Blut und Straßen

Unfall–> Stau.
Dabei ist es egal, ob der Unfall auf der eigenen Fahrspur oder in Gegenrichtung ist, Stau ist immer. Stau in Gegenrichtung, das sind die Gaffer, Leute die vor lauter gucken das Fahren vergessen.
Wenn ein Unfall frisch ist gucke ich auch und wäge ab, ist meine Hilfe erforderlich, dann halte ich an. Wenn nicht, dann versuche ich möglichst ohne zu stören zügig weiter zu kommen. Andere sehen das nicht so und versuchen möglichst viele möglichst blutige Details zu sehen. Seit auf jeden Fahrzeuginsassen 1,358 Smartphones kommen wird auch noch gefilmt oder gleich gestreamt, Fotos gehen natürlich auch.
Ich verstehe so ein Verhalten nicht, das liegt mir noch ferner als ein Urlaub am Ballermann oder ein Fußballspiel im TV gucken.

In NRW wurden jetzt Sichtschutzwände für Unfallstellen angeschafft. Das muss man sich mal vorstellen. Es ist notwendig, Steuergelder auszugeben um Gaffer abzuhalten. Und nicht nur das, diese Wände müssen bei einem Unfall auf uns wieder abgebaut werden. Statt alle Kräfte darauf konzentrieren zu können möglichst schnell zu helfen und im Anschluss die Straße wieder frei zu räumen müssen Personal und Zeit darauf verwendet werden mobile Zäune zu bauen, damit der sensationsgeile Bundesbürger sich aufs Autofahren konzentrieren kann und nicht einen weiteren Unfall baut oder einen Ersthelfer über den Haufen fährt. Wahrscheinlich muss ich froh darüber sein, dass es noch keine Facebook-Gruppe gibt, die ein Recht auf Blut-Blick fordert.
Widerliches Pack.

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3 Gedanken zu „Blut und Straßen

  1. Solch eine Wand habe ich auch schon mal gesehen, in Hessen, auf einer Landstrasse. Da haben die Leute dann auch alle brav umgedreht bei dem winkenden Feuerwehrmann. Keine Sensation zu sehen, also fahrn wa wieder.
    Dieser Kampf gegen die Gaffer geht ja schon etliche Jahre. Früher sagte man ja im Radio auch was von „Schaulustigen“- irgendwann hieß es völlig richtig „Gaffer“. Die Gaffer haben aber, wie Du ja auch schreibst, mittlerweile aufgerüstet und filmen und posten was das Zeug hält. Egal ob dabei jemand gefährdet, behindert oder belästigt wird. Das mochte ich, als ich es das erste Mal hörte, kaum glauben. Aber die Gesellschaft ist wohl mittlerweile so degeneriert.

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  2. Als Lil‘ Ben dieser Tage mit dem Motorrad gestürzt ist und geblutet hat wie eine S**, stand sogar ein Berufsfeuerwehrmann und Rettungssanitäter in der Nähe und anstatt zu helfen oder mal zu fragen, ob er helfen könne, hat er eine Nachricht geschickt: „Dein Bruder hat sich grade lang gemacht“. Ich finde solches Verhalten unglaublich.

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