Speedway – wilder Motorsport

Auf Youtube werden dieses Jahr die Rennen der Speedway Weltmeisterschaft (#SpeedwayGP) übertragen. Der Livestream hat einen englischen Kommentar.
Letzten Samstag gab es zwischendurch (als ich mal kein Vollbild an hatte) habe ich geguckt: 5.808 Zuschauer. Das ist natürlich wenig, andererseits hat der Kanal FIM Speedway Grand Prix auch nur 10.000 Abonnenten. Das ist für die gebotene Show eindeutig zu wenig, also möchte ich hier jeden auffordern, den Kanal zu abonnieren und sich einmal 23 Rennen anzusehen.

Warum 23 Rennen?

Ein GP besteht aus 23 Rennen, die alle an einem Abend gefahren werden. In den ersten 20 Rennen fährt jeder der 16 Fahrer gegen jeden. Rennen 21 und 22 sind die halben und das 23. Rennen ist das ganze Finale. Der Sieger des Finales ist der Sieger des GP, muss jedoch nicht der Fahrer sein, der die meisten WM Punkte bekommt.

Die Punkte Wertung

Für jeden Lauf gibt es Punkte, drei für den Sieger, zwei für den Zweiten, der Dritte bekommt einen Punkt und der Vierte und Letzte: Null. Die acht Fahrer, die in den 20 Vorläufen die meisten Punkte erzielt haben sind für das Halbfinale qualifiziert. Die zwei Schnellsten von diesen Läufen fahren im Finale gegeneinander. In den Halbfinale und im Finale gibt es ebenfalls 3,2,1 und 0 Punkte.
Wer am Ende der Saison die meisten Punkte gesammelt hat ist Weltmeister.

Die einzelnen Läufe

Es fahren jeweils vier Fahrer vier Runden (in der #SGP zwischen 272 m und 387,7 m lang) gegen den Uhrzeigersinn, nach ca. 60 Sekunden ist der Lauf entschieden. Die Rennen sind, bei der Kürze wenig verwunderlich, meistens sehr eng, besonders in der ersten Kurve geht es immer zur Sache. Die Moppeds werden in wilden Driftwinkeln durch die Kurven geprügelt, wobei gute Strecken den Fahrern sehr unterschiedliche Linien ermöglichen.
Nehmt Euch zwei Minuten Zeit und guckt Euch das Video vom 2017er Finale in Malilla, Schweden an:

Die Moppeds

Luftgekühlte 500ccm Einzylinder im Starrahmen verbrennen Methanol und werden von Rizinusöl geschmiert. Die Moppeds haben aus Sicherheitsgründen keine Bremsen (ein Satz, der viel zu gut ist, um ihn nicht zu schreiben) und nur einen Gang. Einen Schönheitspreis werden diese Maschinen bei mir nicht gewinnen, aber dafür gibt es ja Falttrack.

In Deutschland

Am 9. September 2017 findet der Deutsche GP in 17166 Teterow statt. Freunde des Vor-Ort-Guckens können ab 15 Euro dabei sein. Kai Huckenbeck wird als Wildcard-Fahrer gegen die Weltelite antreten, die beiden Reserve-Fahrer sind Tobias Kroner und Mathias Bartz. Möglicherweise wird auch Martin Smolinski am Kabel ziehen, wenn er einen der verletzten Dauerstarter vertritt, so wie letzten Samstag. Dass wären dann vier deutsche Fahrer, dass sind drei mehr als in der MotoGP.
Ich werde mir das Rennen im Stream ansehen.

Viel mehr

Es gibt natürlich nicht nur die Speedway GPs sondern noch viel mehr verwandte Veranstaltungen, Wettbewerbe und Disziplinen: Langbahn, Nationale Ligen, Best of Pairs, Eisspeedway, Flattrack, Grasbahn und und und.

Die Offizielle Website bietet unter anderem eine gute Regelübersicht (die Sprungmarke führt Euch ins untere Drittel, also vergesst nicht, auch nach oben zu scrollen). 

 

4 Gedanken zu „Speedway – wilder Motorsport

  1. Ja, Speedway ist ein großartiger Sport. Leider ist er in Deutschland nur noch eine Rand-Nischen-Zwerg-Minisportart. Die großen Zeiten des Bahnsports (Speedway, Langbahn, Grasbahn, Eisspeedway) waren in den 70er und 80er Jahren. Damals kamen zum Sandbahnrennen in Jübek (Schleswig-Holstein) an einem Sonntag allein 25.000 Zuschauer und der Ministerpräsident des Landes (Stoltenberg) war der Schirmherr! Gloriose Zeiten, in denen Egon Müller aus Kiel 3x Langbahn- und 1x Speedwayweltmeister war.
    Heute macht Egon, 69jährig, immer noch Publicity für den Sport (und tunt Motoren), aber unsere Medien kennen den Sport nicht mehr. Eurosport überträgt gelegentlich, weil in GB und Polen, der CZ und DK sowie in Schweden und Russland dieser Sport Massen anzieht.
    Durch die Dichte der „Heats“, der Läufe, und die ständigen Fights ist es immer spannend, bis zum Schluss.
    Echt schade, dass dieser Sport bei uns so verkümmert ist.

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  2. Am besten nicht nur die Livestreams gucken, sondern zu den Läufen (vor allem auch in D’land) fahren und live angucken. Denn ohne Einnahmen können die Clubs auf Dauer nicht überleben und keine Nachwuchsförderung betreiben! Wer kann, schaut sich dann auch mal Läufe im Ausland an, z.B in Dänemark oder GB (allein das Training ist dort ne ganz andere Hausnummer als hierzulande…)

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    • Das Argument, dass man vor Ort meistens nur einen kleinen Teil der Strecke sehen kann, gildet bei Speedway überhaupt gar nicht, da ist die ganze Strecke zu sehen!
      Also: geht hin, twittert bloggt, instagrammt und youtubet von der Strecke.

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      • Das läuft eher „inside“ – früher in Bahnsportforen, heute z.B. in Facebook-Gruppen. Interessiert leider nur nen Bruchteil der Motorsportfans und selbst die (deutschen) Verbände sehen es nur als Randsport.
        Die Saison neigt sich langsam dem Ende zu, aber noch gibt’ss ein paar Läufe:
        Renntermine gibt’s u.a. bei http://www.speedway.org.
        Cool sind u.a. die Flutlichtveranstaltungen: da rockt’s im Kessel und die Nackenhaare stellen sich hoch! Aber Vorsicht: Wer erstmal Rennbahnluft geschnuppert hat (im wahrsten Sinne des Wortes!) kommt meist nicht mehr davon los! ;-)

        Termin-Tipp: Night of the fights am 15. September in Cloppenburg (vor Ort campen nicht vergessen!)

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