiges Internetradio das live von der Rally Dakar berichtet hat, das hätte ich gerne auf deutsch oder englisch.
  • Welches ist dein nächstes Ziel?
    Ich muss zum Klo

Gemäß den Regeln muss ich mir jetzt eigene Fragen ausdenken und Blogs nominieren, die diese Fragen beantworten und dann ihrerseits weitere Blogs nominieren und so weiter. Aber hey, ich habe die Kettenbriefe früher auch immer weggeschmissen.

Ich war bei Social Distortion

Es ist schon was länger her, dass ich die Band live gesehen habe. Die Ankündigung, auf dieser Tour Ihre erste Platte komplett zu spielen, war dann Grund genug eine Karte zu kaufen und eine Unterkunft in Hallennähe zu schnorren.

Wenn ich schon über 200 km Anreise habe, dachte ich mir, dann kann ich sie auch schön gestalten. Das Wetter half dabei nach Kräften und lies es die ganze Zeit hindurch regnen, so konnte ich die Anreise auf über 300 Landstraßenkilometer und vier Stunden ausdehen. Ich fahre ja gerne im Regen, hätte aber vorher vielleicht die Moppedkombi imprägnieren können. Andererseits ist das bei Klamotten mit Funktionsmembran auch egal, denn selbst wenn man trocken ankommt fährt man am nächsten Morgen meist feucht weiter. Das liegt an der Art und Weise wie diese Membranen funktionieren. Solange es innen wärmer als außen ist, bleibt das Wasser draußen. Zieht man die Sachen aus, ist die Temperatur auf beiden Seiten gleich hoch und die Feuchtigkeit kann zur Innenseite durch. Alter Indianertrick: Wer das Wasser außen von Jacke und Hose wegmacht, bevor er sie zum Trocknen hängt, gewinnt. Man kann natürlich auch einfach seine Jacke einer Heizung anziehen und diese aufdrehen, dann funktioniert der Membran-Trick wieder. Hat man eine Hosenförmige Heizung in der Nähe, klappt das auch mit dem Beinkleid.

Zurück zum Konzert.

Ich hatte mich rechtzeitig zu Kaffee (oder in meinem Fall Tee) und Kuchen bei @MissWayne (hier kein Link, weil Ihre Tweets geschützt sind) angemeldet. Die hat sich nicht lumpen lassen und lecker selbst gebacken. Wunderbar.

Pünktlich zur Toröffnung waren wir an der Halle und konnten uns so einen gemütlichen Sitzplatz suchen um die Vorbands abzuwarten. Kaum hatten wir gesessen und unser Gespräch vom Kuchen wieder aufgenommen wurde ich von rechts von einer jungen Frau, bis unter die Fingernägel tätowiert und modisch subkulturell angezogen, mit folgenden Worten angesprochen:

„Entschuldigen Sie bitte, sind die zwei Plätze neben Ihnen noch frei?“

Gude!

Äh, ja. Soviel zum Thema ich bin noch jung und das ist ein Punk-Rock-Konzert. Wobei ich die Einschätzung von Mike Ness, dass seine Kapelle eine Punk-Rock-Band sei sowieso nicht teile, für mich ist es eher Rockmusik mit Rock ’n‘ Roll Attitude, aber das jetzt auszuführen fehlt mir die Muße. Jedenfalls hat sie mich gesiezt. In Offenbach, der Stadt, die das größte Asi-Image im ganzen Rhein-Main-Gebiet hat. Dabei hatte ich ganz normal Tarnhemd und Zimmermanshose an. Komische Leute.

Das Abendprogramm fing pünktlich an mit Johnny Two Bags (Youtube, komlpettes Album), der Gitarist der Headliner mit akustischer Gitarre und Begleitung an Orgel plus einem wechselnden dritten Instrument , Strom-Gitarre, Steeleguitar oder Mandoline. Eher so mau, fand ich.

Dann kamen, immer noch pünktlich, Jessica Hernandez & the Deltas (offizielle Videos auf Youtube). Schon besser und definitiv mit Potential zu mehr. Eine Posaune machte die Musik ein bisschen New Orleansig, und die Sängerin verstand ihr Mundwerk, auch wenn sie sich manchmal zu sehr nach Musical anhörte. Ein bisschen mehr Voodoo hätte dem Sound auch gut getan. Ich werde auf jeden Fall nochmal im Netz Musik von denen nachhören.

Immer noch im Zeitplan (ey, Punk-Rock, ne?) begann dann Social Distortion und uns hielt nicht mehr auf den Sitzen, es ging ab nach vorne. Leider war da der Sound scheiße gemischt. Oder auch, endlich ein bisschen Punk-Rock. In meinen Laien-Ohren hörte es sich so an, als sei das Mikrofon falsch herum eingebaut worden. Da die Roadies zwischendurch zwar zwölf mal die Gitarren der Band wechselten aber nichts am Mikro machten, muss das wohl Absicht gewesen sein.

Social Distortion in Offenbach

Social Distortion (Youtube Kanal) lieferten dann ein solides Set ab, wie angekündigt mit den ganzen Klassikern von ganz früher. Mike Ness bot zwischendurch an, am nächsten Morgen alle Anwesenden bei ihren Bossen oder Lehrern (süß) zu entschuldigen, wenn sie es nicht pünktilich zur Arbeit oder in die Schule schafften. Trotzdem hörten sie schon nach der ersten Zugabe und noch vor Elf Uhr auf. Keine Gefahr für das Brutto Sozial Produkt.

Miss Wayne und ich haben im Anschluss an das Konzert noch in der Bier Akademie den Abend ausklingen lassen. Schön war’s.

 

P.S.
Wenn die verkackte GEMA Euch die Youtube Videos nicht zeigen will, weil Ihr eine deutsche IP habt, dann installiert Euch ein Addon in Euren Browser das Euch das ermöglicht, z.B. ProxTube. Oder besser noch, Ihr nutzt ZenMate, da könnt ihr dann ein Land auswählen, aus dem Eure IP kommen soll und der Browserverkehr wird auch verschlüsselt.