Ich habe das Ende gesehen und den Anfang – Guitar Wolf

Eigentlich hatte ich den Plan, über meinen Besuch auf dem Sjock-Festival im belgischen Gierle zu schreiben. Ich habe mir auch brav Notizen gemacht, die ich für den Blog verwenden kann. Insgesamt, so viel kann ich schon mal vorwegnehmen, War das Line-Up nicht so stark wie im letzten Jahr. Sjock 36 hatte aber einen einsamen Höhepunkt, der alle anderen Bands überragte, nicht nur die aus diesem Jahr sondern auch aus den Jahren davor: Guitar Wolf.

Jetzt wo ich hier anfange zu schreiben, merke ich, wie schwer es ist über Musik zu schreiben. Mir jedenfalls fällt es schwer. 

Damit hier aber schon mal was steht, was ich vor der Veröffentlichung nicht lösche schreibe ich hier den absoluten und allumfassenden, für jeden geltenden HINGEHBEFEHL! Egal was für Musik Ihr normalerweise hört, das muss man live erleben. 

Mich hat es in Belgien so sehr beeindruckt, dass ich mir im Anschluss erst mal die aktuelle CD gekauft habe. CD! Wo ich schon vor Jahren angefangen habe meine CDs zu rippen und entsorgen. Und ich hätte mir sogar noch das T-Shirt gekauft, wenn es auch nur ansatzweise in meiner Größe dagewesen wäre. Und: Ich habe sofort ins Netz geguckt, ob noch weitere Konzerte in Reichweite stattfinden. Zum Glück war direkt da eins direkt am nächsten Tag in Hannover. Klar bin ich da hin, obwohl ich übermüdet war vom Festival-Wochenende. Um 23:45 begann Guitar Wolf und als ich nach der Zugabe um 01:45 den Helm aufsetzte und gerade losfahren wollte, kamen Sie noch mal zurück auf die Bühne, dabei bin ich erst los, als das Licht im Saal anging und die Toningenieure angefangen haben die Technik abzubauen. 

Guitar Wolf ist das lebende Beispiel für die Behauptung: Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile. Der dreiviertel-Bass (untere Hälfte abgesägt, Kopf gekürzt und nur mit drei Seiten belegt) von U.G., ein wild geprügeltes Schlagzeug von Toru und das Geschrei (Lock-n-Loll!!) und Geschrömmel von Seiji, aneinander vorbei und gegeneinander ergeben einen Krachteppich vom allerfeinsten. Musik, gefressen und ausgekotzt, im Rausch zertrampelt und doch ein Hochgenuss. 

Ich konnte mich nur dadurch am Besuch des Konzerts in Hamburg hindern, dass ich meinen Mopped- und Büroschlüssel auf der Arbeit eingeschlossen hatte.

Ich ärgere mich, dass ich Guitar Wolf seit 1996 jetzt erst zum ersten Mal erlebt habe.

Zum Schluss noch anderthalb Lieder aus Belgien:

P.S.

Hier eine Anleitung für den Konzertbesuch.

Ein Freiwilliger wird auf die Bühne geholt und bekommt die Gitarre umgehängt, nicht spielen können ist keine Ausrede, man muss Krach machen, Auf Anweisung den Mittelfinger heben und zum Finale des Songs springen und Gitarre anschlagen. Scheint schwierig zu sein, das Konzert geht aber nicht weiter, bis der Delinquent getan hat, wie ihn geheißen. Hat in Hannover gefühlte 10 Minuten gedauert.

 

 

 

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