Startreihenfolge der #Dakar

Bei der Dakar werden die Moppeds einzeln auf die Strecke geschickt und fahren gegen die Uhr. Demnach ist der erste im Ziel nicht unbedingt der Etappensieger, sondern derjenige, der die kürzeste Zeit auf der Strecke verbracht hat. Es ist so, wie auf der großen TT auf der kleinen Insel, nur dass die Fahrer auf der Dakar zusätzlich noch den Weg finden müssen und die Strecke nicht asphaltiert ist. Wegen der Navigation und den Streckenbedingungen kann die Startreihenfolge wichtig sein.

  • Je später man startet, umso mehr Spuren kann man folgen. Selbstverständlich kann man nicht einfach Spuren folgen, die Vorderleute können sich durchaus alle verfahren haben, aber Spuren erleichtern die Navigation. Je leichter die Navigation, desto schneller kann man fahren.
  • Je später man startet, desto kaputter ist die Piste, das gilt besonders bei Sand und Schlamm. Je kaputter die Piste, desto langsamer kann man fahren.
  • Bei trockener Piste, so wie für die zweite Etappe vorhergesagt, ist die Sichtbehinderung durch Staub teilweise erheblich, außer man fährt weit vorne.

Die ersten Zehn starten mit drei Minuten Abstand, die Plätze elf bis 20 mit zwei Minuten und ab dem 21. Starter geht es zu zweit und mit 30 Sekunden Abstand ins Rennen.
Moppeds und Quads starten gemeinsam, jedoch starten Quads immer alleine und nicht zu zweit oder gemeinsam mit einem Mopped. Wenn man es wirklich eilig hat, sollte man vor den ersten Quad starten, die sind schwerer zu überholen und können selbst auch schlechter überholen.
Auf den meisten Etappen werden die Startpositionen sechs bis zehn als optimal angesehen.

Die Startreihenfolge wird meistens durch die gefahrene Zeit des Vortages bestimmt. Der Etappensieger von gestern geht heute als erster ins Rennen, drei Minuten später der Zweite (auch wenn er gestern nur eine Sekunde langsamer war), dann der Dritte etc.

Die Startreihenfolge kann von der Rennorganisation, der ASO, jedoch geändert werden. So können zum Beispiel schnelle Fahrer, die einen technischen Defekt hatten und am Vortag langsam waren, eine bessere Startposition bekommen. Das nennt man seeding, dadurch müssen sie nicht so viele Moppeds auf der Strecke überholen. Weil das im dichten Staub gefährlich ist und die Reihenfolge, in der die Fahrer ins Ziel kommen keine Rolle spielt, holt man sie nach vorne.

Fahrer können durch Strafzeiten in der Startposition auch nach hinten verschoben werden. Strafzeiten gibt es für verpasste Wegpunkte, zu schnelles fahren auf den Verbindungsetappen (die Geschwindigkeit wird im GPS aufgezeichnet und jeden Abend ausgewertet, da werden 51 km/h in der Stadt schnell teuer. Wer länger als 1.000 Meter zwischen 1 und 20 km/h zu schnell fährt, kann disqualifiziert werden) oder oder oder. Aber weil es die ASO ist, die das Rennen organisiert, kann die Startreihenfolge auch aus nicht ersichtlichen (oder zumindest nicht kommunizierten) Gründen geändert werden, möglicherweise weil das örtliche Fernsehen da ist und gerne alle Lokalmatadoren zusammen filmen möchte.

Die Startreihenfolge und die Startzeiten werden im Biwak kommuniziert und sind hoffentlich kurz darauf auch im Internet zu finden.

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Wie wichtig die Startreihenfolge ist, zeigt sich bereits auf der heutigen, ersten Etappe. Dr Zeitschnellste (Xavier de Soultrait, #023, Yamaha) fährt auf der Verbindungsetappe extra kurz zu schnell, um eine Strafzeit zu kassieren, damit er morgen nicht als erster losfahren muss. Wenn er Pech hat, bekommt er die Strafzeit erst einen Tag später aufgebrummt und muss die Etappe trotzdem eröffnen.
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Das Live-Timing auf der offiziellen Dakar-Website war in den vergangenen Jahren unterirdisch schlecht. Glücklicherweise gibt es TrackingDakar.nl, das nicht offiziell ist, jedoch auf die echten Zeiten zugreift. Dieses Jahr soll das Timing auf Dakar.com besser sein. Vor dem Start der ersten Etappe konnten man zwischendurch mal einen kurzen Blick drauf werfen, und es bot einiges, was aus den vergangenen Jahren von TrackingDakar bekannt war, hat jedoch bei der ersten Etappe nicht funktioniert. Das übliche ASO-Chaos. Jetzt gerade (nach der Etappe) ist es wieder online und funktioniert auch großteils unter diesem Link, der sich in den letzten Tagen jedoch häufiger geändert hat.

TrackingDakar.nl hat also wieder den Tag gerettet.

P.S.
Autos fahren auch mit und werden auf TrackingDakar auch gezeitet.

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