Honda Pressetag 2015 – Die Moppeds am Nachmittag #HPT15

Nach dem Mittagessen ging es weiter mit den Testfahrten. Meine Kamera war immer noch kaputt, so dass ich die Bilder von der Honda-Website nutze zu der auch die Links bei den jeweiligen Modellen führen.

Mein Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating nutze ich hier natürlich auch wieder. Es gibt null (das wird aber wohl nur ein Auto schaffen) bis fünf Sterne, und mehr Sterne ist besser. Mehr dazu könnt Ihr im ersten Teil über die vormittäglichen Testrunden lesen.

Honda Crosstourer

Crosstourer DCT – Führerscheinklasse A

Ein alter Bekannter, mit dem war ich schon Eis holen in Genua. Obwohl, die Eisdiele hatte zu, also war ich kein Eis holen in Genua.
Ein Trum von einem Mopped mit allen Koffern dran. Ich verstehe diese Koffer-Hoffer nicht. Wenn ich aufsteigen will – bong – trete ich gegen den oder das Topcase. Oder ich sehe das Katzenklo und fädele mein Bein durch dann – bong – bleibe ich am Koffer hängen. Das geht mir bei fast allen Moppeds mit angebauten Blechkisten so. Sitze ich dann doch ist der Crosstourer super sanft und angenehm zu fahren. Unsere Testfahrt führte uns zu einer der wenigen legalen Schotterstraßen im Spessart. Also zu einer richtigen Straße mit Tempolimit und Schildern und nicht zu einem Waldweg an dem das Gesperrt-Schild vergessen wurde. Ich war neugierig, ob ich das DCT auf loserem Untergrund bemerken würde; mit Traktions-Kontrolle an, gar nicht, funktioniert wire aus Asphalt. Also schnell auf einem besonders losen Schotterstück anhalten,aufs Ausschalt-Knöpfchen drücken, und wild am Gasgriff drehen: Hinterrad dreht durch, Crosstourer fährt los, DCT schaltet. Hm, auch unspektakulär. Vielleicht muss man Stollenreifen aufziehen und in richtiges Gelände gehen, um das DCT an die Grenzen zu bringen, dorthin, wo man normalerweise mit dem Kupplungshebel, der beim DCT ja fehlt, arbeiten muss. Die Ergonomie des Crosstourers passt optimal, damit ich stehend fahren kann, nicht mal der Lenker muss hochgedreht werden. Das passt mir besser als an der GS oder der Tiger Explorer.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
4 Sterne
Mit Koffern nur 3, blödsinniges Zeug!

SH Mode Burnout

SH Mode, der rosa Roller – Führerscheinklasse A1

Es gibt den Roller auch in anderen Farben, auf Hondas Webseiten sogar nur in schwarz und weiß und nicht in rosa, obwohl unser Testroller genau diese Farbe hatte. Honda hat dieses Modell nicht nur für Fans von Barbie, Prinzessin Lilifee oder den inoffiziellen Präsi des Hello-Kitty-Fan-Clubs-Sauerpott (hallo Herr @Hafenwasser) gemacht. Aber als Mädchen ehrenhalber und Dirt-Girl, das ich nun mal bin, musste ich mit der rosa-Schaukel auf Testfahrt gehen. Ich war nicht der einzige, der Roller war fast immer unterwegs. Lustig, ausgerechnet der rosarote.
Die Wandlerautomatik macht die Bedienung kinderleicht, man muss nur am Gasgriff drehen und los geht’s. Oder genauer, man dreht, es wird lauter und dann erst schneller. Roller halt. Frau @Edigixxer fuhr mit der CB125F mit Fußschaltung vor und war schneller weg als ich. Auch lang auf dem Roller liegend konnte ich nicht aufholen. In schnellen Kurver mit welligem Asphalt kam Bewegung ins Fahrwerk, die sich jedoch schnell wieder beruhigte.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
2 Sterne
Weil er rosa ist. In anderen Farben gibt es nur einen Stern, denn ich muss in keinem Ballungsraum pendeln.

