Was macht eigentlich ein Gridgirl auf der Baja 300?

Wie bereits früher gesagt, habe ich meine erste Rallye in professionellem Umfeld gefahren und mit Gridgirl. Was macht so ein Gridgirl eigentlich, während ich im Dreck spiele?

Das erzählt Euch die Banditin am besten selbst.

#Baja 300 Mitteldeutschland

Oder: wie ich zum Gridgirl wurde

 

Vom 08.05.2013 bis zum 12.05.2013 war ich mit @Griesgram999 und @ErnieTroelf in Hohenmölsen bei der Baja300 Mitteldeutschland. Aufgrund irgendwelcher lustigen Ideen, seltsamen Zufällen und einiger nützlicher Kontakte kam es dazu, dass die beiden Jungs an der Rallye teilnahmen, alles nachzulesen in ihren Blogs.

Jetzt zu der Frage: Was hatte ich da eigentlich verloren?

Ende April waren wir mit der #Twamilie bei einem Whiskey-Tasting (nachzulesen auf den Blogs von @schrm, @Griesgram999 etc.). Whiskey, egal ob mit oder ohne „h“, ist ein ganz schönes Teufelszeug und da ich sowieso nicht auf den Mund gefallen bin, habe ich unter dem reichlich vorhandenen Einfluss des Whiskeys meinen Mund etwas zu weit aufgemacht.

Die Unterhaltungen hatten sich bei unserer lustigen, etwas motoren- und benzinkranken Truppe im Laufe des Abends natürlich auch um die Baja gedreht. Und da ist es dann passiert…: „Ich bin Gridgirl!!“, hab ich gesagt. Hätte ich mal besser gelassen. Es gab ja Zeugen. Und leider waren die nicht alle so betrunken wie ich.

Meine leise, unterschwellige Hoffnung, dass niemand sich das merken kann was ich da von mir gegeben hatte, wurde vernichtet, als eine Woche später die Honda-Testtage anstanden. Die wurden selbstverständlich auch zum Anlass genommen sich auf ein Bierchen mit der #Twamilie zu treffen, wenn sie schon einmal alle wieder in derselben Ecke Deutschlands unterwegs waren.  Am selben Abend noch sprach @Griesgram999 mich dann auf meine „Schnaps“-Idee an.

Und damit war die Sache fix: Ich fahre mit zur Baja300 – als Gridgirl!

Im Nachhinein muss ich ehrlich sagen, dass die Entscheidung, sich so eine Veranstaltung einmal anzuschauen eine wirklich scheiße geile Sache war 😀

Es gab allerdings erst einmal Vorbereitungen zu treffen. Als gutes Gridgirl wollte ich den beiden Jungs natürlich auch ein bisschen als helfende Hand beistehen. Ich wollte Bier kaufen fahren, mit angezündetem Grill auf meine Helden warten und ich wollte den Ablauf kennen.

Also habe ich mich schlau gemacht:

-Wie funktioniert das mit der Zeitnahme?

-Was müssen die Jungs an den Checkpoints beachten?

-Wie sieht die Strecke aus?

-WAS ZIEH ICH NUR AN?!?!

Naja, wird schon schief gehen, hab ich mir dann überlegt. Letzen Endes hab ich Klamotten und ein Zelt auf die Bandit geschnallt, mich mit @ErnieTroelf und nach etwas Strecke auch mit @Griesgram999 getroffen und bin da genauso ohne Ahnung hingefahren wie die beiden Jungs auch.

Da ich nicht mitgefahren bin, kann ich nur abseits der Strecke berichten, aber auch das war mehr als interessant. Ich habe viel gelernt und auch ein bisschen Blut geleckt, vielleicht das nächste Mal doch als Fahrerin und nicht als Gridgirl mit dabei zu sein.

Die Jungs von der Organisation sind uns schon direkt bei der Ankunft positiv aufgefallen, weil sie echt super hilfsbereit und freundlich waren. Der Zeltplatz war auch mit einer dünnen Isomatte gut, nicht uneben oder besonders steinig. Allerdings waren wir uns einig, dass man bei solch einem Event besser mit dem Wohnmobil anreist, zumal die beiden Jungs mit der ganzen Schutzkleidung deutlich mehr Gepäck hatten als ich und das Wetter auch eher feucht als fröhlich war.

Die Verpflegung gestaltete sich allerdings eher weniger nach meinem Geschmack. Wasser und Bier kosteten dasselbe und die Auswahl an Essen war eher ungesund.

Manch einer würde sagen: „Super, dann trink ich halt nur Bier“ aber da der nächste Supermarkt nicht direkt um die Ecke war und ich mich ja auch um „,meine Jungs“ kümmern wollte, fand ich diesen Umstand etwas grenzwertig. Kümmern insofern, als dass die zwei sechs Stunden oder länger auf der Strecke unterwegs waren und Getränke im Camelbag mitnehmen wollten und sich Bier beim Rallye-Fahren doch nicht gar so gut macht.

Ich hatte mit meinem Budget auch eher so geplant, dass man abends grillt oder aufm Camping-Kocher was zaubert – nicht jeden Abend futtern für 10€ pro Nase. Aber mit der Bandit alleine aus dem Braunkohleabbau rausfahren und im Supermarkt was holen, das hab ich mich dann doch nicht getraut – immerhin waren wir da in Ostdeutschland!

Das wurde allerdings alles besser, als @Kutze21 freitags abends mit der DR anrückte. So konnten wir samstags Einkaufen fahren und die Jungs am zweiten Tag der Rallye mit Grillwürstchen, Fladenbrot und Kräuterbutter empfangen.

