Micra Saufziege

Am letzten Wochenende war ich auf dem #bcnue2, wie das Nürnberger Barcamp bei Twitter gehashtagged wird, eine wunderbare Veranstaltung mit über 80 Sessions. Auf jeden Fall will ich bei der dritten Ausgabe wieder dabei sein, dann aber nicht mehr mit einem Nissan Micra anreisen.

Wenn man in der Provinz gestrandet ist, dann sind Mitfahrgelegenheiten genau so rar gesät wie gute Zugverbindungen. Nach guten Erfahrungen mit einem Mietwagen von Sixt habe ich mich dazu entschlossen, es wieder mit einem Mietwagen zu versuchen. Beim letzten Mal hatte ich einen Fiesta und war sehr zufrieden, diesmal wurde es ein Nissan Micra. Das gefiel mir ziemlich gut, denn Wiederholungen versuche ich immer wieder zu vermeiden. Das gilt für den Micra erst recht. Zuerst viel mir auf, dass ich nicht richtig sitzen konnte, irgendwie passte es nicht so richtig, ich glaube es die Form der Rückenlehne war falsch, zumindest für mich. Richtig schlimm, erschreckend und gar nicht Zeitgemäß war jedoch der Spritverbrauch: 32,4 Liter auf 360 Kilometer. Wilder Raser könnte man sagen, aber die Durchschnittsgeschwindigkeit von 116 km/h spricht dagegen. Weite Teile der Strecke hatten einen Geschwindigkeitsbeschränkung von 120, so dass ich auch nicht 200 (hahaha) fahren musste, um auf diesen Schnitt zu kommen. 32,4 Liter auf 360 Kilometer, das sind ganze 9 Liter pro 100 Kilometer und ich bin einen Kleinwagen gefahren. Auf der Rückfahrt bin ich dann nochmals langsamer gefahren, bei einem Schnitt von 105 km/h waren es immer noch über 7,5 Liter Verbrauch. Das geht nicht.

Nissan Micra, nein Danke.

 

Schuldig, weil ich Mopped fahre?

Das OLG Brandenburg hat einem Motorradfahrer, der  trotz Vorfahrt von einem Linksabbieger über den Haufen gefahren wurde eine 20% Teilschuld zugesprochen, weil er Motorrad statt Auto gefahren ist.Das Stichwort heißt: erhöhte Betriebsgefahr.

Hier ist die Meldung dazu auf dem Blog Motorradrecht.

Als Moppedfahrer ist man es ja gewohnt, für die Leute in ihren motorisierten Keksdosen mitzudenken, sonst riskiert man seine Gesundheit und sein Leben. Natürlich passiert es mir auch regelmäßig, dass ich übersehen werde. Mit einem lauten Auspuff ist mir das übrigens noch nie passiert. Ob ich mit der Begründung: „Herr Wachtmeister, die Strafe für das illegale Brüllrohr ist billiger als eine 20% Teilschuld wenn mich übersehen werde.“ bei einer Kontrolle durchkomme und weiterfahren darf? Oder wird mein Mopped trotzdem stillgelegt?

Aber die Begründung des OLG hat mir echt mein Mittagessen wieder hochgetrieben. Dort steht, in meiner Sprache übersetzt:

Der Autofahrer hat die Vorfahrt missachtet, kann ja mal vorkommen. Als dann den Motorradfahrer gesehen hat, hat er trotzdem nicht angehalten. Ist ja nicht so schlimm, kann ja mal passieren. Dass der Moppedfahrer sich bei der Notbremsung langgemacht hat, weil er sein Leben retten wollte, selber schuld, in einem Auto wäre er nicht gestürzt. Hätte er keine Notbremsung gemacht, wäre er auch nicht gestürzt und hätte im Überlebensfall keine Unfallschuld gehabt.

Eine seltsame Auffassung, die mich ein bisschen daran erinnert, dass Minirockträgerinnen früher auch gerne eine Mitschuld an ihrer Vergewaltigung unterstellt wurde. Oder wird das beim OLG Brandenburg heute immer noch gemacht?