Draußen schlafen – Ausrüstung

Wenn ich unterwegs bin, kann es vorkommen, dass ich auch mal über Nacht weg bleibe. Je nach Jahreszeit und Plan habe ich dann unterschiedliche Ausrüstung dabei.

Biwaksack

Bin ich zu Fuß unterwegs und nicht gerade in Wurfweite einer Bushaltestelle, habe ich einen Biwaksack im Rucksack.

Neben dem Biwaksack liegt ein 30 cm langes Lineal.

 

Der ist atmungsaktiv (ein bisschen jedenfalls), wind- und wasserdicht, bietet jedoch keine Isolierschicht. Wenn ich keine Übernachtung plane, es aber trotzdem dazu kommt, werde ich wenigstens nicht nass.
Dieser Biwaksack ist ohne Gestänge und alles, es gibt aber auch welche mit.

Mit Schlafsack

Eigentlich ist der Biwaksack dazu gedacht, dass ein Schlafsack drin steckt, daher habe ich auch einen solchen dabei, wenn ich eine Übernachtung z.B. im Wald plane und nur möglichst wenig Gepäck tragen will. Ich baue mir dann eine isolierende Unterlage aus Laub, Gras oder ähnlichem.

Schlafsack links

Den Schlafsack habe ich für kleines Geld (15,- Eumel) im Sonderangebot bei McTreck oder so gekauft. Es ist ein einfacher Schlafsack ohne Wärmekragen und der Reißverschluss geht nur bis zur Wade, der Komfortbereich reicht bis 9° Celsius und der Kompressionssack, der dabei war, geht jetzt, nach drei Jahren, an mehreren Stellen auseinander. Nicht überraschend bei dem Preis. Ich habe mit diesem Schlafsack, ohne Biwaksack, auch schon Nächte mit 6° durchgeschlafen. Die Temperaturangabe “Komfortbereich” soll aussagen, bei welcher Minimaltemperatur man komfortabel, also ohne zwischendurch frierend aufzuwachen, durchschlafen kann. Meistens gibt es noch weitere Temperaturangaben bei Schlafsäcken, bei diesem sind es +5° Übergang und die niedrigste gibt den Überlebensbereich an, hier sind es -8°. Kauft also keinen Schlafsack, mit der Angabe 9°, 5° -8°,  wenn ihr plant, bei 0° zu campen.

Mit Unterlage

Wenn ich mit dem Mopped unterwegs bin, oder damit rechne, dass ich keine Unterlage bauen kann oder will, packe ich noch meine Luftmatratze ein.

Luftmatratze rechts

Zu der Matratze habe ich bereits einen Beitrag geschrieben.

Mit Zelt

Im Gegensatz zu einem Biwaksack muss ein Zelt aufgebaut werden. Dafür ist alles Gepäck im Zelt vor Regen und anderem geschützt.

Zelt oben

Mein Zelt soll Platz genug für Zwei bieten, dann ist es jedoch ziemlich eng und alles an Gepäck muss draußen in der Apside bleiben. Ich finde es jedoch besser, meine Moppedmontur, mit Helm und allem mit ins Zelt zu nehmen und dann alleine drin zu liegen.
Zu dem Zelt habe ich mir einen Footprint gekauft, das ist eine Unterlage, die genau zum Zelt passt und hier mit eingepackt ist. Nicht im Bild sind die Heringe. Die habe ich in einem anderen Beutel, den ich getrennt aufbewahre. Sollte sich ein Hering während des Transports aus dem Beutel befreien, kann er die Zeltplane nicht beschädigen.

Mit extra Schlafsack

Für Übernachtungen auf der Couch habe ich noch einen Sommerschlafsack mit den Temperaturbereichen 15°, 10° und 3°.

Kleiner Schlafsack oben links

Das ist mein kleiner Luxus und als solcher kommt er nur mit dem Mopped mit. Den kleinen Schlafsack kann ich als Nackenrolle nutzen, falls es zu warm für den anderen ist oder wenn es zu kalt wird, dann nutze ich den zusätzlich. Im Kältefall könnte ich auch einfach die Moppedjacke als zusätzliche Decke nutzen. So eine Jacke kann jedoch leicht verrutschen,besonders wenn man sich im Schlaf bewegt. Den kleinen Schlafsack öffne ich zu zwei Dritteln, stecke den Fußteil des anderen Schlafsacks hinein und decke mich mit dem Rest zu. Funktioniert wunderbar auch bei Frostnächten. Wer schon mal im Hochgebirge war weiß, so eine Frostnacht kommt auch im Hochsommer mal vorbei.