Honda CB125F

CB125F – Führerscheinklasse A1

Niegelnagelneu kam er erst nach der Mittagspause an und war noch mit roter Nummer versehen, Hondas Einsteiger und die Welt der A-Führerscheine. Eigentlich will niemand mit einem größeren Führerschein eine 125er fahren. Ältere Herrschaften, sie vor dem 1. April 1980 den PKW-Schein gemacht haben, dürfen jedoch ohne weitere Prüfung mit 125ern fahren Das gilt natürlich für alles, was mit dem A1er bewegt werden darf. Mit der CB haben sie dann ein Mopped, dass auf der Landstraße nicht im Weg herumsteht. Es beschleunigt besser als die Automatik-Roller (ähnliches Fahrergewicht vorausgesetzt), dreht im letzten Gang auch an Steigungen in den roten Bereich und fährt damit über 100 auf dem Tacho (zumindest als ich flach auf dem Tank gelegen habe) und geht stabil durch die Kurven, auch wenn da lauter Schlaglöcher im Weg rumliegen. Das liest sich jetzt viel zu nüchtern. In Wahrheit hatte ich einen Riesenspaß auf dem Ding. Das lag jedoch daran, dass ich mit Frau @Edigixxer unterwegs war und wir ein Rennen fuhren, sie auf dem rosaroten SH Mode. Durch Ihren 40kg Gewichtsvorteil kam sie schneller auf ihre Höchstgeschwindigkeit, die gefühlte 2 km/h unter meiner lag. Burnouts haben wir natürlich nicht gemacht, wir sind doch erwachsen.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
2 Sterne
Ist halt eine 125er und damit kein Ersatz für eines meiner Moppeds, funktioniert aber deutlich besser als die MSX. Wenn 125er dann die.

CTX700N

CTX700N – Führerscheinklasse A2

Auch wenn es am Namen nicht wirklich ersichtlich ist, ist das die Chopper-Version der NCs, allerdings mit dem 700er Motor und daher serienmäßig A2-tauglich. Die Sitzposition sieht ähnlich aus wie auf der Vultus und DCT ist auch an Bord. Hinzu kam, das SR-Legende @ErnieTroelf sehr von dem Gerät geschwärmt hat, also drehte ich eine Runde. Meine Erfahrungen auf Choppern, oder muss man heutzutage Cruiser sagen, ist sehr beschränkt, auch daher kam mir eine Probefahrt sehr entgegen. Der NC-Motor mit seinem hohen Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen passt wunderbar zum Konzept. Das Federbein hinten jedoch nicht so sehr, ich hoppelte mehr über den schlechten Asphalt als das ich sanft darüber hinweggeglitten wäre. Vielleicht passt das doch zur Zielgruppe, die gerne eine Starrahmen-Gefühl hätte, wer weiß. Diese weit vorne angebrachten Fußrasten empfand ich ebenfalls als falsch platziert. Bei jedem Anfahren suchte ich sie vergebens weiter hinten, wo sie für mich hingehört hätten und nach ein paar Kilometern fühlte ich mich verkrampft. Nix für mich.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
2 Sterne
Vielleicht erschließt sich mir das Konzept, wenn ich länger und öfter drauf gefahren bin, allein, mir fehlt die Lust.

Honda VFR800F

VFR800F – Führerscheinklasse A

Ein Mopped, das sich mit Sicherheit nicht auf einer kurzen Runde in mein Herz fahren kann. Aber eines der wenigen Sporttourer die es heute noch am Markt gibt und daher eigentlich wie für mich gemacht. Ich werde dazu noch einen längeren Beitrag schreiben. Hier nur das kurze Fazit, ich war enttäuscht, zu wenig Sportler und zu wenig Tourer.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
4 Sterne
Weil ich Sporttourer mag und der VFR gerne eine Chance geben will. Nach meinem ersten Fahreindruck würde ich ihr jedoch nur 2 Sterne geben.

Honda Crossrunner

VFR800X Crossrunner – Führerscheinklasse A

Komisch, der Motor hat die selben Leistungsdaten wie bei der VFR und beide Moppeds wiegen das gleiche, trotzdem fühlt er sich auf dem Crossrunner kräftiger an. Möglicherweise sind beide Modelle unterschiedlich übersetzt, soll die VFR doch 242 km/h rennen und der Runner nur 209. Vielleicht liegt es aber auch an den unterschiedlichen Erwartungen mit denen ich aufgestiegen und losgefahren bin und es ist nur ein subjektiver Eindruck der sich nicht mit Messdaten belegen lässt. Jedenfalls gefällt er mir hier besser als auf dem Sporttourer. Im hausinternen Landstraßen-Vergleich der Stelzen ist der Crossrunner in meinen Augen trotzdem der Verlierer. Ein bisschen Zahlen-Fu dazu:
Die NCX kann alles und DCT. Die 50 PS Mehrleistung der Crossrunner sind auf der Landstraße egal. Die NC hat zwar mit 68 Nm ca. 10% weniger Spitzendrehmoment, dieses liegt jedoch bereits bei 4.750 Umdrehungen an. Für die 75 Nm der Crossrunner muss der V4 8.500 Mal gedreht werden. Dazu kostet die NC mit DCT 7.800 Euro und der Crossrunner, den es nicht mit DCT gibt, schlägt ein 12.500 Euro tiefes Loch in die Bank. Da liegen fast 5.000 Eumel zwischen beiden Moppeds. Das sind bei einem Literpreis von €1,50 3.333,33 Liter oder 236 Tankfüllungen. Rechnen wir mal mit 4 l Verbrauch bei der NC (Honda gibt 3,5 l an, aber wir rasen ja gerne ein bisschen), dann ist das Sprit für mehr als 83.000 km.

