Wikileaks und die Reaktionen

Ich war in meinem Leben noch nie bei wikileaks, aber ich finde es gut, dass es wikileaks (Link zu Wikipepia) gibt. Informationsfreiheit und Transparenz sind wohl mit die wichtigsten Werte in einer demokratischen Gesellschaft. Umso entlarvender sind die Reaktionen, die wir in den letzten Tagen beobachten können.
Auf Wikileaks gibt es Daten zum Krieg im Irak, beinahe keine Reaktion in unseren offline Medien und von unseren offline Politikern.
Wikileaks veröffentlicht einen Film aus Afghanistan, beinahe keine Reaktion in unseren offline Medien und von unseren offline Politikern.
Und jetzt? Jetzt werden Unterlagen aus dem diplomatischen Dienst veröffentlicht, in denen mal Klartext geredet wird, und schon haben wir die Reaktionen, die eigentlich bei den anderen Themen viel angebrachter gewesen wären.
Vereinfacht gesagt geht es bei den ersten beiden Themen um Menschenleben und im letztgenannten um gekränkte Eitelkeiten.
Dass unsere Berufspolitiker nicht an Transparenz interessiert sind, wissen wir alle, dass sie Informationsfreiheit eher als hinderlich oder gar bedrohlich empfinden, haben sie nicht erst mit den neuen JMStV (Rivva Suche zum JMStV) klargemacht.
Und unsere Medien spielen mit, ein kumpelhaftes Verhältnis mit der Politik, die die vierte Gewalt, wie sich unsere Medien gerne selber nennen, kontrollieren sollte, sorgt eben mit wenig Arbeit für volle Sendeminuten oder Seiten. Dabei präsentiert Wikileaks umfangreiches Recherchematerial auf dem Silbertablett. Wie sehr intensive Recherche von unseren Medien geschätzt wird kann man gut an der Jahrhundert-Winter-Meldung erkennen. Oder Ihr bemüht mal Google. Kopiert eine Zeile aus einer Meldung und gebt diese Zeile als Suchbegriff ein. Ihr werdet diese Zeile auf vielen Nachrichtenseiten finden. Ein Indiz dafür, dass kopieren oder abschreiben die Techniken sind, die in unseren Redaktionen gerne und häufig eingesetzt werden.
Was lerne ich also aus den Reaktionen? Unsere Medien und Politiker kleben an den alten Zeiten und konzentrieren Ihre gesamten Bemühungen darauf, gegen das Internet zu mobilisieren und finden überall willige Helfer.
Was können wir dagegen tun? Wir können bloggen und twittern, dass wir das Spiel nicht mitmachen. Wir können mit unserem Umfeld diskutieren und es zum selbstständigen Denken bewegen. Wir können die willigen Helfer wie PayPal boykottieren und das nicht heimlich, sondern es publik machen.

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