Alles zusammen

Mein Problem mit den ganzen einzelnen, rundlich Packstücken mit unterschiedlichen Durchmessern ist der platzsparende Transport. In der Packrolle bleibt immer noch viel Luft zwischen den einzelnen Gepäckstücken, Im nächsten Optimierungsschritt werde ich versuchen, eine möglichst kompakte Tasche für alles zu finden. Wer eine Idee hat, kann sie mir gerne in die Kommentare schreiben.

P.S. und Edit:
Auf Facebook wurde nach dem Gewicht des ganzen gefragt. Ich habe keine Waage, habe also daher das Netz bemüht und folgendes gefunden: Zelt mit Footprint: 1,2 kg, kleiner Schlafsack: 700 g, großer: 1,1 kg; Biwisack: 300 g und LuMa: 900 g.
Macht zusammen ca. 4,2 kg.

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8 Gedanken zu „Draußen schlafen – Ausrüstung

  1. Pingback: Draußen schlafen – besser einpacken | Griesgram999

  2. Danke, sehr aufschlussreich.
    Ich hatte im Urlaub auch mit einer Mitfahrerin gesprochen bezüglich Zelt usw. So einen winzigen Schlafsack und eine sehr kleine Thermarest habe ich, aber kein vernünftiges kleines Zelt. Das Billigzelt, was ich vor 6 Jahren in Italien genutzt habe, würde zwar noch gehen, aber bezüglich Wassersäule ist das ja eher Spielzeug.
    Das MiniTent von LoneRider finde ich ganz interessant, wobei es mir wirklich auch nur um die spontane Biwakierung geht und nicht ums Camping, da wäre das eigentlich genau das richtige und nimmt mit Schlafsack und Matte nicht viel Platz weg.

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    • Ich habe das Telemark 2 von Nordisk. Ich habe es vor allem deshalb gewählt, weil die einzelnen Elemente des Gestänges sehr kurz (34 cm) sind, das war mir wichtiger, als dass es unter einem Kilo wiegt.
      Ich frage mich immer: brauche ich beim spontanen Biwakieren überhaupt eine Wassersäule, wäre ein Moskitonetz nicht sinnvoller? Und dann gibt es da ja auch noch die Möglichkeit, ein Tarp zu nehmen und kein Zelt.
      Halt mich mal auf dem Laufenden (lies: blog darüber), wie es bei Dir weitergeht.

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  3. Hallo zusammen !
    Hier wurden bereits alle wichtigen Dinge über’s Draußenschlafen erwähnt, da bleibt meinerseits wenig hinzuzufügen…
    Jm2Cents:
    Meine Standardausrüstung besteht aus Biwaksack, Isomatte, 1komma3 Schlafsäcken und Moskitonetz. Ich gehe ein bißchen einen anderen Weg, brauche dafür kein Zelt. Gewicht schleppe ich bzw meist ja doch mein Moppet trotzdem etwa genausoviel.

    Biwaksack: nach längerem Hin- und Herüberlegen, habe ich mich für den Weg des Kriegers entschieden, sprich: ich habe mir in der Bucht einen holländischen NATO-Biwi aus österreichischer 😉 Produktion ersteigert. Der hat zwar die Transport-Abmessungen des kleinen Zeltes von Marc, jedoch den Vorteil, daß ich weder Tarp noch Footprint noch Moskitonetz benötige, wenn ich ihn mithabe. Rucksack und Helm passen im Fußbereich mit hinein, Hundekojenerfahrung ist dann von Vorteil. Er ist aus atmungsaktivem Goretex, hat ein kleines Gestänge über den Kopfbereich und ein vertikal eingearbeitetes Moskitonetz; dieses kann weggezippt und bei Regen durch ein festes Teil ersetzt werden. Vorteil: man ist beim (Wild)campieren unsichtbarer. Nachteil: im Zelt ist’s bei Schlechtwetter eindeutig komfortabler – besonders dann, wenn die Moppetkleidung naß ist – Igitt … also rechtzeitig den Regenschutz überziehen – wenn der schon naß ist, kann er auch draußen übernachten und innen bleibt’s weitgehend trocken.

    Iso-Matte: dazu habe ich mich in diesem ‚anderen‘ 😉 Beitrag geäußert, die tatsächlichen Vor- bzw Nachteile gegenüber einer LuMa wären noch beim Praxistest (?) abzuklären.