Der andere Stelzbock, der Crosstourer, kostet nur € 1.755 mehr auf der Liste, bzw. €2.755 mit DCT und ist ein echter Kawenzmann, der leider auf Speichenfelgen steht. Ich mag Gußfelgen lieber.

Griesi-Dauertester-wäre-okay-Rating:
3 Sterne
Soviel zu meinen Kurzeindrücken.

Auch hier nochmal vielen Dank an Honda für die Einladung, Speis und Trank und alles andere. Es war ein toller Tag, ich freue mich auf ein Wiedersehen.

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9 Gedanken zu „Honda Pressetag 2015 – Die Moppeds am Nachmittag #HPT15

  1. Hmm, also mit Koffern hab ich ja keine Probleme, da stoße ich nie an und finds super. Die Alternative mit Gepäckrolle finde ich da eher störend. 😉

    Ansonsten, es heißt natürlich immer Cruiser, denn Chopper kann man nicht kaufen. (Sollte man als echter Kradist aber wissen, genauso wie das Nichtvorhandensein von ‚Vollcross‘)

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    • Ich dachte Chopper kommt aus dem Englischen „to go chopping“ – „Einkaufen gehen“.
      Zweite Frage: Was ist denn die CRF450X (stand nicht zum testen zur Verfügung), wenn das kein Vollcrosser ist?
      Moppedfahren ist echt kompliziert.

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      • Also ‚to chop‘ ist abschneiden, zerhacken … bei Moppeds bedeutets eben, dass (damals) viele Teile entfernt wurden und das Fahrzeug auf ein Minimum reduziert wurde und vom Serienzustand fast nichts mehr übrig blieb. Da gabs dann keine Vorderbremse mehr, keinen Fender usw. Aber das war und ist immer noch eine Tätigkeit nach dem Neukauf.

        Die CRF450X … hmm, laut Honda US ists n Trailbike, fährt z:B. bei der Baja, Motocross ist die 450R.

        Was wäre denn Halbcross?
        Wenns nicht Motocross ist (Wettbewerbsmaschine ohne Straßenzulassung), dann ist es Enduro, bei letzterer gibts ja immerhin auch den Begriff Hardenduro.

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        • Ich sag’s ja, das mit dem Moppedfahren ist echt kompliziert. Ich dachte die mit dem alles abbauen waren die Bopper in den 40ern und die Chopper die mit dem langen Gabeln und Sissybars.
          Amerikanische Moppeds sind eh anders eingeteilt, ich sage dazu nur ZZR1400 (nennen die da drüben ZX-14R) ist für den Ami ein Supersportler.
          Die CRFX ist hier ein Mopped für Moto Cross Wettbewerbe, Trailriding gibt es bei uns nicht, weil es hier nicht legal ist einfach so durch die Landschaft zu fahren.
          Ganz früher gab es auch noch keine Unterteilung zwischen Trial, Enduro und Moto Cross und alles wurde mit dem gleichen Mopped gefahren und nachdem Rennen damit wieder nach Hause. Dementsprechent wird eine Halbcross ein Mopped sein, mit dem man zwar hin aber nicht wieder zurück kommt. Scheint mir jedenfalls logisch.
          Unlogisch scheint mir dagegen ein BMX (Bicycle Moto Cross) zu sein, denn da ist gar kein Motor dran. Aber das ist ein Problem der Fahrradfahrer.

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  2. In Amerika gibts noch den schönen Begriff „Dual Sport“ und meint Moppeds Straße und Gelände. Meine Lieblingskategorie und doch schwer zu bekommen, weil die meisten unserer Straßenenduros nur Showbikes fürs Gelände sind.
    Ich kenn Chopper auch als um das Überflüssige „reduzierte“ Moppeds.

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  3. Pingback: Honda Pressetag 2015 – Die Moppeds am Vormittag #HPT15 | Griesgram999

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