Interessant für mich war natürlich, dass einer der Mechaniker selbst nicht fuhr und deshalb auch im Lager Kaffee schlürfte, nachdem die „Dirtgirls“ auf der Strecke waren. Von Benjamin habe ich einiges gezeigt bekommen: Wie bekomme ich das Wasser aus der Husqvarna wieder raus, wenn sie über den Auspuff vollgelaufen ist? Warum sehen die Luftfilter von den Rallye-KTMs aus wie Schwämme? Warum zur Hölle sprüht er den Schwamm vor dem Einbau blau an?! (Das Spray, welches zum zusätzlichen Schutz vor Staub diente, war blau) Wie wechselt man Bremsbeläge an den KTMs? Und und und…

Zusätzlich dazu hat Tina eine wunderbare Schulung zum Thema Motivation und Roadbook gehalten, welche ich mir auch als „Nicht-Fahrerin“ anschauen durfte – Danke nochmal an dieser Stelle.

Ein Manko war meiner Meinung nach lediglich, dass die Zeiten nie zum angekündigten Zeitpunkt aushingen (22:00 Uhr) sondern deutlich später. Die Jungs mussten allerdings um halb sechs morgens schon am Start stehen und hatten daher nachts um zwölf Besseres zu tun, als vor einer leeren Infotafel zu stehen und auf Startzeiten zu warten. Das wollte ich dann erledigen, habe aber gegen eins dann auch das Zelt vorgezogen und es wurde morgens vor dem Start nach der genauen Zeit geschaut.

Dann wollte ich noch twittern, stellvertretend für die Jungs. War allerdings wegen schlechtem Empfang auch nicht so gut möglich, wie ich es mir erhofft hatte.

Nagut, das mit dem Verpflegen und Umsorgen der Jungs ist somit also an den Umständen gescheitert – aber der Wille war da!!

Blieb mir eigentlich nur noch eins: Zu meinem Wort stehen.

Hab ich dann auch gemacht. Ich hatte zusätzlich zum Zelt und den normalen Klamotten noch eine Strumpfhose, eine Jeans-Shorts, ein knappes Top, roten Lippenstift und natürlich 12,5 cm Highheels im Gepäck!

Kurz umziehen, vom @Griesgram999 Huckepack zur nächsten schlammigen Stelle tragen lassen, Regenschirm auf,  KTM und Fahrer dazu und ich war Gridgirl.

Erwartet hatte ich skeptische Blicke, Schubladen-Denken und das meine Person als Mädchen abgestempelt wird, dass für sexuelle Gefälligkeiten auch schon mal die Haushaltskasse aufbessert.

War aber nicht so.

Wider erwarten kam die ganze Aktion prima an, wir wurden vom Großteil  des Teams fotografiert, die Nachbarzelte schenkten uns aufmerksame Blicke und alle – wirklich alle – fanden die Aktion einfach nur super lustig – zumal „meine Jungs“ tatsächlich die einzigen unter allen Teilnehmern waren, die ein Gridgirl dabei hatten.

Ein weiteres Highlight für mich persönlich war, dass @kutze21 mir seine DR anvertraute und ich das erste Mal in meinem Leben einen Kickstarter bediente. Meine Wade ist immer noch leicht blau. Da ich die kleine Suzi aber anbekam (zweimal, wohlgemerkt – kein Glückstreffer also) durfte ich auch mal ein Stück damit fahren und ich muss sagen… Ich bin ein bisschen verliebt. In die Suzi, den Einzylinder, in den Schlamm und in die Kombination aus allem.

Bild

Am letzten Abend hieß es dann feiern: Feiern, dass das Wochenende so geil war, dass die Mädels aus dem Dirtgirl-Team so super gefahren sind, feiern, dass alle noch heil waren…

Mit den Jungs an der Bar hatten wir uns am ersten Abend schon prima verstanden, das kam uns jetzt zugute: Die Erna (alias @ErnieTroelf) , das Schnittchen, bekam nämlich ständig einen ausgegeben 😛

Da sich vermuten ließ,  dass @Griesgram999 und @ErnieTroelf nur ganz knapp an einem Platz auf dem Treppchen vorbeischrammen würden, stiefelte ich – mal wieder getrieben von einem leichten Schwips – zum Bierstand, verlangte ein Plastikmesser, einen Pappteller, einen Getränkebecher und 1,5m Aluminiumfolie. Ich erntete zwar schiefe Blicke von den Jungs hinter der Theke aber als klar wurde, dass ich einen Pokal bastel, war alles gut. Den überreichte ich dann feierlich an @Griesgram999 und mit einem letzten Absacker ließen wir den Abend ausklingen.

Am nächsten Tag war packen angesagt und auf dem Heimweg schielten @ErnieTroelf und @Griesgram999 nach jeder Pfütze am Straßenrad und ich muss ehrlich zugeben: Nach den Erfahrungen, die ich auf der Baja300 gemacht habe, ging es mir ganz genauso.

Ein geniales Wochenende mit zwei super Begleitern, einem unverhofften Gast, einem super Team, viel Dreck und Schlamm und ganz viel Spaß.

Und nächstes Jahr… Hol ich mir einen Platz auf dem Treppchen! Und wenn’s das vor dem Wohnwagen ist

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3 Gedanken zu „Was macht eigentlich ein Gridgirl auf der Baja 300?

  1. Tststs.. nicht trauen wegen „Ostdeutschland“. MÄDCHEN 😛

    Aber hätte ich an dem Wochenende Zeit gehabt, wäre ich die paar Kilometer ja auch gern zur Schlammgrube gefahren und hätte es mir persönlich angesehen.
    Die Fotos, Tweets und Blogbeiträge lesen sich aber auch so sehr lebendig, danke dafür.

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