    Schlafsack 1 + 0,3: ich benutze ebenfalls einen Sommerschlafsack mit ähnlichen Abmessungen, auch die Temperaturbereiche dürften ähnlich sein. Er nennt sich Cocoon, wird daher eine Außenhaut aus (Kunst)Seide haben. Er war ein Geschenk, vermutlich nicht teuer. Mein 2. Schlafsack besteht aus reiner Seide, die vietnamesische ist weit billiger als solche aus China. Diesen verwende ich sowohl zusätzlich wenn es im Sommerschlafsack frisch wird, als auch solo im Süden oder im Hochsommer auch in unseren Breiten, wo (ich jedenfalls) erst gegen den Morgen etwas zum Zudecken suche. Vorteil: winzig. Paßt mit ca. 15x8x1,3 cm in den Packsack der Iso.
    (Einen Daunenschlafsack hätte ich auch – doch dessen Volumen füllt den halben Rucksack)

    Moskitonetz: eines der wichtigsten Attribute für eine störungsfreie Nacht überhaupt. Mir jedenfalls raubt das Singen der Flügel von Moskitos nahe der Ohren weit mehr Schlaf als leichtes Frösteln, das mann durch Anziehen der Beine meist eine zeitlang egalisieren kann. Ich habe 2 Stück davon im Weihnachtskaufrausch bei einem Baumarkt erworben, Kostenpunkt: unter 10 Euro für beide. Der Netzbereich ist zeltförmig, das mitgelieferte Gestänge für den First ist redundant: man benötigt in jedem Fall 2 Aufhängepunkte an Fuß- und Kopfende, das ist die nachteilige Bedingung. Vorteil: paßt zusammengerafft in eine Faust und gemeinsam mit Schlafsack 0,3 problemlos in den Packsack der Iso.

    Allgemein: es ist mir wichtig anzumerken, daß man bei zu erwartenden kühleren Temperaturen Schuhe beim Schlafen anziehen muß – das erste Kältegefühl kommt von den Füßen, hat man lediglich Socken beim Übernachten an. Ich verwende dazu Leinenstiefel, die ich bei geplanten Übernachtungen anstelle von Sandalen o. Ä. immer mitführe – sie benötigen nicht mehr Platz im Rucksack als ebensolche und bieten den Vorteil, daß man im urbanen Bereich oder auf kurzen Touren nicht mit den Moppetstiefeln herumlatschen muß – ich habe sie kürzlich in Albanien benutzt, um über den Paß von Valbona aus nach Theth zu wandern. Nachteil: bei steilen Bergabstrecken stehen die Zehen mangels ordentlichem Halt um die Knöchel vorne an; das könnte zu Rötungen oder Blasen führen, ich hatte Glück und/oder harte Haut 😉

    Packen: ich habe mir heuer die Blizzard-Packtaschen von Enduristan geleistet und finde nach dem ersten Praxistest, sie sind ihr Geld absolut wert. Wer sein Moppet auch noch im Gelände (bzw auf Schotter oder auf Waldwegen) fahren können will, sollte sich um eine ähnlich gewichtstarierende Lösung bemühen, falls er sich die teuren Taschen (die großen: immerhin 260 Eumel…) nicht kaufen will und Ausrüstung für 4 Wochen mitführt. Die geniale eigenwillige Form sah zwar vorerst nach einer problematischen Packsituation aus, meine Ängste waren jedoch unberechtigt: rechts die Iso, links den Schlafsack hineingesteckt, die Zwischenräume wurden ausgestopft mit Werkzeug und Kleidung – ehrlich: wer benötigt Bügelfalten in Unterwäsche und Socken ;-? Leibchen kann man irgendwie unzerknüllt obenauf legen, jedenfalls habe ich das geschafft bzw unzerknüllbare 😉 verwendet. Der Biwi kam auf eine Seite oben drauf, die andere Seite wurde mit einer kleinen Zusatztasche versehen, wo Regenzeugs und der klein faltbare Innenteil einer Jacke für kältere Temperaturen Platz hatten; Nachteil: man baut etwa 10 cm höher als die Sitzbank ist. Vorteil: den entstehenden Zwischenraum kann man für Allfälliges nutzen, zB die nasse Badehose oder Lebensmittel befestigen oder einen leeren Kanusack als Packreserve mitführen…

    Wer zu zweit reist und in jedem Fall alle Nächte kuscheln möchte, muß den Biwi bloß durch ein Zelt mit ähnlichen Abmessungen ersetzen.

    Gefällt 1 Person

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